Laura Dahlmeier bei Sieg von Darja Domratschewa Fünfte

+++ Wintersport-Telegramm +++ : Dahlmeier in Antholz Fünfte - Skiflieger verpassen Bronze

Olympia steht vor der Tür, die Wintersportler kämpfen aber auch an diesem Wochenende um Punkte im Weltcup und Ränge auf dem Podium. Wir halten Sie im Wintersport-Telegramm auf dem Laufenden.

+++ Bob +++

Lochner gewinnt Gesamtweltcup - Walther am Königssee

Weltmeister Johannes Lochner (Stuttgart) reist als Gesamtweltcupsieger im Viererbob zu den Winterspielen nach Pyeongchang. Beim Finale am Königssee setzte es für den 27-Jährigen drei Wochen vor Olympia allerdings einen Dämpfer. Beim Sieg von Nico Walther (Oberbärenburg) reichte es für Lochner nur zum vierten Platz, dieser genügte dennoch zum Gewinn der Kristallkugel. Lochner ist damit erstmals bester Pilot der Weltcupsaison und gilt bei Olympia in Südkorea (9. bis 25. Februar) trotz des kleinen Rückschlags als Favorit im großen Schlitten.

Beim Finale am Königssee war Walther aber deutlich stärker und feierte seinen dritten Saisonsieg. Den zweiten Platz belegten zeitgleich der Lette Oskars Melbardis und Benjamin Maier aus Österreich. Francesco Friedrich (Oberbärenburg), der am Samstag mit einem deutlichen Erfolg im Zweierbob Schwung für Pyeongchang aufgenommen hatte, wurde im Vierer Sechster.

+++ Skifliegen +++

DSV-Adler verpassen WM-Medaille

Die deutschen Skispringer haben bei der Skiflug-WM in Oberstdorf eine Medaille im Mannschaftswettbewerb als Vierter verpasst. Angeführt von Bronze-Gewinner Richard Freitag mussten sich die DSV-Adler nach acht Flügen auf der Heini-Klopfer-Skiflugschanze am Sonntag Titelverteidiger Norwegen, Slowenien und Polen geschlagen geben. In der Besetzung Andreas Wellinger, Stephan Leyhe, Markus Eisenbichler und Freitag fehlten am Ende umgerechnet knapp zehn Meter auf Bronze. Topfavorit Norwegen um den neuen Weltmeister Daniel Andre Tande war beim Teamspringen wie schon 2016 am Kulm nicht zu schlagen. Rang fünf belegte Österreich.

+++ Ice Cross Downhil +++

Österreicher Dallago gewinnt beim Saisonauftakt

Der Österreicher Marco Dallago hat beim Saisonauftakt der Red Bull Crashed Ice Weltmeisterschaft in Saint Paul/USA für den ersten Sieg eines Europäers seit fast vier Jahren gesorgt. Der 27 Jahre alte Weltmeister von 2014 kämpfte sich im Finale auch aufgrund von Stürzen seiner Konkurrenten um Vorjahresweltmeister Cameron Naasz (USA) in einem dramatischen Finish von Platz vier auf eins vor. Bei den Frauen sicherte sich die US-Amerikanerin Amanda Trunzo den Sieg.

Beim Ice Cross Downhill rasen die Teilnehmer auf Schlittschuhen bei bis zu 80 km/h einen mit Hindernissen gespickten Eiskanal hinunter.

+++ Eisschnelllauf +++

Pechstein bei Olympia-Generalprobe nicht in den Top Ten

Claudia Pechstein ist bei der Generalprobe für ihren siebten Start bei Olympischen Winterspielen nicht über den elften Rang beim Eisschnelllauf-Weltcup in Erfurt hinausgekommen. Leicht erkältet bestritt die 45 Jahre alte Berlinerin am Sonntag das Rennen auf ihrer olympischen Nebenstrecke über 3000 Meter aus dem vollen Training heraus und hatte zuvor angekündigt, den Wettkampf als Trainingsrennen mit gleichmäßigen Runden bestreiten zu wollen. In 4:11,04 Minuten landete sie damit hinter Roxanne Dufter aus Inzell, die 4:10,68 Minuten Zehnte wurde. Siegerin wurde die Kanadierin Ivanie Blondin in 4:04,86 Minuten.

+++ Skifliegen +++

Deutsches Team nach dem ersten Durchgang auf Rang drei

Die deutschen Skispringer nehmen bei der Skiflug-WM in Oberstdorf Kurs auf eine Medaille im Teamwettbewerb. Angeführt von Bronze-Gewinner Richard Freitag liegen die DSV-Adler zur Halbzeit am Sonntag auf Platz drei. In der Besetzung Andreas Wellinger, Stephan Leyhe, Markus Eisenbichler und Freitag fehlen nach vier Flügen auf der Heini-Klopfer-Skiflugschanze umgerechnet mehr als 40 Meter auf die führenden Norweger. Slowenien liegt etwa zehn Meter vor dem DSV-Quartett, Polen als Vierter nur 0,4 Punkte hinter Deutschland.

