LIVE Biathlon-Weltmeisterschaft Nawrath zum Abschluss in Nove Mesto Zehnter im Massenstart

Düsseldorf · Am letzten Tag der Biathlon-WM gibt es keine Medaille für Deutschland. Im Massenstart der Männer wird Philipp Nawrath Zehnter, der Sieg geht an Johannes Thingnes Bö. In unserem Biathlon-Telegramm verpassen Sie nichts.

Biathlon-WM 2024 Nove Mesto: Zeitplan, Kalender & Termine für die Rennen
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Das ist der Zeitplan der Biathlon-WM 2024 in Nove Mesto

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Foto: AP/Petr David Josek

Philipp Nawrath hat im abschließenden Massenstart bei der Biathlon-Weltmeisterschaft in Nove Mesto den zehnten Platz belegt. Mit drei Strafrunden landete der 31-jährige Bayer im Ziel 1:25,4 Minuten hinter dem Norweger Johannes Thingnes Bö, der sich den Titel überlegen trotz eines frühen Schießfehlers sicherte. Silber ging überraschend an den fehlerfreien Andrejs Rastorgujevs aus Lettland, Bronze gewann der Franzose Quentin Fillon Maillet (1 Fehler).

Bö ist mit seinem 20. WM-Titel nun gemeinsam mit seinem Landsmann Ole Einar Björndalen Rekordweltmeister. Mit Gold in Massenstart, Einzel und Verfolgung, Silber im Sprint und der Mixed- und Männer-Staffel sowie Bronze im Single-Mixed holte der 30-Jährige wie im Vorjahr in Oberhof in allen sieben Rennen eine Medaille.

Die Deutschen von Bundestrainer Uros Velepec beendeten die WM mit einer Bronzemedaille durch Benedikt Doll im Einzel, in der Staffel hatte es am Samstag nur zu Rang vier gereicht. Im Vorjahr bei der Heim-WM in Oberhof waren die deutschen Skijäger zum ersten Mal seit 1976 in WM-Rennen ohne Edelmetall geblieben. Doll (3) schaffte es zum Abschluss auf Platz zwölf, direkt dahinter mussten sich Johannes Kühn (3) und Justus Strelow (1) mit den Rängen 14 und 16 begnügen.

Biathlon-WM 2024 Nove Mesto - das deutsche Team der Biathletinnen &  Biathleten
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Das ist das deutsche Team für die Biathlon-WM 2024

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Foto: dpa/Alessandro Trovati

Mit einem jeweils perfekten ersten Schießen hatten sich Strelow und Doll zu Beginn auf die Plätze drei und vier nach vorn geschoben. Routinier Doll hielt sich nach einem weiteren fehlerfreien Auftritt mit der Waffe auf dem zweiten Platz, seine Teamkollegen hatten zu diesem Zeitpunkt schon mindestens eine Strafrunde gedreht. Im dritten Schießen erwischte es auch Doll, der nach einer verfehlten Scheibe zurückfiel. Zwei weitere Patzer machten alle Chancen auf eine Medaille zunichte.

Frauen verpassen Podest im Massenstart

Die deutschen Biathletinnen haben zum Abschluss der Weltmeisterschaften in Nove Mesto eine weitere Medaille verpasst. Im Massenstart über 12,5 Kilometer belegte Vanessa Voigt als beste Athletin des Deutschen Skiverbandes (DSV) den fünften Platz. Die DSV-Frauen blieben damit in Tschechien bei zwei Medaillen.

Gold ging an Justine Braisaz-Bouchet, die die französischen Festspiele fortsetzte. Die 27-Jährige gewann ohne Schießfehler vor der Italienerin Lisa Vittozzi (0 Schießfehler/+31,2 Sekunden) und ihrer Landsfrau Lou Jeanmonnot (1/+56,7).

Voigt, die am Samstag Bronze mit der Staffel gewonnen hatte, lag ohne Fehler am Schießstand +1:29,7 Minuten zurück. Nach ihrer krankheitsbedingten Pause belegte Rückkehrerin Franziska Preuß den 11. Platz (1/+1:51,9). Einzel-Silbermedaillengewinnern Janina Hettich-Walz (3) und Selina Grotian (7) liefen deutlich hinterher.

Um 16.30 Uhr (ZDF und Eurosport) folgt noch der Massenstart der Männer über 15 Kilometer.

„Werden nicht mehr die Über-Skier haben“

Biathlon-WM 2024 Nove Mesto: Das sind die Favoriten auf Medaillen & Titel
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Biathlon-WM 2024: die Favoriten auf Medaillen

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Foto: AP/Petr David Josek

Die deutschen Biathleten haben bei der bislang negativ verlaufenen Materialschlacht in Nove Mesto schon vor dem letzten Tag mehr oder weniger die Hoffnung auf eine Wende aufgegeben. „Wir haben genug übers Material gesprochen. Wir werden hier nicht mehr die Über-Skier haben“, sagte Sportdirektor Felix Bitterling deutlich.

„Jetzt ist es halt so“, sagte Benedikt Doll nach dem enttäuschenden vierten Platz in der Staffel: „Wir hatten bei der WM nicht das Knallermaterial wie bei den letzten sechs Weltcups.“

Biathlon-WM 2024  - Medaillenspiegel: Wer führt, wo liegt Deutschland
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Der Medaillenspiegel der Biathlon-WM 2024

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Foto: dpa/Hendrik Schmidt

Es gäbe „kleine Nationen wie Estland und Finnland, die vorne mitlaufen. Die haben wahrscheinlich einfach was gefunden. Nach der WM sind noch drei Weltcups, da sind wir nochmal dabei“, führte der 33-Jährige aus. Er werde im Massenstart am Sonntag (16.30 Uhr/ZDF und Eurosport) nochmal „an den Start gehen, das Rennen rumbringen. In Oslo sind die Bedingungen sicher wieder anders.“ In den Staffeln habe der Ski gar „ein bisschen am Schnee geklebt“, sagte Selina Grotian.

Wegen der Materialsorgen habe das Team im weichen und dreckigen tschechischen Schnee „extrem kämpfen müssen“, betonte Bitterling: „Natürlich wäre es schöner gewesen, dass wir eins zu eins weitermachen mit den Erfolgen und auch der Menge der Erfolge. Es ist aber auch schön zu sehen, dass wir uns reinkämpfen können. Wir haben schon drei Medaillen - das sind genauso viele wie letztes Jahr und da hatten wir noch die Denise (Hermann-Wick; d.Red.) dabei.“ Es sei „absolut nicht alles schlecht“.

+++17. Februar+++

Männer-Staffel verpasst Medaille

Die Männer-Staffel hat bei den Biathlon-Weltmeisterschaften in Nove Mesto die vierte Medaille für den Deutschen Skiverband (DSV) knapp verpasst. Das DSV-Team mit Justus Strelow, Johannes Kühn, Philipp Nawrath und Benedikt Doll belegte in dem Rennen über 4x7,5 Kilometer nach einer Strafrunde und acht Nachladern den vierten Platz und konnte den erfolgreichen Samstag der Deutschen nicht fortsetzen.

Frauen gewinnen ohne Preuß überraschend Staffel-Bronze

Sophia Schneider wird diesen Tag wohl so schnell nicht vergessen. Kurz vor der Staffel erfährt sie von ihrem Einsatz. Und schafft dann das, woran viele nicht mehr geglaubt haben.

Schock für Frauen-Staffel – Preuß fällt aus

Die deutschen Biathletinnen müssen kurz vor der WM-Staffel einen Schock verkraften. Die eigentlich als Schlussläuferin eingeplante Franziska Preuß fällt wegen Halsschmerzen kurzfristig aus, stattdessen muss Sophia Schneider auf dem letzten Teilstück einspringen. Ohne die Anführerin sind die Medaillenhoffnungen über die 4x6 Kilometer (13.45 Uhr/ZDF und Eurosport) arg gedämpft.

Biathlon-Disziplinen im Weltcup 2019/20: Alle Infos im Überblick
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So funktionieren die Biathlon-Disziplinen

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Vor Schneider gehen die Einzel-Silbermedaillengewinnerin Janina Hettich-Walz, die 19-jährige Selina Grotian sowie Vanessa Voigt auf die Strecke. „Franziska Preuß kann aufgrund von neu aufgetretenen Halsschmerzen leider nicht starten“, sagte Teamarzt Dr. Jan Wüstenfeld: „Wir werden den heutigen Tag nutzen, um eine bestmögliche Regeneration zu gewährleisten, auch um eine kleine Chance auf den Start beim Massenstart zu wahren.“

Im Vorjahr hatte die Frauen-Staffel in Oberhof Silber gewonnen, in diesem Weltcup-Winter gelangen zwei dritte und zwei fünfte Ränge. Preuß wurde in ihrer Karriere schon häufig von gesundheitlichen Problemen zurückgeworfen, im Vorjahr hatte sie gar vor der Heim-WM in Oberhof die Saison komplett abbrechen müssen. Der abschließende Massenstart findet am Sonntag (14.15 Uhr) statt.

+++16. Februar+++

Medaillengewinner Hettich-Walz und Doll führen Staffeln an

Angeführt von den beiden Medaillengewinnern Janina Hettich-Walz und Benedikt Doll wollen die Deutschen in den Biathlon-Staffeln von Nove Mesto nach den nächsten WM-Medaillen greifen. Neben der Einzel-Zweiten Hettich-Walz sind WM-Neuling Selina Grotian, Franziska Preuß und Vanessa Voigt für das Rennen am Samstag (13.45 Uhr/ZDF und Eurosport) berufen worden, wie der Deutsche Skiverband am Freitag mitteilte. Bei den Männern (16.30 Uhr) starten neben Bronzemedaillengewinner Doll noch Justus Strelow, Johannes Kühn und Philipp Nawrath.

„Ich hoffe, dass wir um die Medaillen kämpfen können“, sagte Hettich-Walz am Freitag. Nach den bisherigen Saisonleistungen gehören beide Staffeln zu den Medaillenanwärtern. Die Männer standen in allen vier Weltcup-Staffeln auf dem Podest, die Frauen zweimal. Die letzte WM-Staffelmedaille für die Männer gab es 2020 mit Bronze, die Frauen holten im Vorjahr Silber. Die letzten Titel bei den Männern ist neun Jahre her, bei den Frauen hatte es zuletzt 2017 geklappt.

Von der verpassten WM-Medaille in der Single Mixed mit Voigt und Justus Strelow (6.) will sich das deutsche Team nicht runterziehen lassen. „Fürs Wochenende heißt das gar nichts. Wir haben da was vor und wollen natürlich auf das Podest“, sagte Sportdirektor Felix Bitterling: „All-In am Wochenende. Es gibt absolut keinen Grund, Trübsal zu blasen.“

Doch dafür muss auch der perfekte Ski her. Bisher waren die deutschen Techniker ausgerechnet beim Saisonhöhepunkt auf der Suche nach dem „Einhorn“, wie es Ex-Weltmeister Erik Lesser nannte, nicht fündig geworden. Nachdem es bei etwas niedrigeren Temperaturen in den Einzeln, wo Benedikt Doll Bronze gewann, besser lief, haderte Voigt nach der Single Mixed wie in der ersten medaillenlosen Woche erneut mit dem Material. „Wir müssen noch mal ein bisschen sprechen“, sagte Voigt.

Obwohl sie und Strelow lediglich vier Nachlader brauchten, fehlten 1:04,6 Minuten auf Sieger Frankreich. Am Schießstand waren sie die Zweitschnellsten, in der Laufzeit nur Zehnte. Im ersten Jahr nach dem Verbot von Fluor-Wachs ist die WM bei extrem hohen Temperaturen zur Materialschlacht geworden, bei der die Deutschen derzeit das Nachsehen haben.

Neuling Selina Grotian startet auch in der Staffel

Nach ihrem Einzeldebüt feiert WM-Neuling Selina Grotian auch in der Staffel ihre Weltmeisterschaftspremiere. Die 19 Jahre alte Biathlon-Nachwuchshoffnung wurde neben Silbermedaillengewinnerin Janina Hettich-Walz, Franziska Preuß und Vanessa Voigt ins Aufgebot für das Rennen am Samstag (13.45 Uhr/ZDF und Eurosport) berufen, wie der Deutsche Skiverband am Freitag mitteilte. Die Männer sind um 16.30 Uhr gefordert.

Beim Silber-Triumph von Hettich-Walz in Nove Mesto am Dienstag war Grotian im ersten WM-Rennen ihrer Karriere auf Rang vier gelaufen. Die fünfmalige Junioren-Weltmeisterin verdrängte durch diese couragierte Leistung Sophia Schneider aus der Staffel. Auch für den Massenstart am Sonntag ist Grotian, die ohne erfüllte WM-Norm nach Tschechien reiste, qualifiziert.

Biathlon 2023/24: DSV-Kader der deutschen Herren
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Der Kader der deutschen Biathleten

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Foto: dpa/Antti Aimo-Koivisto

Von der verpassten WM-Medaille in der Single Mixed mit Voigt und Justus Strelow (6.) will sich das deutsche Team nicht runterziehen lassen. „Fürs Wochenende heißt das gar nichts. Wir haben da was vor und wollen natürlich auf das Podest“, sagte Sportdirektor Felix Bitterling: „All-In am Wochenende. Es gibt absolut keinen Grund, Trübsal zu blasen.“

Doch dafür muss auch der perfekte Ski her. Bisher waren die deutschen Techniker ausgerechnet beim Saisonhöhepunkt auf der Suche nach dem „Einhorn“, wie es Ex-Weltmeister Erik Lesser nannte, nicht fündig geworden. Nachdem es bei etwas niedrigeren Temperaturen in den Einzeln, wo Benedikt Doll Bronze gewann, besser lief, haderte Voigt nach der Single Mixed wie in der ersten medaillenlosen Woche erneut mit dem Material. „Wir müssen noch mal ein bisschen sprechen“, sagte Voigt.

Obwohl sie und Strelow lediglich vier Nachlader brauchten, fehlten 1:04,6 Minuten auf Sieger Frankreich. Am Schießstand waren sie die Zweitschnellsten, in der Laufzeit nur Zehnte. Im ersten Jahr nach dem Verbot von Fluor-Wachs ist die WM bei extrem hohen Temperaturen zur Materialschlacht geworden, bei der die Deutschen derzeit das Nachsehen haben.

„All-In am Wochenende“ – Deutsches Team hofft auf den Endspurt

Die deutschen Biathleten wollen sich von der Enttäuschung im Single Mixed nicht für den WM-Endspurt runterziehen lassen. „Fürs Wochenende heißt das gar nichts. Wir haben da was vor und wollen natürlich auf das Podest“, sagte Sportdirektor Felix Bitterling: „Wir wollen auch bei den Massenstarts eine Rolle spielen, da gibt es nochmal zwei Chancen. All-In am Wochenende – keine Frage. Es gibt absolut keinen Grund, Trübsal zu blasen.“

Die bislang stets knapp neben dem Podest gelandete Vanessa Voigt sieht allerdings die Zeit etwas davonlaufen. „Es gibt nur noch zwei Medaillenchancen, das spielt im Kopf natürlich ein bisschen mit“, sagte die 26-Jährige nach dem sechsten Platz mit Justus Strelow. Nach dem starken Einzel mit drei Frauen unter den Top fünf sei allen bewusst, „dass wir als Mannschaft ganz vorne mitmischen können. Das nehmen wir mit.“

Dafür muss aber auch wieder der Ski passen, im Single Mixed gab es nach kurzem Zwischenhoch einen Rückschlag. „Wir müssen nochmal ein bisschen sprechen. Es war vom Fuß her wieder nicht das optimale Material“, haderte Voigt. Aber für die Staffel sei es „wieder ein neuer Tag. Alle werden ihr Bestes geben und dann schauen wir, was dabei rauskommt.“ Auch das Männer-Team „greife wieder an“, versicherte Strelow.

+++15. Februar+++

Strelow und Voigt verpassen Medaille im Single-Mixed

Justus Strelow und Vanessa Voigt haben bei den Weltmeisterschaften in Nove Mesto die dritte Medaille binnen drei Tagen für das deutsche Biathlon-Team verpasst. In der Single-Mixed-Staffel belegte das Duo des Deutschen Skiverbandes (DSV) mit vier Nachladern nur den sechsten Platz. Strelow und Voigt hatten zuvor bei der WM-Generalprobe in Antholz den Team-Wettbewerb für sich entschieden und waren mit großen Hoffnungen in das Rennen gegangen.

Gold ging an die Franzosen Quentin Fillon Maillet und Lou Jeanmonnot (0 Strafrunden+3 Nachlader), die sich vor Italiens Tommaso Giacomel und Lisa Vittozzi (0+5) und den favorisierten Norwegern Johannes Thingnes Bö und Ingrid Landmark Tandrevold (1+7) durchsetzten. Dominator Bö verpasste damit seine 20. Goldmedaille, mit der er zu Rekordweltmeister Ole Einar Björndalen aufgeschlossen hätte.

+++14. Februar+++

Doll holt Bronze im Einzel - Bö mit 19. Gold

Benedikt Doll hat mit Bronze im Einzel die zweite deutsche Medaille bei den Biathlon-Weltmeisterschaften in Nove Mesto gewonnen. Der 33-jährige Schwarzwälder musste sich am Mittwochabend nach einem Schießfehler nur den norwegischen Brüdern Johannes Thingnes Bö und Tarjei Bö geschlagen geben. Beide hatten ebenfalls jeweils eine Strafminute auf dem Konto.

Einen Tag nach dem überraschenden Silber für Janina Hettich-Walz bei den Frauen sorgte Doll mit der zweiten WM-Einzelmedaille seiner Laufbahn auch bei den Herren des Deutschen Skiverbands für die erhoffte Erlösung. Nach 20 Kilometern hatte Doll im Ziel 1:53,2 Minuten Rückstand auf den alten und neuen Champion Bö.

Der Skandinavier verteidigte seinen Titel erfolgreich und holte zudem bereits das 19. WM-Gold seiner Karriere. Für ihn war es der zweite Triumph in Tschechien. Nun ist Bö nur noch einen Titel davon entfernt, mit Rekord-Weltmeister Ole Einar Björndalen gleichzuziehen. Selbst ein Schießfehler konnte den Dominator nicht stoppen, nah heran kam nur sein älterer Bruder Tarjei, der auch einen Fehler schoss. Die Norweger hatten zuvor bereits einen Dreifach-Erfolg im Sprint und einen Fünffach-Triumph im Jagdrennen gefeiert. Doll schaffte es als erster Nicht-Norweger, eine Einzelmedaille in Nove Mesto zu gewinnen.

Die deutschen Skijäger von Bundestrainer Uros Velepec haben am Wochenende noch zwei weitere Chancen in der Staffel und im abschließenden Massenstart. In Oberhof waren die Herren im Vorjahr erstmals seit 1976 in WM-Rennen ohne Medaille geblieben.

Grotian als Versprechen für die Zukunft

Für Selina Grotian war dieser verflixte vierte Platz alles andere als undankbar. „Das Rennen war wie ein Film. Ich habe davor noch nie viermal Null geschossen. Ich kann es einfach nicht glauben“, sagte die 19-Jährige nach ihrem famosen WM-Debüt: „Ich strahle über alles und kann es noch nicht fassen.“ Sie habe eigentlich gedacht, dass sie angesichts verpasster Norm beim Großereignis „gar nicht zum Einsatz“ komme.

Biathlon-Weltcup 2023/24: Kader der deutschen Frauen - Fotos Biathletinnen
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Der Kader der deutschen Biathletinnen

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Doch stattdessen bewies sie in Nove Mesto auf Anhieb, warum sie als größtes Talent seit Magdalena Neuner oder Laura Dahlmeier gehandelt wird. „Vielleicht ist es das Beste, spontan Leistung zu bringen“, so die Bayerin mit breitem Grinsen: „Dieses Mal war es irgendwie ganz anders wie sonst, keine Gedanken. Wenn es immer so wäre, wäre das einfach Bombe.“ Im Weltcup war Grotian noch nicht über Rang 21 hinausgekommen.

„Die Selina hat extremes Talent, bringt extreme Fähigkeiten mit. In ihrem ersten Seniorenjahr ist sie wie ein Komet durchgeschossen, hat wahnsinnige Erfolge gefeiert. Im Weltcup hat sie am Anfang ein bisschen gebraucht“, erklärte Felix Bitterling. Grotian habe im Einzel „alles richtig gemacht“. Generell sei das Mannschaftsergebnis mit den Rängen zwei, vier und fünf „ein Statement“, so der Sportdirektor weiter. Das gebe „einen Aufschwung für die kommenden Rennen“, ergänzte Trainer Kristian Mehringer.

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Das sind die Weltcup-Termine der Biathleten 2023/24

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Biathlon-Bundestrainer Velepec glaubt an gute Form im Team

Nove Mesto · Die Ergebnisse sind bisher ernüchternd. In der zweiten WM-Woche wollen die deutschen Biathleten in Tschechien nun zeigen, was eigentlich in ihnen steckt.

+++13. Februar+++

Hettich-Walz holt erste Medaille

Biathletin Janina Hettich-Walz hat bei den Weltmeisterschaften in Nove Mesto die ersehnte erste Medaille für den Deutschen Skiverband (DSV) gewonnen. Die 27-Jährige belegte am Dienstag im Einzel über 15 km ohne Schießfehler den zweiten Platz und sicherte sich Silber. Für Hettich-Walz ist es der größte Erfolg ihrer Karriere.

Rees ersetzt Nawrath im Einzel

Auftaktsieger Roman Rees darf im Einzel sein erstes Rennen bei der Weltmeisterschaft in Nove Mesto laufen. Wie der Deutsche Skiverband mitteilte, rückt der 30-Jährige gegenüber den ersten Individual-Wettbewerben für Philipp Nawrath ins Team. Außerdem gehen Benedikt Doll, Johannes Kühn und Philipp Horn in den Klassiker über 20 Kilometer am Mittwoch (17.20 Uhr/ZDF und Eurosport). Bereits zuvor war klar, dass Justus Strelow für das Single Mixed am Donnerstag geschont wird.

„Der Fokus liegt mit Sicherheit auf dem Schießen“ sagte Rees. Es sei ein gewisser „Nullstart - ich kann nur schwer einschätzen, wie ich im Vergleich zur Konkurrenz stehe. Ich bin froh, dass es endlich losgeht und ich brenne für meinen Einsatz hier bei der WM vor einer gigantischen Kulisse.“ Rees war mit einem Sieg im Einzel von Östersund und dem Gelben Trikot in die Saison gestartet, nach einer hartnäckigen Corona-Infektion haderte er zuletzt allerdings mit seiner Form.

Ohne Rees hatten die deutschen Männer in den ersten beiden Einzelwettbewerben auch wegen Materialproblemen enttäuscht, bislang reichte es nicht für die Top Ten in Nove Mesto.

+++13. Februar+++

Vetle Sjaastad Christiansen - der traurige Biathlon-Held

Seine magischen Momente von Nove Mesto hätte Vetle Sjaastad Christiansen nur zu gerne mit seinem größten Fan geteilt. Opa Anton wollte aus dem Sterbebett unbedingt noch ein letztes Mal seinem Enkel zujubeln. „Meine Eltern haben ihm gesagt, dass er noch bis zum Wochenende durchhalten muss, dann starte ich“, sagte Christiansen mit tränenerstickter Stimme: „Aber er hat es nicht mehr geschafft.“

Vergangenen Freitag erhielt der norwegische Spitzen-Biathlet die Todesnachricht seines 97 Jahre alten Großvaters - und trumpfte am Wochenende mit zweimal Bronze in Sprint und Verfolgung auf. Bei der Siegerehrung brachen alle Dämme, Johannes Thingnes Bö legte ihm tröstend die Hand auf die Schulter. „Das war eine Achterbahn der Gefühle dieses Wochenende. Er war zwar alt, aber es ist sehr, sehr traurig“, sagte Christiansen bei NRK.

