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Biathlon 2021: Franziska Preuß im Sturm von Östersund auf Rang drei - Eckhoff feiert Gesamtweltcupsieg

Biathlon-Weltcup-Finale : Doll verschießt das Podest – Preuß „stürmt“ in Wind-Lotterie auf Platz drei

In den letzten beiden Saisonrennen feiern die deutschen Frauen ein mannschaftlich hervorragendes Ergebnis, während die DSV-Männer eine Top-Platzierung bei stürmischen Verhältnissen vergeben. Der Norweger Johannes Thingnes Bö gewinnt den Gesamtweltcup.

Biathlet Benedikt Doll hat beim Weltcup-Finale in Östersund mit drei Fehlern im letzten Stehendschießen des Massenstarts seinen ersten Saisonsieg aus der Hand gegeben. Im letzten Rennen des Winters verpasste Doll als Fünfter damit auch sein erstes Podium in dieser Saison. Im norwegischen Showdown um den Gesamtweltcupsieg setzte sich Johannes Thingnes Bö in einem Krimi knapp vor Sturla Holm Lägreid durch.

Sprint-Vizeweltmeister Simon Desthieux aus Frankreich holte mit zwei Fehlern seinen zweiten Saisonsieg, knapp vor dem russischen Geburtstagskind Eduard Latipow (2/+8,9 Sekunden) und Bö (3/+17,5). Lägreid (4/+48,4) musste sich nach zwei Fehlern im letzten Schießen mit dem achten Platz zufriedengeben.

Erik Lesser beendete die Saison mit einem 13. Rang (4/1:01,1 Minuten), Roman Rees (2/+1:20,2) landete auf Platz 16. Den Massenstart-Weltcup sicherte sich Tarjei Bö als Sechster.

Bester Deutscher in der Gesamtwertung wurde Arnd Peiffer. Der 34-Jährige war in Schweden schon nicht mehr dabei, nachdem er am Dienstag seinen sofortigen Rücktritt bekanntgegeben hatte.

Preuß „stürmt“ in der Wind-Lotterie von Östersund aufs Podest

Biathletin Franziska Preuß ist beim letzten Massenstart des Weltcup-Winters als Dritte ein versöhnlicher Saisonabschluss gelungen. Die 27-Jährige lief trotz sechs Schießfehlern bei einer Wind-Lotterie im abschließenden Rennen im schwedischen Östersund zum vierten Mal in dieser Saison auf das Podium. Damit sicherte sich Preuß auch den dritten Platz im Gesamtweltcup.

Auf Siegerin Ingrid Landmark Tandrevold (5 Strafrunden) aus Norwegen fehlten Preuß nur 11,1 Sekunden, Zweite wurde Dsinara Alimbekawa (6/+6,9) aus Belarus. "Es war echt ein sehr verrücktes Rennen. Total verrückt, dass man mit sechs Fehlern noch auf das Podium laufen kann", sagte Preuß überglücklich in der ARD: "Ich bin froh, die Saison mit einem Podiumsplatz abzuschließen."

Tandrevold sicherte sich mit dem Sieg im Rennen über 12,5 km, das wegen zu starken Windes um einige Stunden verschoben werden musste, die kleine Kugel im Massenstart-Weltcup. Janina Hettich (+35,2) gelang mit nur vier Schießfehlern als Neunte ein weiterer Top-10-Platz, Denise Herrmann (6/+45,6) musste sich mit Rang elf zufriedengeben. Vanessa Hinz (6/+1:18,4 Minuten) beendete den WM-Winter auf Platz 16.

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+++++20. März 2021+++++

Lesser holt 28 Plätze auf und wird Fünfter

Lesser verspielte im Rennen über 12,5 km beim Saisonfinale im schwedischen Östersund mit zwei Fehlern beim letzten Schießen einen Platz auf dem Stockerl. Lesser, im Sprint nur 33., fehlten 23,9 Sekunden auf das Podium.

"Keine Ahnung, wie das heute funktioniert hat. Dass es heute so gut klappt, ist schön und freut mich", sagte der 32-Jährige, der auch in der Loipe überzeugte.

Der Norweger Sturla Holm Lägreid (2 Strafrunden) feierte seinen siebten Saisonsieg vor seinem Landsmann Johannes Thingnes Bö (3/+22,6 Sekunden) und Sprint-Sieger Lukas Hofer (4/+32,4) aus Italien. Bö sicherte sich damit den Verfolgungs-Weltcup.

Roman Rees, der als Zehnter in die Loipe gegangen war, landete nach vier Schießfehlern (+2:18,8 Minuten) auf dem 20. Platz. Philipp Nawrath (4/+2:49,7) als 26., Justus Strelow (4/+3:03,1) auf Rang 30 und David Zobel (4/3:21,0) als 32. zeigten eine gute Vorstellung. Benedikt Doll erlebte mit sechs Strafrunden auf Platz 36 einen gebrauchten Tag.

Die Entscheidung im Kampf um den Gesamtweltcup zwischen Bö und Lägreid fällt im abschließenden Massenstart am Sonntag (15.30 Uhr/ARD).

Preuß in Verfolgung in Östersund Sechste - Röiseland siegt

Biathletin Franziska Preuß hat nach einer sehenswerten Aufholjagd wichtige Punkte im Kampf um Platz drei im Gesamtweltcup geholt. In der Verfolgung über 10 km beim Weltcup-Finale im schwedischen Östersund verbesserte sich die 27-Jährige trotz vier Schießfehlern auf Platz sechs. Die Norwegerin Marte Olsbu Röiseland feierte ihren dritten Saisonsieg, direkt vor Sprint-Siegerin Tiril Eckhoff (+29,3 Sekunden) mit ebenfalls vier Strafrunden.

Preuß machte bei extrem schwierigen Windverhältnissen einige Plätze gut und lag im Ziel 2:05,9 Minuten zurück. Janina Hettich, im Sprint als beste DSV-Athletin auf Rang 17, überzeugte erneut als Zwölfte (5/+2:27,6 Minuten), Vanessa Hinz (4/+2:48,0) landete auf Rang 19.

IBU-Gesamtweltcupsiegerin Vanessa Voigt (+2:58,2) holte 32 Plätze auf, landete mit nur drei Strafrunden auf Rang 25 und holte erstmals Weltcup-Punkte. Denise Herrmann (6/+3:13,8), die nach der zweiten Schießeinlage auf ihrer Lieblingsstrecke sogar auf Platz drei gelegen war, musste sich am Ende mit Rang 28 begnügen.

Am Sonntag wird der WM-Winter mit den Massenstarts der Frauen (13.00 Uhr) und Männer (15.30 Uhr/beide ARD) beendet.

+++++19. März 2021+++++

Auch deutsche Herren enttäuschen – Rees Zehnter im Sprint

Die deutschen Biathleten haben zum Auftakt des Saisonfinales im schwedischen Östersund enttäuscht. Im ersten Rennen nach dem Rücktritt von Olympiasieger Arnd Peiffer überzeugte am Freitag im Sprint nur Roman Rees als Zehnter. Der 28-Jährige blieb als einziger Deutscher fehlerfrei, hatte aber am Ende 57,6 Sekunden auf Lukas Hofer. Der Italiener verwies bei seinem ersten Saisonsieg mit vier Sekunden Vorsprung Lokalmatador Sebastian Samuelsson auf Rang zwei. Dritter wurde der Norweger Tarjei Bö (+ 14,4 Sekunden). Das Trio war auch ohne Fehlschuss geblieben und hat beste Aussichten für die Verfolgung am Samstag (15.15 Uhr/ARD und Eurosport).

Ex-Weltmeister Benedikt Doll (3/+ 1:29,4 Minuten) wurde nur 31., auch für Routinier Erik Lesser (2 Fehler/+ 1:30,5 Minuten) lief es als 33. nicht besser. Justus Strelow (1 Fehler/+ 1:46,5 Minuten) kam als 37. nach den zehn Kilometern ins Ziel, Philipp Nawrath (3/+ 1:52,6 Minuten) wurde 42. und David Zobel (2/+ 2:07,6 Minuten) 52. Einen erneuten Tiefschlag erlebte Johannes Kühn, der gleich acht seiner zehn Scheiben verfehlte und als 93. ebenso die Qualifikation für das Jagdrennen verpasste wie Philipp Horn (4) auf Rang 74.

Der Kampf um den Gesamtweltcup zwischen den beiden Norwegern Sturla Holm Laegreid und Johannes Thingnes Bö bleibt hoch spannend. Der 24-jährige Laegreid (0 Fehler), der seine erste komplette Weltcup-Saison läuft und bei der WM in Pokljuka viermal Gold holte, wurde Sechster. Bö (27), der die letzten beiden Jahren die Große Kristallkugel gewann, wurde trotz zwei Fehler noch Siebter.

Rückschlag für Preuß im Kampf um Platz drei in der Gesamtwertung - Eckhoff siegt erneut

Franziska Preuß konnte ihre Enttäuschung kaum verbergen. "Irgendwie war vom ersten Schuss an der Wurm drin. Das ist nicht zufriedenstellend", sagte die 27-Jährige mit finsterer Miene. Anstatt im Kampf um Rang drei im Gesamtweltcup ein Ausrufezeichen zu setzen, fabrizierte Preuß ein Streichergebnis und landete in ihrem zweitschlechtesten Rennen des Winters nur auf einem schwachen 23. Rang.

Läuferisch sei es zwar "ganz okay" gewesen, meinte Preuß nach dem Sprint über 7,5 km beim Weltcup-Finale im schwedischen Östersund in der ARD. Aber zwei Schießfehler seien eben doch "ärgerlich". Dennoch: Vor der Verfolgung über 10 km am Samstag (12.15 Uhr/ARD und Eurosport) war die Biathletin aus Haag um Zuversicht bemüht: "Es ist noch viel offen. Ich muss nach vorne schauen."

Mit ihrem Frust war Preuß, die immerhin 17-mal in dieser Saison in die Top 10 kam, nicht alleine. Auch Denise Herrmann, zuletzt zweimal in Nove Mesto auf dem Podest, enttäuschte beim siebten Sprint-Erfolg in Serie von Tiril Eckhoff (Norwegen) als 34. auf der ganzen Linie. Beste Athletin des Deutschen Skiverbandes (DSV) war somit Janina Hettich (0/+39,3 Sekunden) auf Rang 17. "Ich merke, dass die Saison langsam ein Ende nimmt. Mir ging es im Laufen nicht gut", sagte Herrmann und fügte erschöpft an: "Es muss jetzt eine längere Pause her."

Keine Anzeichen von Müdigkeit zeigte dagegen einmal mehr Überfliegerin Eckhoff. Die Gesamtweltcup-Siegerin holte sich ihren 13. Saisonerfolg mit einem Fehler hauchdünn vor Dorothea Wierer (0/+2,5 Sekunden) und ihrer Teamkollegin Ingrid Landmark Tandrevold (0/+6,7). Wierer sicherte sich damit im Gegensatz zu Preuß wichtige Zähler für die Gesamtwertung.

Die Italienerin liegt nun mit 811 Punkten auf Rang vier vor Preuß (795). Auch Lisa Hauser aus Österreich, die Fünfte wurde, darf mit 786 Zählern noch aufs Podium hoffen. Dritte hinter Eckhoff (1103) und Marte Olsbu Röiseland (Norwegen/924) bleibt erst einmal die Schwedin Hanna Öberg (824) trotz einer Nullrunde im Sprint mit einem indiskutablen 52. Rang.

Es bleibt spannend vor der Verfolgung und dem Massenstart am Sonntag zum Abschluss des Winters. "Da darf ich mir solche Fehler nicht mehr erlauben", blickte Preuß voraus.

+++++14. März 2021+++++

Nur Platz neun für schwaches DSV-Quartett - Norwegen siegt

Die deutsche Mixed-Staffel hat beim Biathlon-Weltcup in Nove Mesto eine herbe Enttäuschung erlebt. Vanessa Hinz, Denise Herrmann, Arnd Peiffer und Benedikt Doll landeten beim überlegenen Sieg von Weltmeister Norwegen über 4x6 km auf einem schwachen neunten Platz. Das DSV-Quartett konnte immerhin ein historisch schlechtes Mixed-Ergebnis (bisher Rang 13 bei der WM 2013 in Nove Mesto) im Endspurt noch abwenden.

Schon nach Startläuferin Hinz waren alle Chancen dahin. Die 28-Jährige übergab nach sechs Nachladern mit knapp zwei Minuten Rückstand auf Rang 21 an Herrmann. Doch auch die 32-Jährige, am Freitag noch Zweite im Sprint, erlebte einen Tag zum Vergessen. Nach einer Strafrunde lag Herrmann als 19. schon 3:27,5 Minuten hinter der Spitze.

"Ich bin ziemlich enttäuscht. Ich bin beim Laufen offensiv angegangen. Aber ich habe nach dem dritten Wettkampf gemerkt, dass mir die Substanz fehlt. Das war nix", räumte Herrmann im ZDF ein. Es drohte kurzzeitig gar eine Überrundung durch die überragenden Norweger. Darüber, so Peiffer, habe er sich "in einer Staffel noch nie Gedanken machen müssen". Der Routinier und Doll hielten den Schaden jedoch noch in Grenzen.

Tiril Eckhoff, Johannes Thingnes Bö und Co. (0+4) siegten deutlich vor Italien (0+10/+1:08,7 Minuten) und Schweden (0+10/+1:22,7). Das DSV-Quartett (1+14) lag 3:38,0 Minuten zurück.

Franziska Preuß, am Samstag in der Verfolgung Dritte, und Erik Lesser wurden von Bundestrainer Mark Kirchner geschont. Am Sonntag (13.45 Uhr) steht beim Weltcup in Nove Mesto zum Abschluss noch die Single-Mixed-Staffel an. Ab Freitag findet in Östersund/Schweden das Finale des Biathlon-Winters statt.

Hettich und Rees Elfte in Single-Mixed-Staffel - Schweden siegt

Janina Hettich und Roman Rees sind im letzten Rennen des Biathlon-Weltcups in Nove Mesto in der Single-Mixed-Staffel auf Platz elf gelaufen. Das Duo leistete sich am Sonntag zwölf Nachlader und hatte 1:39,5 Minuten Rückstand auf die siegreichen Schweden Linn Persson und Sebastian Samuelsson. Sie verwiesen die Norweger Ingrid Landmark Tandrevold und Sturla Holm Laegreid um 1,5 Sekunden auf Rang zwei. Dritte würden sensationell die US-Amerikaner Susan Dunklee und Sean Doherty (+ 26,1 Sekunden).

„Eine plausible Erklärung habe ich nicht dafür. Es gibt leider Tage, da läuft es nicht so gut“, sagte Hettich (24), die für die einzige fehlerfreie deutsche Schießserie sorgte, im ZDF. Auch Rees war nicht zufrieden. „Unser Ziel waren die Top sechs. Aber gerade bei mir war es hinten raus auf der Runde schon ein sehr harter Kampf und dann konnte ich es am Schießstand nicht so umsetzten, wie ich es mir vorgenommen hatte“, sagte der 28-Jährige.

Zuvor waren Vanessa Hinz, Denise Herrmann, Arnd Peiffer und Benedikt Doll in der Mixed-Staffel bei schwierigen Bedingungen mit ständig wechselndem Wind und Böen auf Platz neun gelaufen, das Quartett brauchte 14 Nachlader und Herrmann musste eine Strafrunde laufen. Damit beendeten die Deutschen den Weltcup mit zwei Podestplätzen durch Herrmann als Sprint-Zweite und die diesmal geschonte Franziska Preuß als Dritte der Verfolgung. Ab kommenden Freitag steht dann das Saisonfinale im schwedischen Östersund an.

+++++13. März 2021+++++

Eckhoff gewinnt Verfolgung und Gesamtweltcup – Preuß Dritte

Franziska Preuß hat beim Biathlon-Weltcup im tschechischen Nove Mesto für den nächsten deutschen Podestplatz gesorgt. Die auf Rang vier gestartete 27-Jährige setzte sich in der Verfolgung über 10 km in einem packenden Dreikampf auf der letzten Runde durch und wurde mit zwei Schießfehlern Dritte. Für die Bayerin (+40,2 Sekunden) ist es der dritte Podestplatz des Winters.

"Es war echt ein cooles Rennen", sagte Preuß im ZDF: "Ich bin wahnsinnig erleichtert, dass diese Hürde mit diesem blöden Podest endlich überwunden ist." Die Norwegerin Eckhoff (1 Strafrunde) gewann durch ihren vierten Sieg in Serie und den fünften Erfolg nacheinander in der Verfolgung vorzeitig den Gesamtweltcup. Ihre einzig verbliebene Kontrahentin Marte Olsbu Röiseland (1/+41,6) kann sie nach Platz vier in der kommenden Woche beim Weltcupfinale nicht mehr einholen.

Denise Herrmann (+1:22,3) fiel mit drei Schießfehlern und durchwachsener Laufleistung von Platz zwei auf zehn zurück. Zweite wurde Dsinara Alimbekawa (0/+34,6) aus Belarus. "Top Ten ist immer ein gutes Resultat, aber ich habe mir natürlich etwas mehr vorgenommen", sagte Herrmann.

Die weiteren Deutschen blieben erneut weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Janina Hettich (3/+3:35,1) sammelte als 40. zumindest noch einen Weltcuppunkt. Maren Hammerschmidt (3/+4:16,1) wurde 48., Anna Weidel lief auf Platz 53 (4/+4:37,1).

Zum Abschluss des vorletzten Weltcups des Winters stehen am Sonntag noch die Mixed Staffel (10.25 Uhr) und das Single Mixed (13.45 Uhr/jeweils ZDF und Eurosport) auf dem Programm.

Deutsche Biathleten leisten sich zu viele Schießfehler

Die deutschen Biathleten haben beim Weltcup im tschechischen Nove Mesto eine Spitzenplatzierung erneut klar verpasst. Nach dem durchwachsenen Ergebnis im Sprint lief Erik Lesser in der Verfolgung über 12,5 km als bester Skijäger des Deutschen Skiverbandes (DSV) von Rang 19 auf 14 nach vorne. Drei Schießfehler waren beim Sieg des Franzosen Quentin Fillon Maillet zu viel für eine Top-Ten-Platzierung.

"Es war heute schwierig, die Windverhältnisse haben es nicht ganz einfach gemacht", sagte Lesser im ZDF: "Deshalb war ich nicht ganz so sicher unterwegs." Die etwas vor Lesser gestarteten Benedikt Doll (+2:43,1 Minuten) und Arnd Peiffer (+2:54,8 Minuten) enttäuschten mit jeweils sieben Schießfehlern auf ganzer Linie. Letztlich wurde Doll nur 24., Peiffer fiel gar auf Rang 27 zurück. Roman Rees (4/+3:00,9) lief auf Platz 31.

Sprintsieger Fillon Maillet gewann nach zwei Strafrunden in 28:46,7 Minuten auch die Verfolgung. Der norwegische Dominator Johannes Thingnes Bö (2 Strafrunden/+8,0) stürmte von Rang neun auf zwei nach vorne und baute seine Führung im Gesamtweltcup auf seinen viertplatzierten Landsmann Sturla Holm Lägreid (2/+18,1) weiter aus. Emilien Jacquelin aus Frankreich (1/+14,6) wurde Dritter.

Zum Abschluss des vorletzten Weltcups des Winters stehen am Sonntag noch die Mixed Staffel (10.25 Uhr) und das Single Mixed (13.45 Uhr/jeweils ZDF und Eurosport) auf dem Programm.

+++++12. März 2021+++++

Herrmann beim nächsten Eckhoff-Sieg Zweite

Denise Herrmann ist beim Biathlon-Weltcup im tschechischen Nove Mesto zum zweiten Mal nacheinander aufs Podest gestürmt. Die 32-Jährige blieb im Sprint erstmals in dieser Saison fehlerfrei und landete nach 7,5 km wie schon in der Verfolgung am vergangenen Sonntag auf Rang zwei. Auf die erneut siegreiche Gesamtweltcupführende Tiril Eckhoff fehlten der Oberwiesenthalerin lediglich 6,1 Sekunden.

"Ich bin zufrieden mit dem Rennen", sagte Herrmann im ZDF: "Ich freue mich sehr, dass es zum Saisonende noch so funktioniert." Franziska Preuß leistete sich im Stehendanschlag einen Fehler, verschaffte sich als Vierte mit lediglich 17,3 Sekunden Rückstand aber ebenfalls eine glänzende Ausgangsposition für die Verfolgung über 10 km am Samstag.

Die Norwegerin Eckhoff feierte trotz eines Schießfehlers in 18:11,1 Minuten ihren sechsten Sprintsieg in Serie und baute ihren Vorsprung im Gesamtweltcup weiter aus. Dritte wurde die Italienerin Dorothea Wierer (0/+10,5 Sekunden).

Nach den Jagdrennen der Männer (14.45 Uhr) und Frauen (17.30 Uhr) am Samstag stehen zum Abschluss am Sonntag noch die Mixed Staffel (10.25 Uhr) und das Single Mixed (13.45 Uhr/alles ZDF und Eurosport) auf dem Programm.

+++++11. März 2021+++++

Peiffer im Sprint auf Rang 13 - Fillon Maillet gewinnt

Olympiasieger Arnd Peiffer hat zum Auftakt des zweiten Weltcupwochenendes im tschechischen Nove Mesto eine weitere Podestplatzierung klar verpasst. Nach seinem dritten Platz an gleicher Stelle in der Vorwoche kam der 33-Jährige diesmal im Sprint über 10 km nicht über Rang 13 hinaus. Letztlich fehlten dem besten Deutschen nach einem Schießfehler 31,3 Sekunden auf seinen sechsten Podestplatz des Winters.

Der fehlerfreie Franzose Quentin Fillon Maillet gewann in 22:07,2 Minuten erstmals in seiner Karriere ein Individualstartrennen. Zweiter wurde der Norweger Tarjei Bö (0 Strafrunden/+11,3 Sekunden), Lukas Hofer (0/+14,8) aus Italien komplettierte das Podest.

Benedikt Doll (2/+49,4) und Erik Lesser (1/+54,7) landeten auf den Rängen 15 und 19, trotz ihrer Fehler im Stehendanschlag ist die Ausgangsposition für die Verfolgung am Samstag (14.45 Uhr) noch ordentlich. Roman Rees (1/+1:16,5) kam nicht unter die besten 25, Johannes Kühn (3/+2:29,9) und Philipp Horn (3/2:42,5) verpassten gar die Qualifikation für den Verfolger.

Dominator Johannes Thingnes Bö (2/+37,0) sicherte sich trotz Platz neun vorzeitig die kleine Kristallkugel im Sprintweltcup, im Gesamtweltcup schmolz der Vorsprung des Norwegers auf seinen fünftplatzierten Landsmann Sturla Holm Lägreid (1/+23,4) allerdings leicht.

Die Frauen starten am Freitag (17.30 Uhr) mit ihrem Sprint über 7,5 km in das zweite Weltcupwochenende in Nove Mesto. Nach den Verfolgern der Männer und Frauen (17.30 Uhr) am Samstag stehen zum Abschluss am Sonntag noch die Mixed Staffel (10.25 Uhr) und das Single Mixed (13.45 Uhr/alles ZDF und Eurosport) auf dem Programm.

Lette Rastorgujevs vorläufig suspendiert

Der lettische Biathlet Andrejs Rastorgujevs ist wegen eines Verstoßes gegen die Anti-Doping-Bestimmungen vorläufig suspendiert worden. Wie die Biathlon Integrity Unit (BIU) mitteilte, hat sich der 32-Jährige in den vergangenen zwölf Monaten gleich drei Meldepflichtversäumnisse geleistet. Rastorgujevs bekommt nun zwei Wochen Zeit, um auf die Entscheidung der BIU zu reagieren.

Laut Welt-Anti-Doping-Code sind die Athleten dazu verpflichtet, ihren Aufenthaltsort richtig anzugeben und somit jederzeit für mögliche Dopingkontrollen zur Verfügung zu stehen. Erweisen sich die Angaben als falsch und der Sportler wird bei einer unangekündigten Kontrolle nicht angetroffen, wird dies als Versäumnis des Athleten ausgelegt. Nach drei derartigen Verstößen droht eine Sperre.

