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Biathlon-WM 2019: Laura Dahlmeier will Bronze-Coup mit Medaille in der Verfolgung veredeln

Biathlon-WM 2019 : Bronze-Coup nimmt Dahlmeier den Druck

Laura Dahlmeier hat Erholung nötig. Nach ihrem Sturm zu WM-Bronze will sie auch am Sonntag im Verfolger angreifen. Teamkollegin Denise Herrmann rechnet sich ebenfalls etwas aus.

Laura Dahlmeier hätte sich am liebsten wieder im Bett verkrochen. Bei minus acht Grad und leichtem Schneefall wäre das für das angeschlagene Immunsystem der Biathlon-Königin wahrscheinlich auch die viel bessere Alternative gewesen, "aber ich bewege mich halt auch gerne", sagte die 25-Jährige - sie wählte für ihren freien Samstag deshalb "einen passenden Mittelweg".

Der begann nach dem furiosen Sturm zu Bronze im WM-Sprint von Östersund zunächst mit einem ausgiebigen Frühstück, danach standen eine lockere Langlauf-Runde und Physiotherapie an. "Es ist sehr wichtig, richtig zu regenerieren", erklärte Dahlmeier, die sich wegen gesundheitlicher Probleme erst kurzfristig zur Sprintteilnahme entschlossen hatte und am Sonntag in der Verfolgung (13.45 Uhr/ARD und Eurosport) die nächste Medaille abgreifen könnte.

Denn das Jagdrennen ist wie gemacht für die nervenstarke Doppel-Olympiasiegerin, ihre Startposition mit zwölf Sekunden Rückstand nahezu perfekt. Immer wieder hatte Dahlmeier betont, wie gerne sie zu Beginn dieses Wettkampfs die Rivalinnen vor sich hertreibt, analysiert - und letztlich zupackt. Die Hälfte der insgesamt 20 Weltcup-Siege hat sie im Verfolger verbucht, Dahlmeier ist amtierende Weltmeisterin sowie Olympiasiegerin in dieser Disziplin.

Zudem kann sie ihren absoluten Lieblingswettkampf nicht nur wegen der vielversprechenden Ausgangslage völlig befreit angehen. "Alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe", sagte die Überfliegerin der WM 2017. In Hochfilzen hatte Dahlmeier fünfmal Gold und einmal Silber gewonnen, die Erwartungen für Östersund waren wie der Druck entsprechend hoch: "Nun bin ich extrem froh und dankbar, dass ich mit der Medaille nach Hause fahren darf."

Es ist davon auszugehen, dass die Bayerin in etwas mehr als einer Woche noch mehr Edelmetall im Gepäck verstauen muss. Schließlich hatte Dahlmeier trotz einer fiesen Erkältung erneut bewiesen, dass sie genau dann über sich hinauswächst, wenn es darauf ankommt. Dass sie den inneren Schweinehund besiegen kann, so bissig er auch ist.

"Es war eine Challenge, vom ersten bis zum letzten Meter", sagte Dahlmeier, die bereits bei der Ankunft in Mittelschweden gekränkelt hatte und sich dann fragte: "Welche Lektion muss ich nun lernen?" Nach dem Mountainbike-Unfall im Sommer, einem geschwächten Immunsystem zu Beginn der Saison und einer Erkältung zwischen den Jahren jedenfalls eine weitere.

Dass sie ihre Rekordserie trotzdem auf zwölf WM-Medaillen nacheinander ausbaute, beeindruckte auch ihre Teamkollegin Denise Herrmann. "Sie weiß eben, wie es geht. Da kann man nur den Hut davor ziehen", sagte die Sprint-Sechste, die ihre eigene Ausgangslage als "sehr lukrativ" bezeichnete.

Neben Dahlmeier und Herrmann könnte auch die starke Schützin Franziska Preuß von Position 16 aus einen Angriff auf die Medaillenränge starten. "Wir müssen uns von Schießen zu Schießen hangeln", lautet Hermanns Devise: "Wenn am Ende eine auf das Podium steigt, sind wir definitiv zufrieden."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Dahlmeier jubelt über Bronze

(sid/old)