Im vergangenen Jahr war ebenfalls während des Saison-Höhepunkts Christiansens Oma im Alter von 93 Jahren verstorben. „Es war wie ein Deja-vu“, sagte der 31-Jährige nach seinen ersten WM-Einzelmedaillen schluchzend: „Deshalb war es etwas schwierig, die Kräfte zu mobilisieren.“ Doch Christiansen zieht aus persönlichen wie auch sportlichen Tiefschlägen neue Energie, entwickelt eine Jetzt-Erst-Recht-Mentalität.

Zu Jahresbeginn in Oberhof schmissen ihn die Trainer mit einer seiner Ansicht nach „inkompetenten Entscheidung“ aus dem Kader, bei der Rückkehr in Ruhpolding meldete er sich krachend zurück. „Rache ist süß“, pestete der Gesamtweltcupvierte damals: „Ich war scheinbar letzte Woche in Oberhof nicht gut genug, aber bin nun gut genug, um hier einen Weltcup später zu gewinnen. Ist das nicht verrückt?“

Auch in Nove Mesto galt ihm im norwegischen Starensemble eigentlich nur eine Nebenrolle, seine Schlafsituation ist nicht gerade luxuriös. „Wie fühlt es sich an, als Nummer vier der Welt in der Küche zu schlafen?“, frotzelte Johannes Thingnes Bö in einem Instagram-Video Richtung Teamkollege und lästerte über das „wohl schlechteste Zimmer bei dieser WM“. Doch Christiansen lässt sich eben nicht unterkriegen.

+++12. Februar+++

Youngster Selina Grotian feiert WM-Debüt beim Einzelstart

Biathlon-Nachwuchshoffnung Selina Grotian steht in Nove Mesto vor ihrem WM-Debüt. Die 19-Jährige geht am Dienstag bei den Titelkämpfen in Tschechien im Einzel über 15 Kilometer an den Start (17.10 Uhr/ARD und Eurosport). Das deutsche Quartett komplettieren Franziska Preuß, Vanessa Voigt und Janina Hettich-Walz. „Selina hat sehr gut trainiert, sowohl in der Vorbereitung in Ridnaun als auch hier. Sie ist sehr stabil, sehr spritzig und war auch am Schießstand wirklich gut“, sagte Sportdirektor Felix Bitterling am Montag.

Grotian und die 21-jährige Johanna Puff waren auch ohne erfüllte WM-Norm mit zum Saisonhöhepunkt gereist. Jetzt kann zumindest Grotian erste Erfahrungen sammeln. Die fünfmalige Junioren-Weltmeisterin, die als größtes Talent seit Magdalena Neuner und Laura Dahlmeier gilt, war von Beginn an im Weltcup gelaufen. Nach durchwachsenen Leistungen mit Plätzen zwischen 21 und 77 war sie in Ruhpolding nicht mehr im A-Team dabei und lief wieder im zweitklassigen IBU-Cup, ehe sie bei der WM-Generalprobe in Antholz in die Eliteliga zurückkehrte.

„Auch im Weltcup hat sie schon einige Male gezeigt, dass sie läuferisch gut dabei sein kann. Sie hat es nur noch nicht ganz zusammengebracht, dass an einem Tag die Schieß- und Laufleistung wirklich top waren. Aber Nove Mesto wäre kein schlechter Platz, um das zusammenzubringen“, sagte Bitterling.

Ein gutes Beispiel war Laura Dahlmeier. Ohne einen Weltcup-Einsatz war die damals 19-Jährige 2013 als WM-Reservistin nach Nove Mesto gereist. Überraschend wurde die spätere zweimalige Olympiasiegerin und siebenmalige Weltmeisterin für die Staffel nominiert und brachte das Team als einzige fehlerfreie deutsche Schützin von Platz acht an die Spitze - auch, wenn es am Ende mit Rang fünf nicht für eine Medaille reichte.

+++11. Februar+++

Norwegischer Fünffach-Erfolg – Bö holt 18. WM-Titel

Norwegens Biathleten haben bei der Weltmeisterschaft im tschechischen Nove Mesto Geschichte geschrieben. Beim 18. WM-Titel von Johannes Thingnes Bö feierten die in dieser Saison dominierenden Skandinavier in der Verfolgung einen Fünffach-Erfolg, nachdem es tags zuvor im Sprint bereits einen Dreifach-Triumph gegeben hatte.

Titelverteidiger Bö, im Sprint Zweiter, setzte sich am Sonntag nach drei Fehlern mit 28,7 Sekunden vor Sprint-Champion Sturla Holm Laegreid (2 Fehler) durch. Bronze sicherte sich wie im Sprint Vetle Sjaastad Christiansen (3/+38,5 Sekunden). Dahinter folgten Johannes Dale-Skjevdal und Tarjei Bö.

Die Deutschen hatten nach ihren schwachen Sprintergebnissen nichts mit den Topplatzierungen zu tun. Johannes Kühn (4 Fehler) wurde 15. direkt gefolgt von Benedikt Doll (4) und Philipp Horn (3). Philipp Nawrath (5) kam als 21. ins Ziel.

Preuß im Verfolger erneut Sechste - Simon siegt

Biathletin Franziska Preuß hat bei den Weltmeisterschaften in Nove Mesto auch im Verfolger über 10 km das Podium verpasst. Die 29-Jährige belegte im Rennen über 10 km mit einem Schießfehler beim erneuten Sieg von Julia Simon den sechsten Rang. Das deutsche Biathlon-Team bleibt damit auch nach dem vierten Rennen ohne die erhoffte Medaille.

Die Französin Simon triumphierte mit einem Schießfehler in 29:54,8 Minuten klar vor der Italienerin Lisa Vittozzi (1/+46,3 Sekunden) und ihrer Teamkollegin Justine Braisaz-Bouchet (4/+49,3). Für die 27-Jährige war es in Nove Mesto bereits das dritte Gold. Preuß, beim Sprint auf Rang sechs auch beste deutsche Biathletin, hatte 1:24,7 Minuten Rückstand auf Simon. Auf Bronze fehlten 35 Sekunden.

Am Sonntag (17.05 Uhr/ARD und Eurosport) geht es mit dem Verfolger der Männer weiter - allerdings auf veränderter Strecke, die wegen Wind und Regen angepasst werden musste. Je Runde müssen die Läufer 50 Meter extra zurücklegen, die Gesamtstreckenlänge des Jagdrennens wächst somit von 12,5 auf 12,75 Kilometer an. Die deutschen Biathleten gehen nach Materialproblemen im Sprint ohne Medaillenchancen ins Rennen. Benedikt Doll war als 13. noch der beste.

Erst zum dritten Mal in diesem Jahrtausend droht dem Deutschen Skiverband (DSV) deshalb nach der ersten WM-Woche eine Nullrunde. Auch 2013 und 2021 war das Team in den ersten Rennen leer ausgegangen.

Am Montag ist in Nove Mesto Ruhetag. Am Dienstag (17.10 Uhr) geht es bei den Frauen mit dem Einzel über 15 km weiter.

Strecke wird wegen des Wetters angepasst

Die Wetterkapriolen haben die Organisatoren der Biathlon-WM in Nove Mesto zu einer ersten kleinen Anpassung gezwungen. Demnach könne am Sonntag (17.05 Uhr/ARD und Eurosport) die eigentlich für den Verfolger der Männer vorgesehene Runde von 2,5 Kilometern „nicht genutzt“ werden. Grund seien „warmer Wind und Regen“, wie ein Sprecher des Weltverbandes IBU mitteilte. Stattdessen werde eine Schleife von drei Kilometern gelaufen, wobei der Anstieg zum Plackovec weggelassen wird.

Je Runde müssen die Läufer 50 Meter extra zurücklegen, die Gesamtstreckenlänge des Jagdrennens wächst somit von 12,5 auf 12,75 Kilometer an. Die deutschen Biathleten gehen nach Materialproblemen im Sprint ohne Medaillenchancen ins Rennen, als bester startet Benedikt Doll mit einem Rückstand von 1:41 Minuten als 13. in den Wettbewerb. Favorisiert sind nach ihrem Dreifachsieg im Sprint die Norweger Sturla Holm Lägreid, Johannes Thingnes Bö und Vetle Sjaastad Christiansen.

In Nove Mesto herrschen seit Tagen deutliche Plusgrade dazu kamen zeitweise Regen und böiger Wind.

+++10. Februar+++

DSV-Männer verpassen Sprint-Podium klar - Lägreid siegt

Das deutsche Biathlon-Team ist bei den Weltmeisterschaften in Nove Mesto auch im dritten Rennen ohne die erhoffte Medaille geblieben. Im Sprint der Männer über 10 km war Benedikt Doll auf Rang 13 bester Athlet des Deutschen Skiverbandes (DSV).

Den Titel holte sich der Norweger Sturla Holm Lägreid. Der 26-Jährige triumphierte in 25:23,9 Minuten nach einer fehlerfreien Schießleistung mit nur 3,5 Sekunden Vorsprung vor Johannes Thingnes Bö (1). Vetle Sjaastad Christiansen (1/+18,6) machte den norwegischen Dreifachsieg perfekt.

Doll, der in diesem Winter bereits zwei Weltcups im Sprint gewinnen konnte, leistete sich zwei Schießfehler und lag 1:41,2 Minuten hinter Lägreid. Mit Blick auf den Verfolger am Sonntag (17.05 Uhr/ARD und Eurosport) über 12,5 km ist dies eine große Hypothek, selbst Platz drei ist 1:22,6 Minuten entfernt. Johannes Kühn (1/+1:41,9), Philipp Nawrath (1/1:44,3) und Philipp Horn (2/2:11,5) konnten sich auch nicht in Szene setzen.

Die bislang letzte Medaille für die deutschen Männer hatte 2021 Arnd Peiffer (Silber im Einzel) geholt. Der bislang letzte WM-Triumph ist gar fünf Jahre her, Peiffer siegte 2019 in Östersund. Bei den vergangenen beiden Großereignissen holten die Männer keine Medaille.

Zum WM-Auftakt in Nove Mesto hatte das DSV-Team mit der Mixed-Staffel Platz fünf belegt. Beim Sprint der Frauen am Freitag war Franziska Preuß auf Rang sechs beste deutsche Biathletin. Am Sonntag geht es zunächst mit dem Verfolgungsrennen der Frauen über 10 km (14.30 Uhr) weiter.

Preuß' Plan für die Verfolgung: „Brechstange zu Hause lassen“

Nach ihrem sechsten Platz im Sprint hat Biathletin Franziska Preuß schon einen Plan für die nächste Herausforderung bei der Weltmeisterschaft in Nove Mesto. „Ich freue mich auf den Verfolger, aber ich muss die Brechstange zu Hause lassen. Das hat noch nie funktioniert“, sagte die 29-Jährige vor dem Jagdrennen am Sonntag (14.30 Uhr/ARD und Eurosport). Mit 1:05 Minuten Rückstand auf die französische Sprint-Weltmeisterin Julia Simon geht Preuß in die Loipe und liegt vor dem Rennen über zehn Kilometer 24 Sekunden hinter dem Bronzerang. Mit durchdachten Aktionen will sie sich nach vorn arbeiten, dabei aber kein unnötiges Risiko eingehen.

Verfolgungsrennen liegen der Bayerin Preuß – auch bei Titelkämpfen. In den vergangenen Jahren hatte sie schon die WM-Ränge fünf, sechs und sieben in dieser Disziplin belegt und könnte in Nove Mesto nun in die Vergabe der Medaillen eingreifen. „Franzi kann die anderen am Schießstand vielleicht ein bisschen unter Druck setzen“, sagte Frauen-Bundestrainer Kristian Mehringer: „Auch die Französinnen sind nicht immer alle so stabil am Schießstand. Wir wollen da die Medaille angreifen.“ Im Sprint hatte es am Freitagabend den ersten französischen Vierfacherfolg der WM-Geschichte gegeben.

Auch Teamkollegin Vanessa Voigt hofft auf eine bessere Platzierung. „Ich weiß, dass ich schießen kann. Ich kann dieses Frau-gegen-Frau noch viel besser“, sagte die Thüringerin, die im Sprint auf Platz 18 kam. Mit 1:43 Minuten ist der Rückstand auf die Spitze zwar ziemlich sicher zu groß, trotzdem will sich die 26-Jährige nicht verstecken: „Ich werde alles geben und dann schauen wir mal, was rauskommt.“

+++9. Februar+++

Preuß verpasst im Sprint das Podium

Das deutsche Biathlon-Team hat bei den Weltmeisterschaften in Nove Mesto auch im zweiten Rennen die erhoffte Medaille verpasst. Franziska Preuß landete bei einem historischen französischen Vierfach-Triumph im Sprint über 7,5 Kilometer mit einem Schießfehler auf dem sechsten Rang, zum Podium fehlten knapp 15 Sekunden. Vanessa Voigt leistete sich auch einen Fehler und verfehlte die Top 10.

Ex-Weltmeister wieder fit – Doll im Angriffsmodus

Seinen leichten Schnupfen hat Benedikt Doll auskuriert. Der in der Mixed-Staffel noch geschonte Routinier geht voller Tatendrang in sein erstes Rennen bei der Biathlon-WM in Nove Mesto. „Mir geht es gut. Es war nichts Schlimmes. Ich fühle mich fit, für Samstag sollte alles passen“, sagte der 33-Jährige mit Blick auf den Männer-Sprint (17.05 Uhr/ARD und Eurosport). Er und seine Teamkollegen wollen die favorisierten Norweger um Titelverteidiger Johannes Thingnes Bö herausfordern.

Routinier Doll war leicht angeschlagen erst am Dienstag nach Tschechien angereist und hatte tags darauf nur aus der Ferne Rang fünf des Mixed-Teams verfolgt. Jetzt will er bei seiner mutmaßlich letzten WM zeigen, dass noch mit ihm zu rechnen ist. „Ich habe nie Probleme, nach einer Krankheit zurückzukommen. Und ich habe immer noch den Anspruch, ein perfektes Rennen abzuliefern“, sagte der Schwarzwälder, der in diesem Winter die Sprints in Lenzerheide und Oberhof gewann.

Danach hatte er allerdings massive Probleme am Schießstand und war weit weg von der Spitze. Zu Hause ging er dann mit seinem Heimtrainer in die Analyse: Doll schoss technisch unsauber, die Grundelemente passten nicht mehr. Mit dem Laser ging es noch mal ans Finetuning. „Es läuft gerade wieder ganz gut, ich habe wieder Lust aufs Schießen. Und ich denke, dass ich mit einer gewissen Sicherheit am Samstag an den Schießstand komme.“

2017 hatte er in Hochfilzen im Sprint über zehn Kilometer mit 0,7 Sekunden Vorsprung vor Johannes Thingnes Bö seinen bisher einzigen WM-Titel geholt. Doch dieses Rennen spielt für Doll keine große Rolle mehr. „Ich konzentriere mich eher auf das, was kommt. Ich blicke lieber in die Zukunft“, sagte der passionierte Hobbykoch. Er rufe sich lieber die beiden erfolgreichen Sprints dieser Saison ins Gedächtnis.

Sein Wunsch bei dieser WM: Er will mal wieder bei einer Siegerehrung dabei sein. Entweder werde er oder ein Teamkollege geehrt - und am besten laufe sogar die deutsche Hymne, sagte er. Und im Sprint rechnet sich Doll für das deutsche Team etwas aus. „Da habe ich schon die Hoffnung, dass wir als Team ziemlich stark auftrumpfen können.“

Für mehr Treffsicherheit – Innovation für deutsche Biathleten

Die deutschen Biathleten erhoffen sich bei der WM in Nove Mesto durch eine technische Innovation eine größere Stabilität am Schießstand. „Da geht es darum, wie der Wind um die Waffe läuft. Wir haben es im Windkanal getestet und da kamen bessere Werte bei raus“, erklärte Benedikt Doll die neue Spezialfolie an den Gewehren. Es sei „eine psychologische Stütze. Ein bisschen was merkt man schon, zumindest bilde ich mir das ein. Ich hoffe, meine Einbildung trügt mich nicht.“

Auch Philipp Horn findet die Neuerung „cool“, so der Thüringer: „Es bringt auch was, und wenn es nur Nuancen sind, kann es am Ende zwischen Randfehler und Randtreffer entscheiden. Deswegen finde ich das super und nehme das gerne mit.“ Die deutsche Mannschaft hatte im Austausch mit den Aerodynamik-Experten der BMW Group im Vorfeld der WM insbesondere das Stehendschießen im Windkanal getestet.

Zielsetzung war die Optimierung der Aerodynamik des Gewehres, um es bei Seitenwind stabiler halten zu können und damit die Zielgenauigkeit zu erhöhen. Details der neuen Technik wolle man nicht verraten. Es sei „die große Herausforderung, aerodynamisch oder generell die Performance zu optimieren, ohne der Konkurrenz zu zeigen, was wir tun. Sonst wird es relativ schnell nachgeahmt“, erklärte Karlheinz Waibel, DSV Bundestrainer für Wissenschaft und Technologie.

+++8. Februar+++

Preuß führt Sprint-Aufgebot an

Die deutsche Biathletinnen gehen ohne personelle Überraschung in den Sprint bei der WM in Nove Mesto. Wie der Deutsche Skiverband (DSV) mitteilte, bilden Franziska Preuß, Vanessa Voigt, Janina Hettich-Walz und Sophia Schneider das Aufgebot für die 7,5 Kilometer am Freitag (17.20 Uhr/ARD und Eurosport). Auf ihr WM-Debüt warten müssen damit erwartungsgemäß die Nachwuchshoffnungen Selina Grotian und Johanna Puff, die beide trotz verpasster Norm mit zu den Titelkämpfen reisen durften.

Denise Herrmann-Wick hätte durch ihren Triumph im Vorjahr bei der Heim-Weltmeisterschaft als Titelverteidigerin einen fixen Startplatz, nach ihrem Karriereende im vergangenen März nimmt die mittlerweile schwangere Oberwiesenthalerin diesen allerdings nicht wahr. In den fünf Sprints im Weltcup holten die DSV-Skijägerinnen in dieser Saison einen Podestplatz, Preuß wurde in Oberhof nach fehlerfreiem Schießen Zweite.

„Keine Vorwürfe“ an „extrem enttäuschte“ Preuß

Franziska Preuß war nach ihrem Fauxpas in der Mixed Staffel am Boden zerstört. „Es ist das Emotionale, was bei so einer WM besonders mitschwingt“, sagte die 29-Jährige mit zittriger Stimme: „Die anderen waren alle richtig gut. Es wäre was drin gewesen. Den Schuh muss ich mir anziehen. Mega bitter, es tut mir sehr leid. Ich bin extrem enttäuscht von mir selber.“

Schuldzuweisungen gab es nach ihrer Strafrunde im Stehendschießen aber keineswegs. „Klar ist es doppelt bitter, wenn man derjenige ist, wegen dem die Staffel zurückfällt“, sagte Sportdirektor Felix Bitterling: „Aber sie hat schon so viele Wettkämpfe für uns gewonnen oder nach Hause gelaufen, da gibt es keine Vorwürfe.“ Durch den Patzer von Preuß war das DSV-Quartett von Rang eins auf fünf zurückgefallen.

Das Team werde ihr bestmöglich bei der Verarbeitung „helfen“, kündigte der überragende Startläufer Justus Strelow an: „Sie hat viel Erfahrung, einige Rennen und Jahre im Weltcup hinter sich. Sie wird das hinbekommen.“ Auch Bitterling machte sich mit Blick auf den Sprint am Freitag (17.20 Uhr/ARD und Eurosport) „keine Sorgen um die Franzi. Die ist so gefestigt in diesem Jahr.“

Preuß selbst erlaubte sich einen Abend der Trauer. Sie dürfe sich „ärgern und enttäuscht sein, so die Bayerin: “Aber am Donnerstag muss ich es hinkriegen, dass ich nach vorne schaue."

+++7. Februar+++

Deutsche Mixed-Staffel zum Start Fünfter

Das deutsche Biathlon-Team ist zum Auftakt der WM im tschechischen Nove Mesto in der Mixed-Staffel nach einer Strafrunde von Franziska Preuß ohne die erhoffte Medaille geblieben. Justus Strelow, Philipp Nawrath, Preuß und Vanessa Voigt belegten am Mittwoch bei schwierigen Windbedingungen und Regen den fünften Platz. Im Ziel betrug der Rückstand auf den überlegenen Sieger Frankreich nach einer Extrarunde und insgesamt neun Nachladern 1:30,9 Minuten. Der große Favorit und Titelverteidiger Norwegen musste sich mit Silber begnügen, Bronze ging an Schweden.

Damit wartet das deutsche Team weiter auf die erste Medaille im gemischten Doppel seit Silber 2019 in Östersund. 2017 gab es den bislang letzten von insgesamt drei Titeln. Bei Olympischen Spielen ist Deutschland in dieser Disziplin noch ganz ohne Edelmetall.

Bei der WM im Vorjahr in Oberhof hatte es für Deutschland nur zu Rang sechs gereicht. Damals hatte Benedikt Doll mit einer Strafrunde alle Medaillenchancen vergeben. Der 33-Jährige wurde diesmal nicht aufgestellt, da er in der Vorbereitung leicht erkältet war und bei den letzten Weltcup-Rennen Probleme am Schießstand hatte.

+++6. Februar+++

Deutsche Mixed-Staffel zum Auftakt ohne Doll

Ohne den zweimaligen Saisonsieger Benedikt Doll, aber mit Justus Strelow, Philipp Nawrath, Vanessa Voigt und Franziska Preuß hoffen die deutschen Biathleten auf die erste Medaille bei den Biathlon-Weltmeisterschaften im tschechischen Nove Mesto. Das Quartett wurde für die Mixed-Staffel zum Auftakt am Mittwoch (17.20 Uhr/ARD und Eurosport) nominiert.

„Wenn man in der Mixed-Staffel, die brutal umkämpft ist, eine Medaille holt, wäre das ein idealer Start. Wenn nicht, ist das aber nicht gleich der Untergang der Welt, dann kann das trotzdem noch eine erfolgreiche WM werden“, sagte Sportdirektor Felix Bitterling vom Deutschen Skiverband am Dienstag in der Vysocina Arena.

Anders als sonst beginnen diesmal die Männer. „Im besten Fall schaffe ich es, gleich vorne mitzulaufen“, sagte Strelow. „Mein Ziel ist es, bei dieser WM mit einer Medaille nach Hause zu gehen.“ Großer Favorit zum Start ist Norwegen.

Geschont wird der zweimalige Sprintsieger Benedikt Doll. Er hatte sich kurz vor der Vorbereitung in Ridnaun leicht erkältet. „Er konnte nicht das trainieren, was die anderen trainiert haben“, sagte Bitterling. Zudem hatte der 33-Jährige in den letzten Weltcups massive Probleme am Schießstand gehabt. „Er hatte auch nicht so ein super Gefühl und wenn uns das ein Athlet weitergibt, dann wären wir schlecht beraten, darauf nicht auch einzugehen“, sagte Bitterling.