Nach einem Hoch mit zwei Podestplätzen in den Jahren 2017 und 2018 kämpft Rastorgujevs derzeit um den Anschluss an die Weltspitze, aktuell ist er 24. im Gesamtweltcup.

+++++7. März 2021+++++

Doll und Peiffer in der Verfolgung in den Top 10

Die deutschen Biathleten Benedikt Doll und Arnd Peiffer haben beim Weltcup in Nove Mesto einen weiteren Podestplatz verpasst. In der Verfolgung über 12,5 km musste sich Peiffer trotz ausgezeichneter Ausgangsposition beim Sieg des Norwegers Tarjei Bö mit dem zehnten Platz begnügen, Doll wurde Achter.

"Ich bin sehr zufrieden", sagte Doll im ZDF: "Der eine Fehler stehend hat mich aus dem heißen Rennen geschmissen. Wenn man so mithalten kann, macht das richtig Spaß."

Bö feierte mit einem Fehlschuss in 28:17,3 Minuten seinen dritten Saisonsieg, knapp vor seinem Bruder Johannes Thingnes Bö (2/+8,2 Sekunden) und Sprint-Sieger Simon Desthieux (2/+11,5) aus Frankreich. Doll (2/+15,5), im Sprint noch Sechster, fehlten vier Sekunden auf das Podium.

Für Peiffer (+37,2), der als Dritter mit vier Sekunden Rückstand in die Loipe gegangen war, waren drei Fehler am Schießstand zu viel. Erik Lesser (2/+1:23,7 Minuten) zeigte erneut eine gute Leistung und belegte nach einem 14. Rang im Sprint den 15. Platz. Philipp Nawrath (2/+2:00,7), der als Schlussläufer mit der Staffel am Freitag triumphiert hatte, startete eine Aufholjagd von Platz 53 und holte als 29. Weltcup-Punkte.

In der kommenden Woche (11. bis 14. März) steht Teil zwei der Veranstaltung in Nove Mesto auf dem Programm, ehe im schwedischen Östersund (19. bis 21. März) das Weltcupfinale stattfindet.

Herrmann wird Zweite in Verfolgung von Nove Mesto - Hettich bricht Rennen ab

Denise Herrmann ist beim Biathlon-Weltcup in Nove Mesto in der Verfolgung auf den zweiten Platz gelaufen. Die 32-Jährige setzte nur einen ihrer 20 Schuss daneben und musste sich nach einer überzeugenden Leistung lediglich der Norwegerin Tiril Eckhoff geschlagen geben. Bei ihrem ungefährdeten Start-Ziel-Erfolg leistete sich die viermalige Pokljuka-Weltmeisterin drei Fehler und hatte nach zehn Kilometern 24 Sekunden Vorsprung auf Herrmann. Rang drei sicherte sich am Sonntag Marte Olsbu Röiseland aus Norwegen (3 Fehler/+ 29,9 Sekunden). Mit dem zehnten Saisonerfolg baute Eckhoff ihre Führung in der Gesamtwertung weiter aus.

Herrmann hatte wegen eines Infekts noch bei der WM den Massenstart auslassen müssen und war auch zum Auftakt des Weltcups in Tschechien beim Staffel-Debakel mit Platz zwölf geschont worden. Nach Platz zehn im Sprint schaffte sie nun ihren zweiten Podestplatz der Saison nach Platz zwei im ersten Saisonrennen Ende November 2020.

„Wegen mir hätte jetzt nicht so ein langer Zeitraum dazwischen sein müssen. Es wäre schön, wenn das regelmäßiger kommen könnte“, sagte die Sächsin im ZDF. „Gerade fühle ich mich sehr entspannt beim Schießen, weil ich mir keinen Druck mehr mache. Die Saison ist am ausklingen, aber ich bin trotzdem noch motiviert, für mich einen versöhnlichen Abschluss zu finden. Da ist mir heute ein Teilerfolg gelungen.“

Franziska Preuß (2 Fehler) als Fünfte und Vanessa Hinz (1) als Elfte konnten ebenfalls guten Leistungen abliefern. Maren Hammerschmidt wurde 30., Janina Hettich gab das Rennen wegen Magenproblemen auf. „Sie hat seit längerer Zeit schon ein bisschen Probleme mit ihrem Bauch, hat öfter mal Bauchschmerzen beziehungsweise Krämpfe“, sagte Disziplintrainer Kristian Mehringer. Die Probleme hatte sie auch schon Samstag im Sprint, bei dem sie sich aber noch durchkämpfte. „Aber heute war es so, dass sie nicht mehr weiterlaufen konnte. Deswegen hat sie das Rennen abgebrochen“, erklärte Mehringer.

+++++6. März 2021+++++

Peiffer sprintet auf Rang drei - Biathletinnen rehabilitieren sich

Beflügelt vom ersten Staffelsieg seit über vier Jahren hat Arnd Peiffer für den nächsten Glanzpunkt beim Biathlon-Weltcup in Nove Mesto gesorgt. Der Olympiasieger lief am Samstag im Sprint über zehn Kilometer auf einen hervorragenden dritten Platz und verpasste seinen elften Weltcupsieg nur um 4,4 Sekunden. Nach der enttäuschenden WM, bei der Peiffer als Zweiter im Einzel für die einzige Medaille gesorgt hatte, überzeugten auch Benedikt Doll (30) als Sechster und Erik Lesser (32) auf Rang 14.

„Ich weiß, wo ich die Zeit liegen gelassen habe, mein Stehendschießen war etwas zu lang. Aber das Podium ist immer eine schöne Sache und etwas besonderes“, sagte Peiffer nach seinen fünften Einzelpodest dieser Saison im ZDF. Beim zweiten Schießen war Peiffer mit 27,9 Sekunden 6,2 Sekunden langsamer als der siegreiche Simon Desthieux. Der Franzose distanzierte bei seinem ersten Weltcupsieg den ebenfalls fehlerfreien Schweden Sebastian um gerade mal 2,4 Sekunden.

Damit gehen die Schützlinge von Bundestrainer Mark Kirchner mit sehr guten Aussichten in die Verfolgung am Sonntag (16.00 Uhr/ZDF und Eurosport). Einen Tag nach dem fulminanten Start-Ziel-Sieg im Team hatte auch Doll die Chance auf den Sieg. Doch der erste Schuss im Stehendanschlag rutschte dem Ex-Weltmeister zu schnell raus und so lag der 30-Jährige am Ende 14,5 Sekunden hinter Platz eins zurück. „Das war ein technischer Fehler, die Null wäre drin gewesen. Das darf nicht passieren“, sagte Doll.

Lesser, der nach seiner enttäuschenden WM nun wieder auf dem Weg zur Normalform ist und das schon bei seiner hervorragenden Staffelleistung am Freitag gezeigt hatte, musste läuferisch etwas „büßen. Das ist noch Luft nach oben. Aber die Weltcuppunkte nehme ich gerne mit“, sagte der Thüringer (+ 50,7).

Einen rabenschwarzen Tag erlebte dagegen Johannes Kühn, der nach einem Fehler liegend beim Stehendanschlag alle fünf Scheiben verfehlte und danach enttäuscht das Rennen aufgab. Er fehlt wie Roman Rees (61.) in der Verfolgung, Staffelschlussläufer Philipp Nawrath wurde 53.

Den Damen glückte nach ihrem Staffel-Debakel die Wiedergutmachung, einen Podestplatz verpassten sie trotz guter Leistungen allerdings. Nach je einem Schießfehler liefen Franziska Preuß sowie Vorjahressiegerin Denise Herrmann auf die Plätze acht und zehn. Damit verschafften auch sie sich eine gute Position fürs Jagdrennen (12.00 Uhr/ZDF und Eurosport). Preuß muss 25 Sekunden auf Sprintsiegerin Tiril Eckhoff aufholen, Herrmann 29 Sekunden. Für die norwegische Weltmeisterin war es der fünfte Sprintsieg in Serie, mit dem die 30-Jährige ihre Führung im Gesamtweltcup ausbaute.

„Ich habe es geschafft, einen soliden Rhythmus zu schießen, dieser eine Fehler ist aber ärgerlich“, sagte Preuß. Das ist so ziemlich die Zeit für eine Strafrunde, ohne wäre Preuß wohl aufs Podium gelaufen. Lediglich sieben der 106 Starterinnen kamen fehlerfrei durch, sodass die Schießleistungen der Deutschen positiv zu bewerten sind. In der Loipe passte es wie schon beim Staffel-Desaster mit Rang zwölf aber noch nicht wieder zu hundert Prozent.

Herrmann war da mit der siebten Laufzeit noch die Beste. Die Sächsin, die wegen eines Infekts in der Staffel geschont wurde, zeigte sich angesichts des Trainingsausfalls „wirklich ganz zufrieden“, vor allem mit dem Schießen. „Läuferisch ist es noch nicht das, wo ich hin will und was ich kann“, sagte die 32-Jährige. Auf der Schlussrunde hatte sie noch einen „kleinen Sturz“, „auch noch vor den Füßen meines Trainers, den hätte ich mir sparen können“, sagte Herrmann.

Maren Hammerschmidt (31) beendete das Rennen als 20., Vanessa Hinz (28) kam als 23. ins Ziel. Janina Hettich (24) wurde 29. und Weltcup-Debütantin Vanessa Voigt (23) verpasste als 64. die Qualifikation für die Verfolgung.

+++++5. März 2021+++++

Männer-Staffel feiert ersten Weltcupsieg seit vier Jahren

Der Jubel über seine Wiederauferstehung kannte bei Erik Lesser keine Grenzen. Freudestrahlend schloss er seinen Kumpel Arnd Peiffer in die Arme, um danach Benedikt Doll und Philipp Nawrath zu herzen. Mit einer bärenstarken Leistung legte der 32-Jährige nach seiner Katastrophen-WM den Grundstein für den ersten deutschen Staffel-Sieg nach 1504 Tagen. Zuletzt hatte ein DSV-Quartett vor über vier Jahren am 21. Januar 2017 in Antholz triumphiert.

"Die Mannschaft hat sich mit einem sensationellen Rennen belohnt. So schnell kann es im Biathlon gehen. So ein Sieg nach so langer Zeit hat immer eine besondere Bedeutung. Das ist Balsam für das ganze Team und zeigt, dass richtig viel Potenzial in dem Team steckt. Das hat die Mannschaft eindrucksvoll bewiesen", sagte Bundestrainer Mark Kirchner im ZDF.

Vor allem Lesser hielt 13 Tage nach seinem WM-Debakel dem immensen Druck stand. "Ich bin froh, dass es nicht so war wie in Pokljuka, aber das wäre auch ganz schwer gewesen. Es lief wieder ganz normal, dann kann ich auch mal den Gesamtweltcup-Zweiten attackieren. Ich hoffe, dass das wieder Normalität wird", sagte der Startläufer sichtlich erleichtert.

Bei der WM war er auf Position eins entkräftet eingebrochen, ein indiskutabler siebter Platz der deutschen Staffel war die Folge. Und nun das! "Ich freue mich besonders für Erik, der zeigen konnte, was für ein grandioser Startläufer er ist. Es muss nicht jeder nach einer schlechten Leistung seine Karriere beenden, das hat Erik eindrucksvoll gezeigt", betonte Routinier Peiffer.

Nach überzeugenden Leistungen am Schießstand mit nur fünf Nachladern und stark in der Loipe gewannen Peiffer, Lesser und Co. mit satten 1:21,7 Minuten Vorsprung vor Russland (0+8) und Norwegen (3+9/1:33,2). Der Weltmeister sicherte sich durch Platz drei die kleine Kristallkugel für die Disziplin-Wertung. Für das deutsche Team war es nach zwei dritten Plätzen zu Saisonbeginn die dritte Podiumsplatzierung des Winter.

Schon vor der Überraschung hatte sich Lesser zuversichtlich gezeigt. "Ich habe ein neues Update geladen. Das Betriebssystem ist wieder hochgefahren", sagte er - und lieferte. Nach zwei Nachladern übergab Lesser noch vor Doppel-Weltmeister Sturla Holm Lägreid auf Position eins auf Doll.

Auch der 30-Jährige überzeugte. "Es macht tausend Mal mehr Spaß, vorne wegzulaufen. Ich konnte agieren", sagte Doll, der die Führung sogar leicht ausbauen konnte. Da wollte sich Routinier Peiffer nicht lumpen lassen. Der 33-Jährige, der mit Silber im Einzel für die einzige WM-Medaille der Männer gesorgt hatte, leistete sich nur einen Schießfehler und wechselte 36,7 Sekunden vor Frankreich auf Nawrath.

Der 28-Jährige ersetzte aus der WM-Staffel Roman Rees - und behielt die Nerven. Seine Aufregung habe sich "in Grenzen gehalten. Das war für mich eine ehrenvolle Aufgabe als Schlussläufer. Ich konnte das Vertrauen Gott sei Dank bestätigen", sagte Nawrath.

Im Gegensatz zu den deutschen Frauen, die mit Platz zwölf am Donnerstag eine historische Enttäuschung erlebt hatten, holten sich die Männer für das Wochenende viel Selbstvertrauen. Der Weltcup wird am Samstag mit den Sprints der Frauen über 7,5 km (11.00 Uhr) und der Männer über 10 km (15.40/beide ZDF und Eurosport) fortgesetzt. Die Verfolger am Sonntag schließen Teil eins der Veranstaltung in Nove Mesto ab.

+++++4. März 2021+++++

DSV-Staffel erlebt historisches Desaster und verliert die kleine Kristallkugel an Schweden

Die Trainerkritik nach dem Staffel-Debakel der deutschen Biathletinnen war schonungslos. „Viel Positives fällt mir nicht dazu ein. Das war von vorne bis hinten schlecht“, sagte Disziplincoach Florian Steirer nach dem desaströsen Platz zwölf beim Weltcup-Auftakt im tschechischen Nove Mesto. Nur anderthalb Wochen nach WM-Silber verloren die deutschen Skijägerinnen zudem im letzten Staffelrennen der Saison auch noch die Kleine Kristallkugel der Disziplinwertung. Die holten sich durch ihren Finalsieg die Schwedinnen, die bei Punktgleichheit mit den DSV-Damen einen Saisonerfolg mehr zu Buche stehen haben.

Nachdem die Ukraine wegen eines anscheinenden Wechselfehlers zunächst in den Ergebnislisten disqualifiziert, dann aber nach Auswertung der Bilder durch die Jury doch regulär gewertet wurde, kamen am Donnerstag Maren Hammerschmidt, Vanessa Hinz, Janina Hettich und Preuß nicht als Elfte ins Ziel. Nur im Dezember 2019 in Hochfilzen war es mit Rang zwölf für eine deutsche Damen-Staffel genauso so schlecht wie jetzt gelaufen.

Das einzig Positive beim Auftritt von Maren Hammerschmidt, Vanessa Hinz, Janina Hettich und Franziska Preuß war am Donnerstag die Schießleistung von Preuß. In der Loipe waren die Deutschen ohne die nach einem Infekt noch geschonte Denise Herrmann, die bei der WM in Pokljuka mit Hinz, Hettich und Preuß Silber gewonnen hatte, diesmal nicht konkurrenzfähig. „Was wir heute in der Loipe abgeliefert haben, war grottenschlecht“, sagte Steirer im ZDF. In den fünf Staffelrennen zuvor waren seine Damen nie schlechter als Vierte gewesen.

Beim Aufwärmen mit lustigen Spielchen an der Tischtennisplatte waren die deutschen Biathletinnen noch bester Laune. Diese war dann nach einer ernüchternden Vorstellung schnell verflogen. „Es ist von Anfang an zäh gegangen, da steht man unter Zugzwang, und dann ist die Lockerheit weg und man geht verkrampfter ran“, sagte Preuß (26), die sich mit ihrem Auftritt zumindest Selbstvertrauen für das Wochenende mit Sprint und Verfolgung holte: „Ich bin ganz zufrieden mit meinem Rennen.“

Für die Kolleginnen ging vom Start weg nichts. „In der zweiten Runde bin nicht mehr vom Fleck gekommen“, sagte Hammerschmidt (31), die nach ihrer Fußverletzung nicht in Schwung kommt. Da auch bei Hinz (28) nicht viel zusammenlief, wurde der Rückstand immer größer, und Hettich (24) ging 1:48,0 Minuten hinter Norwegen als 13. ins Rennen. „Da war komplett der Wurm drin in meinem Wettkampf, bei mir ist es komplett in die Hosen gegangen“, sagte Hinz. Hettich als beste Liegendschützin des Feldes konnte gerade so die Strafrunde vermeiden, so dass Preuß mit einer Hypothek von mehr als zwei Minuten als 14. ihr Rennen aufnahm und am Ende nur noch Schadensbegrenzung betreiben konnte.

Die Männer wollen es am Freitag (15.20 Uhr/ZDF und Eurosport) nach dem WM-Debakel mit Platz sieben in der Besetzung Erik Lesser, Benedikt Doll, Arnd Peiffer und Philipp Nawrath besser machen. Vor allen Lesser (32) steht im Mittelpunkt. Er hatte als Startläufer bei der Weltmeisterschaft in Pokljuka einen Einbruch erlitten, so dass sein Team gleich zu Beginn des Wettkampfes aus dem Rennen war.

Der Weltcup in Tschechien ist derweil nicht ganz unumstritten. Die tschechische Regierung hatte angesichts der weltweit höchsten Sieben-Tage-Inzidenz einen harten Shutdown verhängt, die Bürger dürfen ihren Bezirk seit Montag nur noch in Ausnahmefällen verlassen.

Der Weltverband IBU und der Deutsche Skiverband vertrauen aber auf ihre Hygienekonzepte. Bisher waren alle Corona-Tests bei Sportlern und Betreuern negativ, wie die IBU am Donnerstag mitteilte. Zwei Personen aus dem Organisationsteam sind jedoch positiv.

+++++ 3. März 2021+++++

Biathletin Voigt gibt in Nove Mesto Weltcup-Debüt

Biathletin Vanessa Voigt feiert beim ersten Teil des Weltcups in Nove Mesto (4. bis 7. März) ihr Debüt. Die 23-Jährige wurde angesichts ihrer starken Leistungen mit zuletzt drei Siegen im zweitklassigen IBU-Cup erstmals von Bundestrainer Mark Kirchner ins Aufgebot des Deutschen Skiverbandes (DSV) berufen. Insgesamt nominierte Kirchner sechs Frauen, angeführt von Franziska Preuß und Denise Herrmann, sowie sechs Männer um Vizeweltmeister Arnd Peiffer.

Nach einer enttäuschenden WM in Pokljuka mit nur zwei Medaillen - neben Peiffer holte die Frauen-Staffel Silber - ist in Tschechien Wiedergutmachung angesagt. Vor allem Routinier Erik Lesser ist nach seiner desaströsen WM heiß. "Mein Ziel ist, wieder in die Top 15 zu kommen. Ich werde mich in besserer Form zeigen als zuletzt", sagte der 32-Jährige.

Mit der Staffel der Frauen über 4x6 km geht es am Donnerstag (16.05 Uhr/ZDF und Eurosport) in Nove Mesto los. Die Männer-Staffel folgt am Freitag. Am Wochenende stehen Sprint und Verfolgung auf dem Programm.

"Ich freue mich riesig auf meinen ersten Weltcup-Einsatz und bin schon sehr gespannt. Meine aktuelle Saison hätte bis dato nicht besser laufen können", sagte Voigt. Sie wolle vor allem "Spaß haben, es genießen, mir die Großen 'live' anschauen und von ihnen lernen." Neben Voigt ist im Gegensatz zur WM noch Philipp Nawrath dabei.

Das DSV-Aufgebot für Nove Mesto:

Frauen: Maren Hammerschmidt (Winterberg), Denise Herrmann (Oberwiesenthal), Janina Hettich (Schönwald), Vanessa Hinz (Schliersee), Franziska Preuß (Haag), Vanessa Voigt (Rotterode)

Herren: Benedikt Doll (Breitnau), Johannes Kühn (Reit im Winkl), Erik Lesser (Frankenhain), Philipp Nawrath (Nesselwang), Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld), Roman Rees (Schauinsland)

+++++22. Februar 2021+++++

„Hätten uns mehr erwartet“ - Sportdirektor nach Biathlon-WM unzufrieden

Nur zwei Medaillen in zwölf Rennen: Die deutschen Biathleten sind bei der WM in Pokljuka hinter den Erwartungen zurückgeblieben. "Ein bisschen mehr hätten wir uns schon erwartet. Es hat ein Stück weit das glückliche Händchen gefehlt", sagte Bernd Eisenbichler, Sportlicher Leiter der Biathleten, nach den historisch schlechten Titelkämpfen. Vier bis fünf Medaillen hatte der Deutsche Skiverband (DSV) als Ziel ausgegeben.

Olympiasieger Arnd Peiffer durfte als einziger deutscher Skijäger mit Einzel-Silber über eine Medaille in einem Individual-Rennen jubeln, die Frauen-Staffel lief auf der slowenischen Hochebene ebenfalls zu Silber. "Wir sind nicht komplett zufrieden mit der WM", sagte Eisenbichler: "Wir haben trotzdem gute Dinge gesehen, gerade bei den Damen mit vielen Top-8-Platzierungen."

Speziell Franziska Preuß, die alle sieben WM-Rennen bestritt, überzeugte mit starken Leistungen. Als einzige Athletin kam sie als Fünfte (Verfolgung), Sechste (Massenstart), Siebte (Einzel) und Achte (Sprint) in allen Einzel-Rennen in die Top 8. Die DSV-Athleten waren "oft sehr knapp an einer Medaille" dran, betonte Eisenbichler.

In Zukunft müssten die deutschen Biathleten "noch konstanter durch die Saison kommen, auch in Vorbereitung auf so ein Großevent", sagte der Bayer: "Da haben wir einiges an Arbeit vor uns." Lediglich zwei Medaillen hatte es seit der Wiedervereinigung nur 2013 in Nove Mesto gegeben, damals fanden allerdings weniger Wettbewerbe als heute statt.

+++++21. Februar 2021+++++

Peiffer und Doll verpassen Medaille im Massenstart

Arnd Peiffer und Benedikt Doll haben zum Abschluss der Biathlon-WM in Pokljuka/Slowenien eine weitere Medaille verpasst. Im Massenstart über 15 km kam Peiffer als bester der beiden deutschen Starter auf Rang zwölf, auf den Bronzeplatz fehlte dem 33-Jährigen nach drei Schießfehlern fast eine Minute. Benedikt Doll (+2:58,5 Minuten Rückstand) lief beim Sieg des Norwegers Sturla Holm Lägreid nach katastrophaler Schießleistung (6 Strafrunden) lediglich auf Rang 23.

Für die deutschen Männer bleibt es damit wie schon im Vorjahr bei der WM in Antholz bei einer Medaille, Peiffer hatte im Einzel Silber gewonnen. Im Massenstart verspielte der Routinier (+1:09,2) einen Tag nach der Enttäuschung in der Staffel mit zwei Fehlern beim letzten Schießen einen weiteren Podestplatz.

Der Norweger Lägreid holte in 36:27,2 Minuten mit nur einem Schießfehler seinen zweiten Titel auf der slowenischen Hochebene. Silber ging an seinen Landsmann Johannes Dale (2/+10,2 Sekunden), Bronze holte der Franzose Quentin Fillon Maillet (2/+12,8). Erik Lesser, Roman Rees und Johannes Kühn hatten die Qualifikation für den Massenstart der besten 30 Athleten verpasst.

+++++21. Februar 2021+++++

Keine Einzelmedaille für deutsche Biathletinnen – Preuß Sechste im Massenstart

Franziska Preuß und Vanessa Hinz haben im abschließenden Massenstart der Biathlon-Weltmeisterschaft in Pokljuka eine Medaille klar verpasst. Beim ersten WM-Titel der Österreicherin Lisa Theresa Hauser lief Preuß am Sonntag auf Rang sechs, Hinz wurde Zehnte. Damit blieben die deutschen Skijägerinnen, die tags zuvor Silber in der Staffel gewonnen hatten, erstmals seit 1997 ohne WM-Einzelmedaille. Zuletzt hatte es 2013 in Nove Mesto nur eine Damen-Medaille bei Welttitelkämpfen gegeben.

