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Biathlon als Sorgenkind vor den Olympischen Spiele in Peking

Durchwachsener Winter, düstere Aussichten : Biathlon als Sorgenkind

Auf die deutschen Biathleten kommen schwere Zeiten zu. Auch die Nordischen Kombinierer sind zurückgefallen, während die Alpinen positiv überrascht haben.

Stolze 13 Saisonsiege für die deutschen Biathleten, dazu satte 34 Podestplätze - da konnte selbst das Parade-Wintersportland Norwegen nicht mal ansatzweise mithalten: Gerade einmal fünf Jahre ist dies her und wirkt doch wie aus einer anderen Zeit. Denn der stetige Abwärtstrend setzte sich auch in der Saison 2020/21 fort. Nicht nur die Überflieger aus Norwegen, auch Frankreich und Schweden sind an Deutschland vorbeigezogen - und es könnte noch schlimmer werden.

Die Aussichten für die Olympischen Spiele in Peking 2022 und die Heim-WM 2023 in Oberhof sind trüb, Erfolge in Serie sind nicht mehr zu erwarten. "Man merkt schon, dass international ganz schön die Post abgeht und sich die Deutschen schwer tun, dauerhaft vorne dabei zu sein", sagte die ehemalige Gesamtweltcupsiegerin und ZDF-Expertin Laura Dahlmeier: "Man kann auch nicht erwarten, dass bis zum nächsten Jahr auf einmal wieder fünf, sechs Deutsche ganz vorne sind."

Ganz im Gegenteil: Da mit dem Rücktritt von Führungsfigur Arnd Peiffer nochmal "viel Erfolg wegfällt" (Erik Lesser) und "kein Überflieger" (Bernd Eisenbichler) aus dem Nachwuchs in Sicht ist, droht ein tristes Olympiajahr. "Punktuell" werde man sicher Erfolge haben, sagte Lesser im gemeinsam mit Peiffer produzierten Podcast "Das Biathlon Doppelzimmer", "aber in der Breite werden wir uns genauso spärlich vorne zeigen wie dieses Jahr."

Peiffer und die Gesamtweltcup-Dritte Franziska Preuß waren Lichtblicke, ansonsten gab es unzählige Enttäuschungen. Zwei Medaillen bei der WM waren ein historischer Tiefpunkt, die deutschen Frauen blieben erstmals seit der Wiedervereinigung ohne Einzelsieg. Letztlich standen in den Einzelwettbewerben 13 Podestplätze, darunter der eine Sieg von Peiffer im Massenstart von Hochfilzen.

Der Vergleich mit den überragenden Zahlen der Saison 2015/16 ist verheerend, die Gegenüberstellung mit den Entwicklungen anderer Nationen dürfte den Verantwortlichen Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Norwegen (69 Podestplätze+32 Siege), Frankreich (25+8) und Schweden (17+4), die allesamt vor fünf Jahren noch weit hinter Deutschland lagen, sind enteilt.

Ganz so gravierend ist die Lage in der nordischen Kombination nicht, doch auch die fetten Jahre der deutschen "Dominierer" sind vorbei. Österreich hat aufgeholt, und der Norweger Jarl Magnus Riiber ist immer noch in seiner eigenen Liga. Vor allem wegen der Defizite im Springen gab es erstmals seit 2009 keinen WM-Titel. "Bis Olympia haben wir noch einiges zu tun", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch deshalb.

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Das trifft auch auf die Alpinen zu. Nur ein Sieg, fünf Podestplatzierungen, dazu weitere 28 Mal Platzierungen unter den ersten Zehn - für die deutschen Skirennläufer ist es die traurigste Weltcupbilanz seit 2006. Doch die WM verlief mit dreimal Silber und einmal Bronze sensationell gut, zum Höhepunkt waren die deutschen Skirennläufer voll da. "Das Fazit darf gut ausfallen", betonte Alpinchef Wolfgang Maier entsprechend.

Gilt für den Deutschen Skiverband (DSV) allerdings nicht in allen Wintersportarten.

(old/sid)