Wetterlage bleibt vor dem WM-Start große Herausforderung

Einen Tag vor der Eröffnung der Biathlon-WM im tschechischen Nove Mesto bleibt die Wettersituation die große Herausforderung für die Organisatoren, eine Absage droht aber nicht. „Momentan ist nichts in Gefahr. Aber es wird herausfordern, immer wieder nachzuarbeiten. Die Schneemenge ist nicht das Problem, das Schneedepot ist voll“, sagte Daniel Böhm, der Sportdirektor des Weltverbandes IBU, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Vor allem der teils heftige Wind sorgt für Probleme an den Strecken. Die Weltmeisterschaft startet am Mittwoch mit der Mixed-Staffel (17.20 Uhr/ARD und Eurosport).

Durch den heftigen Wind ging am Montag viel Schnee auf der Strecke verloren, wie Böhm berichtete. Deswegen musste das Training abgesagt werden, die Vysocina Arena und die Strecken wurden gesperrt, um die Pisten neu zu präparieren. „Man hätte von den Windbedingungen trainieren können. Aber es ging darum, alles bestmöglich für heute und für morgen instand zu setzen“, sagte der 37 Jahre alte Ex-Biathlet.

In der Region Mähren südwestlich der Hauptstadt Prag liegt kein Schnee. Es herrschen deutliche Plusgrade, zudem hatte es in den vergangenen Tagen auch immer mal wieder geregnet. Auch für die zweite Woche ist bisher kein Frost vorhergesagt. Auf den Strecken rund ums Stadion liegt auf einem weißen Band etwa ein Meter Kunstschnee. Im Depot sind gut 50 000 Kubikmeter Schnee.

+++5. Februar+++

Kein Training wegen zu starkem Wind in Nove Mesto

Zu starker Wind hat zwei Tage vor dem Start der Biathlon-WM im tschechischen Nove Mesto zu einer Absage der geplanten Trainingseinheiten geführt. Das Stadion und die Strecken mussten am Montagmittag aufgrund der schwierigen Wettersituation gesperrt werden, die Athletinnen und Athleten konnten sich somit nicht auf die anstehenden Wettkämpfe vorbereiten. Derzeit gehe man davon aus, dass am Dienstag bei besserem Wetter wieder normal trainiert werden könne, sagte ein Sprecher des Weltverbandes IBU auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Am Mittwoch (17.20 Uhr/ARD und Eurosport) soll die Weltmeisterschaft mit dem Rennen der Mixed-Staffel beginnen. Bis zum 18. Februar geht es in Nove Mesto um insgesamt zwölf Titel.

Selbst ohne Sturm liefen die Vorbereitung in der Region Mähren südwestlich der Hauptstadt Prag zuletzt schwierig. Es herrschen deutliche Plusgrade, zudem hatte es in den vergangenen Tagen auch immer mal wieder geregnet. Die Hoffnungen sind groß, dass es zumindest in der zweiten WM-Woche kälter wird. Auf den Strecken rund um die Vysocina Arena liegt auf einem weißen Band etwa ein Meter Kunstschnee. In den Depots ist zudem ausreichend Kunstschnee vorhanden, um die Austragung der Wettkämpfe zu gewährleisten.

+++4. Februar+++

Leichter Schnupfen - Doll reist erst Dienstag zur WM

Der frühere Sprint-Weltmeister Benedikt Doll wird erst einen Tag vor dem Start der Biathlon-WM in Nove Mesto anreisen. Der 33-Jährige war während der Vorbereitung in Ridnaun leicht angeschlagen. „Weil es mir hier so gut in Ridnaun gefällt, bleibe ich noch ein paar Tage zur Vorbereitung. Nein...zwar ist es hier echt schön, doch leider hatte ich die Tage etwas Schnupfen und darum werde ich erst am Dienstag zur WM anreisen“, schrieb der Routinier am Samstagabend auf Instagram zu einem Bild, auf dem er bestens gelaunt am Schießstand steht.

Die Titelkämpfe in Tschechien starten am Mittwoch mit der Mixed-Staffel (17.20 Uhr/ARD und Eurosport). Bis zum 18. Februar werden insgesamt zwölf Titel vergeben.

2017 hatte Doll im österreichischen Hochfilzen Gold im Sprint geholt. In diesem Winter war er zweimal über die zehn Kilometer erfolgreich. Er peilt bei seiner mutmaßlich letzten WM wieder Edelmetall an, sein letztes holte er vor vier Jahren in Antholz mit Staffel-Bronze. „Es waren meist gute Rennen die letzten Jahre, aber es hat nicht für das Podest gereicht. Mit einer Medaille wäre ich sehr zufrieden“, sagte Doll der Deutschen Presse-Agentur.

Oberhof-Dominator Bö glaubt nicht an erneuten Goldregen

Nach seinen geschichtsträchtigen Erfolgen von Oberhof denkt Norwegens Biathlon-Star Johannes Thingnes Bö nicht an einen erneuten Goldregen bei der Weltmeisterschaft im tschechischen Nove Mesto. „Ich glaube nicht, dass ich diese Leistung wiederholen kann“, sagte der 30-Jährige im Interview mit „idnes.cz“. Er sei in der vergangenen Saison in einer „viel besseren Verfassung gewesen und habe während der Saison deutlich bessere Ergebnisse erzielt“ als in diesem Winter, sagte der 17-malige Weltmeister.

Der fünfmalige Olympiasieger hatte eine etwas schwierige Vorbereitung auf diese Saison. Erst war er beim Training auf seinen Skirollern in seinem Haus auf einem speziellen Laufband gestürzt und anschließend gegen eine Wand gekracht. Dann stürzte er von einem Trampolin, was ihm Rückenproblemen bescherte. Auch eine Augeninfektion schränkte ihn ein. Zudem wurde Bö bei der Gartenarbeit vermutlich von einer Kreuzotter gebissen.

Überdies war er nach der Geburt seines zweiten Kindes erst später ins Mannschaftstraining eingestiegen. In diesem Winter holte er erst vier Siege und stand in sieben Rennen nicht auf dem Podium. Er hoffe aber natürlich, auch in Nove Mesto „ein paar Medaillen“ zu gewinnen: „Wenn ich zur WM komme, möchte ich natürlich erfolgreich sein.“

Der Fokus liege in dieser Saison auf seinem fünften Gewinn des Gesamtweltcups. „Ich denke, dass ich im Februar in einer besseren Verfassung sein werde als vorher. Hoffentlich wird das Ende der Saison für mich besser sein als der Anfang“, sagte Bö, der in Oberhof als erster männlicher Biathlet in allen sieben Rennen eine Medaille gewann. Im Einzel, Sprint, der Verfolgung sowie der Mixed- und Single-Mixed-Staffel gab es Gold, dazu Silber in der Staffel sowie Bronze im Massenstart.

Er führt den Gesamtweltcup mit 806 Punkten an, dahinter rangieren mit Johannes Dale-Skjevdal (714), seinem Bruder Tarjei (708), Vetle Sjaastad Christiansen (582), Endre Strömsheim (549) und Sturla Holm Laegreid (548) fünf Teamkollegen.

+++23. Januar+++

Doll und Preuß führen deutsches WM-Aufgebot an

Benedikt Doll und Franziska Preuß führen das deutsche Aufgebot für die Biathlon-Weltmeisterschaften in Nove Mesto (7. bis 18. Februar) an. Wie der Deutsche Skiverband (DSV) am Dienstag bekannt gab, werden jeweils sechs Männer und Frauen die Reise nach Tschechien antreten. Im Vergleich zur Generalprobe am vergangenen Wochenende in Antholz gibt es keine Veränderungen im DSV-Kader.

Neben Ex-Weltmeister Doll stehen damit Philipp Horn, Johannes Kühn, Philipp Nawrath, Roman Rees und Justus Strelow im Männer-Team, das in diesem Winter bereits vier Siege in Einzelrennen gefeiert hat. Danilo Riethmüller, der in Südtirol den kranken Horn ersetzt hatte, und David Zobel erhielten trotz erfüllter Norm kein WM-Ticket.

Bei den Frauen Ruhen die Hoffnungen vor allem auf Preuß. Hinter der deutschen Nummer eins komplettieren Vanessa Voigt, Janina Hettich-Walz, Sophia Schneider sowie die beiden Nachwuchstalente Selina Grotian und Johanna Puff das deutsche Aufgebot.

„Das WM-Team wird sich nächste Woche zur letzten Vorbereitung in Ridnaun treffen und von dort gemeinsam nach Nove Mesto anreisen“, sagte DSV-Sportdirektor Felix Bitterling. Bei der vergangenen WM in Oberhof hatte die mittlerweile zurückgetretene Olympiasiegerin Denise Herrmann-Wick mit ihrem Sieg im Sprint die einzige deutsche Goldmedaille gewonnen - das deutsche Aufgebot im Überblick:

Männer: Benedikt Doll (Breitnau), Philipp Horn (Frankenhain), Johannes Kühn (Reit im Winkl), Philipp Nawrath (Nesselwang), Roman Rees (Schauinsland), Justus Strelow (Schmiedeberg)

Frauen: Franziska Preuß (Haag), Selina Grotian (Mittenwald), Janina Hettich-Walz (Schönwald), Johanna Puff (Bayrischzell), Sophia Schneider (Oberteisendorf), Vanessa Voigt (Rotterode)

+++22. Januar+++

Björndalen hofft auf Dolls Olympia-Teilnahme 2026

Norwegens Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen hofft, dass der deutsche Routinier Benedikt Doll sein Karriereende bis nach den Olympischen Spielen 2026 aufschiebt. „Er ist immer noch der beste Deutsche. Er ist immer noch auf dem höchsten Level und wenn du die besten Biathleten schlagen willst, dann brauchst du sein Potenzial“, sagte der achtmalige Olympiasieger und Rekord-Weltmeister der Deutschen Presse-Agentur.

Beim Weltcup in Antholz hatte Björndalen einen halbstündigen Spaziergang mit Doll absolviert und dabei versucht, auf den Sprint-Weltmeister von 2017 einzuwirken. „Ich habe alles gemacht, was ich konnte“, so der 49-Jährige. „Ich habe ihm erklärt, dass er erst 33 Jahre alt ist. Das ist kein Alter. Als ich ungefähr so alt war, habe ich einen Weltcup im Langlauf gewonnen und habe damals, das war 2006, meine beste Laufleistung abgerufen“, erinnerte sich Björndalen an seinen Erfolg in der freien Technik im schwedischen Gällivare. „Da war ich auf meinem höchsten Niveau. Und da fände ich es schade, wenn Doll jetzt aufhören würde, wo er in seinem besten Alter ist.“

Als Achter ist der Schwarzwälder aktuell der bestplatzierte Athlet des Deutschen Skiverbandes im Gesamtweltcup, obwohl es für ihn bei der WM-Generalprobe in Antholz nicht nach Plan lief. Björndalens Worte schienen indes nicht gefruchtet zu haben. „Ich glaube, es ist ziemlich sicher, dass das mit Olympia nichts mehr wird“, sagte Doll nach dem Massenstart-Rennen, wollte sich aber weiter nicht festlegen: „Das entscheide ich nach der WM.“

Biathleten „mit viel Rückenwind“ zur WM

Felix Bitterling blickt nach der Generalprobe in Antholz voller Zuversicht auf die anstehende Weltmeisterschaft der Biathleten. „Wir kommen mit wirklich viel Rückenwind, sind als Team gewachsen und haben einen super Zusammenhalt“, sagte der Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV). Die Gefühlslage sei deshalb „absolut positiv. Ein paar Hausaufgaben haben wir noch. Daran werden wir arbeiten und dann greifen wir in Nove Mesto an.“

Bei der Generalprobe habe sich der positive Trend der gesamten Saison fortgesetzt. „Wir sind auf einem guten Weg. Hin und wieder sind wir aber noch ein bisschen instabil“, führte Bitterling aus. Erst bekommen die Skijäger noch ein paar Tage zur Erholung in der Heimat, Ende Januar versammelt sich dann ein Großteil zum finalen Trainingslehrgang in Ridnaun.

„Wir wollen möglichst alle zur unmittelbaren Wettkampfvorbereitung beisammen haben, um nicht bei der WM erst drei, vier Tage zu brauchen, bis wir im WM-Feeling drin sind“, erklärte Bitterling. Die ersten finalen Nominierungen sollen am Montag besprochen werden. Für das extrem leistungsdichte Männer-Team werde in Ridnaun ein besonderes „Einsatzkonzept“ für den Jahreshöhepunkt erstellt.

Die Weltmeisterschaft findet vom 7. bis 18. Februar statt, dabei wird es zwölf Medaillenentscheidungen geben.

+++21. Januar+++

Fehlerfreie Voigt belegt bei Sieg von Simon Platz vier

Vanessa Voigt hat bei der WM-Generalprobe der Biathletinnen in Antholz einen Podestplatz knapp verpasst. Die 26-Jährige landete im Massenstart über 12,5 Kilometer dank fehlerfreiem Schießen auf Rang vier, zum Podest fehlten einen Tag nach dem Sieg im Single Mixed nur 7,9 Sekunden. In den drei Wettkämpfen von Südtirol lieferte die Thüringerin eine Traumbilanz von 60 Treffern bei 60 Schüssen, das dürfte Selbstvertrauen geben.

Die deutschen Frauen reisen mit der Bilanz von fünf Einzel- und zwei Staffelpodesten ins tschechische Nove Mesto zum Saison-Höhepunkt. Franziska Preuß hatte ebenso wie Janina Hettich-Walz am Sonntagmorgen ihren Start wegen Magen-Darm-Beschwerden absagen müssen. Sophia Schneider (2 Strafrunden/+1:40,5) landete auf Rang 16. Vorne holte die französische Schnellschützin Julia Simon trotz eines Fehlers ihren zweiten Saisonsieg vor Landsfrau Lou Jeanmonnot (0/+8,9). Dritte wurde die Schweizerin Lena Häcki-Groß (1/+20,7).

Nach Abschluss des zweiten Trimesters geht es für die deutschen Biathletinnen nun erstmal zur Erholung nach Hause. Ende Januar steht das finale Trainingslager im italienischen Ridnaun an, dann soll auch Preuß wieder dabei sein. Ab dem 7. Februar geht es bei der WM im tschechischen Nove Mesto um Medaillen. Das finale deutsche Aufgebot dürfte in den kommenden Tagen verkündet werden, lediglich vier Frauen haben die vollständige Norm.

Strelow bei WM-Generalprobe Neunter im Massenstart

Justus Strelow hat im letzten Rennen vor der Biathlon-WM den neunten Platz im Massenstart von Antholz belegt. Beim Sieg des Norwegers Vetle Sjaastad Christiansen (1 Fehler) leistete sich der 27-Jährige am Sonntag zwei Strafrunden und hatte im Ziel 59,5 Sekunden Rückstand auf die Spitze. Platz zwei in Italien sicherte sich Johannes Dale-Skjevdal (2 Fehler) vor Vebjörn Sörum (1). Damit standen erneut drei Norweger auf dem Podest. Zweitbester Deutscher im Rennen über 15 Kilometer wurde Philipp Nawrath (4) auf Position 13.

„Es war heute schon schwer. Ich habe die Erschöpfung ganz schön gemerkt, deswegen bin ich ganz zufrieden“, sagte Strelow in der ARD. Er hatte am Samstag gemeinsam mit Vanessa Voigt noch den Single-Mixed-Wettbewerb gewonnen und startete auch einen Tag später stark. Nach zwei fehlerfreien Schießen lag der Sachse zunächst sogar an der Spitze. Eine Strafrunde im dritten Schießen und eine weitere zum Abschluss machten einen Podestplatz jedoch unmöglich.

Kurz vor den Weltmeisterschaften im tschechischen Nove Mesto (7. bis 18. Februar) zeigte die deutsche Mannschaft zum Abschluss in Südtirol eine durchwachsene Leistung. Roman Rees (2 Fehler) kam als 15. ins Ziel, zu viele Patzer am Schießstand bedeuteten für Benedikt Doll (4) und Johannes Kühn (4) die Ränge 16 und 17. Danilo Riethmüller (4) beendete das zweite Weltcuprennen seiner Laufbahn als 24.

Preuß und Hettich-Walz fehlen bei WM-Generalprobe

Die deutschen Biathletinnen haben bei der WM-Generalprobe im italienischen Antholz weiter mit Krankheitsfällen zu kämpfen. Nachdem am Freitag bereits Selina Grotian wegen eines Magen-Darm-Infekts nicht am Einzelrennen teilnehmen konnte, fallen für das Massenstart-Rennen an diesem Sonntag (14.45 Uhr/ARD und Eurosport) auch Franziska Preuß und Janina Hettich-Walz aus, wie der Deutsche Skiverband wenige Stunden vor dem Wettkampf mitteilte. Sophia Schneider profitiert von den Ausfällen und rückt nach.

Sportdirektor Felix Bitterling hatte sich bereits am Freitag Sorgen um die Gesundheit seiner Athletinnen und Athleten gemacht. „Im Hotel hat es einige getroffen, auch von anderen Nationen, die das hatten, und einige auch von unserem Staff“, bestätigte er der Deutschen Presse-Agentur. „Aber bei denen war es meistens so, dass es einen Tag später wieder okay war.“

Vorschlag zum Biathlon-Kalender ab 2026: Späterer Start im Januar

Stefan Schwarzbach möchte in seiner Funktion als Vorstand Kommunikation beim Deutschen Skiverband eine Diskussion über den zukünftigen Weltcup-Kalender der Biathleten anstoßen, nachdem es in dieser Saison erneut zu wetterbedingten Problemen in Oberhof gekommen war. „So sehr es uns für die Langläufer freut, so sehr blutet uns natürlich das Biathlon-Herz, wenn man sich die tollen Bilder anschaut, die aktuell vom Langlauf-Weltcup in Oberhof zu sehen sind“, sagte Schwarzbach der Deutschen Presse-Agentur.

Am Grenzadler musste in dieser Saison der Sprint der Männer um einen Tag verschoben werden und auch an den folgenden Tagen trübten dichter Nebel, Regen und kaum Schnee das Bild. „Leider war dies kein Einzelfall“, sagte Schwarzbach. 2016 mussten die Rennen sogar komplett abgesagt werden. „Erfahrungsgemäß wird es mit jeder Woche besser und stabiler.“

Man müsse sich deswegen Gedanken machen, wie man den Kalender künftig plant. Ab der Saison 2026/27 könnten Anpassungen vorgenommen werden. „Einfach mit einem anderen Ort zu tauschen, ist vermutlich nicht möglich, weil die erste Januarwoche eine klassische Urlaubswoche ist, bei der die Hotelkapazitäten fast überall durch den normalen Tourismus begrenzt sind“, sagte er. „Vielleicht sollte man deshalb darüber nachdenken, den Weltcup im Januar um eine Woche nach hinten zu schieben.“

Eine Idee sei es, die World-Team-Challenge im Fußball-Stadion des FC Schalke 04 nicht kurz vor Silvester, sondern im neuen Jahr auszutragen. „Damit würden sich dann unter Umständen auch andere Optionen ergeben, um die bisherige Reihenfolge zu ändern. Wichtig ist, dass wir am Schluss eine Lösung finden, die sicherstellt, dass am jeweiligen Ort die bestmöglichen Bedingungen sind. Dass Oberhof als traditionelle Biathlon-Hochburg auch in der kommenden Periode einen festen Platz im Kalender haben sollte, darüber gibt es keinen Zweifel. Aber vielleicht lässt sich ein besseres Zeitfenster finden“, sagte Schwarzbach.

Der Weltverband IBU zeigte sich erst kürzlich gesprächsbereit. Allerdings müsse man sich das Gesamtkonstrukt anschauen. „Nach außen mag es ein einfacher Ansatz sein, kleine Dinge zu tauschen. Es muss aber Sinn ergeben“, sagte der IBU-Direktor Sport und Event, Daniel Böhm.

Biathleten Voigt/Strelow hoffen auf WM-Einsatz im Single-Mixed

Vanessa Voigt und Justus Strelow träumen nach dem ersten Sieg eines deutschen Duos im Single-Mixed-Wettbewerb von einer Nominierung in dieser Disziplin bei der Biathlon-Weltmeisterschaft im tschechischen Nove Mesto. „Ich hoffe, dass ich das Rennen dort laufen darf“, sagte Strelow der Deutschen Presse-Agentur. Nur einmal musste er nachladen, Teamkollegin Voigt traf alle 20 Scheiben. „Das zu wiederholen, wird sehr schwer. Aber man wird sehen, was die Zeit bringt“, fügte Strelow an.

Voigt schoss mit mehr Risiko als sonst und sammelte weiter Selbstvertrauen vor der Medaillenjagd vom 7. bis zum 18. Februar. „Ich hoffe, ich habe mich für so ein Rennen qualifiziert. Es war total cool, zum ersten Mal ein Single-Mixed-Rennen zu laufen“, sagte die 26-Jährige. „Man muss aber schon schauen, denn der Single-Mixed-Wettkampf ist immer mittendrin bei der WM, und da kommt es dann darauf an, wie es mit den Körnern aussieht. Aber natürlich würde ich gerne an den Start gehen.“

Sportdirektor Felix Bitterling vom Deutschen Skiverband macht seinen beiden Schützlingen Hoffnung. „Es ist viel zu früh, um schon eine Entscheidung zu treffen. Aber das war ein historischer Tag, und sie sind die beiden Sieger. Demnach sind sie in enger Diskussion für einen WM-Auftritt“, sagte der Sportdirektor.

+++20. Januar+++

Fast makellos – Voigt und Strelow feiern Sieg in Antholz

Das deutsche Biathlon-Team hat im zweiten Single-Mixed-Wettbewerb der Weltcup-Saison nach einer überragenden Vorstellung den Sieg gefeiert. In Antholz (Italien) setzten sich Justus Strelow und Vanessa Voigt (0+1) durch, nur ein Nachlader verhinderte eine makellose Vorstellung. Am Ende kam das Duo mit 11,2 Sekunden Vorsprung auf Norwegen (0+8) und 28,3 Sekunden Vorsprung auf Österreich (0+4) ins Ziel.

„Unbeschreiblich, mein erster Weltcup-Sieg - und das in der Single-Mixed. Ich habe so laut geschrien, als Justus den letzten Schuss gemacht hat. Ich bin einfach ultra happy“, sagte Voigt in der ARD.

Die 26-Jährige, die am Vortag im Einzel Vierte geworden war, legte brillant los - sogar eine herausfallende Patrone beim Schießen konnte sie nicht verunsichern. Strelow knüpfte nahtlos an, die anderen Nationen hatten der Vorstellung nichts entgegenzusetzen. „Schneller Nachlader und ab nach Hause“, so Strelow: „Ich muss mir das nachher nochmal anschauen im Fernsehen, damit ich das genießen kann.“

Strelow war bereits bei der ersten Single-Mixed-Staffel des Winters im schwedischen Östersund an den Start gegangen. Gemeinsam mit Hanna Kebinger holte er damals Platz sieben (0+7).

Im weiteren Verlauf des Samstags gehen noch Janina Hettich-Walz, Sophia Schneider, Johannes Kühn und Benedikt Doll in der Mixed-Staffel an den Start (14.45 Uhr/ARD). Zum Abschluss der WM-Generalprobe folgen am Sonntag die Massenstarts der Männer (12.30 Uhr) und Frauen (14.45 Uhr/alle ARD und Eurosport).