Hauser, die auch vom früheren deutschen Damen-Coach Gerald Hönig betreut wird, sorgte damit für den ersten WM-Titel einer österreichischen Skijägerin überhaupt.

Preuß (26) leistete sich zwei Strafrunden und hatte nach 12,5 Kilometern 52,6 Sekunden Rückstand auf die Siegerin, die die beiden Norwegerinnen Ingrid Landmark Tandrevold (1 Fehler/+ 21,7 Sekunden) und Tiril Eckhoff (3/+ 23,0) auf die Medaillenplätze verwies. Hinz (28) kam nach einem Fehler mit 1:21,2 Minuten Rückstand ins Ziel. Preuß hatte am Samstag mit einer herausragenden Schießleistung und einem phänomenalen Schlussspurt Staffel-Silber gesichert und galt als eine der Medaillenkandidatinnen.

Denise Herrmann musste kurzfristig auf ihren Start verzichten. Wie der Deutsche Skiverband knapp zwei Stunden vor dem Rennen mitteilte, ist eine Erkrankung Grund für die Entscheidung. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, sagte Mannschaftsarzt Jan Wüstenfeld und schloss eine Infektion mit dem Coronavirus aus. Herrmann hatte tags zuvor mit Preuß, Hinz und Janina Hettich Staffel-Silber geholt.

Herrmann fällt für Massenstart aus

Biathletin Denise Herrmann muss kurzfristig auf ihren Start im abschließenden Massenstart bei der Weltmeisterschaft im slowenischen Pokljuka verzichten. Wie der Deutsche Skiverband am Sonntag knapp zwei Stunden vor dem Rennen mitteilte, ist eine Erkrankung Grund für die Entscheidung. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, sagte Mannschaftsarzt Jan Wüstenfeld und schloss eine Infektion mit dem Coronavirus aus. „Wir gehen davon aus, dass sie mit der Erkrankung nicht 100 Prozent leistungsfähig ist und ein Start keinen Sinn macht“, sagte Wüstenfeld über die 32 Jahre alte Sächsin. Noch am Samstag hatte die ehemalige Langläuferin mit der deutschen Frauenstaffel hinter Norwegen die Silbermedaille gewonnen.

+++++21.Februar 2021+++++

Frauen-Staffel holt Silber - Männer verhindern schlechtestes Staffel-Ergebnis der Geschichte

Nach einem unwiderstehlichen Zielsprint riss Franziska Preuß die Arme in die Höhe, dann verschwand sie in der Jubeltraube ihrer Teamkolleginnen. Am Streckenrand fielen sich die Trainer Florian Steirer und Mark Kirchner glücklich in die Arme. Die Erleichterung in der deutschen Biathlon-Mannschaft war nach Silber für die Frauen-Staffel riesig - auch wenn es kurz darauf einen herben Dämpfer bei den Männern gab. Nach einem unglaublichen Einbruch von Erik Lesser musste sich das DSV-Quartett mit dem enttäuschenden siebten Rang begnügen.

Der Freude bei den Frauen tat dies keinen Abbruch. "Ich habe es auch nicht mehr geglaubt. Aber mein zweites Leben ist wiedergekommen. Das war echt cool", sagte Preuß strahlend. 0,4 Sekunden lag das DSV-Team nach fünf Nachladern vor der Ukraine (0+7), es war die erste Medaille für die erfolgsverwöhnten Biathletinnen bei den Titelkämpfen auf der Hochebene Pokljuka.

"Es ist eine mega Erleichterung, ein richtig schönes Gefühl, wenn man sich mal nicht rechtfertigen muss. Das tut uns allen extrem gut", betonte Preuß nach ihrer furiosen Aufholjagd von Rang fünf auf zwei. Nur die Norwegerinnen (0+11) waren um 8,8 Sekunden besser. Er sei "viele Tode gestorben", bekannte Steirer im ZDF und fügte glücklich an: "Das war eine geile Kiste."

Im Mittelpunkt stand Schlussläuferin Preuß, die mit ihrer Kraftanstrengung auf den letzten Metern gegen Olena Pidhruschna Platz zwei sicherte. "Das war gigantisch. Damit hatte ich nicht mehr gerechnet", lobte Denise Herrmann ihre überragende Kollegin.

Endlich, so Preuß, habe man "einen Grund zum Feiern". Zumal die erste WM seit der Wiedervereinigung ohne deutsche Frauen-Medaille gedroht hatte. Doch vor dem Massenstart über 12,5 km am Sonntag (12.30/ZDF und Eurosport) ist nun der Druck nicht mehr ganz so groß.

Dagegen quittierten die Männer in der Staffel über 4x7,5km das zweitschlechteste WM-Ergebnis seit der Wiedervereinigung nach Rang zwölf 2001. Schon nach Startläufer Lesser waren alle Träume von der vierten Staffel-Medaille in Serie bei einem Großereignis dahin. Der 32-Jährige brach auf der Strecke komplett ein und übergab als 20. an Roman Rees.

"Die letzte Runde ging gar nichts mehr. Eine wirkliche Erklärung habe ich nicht", sagte DSV-Arzt Jan Wüstenfeld. Nach dem Zieleinlauf war Lesser zusammengebrochen, Betreuer hatten ihm aufhelfen müssen. Lesser gehe es aber soweit gut, ergänzte Wüstenfeld.

Einen Einbruch in dem Ausmaß habe er "noch nicht erlebt", sagte Rees. Lesser habe schon "beim Einlaufen nicht gut ausgesehen. Er ist explodiert. Es ist natürlich bitter, dass es am Höhepunkt passiert. Das tut mir wahnsinnig leid für ihn", sagte Arnd Peiffer. Nach dem völlig verpatzten Auftakt von Lesser nutzten auch gute Leistungen von Rees und Peiffer, die am Schießstand fehlerfrei blieben, sowie von Benedikt Doll (ein Nachlader) nichts mehr.

Weltmeister wurde wie bei den Frauen Norwegen. Das Team um Johannes Thingnes Bö (0+8) triumphierte deutlich mit 33,1 Sekunden Vorsprung vor Olympiasieger Schweden (0+7) und Russland (0+5/+50,9). Peiffer und Co. (0+4) hatten 1:43,2 Minuten Rückstand.

Die WM wird am Sonntag (15.15 Uhr) mit dem Massenstart der Männer über 15 km abgeschlossen.

+++++18. Februar 2021+++++

Mixed-Staffel enttäuscht

Franziska Preuß und Erik Lesser haben bei der Biathlon-WM in Pokljuka eine Medaille in der Single-Mixed-Staffel deutlich verpasst. Das deutsche Duo musste sich beim Sieg der Franzosen nach einer enttäuschenden Vorstellung am Schießstand mit dem siebten Platz begnügen. Im Vorjahr waren Preuß/Lesser bei der WM in Antholz noch Vizeweltmeister geworden.

Das französische Duo Julia Simon und Antonin Guigonnat triumphierte in 36:42,4 Minuten (0 Strafrunden+5 Nachlader) vor Norwegen (0+9/+2,8 Sekunden) und Schweden (0+8/+22,6). Preuß und Lesser (1+9) lagen 1:21,2 Minuten zurück.

Lesser, der im Einzel geschont worden war, zeigte nach dem Debakel im Sprint (66.) und der Mixed-Staffel erneut eine schwache Leistung. Am Mittwoch hatte Arnd Peiffer mit Silber im Einzel die bislang einzige Medaille für den Deutschen Skiverband (DSV) geholt.

Am Freitag ist Ruhetag bei der WM in Slowenien. Die Staffeln am Samstag und die Massenstart-Rennen am Sonntag schließen die Titelkämpfe auf der Hochebene Pokljuka ab.

+++++19. Februar 2021+++++

Preuß und Peiffer führen deutsche Staffeln an

Die deutschen Biathleten gehen bei der WM in Pokljuka ohne personelle Überraschungen in die traditionellen Staffelrennen. Bei den Frauen startet die zuletzt in Oberhof siegreiche Besetzung mit Vanessa Hinz, Janina Hettich, Denise Herrmann und Franziska Preuß am Samstag (11.45 Uhr) über 4x6 km. Für die Männer jagen Erik Lesser, Roman Rees, Arnd Peiffer und Benedikt Doll über 4x7,5 km nach Edelmetall (15 Uhr/jeweils ZDF und Eurosport).

Bundestrainer Mark Kirchner hatte schon vor der Weltmeisterschaft auf der slowenischen Hochebene eine Medaille pro Staffelwettbewerb als Ziel ausgegeben. "Wir sind auf jeden Fall optimistisch und gehen mit Rückenwind rein", sagte Herrmann: "Wir können Paroli bieten." Doch dafür müsse "alles funktionieren".

Im Saisonverlauf liefen die deutschen Skijägerinnen in drei von vier Staffeln aufs Podest, in der WM-Besetzung gab es neben dem Sieg beim Heimweltcup noch einen zweiten Platz. Die Männer standen zu Saisonbeginn zweimal auf dem Stockerl, zuletzt gab es im Weltcup allerdings nur die Plätze fünf und vier.

Bei der letzten WM in Antholz holten die Frauen vor einem Jahr Silber, für Peiffer und Co. gab es Staffelbronze.

++++16. Februar 2021+++++

Den Medaillenfluch besiegt – Peiffer holt Silber im Einzel

Olympiasieger Arnd Peiffer hat den deutschen Biathleten bei der WM in Pokljuka die langersehnte erste Medaille beschert. Der 33-Jährige blieb im Einzel über 20 km fehlerfrei und schnappte sich mit 16,9 Sekunden Rückstand auf den Norweger Sturla Holm Lägreid Silber. Peiffer beendete damit im siebten Rennen den deutschen Medaillenfluch, länger hatte der Deutsche Skiverband (DSV) bei einer WM noch nie auf die erste Medaille warten müssen.

Hier geht es um kompletten Bericht: Peiffer erlöst das deutsche Biathlon-Team.

++++16. Februar 2021+++++

Biathletinnen verpassen Medaille erneut – Überraschungsgold im Einzel

Historische Durststrecke statt erhoffter Medaille: Die deutschen Biathletinnen haben auch im WM-Einzel von Pokljuka das Podium verpasst. Franziska Preuß belegte über 15 km mit zwei Fehlern als beste Athletin des Deutschen Skiverbandes (DSV) den siebten Rang. Denise Herrmann musste sich mit Rang 15 zufrieden geben. Auch im sechsten Rennen der Titelkämpfe in Slowenien ging das deutsche Team damit leer aus, das gab es in der WM-Historie noch nie.

Weltmeisterin wurde völlig überraschend die Tschechin Marketa Davidova. Die 24-Jährige, die bisher nur einmal WM-Bronze mit der Mixed-Staffel gewonnen hatte, triumphierte nach einer fehlerfreien Schießleistung vor Olympiasiegerin Hanna Öberg aus Schweden (1/+27,9 Sekunden) und Ingrid Landmark Tandrevold aus Norwegen (1/+1:04,0 Minuten). Preuss lag 2:14,4 Minuten zurück.

Herrmann, die beim Weltcup-Auftakt in Kontiolahti als Zweite im Einzel ihr bestes Saisonergebnis gefeiert hatte, leistete sich zwei Fehler. Die frühere Langläuferin hatte allerdings auch auf der Strecke Probleme und kam mit 2:29,7 Minuten Rückstand auf Davidova ins Ziel. Vanessa Hinz (3/+4:16,9) und Maren Hammerschmidt (2/+4:20,7) belegten die Ränge 33 und 34.

Die Männer um Arnd Peiffer und Benedikt Doll hoffen am Mittwoch (14.30 Uhr/ZDF und Eurosport) im Klassiker über 20 km nach dem historischen Desaster in Sprint und Verfolgung auf den Befreiungsschlag. Am Donnerstag steht die Single-Mixed-Staffel auf dem Programm.

Fünf positive Corona-Tests bei Biathlon-WM - Keine Athleten betroffen

Bei der Biathlon-Weltmeisterschaft im slowenischen Pokljuka hat es fünf positive Coronavirus-Tests gegeben. Wie der Weltverband IBU am Dienstag mitteilte, handelt es sich dabei ausschließlich um Personen aus dem Medienbereich. Sportler seien nicht betroffen. Insgesamt wurden beim Saison-Höhepunkt der Skijäger bisher 2100 Tests durchgeführt, neun davon fielen positiv aus. Darunter war zuvor auch Ricco Groß, der Trainer der östereichischen Männer.

++++15. Februar 2021+++++

Hammerschmidt ersetzt Hettich im Einzel

Angeführt von Franziska Preuß und Denise Herrmann werden die deutschen Biathletinnen im Einzel am Dienstag (12.05 Uhr/ARD und Eurosport) ihre erste Medaille bei der WM in Pokljuka jagen. Wie der Deutsche Skiverband (DSV) mitteilte, werden über die 15 km auch Einzel-Vizeweltmeisterin Vanessa Hinz und erstmals Maren Hammerschmidt bei den Titelkämpfen in Slowenien an den Start gehen.

In die Zuschauerrolle schlüpft indes Janina Hettich, die in der Verfolgung auf dem 34. Platz gelandet war. In den ersten fünf WM-Rennen hatten die DSV-Athleten die Podestplätze verfehlt.

+++++15. Februar 2021+++++

Druck auf die deutschen Biathleten steigt

Die Thüringer Rostbratwürste kamen den gefrusteten deutschen Biathleten gelegen. „Die Köche haben den Grill angeworfen, das war auch mal lecker und eine schöne Abwechslung“, sagte Franziska Preuß. Am Ende der medaillenlosen ersten WM-Woche im slowenischen Pokljuka gab es nach vielen sportlichen Enttäuschungen am Sonntag zumindest noch ein besonderes Abendessen, ehe Preuß nun das ersehnte erste Edelmetall ins Visier nimmt. „Das ist das Ziel, das war immer meine Motivation. Ich bin davon überzeugt, dass ich das drauf habe“, sagte die 26-Jährige am Montag in der Team-Unterkunft in Bled.

Am Ruhetag wollte die Bayerin nach den Plätzen fünf (Verfolgung) und acht (Sprint) Kräfte für das schwere Einzel am Dienstag (12.05 Uhr/ZDF und Eurosport) sammeln. „Mich würde es einfach mega freuen, wenn der Tag kommt, wo man belohnt wird für die ganze Arbeit, die man investiert“, sagte Preuß. Zweimal war sie in Slowenien schon nah am Podest dran, im dritten Einzelrennen soll es im schweren Klassiker über 15 Kilometer nun endlich gelingen. „So gut in Form war ich noch nie am Höhepunkt“, sagte die ehemalige Staffel-Weltmeisterin. Vor allem dank starker Laufform sieht sie „eine super Ausgangsposition“.

Die DSV-Skijäger stehen nach dem schlechtesten WM-Start seit acht Jahren gehörig unter Druck. Um in den verbleibenden sieben Rennen noch die angepeilten vier bis fünf Medaillen zu holen, ist eine Steigerung notwendig. Die Frauen sind an der Weltspitze dran und liefen im Jagdrennen am Sonntag zu dritt unter die Top acht, die Männer erlebten ihr schlechtestes Sprintrennen überhaupt und konnten in der Verfolgung auch keine großen Schritte nach vorne machen. „Der Schalter ist schnell mal wieder umgelegt“, sagte Preuß über die Herren: „Man darf es nicht aufgeben.“ Und müsse „fröhlich bleiben“.

Sie selbst könne das nun wieder, nachdem sie den Ärger über ihre kleinen Fehler vor allem beim Stehendschießen verarbeitet hat. Dabei helfen Telefonate mit Partner und mittlerweile Ex-Biathlet Simon Schempp oder ihren Neffen. „Da ist Biathlon kein Thema“, sagte Preuß, die als Sechste beste Deutsche im Gesamtweltcup ist. Früher bremsten sie hartnäckige Infekte und Krankheiten immer wieder aus. Durch die strengen Corona-Maßnahmen ist das nun ganz anders. „Das ist mein erster Winter, wo ich beschwerdefrei durchkomme“, sagte sie.

2015 hatte Preuß im Massenstart bereits WM-Silber in Finnland gewonnen. Ihr wurde in jungen Jahren ähnliches Talent bescheinigt wie Laura Dahlmeier, die später Doppel-Olympiasiegerin und siebenmal Weltmeisterin wurde. Erst mit reichlich Verspätung ist Preuß nun doch noch zur Nummer eins im Team aufgestiegen. Auch wenn sich die viermalige Vizeweltmeisterin selbst nicht als Frontfrau sieht und mit diesem Begriff nichts anfangen kann, hat sie Denise Herrmann in Sachen Konstanz überflügelt und kann in allen WM-Rennen antreten.

„Wir sind mannschaftlich vorne dabei, das könnte auch ganz anders aussehen“, sagte Frauen-Cheftrainer Kristian Mehringer. „Leider haben wir die Medaille noch nicht geholt.“ Neben Preuß könnte sich vor allem auch Herrmann, die Vierte im Sprint und Achte in der Verfolgung wurde, in das Rennen um Einzel-Edelmetall einschalten. Im Vorjahr hatte die Sächsin das Weltcup-Rennen auf der Pokljuka erstmals in ihrer Karriere mit 20 Treffern bei 20 Schüssen überlegen gewonnen. „Ich hoffe, das ist ein gutes Omen“, sagte Herrmann. Außerdem ist in Vanessa Hinz auch die aktuelle Einzel-Vizeweltmeisterin am Start.

+++++14. Februar 2021+++++

Biathletinnen trotz verpasster Medaille zufrieden – Eckoff holt drittes Gold

Biathletin Franziska Preuß ist bei der Weltmeisterschaft in Pokljuka in der Verfolgung als beste Deutsche auf Rang fünf gelaufen. Die 26-Jährige leistete sich am Sonntag zwei Fehler und hatte am Ende 49,3 Sekunden Rückstand auf die Norwegerin Tiril Eckhoff, die sich nach der Mixed-Staffel und dem Sprint bereits ihr drittes Gold sicherte. Damit konnten Preuß & Co. den schlechtesten deutschen WM-Start seit 2013 nicht verhindern. Erstmals seit acht Jahren blieb das deutsche Team nach dem ersten Wochenende ohne Medaille.

Silber ging an die Österreicherin Lisa Theresa Hauser, Bronze sicherte sich die Französin Anais Chevalier-Bouchet. Die fehlerfreie Vanessa Hinz lieferte als starke Sechste ihr bestes Saisonresultat ab, Ex-Weltmeisterin Denise Herrmann wurde nach drei Strafrunden Achte, Janina Hettich lief auf Rang 34.

Jacquelin mit Wahnsinns-Schießen zu Gold – Deutsche Männer enttäuschen erneut

Nach ihrem historischen Sprint-Debakel haben die deutschen Biathleten bei der Weltmeisterschaft in Pokljuka kaum Wiedergutmachung betrieben. In der Verfolgung über 12,5 Kilometer landete Arnd Peiffer am Sonntag nach vier Schießfehlern nur auf dem 20. Platz. Der Sprint-Olympiasieger war von Rang 36 gestartet und konnte sich nicht entscheidend nach vorne arbeiten. Der Rückstand des 33-Jährigen aus dem Harz betrug 2:58,0 Minuten.

Der Franzose Emilien Jacquelin verteidigte seinen Verfolgungs-Titel in sensationeller Manier mit mehreren Schnellfeuereinlagen. Ohne Strafrunde wurde der 25-Jährige erneut Weltmeister und setzte sich mit 7,3 Sekunden Vorsprung vor dem Schweden Sebastian Samuelsson (0 Fehler) durch. Bronze ging an den Norweger Johannes Thingnes Bö (2). Jacquelin war als Dritter gestartet.

Nach schlechten Leistungen am Schießstand wurde Benedikt Doll (6) 31., Johannes Kühn (7) schaffte es nur auf Platz 41. Erik Lesser hatte als 66. des Sprints sogar die Qualifikation für das Jagdrennen der besten 60 verpasst. Im Sprint hatten die Skijäger am Freitag das schwächste Ergebnis ihrer WM-Geschichte abgeliefert und waren schon vor dem Start am Sonntag ohne Chance auf Podestplätze.

+++++13. Februar 2021+++++

Herrmann verpasst Bronze im Sprint knapp – Eckhoff siegt

Denise Herrmann hat die erste deutsche Medaille bei der Biathlon-WM in Pokljuka/Slowenien knapp verpasst. Die 32-Jährige sorgte mit dem undankbaren vierten Platz für das bislang beste deutsche Ergebnis der Titelkämpfe, zum ersehnten ersten Edelmetall fehlten im Sprint über 7,5 km letztlich aber acht Sekunden. Ein Fehler im Stehendschießen kostete Herrmann bei böigem Wind und Eiseskälte die Goldmedaille.

"Ich bin zufrieden mit dem Rennen, wäre aber schon auch gerne aufs Podium gelaufen", sagte die Oberwiesenthalerin in der ARD: "Vierter beim Großereignis wird man sehr ungern." Auf die fehlerfreie Siegerin Tiril Eckhoff fehlten der Oberwiesenthalerin letztlich 22,3 Sekunden. Die Norwegerin holte in 21:18,7 Minuten vor der Französin Anais Chevalier-Bouchet (1 Strafrunde/+12,0 Rückstand) und der überraschend starken Hanna Sola (0/+14,4) aus Belarus ihren vierten Sprintsieg in Serie.

Auch die anderen deutschen Athletinnen büßten nach fehlerfreiem Liegendschießen stehend alle Medaillenchancen ein. Die hochgehandelte Franziska Preuß (1/+50,4) verschaffte sich als Achte zumindest eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung am Sonntag (15.30 Uhr/ARD und Eurosport). Vanessa Hinz (1/+1:08,5) egalisierte mit Rang zwölf zum Höhepunkt ihr bestes Saisonergebnis, Janina Hettich (2/+1:52,2) kam nicht unter die besten 25.

Vor den Frauen kämpfen am Sonntag die Männer im Jagdrennen um Medaillen (13.15 Uhr/beide ARD und Eurosport). Nach dem historischen Sprint-Debakel geht es für Arnd Peiffer (36.), Benedikt Doll (39.) und Johannes Kühn (45.) allerdings nur noch um Schadensbegrenzung.

+++++12. Februar 2021+++++

Herren im Sprint historisch schlecht – Peiffer auf Platz 36

Arnd Peiffer, Erik Lesser und Benedikt Doll standen schwer geschlagen und völlig verzweifelt im eisigen Zielraum. Anstatt in der Kältekammer Pokljuka mit heißen Herzen aufs Podium zu stürmen, erlebten die deutschen Biathleten im Sprint über 10 km ein historisches Debakel und ein Rennen zum Vergessen. Als bester DSV-Athlet landete Arnd Peiffer auf dem indiskutablen 36. Platz - so schlecht waren die erfolgsverwöhnten deutschen Männer in einem WM-Rennen noch nie.

"Das ist ärgerlich. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen. Wenn wir im Rennen nicht liefern, haben wir wenig Argumente", sagte Sprint-Olympiasieger Peiffer nach dem Überraschungssieg von Martin Ponsiluoma konsterniert.

Er habe sich unterwegs sogar gefragt, "warum ich Teil der WM-Mannschaft bin. In meinem Körper hat alles gestreikt, das war nichts. Das war von vorne bis hinten ein Griff ins Klo. Die Lunge und die Beine sind explodiert", ergänzte Lesser mit finsterer Miene, er verpasste als 66. (!) sogar den Verfolger. Bei Benedikt Doll auf Rang 39 und Johannes Kühn (45.) lief es nur unwesentlich besser. Ein Desaster.

Im Rennen am Sonntag über 12,5 km (13.15 Uhr/ARD und Eurosport) ist allenfalls Schadensbegrenzung für das frustrierte DSV-Team angesagt. Schon zum Auftakt hatte es für den Deutschen Skiverband in der Mixed-Staffel mit Platz sieben eine maßlose Enttäuschung gegeben. Der Druck auf Peiffer und Co. wächst vor den kommenden Wettbewerben.

"Es passt alles nicht zusammen. Es ist der Wurm drin. Ich habe Bedenken, dass die sich in ein Loch eingraben", sagte ARD-Expertin und Rekord-Weltmeisterin Magdalena Neuner.

