Biathlon: Simone Hauswald fühlt sich "außerirdisch"

Biathlon: Simone Hauswald fühlt sich "außerirdisch"

Oslo (RPO). Die zweimalige Olympiadritte Simone Hauswald hat beim Biathlon-Weltcup in Oslo ihre starke Form bestätigt und den Hattrick geschafft. Die 30-Jährige vom SC Gosheim, die am Donnerstag den Sprint und am Samstag das Jagdrennen gewonnen hat, setzte sich auch am Sonntag im Massenstart durch und feierte damit ihren siebten Weltcupsieg.

Eine "außerirdische" Simone Hauswald hat sich am Sonntag endgültig zur Biathlon-Königin von Oslo gekrönt und mit ihrem Hattrick sogar Superstar Magdalena Neuner im Gesamtweltcup unter Druck gesetzt. "Die drei Rennen waren echt vom anderen Stern", sagte die zweimalige Olympiadritte, die beim Weltcup in Norwegen in allen drei Rennen (Sprint, Jagdrennen, Massenstart) triumphierte und den Rückstand auf die zweimalige Olympiasiegerin Neuner auf 44 Punkte verkürzt hat.

"Wenn ich tatsächlich den Weltcup gewinnen sollte, hätte ich eine Wahnsinns-Saison hingelegt und es gebe keine Fragen mehr, warum ich aufhöre", erklärte die 30-Jährige vom SC Gosheim, die ihre Karriere nach dem Weltcup-Finale Ende März in Chanty-Mansijsk beenden wird: "Ich mache defintiv nicht weiter. Ich habe gesagt, dass ich aufhöre, wenn es am schönsten ist - und es wird immer noch schöner."

Für Hauswald, die in Oslo die Weltcupsiege Nummer fünf bis sieben feierte, ist der bevorstehende Rücktritt ein Hauptgrund für den momentanen Erfolg. "Vielleicht bin ich gerade in meinem absoluten Gleichgewicht und es macht deshalb so viel Spaß. Ich genieße es jedenfalls gerade total", meinte die Sportsoldatin, die sich in Zukunft um ihren Beruf und die "Familienplanung" kümmern möchte.

Während sich Hauswald bereits Gedanken über die Zeit nach dem Ende ihrer Laufbahn macht, hat Jungstar Simon Schempp offenbar noch eine große Karriere vor sich. Der 21 Jährige vom SZ Uhingen beendete mit seinem zweiten Platz im Jagdrennen am Samstag die Krise der deutschen Männer, die bei Olympia ohne Medaille geblieben waren.

"Das ist einfach nur geil. Ich hätte nicht erwartet, dass es soweit nach vorne geht. Ich bin super-happy. Ich hoffe, dass uns das alle beflügelt", erklärte Schempp, der als einziger Starter ohne Schießfehler geblieben war. "Es war grandios, was er geleistet hat. Es könnte eine Signalwirkung haben", meinte der scheidende Bundestrainer Frank Ullrich, der mit dieser Einschätzung richtig lag. Am Sonntag schaffte Andreas Birnbacher vom SC Schleching im Massenstart mit dem vierten Platz sein bestes Saisonergebnis.

Bei den Frauen wird die Hauptlast zukünftig auf den Schultern Neuners liegen. Schließlich beenden neben Hauswald auch die dreimalige Olympiasiegerin Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) und die dreimalige Weltmeisterin Martina Beck (Mittenwald) nach Saisonende ihre Karriere.

Neuner, die in Oslo auf den Plätzen sechs, acht und drei landete, möchte diese Verantwortung gerne als Gesamtweltcup-Gewinnerin übernehmen. "Ich versuche natürlich, meinen Vorsprung bis zum Schluss zu halten", sagte die 23-Jährige vom SC Wallgau, die den Weltcup bereits 2008 gewonnen hat: "Allerdings tut mir mittlerweile jeder Schritt weh. Man merkt eben, dass es dem Ende zugeht."

Trotz der kräftezehrenden Saison ist die Dominanz der deutschen Biathletinnen erdrückend. Im Massenstart am Sonntag landeten fünf Deutsche (Hauswald, Neuner, Andrea Henkel, Beck und Wilhelm) unter den besten Zehn. Im Gesamtweltcup liegen vier deutsche Skijägerinnen (Neuner, Hauswald, Henkel, Wilhelm) unter den ersten Sieben.

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Zudem führen die Deutschen alle Disziplin-Wertungen an. Neuner hat die kleine Kristallkugel im Jagdrennen-Weltcup bereits gewonnen. Hauswald liegt im Sprint und im Massenstart vorne.