Voigt meldet sich in der Weltspitze zurück

Trotz ihres knapp verpassten Podiums strahlte Vanessa Voigt mit der Sonne von Antholz um die Wette: Die 26-Jährige hat bei der WM-Generalprobe in Südtirol den vierten Platz belegt - und sich damit endgültig in der Weltspitze zurückgemeldet. Im verkürzten Einzel über 12,5 Kilometer verpasste die Biathletin ohne einen einzigen Schießfehler nur ganz knapp das Podest, tankte aber wertvolles Selbstvertrauen vor dem anstehenden Saisonhöhepunkt in Tschechien.

„Ich bin gar nicht enttäuscht“, sagte Voigt nach ihrem Kraftakt am ARD-Mikrofon: „Das war ein kleiner Meilenstein, die letzten Wochen waren nicht so leicht.“ Hatte sich die DSV-Athletin zuletzt vor allem viel Kritik für ihre Leistungen in der Loipe anhören müssen, überzeugte die Thüringerin nun auf der Strecke - am Ende fehlten nur 5,8 Sekunden für das dritte Treppchen des Winters.

„Auch wenn es nicht für das Podest gereicht hat, bin ich zufrieden“, sagte Voigt, die sich in Richtung der Weltmeisterschaften in Nove Mesto (7. bis 18. Februar) Schritt für Schritt wieder nach vorne kämpft: „Ich bin auf dem richtigen Weg.“ Den Sieg sicherte sich Lena Häcki-Groß aus der Schweiz (0 Schießfehler), die ihren ersten Weltcuperfolg feierte. Dahinter folgten die beiden Französinnen Julia Simon (2/+20,2 Sekunden) und Lou Jeanmonnot (1/+31,4).

Auf der Olympia-Strecke von 2026 überzeugte das DSV-Team, hinter Voigt rundeten Janina Hettich-Walz (2/+1:13,9 Minuten) als Siebte und Franziska Preuß (2/+1:23,1) auf Platz acht das gute Mannschaftsergebnis ab. Dabei hatte vor allem Hettich-Walz lange im Kampf um den Sieg mitgespielt, zwei Fehler beim letzten Schießen ließen den Traum vom größten Erfolg der Karriere platzen. „Der Ärger überwiegt“, haderte die 27-Jährige, die sich aber immer mehr unter den ersten Zehn des Weltcups festsetzt.

Hinter dem Trio belegte Johanna Puff bei ihrem erst zweiten Einsatz den 35. Platz (3/+3:41,7) und sammelte erste Weltcup-Punkte, Sophia Schneider wurde 41. (5/+4:17,0). Teamkollegin Selina Grotian, nach einer kurzen Rückkehr in den zweitklassigen IBU Cup an diesem Wochenende wieder für die erste Mannschaft nominiert, musste kurzfristig wegen Magen-Darm-Beschwerden aussetzen.

Für drei Frauen aus dem DSV-Team gibt es keine lange Pause. Bereits am Samstag geht es in Südtirol mit der Single-Mixed- (12.55 Uhr) und Mixed-Staffel (14.45 Uhr) weiter. Zum Abschluss der WM-Generalprobe folgen am Sonntag die jeweiligen Massenstarts der Männer (12.30 Uhr) und Frauen (14.45 Uhr/alles ARD und Eurosport).

+++18. Januar+++

Johannes Kühn springt in Antholz erstmals aufs Treppchen

Johannes Kühn ist zum Auftakt der WM-Generalprobe in Antholz im Einzel auf Rang drei gelaufen und hat den deutschen Biathleten den achten Podestplatz der Saison beschert. Der 32-Jährige schoss im verkürzten Einzel bei schwierigen Sichtbedingungen nur zwei Fehler und hatte nach 15 Kilometern 1:44,0 Minuten Rückstand auf Norwegens Superstar Johannes Thingnes Bö.

Der Weltcup-Gesamtführende blieb bei seinem 72. Weltcuperfolg fehlerfrei und setzte sich am Donnerstag mit 1:36,1 Minuten vor seinem Bruder Tarjei (2 Fehler) durch. Kühn verhinderte dank der achtbesten Laufzeit den sechsten Dreifach-Erfolg der dominierenden Skandinavier in diesem Winter. Der Bayer rettete 3,3 Sekunden vor Johannes Dale-Skjevdal ins Ziel.

Ein tolles Weltcup-Debüt feierte Danilo Riethmüller (1 Fehler), der den erkrankten Philipp Horn ersetzte. Als Siebter knackte der 24-Jährige die verbandsinterne WM-Norm. Auftaktsieger Roman Rees wurde Zehnter (2 Fehler). Justus Strelow (30./3 Fehler), Philipp Nawrath (41./5 Fehler) und Benedikt Doll (44./6 Fehler) hatten nichts mit den Topplatzierungen zu tun.

DSV-Team in Antholz ohne Horn

Der Deutsche Skiverband (DSV) muss beim Biathlon-Weltcup in Antholz auf Philipp Horn verzichten. „Philipp ist kurzfristig erkrankt und zeigt typische Zeichen eines Atemweginfektes“, teilte der DSV wenige Stunden vor dem Einzelrennen der Männer (14.20 Uhr/ARD und Eurosport) am Donnerstag mit: „In Absprache mit Athlet, Trainer und Medizinteam haben wir uns entschlossen, diese Woche keine Wettkampfbelastungen mehr mit Philipp zu machen.“

Damit tritt das deutsche Team bei der WM-Generalprobe in Italien nur mit fünf Männern an. Neben dem Einzel über 15 Kilometer stehen am Samstag die Single-Mixed- (12.55 Uhr) und Mixed-Staffel (14.45 Uhr) auf dem Programm. Am Sonntag folgt der Massenstart (12.30 Uhr/alles ARD und Eurosport).

+++16. Januar+++

Julia Tannheimer fehlt beim Weltcup in Antholz

Ohne Nachwuchshoffnung Julia Tannheimer starten die deutschen Biathletinnen in den letzten Weltcup vor den Weltmeisterschaften in Nove Mesto (7. bis 18. Februar). Die 18-Jährige, die bei ihrem Weltcup-Debüt in Ruhpolding am vergangenen Wochenende mit einem starken 15. Platz überzeugt hatte, wurde vom Deutschen Skiverband (DSV) genau wie Hanna Kebinger nicht für die Rennen in Antholz (18. bis 21. Januar) nominiert.

Tannheimer, die in Ruhpolding Selina Grotian ersetzt hatte, werde „sich jetzt erst einmal wieder auf die Schule konzentrieren und sich dann auf die Teilnahme an der Junioren-WM vorbereiten“, sagte Sportdirektor Felix Bitterling. Kebinger werde nach gesundheitlichen Problemen unterdessen „erst einmal komplett auf Wettkämpfe und intensives Training verzichten“.

Angeführt wird das Frauen-Team wie gewohnt von Franziska Preuß. Die Männer reisen im Vergleich zum Heim-Weltcup in Ruhpolding unverändert nach Antholz. Die Wettkämpfe in Südtirol beginnen am Donnerstag (14.20 Uhr/ARD) mit dem Einzel der Frauen.

+++14. Januar+++

Strelow in Ruhpolding zum Abschluss Fünfter

Biathlet Justus Strelow hat zum Abschluss des Heim-Weltcups in Ruhpolding ganz knapp eine Podestplatzierung verpasst. In der Verfolgung am Sonntag belegte der 27-Jährige nach einem Schießfehler Platz fünf. Zu Sieger Johannes Dale-Skjevdal, der einen norwegischen Dreifacherfolg anführte, fehlten am Ende nur 14,7 Sekunden.

„Die letzte Runde hat tierisch wehgetan“, sagte der 27-Jährige im Anschluss am ZDF-Mikrofon: „Ich hatte keine Reserven mehr.“

Die weiteren Deutschen enttäuschten in der Chiemgau-Arena, vor allem am Schießstand leisteten sie sich zu viele Fehler. Philipp Horn wurde 15. (3 Schießfehler/+59,7 Sekunden), Philipp Nawrath folgte direkt dahinter (4/+1:00,9 Minuten). Johannes Kühn belegte den 25. Platz (5/+1:47,1), Ex-Weltmeister Benedikt Doll wurde nur 28. (5/+1:54,2).

Die Biathleten haben nun einige Tage Pause, bevor es am Donnerstag (14.20 Uhr/ARD und Eurosport) in Antholz mit dem Einzel über 15 Kilometer weiter geht. Der Weltcup in Italien ist die letzte Station vor den Weltmeisterschaften im tschechischen Nove Mesto (7. bis 18. Februar).

Preuß landet in der Verfolgung auf Rang sechs

Biathletin Franziska Preuß ist zum Abschluss des Heim-Weltcups in Ruhpolding Sechste im Verfolgungsrennen geworden. Die 29-Jährige leistete sich am Sonntag einen Schießfehler und lag im Ziel 44,5 Sekunden hinter Siegerin Lisa Vittozzi, die einmal in die Strafrunde musste. Hinter der Italienerin wurde Sprintsiegerin Ingrid Landmark Tandrevold aus Norwegen (1) Zweite, Rang drei belegte die fehlerfreie Norwegerin Juni Arnekleiv. Platz drei mit der Staffel war damit der einzige Podestplatz der deutschen Skijägerinnen bei den Rennen in Ruhpolding.

„Läuferisch war es ein guter Tag, am Schießstand hatte ich mir aber schon 19 Treffer als Ziel gesetzt. Ich habe gekämpft bis zum Schluss, aber trotzdem war es ein gutes Rennen“, sagte Preuß im ZDF: „Ich habe drei Plätze gut gemacht. Das ist nicht selbstverständlich in diesem Feld.“

Preuß war als Neunte ins Rennen gegangen. Am Freitag hatte die Bayerin in ihrer Wahlheimat im Sprint den Sieg vor Augen, verfehlte aber ihre letzten beiden Schüsse und fiel so noch zurück.

Vor 19.700 Zuschauern in der Chiemgau Arena traf Preuß alle zehn Schüsse liegend sicher und setzte sich in einer Gruppe hinter der lange Führenden Tandrevold fest. Zwei Fehler im Stehendschießen ließen den Abstand nach vorn später aber wachsen und machten ihren vierten Podestplatz in diesem Winter unmöglich.

Zweitbeste Deutsche wurde Vanessa Voigt (1), die sich von Platz 36 auf 19 nach vorn arbeitete. Janina Hettich-Walz (4) fiel von Rang sechs auf 23 zurück.

Nach ihrem starken Weltcupdebüt als 15. im Sprint lief es für Julia Tannheimer (4) nicht mehr so gut und die 18-Jährige musste sich mit Position 33 begnügen. Noch dahinter erreichten Sophia Schneider (4) und Hanna Kebinger (1) die Plätze 37 und 45.

+++13. Januar+++

Doll verpasst dritten Sprintsieg in Serie deutlich

Benedikt Doll hat seinen dritten Sprintsieg in Serie deutlich verpasst. Der 33-Jährige belegte beim Heim-Weltcup in Ruhpolding über zehn Kilometer nach zwei Strafrunden nur den 19. Platz. Der Rückstand des Schwarzwälders auf den fehlerfreien Sieger Vetle Sjaastad Christiansen aus Norwegen betrug im Ziel über eine Minute.

Justus Strelow belegte als bester Deutscher in der Chiemgau Arena den sechsten Platz (1 Strafrunde/+33,8 Sekunden). Philipp Horn (2/+49,2) wurde Elfter, knapp dahinter folgten Philipp Nawrath (2/+54,2) und Johannes Kühn (1/+55,1) auf den Plätzen 14 und 15.

Hinter Christiansen erreichten der Italiener Tommaso Giacomel (1/+16,9) und Tarjei Bö (0/+20,1) das Podest. Der Norweger übernahm damit auch die Führung in der Sprintwertung von Doll. Am Sonntag endet der Weltcup in Ruhpolding, um 12.30 Uhr legen die Frauen in der Verfolgung vor. Um 14.45 Uhr (jeweils ZDF und Eurosport) steigt das Jagdrennen der Männer.

Rees hofft beim Heimrennnen wieder auf Top-Ergebnisse

Auftaktsieger Roman Rees hofft in den Biathlon-Einzelrennen beim Heim-Weltcup in Ruhpolding wieder auf Top-Ten-Platzierungen. „Wenn ich das Schießen durchbringe, ist einiges möglich“, sagte der 30-Jährige vor dem Sprint an diesem Samstag (14.30 Uhr/ZDF und Eurosport). Am Sonntag steht noch die Verfolgung an.

Rees hatte im Dezember beim Saisonauftakt in Östersund das Einzel gewonnen und als erster Deutscher seit Michael Greis im Dezember 2008 das Gelbe Trikot geholt.

Doch in Schweden infizierte er sich mit dem Coronavirus und fing dann zu früh wieder an. „In der Nachbetrachtung hätte ich vielleicht schon eine Woche früher nach Hause fahren und nach Östersund heim sollen“, sagte Rees. Stattdessen startete er noch in Hochfilzen. „Das hätte ich mir sparen können. Ich war schon wieder auf dem Weg der Genesung, aber gar nicht erholt, richtig platt und erschöpft“, sagte Rees.

Er und die Ärzte hatten gedacht, dass er schneller wieder fit werde. „Aber nur gesund zu sein, reicht nicht für den Weltcup. Wenn man nicht fit ist, macht es keinen Sinn“, sagte der Schwarzwälder.

In Östersund war er nach seinem Einzelsieg nur 56. Platz im Sprint geworden, den Verfolger hatte er dann krankheitsbedingt ausgelassen. Aber sechs Tage später ging er in Hochfilzen wieder an den Start, es kamen aber nur die Plätze 31 und 44 heraus. Daraufhin verzichtete er auf den Weltcup in Lenzerheide und legte eine längere Wettkampfpause ein. Jetzt habe er gesundheitlich aber „gar keine Einschränkungen mehr“, so Rees.

Egal, wie die Saison noch läuft, sein Gelbes Trikot von Östersund wird einen Ehrenplatz zu Hause bekommen. „Ich werde mal einen schönen Rahmen kaufen, es einrahmen und dann im Flur aufhängen“, sagte Rees.

„Vor nichts Angst“: Tannheimer entzückt Ruhpolding

Julia Tannheimer blieb bei ihrer Weltcup-Premiere lange cool. Die 11.500 jubelnden Fans in der Chiemgau Arena oder die Ansammlung an Stars brachten die 18-Jährige nicht aus der Ruhe. Nervös wurde sie erst bei den Interviews. „Ich bin immer ein bisschen aufgeregt, sogar bei Referaten vor der Klasse“, sagte die Ulmerin mit einem breiten Grinsen: „Wenn ich mit fremden Menschen reden muss, bin ich sehr aufgeregt.“

Bei ihrer Premiere im Sprint von Ruhpolding lief sie mit fehlerfreiem Schießen auf Platz 15 und war damit drittbeste Deutsche. „Es ist verrückt, was sie für ein Rennen gemacht hat“, sagte Trainer Sverre Olsbu Röiseland: „Sie ist ein gutes Mädchen. Sie hat vor nichts Angst. Es ist fantastisch, was sie geleistet hat. Ihre Energie auf der Strecke, sie geht vom ersten Meter an Vollgas, das ist einfach cool.“

Anführerin Franziska Preuß schwärmte schon von einem „frischen Wind“ im Team. „Es war total krass, das ganze Rennen“, erzählte Tannheimer, die erst im Dezember im zweitklassigen IBU Cup debütiert hatte: „Die Fans sind krass hier. Ich bin sehr zufrieden, hätte niemals gedacht, dass ich alle zehn Schuss treffe.“ Sie könne es „noch gar nicht glauben“, das Gefühl sei „einfach richtig schön“.

Ob sie sich nun dauerhaft im Weltcup festsetzen wolle, wisse sie „gar nicht“, führte die Junioren-Vizeweltmeisterin schüchtern aus: „Ich gehe ja noch zur Schule, deswegen wollte ich erst mal mein Abi machen. Aber natürlich will ich so viele IBU- oder Weltcuprennen wie möglich machen und mitnehmen.“

Preuß sieht sich für Verfolger „in Schlagdistanz“

Biathletin Franziska Preuß hat trotz ihres neunten Platzes im Sprint für die Verfolgung das Podest fest im Visier. „Das Positive muss man auch sehen“, sagte die 29-Jährige nach ihren zwei Fehlern im Stehendanschlag: „Läuferisch habe ich mich echt gut gefühlt, liegend sicher. An Sonntag gibt es eine neue Chance.“ Mit einem Rückstand von 32 Sekunden auf Rang drei sei über die 10 Kilometer (12.30 Uhr/ZDF und Eurosport) das Podest „in Schlagdistanz“.

Preuß sei „in guter Stimmung“, verriet Sverre Olsbu Röiseland: „Sie war sehr happy mit dem Laufen, weil sie sieht, dass sie näher kommt. Das Schießen war nicht das beste, aber sie ist bereit für die Verfolgung.“ Die Bayerin Preuß hatte mit 31 Sekunden Rückstand die sechstbeste Laufzeit. „Sie hat so viele gute Rennen am Schießstand gemacht, wir können nicht immer null erwarten“, sagte der Frauen-Coach weiter: „Sie ist voll im Kampf ums Podium.“

Das gilt auch für die sogar sechstplatzierte Janina Hettich-Walz. „Wenn ich am Schießstand wieder ordentlich arbeite, ist da einiges drin“, sagte die 27-Jährige: „In Lenzerheide war ich im Verfolger gut dabei, habe bis zuletzt um das Podest gekämpft.“ Normalerweise liege ihr ein Rennen „mit vier Schießen“ ohnehin besser.

+++12. Januar+++

Preuß verpasst Podest im Sprint von Ruhpolding

Zwei Fehler mit den letzten Schüssen haben Franziska Preuß beim Biathlon-Weltcup in Ruhpolding den nächsten Podestplatz gekostet. Die 29-Jährige belegte am Freitag im Sprint über 7,5 Kilometer den neunten Rang und hatte beim Sieg der fehlerfreien Norwegerin Ingrid Landmark Tandrevold 51,9 Sekunden Rückstand. Preuß lag in ihrer Wahlheimat zunächst auf Siegkurs, doch mit dem neunten und zehnten Schuss verfehlte sie jeweils die Scheiben und musste zweimal in die Strafrunde. Beste Deutsche wurde Janina Hettich-Walz ohne Schießfehler auf dem sechsten Platz.

Hinter Tandrevold erkämpfte sich die Schwedin Mona Brorsson vor der Italienerin Lisa Vittozzi den zweiten Rang. Tandrevold sicherte sich mit 18,2 Sekunden Vorsprung vor Brorsson auch eine gute Ausgangsposition für die abschließende Verfolgung am Sonntag (14.40 Uhr/ZDF und Eurosport).

Für eine große Überraschung sorgte die erst 18 Jahre alte Julia Tannheimer. Die Ulmerin schaffte es im ersten Weltcuprennen ihrer Karriere auf den 15. Platz. 11 500 Zuschauer in der Chiemgau Arena bejubelten, wie Tannheimer sensationell alle zehn Scheiben traf und sogar die halbe Norm für die WM in Tschechien in knapp einem Monat erfüllte.

Nach starkem Staffelrennen - Strelow hofft auf WM-Einsatz

Justus Strelow hat sich mit seinem starken Staffelrennen in Ruhpolding auch als Startläufer bei der WM im Februar wieder ins Spiel gebracht. „Es war mein Ziel, da eine gute Bewerbung abzugeben und ich denke, das ist mir gelungen“, sagte der 27-Jährige nach Platz zwei beim Heim-Weltcup.

Für Strelow, der im Vorjahr bei der WM in Oberhof (5.) als Startläufer nur einen Nachlader brauchte, war es im vierten Staffelrennen der Saison der erste Einsatz. Zu Saisonbeginn in Östersund musste er erkrankt passen, auch danach wurde er nicht berücksichtigt.

Im bayerischen Biathlon-Mekka war der Sachse mit nur einem Nachlader am Schießstand gewohnt schnell und sicher, und hielt so das deutsche Quartett an der Spitze. „Die Trainer haben eine breite Auswahl, wer auf Start laufen kann. Aber ich hoffe, dass ich ein heißer Kandidat bin“, sagte Strelow.

Benedikt Doll ist gesetzt, auch Philipp Nawrath scheint seinen Platz im Team sicher zu haben. Stamm-Staffelläufer Roman Rees ist nach seiner Corona-Infektion noch nicht wieder ganz fit. Johannes Kühn gehört ebenfalls zum Kreis der Kandidaten. David Zobel, der in den ersten beiden Staffeln an Position eins gelaufen war, ist derzeit nur im zweitklassigen IBU-Cup unterwegs und dürfte wie Philipp Horn, der in Oberhof als Schlussläufer einen guten Job machte, nur Außenseiterchancen auf einen Staffeleinsatz bei der WM vom 7. bis 17. Februar in Tschechien haben

„Wir sind eine sehr starke Mannschaft. Es hängt auch davon ab, wie die Form gerade ist. Aber ich hoffe, dass ich auch in Zukunft öfter die Chance bekomme, auf Start zu laufen“, sagte Strelow.

+++11. Januar+++

DSV-Männer trotz Doll-Aussetzer wieder auf dem Podest

Die deutschen Biathleten haben auch in der vierten Weltcup-Staffel des Winter das Podest erreicht. Justus Strelow, Johannes Kühn, Benedikt Doll und Philipp Nawrath belegten beim Heimspiel in Ruhpolding nach 4x7,5 Kilometern den zweiten Platz, nach zwei Strafrunden und sieben Nachladern fehlten 45 Sekunden auf die Seriensieger aus Norwegen. Über die Saison hinaus war es bereits das neunte Podest in Serie für die Auswahl des Deutschen Skiverbandes (DSV).

Startläufer Strelow diktierte von Beginn an in der Loipe das Tempo, mit nur einem Nachlader übergab er in Führung liegend an Kühn. Dieser hielt Deutschland an der Spitze, auch ein eigens verschuldeter Sturz konnte ihn nicht bremsen. Doll handelte dem DSV-Team dann beim Stehendschießen gleich zwei Strafrunden ein und warf seine Mannschaft weit zurück. Nawrath rettete mit einer tollen Aufholjagd das Podest.

Für die Männer geht es am Samstag in Bayern mit dem Sprint (14.30 Uhr) weiter, am Sonntag wartet zum Abschluss der Wettbewerbe in der Chiemgau-Arena die Verfolgung über 12,5 Kilometer (14.45 Uhr/alle ZDF und Eurosport).

Erschöpfter Bö muss pausieren

Biathlon-Dominator Johannes Thingnes Bö legt in der Staffel von Ruhpolding eine überraschende Pause ein. Wie der norwegische Skiverband mitteilte, sei der 30-Jährige nicht bei 100 Prozent und fühle sich erschöpft. Bö selbst postete bei Instagram ein Foto von sich mit Sonnenbrille vor einer Hütte. „Ruhpolding badet in der Sonne“, schrieb er. Dahinter setzte der Gesamtweltcupführende Emojis einer leeren Batterie, die sich schon „bald“ wieder in eine volle verwandeln solle.

Bö hatte bereits bei den Trainings am Dienstag und Mittwoch sowie der Eröffnungsfeier des deutschen Heim-Weltcups im Champions Park gefehlt. Ob er in den Tagen im Chiemgau noch in den Wettkampfbetrieb zurückkehren kann, ließen die Norweger offen. Für die Männer stehen noch der Sprint am Samstag (14.30 Uhr) und die Verfolgung am Sonntag (14.45 Uhr) an.

In der Staffel starten am Donnerstag (14.30 Uhr/alles ZDF und Eurosport) stattdessen Sturla Holm Lägreid, Johannes Dale-Skjevdal, Tarjei Bö und Vetle Sjaastad Christiansen.

