1. Sport
  2. Wintersport
  3. Ski Alpin

Kobe Bryant: Flitzerin beim Ski-Weltcup löst Zeitnahme im Ziel aus

Mit „RIP Kobe“-Schild : Flitzerin beim Ski-Weltcup löst Zeitnahme im Ziel aus

Eine mit einem Badeanzug bekleidete Frau hat beim Ski-Weltcup in Schladming für Aufsehen und Verwirrung gesorgt. Wie eine Flitzerin beim Fußball war sie auf die Strecke gelaufen und hatte beim Gang durchs Ziel die Lichtschranke ausgelöst.

Als die leicht bekleidete Flitzerin das Ski-Tollhaus Schladming in den Ausnahmezustand versetzte, verschlug es sogar Felix Neureuther kurz die Sprache. "Bist du narrisch", rief der BR-Experte, "sowas habe ich beim Skifahren auch noch nicht gesehen." Dann fasste er sich und fügte schmunzelnd an: "Was sich die FIS alles einfallen lässt."

Doch es war selbstverständlich nicht der Internationale Skiverband, der die Dame in Stiefeln und im schwarzen Badeanzug auf die Planai geschickt hatte, auf der Linus Straßer beim 21. Weltcup-Sieg des Norwegers Henrik Kristoffersen 13. wurde. Die Frau - offenbar dieselbe, die in ähnlichem Outfit schon beim jüngsten Champions-League-Finale für Wirbel gesorgt hatte - wollte beim Nachtslalom an das tödlich verunglückte NBA-Idol Kobe Bryant erinnern: Auf dem Plakat, das sie über ihrem Kopf hielt, stand: "RIP, Kobe" und "Legend".

Doch weil sie damit kurz vor dem Südtiroler Alex Vinatzer über die Ziellinie lief, herrschte für einige Minuten heilloses Durcheinander: Die Flitzerin hatte die Zeit ausgelöst, Vinatzer wurde den über 40.000 Zuschauern deshalb zunächst versehentlich als Führender ausgewiesen. Letztlich wurde der Südtiroler Sechster - und die Frau in Gewahrsam genommen.

Straßer zeigte sich von all dem Wirbel weitgehend unbeeindruckt. "Ich bin sehr zufrieden", sagte der Münchner über sein Ergebnis, das zwei Tage nach dem Aus in Kitzbühel Wiedergutmachung bedeutete: "Ich hatte mir vorgenommen, ganz solide zu fahren und mehr auf gutes Skifahren zu schauen als zu sehr anzugreifen." Dieser Plan ging auf, auch wenn "mehr drin gewesen" wäre, wie Straßer zugab.

Sein Rückstand auf Kristoffersen, der zum vierten Mal in Schladming gewann: 1,70 Sekunden. Experte Neureuther lobte seinen früheren Zimmerkollegen, der als einziger der sechs Deutschen in den zweiten Durchgang gekommen war: "Linus kann mit seiner Leistung absolut zufrieden sein. Das war ein großer Schritt in die richtige Richtung."

Im ersten Lauf, den er als 16. beendet hatte, tat sich Straßer noch schwer. "Du hast im Kopf, dass du kurzen Druck fahren willst, aber du merkst, dass der Ski nicht will und kommst nicht vom Fleck", sagte der 27-Jährige über die nach Schnee und Regen schwierigen Pistenbedingungen. Entsprechend taktisch ging er es im Finale an.

Riesenslalom-Weltmeister Kristoffersen profitierte von einem schweren Fehler von Marco Schwarz (Österreich), der als Führender in den zweiten Durchgang gegangen war. Zweiter wurde Alexis Pinturault (0,34 Sekunden zurück) vor Kitzbühel-Sieger Daniel Yule (Schweiz/+0,83). Der Franzose Clement Noel (+0,99) stürmte von Platz 30 auf Rang vier vor. Doch die Show des Abends lieferte eine Frau.

(pabie/dpa/sid)