Wie es geht, zeigte bei arktischen minus elf Grad Ponsiluoma, der für eine dicke Überraschung sorgte. Der Schwede gewann nach fehlerfreier Schießleistung sein erstes Rennen überhaupt vor dem Franzosen Simon Desthieux (0/+11,2) und dessen Landsmann Emilien Jacquelin (1/+12,9). Erstmals in diesem Winter ging der Sieg im Sprint damit nicht an die klar favorisierten Norweger. Johannes Dale und Überflieger Johannes Thingnes Bö, der sich zwei Schießfehler leistete, mussten sich mit den Rängen vier und fünf zufrieden geben. Für Bö ein "Schlag ins Gesicht".

Das galt auch für die Deutschen. Peiffer leistete sich zwei Fehler und wies 1:37,2 Minuten Rückstand auf den neuen Weltmeister Ponsiluoma auf. Doll (+1:43,7) verfehlte wie Johannes Kühn (+1:57,3) gar vier Scheiben. Die Fehler hätten ihn "fertig gemacht. Das ist super ärgerlich und nicht mein Anspruch", sagte Doll.

+++++11. Februar 2021+++++

Peiffer will „mit Medaille nach Hause“

Es braucht schon viel, um Arnd Peiffer ernsthaft aus der Ruhe zu bringen. Selbst die verkorkste Mixed-Staffel zum Auftakt der Biathlon-WM in Slowenien reicht dazu nicht aus. Der enttäuschende siebte Platz bedeutete am Mittwoch zwar einen klaren Fehlstart auf der Pokljuka, doch der 33 Jahre alte Routinier weiß mit all seiner Erfahrung: „Es gilt allgemein für den Biathlon-Sport, dass man lernen muss, schlechte Rennen zu analysieren einerseits, aber dann auch in nicht all zu langer Zeit abzuhaken und nach vorne zu blicken.“

Und da kommt das nächste Rennen in seiner Paradedisziplin genau richtig. Am Freitag (14.30 Uhr/ARD und Eurosport) geht es im Sprint über zehn Kilometer um den ersten WM-Einzeltitel. Der Harzer ist in diesem Wettbewerb 2018 nicht nur Olympiasieger in Pyeongchang geworden, sondern war 2011 auch schon Weltmeister. Gold scheint allerdings mal wieder vergeben: Der Norweger Johannes Thingnes Bö ist in herausragender Form und hängte Peiffer in der Mixed-Staffel in der Loipe um fast schon erschreckende 45 Sekunden ab.

Dieser enorme Rückstand habe zwar ihn etwas geschockt, sagte Peiffer. Doch der Rest des Feldes hinter Bö ist insgesamt doch viel enger zusammen. „Nicht unzufrieden“ sei er mit seinem eigenen Auftakt gewesen, sagte Peiffer. Nur einen Nachlader brauchte er, konnte in der Loipe aber eben nicht mithalten. Zumindest das passt in die Serie negativer Erinnerungen an Slowenien. „Von den drei schlechtesten Rennen, die ich je gemacht habe, waren zwei in Pokljuka“, sagte Peiffer. In der Vergangenheit lag das meist daran, dass der Weltcup am Ende eines Trimesters lag, also die harte dritte Weltcup-Woche in Folge war.

„Ich freue mich jetzt mal, dass ich mich wirklich gut auf die Rennen vorbereiten kann“, sagte Peiffer nun. Auch bei seiner elften WM spürt der älteste Skijäger im deutschen Team noch Anspannung. Wenn das einmal nicht mehr so wäre, sei es Zeit, aufzuhören. Wann das soweit ist? Offen. Peiffer plant noch nicht über das Saisonende hinaus und hat sich vor dem Winter nicht klar zu einem Olympiastart in Peking bekannt. Er entscheide von Jahr zu Jahr. Möglich scheint also, dass es in Pokljuka vielleicht seine letzte WM wird und er beim Heimspiel 2023 in Oberhof mit dann 35 Jahren nicht mehr aktiv dabei ist.

Peiffer hat allerdings bewiesen, was er auch im hohen Alter noch leisten kann. Sein Massenstart-Erfolg im Dezember in Hochfilzen ist der einzige Einzelsieg für den Deutschen Skiverband in dieser turbulenten Saison. Doch es gab auch Enttäuschungen, die nun bei der WM keine Rolle mehr spielen sollen. „Natürlich möchte ich am Ende gerne mit einer Medaille nach Hause fahren“, sagte Peiffer.

16 WM-Medaillen, davon fünf goldene, hat er seit 2009 schon gesammelt. Dazu kommt dreimal olympisches Edelmetall mit der Krönung vor drei Jahren in Südkorea. Doch selbst wenn es nun nicht zum Sprung aufs Podest reichen sollte, wäre das kein Grund zur Enttäuschung. „Letztes Jahr habe ich das Optimum in Sprint und Verfolgung gezeigt und war am Ende Siebter und Fünfter, weil mir in der Laufform 20 Sekunden fehlten“, sagte Peiffer: „Da war ich trotzdem mit mir im Reinen.“ Bei der WM 2020 in Antholz seien es „sehr gute Ergebnisse“ gewesen, ohne Medaille „interessiert es am Ende aber natürlich keinen“.

Neben Peiffer sind nach einem Ruhetag im Sprint auch Erik Lesser, Benedikt Doll und Johannes Kühn dabei. Vor allem Doll, 2017 noch Weltmeister in Hochfilzen, ist heiß auf seinen ersten Einsatz in Slowenien. „Es war ein bisschen schade, dass es nicht so aufgegangen ist“, sagte der Schwarzwälder zur verpatzten Mixed-Staffel seiner Kollegen: „Ich glaube, wir blicken jetzt weiter voraus. Das war jetzt das erste Rennen, und wir schauen auf das nächste.“

Röiseland jagt Neuners WM-Rekord: Schon zehnmal Biathlon-Gold

Magdalena Neuner droht der Verlust ihrer Bestmarke als Biathlon-Rekordweltmeisterin. Marte Olsbu Röiseland sicherte sich durch den überlegenen Triumph mit der norwegischen Mixed-Staffel zum Auftakt der Weltmeisterschaft in Pokljuka am Mittwoch schon ihren zehnten Titel. Nur die bereits 2012 zurückgetretene Neuner sammelte in ihrer Karriere noch mehr WM-Goldmedaillen - nämlich zwölf.

„Wow! Was für ein Team. Großartiger Start in diese WM“, schrieb die 30-Jährige Röiseland ihren Fans bei Instagram. Dass die derzeit Führende im Gesamtweltcup bei der bis zum Sonntag in einer Woche dauernden WM weitere Titel folgen lassen wird und zunächst mit Neuner gleichziehen kann, ist wahrscheinlich. Im Vorjahr hatte sie es als erste Skijägerin geschafft, siebenmal Edelmetall bei nur einer WM zu gewinnen. In Antholz gab es fünfmal Gold und zweimal Bronze.

Und was ist in Slowenien noch möglich? Schon am Wochenende gibt es die nächsten Chancen auf Gold. Zunächst am Samstag im Sprint, einen Tag später bei erfolgreicher Qualifikation auch in der Verfolgung.

Röiselands Landsmann Johannes Thingnes Bö jubelte sogar schon über WM-Titel Nummer elf, ein Rekord ist für ihn aber in weiter Ferne. Die Bestmarke bei den Männern hält Ole Einar Björndalen, der in seiner unvergleichlichen Laufbahn gleich 20-mal Weltmeister wurde.

+++++10. Februar 2021+++++

Deutsche Mixed-Staffel enttäuscht zum Auftakt - Norwegen gewinnt Titel

Bittere Enttäuschung statt eingeplanter Medaille: Die deutsche Mixed-Staffel hat zum Auftakt der Biathlon-WM in Pokljuka/Slowenien das Podium und das erhoffte Ausrufezeichen deutlich verpasst. Erik Lesser, Olympiasieger Arnd Peiffer, Denise Herrmann und Franziska Preuß mussten sich über 4x7,5 km mit einem ernüchternden siebten Rang zufrieden geben. Es war das zweitschlechteste WM-Ergebnis nach 2013 (13.).

Norwegen wurde seiner Favoritenrolle gerecht und verteidigte bei dichtem Schneefall seinen Titel erfolgreich. Tiril Eckhoff, Marte Olsbu Röiseland, Überflieger Johannes Thingnes Bö und Sturla Holm Lägreid (0+11) siegten deutlich vor Österreich (0+2/+ 27,0 Sekunden) und Schweden (0+8/30,6). Das DSV-Quartett wies nach elf Nachladern 1:04,9 Minuten Rückstand auf.

Vor allem Startläufer Lesser war nach einer indiskutablen Leistung untröstlich. "Das war nicht gut. Ich bin total traurig. Schade, dass noch drei andere dranhängen. Normalerweise stellt man die vier Besten auf. Ich gehöre nicht dazu", sagte der 32-Jährige selbstkritisch. Nach vier Nachladern und erheblichen Problemen auf der Strecke übergab Lesser mit 1:02,0 Minuten als 17. auf Peiffer.

Er hoffe, "dass es die anderen besser machen", ergänzte Lesser. Doch auch Routinier Peiffer kam im ersten Rennen der Titelkämpfe auf der Hochebene in Slowenien nicht richtig in die Gänge. Zwar leistete sich der Olympiasieger nur einen Fehler am Schießstand und arbeitete sich auf Platz zwölf vor, dennoch vergrößerte sich der Rückstand auf die Spitze auf 1:41,9 Minuten.

"Ich bin mit der Leistung nicht unzufrieden, war aber schon etwas erschrocken, als ich den Rückstand nach vorne sah. Ich hatte gehofft, dass wir auf einen besseren Position übergeben können", sagte Peiffer.

Herrmann startete die Aufholjagd mit einem fehlerfreien Schießen im Liegendanschlag. Doch drei Nachlader beim Stehendschießen kosteten wieder wertvolle Sekunden. "Ich habe versucht, sehr aggressiv zu starten. Ich hatte nichts zu verlieren. Im Stehendanschlag habe ich etwas gezittert. Es ist Luft nach oben", sagte Herrmann. Preuß als Schlussläuferin konnte die große Lücke nicht mehr schließen.

Bisher hatte die deutsche Mixed-Staffel zweimal WM-Gold gewonnen (2010 und 2017). In Östersund 2019 gab es Silber, bei der WM 2020 in Antholz war das deutsche Team Vierter geworden. Beim einzigen Mixed-Wettbewerb im Weltcup in diesem Winter hatte es auch nur zu Rang fünf gereicht.

Am Freitag (14.30 Uhr/ARD und Eurosport) haben die Männer im Sprint über 10 km die nächste Gelegenheit auf eine Medaille. Peiffer geht als heißestes deutsches Eisen ins Rennen, auch Lesser, Benedikt Doll und Johannes Kühn hoffen auf ein Spitzenresultat. Der Sprint der Frauen über 7,5 km steigt am Samstag. Die Titelkämpfe finden bis zum 21. Februar statt, in zwölf Rennen werden Medaillen vergeben.

Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zur Biathlon-WM>>>

Hier informieren wir Sie über das deutsche Aufgebot für die WM.

+++++10. Februar 2021+++++

So sehen Sie die Wettkämpfe im TV und Stream

Die Wettbewerbe der Biathlon-WM 2021 werden live bei den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern ARD und ZDF sowie bei Eurosport übertragen. Die Wettkämpfe vom 10. bis 16. Februar werden von der ARD im TV gezeigt. Die zweite Woche der Biathlon-WM zeigt das ZDF live. Eurosport überträgt alle Wettbewerbe der Weltmeisterschaft in Pokljuka. ARD und ZDF berichten von der Biathlon-WM auch im Live-Stream. Dort werden alle Wettbewerbe im Internet gestreamt.

Hier finden Sie einen Überblick über den Zeitplan und die TV-Zeiten.

Österreichs Cheftrainer Groß vor Staffelrennen positiv auf Corona getestet - keine Fälle bei Athleten

Der österreichische Herren-Cheftrainer Ricco Groß ist kurz vor dem Start der Biathlon-Weltmeisterschaft im slowenischen Pokljuka positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 50-jährige gebürtige Thüringer weise keinerlei Symptome auf und wurde sofort isoliert, teilte der österreichische Verband am Mittwoch wenige Stunden vor dem Auftaktrennen in der Mixedstaffel mit. Der viermalige Olympiasieger habe sich an alle Sicherheitsmaßnahmen und die strengen Corona-Regel des Verbandes gehalten, dennoch fiel nach seiner Ankunft in Pokljuka ein PCR-Test positiv aus. Derzeit läuft die Kontaktnachverfolgung, um mögliche Ansteckungsketten zu unterbinden.

Der Biathlon-Weltverband hatte zuvor mitgeteilt, dass kein Sportler positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Bei den bislang 770 durchgeführten Tests traten drei Corona-Fälle auf. Neben Groß, der einst im deutschen Damen-Team als Trainer arbeitete, sind auch zwei Personen aus dem Medienbereich betroffen. Die drei Betroffenen wurden sofort isoliert. Insgesamt hat die IBU in dieser Saison knapp 9800 Corona-Tests durchgeführt. In 45 Fällen war eine Quarantäne notwendig.

Der Zeitplan der Biathon-WM.

Deutsche Biathleten hoffen auf Traumstart am Mittwoch

Eine Medaille in der Mixed-Staffel am Mittwoch (15 Uhr/ARD und Eurosport) soll die Initialzündung für traumhafte Weltmeisterschaften im Corona-Winter werden. "Wenn der Anfang klappt, ist es leichter, da weiterzumachen", sagte Denise Hermann dem SID: "Das Podium ist natürlich immer unser Ziel. Wir wollen der Konkurrenz das Leben nicht leicht machen. Wir sind alle gut drauf und werden voll angreifen."

Die Voraussetzungen sind bestens. Mit Erik Lesser, Arnd Peiffer, Herrmann und Franziska Preuß kann der Deutsche Skiverband zum Auftakt seine vermeintlich stärkste Besetzung ins Rennen schicken. Peiffer, Herrmann und Preuß gehörten schon zur Staffel, die im Vorjahr bei der WM in Antholz mit Platz vier hauchdünn eine Auftaktmedaille verpasste. Lesser ersetzt den damaligen Schlussläufer Benedikt Doll - aus gutem Grund.

Erstmals werden im Mixed-Rennen über 4x7,5 km bei einer WM die Männer den Anfang machen. Nur logisch, dass Lesser mit seiner jahrelangen Erfahrung als Startläufer der Herrenstaffel den Vorzug vor Doll erhielt und mit 32 Jahren doch noch zu seiner WM-Premiere in diesem Wettbewerb kommt. Das neue Format könnte dem deutschen Team durchaus liegen.

Schließlich beeindruckte Preuß in der Frauenstaffel zuletzt gleich mehrfach auf der Schlussposition, während die Männer am Ende immer wieder Podestplätze aus der Hand gaben. Topfavoriten sind allerdings die im Weltcup alles überragenden Norweger, auch Frankreich, Schweden oder Russland sind hoch einzuschätzen. (Hier zeigen wir alle Favoriten der WM im Überblick)

"Mixed-Staffeln sind immer sehr eng, weil jede Nation hochklassige Sportler stellt, von Platz 1 bis 10 kann da alles möglich sein", sagte Frauentrainer Kristian Mehringer. Umso wichtiger wäre es, mit einem Erfolgserlebnis gleich "in einen positiven Flow" zu kommen, betonte Herrmann. Denn schließlich soll die Mixed-Staffel erst der Anfang sein - die deutschen Biathleten haben bei den Geistertitelkämpfen vom 10. bis 21. Februar viel mehr vor.

+++++5. Februar 2021+++++

Warum Laura Dahlmeier nicht im TV zu sehen sein wird

Das ZDF muss bei der Biathlon-Weltmeisterschaft auf seine prominenteste Mitarbeiterin verzichten. Laura Dahlmeier wird für das Zweite nicht als TV-Expertin im Einsatz sein. Die siebenmalige Weltmeisterin hat nach Angaben des Senders Uni-Prüfungen zu absolvieren. Die 27-Jährige studiert Sportwissenschaften in München.

Nach dem Ende ihrer sportlichen Laufbahen hatte Dahlmeier im Dezember 2019 ihre ZDF-Premiere bei einem Weltcup in Frankreich erlebt. Sie soll auch zukünftig für das Zweite arbeiten, hieß es. Die WM in Pokljuka (Slowenien) beginnt am Mittwoch mit der Mixed-Staffel.

Biathlon-WM in Pokljuka wegen Corona-Pandemie ohne Zuschauer

Die Biathlon-WM im slowenischen Pokljuka findet ab der kommenden Woche nun doch ohne Zuschauer statt. Das bestätigte der Weltverband IBU am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Bis zuletzt hatten die Veranstalter gehofft, dass an den neun Wettkampftagen mit insgesamt zwölf Medaillenentscheidungen trotz der Corona-Pandemie zumindest 500 Fans pro Tag an die Strecken kommen können. Diese Plänen wurde vor dem Start am kommenden Mittwoch jedoch wieder verworfen. Zum Auftakt steht die Mixedstaffel auf dem Programm, die WM dauert anschließend noch bis zum 21. Februar.

+++++4. Februar 2021+++++

WM-Sprintrennen mit Peiffer, Lesser, Doll und Kühn

Biathlon-Bundestrainer Mark Kirchner hat bereits mehr als eine Woche vor dem ersten Einzelrennen bei der WM in Pokljuka über das deutsche Aufgebot entschieden. Wie der Thüringer am Donnerstag bei einer Medienrunde bekanntgab, werden im Sprint über zehn Kilometer Arnd Peiffer, Erik Lesser, Benedikt Doll und Johannes Kühn antreten. Als einziger der fünf deutschen WM-Starter wird am Freitag in einer Woche in Slowenien Roman Rees fehlen. Der 27-Jährige soll dafür in der zweiten WM-Woche im Einzel über 20 Kilometer zum Einsatz kommen. Wer zum Auftakt der Weltmeisterschaften am kommenden Mittwoch in der Mixedstaffel startet, ist bislang noch nicht bekannt.

„Es sind alle gesund, alle können gut trainieren“, sagte Kirchner in einer Video-Schalte aus dem Trainingslager in Obertilliach. In Österreich steht für die deutsche Mannschaft bis Sonntag das letzte Trainingslager auf dem Programm, ehe es zum Höhepunkt der Saison nach Slowenien geht. „Wir freuen uns darauf, dass es bald losgeht“, sagte Olympiasieger Peiffer und ergänzte: „In den nächsten Tagen werden wir noch harte Einheiten haben, um den Körper daran zu erinnern, dass es bald wieder weh tun wird.“

Vier bis fünf Medaillen sollen bei den insgesamt zwölf Entscheidungen herausspringen, hatte Biathlon-Sportdirektor Bernd Eisenbichler zu den Zielen gesagt. „Ich würde gerne mit einer Medaille nach Hause fahren“, sagte Peiffer, der bei den Männern als aussichtsreichster Kandidat gilt. Bei den Frauen hat diese Rolle Franziska Preuß inne. „Mich würde es total freuen, wenn ich überhaupt irgendwo auf dem Podium stehen kann. Wo ist eher zweitrangig“, sagte die Bayerin.

+++++1. Februar 2021+++++

Peiffer und Preuß führen zehnköpfiges Aufgebot für WM an

Zehn Biathletinnen und Biathleten des Deutschen Skiverbandes (DSV) werden bei den Weltmeisterschaften in Pokljuka um Medaillen kämpfen. Wie der Verband mitteilte, wurden Arnd Peiffer, Benedikt Doll, Erik Lesser, Roman Rees und Johannes Kühn sowie Franziska Preuß, Denise Herrmann, Janina Hettich, Maren Hammerschmidt und Vanessa Hinz nominiert. Die WM-Wettbewerbe in Slowenien werden vom 10. bis 21. Februar ausgetragen.

Einzel-Vizeweltmeisterin Hinz hatte die Norm (zweimal Top 15 oder einmal Top 8) zwar verpasst, die 28-Jährige ist aber wesentlicher Bestandteil der deutschen Erfolgs-Staffel geworden. Bei den Männern verfehlten Rees und Kühn die Norm, beide werden um den vierten Startplatz in der Staffel kämpfen - das deutsche Aufgebot im Überblick:

Frauen: Maren Hammerschmidt (SK Winterberg), Denise Herrmann (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal), Janina Hettich (SC Schönwald), Vanessa Hinz (SC Schliersee), Franziska Preuß (SC Haag)

Herren: Benedikt Doll (SZ Breitnau), Johannes Kühn (WSV Reit im Winkl), Erik Lesser (SV Eintracht Frankenhain), Arnd Peiffer (WSV Clausthal-Zellerfeld), Roman Rees (SV Schauinsland)

+++++29. Januar 2021+++++

Kühn holt EM-Bronze im Sprint – DSV-Frauen enttäuschen

Johannes Kühn hat bei den Biathlon-Europameisterschaften im polnischen Duszniki Zdroj für die erste deutsche Medaille gesorgt. Der 29-Jährige holte im Sprint über 10 km nach zwei Schießfehlern Bronze und empfahl sich damit für ein WM-Ticket. Europameister wurde der Schweizer Martin Jäger.

Im Weltcup hatte Kühn die Norm des Deutschen Skiverbandes (DSV) für die Titelkämpfe in Pokljuka/Slowenien (10. bis 21. Februar) verpasst. Der DSV will sein WM-Aufgebot nach Abschluss der EM, die noch bis Sonntag dauert, verkünden. Bei den Männern haben sich in Arnd Peiffer, Erik Lesser und Benedikt Doll erst drei Athleten fest für die WM qualifiziert.

Philipp Horn, der auch noch um einen Platz im deutschen WM-Kader kämpft, blieb als 16. im Sprint mit drei Schießfehlern erneut hinter den Erwartungen zurück. Dominic Schmuck auf Rang neun und Danilo Riethmüller als Zwölfter kamen noch vor Horn ins Ziel. Justus Strelow belegte Rang 17.

Die deutschen Biathletinnen erlebten im Sprint über 7,5 km dagegen erneut eine Enttäuschung. Vanessa Voigt war auf Rang 16 die beste DSV-Starterin.

+++++28. Januar 2021+++++

Ex-Weltmeister Schempp beendet seine Karriere mit sofortiger Wirkung

Der viermalige Biathlon-Weltmeister Simon Schempp beendet mit sofortiger Wirkung seine Karriere. Das verkündete die einstige Nummer eins der deutschen Skijäger am Donnerstag in den sozialen Medien. Nach Verletzungspech und vielen gesundheitlichen Rückschlägen konnte der 32 Jahre alte Schwabe in den vergangenen beiden Jahren nicht mehr an die Weltspitze herankommen. Neben acht WM-Medaillen holte der langjährige Schlussläufer der deutschen Männerstaffel bei Olympia zweimal Silber und einmal Bronze.

„Seit einiger Zeit spüre ich, dass mein Körper nicht mehr voll belastbar ist, und an diesem Zustand konnte leider auch mein unbändiger Wille nichts ändern“, schrieb Schempp. „Schlussendlich konnte ich nicht mehr der Biathlet sein, der ich lange war, weder im Wettkampf noch im Training. Dieses Signal kann und will ich nicht länger ignorieren.“

Schempp wurde 2017 Weltmeister im Massenstart und verpasste ein Jahr später in der gleichen Disziplin nur hauchdünn den Olympiasieg. In Pyeongchang musste er sich im Zielsprint dem Franzosen Martin Fourcade geschlagen geben. Nach einem Radsturz im Sommer 2018 hatte Schempp immer wieder Probleme und fand nie zu alten Form zurück. In diesem Jahr verpasste der zwölfmalige Weltcupsieger zum dritten Mal nacheinander eine WM und zog nun die Konsequenzen. „Natürlich war das die schwerste Entscheidung meiner Laufbahn, aber es fühlt sich gut und genau richtig an“, schrieb der Wahl-Ruhpoldinger, der sich nun auf seine berufliche Ausbildung konzentrieren will und ein Hochschulstudium anstrebt.