+++10. Januar+++

Frauen-Staffel landet in Ruhpolding auf dem Podest

Die deutschen Biathletinnen haben zum Auftakt des Heim-Weltcups in Ruhpolding das Podest erreicht. Janina Hettich-Walz, Sophia Schneider, Franziska Preuß und Hanna Kebinger belegten in der Staffel über 4x6 Kilometer ohne Strafrunde und mit nur drei Nachladern den dritten Platz und betrieben Wiedergutmachung für den enttäuschenden Auftritt am vergangenen Sonntag in Oberhof. Da hatten die DSV-Frauen das Podium deutlich verpasst.

Hettich-Walz übergab nach zwei Nachladern beim Stehendschießen an Position sechs an Schneider. Die 26-Jährige zeigte eine tolle Leistung und schickte Preuß auf dem vierten Rang in das Rennen. Die deutsche Nummer eins drehte dann auf, zeigte zwei perfekte Serien und brachte Deutschland im Kampf um den Sieg in eine optimale Ausgangsposition. In ihrer ungewohnten Rolle als Schlussläuferin brachte Kebinger immerhin den Podestplatz ins Ziel, der Rückstand auf die Spitze betrug 46,7 Sekunden.

Den Sieg vor 13.000 Zuschauern in der Chiemgau-Arena sicherte sich Frankreich (0 Strafrunden+4 Nachlader) vor Schweden (0+3). Für die Frauen geht es am Freitag (14.30 Uhr) mit dem Sprint weiter, am Sonntag (12.30 Uhr/alles ZDF und Eurosport) wartet die Verfolgung.

Biathleten schütteln Nachwuchsprobleme ab

Die Verantwortlichen im deutschen Biathlon sehen durch den Kurswechsel im Nachwuchsbereich bereits einen ersten Ertrag und blicken nach schweren Jahren optimistisch in die Zukunft. „Sorgen brauchen wir uns keine machen“, sagte Frauen-Trainer Kristian Mehringer in einer Medienrunde in Ruhpolding: „Wir haben uns das immer erwartet und erhofft, dass Druck von hinten kommt. Vorher war es oft egal, wie man im Weltcup gelaufen ist und man bleibt einfach drin. Nun ist es für uns Trainer optimal.“

Beim Heim-Weltcup rückt nun beispielsweise die 18 Jahre alte Debütantin Julia Tannheimer für die mit zahlreichen Rängen unter den Top 30 keineswegs enttäuschende 19-jährige Selina Grotian ins Team. „Es gehört zu unserer Strategie, dass wir die Jungen sehen wollen und sie gezielt einbauen. Wir wollen die Möglichkeit geben, dass die Jungen reinschnuppern“, erklärte Sportdirektor Felix Bitterling: „Sie sollen früh lernen.“

Anders als in der Vergangenheit betreibt der Deutsche Skiverband (DSV) im zweitklassigen IBU Cup seit diesem Winter ein Stück weit „Jugend forscht“, Top-Juniorinnen und -Junioren sollen so früher an den Erwachsenenbereich herangeführt werden. „Da war nicht jeder happy“, so Mehringer: „Aber die Jungen waren direkt auch dort vorne dabei, das ist doppelt gut.“ Gleich drei Frauen zwischen 18 und 21 Jahren liefen im IBU Cup bereits aufs Treppchen.

Dennoch brauche es Geduld. „In die absolute Weltspitze wie zuletzt bei Denise (Herrmann-Wick; d.Red.) ist es noch ein Schritt oder auch zwei Schritte“, führte der Coach aus: „Wir haben einen kleinen Schritt gemacht mit den jungen Athletinnen. Unser Ziel ist es aber, sie irgendwann in die absolute Weltspitze zu kriegen.“

+++7. Januar+++

Frauen-Staffel in Oberhof nur Fünfter

Die deutschen Biathletinnen haben zum Abschluss des Heim-Weltcups in Oberhof erneut einen Podestplatz verpasst. Vanessa Voigt, Janina Hettich-Walz, Sophia Schneider und Franziska Preuß kamen in der Staffel über 4x6 Kilometer auf Platz fünf, zum Podest fehlten nach 15 Nachladern und drei Strafrunden fast vier Minuten. Bereits in Hochfilzen hatte die deutsche Frauen-Staffel das Treppchen als Fünfter verfehlt.

Vanessa Voigt ließ bei kniffligen Windverhältnissen mit zwei Nachladern ein kleines Loch reißen, kam als Vierte mit knapp 20 Sekunden Rückstand zum ersten Wechsel. Hettich-Walz büßte mit vier Extrapatronen deutlich ein. Schneider verspielte mit einer Strafrunde und fünf Nachladern die ohnehin nur noch geringen Podestchancen. Preuß konnte bei knackigen minus neun Grad mit gar zwei Strafrunden als Schlussläuferin keine Ergebniskosmetik betreiben.

Vorne feierte Frankreich (0 Strafrunden+ 12 Nachlader) vor Norwegen (0+10/+9,3 Minuten) und Schweden (1+8/+33,5) den ersten Saisonsieg. Die nächste Chance in der Staffel gibt es beim kommenden Heim-Weltcup in Ruhpolding am Mittwoch (14.30 Uhr). Dort stehen zudem am Freitag (14.30 Uhr) der Sprint sowie am Sonntag (12.30 Uhr/alles ZDF und Eurosport) die Verfolgung an.

Deutsche Biathleten mit Staffel auf Rang zwei

Die deutschen Biathleten sind beim Heim-Weltcup in Oberhof in der Staffel auf Platz zwei gelaufen. In der ungewohnten Besetzung mussten sich Roman Rees, Benedikt Doll, Philipp Nawrath und Philipp Horn am Sonntag nur den favorisierten Norwegern geschlagen geben, die damit bisher alle Staffelrennen der Saison für sich entschieden. Nach einer Strafrunde von Nawrath und insgesamt 15 Nachladern hatte das DSV-Quartett nach 4 x 7,5 Kilometern 2:01,9 Minuten Rückstand auf den Favoriten. Rang drei ging an Italien.

Damit schafften es die Schützlinge von Bundestrainer Uros Velepec auch im dritten Staffelrennen der Saison auf das Podest, nachdem es zuvor in Östersund und Hochfilzen jeweils zu Rang drei gereicht hatte. Vor 20 500 Fans in der Arena am Grenzadler war sogar die Chance auf den ersten Staffelerfolg in Oberhof seit 13 Jahren da, aber nach dem Patzer von Nawrath war die Vorentscheidung gefallen. Damit beendeten die deutschen Skijäger den ersten Heim-Weltcups des neuen Jahres nach dem Sprintsieg von Doll mit zwei Podiumsplätzen.

Rees und Doll konnten bei teils schwierigen Bedingungen mit Wind und vereisten Schießmatten im Stehendschießen durch je drei Nachlader die Strafrunde gerade noch vermeiden. Das schaffte Nawrath dann nicht mehr, nachdem er nach 47 Sekunden Rückstand am führenden Tarjei Bö vorbeigezogen war. Der hatte für ein Kuriosum gesorgt: Als sein Teamkollege Sturla Holm Laegreid in die Wechselzone kam, war Bö noch nicht da und stürmte dann verspätet heran. Der Weltcup-Gesamtführende Johannes Thingnes Bö brachte den Sieg der Norweger, die insgesamt nur sieben Extrapatronen brauchten, souverän ins Ziel. Horn sicherte die Topplatzierung der Deutschen ab.

Preuß verpasst erneute Podestplatzierung

Biathletin Franziska Preuß hat beim Heim-Weltcup in Oberhof ihre gute Ausgangsposition nicht für eine weitere Podestplatzierung genutzt. Die 29-Jährige fiel einen Tag nach ihrem zweiten Platz im Sprint auf Rang sieben zurück, zum Treppchen fehlten in der Verfolgung nach zwei Strafrunden 15,9 Sekunden. Die nach dem letzten Schießen noch auf Rang drei liegende Bayerin brach auf der Schlussrunde ein, stellte deshalb ihr schlechtestes Saisonergebnis ein.

Insgesamt schafften die deutschen Biathletinnen beim Sieg der Französin Julia Simon dennoch ein achtbares Mannschaftsergebnis. Janina Hettich-Walz (2 Strafrunden/+1:31,0 Minuten) fiel auf den zehn Kilometern um sechs Plätze auf Rang elf zurück. Sophia Schneider (1/+1:42,1) verbesserte sich auf Platz 14, Vanessa Voigt (1/+2:36,8) fiel trotz guter Schießleistung um fünf Plätze auf Rang 18 zurück. Hanna Kebinger (2/+3:08,9) landete nach guter Aufholjagd auf Position 22.

Nach vier Siegen in Serie wurde Justine Braisaz-Bouchet (3/+18,9) am ausverkauften Rennsteig diesmal Zweite, auf Rang drei landete die Norwegerin Ingrid Landmark Tandrevold (2/+44,4). Am Sonntag (14.25 Uhr/jeweils ARD und Eurosport) streben die Frauen in der Staffel nach ihrem fünften Rang von Hochfilzen wieder nach dem Podest, ehe es am Mittwoch in Ruhpolding beim kommenden Heimweltcup gleich mit den nächsten Team-Wettbewerben weitergeht.

Sprintsieger Doll bei norwegischem Fünffachsieg chancenlos

Biathlet Benedikt Doll hat seine glänzende Ausgangsposition im Verfolger von Oberhof leichtfertig verspielt. Der Sprintsieger fiel auf den 12,5 Kilometern am ausverkauften Rennsteig mit fünf Schießfehlern auf Platz zwölf zurück, letztlich fehlten 1:28,9 Minuten auf Premieren-Sieger Endre Strömsheim aus Norwegen. Schon in Lenzerheide war er als Erster losgelaufen und im Jagdrennen mit sieben Strafrunden auf Rang 17 zurückgefallen.

Generell schwächeln die deutschen Biathleten in dieser Saison in den Verfolgungen, trotz drei Sprint-Erfolgen gab es nur einen Podestplatz. Trainer Uros Velepec wirkte sehr unzufrieden. Bester DSV-Skijäger war vor 20.500 Zuschauern noch Johannes Kühn (2 Strafrunden/+1:00,7 Minuten auf Rang acht. Lediglich Philipp Horn (3/+1:45,5) konnte sich aus dem Sextett nennenswert um elf Plätze auf Rang 13 nach vorne schieben.

Den norwegischen Fünffachsieg komplettierten Sturla Holm Lägreid (2/+17,8), Johannes Dale-Skjevdal (1/+36,4) sowie die Bö-Brüder Tarjei (3/+45,5) und Johannes Thingnes (4/+50,3). Am Sonntag (11.30 Uhr/ARD und Eurosport) streben die DSV-Männer in der Staffel nach ihrem dritten Podestplatz im dritten Rennen des Winters, ehe es ab Donnerstag für sie mit dem nächsten Teamevent beim Heimweltcup in Ruhpolding weitergeht.

Preuß wird zum dritten Mal Zweite

Biathletin Franziska Preuß ist beim Heim-Weltcup in Oberhof im Sprint auf Rang zwei gelaufen und hat damit ihren dritten Podestplatz der Saison geholt. Die 29-Jährige blieb am Freitag fehlerfrei und musste sich nach 7,5 Kilometern nur der Weltcup-Gesamtführenden Justine Braisaz-Bouchet aus Frankreich um 4,4 Sekunden geschlagen geben. 0,2 Sekunden hinter der Bayerin kam die Französin Sophie Chauveau auf Rang drei.

Braisaz-Bouchet kompensierte vor 12 000 Fans dank einer überragenden Laufbestzeit sogar zwei Strafrunden und einen Rückstand von 24,1 Sekunden auf Preuß nach dem zweiten Schießen. Auch Chauveau holte den Rückstand von 16,4 Sekunden auf Preuß fast noch auf.

Damit wartet Preuß weiter auf ihren ersten Weltcupsieg seit fünf Jahren, hatte aber diesmal mit Blick auf Chauveau auch Glück. In diesem Winter hatten ihr beim Auftakt in Östersund jeweils 0,1 und 0,3 Sekunden zum Triumph gefehlt, sie war im Einzel und in der Verfolgung jeweils Zweite geworden.

Preuß geht nun mit einer vielversprechenden Ausgangsposition in die Verfolgung am Samstag (14.40 Uhr/ARD). Das trifft auch auf die ebenfalls fehlerfreien Janina Hettich-Walz und Vanessa Voigt zu.

Biathlet Doll feiert Sprintsieg in Oberhof - Kühn starker Fünfter

Benedikt Doll hat zum Auftakt des Heim-Weltcups in Oberhof den Sprint über zehn Kilometer gewonnen und mit seinem sechsten Weltcupsieg die beeindrucke Erfolgsserie der deutschen Biathleten fortgesetzt. Der Ex-Weltmeister schoss am Freitag nur den letzten seiner insgesamt zehn Schüsse daneben und hatte bei seinem zweiten Saisonerfolg 1,8 Sekunden Vorsprung auf den Norweger Sturla Holm Laegreid, der ebenfalls einmal in die Strafrunde musste. Dritter wurde bei schwierigen Streckenbedingungen dessen Teamkollege Endre Strömsheim (1 Fehler/+5,4 Sekunden). Ebenfalls ein starkes Rennen lieferte der diesmal fehlerfreie Johannes Kühn als Fünfter ab (+29,8 Sekunden).

Damit hat das Team von Bundestrainer Uros Velepec in diesem Winter bereits vier Siege sowie drei weitere Podestplätze auf dem Konto und geht mit weiter gewachsenem Selbstvertrauen ins neue Jahr.

Doll (33) hat damit nicht nur eine tolle Ausgangsposition für die Verfolgung am Samstag (12.25 Uhr/ARD), sondern startet beim Weltcup in der kommenden Woche in Ruhpolding im Sprint im roten Trikot des Disziplinführenden.

+++4. Januar+++

Austragung des Biathlon-Weltcups in Ruhpolding gesichert

Der Austragung des Biathlon-Weltcups in Ruhpolding in der kommenden Woche steht trotz der zuletzt viel zu milden Temperaturen nichts im Weg. „Die Strecke macht einen sehr guten Eindruck. Wir haben heute Morgen noch mal mit unseren Technikern gesprochen und wir sind sehr sicher im Augenblick. Wenn keine ungeahnten Wetterkapriolen auftreten sollten, was sich überhaupt nicht abzeichnet, wird der Weltcup so wie geplant auch stattfinden“, sagte Geschäftsführer Timo Gerhold am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Am Nachmittag gaben die Organisatoren dann dem Weltverband IBU das Signal für eine Durchführung des geplanten Programms.

Beim ersten Weltcup des neuen Jahres in Oberhof musste wegen Regens und Sturmböen der Männer-Sprint um einen Tag auf diesen Freitag verschoben werden. Die Präparierung der Strecke wird angesichts des Wetters für die Organisatoren eine Herausforderung.

Für Ruhpolding, wo am Mittwoch auch noch elf Grad Celsius gemessen wurden, ist für das Wochenende Schneefall vorhergesagt. Zudem soll es in der kommenden Woche deutliche Minusgrade geben.

Die Streckenpräparierung sei dank der vorhandenen Reserven im Depot abgeschlossen, sagte Gerhold. Zudem gebe es bis zum Weltcupstart am 10. Januar mit der Damen-Staffel keinen Trainingsbetrieb mehr, um die Strecke zu schonen. Bisher wurden 54 000 Tickets für die fünf Wettkampftage mit insgesamt sechs Rennen verkauft. Die Veranstalter rechnen insgesamt mit 60 000 bis 65 000 Zuschauern in der Chiemgau Arena.

+++3. Januar+++

Männer-Sprint in Oberhof auf Freitag verschoben

Wegen schlechter Witterungsbedingungen ist der Sprint der Männer beim Biathlon-Weltcup in Oberhof auf Freitag verschoben worden. Wie der Weltverband IBU am Mittwoch mitteilte, kann das Rennen über 10 km aufgrund des „warmen Wetters und Regens sowie der starken Windvorhersage“ nicht wie geplant am Donnerstag über die Bühne gehen.

Damit stehen am Freitag gleich zwei Rennen auf dem Programm. Zunächst bestreiten die Männer um 11.20 Uhr ihr Sprintrennen, um 14.25 Uhr (beide ARD und Eurosport) folgen die Frauen. Am Samstag sollen die Verfolgungsrennen steigen, den Abschluss des Weltcups am Rennsteig bilden die beiden Staffeln am Sonntag.

+++20. Dezember+++

Hettich-Walz ersetzt Schneider bei Biathlon auf Schalke

Nach ihrer verfrühten Abreise beim vergangenen Weltcup in Lenzerheide brauche Schneider „auch über den Jahreswechsel noch einige Zeit für Regeneration und Trainingsaufbau“.

Ob die 26-Jährige bei den Heimweltcups in Oberhof und Ruhpolding wieder dabei sein kann, ließ der Verband zunächst offen. Das zweite deutsche Duo auf Schalke bilden am 28. Dezember (18.15 und 19.05 Uhr/ARD) Benedikt Doll und die zuletzt mit einer Corona-Infektion ebenfalls ausgefallene Hanna Kebinger.

David Zobel landete am Sonntag dank einer starken Schlussrunde und trotz zwei Schießfehlern auf dem siebten Platz im Massenstart. Dadurch knackte Zobel im schweizerischen Lenzerheide die verbandsinterne WM-Norm. Johannes Thingnes Bö baute seine Führung im Gesamtweltcup aus und überquerte die Ziellinie als Erster, obwohl er ebenfalls zwei Strafrunden drehen musste. Johannes Dale-Skjevdal (1 Schießfehler) musste sich um 14,6 Sekunden geschlagen geben. Dritter wurde Tarjei Bö (1).

Philipp Nawrath hatte sich nach zwei Fehlern zu Beginn wieder nach vorn gearbeitet, allerdings traf er dann im zweiten Stehendanschlag drei Scheiben nicht und fiel auf den 24. Platz zurück. Auch Sprintsieger Benedikt Doll hatte mit fünf Extra-Runden große Probleme und wurde 21. Zweitbester Deutscher war Philipp Horn (3) auf dem zwölften Rang. Hinter ihm schlossen Justus Strelow (1) als 16. und Johannes Kühn (3) als 18. ab.

Fehlerfreie Preuß landet in Lenzerheide auf Platz sieben

Franziska Preuß hat beim Weltcup in Lenzerheide erneut ihr drittes Saisonpodest trotz guter Leistung verpasst. Die 29-Jährige kam im Massenstart über 12,5 Kilometer auf Rang sieben, trotz fehlerfreiem Schießen fehlten letztlich 36 Sekunden aufs Treppchen. Nach ihrer Corona-Infektion schließt die Bayerin die Premieren-Rennen in der Schweiz nach den vorherigen Plätzen sieben und vier mit gleich drei Top-Ten-Ergebnissen ab.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem ersten Trimester“, sagte Preuß im ZDF: „Ich habe wenig Erwartungen gehabt, weil ich ein paar Bausteine überwinden musste. Mein schlechtester Platz ist ein siebter. Hätte mir das vorher einer gesagt, hätte ich sofort unterschrieben.“ Die fehlerfreie Französin Justin Braisaz-Bouchet feierte nach 36:04,6 Minuten ihren dritten Sieg im dritten Rennen in der Lenzerheide.

Dahinter komplettierten die schwedischen Schwestern Elvira (2 Strafrunden/+5,5 Sekunden) und Hanna Öberg (2/+10,6) das Podest. Vanessa Voigt (2/+2:17,1) zeigte zum Abschluss des Trimesters ungewohnte Schwächen und stellte am Tag nach ihrer besten Einzelzeit im Verfolger mit Platz 21 ihr schlechtestes Saisonergebnis ein. Janina Hettich-Walz (3/+2:56,4) landete auf Rang 23.

Die Nachwuchsläuferinnen Selina Grotian und Johanna Puff hatten die Qualifikation für den Massenstart der besten 30 verpasst, Sophia Schneider und Hanna Kebinger waren krankheitsbedingt bereits vor dem Sprint wieder abgereist. Nun haben die Biathletinnen gut zwei Wochen Pause, ehe am 5. Januar der Heimweltcup in Oberhof startet. Schneider und Kebinger sollen zuvor noch beim Show-Rennen auf Schalke am 28. Dezember starten.

+++16. Dezember+++

Deutsche Biathleten haben das Nachsehen

Die deutschen Biathleten haben wegen schwacher Schießleistungen bei der norwegischen Galavorstellung in Lenzerheide das starke Mannschaftsergebnis vom Sprintrennen nicht wiederholen können. Beim Dreifach-Erfolg der Skandinavier landete Philipp Horn am Samstag als bester Deutscher auf dem siebten Platz in der Verfolgung über 12,5 Kilometer. Der 29-Jährige schoss bei vier Schießeinlagen dreimal daneben. Den Sieg sicherte sich der neue Gesamtweltcup-Führende Johannes Thingnes Bö (3) vor Endre Strömsheim (2) und Sturla Holm Laegreid (1).

Johannes Kühn gelang eine starke Schlussrunde. Er landete nach vier Strafrunden noch auf dem neunten Rang, direkt dahinter überquerte Justus Strelow die Ziellinie. Strelow verfehlte nur eine Scheibe und arbeitete sich insgesamt acht Ränge nach vorn.

Benedikt Doll, der zum Auftakt im schweizerischen Lenzerheide noch gewonnen hatte, und Teamkollege Philipp Nawrath hatten große Probleme am Schießstand. Die beiden mussten sieben Extra-Runden drehen. Das Duo landete auf den Rängen 17 und 18. David Zobel kämpfte sich ebenfalls acht Plätze nach vorn und wurde mit drei Strafrunden 31.

„Es fing schon ein bisschen auf der Strecke an, da habe ich mich schon ganz schön quälen müssen, um mitzuhalten“, sagte Doll in einem ZDF-Interview. „Und am Schießstand war es so, dass das, was gestern noch von allein funktioniert hat, gar nicht funktionierte. Es war ein Kampf und mir hat die Ruhe gefehlt. Das ist Biathlon.“

Preuß im Verfolger knapp am Podest vorbei

Franziska Preuß hat trotz einer starken Aufholjagd ihren dritten Podestplatz in dieser Biathlon-Saison knapp verpasst. Die als Siebte gestartete Bayerin kam im Verfolger von Lenzerheide mit nur zwei Fehlern auf Platz vier nach vorne und musste im Kampf um Rang drei erst auf der Schlussrunde die Norwegerin Marit Ishol Skogan (2 Strafrunden/+1:13,6 Minuten) um 2,4 Sekunden ziehen lassen.

Sprintsiegerin Justine Braisaz-Bouchet triumphierte auch im Jagdrennen trotz dreier Fehler vor ihrer französischen Landsfrau Julia Simon (2/+25,2), mit der sie wegen vermeintlichen Kreditkartenmissbrauchs derzeit vor Gericht steht. Die deutschen Biathletinnen schafften auch mannschaftlich wieder ein gutes Ergebnis. Vanessa Voigt (0/+1:28,7) lief auf den zehn Kilometern von Rang 21 auf sieben nach vorne, direkt dahinter landete Janina Hettich-Walz (1/+1:29,8) auf Platz acht.

Nachwuchshoffnung Selina Grotian (5/+4:25,4) landete auf Platz 41 knapp außerhalb der Punkte. Debütantin Johanna Puff hatte die Qualifikation für den Verfolger knapp verpasst, Sophia Schneider war krankheitsbedingt bereits vor dem Sprint wieder abgereist. Für das restliche deutsche Team steht am Sonntag (12.30 Uhr/ZDF und Eurosport) zum Jahresabschluss der erste Massenstart des Winters an.

