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Biathlon im Sommer: Ein wichtiger Schritt zu mehr Klimaschutz

2020 wieder Weltmeisterschaften : Biathlon im Sommer ist ein Schritt zu mehr Klimaschutz

Elf Jahre nach dem ersten Versuch werden 2020 wieder Weltmeisterschaften im Sommer-Biathlon stattfinden. Der Weltverband und die Veranstalter in Deutschland wollen die Sportart beliebter machen. Ein notwendiger Schritt in Zeiten von Klimawandel und Schneemangel.

Biathlon im Sommer – das ist keineswegs eine verrückte Idee oder nur eine Marketingmasche. Elf Jahre nach dem ersten Versuch 2009 in Oberhof findet im Sommer 2020 wieder eine Weltmeisterschaft der Biathleten auf Rollski und mit Schießeinlagen am Straßenrand statt. Biathlon im Sommer, ist ein notwendiger Schritt in die Zukunft des beliebten Wintersports. Denn trotz guter Einschaltquoten und hoher Zuschauerzahlen an den Strecken kann die Sportart ein Problem nicht leugnen: Ihr geht der Schnee aus. Immer öfter laufen die Biathleten auf schmalen Kunstschnee-Streifen durch die grüne Landschaft.

Das Problem haben die Biathleten freilich nicht exklusiv. Sie haben es aber – anderes als zum Beispiel die alpinen Skifahrer – deutlich einfacher, vom Schnee auf andere Bodenbeläge auszuweichen. Im Sommer trainieren die Athleten schon seit Jahren auf Rollski. Für die Schießeinlagen sind Schnee und Eis ebenfalls nicht entscheidend. Wettkämpfe im Sommer-Biathlon sind daher in Deutschland längst teil der Wintervorbereitung. Allein die Zuschauermassen konnten sie noch nicht in dem Maß anlocken wie die Weltcups im Winter. Deswegen ist es gut, dass der Biathlon-Weltverband nun mit einer offiziellen WM in das Sommergeschäft einsteigt. Im August 2020 wird sie in Ruhpolding stattfinden. Im Winter kommen Zehntausende in den deutschen Weltcup-Ort, um die Biathleten zu sehen. Im Sommer hoffen die Veranstalter auf 5000 bis 7000 Zuschauer.

Die WM steigert den Stellenwert und die Attraktivität für Sportler und Fans. Und es ist ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Klimaschutz. Begeistert Sommer-Biathlon die Fans, werden sie es auch schneller akzeptieren, wenn bei ausbleibendem Schnee auch im Winter auf die Rollen umgestiegen wird. Die energie-aufwändige Produktion von Tonnenweise Kunstschnee und Transporte wie zuletzt aus der Skihalle Neuss über das Biathlon-Event in Gelsenkirchen und dann weiter zum Weltcup nach Oberhof würden dann überflüssig.