Vor allem Wellinger (226 Meter) und Freitag (221,5 Meter) zeigten im ersten Durchgang starke Flüge. Der größte Satz gelang dem Norweger Andreas Stjernen (231 Meter). Der Titel ist dem Quartett um den neuen Weltmeister Daniel Andre Tande praktisch nicht mehr zu nehmen.

+++ Eisschnelllauf +++

Ihle schrammt am Podest vorbei

Vizeweltmeister Nico Ihle hat auch in seinem vierten Rennen beim Eisschnelllauf-Weltcup in Erfurt das Siegerpodest knapp verfehlt. Nur knapp zwei Stunden nach seinem fünften Platz über 500 Meter kam der 32 Jahre alte Chemnitzer am Sonntag über 1000 Meter in 1:08,98 Minuten auf den vierten Platz. Ganze drei Hundertstelsekunden fehlten zu Platz drei. Bereits am Vortag war Ihle im ersten Rennen über 1000 Meter Fünfter geworden. Den Weltcupsieg feierte am Sonntag Olympia-Favorit Kjeld Nuis aus den Niederlanden in 1:08,40 Minuten, der schon das erste 1000-m-Rennen in Erfurt für sich entschieden hatte. Er egalisierte damit den fast neun Jahre alten Bahnrekord des US-Amerikaners Shani Davis.

+++ Nordische Kombination +++

Deutsche Kombinierer landen in der Staffel auf Platz zwei

Die deutschen Nordischen Kombinierer sind beim letzten Staffel-Wettbewerb vor den Olympischen Spielen auf Rang zwei gelandet. Eric Frenzel, Fabian Rießle, Johannes Rydzek und Vinzenz Geiger kamen am Sonntag beim Weltcup im französischen Chaux-Neuve 13,1 Sekunden hinter Norwegen ins Ziel. Welcup-Spitzenreiter Jan Schmid, Espen Andersen, Jarl-Magnus Riiber und Jörgen Graabak benötigten für die 4x5 Kilometer 47:22,5 Minuten, nachdem sie bereits nach dem Springen klar geführt hatten. Dritter wurde Finnland mit 20,5 Sekunden Rückstand.

+++ Snowboard +++

Hofmeister gewinnt in Rogla

Snowboarderin Ramona Hofmeister hat mit ihrem zweiten Saisonsieg die Hoffnungen auf erfolgreiche Olympische Spiele in Pyeongchang genährt. Die 21-Jährige aus Bischofswiesen setzte sich im Finale des zweiten Parallel-Riesenslaloms beim Weltcup im slowenischen Rogla gegen die Österreicherin Sabine Schöffmann durch.

Hofmeisters Triumph überlagerte das Olympia-Aus der einstigen Medaillengewinnerinnen Amelie Kober (Fischbachau) und Anke Wöhrer (Bernau). Das Duo konnte seine letzte Chance zur Erfüllung der nationalen Norm nicht nutzen und scheiterte in Slowenien bereits in der Qualifikation. Beide hatten zuletzt mit Verletzungen bzw. langwierigen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

+++ Biathlon +++

Doll und Kühn verpassen Podest nur knapp

Benedikt Doll (Breitnau) und Johannes Kühn (Reit im Winkl) haben zum Abschluss des Biathlon-Weltcups in Antholz mit ihren besten Saisonplatzierungen überzeugt. Im letzten Rennen vor den Winterspielen in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) kam Sprint-Weltmeister Doll als bester Deutscher im Massenstart über 15 km auf Platz vier und verpasste seinen ersten Podestplatz des Winters nur knapp. Kühn folgte auf Rang fünf.

Einmal mehr eine Klasse für sich war am Sonntag der sechsmalige Gesamtweltcupsieger Martin Fourcade. Der Franzose sicherte sich trotz zweier Strafrunden seinen sechster Saisonsieg, er stand damit im 18. Rennen in Serie auf dem Podest. Dahinter folgten die beiden Norweger Tarjei Bö (2 Strafrunden/+2,8 Sekunden) und Erlend Bjöntegaard (2/+5,1).

+++ Rodeln +++

Geisenberger im Sprintrennen Dritte

Rodel-Olympiasiegerin Natalie Geisenberger ist beim Sprintrennen in Lillehammer auf Rang drei gefahren. Den Sieg sicherte sich am Sonntag erneut Summer Britcher aus den USA, die auch das Weltcup-Rennen zuvor gewann. Zweite wurde Viktoria Demtschenko aus Russland. Julia Taubitz verpasste nur knapp das Podest und fuhr auf den vierten Platz. Tatjana Hüfner wurde Elfte.