+++15. Dezember+++

Doll gewinnt Sprint von Lenzerheide - Nawrath Dritter

Benedikt Doll hat den deutschen Biathleten im Sprint von Lenzerheide den dritten Saisonsieg beschert. Der 33-Jährige gewann nach fehlerfreiem Schießen und starker Laufzeit mit 5,4 Sekunden vor Dominator Johannes Thingnes Bö aus Norwegen und feierte nach 10 Kilometern seinen fünften Weltcupsieg der Karriere. Philipp Nawrath (1/+36,8) holte zudem als Dritter seinen dritten Podestplatz des Winters.

+++14. Dezember+++

Tadelloses Schießen – Preuß landet nach Corona-Erkrankung auf Platz sieben

Bei der Weltcup-Premiere im schweizerischen Lenzerheide belegte Franziska Preuß am Donnerstag nach einer tadellosen Leistung am Schießstand als beste Deutsche den siebten Platz im Sprint. Nach 7,5 Kilometern hatte Preuß auf die ebenfalls fehlerfreie Siegerin Justine Braisaz-Bouchet 59,5 Sekunden Rückstand. Für die Französin war es der erste Sieg in diesem Winter. Sie gewann vor der norwegischen Gesamtweltcup-Führenden Ingrid Landmark Tandrevold und der Italienerin Lisa Vittozzi.

Jeweils einmal schossen Janina Hettich-Walz (12.), Vanessa Voigt (21.) und Selina Grotian (38.) daneben. Zwar musste auch Debütantin Johanna Puff nur einmal in die Strafrunde. Anders als ihre Teamkolleginnen verpasste sie als 61. die Qualifikation für die Verfolgung am Samstag (12.15 Uhr/ZDF) jedoch knapp.

Schneider fällt in Lenzerheide aus - Samuelsson mit Corona

„Bereits seit Östersund fühlt sich Sophia etwas angeschlagen und nicht zu 100 Prozent fit“, sagte Mannschaftsärztin Katharina Blume: „Die vorherrschenden Umstände, wie Witterung und Höhenlage in Lenzerheide, haben die Situation nun verschlechtert, sodass Sophia noch am Donnerstag abreisen wird, um sich zu Hause in Ruhe zu erholen.“

Schneider solle nun die wettkampffreie Zeit über Weihnachten „zur vollkommenen Regeneration“ nutzen, so Blume. In der Vorwoche hatte Franziska Preuß die Gesamtweltcup-Führung wegen einer Infektion mit COVID-19 kampflos abgeben müssen, in Lenzerheide fehlen krankheitsbedingt im deutschen Team bereits Hanna Kebinger, Anna Weidel und Roman Rees. Unter anderem kommt wegen der Ausfälle die 21-jährige Johanna Puff zu ihrem Weltcup-Debüt.

Auch international gibt es prominente Ausfälle. Massenstart-Weltmeister Sebastian Samuelsson muss als nächster Biathlon-Star coronabedingt pausieren. Er sei am Mittwochmorgen mit Erkältungssymptomen aufgewacht und infolgedessen positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte der Gesamtweltcupzweite aus Schweden bei Instagram mit. Mit Lou Jeanmonnot fällt auch die Gesamtweltcupzweite bei den Frauen wegen COVID-19 aus.

Fast ein Dutzend der gemeldeten Teilnehmerinnen hatte zuletzt beim Weltcup in Hochfilzen wegen Krankheit kurzfristig den Start im Sprint absagen müssen. Unklar blieb, wie viele Absagen coronabedingt waren.

+++12. Dezember+++

Biathleten in Lenzerheide ohne Rees - Preuß kehrt zurück

Biathlet Roman Rees wird beim Weltcup in Lenzerheide nicht Teil des deutschen Aufgebots sein. Der 30-Jährige, der nach seinem Einzelsieg in Östersund sogar für einen Tag das Gelbe Trikot trug, fehlt am Wochenende in der Schweiz, „um sich von den Infektausläufern zu erholen und gut für den Januar zu trainieren“. Das teilte der Deutsche Skiverband (DSV) mit.

Rees wird in Lenzerheide durch Philipp Horn ersetzt. Bei den Frauen kehrt Franziska Preuß in die Mannschaft zurück. In Hochfilzen hatte sie wegen einer Corona-Erkrankung kurzfristig ihr Gelbes Trikot kampflos verloren. Zudem wird Johanna Puff in der Schweiz ihr Weltcup-Debüt geben, als bestplatzierte Deutsche im IBU-Cup erhält sie einen Platz im DSV-Aufgebot.

Die Frauen legen in Lenzerheide am Donnerstag mit dem Sprint los (14.15 Uhr), die Männer starten 24 Stunden später in derselben Disziplin. Am Samstag folgen jeweils die Verfolgungsrennen (12.45 und 14.40 Uhr), am letzten Wettkampftag vor der Weihnachtspause warten dann am Sonntag die ersten Massenstarts des Winters (12.30 und 14.45 Uhr/jeweils ZDF und Eurosport).

Das deutsche Männer-Aufgebot: Benedikt Doll (Breitnau), Philipp Horn (Frankenhain), Johannes Kühn (Reit im Winkl), Philipp Nawrath (Nesselwang), Justus Strelow (Schmiedeberg), David Zobel (Partenkirchen)

Das deutsche Frauen-Aufgebot: Franziska Preuss (Haag), Selina Grotian (Mittenwald), Janina Hettich-Walz (Schönwald), Johanna Puff (Bayrischzell), Sophia Schneider (Oberteisendorf), Vanessa Voigt (Rotterode)

+++11. Dezember+++

Bitterling will nach Hochfilzen „neu angreifen“

Felix Bitterling will das durchwachsene Wochenende des deutschen Biathlon-Teams in Hochfilzen schnell hinter sich lassen. „Mit Sicherheit sind die Dinge nicht ganz so verlaufen, wie wir es uns erhofft hatten“, sagte der Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV) nach den abschließenden Rennen in Österreich: „Wir werden in Lenzerheide allerdings neu angreifen.“

Nach dem furiosen Auftakt des DSV-Teams in Östersund blieben im winterlichen Hochfilzen die guten Ergebnisse lange aus. Erst am abschließenden Sonntag belegte die Männer-Staffel Podestplatz drei. Die Frauen traten ohne einen Platz auf dem Treppchen die Heimreise an.

Für Bitterling lagen mehrere Gründe für das schwächere Abschneiden vor. Zum einen sei da „dieser Infekt“ gewesen, den die Mannschaft aus Schweden mitgebracht habe. So musste Franziska Preuß ihr Gelbes Trikot kampflos abgeben, für die Staffel wurde nach weiteren Ausfällen gar Ersatzfrau Marion Wiesensarter im letzten Moment in das Quartett berufen.

Bitterling sah aber auch ein schlechteres Niveau am Schießstand. „Wir haben zu viele Fehler geschossen, vor allem zum falschen Zeitpunkt“, sagte der Sportdirektor.

Mit Blick auf die am Donnerstag beginnenden Rennen in Lenzerheide hofft Bitterling nun, „dass sich die gesundheitliche Situation bis dahin entspannt“. Denn dann könnte die deutsche Mannschaft wieder „das ein oder andere Ausrufezeichen setzen“.

+++10. Dezember+++

Trotz Notbesetzung – Deutsche Biathletinnen landen auf Rang fünf

Die Not-Staffel der deutschen Biathletinnen hat trotz einiger krankheitsbedingter Ausfälle ein achtbares Ergebnis zum Abschluss des Weltcups in Hochfilzen erzielt. Selina Grotian, Janina Hettich-Walz, Debütantin Maren Wiesensarter und Vanessa Voigt belegten am Sonntag beim Sieg von Norwegen mit 1:23 Minuten Rückstand den fünften Platz. Zweiter wurde Schweden vor Frankreich. Beim Saisonstart in Östersund landete Deutschland noch auf dem dritten Rang. „Ich denke, wir haben trotzdem einen guten Job gemacht. Kompliment an die Mädels“, sagte Schlussläuferin Voigt in der ARD.

Besonders Wiesensarter, die zuletzt im Januar 2022 in Ruhpolding zum Einsatz gekommen war und dort beim Weltcup-Sprint Rang 63 belegt hatte, überraschte positiv. Die Nachrückerin übergab als Fünfte nach nur einem Nachlader am Schießstand an Schlussläuferin Voigt. „Ich habe einfach versucht, mein Bestes zu geben“, sagte die 28-Jährige, die erst wenige Stunden vor dem Start angekommen war.

Zuvor hatte die 19-jährige Grotian die Athletinnen des Deutschen Skiverbandes auf den zweiten Platz geführt. Nach Hettich-Walz' Schießeinlagen und insgesamt vier Nachladern fiel das Quartett zurück. „Auf der Strecke ging nicht viel“, sagte die zuletzt ebenfalls angeschlagene Hettich-Walz. „Bei mir war es zwar nur ein kleiner Infekt, aber der hat mich ganz schön zurückgeworfen.“

Die Frauen konnten indes nur antreten, weil Wiesensarter kurzfristig nach Hochfilzen beordert wurde. Denn nach Franziska Preuß und Hanna Kebinger, die wegen der Folgen einer Corona-Infektion passen mussten, meldete sich am Morgen auch Sophia Schneider mit einem Infekt ab. Anna Weidel war angeschlagen bereits aus Tirol abgereist.

DSV-Staffel der Herren landet erneut auf dem Podest

Die deutschen Biathleten sind auch in der zweiten Staffel des Winters auf das Podest gelaufen. Beim nächsten Sieg der Norweger erreichte das Quartett um David Zobel, Johannes Kühn, Philipp Nawrath und Benedikt Doll in Hochfilzen nach neun Nachladern und einer Strafrunde den dritten Platz. Bereits beim Auftakt in Östersund war das DSV-Team auf Rang drei gelaufen.

„Es war saugeil, das hat echt Spaß gemacht“, sagte Ex-Weltmeister Doll der ARD: „Es war ein unfassbar schönes Gefühl auf der Schlussrunde.“

Zobel zeigte zu Beginn seine gute Form in der Loipe, brachte das deutsche Team mit einer Strafrunde aber früh ins Hintertreffen. Sein Nachfolger Kühn leistete sich zwei weitere Nachlader, übergab an Platz sieben an Nawrath.

Der 30-Jährige, der nach einem enttäuschenden Sprint am Freitag sein Gelbes Trikot hatte abgeben müssen, zeigte dann seine beste Leistung in Österreich. Mit einem stark verbesserten Schießen brachte er Deutschland wieder auf Podestkurs, im Anschluss behielt Doll im Duell mit Italien die Nerven.

Die norwegischen Männer, die zuvor bereits in Östersund die erste Staffel der Saison gewonnen hatten, setzten derweil ihre Dominanz in Österreich fort. Das Team um die Brüder Tarjei und Johannes Thingnes Bö gewann mit fünf Nachladern souverän vor Frankreich.

Für die Biathleten geht der Weltcup am Freitag in der Schweiz weiter. In Lenzerheide wartet der Sprint über 10 Kilometer (14.15 Uhr/ZDF und Eurosport).

Damen-Staffel hofft auf Steigerung in Hochfilzen

Nach den Einzelrennen ohne Podestplatz wollen die deutschen Biathletinnen zum Weltcup-Abschluss in Hochfilzen mit den Staffeln überzeugen. „Es heißt, im Team gemeinsam anzugreifen. Ich hab' mega Bock, das mit den Mädels zu rocken“, sagte die Thüringerin Vanessa Voigt in Österreich. Am Sonntag (14.15 Uhr/ARD und Eurosport) geht es für die deutsche Frauen-Mannschaft um den zweiten Podestrang des WM-Winters. In der vergangenen Woche hatte es in Schweden bereits zu Rang drei gereicht.

„Natürlich hat man jetzt vielleicht gesehen, dass wir hier im hinteren Feld mitkämpfen. Aber in der Staffel muss auch bei den anderen Mannschaften alles stimmen. Wenn die patzen, müssen wir da sein“, sagte Voigt, die als 14. in der Verfolgung am Samstag im Pillerseetal noch die bestplatzierte Deutsche war.

Schmerzlich vermisst wird die mit dem Coronavirus infizierte Franziska Preuß, die am Freitag kampflos die Führung im Gesamtweltcup verlor, weil sie nicht antreten konnte. „Zwar fehlt jetzt das Gelbe Trikot, aber auch wir anderen können das gemeinsam rocken“, sagte Voigt. Auch Sophia Schneider kann am Sonntag in Hochfilzen nicht mit der Staffel an den Start gehen. Wie der Deutsche Skiverband (DSV) wenige Stunden vor dem Rennen bekannt gab, habe Schneider „in der Nacht Infektionsymptome entwickelt und ist deshalb nicht einsatzbereit“.

Für Schneider rückt Ersatzfrau Marion Wiesensarter, noch ohne Einsatz in diesem Winter, in das Quartett um Selina Grotian, Janina Hettich-Walz und Schlussläuferin Vanessa Voigt

Nach zehn Podestplätzen in zehn Rennen in Schweden lief es in Hochfilzen bislang nicht wie erhofft. Auch Philipp Nawrath verlor sein Gelbes Trikot und liegt nicht mehr an der Spitze des Gesamtklassements. Die Männer treten am Sonntag (11.30 Uhr/ARD und Eurosport) ebenfalls noch in der Staffel an und müssten sich gegen starke Konkurrenz aus Norwegen, Schweden und Frankreich behaupten.

+++9. Dezember+++

Nur ein Top-Ten-Platz – Deutsche in Hochfilzen chancenlos

Die deutschen Biathletinnen und Biathleten haben auch am zweiten Tag beim Weltcup im österreichischen Hochfilzen die Podestplätze klar verfehlt. Benedikt Doll schaffte in der Verfolgung am Samstag beim Sieg des Norwegers Johannes Thingnes Bö als Zehnter noch das beste Resultat. Im Pillerseetal belegte Vanessa Voigt als stärkste deutsche Frau wenig später Platz zwölf. Beim ersten Weltcup in Schweden hatte es für die Mannschaft noch zu zehn Podesträngen in zehn Wettbewerben gereicht. Zum Abschluss stehen in Hochfilzen am Sonntag (ab 11.30 Uhr/ARD und Eurosport) die Staffelrennen an.

Zwei Strafrunden im letzten Schießen kosteten den 33-jährigen Doll ein besseres Resultat. „Es war sehr schmerzhaft. Es ärgert mich, dass ich nicht den Sack zu machen kann beim letzten Schießen“, sagte Doll. Mit insgesamt vier Fehlern betrug Dolls Rückstand im Ziel 1:30,7 Minuten. Seinen ersten Saisonsieg feierte Bö. Nach seinem schwachen Saisonstart setzte sich der 17-malige Weltmeister mit nur einer Strafrunde vor seinen Landsmännern Johannes Dale-Skejvdal (3) und Tarjei Bö (2) durch.

Auch David Zobel leistete sich im vierten Schießen zwei Fehler und fiel so noch auf Rang 14 zurück, zuvor war er dreimal ohne Patzer geblieben. Noch schlimmer erwischte es Teamkollege Johannes Kühn, der zum Abschluss gleich viermal in die Strafrunde musste. Kühn kam nach 12,5 Kilometern bei winterlichem Traumwetter im Pillerseetal als 18. über die Ziellinie. Philipp Nawrath, der am Freitag seine Führung im Gesamtweltcup verlor, wurde nach vier Strafrunden nur 22.

In Abwesenheit der mit dem Coronavirus infizierten Franziska Preuß konnte bei den deutschen Frauen nur Voigt (2 Schießfehler) mit Abstrichen überzeugen. Die Thüringerin hatte aber 2:19,6 Minuten Rückstand. Beim Sieg der Schwedin Elvira Öberg vor Lena Häcki-Groß aus der Schweiz und Ingrid Landmark Tandrevold aus Norwegen (alle 1 Fehler) schaffte es nur noch Janina Hettich-Walz (1) als 26. unter die Top 30. Sophia Schneider (3) als 36. und Selina Grotian (4) als 40. hatten mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun.

Deutsches Hygienekonzept wegen Corona-Sorgen verschärft

Nach zwei positiven Coronafällen in der Mannschaft sind die deutschen Biathletinnen und Biathleten alarmiert. „Natürlich schwebt immer ein bisschen Angst mit, man bekommt natürlich mit, dass sehr, sehr viele Ausfälle da sind“, sagte Vanessa Voigt. Die 26-Jährige aus Thüringen versuche weiterhin, sich „so gut wie möglich zu schützen“, sagte sie beim Weltcup im österreichischen Hochfilzen. Bei den Rennen in den Alpen fallen ihre Teamkolleginnen Franziska Preuß und Hanna Kebinger nach Coronainfektionen aus. Preuß verlor so am Freitag sogar kampflos die Spitzenposition im Gesamtweltcup. Die Bayerin reiste vorzeitig ab und kann frühestens kommende Woche in der Schweiz wieder starten.

„Ich denke, wir haben jetzt noch mal ein sehr, sehr gutes Hygienekonzept aufgestellt in unserem Team“, sagte Voigt. Demnach wurden im Hotel Gruppen gebildet, die nicht mehr durchmischt werden dürfen. So sind Männer und Frauen sowie die Betreuer jeweils unter sich, in diesen Blasen wird jeweils auch gegessen sowie die Anreise zur Wettkampfstätte in einzelnen Fahrzeugen organisiert. Wer Krankheitssymptome aufweist, wird darüber hinaus isoliert und muss insbesondere seine Mahlzeiten alleine einnehmen.

Es gelte jetzt „einfach an einem Strang zu ziehen und den anderen gegenüber rücksichtsvoll zu sein“, sagte die Gesamtweltcup-Sechste Voigt. Im Sprint der Frauen konnten am Freitag alleine acht Sportlerinnen krankheitsbedingt nicht antreten. Bei den Ausfällen handelte es sich neben Coronainfektionen auch um normale Erkältungen. Eine Pflicht, sich mit Corona zu isolieren oder ein positives Testergebnis zu melden, gibt es auch im Biathlon-Weltcup nicht mehr. Selbst Rennstarts sind möglich. Der Weltverband IBU appellierte zuletzt an die Athletinnen und Athleten, verantwortungsvoll zu handeln.

+++8. Dezember+++

Erkrankte Preuß verliert Gelbes Trikot - Voigt 14.

In Abwesenheit der erkrankten Franziska Preuß haben die deutschen Biathletinnen in Hochfilzen ein Top-Ten-Ergebnis verpasst. Beim Sieg der Norwegerin Ingrid Landmark Tandrevold (0 Fehler) im Sprint über 7,5 Kilometer belegte Vanessa Voigt als beste Deutsche Rang 14 (1/+1:11,8 Minuten). Nach ihrer gesundheitlichen Absage musste Preuß ihr Gelbes Trikot beim zweiten Saison-Weltcup kampflos an die Französin Lou Jeanmonnot abgeben, die 15. (2/+1:12,05) wurde.

„Ich habe mich auf der Runde echt mega gut gefühlt“, sagte Voigt im Anschluss der ARD: „Ich bin ins Ziel gekommen und habe nur den Rückstand gesehen. Ich habe gar nicht gewusst, ob das wahr ist oder ob ich spinne.“ Platz zwei ging an Elvira Öberg aus Schweden (1/+4,9 Sekunden), dahinter folgte die Französin Justine Braisaz-Bouchet (1/+19,7).

„Franziska hat noch mit den Nachwirkungen einer Corona-Infektion zu kämpfen, die sich leider kurz nach Östersund eingestellt hat“, hatte Mannschaftsarzt Dr. Sebastian Torka wenige Stunden vor dem Rennen gesagt. „Einfach nur bitter und schmerzhaft, nicht am Start stehen zu können“, schrieb Preuß später bei Instagram.

Für die Biathletinnen geht es am Samstag in Österreich mit der Verfolgung weiter (14.45 Uhr). Zum Abschluss der zweiten Weltcup-Station des Winters wartet dann am Sonntag der Staffel-Wettbewerb (14.15 Uhr/alles ARD und Eurosport).

Nawrath verliert Gelbes Trikot – Norwegen schlägt zurück

Philipp Nawrath hat beim Auftaktrennen in Hochfilzen sein Gelbes Trikot verloren. Der 30-Jährige belegte im Sprint über 10 Kilometer nach drei Schießfehlern nur den 34. Platz und musste Rang eins im Gesamtweltcup an den Schweden Sebastian Samuelsson (1 Fehler/+10,0 Sekunden) abgeben, der Dritter wurde.

„Viel zu viel Rückstand im Laufen. Ich kann es mir nicht genau erklären“, haderte Nawrath am ZDF-Mikrofon, der aber dennoch optimistisch blieb: „Es bleibt weiter die Attacke nach vorne. Mund abputzen, weiter gehts.“

An der Spitze feierten die Norweger eine Rückkehr zu ihrer Dominanz aus der Vorsaison. Tarjei Bö (0) setzte sich vor seinem Landsmann Sturla Holm Laegreid (0/+4,9) durch. Bester Deutscher wurde Ex-Weltmeister Benedikt Doll als Siebter (1/+31,1), Johannes Kühn auf Platz neun (1/+40,1) und Justus Strelow auf Rang 15 (0/+1:09,0 Minuten) rundeten das erneut gute deutsche Mannschaftsergebnis ab.

Für die Biathleten geht es am Samstag in Österreich mit der Verfolgung weiter (12.15 Uhr). Zum Abschluss der zweiten Weltcup-Station des Winters wartet dann am Sonntag der Staffel-Wettbewerb (11.30 Uhr/alles ARD und Eurosport).

Gesamtführende Preuß fehlt nach Corona-Infektion

Franziska Preuß muss ihr Gelbes Trikot beim zweiten Saison-Weltcup in Hochfilzen kampflos abgeben. „Franziska hat noch mit den Nachwirkungen einer Corona-Infektion zu kämpfen, die sich leider kurz nach Östersund eingestellt hat“, sagte Mannschaftsarzt Dr. Sebastian Torka: „Sie ist derzeit noch nicht wieder fit genug, um beim Weltcup in Hochfilzen an den Start zu gehen.“

Bei nur drei Punkten Vorsprung auf die Französin Lou Jeanmonnot dürfte das Gelbe Trikot wohl schon im Sprint am Freitag (14.25 Uhr) weg sein, spätestens bei der Verfolgung am Samstag (14.45 Uhr/jeweils ARD und Eurosport) wird es dann sicher einen Führungswechsel im Gesamtweltcup geben. Preuß war nach langer Leidenszeit in Schweden überraschend mit zwei zweiten Plätzen sowie einem vierten Rang in den Winter gestartet.

„Um den weiteren Saisonverlauf nicht zu gefährden“, müsse sie die Rennen in Tirol komplett auslassen, teilte der Deutsche Skiverband (DSV) mit. Preuß wurde in ihrer Laufbahn bereits oft von gesundheitlichen Problemen ausgebremst. Im Vorwinter hatte die 29-Jährige wegen diverser Verletzungen und Krankheiten die Saison kurz vor der Heim-WM abbrechen müssen, zwischenzeitlich dachte sie wegen ihrer anhaltenden Probleme gar über ein Karriereende nach.

+++7. Dezember+++

Olympiasiegerin Herrmann-Wick erwartet erstes Kind

Die im Frühjahr zurückgetretene Biathlon-Olympiasiegerin Denise Herrmann-Wick erwartet ihr erstes Kind. „Unsere Liebe wächst. Wir sind überglücklich und können es kaum erwarten, dich in unseren Armen zu halten!“, schrieb ihr Ehemann Thomas Wick, ehemaliger Weltcup-Skilangläufer, bei Facebook zu einem gemeinsamen Foto und einen Ultraschall-Bild.

