Biathlon auf Schalke: Deutsche Biathleten stimmen sich auf Olympia ein

"Hexenkessel" Veltins-Arena: Biathlon auf Schalke als Einstimmung für Olympia

Die deutschen Biathleten schätzen die gute Atmosphäre, die traditionell bei der World Team Challenge auf Schalke herrscht. Auch im Olympia-Winter wollen Laura Dahlmeier und Co. bei der 16. Auflage des Sportevents auftrumpfen.

Laura Dahlmeier will mit einem Triumph auf Schalke ihr famoses Biathlon-Jahr abschließen und sich in Form für den weiteren Olympia-Winter 2018 bringen. "Wir gehen natürlich voll auf den Sieg. Beim Biathlon auf Schalke herrscht immer eine ganz besondere Atmosphäre", erklärte die Fünffach-Weltmeisterin des vergangenen Winters aus Garmisch-Partenkirchen vor der World Team Challenge (WTC) am Donnerstag (18.00 Uhr/ARD) in Gelsenkirchen.

Dahlmeier, die kurz vor Weihnachten noch bei den Weltcup-Rennen in Frankreich zwei Podestplätze holte und dann zur "Sportlerin des Jahres" 2017 gekürt wurde, bestreitet die Mixed-Veranstaltung an der Seite von Benedikt Doll (Breitnau). Bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang (9. bis 25. Februar 2018) in Südkorea zählt Dahlmeier zu den Medaillen-Anwärterinnen.

Keine Weltcuppunkte, aber ein wichtiger Motivationsschub

Weltcup-Punkte werden auch bei der 16. Auflage der renommierten Show-Veranstaltung mitten im Ruhrgebiet keine vergeben. Die Athleten schätzen bei dem mit 156 000 Euro dotierten Event aber neben dem Preisgeld auch die gute Stimmung. Im Stadion des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 werden erneut über 40 000 Zuschauer erwartet, die für Volksfeststimmung sorgen sollen.

Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig hofft auf einen Motivationsschub für seine Athletinnen. "Wer in dem Hexenkessel erfolgreich ist, wird mit breiter Brust zum Weltcup nach Oberhof anreisen", sagte Hönig. "Eine bessere Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen gibt's nicht", fügte er an.

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Für Dahlmeier, die 2013 den Wettbewerb gemeinsam mit Florian Graf gewinnen konnte, ist es bereits die vierte Teilnahme. "Ich freue mich sehr auf die Rennen in der Veltins-Arena und auf den nahen Kontakt zu den Fans", meinte Dahlmeier. Im Vorjahr hatte sie allerdings beim Triumph des deutschen Duos Simon Schempp/Vanessa Hinz auf einen Start in Gelsenkirchen verzichtet.

Siegchancen rechnet sich auch das deutsche Team mit Erik Lesser (Frankenhain) und Franziska Hildebrandt (Clausthal-Zellerfeld). Im Vorjahr holte das Duo auf Schalke den zweiten Platz, auch diesmal peilen Lesser und Hildebrandt einen Platz auf dem Siegerpodest an.

Für beide ist es ebenfalls der vierte Start in Gelsenkirchen, mit dem sie sich auf die nächsten Höhepunkte im Biathlon-Winter vorbereiten wollen. "Für mich ist Schalke das perfekte Training für die im Januar anstehenden Rennen in Oberhof und Ruhpolding. Bei der WTC kann man sich schon mal das Feeling dafür holen, vor einer tobenden Menge seine Leistung abzurufen", sagte Hildebrand.

Insgesamt zehn Teams gehen auf die Strecke, die auf den insgesamt 18 Runden über je 1299 Meter auch die Herausforderung von 300 Höhenmetern verteilt auf mehrere Steigungen zu bieten hat. Um die Loipe möglichst optimal zu präparieren, werden von der Skihalle Neuss bis zu 3 500 Kubikmeter feinster Schnee geliefert. Mit dem Ehepaar Mikito und Fuyuko Tachizaki ist erstmals ein japanisches Team gemeldet. Die Weltcup-Führenden Martin Fourcade und Justine Braisaz sind allerdings nicht am Start.

(lnw)