+++ Lesen Sie hier einen ausführlichen Bericht über Simon Schempps Karriereende.+++

+++++27. Januar 2021+++++

DSV-Athleten zum EM-Auftakt ohne Medaille

Für die deutschen Biathleten haben die Europameisterschaften im polnischen Duszniki Zdroj enttäuschend begonnen. In den beiden Einzel-Rennen zum Auftakt am Mittwoch blieben sowohl die Frauen als auch die Männer des Deutschen Skiverbandes (DSV) ohne Medaille. Einzige Lichtblicke waren die beiden 24 Jahre alten Justus Strelow und Stefanie Scherer, die mit nur einem Schießfehler jeweils auf dem siebten Rang landeten.

Die erfahrenen DSV-Athleten blieben hingegen hinter den Erwartungen zurück und verpassten die Top 10. Im Männerrennen über 20 km kam Philipp Nawrath mit drei Strafminuten auf Rang elf. Johannes Kühn, der in dieser Saison schon im Weltcup nicht auf Touren kam, lag als 15. mit vier Schießfehlern 0,7 Sekunden vor Philipp Horn (16./3 Strafminuten). Der Sieg ging an den Letten Andrejs Rastorgujevs (1).

Bei den Frauen belegte die zweimalige Staffel-Weltmeisterin Franziska Hildebrand im Klassiker über 15 km mit zwei Schießfehlern nur Rang 16. Marion Deigentesch, die zuletzt im Weltcup in Antholz als Elfte im Einzel überzeugt hatte, musste sich beim Sieg der Polin Monika Hojnisz-Starega (1) nach drei Fehlern mit dem 20. Platz begnügen.

Am Freitag geht es bei der EM mit den Sprintrennen weiter. Die Verfolger am Samstag und die Staffeln am Sonntag schließen den Wettbewerb ab. Die deutschen Biathletinnen und Biathleten haben in Duszniki Zdroj die Chance, sich über gute Leistungen noch für die WM in Pokljuka (10. bis 21. Februar) zu empfehlen. Der DSV will sein WM-Aufgebot nach Abschluss der EM verkünden.

+++++25. Januar 2021+++++

Schempp verpasst auch EM - WM-Nominierung erst im Februar

Ex-Weltmeister Simon Schempp verpasst wegen eines grippalen Infekts auch die Biathlon-EM im polnischen Duszniki Zdroj. Wie der Deutsche Skiverband am Montag mitteilte, fehlt der 32 Jahre alte Schwabe bei den Titelkämpfen von diesem Mittwoch bis zum Sonntag ebenso wegen Krankheit wie Weltcup-Starterin Anna Weidel bei den Frauen. Der zweimalige Olympia-Zweite Schempp hatte seinen Platz im deutschen Weltcup-Team nach nur zwei Einsätzen Anfang Januar wieder verloren und kämpft um den Anschluss. Krankheitsbedingt konnte er danach schon nicht im zweitklassigen IBU-Cup in Bayern antreten.

Prominenteste Skijägerin im sechsköpfigen EM-Damenteam ist die ehemalige Staffel-Weltmeisterin Franziska Hildebrand. Bei den Männern verfügen Philipp Horn, Johannes Kühn und Philipp Nawrath über viel Erfahrung im Weltcup und können sich in Einzel, Sprint, Verfolgung und Mixedstaffeln noch für einen Platz bei der WM anbieten.

Die Nominierung für das Saison-Highlight im slowenischen Pokljuka (10. bis 21. Februar) erfolgt erst in der kommenden Woche im Anschluss an die EM, hieß es vom DSV. Die offizielle WM-Norm mit entweder einem Top-Acht-Platz oder zwei Top-15-Rängen haben in Arnd Peiffer, Benedikt Doll und Erik Lesser lediglich drei Männer und in Franziska Preuß, Denise Herrmann, Janina Hettich und Maren Hammerschmidt lediglich vier Frauen geschafft. Die deutsche Mannschaft wird jedoch voraussichtlich mit mindestens fünf Männern und fünf Frauen zur Weltmeisterschaft nach Pokljuka reisen.

+++++24. Januar 2021+++++

Deutsche Frauen-Staffel bei WM-Generalprobe auf Platz zwei - Peiffer im Massenstart Fünfter

Als Franziska Preuß beim letzten Schießen das große Zittern bekam, verhinderten nur die Tipps von Olympiasieger Sven Fischer den Totalausfall. "Ich bin in die Rücklage und Kniebeuge gegangen. Aber ich konnte trotzdem nicht anfangen, weil es zu wacklig war", sagte Preuß nach dem zweiten Platz der deutschen Biathlon-Staffel bei der WM-Generalprobe etwas zerknirscht.

Die Schlussläuferin aus Ruhpolding gab beim letzten Schießen in Antholz den zweiten Staffel-Sieg nacheinander aus der Hand - und ärgerte sich über das unkontrollierte Wackeln am Schießstand. Die 26-Jährige hatte es mit nur einem Nachlader zwar "ganz gut gelöst, aber blöd, dass die Nähmaschine gekommen ist", sagte sie im ZDF.

Trotzdem sammelte das DSV-Quartett um Vanessa Hinz, Janina Hettich, Denise Herrmann und Preuß mit einer ausgezeichneten Leistung kräftig Selbstvertrauen für die Medaillenhatz in Pokljuka (10. bis 21. Februar). "Ich bin hochauf zufrieden mit dem Ergebnis der Mädels, sie haben es alle wirklich sehr gut gemacht", sagte Trainer Kristian Mehringer.

Bei den Männern gelang Arnd Peiffer und Benedikt Doll im letzten Rennen vor der WM ein versöhnlicher Abschluss des stressigen Januars. Im Massenstart über 15 km verspielte Peiffer aber mit einem Fehler beim letzten Schießen noch einen Podiumsplatz und wurde Fünfter. "Eine solide Leistung", sagte Peiffer.

Doll, der sich am Samstag beim vierten Platz in der Staffel als Schlussläufer an den Rand seiner Leistungsfähigkeit gebracht hatte und im Ziel zusammengesackt war, wurde beim Sieg des Norwegers Johannes Thingnes Bö guter Siebter. "Es ist das dritte Wochenende und alle sind kaputt. Die Höhe ist wie ein Verstärker", sagte Peiffer nach den anstrengenden Rennen in den Bergen Südtirols sichtlich erschöpft.

Der Frauen-Staffel fehlte am Sonntag nur 11,0 Sekunden auf das russische Team, es war in diesem Winter das dritte Podium im vierten Rennen. Speziell die Trefferquote am Schießstand stimmte knapp vier Wochen vor den WM-Rennen zuversichtlich. "Mit sechs Nachladern waren wir richtig stark, es war für uns ein perfektes Rennen", sagte Mehringer.

Speziell für Herrmann war es nach den Enttäuschungen im Einzel sowie Massenstart mit den Plätzen 17 und 26 das erhoffte Erfolgserlebnis. "Hoffen wir mal, dass wir den Schwung nach Pokljuka mitnehmen können", sagte die 32-Jährige, die drei Nachlader benötigte: "Ich habe noch Potenzial nach oben."

Der verpasste Sieg könnte gar ein gutes Omen sein. "Es ist eine sehr gelungene Generalprobe. Es tut vielleicht ganz gut, dass man Zweiter wird, weil man dann noch an einigen Stellschrauben drehen kann", sagte ZDF-Expertin Laura Dahlmeier.

Hinz, die aufgrund eines "Blackouts" im letzten Schießen am Samstag mit Platz 18 die WM-Norm für die Einzelstarts verspielt hatte, und Hettich überzeugten mit guten Vorstellungen. Die deutschen Frauen dürfen mit viel Selbstvertrauen zum Saisonhöhepunkt nach Slowenien reisen.

Auch der vierte Platz von Preuß im Massenstart am Samstag gibt Grund zur Zuversicht. Doch jetzt steht erstmal eine längere Verschnaufpause an: "Die ist noch einmal notwendig. Man merkt schon, dass die Körner nachlassen", sagte Herrmann. Aber "wir sind ein gutes Team und freuen uns, dass es dann endlich mit der WM losgeht".

Zuversichtlich blickte auch Peiffer in die kommenden Wochen. Erst freue er sich "auf ein paar Tage Erholung", dann startet mit einem Trainingslager im österreichischen Obertilliach die heiße Phase in der WM-Vorbereitung.

+++++23. Januar 2021+++++

Preuß in Antholz Vierte - Männer-Staffel verpasst Podium erneut knapp

Biathletin Franziska Preuß hat bei der WM-Generalprobe in Antholz im Massenstart über 12,5 km eine Podiumsplatzierung knapp verpasst. Die 26-Jährige konnte beim zweiten Saisonsieg der Französin Julia Simon (3 Schießfehler) auf den letzten Metern nicht mehr mithalten und kam mit 9,0 Sekunden Rückstand als Vierte ins Ziel.

Preuß, die im Einzel am Donnerstag mit Platz 33 noch enttäuscht hatte, sammelte damit Selbstvertrauen für die Weltmeisterschaften in Pokljuka (10. bis 21. Februar). "Ein bisschen schade, dass es jetzt der vierte Platz war, aber trotzdem muss ich schon zufrieden sein", sagte Preuß im ZDF.

Vanessa Hinz kam in der Spitzengruppe zum letzten Schießen, mit vier Fehlern fiel sie aber auf Rang 18 zurück und verspielte noch die Norm (einmal Top 8 oder zweimal Top 15) für die Einzelstarts bei den Titelkämpfen in Slowenien.

Ein Fiasko erlebte Denise Herrmann, die nach vier Fehlern beim ersten Stehendschießen und insgesamt sechs Strafrunden abgeschlagen auf Platz 26 landete (+2:36,8 Minuten). Marion Deigentesch hatte sich als Elfte im Einzel sensationell für den Massenstart qualifiziert und wurde in ihrem erst fünften Weltcuprennen mit einem Schießfehler gute 19., Janina Hettich (3) belegte den 21. Rang.

Am Sonntag schließen die Frauen-Staffel über 4x6 km (12.45 Uhr) und der Massenstart der Männer über 15 km (15.05 Uhr) die WM-Generalprobe in Südtirol ab.

Männer-Staffel verpasst Podium erneut knapp

Die deutsche Biathlon-Staffel der Männer hat bei der WM-Generalprobe in Antholz das Podium zwar knapp verpasst, aber dennoch Selbstvertrauen für die Titelkämpfe im Pokljuka/Slowenien (10. bis 21. Februar) getankt. Genau vier Wochen vor dem WM-Rennen landete das Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) mit Erik Lesser, Roman Rees, Arnd Peiffer und Benedikt Doll auf dem guten vierten Platz.

Die vierte Staffel des Winters über die 4x7,5 km entschied im Nebel von Antholz wie schon in der vergangenen Woche in Oberhof Frankreich (0 Strafrunden+9 Nachlader) in 1:14:25,8 Stunden für sich, knapp vor Topfavorit Norwegen (1+9/+0,8 Sekunden). Schlussläufer Doll musste sich für das deutsche Team (0+6/+54,4) im Zielsprint gegen Russland (1+7/+50,8) geschlagen geben.

Am Sonntag stehen in Südtirol mit der Frauen-Staffel über 4x6 km (12.45 Uhr) und dem Massenstart der Männer über 15 km (15.05 Uhr) die letzten Rennen vor der WM auf dem Programm.

+++++21. Januar 2021+++++

Peiffer vergibt Siegchance im Einzel im letzten Schießen

Die deutschen Biathleten haben bei der WM-Generalprobe enttäuscht und das Podium deutlich verpasst. Olympiasieger Arnd Peiffer wurde beim Weltcup in Antholz im Einzel über 20 km beim Sieg des Russen Alexander Loginow nach zwei Schießfehlern auf Rang wld bester Athlet des Deutschen Skiverbandes (DSV). Beide Fehler unterliefen ihm erst im letzten Schießen, nachdem er zuvor dreimal fehlerfrei geblieben und auf Siegkurs war.

Roman Rees (2 Schießfehler) und Johannes Kühn (3) verfehlten die WM-Norm drei Wochen vor den Titelkämpfen in Pokljuka (10. bis 21. Februar) auf Rang 16 und 18 knapp. Beim Massenstart über 15 km am Sonntag (15.05 Uhr/ZDF und Eurosport) gibt es die letzte Chance, sich doch noch das Ticket für die WM zu sichern.

Benedikt Doll erlebte mit fünf Schießfehlern eine Enttäuschung. Trotz zweitbester Laufleistung reichte es nur zum 26. Platz. Auch Philipp Horn konnte sich nach seinem Fehlerfestival in der Staffel von Oberhof nicht rehabilitieren. Nach vier Schießfehlern belegte er Rang 30.

Routinier Erik Lesser musste sich nach vier Fehlern, davon drei im letzten Schießen, mit Rang 48 begnügen. Im bisher einzigen Einzelrennen des Winters in Kontiolahti war Lesser (32) starker Dritter geworden. Loginow siegte nach fehlerfreier Leistung in 48:41,8 Minuten vor Sturla Holm Lägreid (2/+58,5) und Quentin Fillot Maillet aus Frankreich(2/+1:10,6)

Am Samstag (13.10 und 15.05 Uhr) sind der Massenstart der Frauen über 12,5 km und die Männer-Staffel über 4x7,5 km geplant. Am Sonntag schließen die Frauen-Staffel über 4x6 km und der Massenstart der Männer die WM-Generalprobe ab.

DSV-Staffel mit Peiffer, Lesser, Doll und Rees

Biathlon-Olympiasieger Arnd Peiffer, Erik Lesser, Benedikt Doll und Roman Rees peilen bei der WM-Generalprobe in Antholz in der Staffel über 4x7,5 km die dritte Podiums-Platzierung des Winters an. Bundestrainer Mark Kirchner gab Rees den Vorzug vor Philipp Horn und Johannes Kühn.

In den bisherigen drei Staffelrennen des Winters hatte das Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) zweimal den dritten Rang belegt. Beim Heim-Weltcup in Oberhof am vergangenen Freitag hatten die DSV-Athleten eine Podestplatzierung aufgrund mehrerer Schießfehler von Schlussläufer Horn als Fünfte verfehlt.

Favoriten sind erneut die Norweger um Johannes Thingnes Bö und Sturla Holm Lägreid, die den Weltcup dominieren. Zuletzt hatten allerdings die Franzosen in Oberhof sowie die Schweden in Hochfilzen die Staffelrennen über die 4x7,5 km für sich entschieden.

Biathlon-WM: Sieben Deutsche bisher qualifiziert

Sieben Biathletinnen und Biathleten des Deutschen Skiverbandes (DSV) sind bisher für die Weltmeisterschaft in Pokljuka qualifiziert. Franziska Preuß, Denise Herrmann, Janina Hettich und Maren Hammerschmidt haben bei den Frauen die Norm (zweimal Top 15 oder einmal Top 8) erfüllt. Bei den Männern haben Arnd Peiffer, Benedikt Doll und Erik Lesser ihr Ticket für die Titelkämpfe in Slowenien (10. bis 21. Februar) sicher.

Die halbe Norm hatten sich am Donnerstag im Einzel bei der WM-Generalprobe in Antholz Vize-Weltmeisterin Vanessa Hinz mit Rang zwölf und überraschend auch Marion Deigentesch beim ersten Weltcupeinsatz des Winters als Elfte gesichert. Bei den Männern verfehlten Roman Ress als 16. und Johannes Kühn (18.) die DSV-Vorgaben knapp. Bei den Massenstarts am Wochenende in Antholz besteht die letzte Chance, um die WM-Qualifikation zu schaffen.

"Wir werden uns die Massenstarts anschauen und uns dann am Montag in Ruhe zusammensetzen", sagte der Sportliche Leiter Bernd Eisenbichler am Rande des Weltcups in Antholz. Sicher sei aber, "dass wir nicht nur mit vier Frauen und Männern nach Pokljuka reisen werden". Das DSV-Präsidium muss letztendlich nach Vorschlag der sportlichen Leitung eine Entscheidung über die Nominierung treffen.

+++++21. Januar 2021+++++

Hettich verpasst Podium bei Weltcup in Antholz knapp - Preuß enttäuscht

Janina Hettich hat bei der WM-Generalprobe in Antholz im Einzel über 15 km eine Podiumsplatzierung mit dem letzten Schuss knapp verpasst. Mit einem Fehler belegte die 24-Jährige aber dennoch einen starken fünften Platz. Für Hettich war es beim Premierensieg der Österreicherin Lisa Theresa Hauser das beste Weltcup-Resultat ihrer Karriere, sie war damit auch stärkste Athletin des Deutschen Skiverbandes (DSV).

Vanessa Hinz erfüllte nach zwei Fehlern als Zwölfte immerhin die halbe WM-Norm. Beim Massenstart am Samstag (13.10 Uhr/ZDF und Eurosport) über 12,5 km hat die Vize-Weltmeisterin von 2020 nun die letzte Chance, sich für die Einzelrennen bei der WM in Pokljuka noch zu qualifizieren. Überraschend stark präsentierte sich Marion Deigentesch (1) bei ihrem ersten Weltcupstart des Winters mit dem elften Platz.

Dagegen erlebte Franziska Preuß nach ihrem Höhenflug von Oberhof einen leichten Absturz. Mit vier Schießfehlern landete die 28-Jährige, zuletzt Zweite im Massenstart, auf einem enttäuschenden 33. Rang. Denise Herrmann, beim bisher einzigen Einzelrennen des Winters in Kontiolahti noch Zweite, belegte nach vier Fehlschüssen trotz bester Laufleistung Platz 17.

Hauser, zuletzt in Oberhof schon dreimal Dritte, sicherte sich ihren ersten Weltcuperfolg nach einem Schießfehler in 42:29,3 Minuten vor Julija Dschyma aus der Ukraine (0/+43,7) und Anais Chevalier-Bouchet aus Frankreich (1/+1:04,0). Hettich hatte 1:23,9 Minuten Rückstand.

Am Freitag (13.15 Uhr/ZDF und Eurosport) steht das Einzelrennen der Männer über 20 km auf dem Programm. Am Samstag (15.05 Uhr) ist neben dem Massenstart der Frauen die Männer-Staffel über 4x7,5 km geplant. Am Sonntag (12.45 und 15.05) schließen die Frauen-Staffel über 4x6 km und der Massenstart der Männer über 15 km die WM-Generalprobe ab.

+++++20. Januar 2021+++++

Keine positiven Corona-Tests vor Antholz-Weltcup

Kurz vor dem Start des Biathlon-Weltcups an diesem Donnerstag im italienischen Antholz hat es keine positiven Corona-Tests gegeben. „Alle bisher durchgeführten 600 Tests waren negativ“, teilte der Weltverband IBU am Donnerstag mit. Insgesamt sollen in Antholz bis zum Sonntag gut 1300 PCR-Tests durchgeführt werden. Bis Sonntag finden im WM-Ort von 2020 neben den Einzelrennen der Frauen und Männer am Donnerstag und am Freitag noch Massenstart- und Staffel-Wettbewerbe statt.

Vor dem Antholz-Weltcup sind damit rund 8400 Test auf das Coronavirus durchgeführt worden. Vor der siebten Wettkampfwoche in diesem Winter hatte es 42 Befunde gegeben, die eine Quarantäne nötig machten. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie hatte die IBU vor dem Winter ihren Wettkampfkalender angepasst und mehrere Doppel-Veranstaltungen angesetzt, um zu viele Reisen zu vermeiden. Zudem wird ein strenges Hygienekonzept umgesetzt, um die Events mit hunderten Teilnehmern überhaupt möglich zu machen.

+++++19. Dezember 2021+++++

Schempp weiter außen vor – Deigentesch ersetzt Weidel

Der ehemalige Biathlon-Weltmeister Simon Schempp gehört erwartungsgemäß nicht zum deutschen Aufgebot für die WM-Generalprobe in Antholz. Wie der Deutsche Skiverband (DSV) mitteilte, bleibt das sechsköpfige Herrenteam um Arnd Peiffer, Erik Lesser und Benedikt Doll unverändert. Der einstige deutsche Vorzeigeathlet Schempp hat somit keine Chance mehr, um sich für die WM in Pokljuka (10. bis 21. Februar) zu qualifizieren.

Bei den Damen gibt es dagegen eine Veränderung. Die am vergangenen Wochenende im IBU-Cup starke Marion Deigentesch rückt für Anna Weidel in die Mannschaft. Angeführt wird das sechsköpfige Aufgebot von der Gesamtweltcupfünften Franziska Preuß und Denise Herrmann.

"Der Aufwärtstrend hat sich am vergangenen Wochenende in Oberhof fortgesetzt", sagte der sportliche Leiter Bernd Eisenbichler: "Die Wettkämpfe in Antholz sind nochmal sehr wichtig für die Aktiven." Denn nach den Rennen in Südtirol werde sich die sportliche Führung zusammensetzen und "entscheiden, mit welchem Team wir zur WM nach Pokljuka fahren."

Schempp hatte zu Jahresbeginn in Oberhof sein Saisondebüt im Weltcup gefeiert. Nach schwachen Leistungen wurde er vor Teil zwei des Heimweltcups aber schon wieder aus dem Team genommen.

+++++18. Januar 2021+++++

Preuß wird zur deutschen WM-Hoffnung - Schempp nur Zuschauer

Die Glückwünsche für seine Freundin konnte Simon Schempp nicht mal persönlich überbringen. Während sich Franziska Preuß in Oberhof zur großen WM-Medaillenhoffnung aufschwang, musste die einstige Nummer eins der deutschen Biathleten die Rennen im Fernsehen verfolgen. Der formschwache Ex-Weltmeister Schempp spielt gut drei Wochen vor den Titelkämpfen in Pokljuka (10. bis 21. Februar) keine Rolle im Team und wird ziemlich sicher schon wieder einen Saison-Höhepunkt verpassen. Preuß ist hingegen zur rechten Zeit endlich in der Verfassung, die sie sich lange vergeblich wünschte.

„So stabil habe ich mich noch nie gefühlt“, sagte Preuß. Und so führte sie in Thüringen erst die Staffel zum Heimsieg und wurde am Sonntag zum Abschluss auch noch Zweite im Massenstart. „Besser kann ich es kaum haben. Ich bin auf alle Fälle zuversichtlich und habe Selbstvertrauen tanken können“, sagte Preuß. Schempp nannte sie nach ihrem knapp verpassten zweiten Einzelsieg „Vizechef im Ring“ und applaudierte seiner langjährigen Partnerin bei Instagram. Ende Dezember waren sie in Ruhpolding bei einem Showrennen noch gemeinsam am Start und hatten 2016 schon WM-Silber in der Mixedstaffel geholt.

Bis vor einer Woche war der 32-Jährige Schempp selbst noch in Oberhof und startete beim ersten Teil des Weltcups am Rennsteig. Nach schwachen Ergebnissen mit den Rängen 58 (Sprint) und 45 (Verfolgung) verlor er seinen Platz im Team wieder und kämpft um den Anschluss.

Schon die vergangenen beiden Weltmeisterschaften verpasste der Schwabe, der jahrelang Schlussläufer der Staffel war. Verletzungen, Formschwäche - die Topleistungen sind in weiter Ferne. 2017 wurde er Weltmeister im Massenstart, ein Jahr später wäre er in Pyeongchang fast Olympiasieger geworden. Im Zielsprint setzte sich der Franzose Martin Fourcade hauchdünn durch - und Schempp gewann Silber.

„Wir hoffen, dass er da hinkommt, wo er mal war und uns im Team weiterhilft“, sagte Teamkollege Erik Lesser im vergangenen Jahr über Schempp. Eine Rückkehr ist dennoch offen, weitere Einsätze im Weltcup ungewiss. Dabei geht es nun ausgerechnet nach Antholz. Es ist der Ort, der ihm liegt wie kein anderer. Fünf seiner zwölf Weltcupsiege holte Schempp in der Höhe von Südtirol. Doch er wird nicht dabei sein und soll im zweitklassigen IBU-Cup am Arber in Bayern an seiner Form arbeiten. In der Loipe waren die Rückstände zuletzt riesig.

Die 26 Jahre alte Preuß geht die WM-Generalprobe in Italien derweil ganz positiv an. „Ich freue mich total auf Antholz. Ich schaue jetzt einfach, dass ich die Rennen so konzentriert weiterarbeite und dass ich gut regeneriere“, sagte die Bayerin vor dem Einzel am Donnerstag (14.15 Uhr/ZDF und Eurosport): „Dann bin ich auf alle Fälle angriffslustig.“ So gute Ergebnisse wie gerade lieferte Preuß zuletzt 2015, als sie bei der WM in Kontiolahti erst Gold mit der Staffel holte und dann im Massenstart mit nur 21 Jahren noch Silber gewann.