Im Sprint der Doppelsitzer kam das bayerische Duo Tobias Wendl und Tobias Arlt auf Rang zwei. Den Sieg holten sich die Österreicher Peter Penz und Georg Fischler. Platz drei ging an die Amerikaner Matt Mortensen und Jayson Terdiman. Die Weltcup-Gesamtsieger Toni Eggert und Sascha Benecken stürzten vor der Zielkurve. Bei den Männern kam Olympiasieger Felix Loch im Sprint auf Rang acht, Johannes Ludwig nur auf Rang elf. Siegreich war der Russe Semen Pawlischenko vor Weltmeister Wolfgang Kindl aus Österreich und Einzel-Sieger Dominik Fischnaller aus Italien.

+++ Biathlon +++

Polizei durchsucht Teamhotel der Kasachen

Die italienische Polizei hat am Rande des Biathlon-Weltcups in Antholz das Teamhotel und Fahrzeuge der kasachischen Nationalmannschaft durchsucht. Wie der Weltverband IBU mitteilte, sei dies eine Konsequenz aus dem Untersuchungsbericht, den österreichische Behörden nach Ermittlungen bei der WM im vergangenen Jahr in Hochfilzen erstellt hatten. Damals hatte die österreichische Polizei eine Dopingrazzia in den Teamunterkünften der Kasachen durchgeführt. Laut einer Mitteilung des Bundeskriminalamtes wurden dabei zahlreiche medizinische Produkte und Medikamente sichergestellt.

Welche Erkenntnisse die Polizei bei den nun in Antholz erfolgten Durchsuchungen erlangt hat, sei laut IBU noch nicht bekannt. Erst nach Bekanntwerden der Ergebnisse würden möglicherweise formale Verfahren eingeleitet.

+++ Ski alpin +++

Kristoffersen schlägt Hirscher in Kitzbühel

Henrik Kristoffersen hat den Slalom von Kitzbühel gewonnen und seinem Dauerrivalen Marcel Hirscher einen Rekordsieg im alpinen Ski-Weltcup vermasselt. Der Norweger verwies den Österreicher am Sonntag bei heftigem Schneefall auf Platz zwei und feierte im 13. Saisonrennen endlich seinen ersten Sieg. Hirscher hätte nach zuvor fünf Slalom-Erfolgen in Serie die Sieg-Bestmarke seines Landsmanns Hermann Maier von insgesamt 54 Erfolgen egalisieren können, scheiterte aber vor allem wegen eines verpatzten ersten Durchgangs. Dritter wurde Daniel Yule aus der Schweiz. Als einziger Deutscher im Ziel kam Fritz Dopfer auf dem Ganslernhang auf den 18. Platz.

+++ Langlauf +++

Katz mit starker Leistung auf Platz 14

Andreas Katz hat den deutschen Ski-Langläufern mit Platz 14 ein starkes Ergebnis beim Weltcup in Planica beschert und sich im letzten Moment noch für eine Olympia-Nominierung empfohlen. Nach 15 Kilometern im klassischen Stil hatte Katz am Sonntag 1:31,0 Minuten Rückstand auf den Kasachen Alexej Poltoranin, der in 36:54,7 Minuten gewann. Er verwies Weltcup-Spitzenreiter Johannes Kläbo aus Norwegen und den Schweden Calle Halvarsson mit 13,2 beziehungsweise 42,8 Sekunden Vorsprung auf die Plätze. Thomas Wick als 18. verfehlte die Top-15-Ränge nur knapp. Sebastian Eisenlauer wurde 22., Jonas Dobler 24.

+++ Bob +++

Drazek schiebt bei Olympia Pilotin Schneider an

Deutschlands beste Anschieberin Annika Drazek (Winterberg) wird bei den Winterspielen in Pyeongchang im Bob von Pilotin Stephanie Schneider (Oberbärenburg) sitzen. Das gab Bundestrainer Rene Spies am Sonntag im Rahmen der Präsentation des Olympia-Schlittens am Königssee bekannt. Damit steigt Schneider bei den deutschen Frauen zur größten Medaillen-Kandidatin auf. Die 27-Jährige war erst im Winter 2015/16 an die Lenkseile gewechselt und gewann in dieser Saison ihre ersten drei Weltcuprennen. Schneider selbst bringt am Start sehr starke Sprintleistungen und ist gemeinsam mit Drazek in der Lage, auf dem gleichen Niveau wie Olympiasiegerin Kaillie Humphries (Kanada) und Weltmeisterin Elana Meyers Taylor (USA) zu schieben. Noch vor dem Saisonstart galten die beiden Nordamerikanerinnen als kaum angreifbar.