Herrmann-Wick, die am 20. Dezember 35 Jahre alt wird, hatte nach der Saison 2022/23 ihre Karriere beendet. Olympisches Einzel-Gold 2022 sowie die WM-Titel in der Verfolgung 2019 und im Sprint 2023 waren die Höhepunkt ihrer Biathlon-Laufbahn, 2014 hatte sie bereits mit der Langlauf-Staffel Olympia-Bronze gewonnen.

Preuß will Gelbes Trikot „so lange wie möglich tragen“

Die Gesamtführende Franziska Preuß möchte ihr Gelbes Trikot auch beim Biathlon-Weltcup im österreichischen Hochfilzen nicht aus der Hand geben. „Ich will es so lange wie möglich tragen“, sagte die 29-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Die Vorfreude auf insgesamt drei Wettbewerbe von Freitag bis Sonntag unweit der deutschen Grenze ist bei der Bayerin besonders groß. „Ich bin sehr motiviert für Hochfilzen, denn es werden viele deutsche Fans da sein“, sagte die ehemalige Staffel-Weltmeisterin.

Preuß war mit zwei zweiten und einem vierten Platz im schwedischen Östersund so gut wie noch nie in eine Saison gestartet. Lohn dafür war Platz eins in der Gesamtwertung und die Übernahme des begehrten Leibchens. Preuß (200 Punkte) führt vor dem Sprint am Freitag (14.25 Uhr/ARD und Eurosport) mit drei Zählern vor der Französin Lou Jeanmonnot (197), Dritte ist in Vanessa Voigt (165) aus Thüringen sogar noch eine weitere Deutsche.

Nach insgesamt vier Wochen mit Trainingslager und Wettkämpfen in Skandinavien nutzte Preuß nach der Rückreise am Montag die freien Tage zur Regeneration. „Der Fokus liegt jetzt auf einer guten Erholung und darauf, gesund zu bleiben“, sagte die Wahl-Ruhpoldingerin. Im vergangenen Winter hatte Preuß die Saison wegen vieler gesundheitlicher Probleme vorzeitig beenden müssen und verpasste so auch die Heim-WM im Frühjahr in Oberhof.

+++7. Dezember+++

Olympiasieger Greis traut Nawrath Rolle des Spielverderbers für Norwegen zu

Dreifach-Olympiasieger Michael Greis traut Philipp Nawrath die Rolle des Spielverderbers im Kampf mit den norwegischen Biathleten zu. „Für die restliche Saison bin ich sehr positiv gestimmt, obwohl wir wissen, dass die Norweger um Johannes Thingnes Bö das Maß aller Dinge sind. Ich bin zuversichtlich, dass er den Norwegern noch öfter das Podium streitig machen kann“, sagte der 47-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.

Der 30-jährige Nawrath führt vor dem am Freitag in Österreich beginnenden Weltcup in der Gesamtwertung und wird im Sprint zum zweiten Mal das Gelbe Trikot tragen. Zuletzt in Schweden hatte er mit den Plätzen eins (Sprint) und zweit (Verfolgung) überraschend die besten Resultate seiner Laufbahn geschafft. „Die Podiumsplatzierungen haben ihm sicher ganz viel Selbstvertrauen gegeben“, sagte Greis, der auch neue Herausforderungen sieht: „Aber gleichzeitig vermute ich, dass er jetzt mit dem Gelben Trikot alles perfekt machen will - und das ist ihm Biathlon schwierig, da immer eine Portion Glück dazugehört.“

Nawrath und Greis sind beide in Füssen geboren und Mitglieder im Skiklub Nesselwang. Mitte der 2000er-Jahre begann Nawrath mit dem Biathlon, weil er Greis nacheifern wollte. Heute sind beide im engen Austausch und Greis fungiert als Tippgeber für die aktuelle Nummer eins im Weltcup. Überrascht von Nawraths starkem Saisonstart war Greis allerdings nicht. Es war „eher die Bestätigung was möglich ist, wenn Philipp ein perfektes Rennen abliefert“, sagte Greis, der 2006 in Turin dreimal Olympia-Gold holte und ein Jahr später bislang als letzter deutscher Mann den Gesamtweltcup gewann.

Und Nawrath will in Hochfilzen an seine Leistungen anknüpfen. „Ich möchte da weitermachen, wo ich in Östersund aufgehört habe und freue mich sehr, mit dem Gelben Trikot anzureisen. Auch wenn ich aktuell gut drauf bin – für ein super Rennen gehört immer das Quäntchen Glück dazu“, sagte Nawrath.

+++4. Dezember+++

Fluorverbot mischt das Biathlon-Feld durch

Während die deutschen Biathleten dank ihrer „Raketen“ aus dem Jubeln gar nicht mehr rauskommen, ist der schier unschlagbare Dominator Johannes Thingnes Bö plötzlich schwer genervt. „Früher konnte man auf den Skiern fliegen, ohne Kraft im Oberkörper zu brauchen. Das funktioniert nicht mehr“, haderte der Norweger nach drei Einzelrennen ohne Sieg. Das Verbot der umweltschädlichen Fluorwachse stößt dem viermaligen Gesamtweltcupsieger extrem sauer auf.

„Jetzt bin ich schlicht und ergreifend zu schwach, ich brauche mehr Muskeln“, so Bö. Er fühle sich „wahnsinnig doof“. Denn plötzlich zaubert der 30-Jährige nicht mehr Laufbestzeiten in Serie in den Schnee, die Karten sind neu gemischt. Bislang nutzt das überraschend stark gestartete deutsche Team die neuen Wachsregularien zu seinem Vorteil. Und das, nachdem es in den Testrennen bereits eine Mischung aus Mitleid und Häme geerntet hatte.

„Die Norweger haben sich in Sjusjoen fast entschuldigt, weil unsere Athleten wegen des Materials keine Chance hatten“, erzählte Sportdirektor Felix Bitterling dem SID: „Das war wie ein Autorennen mit 50 PS gegen 200 PS.“ Er habe gesehen, „wie die Deutschen schnell hochliefen, aber bergab konnten sie überhaupt nicht mithalten“, spottete der achtmalige Olympiasieger Ole Einar Björndalen: „Es sah lächerlich aus und war schrecklich anzusehen.“

Doch das Blatt hat sich beim Weltcupauftakt in Östersund gewendet. „Weit entfernt von lächerlich“ sei das deutsche Material, betonte Justus Strelow. „Wir hatten mal wieder Raketen unter den Füßen“, schwärmte Philipp Nawrath nach seinem Premierensieg am Samstag. Das Wachsteam mache es nach dem Fluorverbot „alles in allem überragend“, sagte Bitterling. Man sei bislang „vorne dabei“, bekannte Cheftechniker Sebastian Hopf - und trat sogleich die Euphoriebremse.

„Wir wissen nicht, wie wir bei nasseren Verhältnissen dastehen“, sagte der 38-Jährige in der SZ. Und die Skandinavier seien „finanziell und generell voraus. Biathlon ist dort Nationalsport, die haben viel mehr Leute mit dem Interesse, sich in Skiwachsfragen zu verwirklichen.“ Es sei derzeit „naturgemäß sehr viel Trial and Error dabei“, erklärte Bitterling.

„In den vergangenen Jahren hatte man eine riesige Datenbank zum Thema Skipräparierung. Dieses komplette Wissen ist jetzt nahezu nutzlos, weil es die Produkte nicht mehr gibt“, führte der Sportdirektor aus. Es gelte nun, „sich fast alles neu zu erarbeiten.“ Deshalb werde sich „die Frequenz der Extreme erhöhen“. Es sei „jeden Tag aufs Neue eine Fleißarbeit“, so Hopf: „Es ist eine neue Wissenschaft geworden.“

Der Weltverband habe mit dem Fluorverbot „in erster Linie eine EU-Legislation umgesetzt“, erklärte IBU-Sportdirektor Daniel Böhm in der ARD: „Wir mussten dieser Gesetzgebung folgen.“ Auf Fluorfreiheit kontrolliert werden die Skier vor und nach den Rennen mit einem Handgerät, das einen Infrarot-Sensor enthält. Trotz der neuen Wachsarten gebe es „keine so großen Unterschiede, wenn man die Zeiten beim ersten Weltcup vergleicht“, betonte Böhm.

Das persönliche Gefühl von Johannes Thingnes Bö sagt aber etwas anderes.

Worauf Preuß sich freut

Die Gesamtweltcup-Führende Franziska Preuß freut sich nach ihrem starken Start in die Biathlon-Saison vor allem auf zwei Dinge. „Auf mein eigenes Bett und darauf, ein bisschen Sonne zu tanken“, sagte die 29-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Ziemlich genau einen Monat hielt sich die Bayerin zunächst zum Trainingslager in Norwegen und anschließend beim Weltcup im schwedischen Östersund auf, bevor es am Montag über Stockholm und München in ihre Wahlheimat Ruhpolding ging. „Das war jetzt wirklich eine lange Zeit. Ich freue mich sehr auf meine Familie“, sagte die Staffel-Weltmeisterin von 2015.

Mit zwei zweiten Rängen und einem vierten Platz sicherte sich Preuß erstmals in ihrer Karriere das Gelbe Trikot und wird dieses auch beim kommenden Weltcup ab Freitag im österreichischen Hochfilzen tragen. „Es ist richtig cool, dass ich das Trikot dort tragen darf, denn da werden sicher viele deutsche Fans sein“, sagte Preuß. Der Ort im Pillerseetal liegt nicht weit entfernt von der deutschen Grenze.

Ihre jüngsten Erfolge großartig feiern wird Preuß aber nicht. „Es stehen erstmal die Erholung und die Gesundheit im Vordergrund“, sagte Preuß: „Ich habe schon in den Wetterbericht geschaut und freue mich auf Sonne.“ In Skandinavien gab es in der vergangenen Wochen aufgrund der Jahreszeit immer nur für wenige Stunden Tageslicht.

Sportdirektor zu deutschen Biathlon-Erfolgen: „Nicht planbar“

Selbst die Führung des Deutschen Skiverbandes ist vom starken Start der Biathletinnen und Biathleten in den WM-Winter durchaus überrascht. „Keiner von uns hat daran gezweifelt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. So viel Selbstvertrauen haben wir“, sagte Sportdirektor Felix Bitterling im schwedischen Östersund: „Dass es jetzt aber auch in der Masse zu solchen Ergebnissen reicht, ist höchst erfreulich, aber nicht planbar.“

Franziska Preuß und Philipp Nawrath sicherten sich in den ersten Rennen jeweils das Gelbe Trikot für die Führung im Gesamtweltcup, zudem gab es in zehn Wettkämpfen gleich zehn Podestplätze. Das bedeutet den besten Saisonauftakt für die Mannschaft überhaupt. „Wir nehmen unser Selbstvertrauen mit. Unser Glaube an das, was wir erreichen können, ist noch mal gewachsen im ganzen Team“, sagte Bitterling vor der Rückreise am Montagmorgen nach Deutschland: „Niemand kann uns diese Erfolge mehr nehmen.“

Zwar sei „die Anzahl der Rennen bis jetzt nicht wahnsinnig groß“, sagte Bitterling mit Blick auf die Gesamt-Spitzenreiter Preuß und Nawrath nach drei Einzelwettbewerben: „Aber trotzdem muss man sich in diesem Feld erst mal behaupten.“ Das befand auch Bundestrainer Uros Velepec: „Ich bin stolz, dass Deutschland jetzt gleich zwei in Gelb beim Weltcup in Hochfilzen hat.“ In Österreich stehen am Freitag die nächsten Rennen auf dem Programm.

Felix Bitterling hat nach dem ersten Weltcup der Biathleten in Östersund ein überaus positives Fazit gezogen. „Wir hatten einen grandiosen Auftakt, sind mega zufrieden. Wie soll es anders sein mit zehn Podien und beiden Gelben Trikots“, sagte der Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV): „Unser Selbstvertrauen und unser Glaube daran, was wir erreichen können, sind extrem gewachsen. Dem ganzen Team kann keiner diese frühen Erfolge mehr nehmen.“

Es habe auch vor der Saison „keiner daran gezweifelt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Bitterling weiter: „So viel Selbstvertrauen haben wir.“ Dass es dann in dieser Masse zu Spitzenergebnissen reicht sei zwar „höchst erfreulich, aber grundsätzlich nicht planbar.“

Der Schlüssel dafür liege auch im Teamspirit. „Wir haben da eine Truppe zusammengeschustert, die einzigartig ist“, schwärmte Bitterling. Jeder habe „in der Truppe seine Aufgabe, jeder unterstützt sich und jeder interessiert sich dafür, was der andere macht. Das ist was Besonderes und das wollen wir weiter ausbauen“, führte der Sportdirektor aus.

Das Team reise nun „mit einem extrem positiven Gefühl“ zum am Freitag beginnenden Weltcup in Hochfilzen. „Ergebnislisten lügen nicht. Wir haben wieder eine Chance uns gut zu platzieren“, betonte Bitterling: „Wir werden im verschneiten Tirol wieder angreifen“

Nawrath wird Zweiter in Verfolgung und festigt Gesamtführung

Philipp Nawrath ist zum Abschluss des Biathlon-Weltcups im schwedischen Östersund in der Verfolgung auf Platz zwei gelaufen und hat damit die Führung im Gesamtweltcup verteidigt. Der 30-Jährige musste sich am Sonntag nach 12,5 Kilometern nur dem Schweden Sebastian Samuelsson geschlagen geben.

Einen Tag nach dem Sprintsieg, seinem ersten Erfolg im Weltcup, machte Nawrath den besten Saisonauftakt deutscher Skijäger überhaupt perfekt: Fünf Podiumsplatzierungen holten DSV-Männer bisher noch nie. 2001 hatte es vier gegeben. Zuvor hatte Roman Rees im Einzel vor Justus Strelow gewonnen, dazu gab es Platz drei in der Staffel.

Nawrath kam in Führung liegend zum letzten Schießen, musste dann aber wie Verfolger Samuelsson (3 Fehler insgesamt) einmal in die Strafrunde. Auf den letzten Kilometern konnte Nawrath (2 Fehler) nicht mehr ganz mithalten und hatte am Ende 5,1 Sekunden Rückstand. Dritter wurde der Norweger Vetle Sjastad Christiansen (1/+7,2 Sekunden).

Johannes Kühn wurde Zehnter, David Zobel 16. direkt gefolgt von Strelow, Routinier Benedikt Doll kam als 19. ins Ziel. Rees musste wie auch in der Staffel leicht angeschlagen erneut passen.

Preuß verpasst im Gelben Trikot ihren zweiten Weltcupsieg

Biathletin Franziska Preuß hat im Gelben Trikot ihren zweiten Weltcupsieg nur ganz knapp verpasst. Die 29-Jährige verlor in der Verfolgung von Östersund im Zielsprint gegen die Sprintsiegerin Lou Jeanmonnot aus Frankreich und verpasste mit nur einem Fehler um 0,3 Sekunden ihren ersten Erfolg seit Januar 2019. Dahinter komplettierte Vanessa Voigt (1 Strafrunde/+18,5 Sekunden) nach 10 Kilometern mit ihrem zweiten Podestplatz des Winters als Dritte das erneut hervorragende deutsche Ergebnis.

Preuß war dabei als erste Deutsche seit Laura Dahlmeier im März 2017 im Gelben Trikot unterwegs - und verteidigte es bravourös. Sowohl die als Vierte gestartete Bayerin als auch die als Fünfte auf die Strecke gegangene Voigt behaupteten sich mit fehlerfreiem Liegendschießen in der Spitzengruppe, stehend verfehlten beide jeweils eine Scheibe. Preuß führte auf der Schlussrunde lange, musste dann aber doch noch die fehlerfreie Jeanmonnot auf der Zielgeraden vorbei lassen.

Janina Hettich-Walz (2/+1:45,0) hakte mit Rang 13 die erste Hälfte der WM-Norm ab. Hanna Kebinger hatte nach Platz 32 im Sprint wegen „weiterhin bestehender moderater Infektzeichen“ ihren Start absagen müssen.

Die Biathletinnen bekommen nun eine viertägige Pause, ehe es am Freitag (14.25 Uhr/ARD und Eurosport) beim zweiten Weltcup der Saison im österreichischen Hochfilzen mit dem Sprint weitergeht.

Rees und Kebinger fallen für Verfolgung aus

Biathlet Roman Rees kann das am Samstag verlorene Gelbe Trikot in der Verfolgung von Östersund nicht zurückerobern. Wie der Deutsche Skiverband (DSV) mitteilte, muss der 30-Jährige wegen „weiterhin bestehender moderater Infektzeichen“ für das Rennen über 12,5 Kilometer am Sonntag passen. Rees hatte nach seinem Auftaktsieg bereits die Staffel aus gesundheitlichen Gründen auslassen müssen, mit Rang 56 im Sprint verlor er am Samstag das Gelbe Trikot an seinen Teamkollegen Philipp Nawrath.

Bei den Frauen fällt Hanna Kebinger ebenfalls krankheitsbedingt aus. „Bei den herrschenden tiefen Temperaturen wollen wir eine Verschlimmerung der Symptomatik vermeiden, um die Wettkämpfe nächste Woche in Hochfilzen nicht zu gefährden“, sagte Mannschaftsarzt Jan Wüstenfeld. In Österreich geht es am Freitag mit den Sprints von Männern und Frauen weiter

+++02. Dezember+++

Nawrath holt nächsten deutschen Weltcupsieg

Biathlet Philipp Nawrath hat im Sprint von Östersund überraschend seinen ersten Weltcupsieg gefeiert. Der 30-Jährige aus Nesselwang gewann dank fehlerfreiem Schießen nach 10 Kilometern mit 18,7 Sekunden Vorsprung vor dem ebenfalls fehlerfreien Norweger Tarjei Bö und übernahm damit das Gelbe Trikot des Gesamtführenden von seinem Landsmann Roman Rees. Nawrath hatte zuvor nie auf dem Podest gestanden, zwei vierte Ränge waren seine besten Platzierungen im Weltcup.

Für die deutschen Männer war es der vierte Stockerlplatz im dritten Rennen. „Es ist unbeschreiblich von den Emotionen“, sagte Nawrath im ZDF: „Ich habe versucht mir das Rennen gut einzuteilen. Es war schwierig mit den Temperaturen. Es ist Wahnsinn. Ich kann es noch nicht fassen.“

Rees ließ nach seinem Auftaktsieg im Einzel auch krankheitsbedingt Federn, kam mit drei Strafrunden und einem Rückstand von 2:44,7 Minuten auf seinen Teamkollegen nicht in die Punkteränge. Hinter Nawrath zeigten auch Johannes Kühn (1 Strafrunde/+57,2 Sekunden) als Achter und Benedikt Doll (1/+58.5) auf Rang zehn gute Leistungen.

Der Auftaktzweite Justus Strelow (1/+1:17,4) kam im Gegensatz zu Dominator Johannes Thingnes Bö (3/+1:35,0), der die letzten sieben Weltcup-Sprints in Serie gewonnen hatte, ebenfalls noch unter die besten 15. Auf Rang drei kam mit Vebjörn Sörum (0/+19.8) dennoch ein weiterer Norweger.

Am Sonntag stehen zum Abschluss des Weltcups in Schweden die beiden Verfolgungen (14.00 und 16.00 Uhr/ZDF und Eurosport) an. Ebenso wie Nawrath wird Franziska Preuß dabei im Gelben Trikot der Gesamtweltcupführenden an den Start gehen. Die 29-Jährige geht als Vierte mit 18 Sekunden Rückstand auf die Strecke, auch Vanessa Voigt hat als Fünfte eine gute Ausgangsposition.

+++1. Dezember+++

Preuß erobert das Gelbe Trikot

Franziska Preuß hat im ersten Sprint der Saison das Podest verpasst, dafür aber das Gelbe Trikot erobert. Die 29-Jährige belegte im schwedischen Östersund beim Sieg der Französin Lou Jeanmonnot (0 Fehler) als beste Deutsche Platz vier (2 Fehler/+18,3 Sekunden) und teilt sich nun im Gesamtweltcup die Führung mit Karoline Offigstad Knotten (1/+8,5). Die Norwegerin wurde Zweite, Platz drei ging an Landsfrau Juni Arnekleiv (1/+17,6).

+++30. November+++

Staffel erreicht trotz der Ausfälle Rang drei

Die deutschen Biathleten haben beim Weltcup in Östersund ihre Podestserie auch in der Männerstaffel fortgesetzt. David Zobel, Philipp Nawrath, Benedikt Doll und Johannes Kühn kamen nach 16 Nachladern und einer Strafrunde auf Rang drei, zum ersten Sieg seit März 2021 fehlten nach 4x7,5 Kilometern 50,5 Sekunden auf die Norweger. Auftaktsieger Roman Rees war ebenso wie der Einzel-Zweite Justus Strelow kurzfristig wegen Infektionssymptomen ausgefallen.

„Unsere Ersatzläufer sind nicht wirklich Ersatzläufer, die können genauso mitmischen“, sagte Doll im ZDF: Es ist schön den dritten Platz zu erreichen. Es war am Schießstand alles andere als eine Glanzleistung, aber das konnten wir läuferisch kompensieren."

Der eingesprungene Zobel musste mit insgesamt vier Nachladern am Schießstand extrem kämpfen, hielt aber dank der besten Laufzeit als Sechster den Schaden in Grenzen. Auch Nawrath zeigte in der Spur eine absolute Topleistung, stürmte trotz zwei Nachladern gemeinsam mit Norwegen ganz nach vorne. Doll duellierte sich mit Johannes Thingnes Bö, musste ihn auch wegen fünf Nachladern um 39 Sekunden ziehen lassen. Kühn verlor dann mit einer Strafrunde Rang zwei an Frankreich.

Wahrscheinlich kann Rees sein Gelbes Trikot im Sprint am Samstag (14.45 Uhr) verteidigen, auch bezüglich einer Rückkehr von Strelow sieht es gut aus. Tags zuvor gehen bereits die Frauen in ihr erstes Sprintrennen der Saison (14.45 Uhr), ehe am Sonntag zum Abschluss des Weltcups in Schweden noch die beiden Verfolgungen anstehen (14.00 und 16.00 Uhr/alles ZDF und Eurosport).

Rees und Strelow fallen für deutsche Staffel aus

Die deutschen Biathleten müssen im ersten Staffelrennen der neuen Weltcup-Saison kurzfristig auf Roman Rees und Justus Strelow verzichten. Wie der Deutsche Skiverband am Donnerstag nur gut drei Stunden vor dem Start (15.20 Uhr/ZDF und Eurosport) im schwedischen Östersund mitteilte, sind beide für den Wettbewerb über 4x7,5 Kilometer nicht einsatzfähig. „Justus und Roman haben Infektsymptome bekommen, die wir derzeit intensiv behandeln“, sagte Mannschaftsarzt Jan Wüstenfeld: „Ein Einsatz im heutigen Staffelrennen kommt aber leider nicht infrage, um die folgenden Wettkämpfe nicht zu gefährden.“

Für Startläufer Strelow rückt David Zobel in die Mannschaft, anstelle von Schlussläufer Rees wird Johannes Kühn von Bundestrainer Uros Velepec eingesetzt.

Der 30-jährige Rees hatte am Sonntag vor Strelow überraschend das erste Einzelrennen des Winters gewonnen und sich so als erster Deutscher seit fast 15 Jahren das Gelbe Trikot des Gesamtweltcup-Führenden gesichert. Dieses dürfte der Baden-Württemberger am Samstag im Sprint erstmals tragen. Ob Rees und Strelow in diesem Rennen antreten können, blieb zunächst noch offen.