Ergebnisse:

Weltcup in Oslo, 12,5-km-Jagdrennen: 1. Martin Fourcade (Frankreich) 33:46,9 Minuten/3 Strafrunden nach Schießfehler, 2. Simon Schempp (Uhingen) 0:09,0 Minuten zurück/0, 3. Iwan Tscheressow (Russland) 0:26,2/1, 4. Emil Hegle Svendsen (Norwegen) 0:26,2/2, 5. Dominik Landertinger (Österreich) 0:31,6/2, 6. Jewgeni Ustjugow (Russland) 0:32,5/2, 7. Alexej Wolkow (Russland) 0:38,2/2, 8. Björn Ferry (Schweden) 0:39,8/2, 9. Simon Fourcade (Frankreich) 0:44,0/3, 10. Fredrik Lindström (Schweden) 0:51,8/1, ... 16. Andreas Birnbacher (Schleching) 1:29,4/2, ... 20. Michael Greis (Nesselwang) 1:50,9/3, 21. Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) 1:52, 4/4, ... 25. Alexander Wolf (Oberhof) 2:11,2/1, ... 46. Christoph Stephan (Oberhof) 3:57,4/6, ... 52. Daniel Böhm (Buntenbock) 4:29, 7/7

Endstand im Jagdrennen-Weltcup (nach 6 von 6 Rennen): 1. Martin Fourcade 197, 2. Simon Eder (Österreich) 196, 3. Tscheressow 189, 4. Ustjugow 184, 5. Landertinger 184, 6. Chistoph Sumann (Österreich) 179, 7. Vincent Jay (Frankreich) 174, 8. Svendsen 173, 9. Peiffer 160, 10. Ferry 157, ... 13. Schempp 122, ... 15. Birnbacher 112, ... 28. Greis 76, ... 38. Stephan 51, ... 42. Wolf 44, ... 82. Michael Rösch (Altenberg) 3.

Stand im Gesamtweltcup (nach 22 von 25 Rennen): 1. Svendsen 719, 2. Sumann 704, 3. Ustjugow 675, 4. Martin Fourcade 661, 5. Tscheressow 630, 6. Landertinger 585, 7. Eder 582, 8. Simon Fourcade 553, 9 Peiffer 543, 10. Ole Einar Björndalen 499, ... 12. Greis 479, ... 17. Birnbacher 381, ... 29. Stephan 265, ... 39. Schempp 180, 40. Wolf 177, ... 76. Rösch 38, ... 98. Böhm 13.

10-km-Jagdrennen. 1. Simone Hauswald (Gosheim) 32:05,5 Minuten/3 Strafrunden nach Schießfehlern, 2. Darja Domratschewa (Weißrussland) 0:05,4 Minuten zurück/1, 3. Anna Carin Olofsson-Zidek (Schweden) 0:39,8/2, 4. Olga Saizewa (Russland) 0:46, 5/0, 5. Anna Bogali-Titowets (Russland) 1:13,2/1, 6. Marie Laure Brunet (Frankreich) 1:33,9/1, 7. Martina Beck (Mittenwald) 1:39, 2/1, 8. Magdalena Neuner (Wallgau) 1:40,9/5, 9. Jana Romanowa (Russland) 1:43,9/3, 10. Swetlana Sleptsowa (Russland) 1:58, 2/2, ... 12. Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) 2:11,4/3, ... 18. Tina Bachmann (Schmiedeberg) 2:32,3/2, ... 22. Andrea Henkel (Großbreitenbach) 3:0,2/5, ... 43. Katrin Hitzer (Gosheim) 5:28,8/7.

Endstand im Jagdrennen-Weltcup (nach 6 von 6 Rennen): 1. Neuner 256, 2. Hauswald 217, 3. Saizewa 207, 4. Domratschewa 199, 5. Henkel 194, 6. Olofsson-Zidek 187, 7. Helena Jonsson (Schweden) 182, 8. Sleptsowa 180, 9. Teja Gregorin (Slowenien) 159, 10. Brunet 152, 11. Wilhelm 151, ... 16. Bachmann 116, ... 23. Beck 101, ... 36. Juliane Döll (Oberhof) 47, ... 49. Hitzer 21

Stand im Gesamtweltcup (nach 22 von 25 Rennen): 1. Neuner 791, 2. Hauswald 737, 3. Jonsson 731, 4. Henkel 698, 5. Olofsson-Zidek 697, 6. Wilhelm 690, 7. Domratschewa 687, 8. Saizewa 633, 9. Brunet 572, 10. Gregorin 534, ... 16. Beck 414, ... 20. Bachmann 373, ... 40. Döll 158, ... 55. Hitzer 76.

(SID/rl)