Auch sie machte danach viele Krisen und Verletzungsphasen durch. Die Selbstzweifel waren groß, doch Preuß kämpfte sich immer wieder zurück und löst nun Denise Herrmann zumindest zeitweise als deutsche Nummer eins ab. Als Fünfte im Gesamtweltcup gewöhnt sie sich langsam auch an die verantwortungsvolle Rolle der Staffel-Schlussläuferin. Dabei half ihr Schempp, der versicherte, dass sie sich das verdient habe. „Es hat mir brutal gut getan, das von ihm zu hören“, sagte Preuß.

+++++17. Januar 2021+++++

Preuß verpasst Sieg im Massenstart - Lesser wettert gegen „Bundestrainer auf der Couch“

Nach dem Sieg mit der Staffel hat Biathletin Franziska Preuß zum Abschluss des Heim-Weltcups in Oberhof auch im Massenstart über 12,5 km überzeugt und einen bärenstarken zweiten Rang belegt. Die 26-Jährige verpasste nach zwei Schießfehlern den zweiten Weltcupsieg ihrer Karriere nur um 3,9 Sekunden. Julia Simon aus Frankreich (3) gewann in 40:11,1 Minuten, Hanna Öberg aus Schweden (3/+11,7 Sekunden) wurde Dritte.

Lesser wird Achter und wettert gegen „Bundestrainer auf der Couch“

Biathlet Erik Lesser hat beim Heim-Weltcup in Oberhof im Massenstart über 15 km mit einem Fehler beim letzten Schießen einen Podestplatz vergeben. Der 32-Jährige belegte als bester Deutscher aber einen guten achten Platz (+31,4 Sekunden). Arnd Peiffer, der den ersten Massenstart des Winters in Hochfilzen gewonnen hatte, kam nach drei Schießfehlern (+37,3) auf Rang elf.

Lesser verteidigte im Anschluss seinen Teamkollegen Philipp Horn mit einer kurzen Wut-Ansprache gegen überzogene Kritik nach der Staffel-Pleite am Freitag beim Heim-Weltcup in Oberhof. „Das geht jetzt an alle Zuschauer, die sich da auslassen mussten über seine nicht ganz gute Leistung. Das ist absolut fehl am Platz. Das können sich die Bundestrainer auf der Couch daheim echt sparen“, sagte der Ex-Weltmeister aus Thüringen am Sonntag in der ARD. Der 32-Jährige konnte nicht verstehen, „was ich am Freitag und Samstag in den sozialen Netzwerken über Philipp Horn lesen musste“. Das habe Horn einfach „nicht verdient gehabt“.

Horn hatte sich im Staffelrennen in Thüringen in Führung liegend gleich drei Strafrunden geleistet und so einen möglichen Sieg noch aus der Hand gegeben. Dies sei jedoch kein Grund, den 26-Jährigen derart zu attackieren, befand Lesser. „Er hat letztes Jahr Martin Fourcade bei der WM zurechtgewiesen. Da war er unser gefeierter Held in der Staffel, und jetzt am Freitag hat er halt nicht die beste Leistung abgeliefert“, sagte Lesser.

Es gebe überhaupt keinen Grund, an der Leistungsfähigkeit des Schlussläufers zu zweifeln. „Er wird trotzdem von uns wieder auf die 4 gesetzt - weil er einfach ein geiler Typ ist“, sagte Lesser. In Oberhof hatte die Männer-Staffel am Ende noch Rang fünf belegt.

Tarje Bö aus Norwegen gewann im Massenstart am Sonntag nach einem Schießfehler in 37:41,9 Minuten knapp vor dem Österreicher Felix Leitner (0/+3,6) und dem Schweizer Benjamin Weger (0/+7,8). Benedikt Doll musste sich nach vier Schießfehlern (+1:00,5 Minuten) mit Rang 17 zufriedengeben. Im Sprint am Mittwoch hatten Peiffer und Lesser mit Platz drei und vier überzeugt.

Ab Donnerstag bis Sonntag findet in Antholz die Generalprobe für die WM in Pokljuka (10. bis 21. Februar) statt. Die Frauen starten mit dem Einzelrennen über 15 km. Für die Männer steht am Freitag der Einzel-Wettkampf über 20 km auf dem Programm.

+++++16. Januar 2021+++++

Deutsche Frauen-Staffel siegt in Oberhof

Nach der Siegerehrung tanzten und sangen Franziska Preuß, Denise Herrmann, Vanessa Hinz und Janina Hettich im Zielraum ausgelassen. Knapp zwei Jahre hatten die deutschen Biathletinnen auf diesen Glücksmoment, auf diese Explosion der Gefühle warten müssen - nun gelang ausgerechnet beim Heim-Weltcup in Oberhof der lange ersehnte Erfolg in der Staffel über 4x6 km.

"Es ist mega geil. Es tut für die ganze Mannschaft so gut. Das saugt jeder auf. Ich fühle mich mega erleichtert, ich bin einfach nur froh", sagte Preuß überglücklich, nachdem sie mit ihren Kolleginnen ausgelassen unzählige Siegerfotos geschossen hatte. "Wir waren voll motiviert. Das war eine extrem gute Teamleistung", ergänzte Herrmann strahlend.

Das DSV-Quartett (0 Strafrunden + 5 Nachlader) lag in 1:14:31,5 Stunden 17,4 Sekunden vor dem überraschend starken Team aus Belarus (0+9) und 35,7 Sekunden vor Schweden (0+5). Der erste Saisonerfolg der DSV-Frauen war Genugtuung nach den oft enttäuschenden Ergebnissen der letzten Wochen.

"Da fällt heute schon Einiges ab", betonte DSV-Trainer Florian Steirer erleichtert. "Das war heute enorm wichtig. Jetzt weiß ich zu schätzen, was für eine Ehre es ist, eine Staffel zu gewinnen. Über Jahre hat es sich fast wie eine Selbstverständlichkeit angefühlt", sagte Hinz.

Den letzten deutschen Staffel-Erfolg bei den Frauen hatte es am 8. Februar 2019 in Canmore in der Besetzung Hinz, Herrmann, Franziska Hildebrand und Laura Dahlmeier gegeben. Seitdem wurden die DSV-Frauen zwar Vize-Weltmeister in Antholz 2020 und in dieser Saison in Kontiolahti auch schon Dritte - aber für ganz oben reichte es eben nicht. Bis zum Samstag.

Es habe "alles gepasst", sagte Hinz, die auf Position drei an Hettich übergeben hatte. Die leistete sich stehend drei Nachlader. "Ich wollte es nicht ganz so spannend machen. Es hat zum Glück funktioniert", sagte Hettich. Herrmann lief schließlich von Platz fünf auf zwei vor, ehe Preuß mit einer tadellosen Schießleistung den ersten Staffelsieg in Oberhof seit 2008 perfekt machte.

Am Sonntag peilen die deutschen Athleten bei den Massenstarts einen erneuten Coup an. Bei den Männern (12.30 Uhr) sind Arnd Peiffer, Benedikt Doll und Erik Lesser ("Das wird richtig hart") für die 15 km qualifiziert. Für das deutsche Frauenteam gehen Preuß, Herrmann, Hettich und Maren Hammerschmidt (15 Uhr/jeweils ARD und Eurosport) über 12,5 km an den Start.

+++++15. Januar 2021+++++

Horn patzt beim Schießen - DSV-Staffel in Oberhof nur auf Platz fünf

Philipp Horn war nach seinem Schießdebakel in Oberhof völlig ratlos. „Während des Schießens habe ich absolut keine Ahnung gehabt, was ich falsch mache. Ich habe versucht, in die Mitte zu schießen, das hat nicht geklappt“, sagte der Thüringer Biathlet, nachdem die Geschosse einfach nicht den Weg ins Ziel finden wollten.

In Führung liegend vergab der Schlussläufer ausgerechnet beim Weltcup-Heimspiel am Freitag den möglichen ersten deutschen Staffelsieg seit vier Jahren. Der 26-Jährige musste nach dem Liegendschießen gleich dreimal in die Strafrunde und vergab so alle Podestchancen. Zusammen mit Erik Lesser, Benedikt Doll und Arnd Peiffer landete Horn auf seiner Heimstrecke nach 4x7,5 Kilometern auf Platz fünf. „Ich bin einfach nur enttäuscht“, sagte Horn. Den Sieg sicherte sich Weltmeister Frankreich vor Norwegen und Italien.

„Das ist sehr hart“, kommentierte Olympiasieger Peiffer die Patzer. Horns Trefferbild hatte sich nach links unten verlagert, alle Schüssen trafen in kleinem Radius auf, nur eben nicht auf die Scheiben. „Ich hatte den gleichen Wind wie beim Anschießen und habe keine schlechten Schüsse abgegeben“, versicherte Horn. Peiffer sagte: „Das ist blöd gelaufen. Das tut mir leid, aber das ist Teil des Geschäfts.“ Fast regungslos lief Horn dann über die Ziellinie und schien immer noch nicht zu fassen, was er kurz zuvor erleben musste.

„Es fehlt nicht so viel, dass unsere Staffel mal durchkommt“, sagte Peiffer trotzdem. Bis zum letzten Wechsel hatte das Quartett eine starke Vorstellung geliefert und Hoffnungen geweckt, dass es erstmals seit dem Sieg im Januar 2017 in Antholz zu einem Erfolg reicht. Der erste Staffeltriumph in Oberhof seit zehn Jahren rückte aber in weite Ferne, nachdem Horn patzte. Mit acht Schüssen - inklusive Nachlader - traf er nur zwei Scheiben und musste so in der Strafrunde 450 Meter extra absolvieren. Daneben leistete sich der WM-Dritte Deutschland insgesamt elf Nachlader - zu viel für ganz vorne.

Startläufer Lesser übernahm auf seiner persönlichen Schlussrunde erstmals die Führung. Der 32-Jährige beeindruckte vor allem mit einer besonderen Schnellfeuereinlage im Stehendschießen. Lediglich 17,9 Sekunden benötigte der Ex-Weltmeister für die fünf Scheiben. Normalerweise gelten 25 Sekunden schon als sehr flott. „Ich dachte mir: jetzt probierst du es. Zum Glück ist es aufgegangen“, sagte Lesser. Doll musste dann nur den Italiener Lukas Hofer ziehen lassen und übergab an Position zwei an Peiffer. Da lag der große Favorit Norwegen nach einer Strafrunde schon über eine Minute zurück.

Peiffer hielt sich so souverän in der Spitzengruppe, bis der Harzer sogar noch einen kleinen Vorsprung erkämpfte. Horn, mit 26 Jahren der jüngste der DSV-Skijäger, konnte das jedoch nicht nutzen.

Für die deutsche Frauen-Staffel geht es am Samstag (14.45 Uhr/ARD und Eurosport) um den ersten Podestplatz in diesem Jahr. Vanessa Hinz, Janina Hettich, Denise Herrmann und Franziska Preuß treten an und müssen sich vor allem gegen die starken Skandinavier wehren. Favorit auf den Sieg ist erneut Weltmeister Norwegen um Dauersiegerin Tiril Eckhoff. In den bisherigen beiden Staffeln des Winters reichte es für Vize-Weltmeister Deutschland bislang einmal für das Podium.

+++++14. Jnauar 2021+++++

Preuß auf Rang sechs - Herrmann patzt bei Eckhoff-Sieg erneut

Die deutschen Biathletinnen sind vier Wochen vor der WM in Pokljuka weiterhin nicht in Medaillenform. Franziska Preuß belegte beim Heim-Weltcup in Oberhof beim Sprint über 7,5 km zwar einen starken sechsten Platz, doch zum Podium fehlten nach einem Schießfehler 20,9 Sekunden. Denise Herrmann steckt weiter im Tief. Sie musste sich nach erneut schlechter Schießleistung mit drei Fehlern mit dem 15. Rang begnügen. Da nutzte auch die zweitbeste Laufleistung wenig.

Janina Hettich und Maren Hammerschmidt blieben in der Arena am Rennsteig zwar fehlerlos. Beide waren aber läuferisch nicht stark genug, um eine Top-10-Platzierung zu erreichen. Hettich lag als 13. aber immerhin vor Herrmann. Vanessa Hinz verfehlte nach einem Schießfehler die WM-Norm erneut deutlich.

Tiril Eckhoff bleibt dagegen das Maß der Dinge. Die überragende Norwegerin holte sich ihren bereits sechsten Saisonsieg trotz eines Schießfehlers. In 22:33,8 Minuten gewann Eckhoff vor der Italienerin Dorothea Wierer (0/+9,3 Sekunden) und Lisa Theresa Hauser aus Österreich (0/+12,6), die ihren dritten Podestplatz in Folge holte.

Mit der Staffel der Männer über 4x7,5 km geht es am Freitag (14.30 Uhr/ARD und Eurosport) in Oberhof weiter. Am Samstag (14.45 Uhr) findet die Frauen-Staffel über 4x6 km statt. Die beiden Massenstart-Rennen (12.30 und 15.00 Uhr) schließen am Sonntag den Heim-Weltcup ab.

+++++13. Januar 2021+++++

Peiffer sprintet in Oberhof auf Platz drei - 50. Weltcupsieg für Bö

Die deutschen Biathleten haben nach den herben Enttäuschungen in der ersten Woche beim Heim-Weltcup in Oberhof Wiedergutmachung betrieben und ein Ausrufezeichen gesetzt. Die Routiniers Arnd Peiffer und Erik Lesser belegten im Sprint über 10 km nach fehlerfreien Schießleistungen die bärenstarken Plätze drei und vier.

Der Sieg ging bei schwierigen Bedingungen einmal mehr an Überflieger Johannes Thingnes Bö, der ohne Schießfehler in 24:43,6 Minuten triumphierte und sich seinen 51. Weltcup-Erfolg sicherte. Bö gewann vor seinem Landsmann Sturla Holm Lägreid (0/+ 12,4 Sekunden). Olympiasieger Peiffer lag 27,9 Sekunden zurück, Lesser 30,6.

Benedikt Doll (1/+48,7) rundete auf Rang elf das gute Ergebnis für den deutschen Skiverband (DSV) ab. Für die deutschen Männer war es bereits der sechste Podestplatz des Winters, für Peiffer, beim letzten Sprint noch 47., der dritte.

Am Donnerstag (14.30/ARD und Eurosport) geht es mit dem Sprint der Frauen über 7,5 km weiter. Für Freitag und Samstag sind die Staffeln geplant. Die Massenstart-Rennen am Sonntag schließen den Weltcup in Oberhof ab.

+++++11. Januar 2021+++++

Schempp wieder aus Aufgebot gestrichen

Der ehemalige Biathlon-Weltmeister Simon Schempp muss nach nur zwei Einsätzen im Weltcup wieder zuschauen. Wie der Deutsche Skiverband (DSV) am Montag mitteilte, gehört der 32-Jährige beim zweiten Teil des Heimweltcups in Oberhof nicht mehr zum Aufgebot. Neben Schempp muss auch Lucas Fratzscher am Rennsteig zuschauen, dafür kehren Johannes Kühn und Roman Rees ins Team zurück.

Schempp war beim ersten Teil der Heimrennen nach anfangs verpasster Weltcup-Qualifikation zurückgekehrt, präsentierte sich läuferisch aber schwach. Trotz jeweils nur einem Schießfehler lief er in Sprint und Verfolgung auf die Ränge 58 und 45, sammelte keinen Weltcuppunkt. Eine Teilnahme bei der WM in Pokljuka (10. bis 21. Februar) scheint nach der erneuten Ausbootung fast ausgeschlossen.

Der Kader der Frauen bleibt dagegen unverändert, Franziska Preuß und Denise Herrmann führen das deutsche Aufgebot an. Die Biathletinnen starten am Donnerstag (14.30 Uhr) mit dem Sprint in ihre Weltcupwoche, die Männer (jeweils ARD und Eurosport) starten zu gleicher Zeit einen Tag früher.

+++++10. Januar 2021+++++

Deutsche Mixed-Staffeln verpassen in Oberhof das Podest

Arnd Peiffer rümpfte einmal kurz die Nase, schnallte die Ski ab und stapfte im Eiltempo sichtlich angefressen aus dem Zielraum. "Irgendwie war es komplett Murks", sagte der Schlussläufer der deutschen Mixed Staffel nach seiner Strafrunde im Stehendschießen: "Heute war ein Tag, wo man sich fragt, wofür trainiere ich eigentlich, wenn ich dann so einen Mist mache." Doch sein Fauxpas passte nach der guten Vorlage von Vanessa Hinz, Denise Herrmann und Benedikt Doll ins Bild.

Platz fünf in der Mixed Staffel und Rang vier von Janina Hettich und Erik Lesser in der anschließenden Single Mixed Staffel waren nicht die ersten Enttäuschungen beim Heimweltcup von Oberhof. Die deutschen Biathleten hinken den eigenen Ansprüchen weit hinterher, Platz zehn von Peiffer im Verfolger war das beste Einzelergebnis. Vorzeigeläuferin Denise Herrmann stürzte in der Verfolgung nach sieben (!) Schießfehlern gar auf Rang 32 ab. Rund viereinhalb Wochen vor der WM in Pokljuka schrillen die Alarmglocken.

"Wenn man mannschaftlich einen Vergleich zieht, sind die Norweger weggezogen, die Franzosen haben uns überholt, und die Schweden haben uns eingeholt - zumindest Martin Ponsiluoma und Sebastian Samuelsson", stellte Lokalmatador Erik Lesser nach seinem elften Platz in der Verfolgung ernüchtert fest. Das Credo, "einer muss immer durchkommen" - in Oberhof wurde es nicht erfüllt.

Peiffer monierte vor allem den immensen Rückstand auf die Norweger, die in Oberhof bislang alle Einzelsiege, bei den Herren sogar zwei Dreifacherfolge, einfuhren. "Sie sind im Schnitt besser als wir. Sie sind jedes Wochenende auf dem Podium, meistens zu zweit oder zu dritt. Da müssen wir uns schon fragen, was die besser machen", sagte der 33-Jährige. Aber, fügte der Olympiasieger tapfer an, "wir können sie punktuell schlagen".

Nicht nur bei seinem Sieg vor Weihnachten in Hochfilzen war das gelungen, auch am Samstag in der Verfolgung deuteten die DSV-Athleten ihr Potenzial an. Lesser schaffte in der Tageswertung trotz zweier Schießfehler die dritte Laufzeit, der fehlerfreie Peiffer setzte mit 45 Sekunden Vorsprung sogar die Bestmarke.

Problem nur: Lesser lief von Rang 25 los, Peiffer gar von 47. Absolute Spitzenergebnisse waren nach einem derart schwachen Sprint nicht mehr möglich. Bundestrainer Mark Kirchner wertete es dennoch als Zeichen, "dass wir uns nicht zu verstecken brauchen. Nur, so sein eindringlicher Appell, das gelte es nun auch "zu stabilisieren".

Doch Tatsache ist: Läuferisch fehlt auf die absolute Spitze einiges. Die Athleten des Deutschen Skiverbandes (DSV) sind für Podiumsplätze meist auf Fehler anderer angewiesen - doch hauptsächlich machen sie die eben selber.

Am gravierendsten erwischte es am Samstag mal wieder die eigentliche deutsche Top-Athletin Herrmann. Sie verkaufe sich wie ihre Teamkolleginnen "unter Wert", klagte die 32-Jährige nach indiskutabler Leistung im Verfolger: "Es gelingt mir grad halt irgendwie nichts. Ich werde alles versuchen, um das Ruder wieder rumzureißen."

Auch Franziska Preuß war nach Rang 18 in der Verfolgung ratlos. "Es nervt mich. Wieso kriegen es die anderen immer hin, und bei uns hängt es irgendwie?", fragte die derzeit beste deutsche Biathletin sichtlich verzweifelt. Bis zur WM steht noch einiges an Arbeit bevor. Aber, gab Peiffer kämpferisch die Marschroute aus, mit der aktuellen Situation werde sich das Team "sicher nicht zufrieden geben".

+++++10. Januar 2021+++++

Weitere Corona-Fälle beim Weltcup in Oberhof - Bulgarisches Team komplett isoliert

Beim Biathlon-Weltcup in Oberhof gibt es acht weitere Corona-Fälle. Wie der Weltverband IBU mitteilte, wurden jeweils ein Teammitglied aus Tschechien und Japan sowie sechs Teammitglieder aus Bulgarien positiv auf das Virus getestet. Die bulgarische Mannschaft wurde aufgrund der Vielzahl der Fälle komplett in Quarantäne geschickt und fehlte deshalb am Sonntag in der Mixed Staffel und der Single Mixed Staffel.

Auch im tschechischen Team ist ein Athlet betroffen. In Oberhof gab es damit schon 15 positive COVID-19-Tests. Insgesamt wurden im Saisonverlauf in der Blase des Weltverbandes 33 Personen positiv getestet.

+++++9. Januar 2021+++++

Mixed Staffel ohne Preuß - Single Mixed mit Lesser und Hettich

Die deutschen Biathleten treten beim Heimweltcup in Oberhof in der Mixed Staffel überraschend ohne Franziska Preuß an. Wie der Deutsche Skiverband (DSV) am Samstagabend mitteilte, erhält die Gesamtweltcupsiebte und beste DSV-Läuferin der Einzelrennen von Oberhof am Sonntag (11.30 Uhr) eine Pause. Stattdessen werden Vanessa Hinz und die am Samstag im Schießen desolate Denise Herrmann auf die Runde gehen. Benedikt Doll und Schlussläufer Arnd Peiffer komplettieren das deutsche Team.

In der Single Mixed Staffel (14.40 Uhr/jeweils ZDF und Eurosport) gehen Janina Hettich und Erik Lesser an den Start. Das deutsche Duo wird es unter anderem mit den Norwegern Tiril Eckhoff und Johannes Thingnes Bö, beide schon Sieger in den Einzelrennen am Rennsteig, und den schwedischen Topläufern Hanna Öberg und Sebastian Samuelsson zu tun bekommen.

Peiffer verbessert sich um 37 Plätze

Die deutschen Biathleten haben beim Heim-Weltcup in Oberhof in der Verfolgung über 12,5 km nach dem Frust im Sprint Wiedergutmachung betreiben können. Olympiasieger Arnd Peiffer stürmte nach einer fehlerfreien Schießleistung und der besten Laufzeit vom 47. noch auf einen beachtlichen 10. Rang. Erik Lesser, am Freitag nur 25., verbesserte sich trotz zweier Schießfehler immerhin noch auf Rang elf.

Nicht zu schlagen waren einmal mehr die Norweger, die einen erneuten Dreifach-Triumph feierten. Sturla Holm Lägreid (2 Schießfehler) gewann in 36:01,8 Minuten vor Johannes Dale (2/+15,6 Sekunden) und Tarje Bö (3/+25,4). Benedikt Doll, im Sprint als 15. noch bester Deutscher, fiel nach drei Fehlern auf Rang 19 (+1:31,8) zurück. Peiffer wies 51,4 Sekunden Rückstand zur Spitze auf, Lesser 58. Simon Schempp (1/+4:11,4) musste sich bei seinem zweiten Weltcuprennen des Winters mit Rang 45 begnügen.

DSV-Frauen mit nächster Enttäuschung - Eckhoff gewinnt erneut

Die deutschen Biathletinnen haben beim Heim-Weltcup in Oberhof die nächste herbe Enttäuschung erlebt. In der Verfolgung über 10 km fiel Franziska Preuß von Rang 14 nach dem Sprint noch auf den 18. Platz zurück. Sie leistete sich gleich vier Schießfehler.

Noch schwächer war Denise Herrmann unterwegs, die einen rabenschwarzen Tag erwischte. Die 32-Jährige musste sich nach einer indiskutablen Schießleistung mit sieben Fehlern mit Rang 32 begnügen. Vanessa Hinz (1) als 21. und Janina Hettich (1) auf Rang 28 kamen sogar noch vor Herrmann, im Sprint auf Platz 15 gelegen, ins Ziel.

