Eiskalt kombiniert Schmid stürmt am Polarkreis zum ersten Weltcupsieg

Ruka · Kombinierer Julian Schmid feiert beim Weltcup-Auftakt im finnischen Ruka seinen ersten Weltcupsieg. Auch die Routiniers Johannes Rydzek und Eric Frenzel überzeugen.

 Kombinierer Julian Schmid beim Skispringen.

Kombinierer Julian Schmid beim Skispringen.

Foto: dpa/Heikki Saukkomaa

Die letzten Meter auf dem Weg zum großen Coup kostete Julian Schmid voll aus. Mit erhobener Faust lief der Senkrechtstarter der deutschen Kombinierer seelenruhig unter gleißendem Flutlicht im ansonsten zappendusteren Ruka Richtung Ziellinie - derart ungefährdet fiel der erste Weltcup-Sieg des Oberstdorfers beim Saisonauftakt am finnischen Polarkreis letztlich aus.

„Einfach toll, das habe ich sicher nicht erwartet“, sagte der 23 Jahre alte Team-Olympiazweite, der seinen japanischen Begleiter Ryota Yamamoto auf der letzten Runde stehen ließ und klarer triumphierte, als es seine 5,9 Sekunden Vorsprung vermuten lassen: „Es war ein toller Tag auf der Schanze und in der Loipe. Ich genieße das einfach.“

Genießen durfte den Arbeitstag fast das ganze deutsche Kombinierer-Team, das sich nach zuletzt schwierigen Wintern schon zu Beginn der WM-Saison in starker Verfassung zeigte. Hinter dem Norweger Jens Luraas Oftebro (+11,0 Sekunden) kam Ex-Weltmeister Johannes Rydzek auf Platz vier. Schmids Oberstdorfer Teamkollege hatte 2016 als zuvor letzter Deutscher den Saisonauftakt gewonnen.

Auch Rekordweltmeister Eric Frenzel (Geyer) startete als Fünfter stark in die Saison, Manuel Faißt (Baiersbronn) kam als Zehnter ebenfalls unter die Top 10. Peking-Olympiasieger Vinzenz Geiger (Oberstdorf) konnte hingegen mit Platz 19 nicht zufrieden sein.

Norwegens Topstar Jarl Magnus Riiber, Weltcup-Gesamtsieger der vergangenen vier Jahre, zeigte im Springen ungewohnte Schwächen und kam nicht über Platz 14 hinaus - ihn wollen die deutschen Kombinierer in diesem Winter dauerhaft knacken.

Schmid, der bislang erst einmal als Dritter auf dem Podest gestanden hatte, war von Platz zwei nach dem Springen knapp hinter Yamamoto gestartet. Zur Rennmitte des nur fünf Kilometer langen Skilanglaufs - normalerweise geht es über die doppelte Distanz - setzte sich Schmid an die Spitze. Und ließ sich auch vom mächtig aufholenden Oftebro nicht aus dem Konzept bringen.

Am Samstag und Sonntag stehen in Ruka zwei weitere Einzelrennen an.

(lonn/SID)
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