Für die deutsche Mannschaft sind es in Östersund bereits die Ausfälle zwei und drei. Auch Sophia Schneider konnte in der Frauenstaffel nicht antreten, weil sie über Halsschmerzen und eine Infektsymptomatik klagte. Das Team hatte am Mittwoch hinter Norwegen und Schweden Rang drei belegt.

+++29. November

Deutsche Biathletinnen überzeugen in der Staffel

Die deutschen Biathletinnen haben ihren starken Saisonauftakt bestätigt und auch im ersten Staffelrennen des neuen Weltcup-Winters einen Podestplatz erkämpft. Janina Hettich-Walz, Selina Grotian, Vanessa Voigt und Franziska Preuß wurden am Mittwoch im schwedischen Östersund Dritte. Für die Frauen reichte es im noch jungen WM-Winter im zweiten Rennen insgesamt bereits zum dritten Mal für das Podium. Das DSV-Quartett leistete sich bei eisigen Temperaturen nur vier Nachlader und musste nach 4x6 Kilometern nur den siegreichen Norwegerinnen und dem schwedischen Team den Vortritt lassen. Der Rückstand auf Norwegen im Ziel betrug 47,9 Sekunden.

Im Einzel am Sonntag hatte Preuß als Zweite hinter der Italienerin Lisa Vittozzi den ersten Saisonsieg um nur 0,1 Sekunden verpasst. Voigt war als Dritte ebenfalls auf das Podest gelaufen. Das deutsche Team konnte kurzfristig nicht in Bestbesetzung antreten, da Sophia Schneider mit Halsschmerzen geschont wurde. Für sie startete die erst 19-jährige Grotian erstmals in einer Weltcup-Staffel.

„Infektsymptomatik“: Schneider fehlt Biathlon-Staffel

Die deutschen Biathletinnen müssen in der ersten Staffel des Winters in Östersund ohne Sophia Schneider auskommen. Die Fünfte des Auftakt-Einzels sei am Mittwochmorgen „mit Halsschmerzen und Infektsymptomatik aufgewacht“, sagte Mannschaftsarzt Jan Wüstenfeld: „In Anbetracht der erst beginnenden Wintersaison wollen wir kein Risiko eingehen und zunächst abwarten, wie sich die Symptomatik entwickelt.“

Schneider wird auf Position zwei durch die 19-jährige Selina Grotian ersetzt. Die viermalige Junioren-Weltmeisterin feiert damit ihr Debüt in einer Weltcupstaffel. Außerdem gehen Janina Hettich-Walz, Vanessa Voigt und Schlussläuferin Franziska Preuß über die 4x6 Kilometer am Nachmittag (15.20 Uhr/ZDF und Eurosport) an den Start.

+++28. November+++

Biathletinnen mit großen Hoffnungen vor Staffel-Auftakt

Nach den starken Einzel-Ergebnissen folgen nun die Staffelrennen. Den Auftakt in Östersund machen die Biathletinnen - beflügelt von zwei unerwarteten Podestplätzen.

+++25. November+++

Rees gewinnt Weltcup in Östersund – Strelow Zweiter

Das hätte niemand erwartet: Roman Rees holt das Gelbe Trikot. Sein Sieg vor seinem Teamkollegen Justus Strelow lässt sogar den großen Dominator verstummen.

Preuß mit überragendem Comeback bei Rennen in Östersund

Östersund/Köln · Franziska Preuß feiert im Einzel von Östersund ein fulminantes Comeback. Am Ende fehlen der Biathletin nur 0,1 Sekunden auf Lisa Vittozzi zum Sieg.

+++25. November+++

Deutsche Mixed-Staffel ohne Doll auf Platz vier

In Abwesenheit von Benedikt Doll hat die deutsche Mixed-Staffel beim Biathlon-Auftakt eine Podestplatzierung knapp verpasst. Ohne den angeschlagenen Ex-Weltmeister belegte das Team mit Roman Rees (Schauinsland), Philipp Nawrath (Nesselwang), Sophia Schneider (Oberteisendorf) und Vanessa Voigt (Rotterode) am Samstag im schwedischen Östersund den vierten Platz (0 Fehler+8 Nachlader/+55,7 Sekunden).

In einem engen Rennen sicherten sich die Franzosen den Sieg (1+5). Die norwegischen Dominatoren um Gesamtweltcupsieger Johannes Thingnes Bö (0+7/+15,7) folgten auf dem zweiten Rang, der letzte Platz auf dem Podium ging an Italien (1+9/+39,7).

Wenige Stunden vor dem Rennstart hatte der DSV bekannt gegeben, dass Doll „eine geringe Infektionssymptomatik“ habe und nicht starten würde. Nawrath, zunächst für den Single-Mixed-Wettbewerb vorgesehen, ersetzte Doll. Dafür trat Justus Strelow (Schmiedeberg) gemeinsam mit Hanna Kebinger (Partenkirchen) im Single-Mixed an. Das Duo erreichte beim Heimsieg der Schweden Sebastian Samuelsson und Hanna Öberg (0 Fehler+8 Nachlader) mit sieben Nachladern und einer Minute Rückstand Rang sieben.

Am Sonntag folgen in Östersund noch zwei Einzel. Die Frauen starten um 11.20 Uhr auf die 15 km, ab 14.30 Uhr müssen die Männer 20 km absolvieren (beide ARD). Dabei soll auch wieder Doll an den Start gehen können.

Strelow und Kebinger verpassen Podest in Single-Mixed-Staffel

Das deutsche Biathlon-Team hat beim Weltcup-Auftakt im schwedischen Östersund das Podest verpasst. Im Single-Mixed-Wettbewerb erreichte das Duo Justus Strelow (Schmiedeberg) und Hanna Kebinger (Partenkirchen) den siebten Platz. Zur Spitze fehlte dem Team des Deutschen Skiverbandes (DSV) nach insgesamt sieben Nachladern eine Minute.

Einen Sieg vor heimischen Publikum feierte Schweden. Sebastian Samuelsson und Hanna Öberg (0 Fehler) setzten sich vor dem norwegischen Duo Sturla Holm Lägreid und Juni Arnekleiv (0/+13,8 Sekunden) durch. Platz drei ging an die französische Gesamtweltcupsiegerin Julia Simon und Fabien Claude (+42,2).

Vor allem Strelow überzeugte beim ersten Rennen des Winters. Der Schmiedeberger lieferte ein perfektes Schießen ohne Nachlader. Diese gingen auf das Konto Kebingers, die auf der Schlussrunde im Kampf um Platz drei dem Tempo der Konkurrenz nicht mehr folgen konnte.

„Es war ein bisschen scheiße geschossen, hinten raus bin ich geplatzt“, sagte Kebinger am ARD-Mikrofon: „So habe ich Justus' perfekte Leistung ein bisschen in Mitleidenschaft gezogen.“ Strelow zeigte sich trotz des greifbaren Podests „sehr glücklich mit dem Start in die Saison“.

Im Vorfeld des Rennens hatte die krankheitsbedingte Absage von Benedikt Doll für Veränderungen in den deutschen Staffel-Mannschaften gesorgt. Philipp Nawrath (Nesselwang), zunächst für den Single-Mixed-Wettbewerb vorgesehen, ersetzt Doll in der am Nachmittag ausgetragenen Mixed-Staffel (14.50 Uhr). Dafür rückte Strelow in das erste Rennen des Biathlon-Winters auf.

Am Sonntag folgen in Östersund noch zwei Einzel. Die Frauen starten um 11.20 Uhr auf die 15 km, ab 14.30 Uhr müssen die Männer 20 km absolvieren (beide ARD). Dabei soll auch wieder Doll an den Start gehen können.

Doll fällt für Mixed-Staffel aus

Ex-Weltmeister Benedikt Doll fällt beim Weltcup-Auftakt der Biathleten in Östersund für die Mixed-Staffel aus. Wie der Deutsche Skiverband (DSV) wenige Stunden vor dem Rennstart in Schweden bekannt gab, habe der 33-Jährige „eine geringe Infektionssymptomatik“, die einen Start als Vorsichtsmaßnahme nicht ermögliche. Laut Teamarzt Dr. Jan Wüstefeld werde für das Einzel über 20 km am Sonntag (14.30 Uhr/ARD) aber derzeit noch mit Doll geplant.

Dolls Absage sorgt für einige Veränderungen in den deutschen Aufgeboten. Philipp Nawrath (Nesselwang), zunächst für den Single-Mixed-Wettbewerb vorgesehen, ersetzt Doll in der Mixed-Staffel (14.50 Uhr). Dafür eröffnet nun Justus Strelow (Schmiedeberg) gemeinsam mit Hanna Kebinger (Partenkirchen) die neue Saison (12.30 Uhr/beides ARD).

+++24. November+++

Doll vor wohl letzter Saison

Ex-Weltmeister Benedikt Doll geht am Samstag in Östersund wahrscheinlich in seinen letzten Biathlon-Winter. „Jetzt ist es für mich schon ziemlich sicher, dass es die letzte Saison ist“, sagte der Familienvater dem SID: „Ich will mir aber so ein bisschen ein Hintertürchen offen lassen. Wer weiß, vielleicht sage ich nach der WM, dass ich doch noch nicht aufhören kann, weil ich dies und das noch verbessern will. Oder weil es mir einfach noch zu viel Spaß macht.“

Wie er aber schon zuvor einige Male erzählt habe, sei seine Planung derzeit so, „dass ich nach der Saison aufhöre“. Nach der WM in Nove Mesto (7. bis 18. Februar 2024) falle die Entscheidung „final“, so Doll. Die Gedanken an mögliche Abschiede von den einzelnen Weltcup-Orten könne er „ganz gut ausblenden“. Noch spüre er keine Wehmut und sprühe vielmehr vor Tatendrang.

Mit gemischten Gefühlen blickt Doll in die deutsche Biathlon-Zukunft. „Es ist Potenzial da. Aber es ist nicht mehr unbedingt die breite Masse, aus der wir schöpfen können“, erklärte der 33-Jährige: „Wenn man einen hat, muss man den hegen und pflegen. Ich bin selber gespannt, wie es weitergeht.“ In Sachen Nachwuchs sehe er vor allem Norwegen und Frankreich „sehr gut unterwegs. Andere Nationen müssen da auch hart arbeiten.“

+++24. November+++

Herrmann-Wick vor Biathlon-Winter optimistisch

Sprint-Weltmeisterin Denise Herrmann-Wick traut ihren Nachfolgerinnen im neuen Biathlon-Winter einiges zu. „Im Team rechne ich absolut mit den Mädels, aber auch in den Einzelleistungen. Hanna Kebinger, Sophia Schneider und Vanessa Voigt haben zuletzt eine Bomben-Saison abgeliefert. Wenn alles zusammenkommt, ist da sehr viel möglich“, sagte Deutschlands zurückgetretene Vorzeige-Skijägerin der Deutschen Presse-Agentur vor dem Saisonstart an diesem Samstag (12.30 Uhr/ARD und Eurosport) mit den Mixed-Wettbewerben im schwedischen Östersund.

Auch die Erfahrungen bei der Heim-WM in Oberhof könnten helfen. „Die Konkurrenz ist stark. Aber die Chance ist groß, die Tür richtig weit aufzumachen“, sagte Herrmann-Wick, die zudem auf die erfahrene Rückkehrerin Franziska Preuß setzt. Die 29-Jährige kehrte nach langer Zwangspause im Sommer zurück und gewann direkt alle drei Titel bei den deutschen Meisterschaften auf Skirollern.

Top-Talent Selina Grotian (19), die im Frühjahr viermal Gold bei der Junioren-WM holte, solle man erst mal in Ruhe Erfahrungen sammeln lassen. „Da geht es eher darum, sie für die nächsten Jahre aufzubauen und Erfahrungen zu sammeln. Druck aufzubauen, wäre da grundsätzlich falsch“, sagte die 34-Jährige. Sollte jemand Hilfe brauchen, sei sie weiterhin immer für alle erreichbar.

Nach der Saison hatte Herrmann-Wick ihre erfolgreiche Karriere beendet. Die Einzel-Olympiasiegerin von Peking sorgte in der Vorsaison mit drei Siegen sowie zwei dritten Plätzen für alle Weltcup-Einzelpodestplätze, dazu kamen der grandiose Sprint-Triumph bei der Heim-WM in Oberhof sowie WM-Silber in der Verfolgung und Silber mit der Staffel.

Mit diesen Leistungen hatte Herrmann-Wick viel im deutschen Damen-Team abgefangen - quasi wie ein Schutzschild für ihre jungen Teamkolleginnen. „Es kann aber förderlich sein, dass wir nicht nur eine Leaderin haben und die anderen laufen hinterher“, sagte Damen-Chefcoach Kristian Mehringer.

+++22. November+++

Kurz vor Biathlon-Saisonstart: Babyglück im Hause Röiseland

Babyglück kurz vor dem Saisonstart: Der Co-Trainer der deutschen Biathletinnen, Sverre Olsbu Röiseland, und seine Frau Marte Olsbu Röiseland sind zum ersten Mal Eltern geworden. Die norwegische Rekord-Weltmeisterin brachte am vergangenen Sonntag Söhnchen Tobias zur Welt, wie die 32-Jährige am Mittwochabend auf Instagram mitteilte. „Zweifellos unser größtes Gold. Freue mich auf die Fortsetzung!“, schrieb sie zu einem Bild gemeinsam mit ihrem Mann und dem Baby.

Röiseland hatte nach der Vorsaison ihre Karriere beendet. Bei der WM in Oberhof hatte die dreimalige Olympiasiegerin mit Gold in der Mixed- und Single-Mixed-Staffel mit insgesamt 13 WM-Titeln Magdalena Neuner (12) abgelöst. Der Norweger Röiseland (33) ist seit dem vergangenen Winter beim deutschen Verband angestellt und betreut an der Seite von Damen-Coach Kristian Mehringer

+++16. November+++

Biathleten testen in Windkanal

Eine etwas andere Vorbereitung auf den Winter: Vor dem Weltcup-Auftakt im schwedischen Östersund (25. November bis 03. Dezember) haben die deutschen Biathleten in einem Windkanal trainiert. „Man muss progressiv sein, wenn man sich in der Weltspitze durchsetzen will“, sagte Männer-Bundestrainer Uros Velepec: „Dass wir erstmals die Chance bekommen, in einem Windkanal zu testen, ist daher sehr wertvoll.“

Im Rahmen der Partnerschaft zwischen dem Deutschen Skiverband (DSV) und BMW wurde zwei Tage lang der stehende Anschlag bei unterschiedlichen Wettkampfbedingungen durchgeführt. „Wir haben nur eine Herausforderung - und die ist es, im Wettkampf so erfolgreich zu sein, wie es nur geht. Doch um diese eine Herausforderung zu meistern, muss man in sehr vielen Bereichen etwas tun“, sagte Velepec, der in diesem Winter die Nachfolge des langjährigen Bundestrainers Mark Kirchner antritt.

Neben dem Start in Östersund warten in dieser Saison noch acht weitere Weltcup-Stationen auf die DSV-Auswahl. Highlight des Winters sind die Weltmeisterschaften im tschechischen Nove Mesto (07. bis 18. Februar).

+++13. November+++

Doll führt DSV-Aufgebot in Östersund an

Angeführt von Ex-Weltmeister Benedikt Doll starten die deutschen Biathletinnen und Biathleten in den ersten Weltcup der WM-Saison im schwedischen Östersund (25. November bis 3. Dezember). Dies teilte der Deutsche Skiverband (DSV) am Montag mit. Der 33-Jährige, zweifacher Bronzemedaillengewinner bei Olympia 2018 sowie Sprint-Weltmeister 2017, geht in seine letzte aktive Saison.

Neben Doll gehört auch Roman Rees aufgrund seiner Leistungen in der vergangenen Saison zur Mannschaft für den Auftakt. Zudem dürfen Philipp Nawrath, Justus Strelow, David Zobel und Johannes Kühn die Reise nach Schweden antreten.

Nach dem Karriereende von Olympiasiegerin Denise Herrmann-Wick müssen die deutschen Frauen eine große sportliche Lücke füllen. Das Trio Vanessa Voigt, Hanna Kebinger und Sophia Schneider, das neben Herrmann-Wick bei der Heim-WM im Februar zu Staffel-Silber gelaufen war, ist nach dem letzten Winter fest im Team. Janina Hettich-Walz, Franziska Preuss und Selina Grotian komplettieren das Östersund-Team.

Das deutsche Männer-Aufgebot: Benedikt Doll (SZ Breitnau), Roman Rees (SV Schauinsland), Philipp Nawrath (SK Nesselwang), Justus Strelow (SG Stahl Schmiedeberg), David Zobel (SC Partenkirchen), Johannes Kühn (WSV Reit im Winkl)

Das deutsche Frauen-Aufgebot: Vanessa Voigt (SV Rotterode), Hanna Kebinger (SC Partenkirchen), Sophia Schneider (SV Oberteisendorf), Janina Hettich-Walz (SC Schönwald), Franziska Preuss (SC Haag), Selina Grotian (SC Mittenwald)

Kebinger und Doll bilden zweites deutsches Team beim Biathlon auf Schalke

Hanna Kebinger und Benedikt Doll bilden das zweite deutsche Team beim „Biathlon auf Schalke“ am 28. Dezember. Das wurde am Mittwoch beim Forum Nordicum der nordischen Skisportjournalisten im österreichischen Bad Mitterndorf bekannt gegeben. Das Team Deutschland I bilden Roman Rees und Sophia Schneider.

„Ich freue mich sehr, in diesem Jahr in Gelsenkirchen an den Start gehen zu dürfen. Dort bekommen wir als Biathleten ein besonderes Erlebnis geboten – vor allem beim diesjährigen Jubiläum. Das wird spektakulär“, sagte Kebinger, die in der vergangenen Saison den Sprung in die deutsche WM-Mannschaft geschafft hatte und dort in allen vier Einzelrennen zum Einsatz kam. Mit der Staffel schaffte sie schließlich die Silbermedaille.

Doll ist nicht zum ersten Mal auf Schalke dabei. Der Sprint-Weltmeister von 2017 hat bei der 20. Auflage der beliebten Veranstaltung Großes vor. „Vergangenes Jahr ist es meinem Team leider nicht gelungen, einen Sieg einzufahren. Daher bin ich jetzt noch motivierter, um den ersten Platz mitzukämpfen. Gerade weil es das 20. Jubiläum ist, wäre das ein toller Erfolg“, sagte Doll.

+++20. Oktober+++

Deutsche Biathletinnen hoffen auf Franziska Preuß als Anführerin

Nach der monatelangen Zwangspause von Franziska Preuß glaubt Biathlon-Sportdirektor Felix Bitterling in diesem Winter wieder an starke Leistungen der Ex-Weltmeisterin. „Ich habe absolut keinen Zweifel, dass in der Franzi noch sehr viel Weltklasse steckt, insofern es die Gesundheit zulässt. Derzeit ist die auf einem guten Weg“, sagte der Funktionär vom Deutschen Skiverband gut fünf Wochen vor dem Saisonstart.

Zwar kuriere die 29-jährige Bayerin Preuß gerade eine Erkältung aus und fehlte deswegen auch bei der offiziellen Winter-Einkleidung des Verbandes in München, ein Grund zur Sorge sei das aber nicht. „Ansonsten ist gesundheitlich alles in Ordnung. Sie hatte eine sehr gute Vorbereitung und weiß genau, was sie will“, sagte Bitterling. Preuß hatte nach anhaltenden gesundheitlichen Problemen in der abgelaufenen Saison auf die Heim-WM in Oberhof verzichtet und sich ohne Wettkämpfe seit Januar stattdessen richtig auskuriert.

„Die Trainer wissen genau, was sie von ihr kriegen können. Einen ersten Vorgeschmack hat man bei der deutschen Meisterschaft gesehen, was schon beeindruckend war“, sagte Bitterling. Bei den nationalen Titelkämpfen im September in ihrer Wahlheimat Ruhpolding gewann Preuß etwas überraschend gleich alle drei Titel in Sprint, Einzel und Verfolgung. „Jetzt hoffen wir, dass sie gesund bleibt und wieder die wichtige Athletin für uns wird, die sie ohne Frage sein kann, wenn sie gesund ist“, sagte Bitterling.

Nach dem Rücktritt von Olympiasiegerin Denise Herrmann-Wick im Frühjahr könnte Preuß, die 2015 WM-Gold mit der Staffel gewann, die neue Anführerin in der deutschen Mannschaft werden.

Die Weltcupsaison beginnt am letzten November-Wochenende im schwedischen Östersund. Preuß ist für die Rennen nicht gesetzt und muss sich in verbandsinternen Vergleichen im kommenden Monat erst noch gegen ihre Teamkolleginnen durchsetzen, um sich einen der sechs Startplätze zu sichern.

+++18. Oktober+++

Sophia Schneider und Roman Rees starten beim Biathlon auf Schalke

Die deutschen Hoffnungsträger Roman Rees und Sophia Schneider werden beim 20. „Biathlon auf Schalke“ gemeinsam an den Start gehen. Bei der am 28. Dezember ausgetragenen World Team Challenge in Gelsenkirchen bildet das Duo eines der beiden deutschen Teams. Für den bislang letzten deutschen Sieg hatten 2016 Simon Schempp und Vanessa Hinz gesorgt.

Schneider hatte bereits 2017 beim Junioren-Wettkampf der World Team Challenge überzeugt.

Nur Benedikt Doll und Roman Rees sind im deutschen Männer-Team gesetzt

Nur Ex-Weltmeister Benedikt Doll und Roman Rees haben im deutschen Biathlon-Männerteam ihre Startplätze für den Weltcup-Auftakt in gut fünf Wochen sicher. Wie der neue Bundestrainer Uroš Velepec bei der Einkleidung des Deutschen Skiverbands am Mittwoch in München sagte, kämpfen insgesamt noch sieben weitere Athleten um die verbleibenden vier Positionen für die ersten Rennen des Winters am letzten November-Wochenende im schwedischen Östersund. „Ein paar Männer haben ein bisschen einen Bonus vom letzten Jahr, aber letztes Jahr ist eben letztes Jahr“, sagte Velepec.

Testwettkämpfe zur Qualifikation für den Weltcup

Benannt werden soll das Weltcupteam nach internen Testwettkämpfen sowie einem abschließenden internationalen Vergleich im norwegischen Sjusjöen erst kurz vor dem Start der WM-Saison. Wer neben dem 33 Jahre alten Doll, der wohl nach diesem Winter seine Karriere beenden wird, und dem 30 Jahre alten Rees in Östersund dabei ist, kann aber auch schnell wieder aus der Mannschaft fliegen. „Wir wollen elastisch und dynamisch sein“, sagte Velepec: „Wenn jemand in den ersten Weltcups nicht das Niveau hat, dann können wir schon wechseln. Wir wollen für niemand die Türe schließen.“

Der 56 Jahre alte Slowene Velepec geht nach dem Rücktritt des Thüringers Mark Kirchner im Frühjahr in seine erste Saison als deutscher Cheftrainer. „Wir hoffen, alle machen einen Schritt nach vorn“, sagte er über seine Pläne und ergänzte mit Blick auf die starke Konkurrenz vor allem aus Norwegen: „Wir müssen mehr riskieren und schneller schießen, wir müssen alles zu 100 Prozent machen, sonst haben wir keine Chance.“

(RP/dpa/sid)
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