"Das war ein schlechtes Rennen. Das nervt mich, die anderen bekommen es auch hin, bei uns hängt es. Das Gesamtpaket passt nicht zusammen", sagte Preuß im ZDF konsterniert. "Das war ein Satz mit X", ergänzte die frühere Biathlon-Königin Laura Dahlmeier. Gerade bei Herrmann steige "der Druck immer mehr. Sie braucht einen Befreiungsschlag."

Die Norwegerin Eckhoff, die schon den Sprint am Freitag gewonnen hatte, holte in 32:20,9 Minuten (2 Schießfehler) ihren fünften Saisonsieg vor ihrer Teamkollegin Marte Olsbu Röiseland (0/+0,5) und der erneut starken Österreicherin Lisa Theresa Hauser (1/+43,0).

Am Sonntag stehen in Oberhof die Mixed- und die Single-Mixed-Staffel auf dem Programm.

+++++8. Januar 2021+++++

Deutsche enttäuschen beim Sprint in Oberhof

Die deutschen Biathlon-Frauen haben einen enttäuschenden Start ins neue Jahr erlebt. Franziska Preuß war beim Heim-Weltcup in Oberhof beim Sprint über 7,5 km auf Rang 14 beste Athletin des Deutschen Skiverbandes (DSV). Nach einem Schießfehler lag die 26-Jährige in der Arena am Rennsteig 1:13,4 Minuten hinter Siegerin Tiril Eckhoff.

Denise Herrmann musste sich bei schweren Bedingungen nach zwei Schießfehlern (1:13,6 Minuten zurück) mit dem 15. Platz begnügen. Die Ausgangsposition für den Verfolger am Samstag (12.45 Uhr/ZDF) ist allerdings nicht ganz so schlecht. Der Rückstand auf das Podest beträgt für die DSV-Athletinnen knapp 33 Sekunden.

Fünf Wochen vor Beginn der WM in Pokljuka (10. bis 21.2.) zeigte sich die Norwegerin Eckhoff weiterhin in überragender Form. Die 30-Jährige holte sich nach fehlerfreier Leistung in 23:54,0 Minuten ihren vierten Saisonsieg vor der Schwedin Hanna Öberg (0/29,6) und Lisa Theresa Hauser aus Österreich (1/40,2). Für Hauser war es die erste Podestplatzierung ihrer Karriere.

Vanessa Hinz, Janina Hettich und Anna Weidel konnten sich im Gegensatz zu Maren Hammerschmidt für den Verfolger qualifizieren.

DSV-Männer verpatzen Sprint - Bö gewinnt

Die deutschen Biathleten haben den Start ins neue Jahr völlig verkorkst. Beim Heim-Weltcup in Oberhof kam Benedikt Doll im Sprint über 10 km nur auf Rang 15 und war damit noch bester Deutscher. Der 30-Jährige lag nach einem Schießfehler 1:12,0 Minuten hinter Überflieger Johannes Thingnes Bö, der in 25:12,0 Minuten (1 Schießfehler) vor seinem Bruder Tarjei und Sturla Holm Lägreid einen norwegischen Dreifach-Triumph krönte und seinen 50. Weltcup-Sieg feierte.

Einen rabenschwarzen Tag in der Arena am Rennsteig erwischte dagegen Arnd Peiffer. Der Olympiasieger, der das letzte Rennen vor Weihnachten im Massenstart noch gewonnen hatte, konnte sich nach einer indiskutablen Leistung mit drei Fehlern (+2:12,4) nicht einmal unter den besten 40 platzieren. Für den Verfolger über 12,5 km am Samstag (14.45 Uhr/ZDF) kann Peiffer nur noch Schadensbegrenzung betreiben. Auch Philipp Horn, Erik Lesser und Rückkehrer Simon Schempp bei seinem ersten Weltcup-Start des Winters enttäuschten fünf Wochen vor Beginn der WM in Pokljuka (10. bis 21. Februar).

Zuvor hatten bereits die deutschen Frauen im Sprint über 7,5 km nicht überzeugen können. Franziska Preuß war auf Rang 14 beste DSV-Athletin. Nach einem Schießfehler lag die 26-Jährige 1:13,4 Minuten hinter der überragenden Siegerin Tiril Eckhoff. Denise Herrmann musste sich bei schweren Bedingungen nach zwei Schießfehlern (1:13,6 Minuten zurück) mit dem 15. Platz begnügen.

Die Ausgangsposition für den Verfolger am Samstag (12.45 Uhr/ZDF) ist allerdings nicht ganz so schlecht. Der Rückstand auf das Podest beträgt knapp 33 Sekunden.

Preuß will in Oberhof Erfolgsserie fortsetzen

Biathletin Franziska Preuß will zum Auftakt des Biathlon-Weltcups in Oberhof an ihre gute Form anknüpfen. Nach zuletzt sechs Top-10-Platzierungen möchte die 26-Jährige vom SC Haag am Freitag zum Auftakt im Sprint der Frauen (ab 11.30 Uhr/ZDF und Eurosport) ihre stolze Serie fortsetzen. Optimistisch ist sie jedenfalls. "In Hochfilzen war ich echt k.o., aber läuferisch trotzdem gut dabei. Das gibt mir Selbstvertrauen", betonte Preuß.

Die Zollbeamtin, als Siebte beste Deutsche im Gesamtweltcup, wird am Stützpunkt in Ruhpolding wieder von Tobias Reiter betreut. "Das war die richtige Entscheidung, denn er kennt mich ganz genau", sagte Preuß, die bereits sechs WM-Medaillen errungen hat, darunter die goldene vom Staffel-Triumph 2015 in Kontiolahti. Dank des guten Grundlagentrainings im Sommer müsse sie jetzt nicht auf die Patzer der Konkurrenz spekulieren, sondern könne selbst agieren.

Überzeugt ist Franziska Preuß von den Corona-Hygienemaßnahmen. "Das DSV-Konzept funktioniert insgesamt richtig gut, und auch durch das IBU-Testkonzept fühle ich mich sicher", erklärte sie. Die Weihnachtstage konnte sie in ihrer Heimat gut fürs Training nutzen. Auf Unterstützung aus dem Stadion oder entlang der Loipe muss sie an der neuen Strecke am Birxsteig verzichten. Die Wettkämpfe in Oberhof finden in diesem Jahr ohne Zuschauer statt.

+++++7. Januar 2021+++++

Vier positive Corona-Tests vor Start des Oberhofer Weltcups

Bei den ersten Corona-Tests vor dem Start des ersten Biathlon-Weltcups in Oberhof gab es bisher vier positive Fälle. Das teilte IBU-Sportdirektor Felix Bitterling am Donnerstag mit. „Wir rechnen damit, dass der eine oder andere Fall auftreten wird nach der Weihnachtspause“, sagte der Berchtesgadener. „Aber wir können mit unserem System frühzeitig reagieren.“ Derzeit laufe gerade die Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt, das dann auch die jeweils fälligen Restriktionen wie Quarantäne ausspricht.

Bisher führte der Biathlon-Weltverband 5700 Tests seit dem Saisonstart Ende November im finnischen Kontiolahti durch. Dabei gab es insgesamt 22 positive Fälle bei Sportlern und Teammitgliedern, inklusive der vier jetzigen in Oberhof.

Am Freitag starten die Skijäger mit den beiden Sprintrennen (11.30 und 14.15 Uhr/ZDF und Eurosport) in den ersten der beiden Weltcups im Thüringer Wald. Denn die Rennen in der kommende Woche wurden coronabedingt von Ruhpolding nach Oberhof verlegt.

+++++6. Januar 2020+++++

27 Jahre junger deutscher Trainer sorgt für Schweden-Power

27 Jahre jung und schon Cheftrainer: Johannes Lukas sorgt mit Schwedens Biathleten für Furore. Vor dem am Freitag in Oberhof beginnenden Weltcup haben die Schweden in diesem Winter schon 15 Podestplätze erkämpft - zwei mehr als in der vergangenen Saison. Das Team um die Olympiasieger Sebastian Samuelsson (23) und Hanna Öberg (25) stand in diesem Winter bald doppelt so oft wie die Sportler der deutschen Mannschaft auf dem Podest. „Wir haben einen Rekordstart hingelegt, haben uns Jahr für Jahr gesteigert“, sagt Lukas. „Oberhof ist zum Reinkommen, Richtung Weltmeisterschaft wollen wir immer mehr in Form kommen.“

Im Corona-Winter sind die Schweden mit dem Charterflieger nach Thüringen gekommen. „Gesund bleiben, das ist diese Saison das Wichtigste. Das wird der Schlüssel zum Erfolg sein“, sagt Lukas. „Wir haben ein sehr gutes, ein eigenes Hygienekonzept. Es ist noch einmal deutlich härter als das vom Weltverband.“ So trifft der Trainer seine Sportler nur im Freien persönlich.

Seit Mai 2019 ist der Sportwissenschaftler als Nachfolger von Wolfgang Pichler (65) für die Skijäger zuständig. Bei den schwedischen Olympia-Triumphen in Pyeongchang war er als Pichler-Helfer schon dabei, nun läuft sein Cheftrainervertrag für Frauen und Männer bis 2022, bis nach den Winterspielen in Peking.

Kein Wunder, dass schon jetzt über einen Wechsel zum Deutschen Skiverband spekuliert wird. „Ich antworte immer das Gleiche: Ich bin sehr, sehr zufrieden und glücklich aktuell in Schweden. Ich habe ein Super-Team und fühle mich sehr wohl“, sagt Lukas der Deutschen Presse-Agentur. „Aber ich bin natürlich auch erst 27 und ich kann mir vorstellen, irgendwann einmal bei einer anderen Nation zu arbeiten. Mein Karriereende ist noch weit entfernt.“ Mittlerweile spricht der junge deutsche Trainer, der seine eigene Biathlon-Karriere aus Gesundheitsgründen schon mit 21 beenden musste, fließend schwedisch.

Seine Schweden-Karriere begann als Praktikant - unter Spionageverdacht. Pichler habe ihm erst einmal gesagt, „das geht nicht. Ich sei ja im deutschen System. Nicht, dass ich da was ausspioniere“, erzählt Lukas. „Dann hat er mich aber zwei Tage später angerufen und gesagt: Ich kenn' Deinen Papa gut. Ich unterstütze Dich, Du darfst mitkommen.“

2015 hatte Lukas bei den Schweden seine von der Technischen Universität München geforderte Abschlusshospitation gemacht, durfte sogar mit zum Weltcup. Nach dem ersten Jahr wurde er dann als Assistenztrainer übernommen, arbeitete drei Jahre eng mit Pichler zusammen. „Nachdem Wolfgang zurückgetreten ist, habe ich übernommen.“

Natürlich ist es dem Sportwissenschaftler nicht verborgen geblieben, dass immer wieder Vergleiche mit jungen Trainern wie etwa Julian Nagelsmann (RB Leipzig/33) im Fußball oder Jaron Siewert (Füchse Berlin/26) im Handball angestellt werden. „Ich habe mir überlegt, dass man nach der Saison, wenn Corona es zulässt, einen Kontakt aufbaut“, sagte Lukas. „Es ist sicherlich interessant, da wieder etwas zu lernen und sich weiterzubilden.“ Vielleicht könnten dann beide Seiten profitieren: „Ich bin allgemein ein sehr offener Mensch, ich bin sehr interessiert und versuche, mich weiterzuentwickeln. So etwas könnte ich mir sehr gut vorstellen.“

+++++5. Januar 2021+++++

Schempp in Oberhof zurück im deutschen Weltcup-Team

Der ehemalige Biathlon-Weltmeister Simon Schempp feiert in Oberhof sein Saisondebüt. Wie der Deutsche Skiverband (DSV) am Dienstag mitteilte, gehört der 32-Jährige beim ersten Teil des Heimweltcups zum sechsköpfigen Aufgebot der deutschen Skijäger. Neben Schempp kommt auch Lokalmatador Lucas Fratzscher neu ins deutsche Team, Johannes Kühn und Roman Rees rücken dafür in den zweitklassigen IBU-Cup. Bei den Frauen gibt es im Vergleich zum Weltcup in Hochfilzen kurz vor Weihnachten keine personellen Veränderungen.

"Ich freue mich natürlich, dass ich in Oberhof dabei bin und meine ersten Weltcup-Rennen in dieser Saison absolvieren kann", sagte Schempp. Der dreimalige Olympiamedaillengewinnerin hatte kurz vor Saisonstart in Ausscheidungsrennen die Qualifikation für das Weltcupteam verpasst, mit einer starken Vorstellung bei der World Team Challenge in Ruhpolding Ende Dezember sendete er dann aber ein eindrucksvolles Lebenszeichen.

"Wo ich genau stehe, ist schwierig zu sagen, weil mir bisher der internationale Vergleich fehlt", sagte Schempp. "Wunderdinge" seien nicht zu erwarten, "aber ich denke schon, dass ich ordentliche Ergebnisse einfahren kann."

Das wollen auch die deutschen Frauen um die Spitzenläuferinnen Franziska Preuß und Denise Herrmann. "Wir gehen gestärkt nach Oberhof", sagte Frauen-Trainer Kristian Mehringer: "Wir kennen die Strecke, den Schießstand, die Bedingungen. Oberhof ist ein gutes Pflaster für das deutsche Team."

Dabei müssen die deutschen Skijäger diesmal allerdings auf die lautstarke Unterstützung der Fans verzichten. Sowohl beim ersten Teil des Weltcups von Freitag bis Sonntag als auch beim zweiten Abschnitt vom 14. bis 17. Januar sind coronabedingt keine Zuschauer zugelassen.

Das deutsche Aufgebot im Überblick:

Frauen: Maren Hammerschmidt (SK Winterberg), Denise Herrmann (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal), Janina Hettich (SC Schönwald), Vanessa Hinz (SC Schliersee), Franziska Preuß (SC Haag), Anna Weidel (WSV Kiefersfelden)

Männer: Benedikt Doll (SZ Breitnau), Lucas Fratzscher (WSV Reit im Winkl), Philipp Horn (SV Eintracht Frankenhain), Erik Lesser (SV Eintracht Frankenhain), Arnd Peiffer (WSV Clausthal-Zellerfeld), Simon Schempp (SZ Uhingen)

+++++5. Januar 2021+++++

Oberhof soll vor Biathlon-Weltcups abgeriegelt werden

Das Biathlon-Mekka Oberhof soll vor dem anstehenden Doppelweltcup weitgehend abgeriegelt werden. "Es sollen nur noch Leute Zugang haben, die hier wohnen oder arbeiten oder ein berechtigtes Interesse daran haben, hierher zu kommen", sagte Bürgermeister Thomas Scholz der Bild. Den entsprechenden Wunsch habe er bereits dem thüringischen Innenminister Georg Maier unterbreitet.

Trotz enorm hoher Infektionszahlen war Oberhof am vergangenen Wochenende Ausflugsziel unzähliger Touristen, pro Tag strömten über 10.500 Menschen in das 1500-Einwohner-Dorf. "Wir sind am Limit", sagte Scholz deshalb nicht nur mit Blick auf die anstehenden Biathlon-Rennen. Nur noch mit einer Sondergenehmigung sollen Einheimische, Arbeitende und Akkreditierte in den Ort kommen.

Der Biathlon-Weltcup startet am Freitag mit den Sprints der Frauen (11.30 Uhr/ZDF) und Männer (14.15 Uhr/ZDF). Vom 14. bis 17. Januar findet Teil zwei der Rennen in Oberhof statt. Zuschauer sind nicht zugelassen.

+++++29. Dezember 2020+++++

Schempp schöpft bei World Team Challenge Hoffnung für 2021

Im Winter-Wunderland Ruhpolding strahlte Simon Schempp gemeinsam mit Freundin Franziska Preuß um die Wette. Diesen versöhnlichen Jahresabschluss, dieses Ausrufezeichen hatte der Massenstart-Weltmeister von 2017 so dringend gebraucht. "Zumindest war es mal wieder ein Wettkampf, der Spaß gemacht hat", sagte Schempp nach dem starken zweiten Platz bei der World Team Challenge mit seiner Franzi.

Für Schempp war es der lang ersehnte Befreiungsschlag - und eine der wenigen Möglichkeiten, sich wieder für den Weltcup zu empfehlen. Denn seit dem Saisonstart in Kontiolahti, als er in den Ausscheidungsrennen gegen Erik Lesser und Roman Rees das Nachsehen hatte, ist Schempp im Weltcup-Kader des Deutschen Skiverbandes (DSV) außen vor - erstmals seit 2011.

Da bringt dieses traditionelle Show-Rennen zum Jahreswechsel natürlich "ein positives Gefühl" für die nächsten Wochen und Monate. "Beim Schießen fühle ich mich momentan sehr gut. Da waren die letzten Wochen schon sehr vielversprechend, da taugt's mir momentan", sagte der 32-Jährige, der sein bislang letztes Weltcup-Rennen im März gelaufen und deshalb etwas aufgeregter in den Wettkampf gegangen war.

Schempp freute sich besonders, dass auch das letzte Schießen, "bei dem es auf die Nerven ankommt, so gut funktioniert hat". Und auch Preuß war überglücklich: "Es freut mich sehr, dass Simon es so gut zusammengebracht hat", sagte die derzeit beste Skijägerin Deutschlands im ZDF.

Der Wettkampf vor der eigenen Haustür in Ruhpolding war für Schempp zugleich ein Bewerbungsschreiben an Bundestrainer Mark Kirchner, um möglicherweise wieder für die beiden Heim-Weltcups in Oberhof ab 8. Januar berücksichtigt zu werden. Denn in diesem Corona-Winter sei es eben schwer, "sich wieder anzubieten", hatte Schempp vor Saisonstart im SID-Gespräch gesagt. Der zweitklassige IBU-Cup startet erst am 14. Januar.

Aber "jeder gute Wettkampf gibt einem Selbstvertrauen", sagte er. Und mit diesem neu gewonnenen Selbstvertrauen will der mit drei Olympia- und acht WM-Medaillen dekorierte Schempp wieder ins Weltcup-Aufgebot rutschen. In das neue Jahr wird der zweimalige Olympia-Zweite jedenfalls hochmotiviert starten.

"Ich bin optimistisch", sagte Schempp, der seine Leistung in der Loipe bei schwierigen Verhältnissen nicht genau einschätzen konnte. Das Einladungsrennen in Ruhpolding, das erstmals seit 2001 wegen Corona nicht in der Fußball-Arena von Schalke 04 vor mehr als 40.000 Zuschauern ausgetragen wurde, gibt jedenfalls reichlich Grund zur Hoffnung.

Hier finden Sie den Bericht zur World Team Challenge>>>

+++++27. Dezember 2020++++

Deutsches Teams bei der World Team Challenge in Ruhpolding

In den letzten Biathlon-Rennen des Jahres wollen auch zwei deutsche Duos vorne mitmischen. Bei der World Team Challenge kämpfen am Montag (ab 17.55 Uhr/ZDF) Denise Herrmann und Benedikt Doll sowie Franziska Preuß und Simon Schempp um die Siege im Massenstart und in der Verfolgung. Die Veranstaltung wurde wegen der Corona-Pandemie von Gelsenkirchen nach Ruhpolding verlegt.

Insgesamt sind bei dem Einladungsrennen acht Duos am Start, die anderen kommen aus Italien, Österreich, Russland, Tschechien, Schweden und der Ukraine. Im Vorjahr hatte Dorothea Wierer und Lukas Hofer aus Italien, die wieder dabei sind, den Massenstart gewonnen. In der Verfolgung waren Marte Olsbu Röiseland und Vetle Sjåstad Christiansen aus Norwegen nicht zu schlagen.

++++++20. Dezember 2020+++++

Olympiasieger Peiffer gewinnt Massenstart in Hochfilzen - Herrmann wird Vierte

Olympiasieger Arnd Peiffer hat im Biathlon-Weltcup für den ersten deutschen Sieg in diesem Winter gesorgt. Der 33-Jährige setzte sich am Sonntag im Massenstart von Hochfilzen nach fehlerfreiem Schießen mit einem Vorsprung von 1,3 Sekunden vor dem Schweden Martin Ponsiluoma (1 Fehler), dem Norweger Tarjei Bö (1) und seinem Teamkollegen Benedikt Doll (1) durch. Nach zwei Strafrunden kam Erik Lesser mit einem Rückstand von 64,4 Sekunden auf Platz 17.

Für Ex-Weltmeister Peiffer war es der zehnte Weltcupsieg der Karriere und der erste überhaupt im Massenstart. Erstmals war Peiffer im März 2009 im russischen Chanty-Mansijsk im Weltcup erfolgreich gewesen und hatte einen Sprint-Wettkampf für sich entschieden.

„Ich freue mich, weil es mein erster Massenstartsieg ist. Ich habe nicht unbedingt geglaubt, dass ich das in meiner Karriere noch einmal schaffe“, sagte Peiffer in der ARD. „Deswegen waren die Emotionen vielleicht auch ein bisschen mehr, als man das von mir gewohnt ist.“

Seinem Teamkollegen Doll fehlten auf Platz vier 2,4 Sekunden zum Podium. Doch der Schwarzwälder hatte seinen Anteil am ersten deutschen Sieg in diesem Winter. „Beim Anstieg habe ich gemerkt, dass wir ein bisschen die Lücke zumachen und dann hatte ich ein bisschen Angst, dass wir am Ende beide übersprintet werden. Dann habe ich gesagt, ok dann mache ich jetzt mal ein bisschen langsam und bremse die hinter mir aus. Da konnte Arnd, glaube ich, noch mal ein paar Sekunden mitnehmen“, sagte Doll über eine der entscheidenden Szenen im 15-Kilometer-Rennen mit viermal Schießen.

Vor einer Woche noch hatte der Schwarzwälder mit seiner deutlichen Materialkritik für Wirbel gesorgt. „Das Material war ausgezeichnet, ich war sehr, sehr zufrieden und dann läuft man auch ganz anders mit. Das hat schon Spaß gemacht“, sagte Doll nun.

Herrmann im Massenstart gute Fünfte, Preuß und Hettich in den Top 10

Biathletin Denise Herrmann hat sich an ihrem 32. Geburtstag beim ersten Massenstart des Weltcup-Winters mit einem fünften Platz beschenkt. Die Verfolgungs-Weltmeisterin von 2019 startete im letzten Rennen des Jahres nach zwei Fehlern im Liegendschießen eine Aufholjagd, beim Sieg der Norwegerin Marte Olsbu Röiseland (1 Schießfehler) verpasste Herrmann das Podium um 9,7 Sekunden.

Die formstarke Franziska Preuß (+49,2 Sekunden) belohnte sich trotz dreier Schießfehler als Neunte mit dem sechsten Top-10-Ergebnis in Serie, die makellose Janina Hettich rundete als Zehnte trotz eines Sturzes ein ausgezeichnetes Teamergebnis für den Deutschen Skiverband (DSV) ab.

Röiseland gewann nach 12,5 km vor ihrer Landsfrau Tiril Eckhoff (1/+14,0), die zuvor im Sprint und in der Verfolgung triumphiert hatte, Gesamtweltcupsiegerin Dorothea Wierer aus Italien (1/26,9) wurde Dritte.

Im neuen Jahr steht für die Biathletinnen zuerst der doppelte Heim-Weltcup in Oberhof (8. bis 10.1. sowie 14. bis 17.1.) auf dem Programm. Der Saisonhöhepunkt, die WM in Pokljuka/Slowenien, findet von 10. bis 21. Februar statt.+++++19. Dezember 2020+++++

Preuß verpasst Podium

Nach Platz vier im Sprint gab Preuß mit einer Strafrunde beim letzten Schießen einen möglichen Podestplatz zwar aus der Hand, für die 26-Jährige war es aber die fünfte Top-10-Platzierung in Serie.

Denise Herrmann verbesserte sich nach dem enttäuschenden 23. Platz im Sprint mit zwei Schießfehlern und einer starken Laufleistung auf Platz neun. Der Sieg ging nach 10 km in 28:24,8 Minuten an die norwegische Sprint-Siegerin Tiril Eckhoff (1 Schießfehler) vor den schwedischen Schwestern Hanna Öberg (2/+22,5 Sekunden) und Elvira Öberg (2/27,6).

