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Biathlon: Laura Dahlmeier beim Comeback in Nove Mesto Zweite

Biathlon-Weltcup : Dahlmeier sprintet bei ihrem Comeback direkt auf Platz zwei

Laura Dahlmeier ist zurück - und wie! Die Doppel-Olympiasiegerin lief in ihrem ersten Weltcup-Rennen des Winters sofort auf den zweiten Platz. Schon am Samstag gibt es die Chance auf den 20. Erfolg ihrer Karriere.

Laura Dahlmeier ist schon wieder die Alte. Bei ihrem Weltcup-Comeback hat die Doppel-Olympiasiegerin den deutschen Biathletinnen überraschend auf Anhieb den ersten Podestplatz des Winters beschert. Die 25-Jährige lief nach einer nicht enden wollenden Krankheitspause am Freitagabend im Sprint im tschechischen Nove Mesto spektakulär auf den zweiten Platz. Die Überfliegerin musste sich nach einem Schießfehler mit 4,5 Sekunden Rückstand nur der siegreichen Norwegerin Marte Olsbu Röiseland geschlagen geben. Platz drei belegte die ebenfalls fehlerfreie Slowakin Paulina Fialkova. Dahlmeier zeigte über 7,5 Kilometer die schnellste Laufzeit.

„Ich habe mich gut gefühlt, aber ich wusste nicht, dass es so wird. Das ist mega emotional für mich“, sagte Dahlmeier: „Ich wusste nicht, ob ich das durchstehe. Aber es hat zum Glück gereicht.“

Im Jagdrennen am Samstag (17.00 Uhr/ARD und Eurosport) hat die siebenmalige Weltmeisterin damit eine perfekte Ausgangsposition und beste Chancen auf ihren 20. Weltcupsieg. Zweitbeste Deutsche wurde Franziska Preuß (1 Fehler) als 16.

Dahlmeier hatte sich für ihre Rückkehr nach der langen Leidenszeit einen für sie besonderen Platz ausgesucht. Im Herzen Tschechiens holte die siebenmalige Weltmeisterin 2015 ihren ersten Weltcup-Sieg und war erstmals bei einer WM dabei. „Es ist wirklich ein spezieller Ort. Und genau der richtige, um wieder anzugreifen„, sagte sie.

„Comeback! Laura Dahlmeier ist zurück“, brüllte der Stadionsprecher um kurz nach 18.00 Uhr ins Mikrofon. Die 22 000 Zuschauern feierten die junge Deutsche. Unter dem Flutlicht und bei starkem Schneeregen lief Dahlmeier mit der Startnummer 84 als letzte der sechs DSV-Skijägerinnen los. Das erwies sich als Vorteil. Nachdem es zunächst stark geschneit hatte, wurde es auf der Strecke gegen Ende des Rennens bei Schneeregen schneller.

Mit jedem Schritt, mit jedem Schuss verflogen die Zweifel. Dahlmeier traf im Liegendschießen alle Scheiben und ging zunächst in Führung, Hätte sie auch im stehenden Anschlag alles getroffen, hätte sie auf Anhieb sogar wieder einen Sieg feiern können.

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„Es war wirklich ein schwieriger Sommer für mich. Ich habe nicht gewusst, wann komme ich zurück, kann ich überhaupt wieder Hochleistungssport auf dem Niveau betreiben“, sagte Dahlmeier rückblickend. Zuletzt war sie vor neun Monaten beim Weltcupfinale der vergangenen Saison in Russland im Einsatz gewesen.

Nach ihrer Olympia-Gala in Pyeongchang, die mit zweimal Gold und einmal Bronze endete, hatte sie zunächst ein Sturz mit dem Fahrrad aus der Bahn geworfen. Dann „bin ich krank geworden und habe verschiedene komische Sachen gehabt, Komplikationen“, berichtete sie. „Ich bin sehr, sehr froh, dass es jetzt wieder anders ist, und dass ich das überwunden habe.“

Wie es nach dem letzten Weltcup in diesem Jahr mit Dahlmeier weitergeht, ist noch nicht klar. Das „Wichtigste für uns ist die WM, die ist relativ spät, die ist im März. Bis dahin ist noch relativ viel Zeit“, sagte sie. Damit ist offen, ob Dahlmeier beim ersten Weltcup im neuen Jahr in Oberhof an den Start gehen kann.

„Es wird bestimmt so werden, dass wir sie nicht komplett in den Weltcup reinwerfen können. Es fehlen noch gewisse Trainingsblöcke, die versuchen wir bis hin zur Weltmeisterschaft zu kompensieren“, sagte Florian Steirer. Der Damen-Disziplintrainer kündigte an, den Star bei Bedarf auch hin und wieder aus dem Team zu nehmen.

(dpa/ako)