Die 22-jährige Drazek ist mittlerweile die vielleicht weltbeste Anschieberin und hatte zuvor im Schlitten von Mariama Jamanka (Oberhof) gesessen. Mit Jamanka wird bei den Winterspielen (9. bis 25. Februar) nun Lisa Buckwitz starten, zudem geht Anna Köhler (Winterberg) mit Erline Nolte ins Rennen.

+++ Nordische Kombination +++

Deutsches Team nach dem Springen nur Fünfter

Die deutschen Nordischen Kombinierer haben für die 4x5-Kilometer-Staffel beim Team-Weltcup im französischen Chaux-Neuve eine ungünstige Ausgangsposition. Nach dem Springen liegen Vinzenz Geiger, Eric Frenzel, Fabian Rießle und Johannes Rydzek nur auf Platz fünf. Zu den führenden Norwegern Jörgen Graabak, Espen Andersen, Jarl-Magnus Riiber und Jan Schmid fehlen dem DSV-Quartett 1:43 Minuten, nachdem Geiger bei seinem versuch nur auf 86,5 Meter gekommen war. Norwegen geht 29 Sekunden vor Österreich und 1:03 Minuten vor Finnland in das Rennen.

+++ Biathlon +++

Domratschewa siegt - Dahlmeier wird Fünfte

Die siebenmalige Biathlon-Weltmeisterin Laura Dahlmeier ist in Antholz im letzten Frauen-Rennen vor den Olympischen Winterspielen als beste Deutsche auf Rang fünf gelaufen. Einen Tag nach ihrem Sieg in der Verfolgung hatte die 24-Jährige am Sonntag mit dem Ausgang des Massenstart-Rennens nichts zu tun. Die Garmisch-Partenkirchnerin leistete sich in der Südtirol Arena zwei Schießfehler und hatte im Ziel nach 12,5 Kilometern 23,9 Sekunden Rückstand auf die eine Strafrunde laufende Siegerin Darja Domratschewa. Hinter der dreimaligen Olympiasiegerin aus Weißrussland schafften es die zweimalige Olympiasiegerin Anastasia Kuzmina aus der Slowakei und die Finnin Kaisa Mäkäräinen aus Finnland als Zweite und Dritte auf das Podest.

Zweitbeste deutsche Skijägerin im Massenstart-Wettkampf war Maren Hammerschmidt (1 Fehler) als Sechste. Auch Franziska Preuß (1) und Vanessa Hinz (1) schafften es als Achte und Neunte in die Top Ten. Die zweimalige Saisonsiegerin Denise Herrmann (5) beendete die Olympia-Generalprobe auf Platz 21. Franziska Hildebrand (3) kam auf Rang 15.

+++ Ski alpin +++

Gut meldet sich mit Sieg zurück - Vonn schimpft

Ski-Rennläuferin Lara Gut hat sich mit ihrem ersten Sieg seit ihrem Kreuzbandriss rechtzeitig vor den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) zurückgemeldet. Die Schweizerin, die sich bei der WM in St. Moritz im vergangenen Februar verletzt hatte, holte beim Super-G im italienischen Cortina d'Ampezzo ihren insgesamt 24. Weltcup-Erfolg. Gut war bei ihrem zwölften Sieg in der zweitschnellsten Disziplin auf der wegen Schneefalls leicht verkürzten Strecke 0,14 Sekunden schneller als Johanna Schnarf (Italien) auf Rang zwei. Dritte wurde die Österreicherin Nicole Schmidhofer (0,27).

Lindsey Vonn (USA/0,37) hatte Pech, als sie im Mittelteil eine heftige Windböe erwischte. Im dadurch aufgewirbelten Schnee verlor sie kurzzeitig den Durchblick und dadurch an Geschwindigkeit. Über Platz sechs schüttelte die Abfahrtssiegerin vom Samstag verärgert den Kopf und schimpfte im Ziel nicht druckreif in die Kamera. "Das war ein unglücklicher Tag", sagte Vonn, "ich hatte noch nie in meinem Leben in einem Rennen so eine starke Windböe. Aber ich kann's ja nicht ändern." Das Glück hebe sie sich eben für Februar auf - für Olympia.

+++ Snowboard +++

Olympia-Aus für Medaillengewinnerinnen Kober und Wöhrer

Die hochdekorierten Snowboarderinnen Amelie Kober und Anke Wöhrer haben ihren Kampf um eine Olympia-Teilnahme in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) verloren. Das Duo, das 2014 in Sotschi noch Medaillen geholt hatte, scheiterte auch im zweiten Parallel-Riesenslalom beim Weltcup in Rogla (Slowenien) bereits in der Qualifikation. Damit ließen beide ihre letzte Chance auf die Erfüllung der nationalen Norm ungenutzt.