Alpine Ski-WM Are 2019: Abschiedsmedaillen für Lindsey Vonn und Aksel Lund Svindal

WM-Abfahrt: Abschiedsmedaillen für zwei Ski-Stars

Zwei der Größten in der Geschichte des Skisports beendeten am Wochenende ihrer Karriere – und bekamen jeweils das nahezu perfekte Ende. Lindsey Vonn und Aksel Lund Svindal werden fehlen.

Dem norwegischen Ski-König Aksel Lund Svindal jubelte das Kronzprinzenpaar zu, auf Speed-Queen Lindsey Vonn wartete die skandinavische Wintersport-Legende schlechthin. Mit famos funkelnden WM-Medaillen haben sich die zwei großen Athleten am Wochenende vom alpinen Renngeschehen verabschiedet. „Es ist für sie und Svindal unglaublich, die Karriere auf diese Weise zu beenden. Das ist wenigen vergönnt. Und dann auch noch nach solchen Verletzungen so zurückzukommen“, sagte Weltcup-Rekordsieger und Vonn-Stargast Ingemar Stenmark. Für Deutschland kam Viktoria Rebensburg auf Platz elf.

Zuvor hatte der Schwede Stenmark Vonn mit einem Blumenstrauß im Ziel empfangen. Keine 24 Stunden nach Svindals Silber-Coup im Schneetreiben von Are raste Vonn am Sonntag auf den Bronze-Rang, danach zelebrierte die Amerikanerin ihr Karriere-Happy-End: „Wir hatten beide unser märchenhaftes Ende. Heute Nacht wird gefeiert.“

„Ganz ehrlich, das ist das perfekte Ende meiner Karriere“, sagte die Ausnahme-Sportlerin, die nur von Titelverteidigerin und Weltmeisterin Ilka Stuhec aus Slowenien sowie der Schweizerin Corinne Suter bezwungen worden war. Trotz zwei lädierter Knie gelang Vonn der Coup, der ihr weitere Bestmarken in der Historie bescherte. Mit ihrer fünften WM-Medaille in der Abfahrt und den sechsten Weltmeisterschaften, bei denen sie in die Top drei fuhr, egalisierte sie Rekorde. Mit 34 Jahren und 115 Tagen ist sie die älteste Medaillengewinnerin der WM-Geschichte.

„Ich war in meinem Leben noch nie so nervös“, erzählte Vonn über ihr letztes Rennen. Wie es nun ohne den Skirennsport weiter geht, das konnte sie am Sonntag nicht voraussagen. Auf jeden Fall will sie sich schonen, „mein Körper ist gebrochen“, hatte sie jüngst gesagt – kein Wunder nach unzähligen Verletzungen, die ihre Laufbahn fast noch mehr geprägt haben als die 82 Weltcup-Siege, Olympia-Gold 2010, zwei Weltmeistertitel und acht weitere Medaillen bei Großereignissen.

Im Zielbereich hatten am Samstag die Norweger einen Feiertag erlebt – mittendrin im Jubel für Aksel Lund Svindal war das skandinavische Thronfolger-Paar als Ehrengäste. „Wir sind wirklich stolz“, schrieb die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit bei Instagram unter ein gemeinsames Foto ihrer Familie mit dem Routinier sowie dessen Teamkollegen und Abfahrts-Weltmeister Kjetil Jansrud in Are.

„Das war eine große Show“, sagte Svindal. Dass ihm die Winzigkeit von 0,02 Sekunden auf seinen guten Kumpel und Gold fehlten, war egal. „Der König hat abgedankt, lang lebe der König. „Es ist etwas schwer, aufzuhören, wenn es so gut läuft“, sagte Svindal bei der Siegerfeier, als er mit Jansrud auf dem Tresen stand, zwei Glückwunsch-Kuchen in den norwegischen Farben zu ihren Füßen. „Aber wenn es leicht wäre, hätten die letzten 16 Jahre nichts bedeutet“, ergänzte der sonst so coole, diesmal aber emotionale Hüne.

In mehr als eineinhalb Dekaden im professionellen alpinen Ski-Zirkus holte er 36 Weltcup-Siege, zweimal Olympia-Gold und fünf WM-Titel. 2007 wäre er bei einem Sturz in Beaver Creek fast gestorben.

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