Anna Weidel (2/2:12,9 Minuten) kletterte von Rang 43 auf 21, einen Platz vor Janina Hettich (2/+2:17,5). Maren Hammerschmidt (3/3:05,5) wurde 36., Vanessa Hinz (5/3:44,4) fiel auf Rang 45 zurück.

Zum Jahresabschluss am Sonntag (14.25 Uhr/beide ARD und Eurosport) steht das erste Massenstartrennen des Winters auf dem Programm.

Norweger Laegreid gewinnt Hochfilzen-Verfolger - Lesser von 46 auf 20

Benedikt Doll verbesserte sich beim Sieg des Norwegers Sturla Holm Laegreid auf Platz 13, nachdem es im Sprint kein DSV-Athlet in die Top 20 geschafft hatte.

Laegreid, der bereits den Sprint für sich entschieden hatte, feierte mit einem Schießfehler nach 12,5 km in 31:14,9 Minuten seinen dritten Saisonsieg vor dem französischen Verfolgungs-Weltmeister Emilien Jacquelin (0/+8,5 Sekunden) und Dominator Johannes Thingnes Bö (3/8,9). Doll, im Sprint noch auf Rang 23, kam mit zwei Schießfehlern und einem Rückstand von 1:34,7 Minuten ins Ziel.

Erik Lesser (+1:52,8) gelang mit einer makellosen Leistung am Schießstand der Sprung von Platz 46 auf 20. Olympiasieger Arnd Peiffer (2/2:12,6), 22. im Sprint, kam nicht über Rang 24 hinaus. Johannes Kühn (4/3:59,6) wurde 46.

"Ich bin sehr glücklich darüber, dass es noch der 13. Platz wurde", sagte Doll in der ARD. Lesser sei indes "ganz zufrieden" gewesen, obwohl er in der ersten Runde gestürzt war und sich "ein bisschen müde" fühlte.

Roman Rees und Philipp Horn hatten sich nach Plätzen jenseits der besten 60 im Sprint nicht für die Verfolgung qualifiziert. Zum Jahresabschluss am Sonntag stehen die ersten Massenstartrennen des Winters für Männer (12.00 Uhr) und Frauen (14.25 Uhr/beide ARD und Eurosport) auf dem Programm.

+++++18. Dezember 2020+++++

Preuß Sprint-Vierte beim Dreifachsieg der Norwegerinnen

Völlig ausgepumpt kam Franziska Preuß ins Ziel und hätte beinahe die Norweger-Festspiele beim Biathlon-Weltcup in Hochfilzen noch verhindert. „Ich bin froh über den vierten Platz. So eine Platzierung ist schwer zu kriegen. Ein bisschen ärgert mich es aber auch, weil ich um 0,5 Sekunden am Podest vorbei bin. Aber so ist das Sportlerleben“, sagte die 26-Jährige am Freitag. Im Sprintwettkampf war die Bayerin einmal mehr beste Deutsche. „Es ist ein schönes, ein neues Gefühl, wenn man weiß, man ist dabei und kann angreifen“, sagte Preuß.

Momentan geben die Norweger im Biathlon den Ton an. „Trippel norsk“ jubelte die norwegische Zeitung „VG“ nach dem neuerlichen Podest-Coup ihres Nationalteams in Tirol. Einen Tag nach dem Vierfacherfolg der Männer im Sprint schafften die Frauen am Freitag im Pillerseetal ein ähnliches Kunststück. „Es ist unglaublich, drei Norwegerinnen auf dem Podest. Das habe ich noch nie gesehen“, sagte die stolze Siegerin Tiril Eckhoff.

Über die 7,5 Kilometer gewann sie trotz einer Strafrunde vor Ingrid Landmark Tandrevold und Weltcup-Spitzenreiterin Marte Olsbu Röiseland. „Ich denke, unser Wachs ist sehr, sehr gut in dieser Woche. Wir haben schnelle Ski, wir haben ein fantastisches Team“, meinte die 30-jährige Eckhoff. Über die zehn Kilometer bei den Männern hatte am Vortag Sturla Holm Laegreid vor Johannes Dale und Johannes Thingnes Bö gewonnen. Vetle Sjastad Christiansen war als vierter Norweger auf Rang vier gekommen.

„Wir haben ziemlich auf die Mütze gekriegt von den Norwegern“, sagte Ex-Weltmeister Erik Lesser nach dem Frauen-Rennen in der ARD. Deutschlands Männer haben nach dem schwächsten Sprintergebnis seit knapp sieben Jahren im Verfolgungsrennen am Samstag (13.00 Uhr/ARD und Eurosport) keine gute Ausgangsposition. Als bester Deutscher geht Olympiasieger Arnd Peiffer mit einem Rückstand von 1:31 Minuten von Position 22 ins Rennen, Lesser liegt gar 2:09 Minuten zurück. Bei den Frauen (15.00 Uhr) sieht es dank Preuß und Janina Hettich besser aus. „In der Verfolgung bin ich das Quäntchen zu weit weg“, sagte hingegen Ex-Weltmeisterin Denise Herrmann nach Platz 23. und einem Rückstand von 1:22 Minuten nach drei Strafrunden.

Die Schwarzwälderin Hettich war als einzige der sechs deutschen Skijägerinnen am Schießstand fehlerfrei geblieben. Die 24-Jährige schaffte mit Rang 13 und ihrem zweiten Top-15-Platz die WM-Norm. „Das war das Ziel. Aber dass ich das vor Weihnachten schon schaffe, habe ich nicht gedacht“, sagte sie.

Nachdem Vanessa Hinz (1 Fehler) in der Vorwoche als 62. die Qualifikation für das Jagdrennen noch verpasst hatte, schaffte die 28 Jahre alte Bayerin als 26. diesmal den Sprung. „Ich bin in der Verfolgung dabei. Das ist schon mal ganz gut.“ Auch Maren Hammerschmidt (1 Fehler/Platz 28) will wie Anna Weidel (1/43) im Verfolger Plätze gut machen und weiter nach vorne laufen.

+++++17. Dezember 2020+++++

Deutsche verpassen bei norwegischem Vierfachsieg die besten 20

Die deutschen Biathleten haben zum Auftakt des letzten Weltcups des Jahres ein Debakel erlebt. Olympiasieger Arnd Peiffer lief beim norwegischen Vierfachsieg im Sprint von Hochfilzen als bester Athlet des Deutschen Skiverbandes (DSV) auf Rang 22. Schlechter waren die deutschen Biathleten zuletzt vor knapp acht Jahren, am 19. Januar 2013 lief Florian Graf in der Verfolgung von Antholz als bester DSV-Schützling auf Rang 28.

Peiffer fehlten nach seiner Pause in der Vorwoche mit einem Schießfehler nach 10 km 1:31,0 Minuten auf den norwegischen Youngster Sturla Holm Lägreid (0 Schießfehler/23:04,9), der bereits seinen zweiten Saisonsieg feierte. "Ich hatte nicht den besten Tag", sagte Peiffer in der ARD: "Hintenraus wurde es sehr hart. Das Gesamtpaket hat heute bei mir nicht gestimmt."

Den norwegischen Erfolg komplettierten Johannes Dale (0/+7,9 Sekunden), der Gesamtweltcupführende Johannes Thingnes Bö (2/+19,9) und Vetle Sjaastad Christiansen (1/+42,5) auf den Plätzen zwei bis vier.

Benedikt Doll (2/+1:31,5) verpasste nach seiner herben Materialschelte aus der Vorwoche als 23. ebenfalls eine gute Ausgangsposition für den Verfolger am Samstag (13 Uhr/ARD und ZDF). Erik Lesser (2/+2:08,2) und Johannes Kühn (3/+2:18,6) landeten jenseits der Punkteränge. Roman Rees (2/+2:36,8) und Philipp Horn (4/+2:49,5) müssen nach Plätzen jenseits der besten 60 in der Verfolgung sogar zuschauen.

Die Frauen starten am Freitag (14.15 Uhr/ARD und Eurosport) mit dem Sprint über 7,5 km in den letzten Weltcup des Jahres. Nach den Verfolgungen am Samstag stehen am Sonntag noch die ersten Massenstartrennen des Winters auf dem Programm.

+++++13. Dezember 2020+++++

Männer-Staffel wieder starker Dritter - Herrmann enttäuscht erneut

Die deutsche Biathlon-Staffel hat beim Weltcup in Hochfilzen auch ohne Arnd Peiffer den Sprung aufs Podium geschafft. Erik Lesser, Roman Rees, Benedikt Doll und Philipp Horn belegten im zweiten Saisonrennen über die 4x7,5 km wie zuletzt in Kontiolahti einen starken dritten Platz. Für den Deutschen Skiverband (DSV) war es bereits die siebte Top-3-Platzierung des Winters.

Das DSV-Quartett benötigte ohne Olympiasieger Peiffer, der am Freitag aus persönlichen Gründen aus Hochfilzen abgereist war, sieben Nachlader und lag 44,1 Sekunden hinter den siegreichen Schweden (0+8). Die Tre Kronor gewannen bei dichtem Schneefall in 1:16:31,5 Stunden vor den favorisierten Norwegern (1+11/+5,7).

Zuvor hatte Biathletin Franziska Preuß in der Verfolgung über 10 km ihre gute Ausgangsposition nicht ausnutzen können. Nach Platz drei im Sprint fiel die 26-Jährige nach drei Schießfehlern auf den achten Platz zurück. Eine weitere herbe Enttäuschung erlebte Denise Herrmann, die nach Platz 32 im Sprint auch in der Verfolgung nur 25. wurde. Die 31-Jährige schoss viermal daneben.

Der Sieg ging in 29:04,6 Minuten an die Norwegerin Marte Olsbu Röiseland (2 Schießfehler) vor Sprint-Überraschungssiegerin Dsinara Alimbekawa aus Belarus (0/+13,9 Sekunden) und Julia Simon aus Frankreich (3/17,8).

Ab Donnerstag (14.15 Uhr/ARD) geht es in Hochfilzen im Weltcup mit dem Sprint der Männer über 10 km weiter. Der Sprint der Frauen ist für Freitag (14.15 Uhr) geplant.

Preuß fällt bei Röiseland-Sieg zurück - Herrmann enttäuscht erneut

Biathletin Franziska Preuß hat beim Weltcup in Hochfilzen in der Verfolgung über 10 km ihre gute Ausgangsposition nicht ausnutzen können. Nach Platz drei im Sprint fiel die 26-Jährige nach drei Schießfehlern auf den achten Platz zurück. Eine weitere herbe Enttäuschung erlebte Denise Herrmann, die nach Platz 32 im Sprint auch in der Verfolgung nur 25. wurde. Die 31-Jährige schoss viermal daneben.

„Beim Weltcup muss man mit einem Top-Ten-Platz immer zufrieden sein“, sagte Preuß im ZDF. „Das sind gute Punkte, die ich mitnehme. Natürlich ärgert mich das letzte Schießen, aber es wäre so oder so richtig schwer geworden auf das Podest zu kommen.“

Der Sieg ging in 29:04,6 Minuten an die Norwegerin Marte Olsbu Röiseland (2 Schießfehler) vor Sprint-Überraschungssiegerin Dsinara Alimbekawa aus Belarus (0/+13,9 Sekunden) und Julia Simon aus Frankreich (3/17,8). Preuß lag 1:13,9 Minuten zurück. Janina Hettich (3/+2:24,2) wurde 24., Maren Hammerschmidt (3/3:17,9) belegte Rang 38.

Bei den Frauen geht es am Freitag (14.15 Uhr/ARD) in Hochfilzen mit dem nächsten Sprint über 7,5 km weiter.

+++++12. Dezember 2020+++++

Frauen-Staffel hauchdünn am Podest vorbei - Doll und Co. verpassen Top-10-Platzierung

Die deutsche Biathlon-Staffel der Frauen hat beim Weltcup in Hochfilzen das Podium hauchdünn verpasst. Im zweiten Rennen des Winters über die 4x6 km belegten Denise Herrmann, Janina Hettich, Maren Hammerschmidt und Franziska Preuß den undankbaren vierten Platz. In Kontiolahti waren die DSV-Frauen zuletzt Dritte geworden.

Das DSV-Quartett (1 Strafrunde+9 Nachlader) lag nur 0,2 Sekunden hinter den drittplatzierten Schwedinnen. Der Sieg ging souverän an die Norwegerinnen (1+6), die in 1:08:04,3 Stunden vor Frankreich (+24,5 Sekunden/0+16) und Schweden (1+9/32,5) triumphierten. Die Weltmeisterinnen, die im vergangenen Winter alle Staffeln gewonnen hatten, revanchierten sich so auch für den schwachen achten Rang von Kontiolahti.

"Ich war mir relativ sicher, dass ich das im Zielsprint hinbekomme. Aber meine Beine wollten nicht so, wie ich will. Deshalb hat es nicht ganz gereicht", sagte Herrmann, die im Endspurt gegen Elvira Öberg verlor, enttäuscht im ZDF.

Den letzten deutschen Staffel-Erfolg bei den Frauen hatte es am 8. Februar 2019 in Canmore gegeben. Im vergangenen Winter war das DSV-Team bei der WM in Antholz zu Silber gelaufen. Zudem gab es einen dritten Platz in Nove Mesto.

Am Sonntag (11.45 Uhr/ZDF) steht bei den Frauen die Verfolgung über 10 km auf dem Programm. Preuß hat als Dritte nach dem Sprint eine tolle Ausgangsposition.

Doll und Co. verpassen Top-10-Platzierung - Fillon Maillet gewinnt

Die deutschen Biathleten haben beim Weltcup in Hochfilzen in der Verfolgung über 12,5 km nach durchwachsenen Schießleistungen eine Top-10-Platzierung verpasst. Als bester Athlet des Deutschen Skiverbandes (DSV) belegte Benedikt Doll den 11. Rang.

Der Franzose Quentin Fillon Maillet gewann nach fehlerfreier Schießleistung in 32:38,7 Minuten vor seinem Landsmann Emilien Jacquelin (0/+25,5 Sekunden) und Sprint-Sieger Johannes Dale aus Norwegen (2/+49,5). Doll, Achter nach dem Sprint, lag bei starkem Schneefall nach drei Schießfehlern 1:45,6 Minuten zurück. Erik Lesser (4/+2:12,3) landete auf Rang 16. Philipp Horn (3/2:20,0), Roman Rees (2/2:34,9) und Johannes Kühn (4/3:19,1) belegten die Plätze 20, 28 und 32.

Olympiasieger Arnd Peiffer fehlte, nachdem er aus persönlichen Gründen auf den Start im Sprint verzichtet hatte. Der 33-Jährige war am Freitag aus Hochfilzen abgereist und wird auch am Sonntag (14.45 Uhr/ZDF) bei der Staffel über 4x7,5 km nicht zur Verfügung stehen.

Vor dem Männer-Verfolger hatte die deutsche Frauen-Staffel das Podium hauchdünn verpasst. Im zweiten Rennen des Winters über die 4x6 km belegten Denise Herrmann, Janina Hettich, Maren Hammerschmidt und Franziska Preuß den undankbaren vierten Platz. In Kontiolahti waren die DSV-Frauen zuletzt Dritte geworden.

Das DSV-Quartett (1 Strafrunde+9 Nachlader) lag nur 0,2 Sekunden hinter den drittplatzierten Schwedinnen. Der Sieg ging souverän an die Norwegerinnen (1+6), die in 1:08:04,3 Stunden vor Frankreich (+24,5 Sekunden/0+16) und Schweden (1+9/32,5) triumphierten.

Am Sonntag (11.45 Uhr/ZDF und Eurosport) steht bei den Frauen die Verfolgung über 10 km auf dem Programm. Preuß hat als Dritte nach dem Sprint eine tolle Ausgangsposition.

+++++11. Dezember 2020+++++

Doll und Lesser beim Hochfilzen-Sprint in Top Ten

Mit zwei Top-Ten-Plätzen im Sprint durch Benedikt Doll und Erik Lesser haben sich die deutschen Biathlon-Männer beim Weltcup in Hochfilzen eine vielversprechende Ausgangsposition für das Verfolgungsrennen am Samstag geschaffen. Beim Sieg von Johannes Dale aus Norwegen vor dem Franzosen Quentin Fillon Maillet war Ex-Weltmeister Doll nach einem Schießfehler am Freitag als Achter bester deutscher Skijäger. „Ich bin auf jeden Fall zufrieden. Es war ein hartes Stück Arbeit“, sagte der 30 Jahre alte Schwarzwälder, der 51,7 Sekunden Rückstand auf den fehlerfrei gebliebenen Dale hatte.

Einmal in die Strafrunde musste auch Lesser, der knapp hinter Doll Neunter wurde. „Ich lasse mich nicht von den Resultaten treiben, sondern von meinem Gefühl. Und mein Gefühl war heute eher nicht so gut“, sagte Lesser, der im Jagdrennen eine Minute aufholen muss.

Als einziger deutscher Skijäger war Roman Rees über die zehn Kilometer fehlerfrei geblieben. Der 27-Jährige reihte sich als 17. aber hinter Doll und Lesser ein. Philipp Horn kam bei seinem Saison-Einstand nach einer Strafrunde auf Rang 23. „Ich bin sehr zufrieden. Es hat alles so geklappt, wie ich es mir vorgenommen habe“, sagte Horn. Ebenfalls in der Verfolgung mit dabei ist Johannes Kühn, der nach zwei Strafrunden auf Rang 35 kam.

Olympiasieger Arnd Peiffer war kurz vor dem Start aus privaten Gründen aus Hochfilzen abgereist. Ob der 33-Jährige am Sonntag in der Staffel wieder dabei sein wird, werde sich am Samstag entscheiden, erklärte ein Sprecher des Deutschen Skiverbandes.

Preuß stürmt auf Rang drei - Überraschungssieg für Alimbekawa

Biathletin Franziska Preuß ist beim Weltcup in Hochfilzen beim Sprint über 7,5 km nach einer tollen Vorstellung auf Platz drei gestürmt. Die 26-Jährige leistete sich einen Schießfehler und lag nur 9,9 Sekunden hinter der fehlerfreien Überraschungssiegerin Dsinara Alimbekawa aus Belarus (20:12,3 Minuten), die ihren ersten Weltcup gewann.

Für Preuß war es die achte Podestplatzierung ihrer Karriere. Zweite wurde Tiril Eckhoff aus Norwegen (1), die nur 1,4 Sekunden vor Preuß lag. Für den Verfolger über 10 km am Sonntag (11.45 Uhr/ZDF) verschaffte sich Preuß somit eine glänzende Ausgangsposition.

Denise Herrmann enttäuschte dagegen maßlos. Die 31-Jährige musste sich nach drei Schießfehlern (+1:21,2 Minuten) mit Platz 32 zufrieden geben. Dafür überzeugte Janina Hettich. Die 24-Jährige belegte nach einer fehlerfreien Schießleistung (+42,0) einen starken 12. Rang. Für Hettich war es das beste Karriereresultat. Maren Hammerschmidt (1/1:24,0) kam nur auf Rang 33, Vanessa Hinz (3/2:10,1) verpasste als 62. ebenso den Verfolger wie Sophia Schneider (3/2:36,1) als 80.

Vor genau einem Jahr hatten die DSV-Frauen beim Sprint von Hochfilzen ein historisches Desaster erlebt. Herrmann war auf Platz 41 beste Deutsche gewesen. Am Samstag (11.45 Uhr/ZDF) geht es bei den Frauen mit der Staffel über 4x6 km weiter.

Norwegischer Doppelsieg im Massenstart – Preuss beste Deutsche

Biathletin Franziska Preuß hat zum Abschluss des Weltcups im finnischen Kontiolahti in der Verfolgung Platz sieben belegt. Die frühere Staffel-Weltmeisterin leistete sich am Sonntag als beste deutsche Skijägerin zwei Schießfehler und hatte nach zehn Kilometern im Ziel 1:08,6 Minuten Rückstand auf Tiril Eckhoff. Die fehlerfreie Norwegerin setzte sich bei ihrem ersten Saisonsieg souverän vor ihrer Landsfrau Marte Olsbu Röiseland (2 Fehler) und der schwedischen Gesamtweltcup-Führenden Hanna Öberg (3) durch.

Denise Herrmann war zwar aussichtsreich als Fünfte des Sprints gestartet, allerdings musste die Sächsin gleich viermal in die Strafrunde und belegte nur Rang elf. Einen Tag zuvor hatte die 31-Jährige die deutsche Staffel noch auf Platz drei geführt. Vanessa Hinz (1) schaffte es als 18. noch unter die Top 20.

Die deutschen Skijäger zeigten sich in den ersten beiden Wochen des Winters insgesamt schon in ordentlicher Form und schafften es in zehn Rennen in Finnland fünfmal auf das Podium. Fortgesetzt wird der Weltcup am Freitag in Hochfilzen. Auch in Österreich wird es aufgrund der Corona-Krise zwei Wettkampfwochen direkt nacheinander geben.

Männer-Staffel läuft in Kontiolahti auf Platz drei

Den deutschen Biathleten ist mit Platz drei beim Weltcup im finnischen Kontiolahti ein starker Auftakt in die neue Staffelsaison geglückt. Das Quartett in der Besetzung Erik Lesser, Roman Rees, Arnd Peiffer und Benedikt Doll musste sich am Sonntag nach insgesamt acht Nachladern nur den siegreichen Norwegern und Schweden geschlagen geben. Im Ziel fehlten den DSV-Skijägern, die in dieser Besetzung 2019 schon WM-Silber gewonnen hatten, nach 4x7,5 Kilometern 51,7 Sekunden zum ersten Weltcupsieg seit fast vier Jahren. Zuletzt war das im Januar 2017 in Antholz gelungen.

Lesser vermied zwar im Stehendschießen mit drei Extrapatronen gerade noch so eine Strafrunde, übergab aber trotzdem gleichauf mit Norwegen und Belarus an Rees. Der zweite deutsche Läufer übernahm nach seinem Stehendschießen auch nach zwei Fehlern zwischenzeitlich die Führung und schickte Olympiasieger Peiffer als Zweiten los. Der 33-Jährige verteidigte diesen Platz mit einer starken Vorstellung hinter den erneut überlegenen Norwegern. Schlussläufer Doll musste den Schweden Sebastian Samuelsson am Ende noch vorbeiziehen lassen.

Die deutschen Herren zeigten sich in den ersten beiden Wochen des Winters stark und schafften es in fünf Rennen in Finnland dreimal auf das Podium. Fortgesetzt wird der Weltcup am Freitag in Hochfilzen. Auch in Österreich wird es zwei Wettkampfwochen nacheinander geben.

+++++5. Dezember 2020+++++

Deutsche Frauen-Staffel läuft aufs Podest – Schweden gewinnt

Die deutsche Biathlon-Staffel der Frauen ist beim Weltcup in Kontiolahti auf das Podest gestürmt. Im ersten Rennen des Winters über die 4x6 km belegten Denise Herrmann, Vanessa Hinz, Maren Hammerschmidt und Franziska Preuß den dritten Platz. Das DSV-Quartett (null Strafrunden+12 Nachlader) lag 43,9 Sekunden hinter den überragenden Schwedinnen (0+8) um Hanna Öberg, die in 1:12:44,5 Stunden vor Frankreich (+9,6 Sekunden/0+9) siegten.

Das derzeit dominierende schwedische Team beendete damit auch die beeindruckende Siegesserie der diesmal enttäuschenden Norwegerinnen, die in der vergangenen Saison in allen sechs Rennen triumphiert hatten. Den letzten deutschen Staffel-Erfolg bei den Frauen hatte es am 8. Februar 2019 in Canmore gegeben. Im vergangenen Winter war das DSV-Team bei der WM in Antholz zu Silber gelaufen. Zudem gab es einen dritten Platz in Nove Mesto.

Am Sonntag (15.15 Uhr/ARD) steht bei den Frauen zum Abschluss der Wettkämpfe in Kontiolahti noch die Verfolgung über 10 km an. Herrmann hat als Fünfte nach dem Sprint eine gute Ausgangsposition.

Peiffer vergibt möglichen Podestplatz beim Schießen, Doll starker Fünfter

Biathlet Arnd Peiffer hat beim Weltcup in Kontiolahti nach Platz zwei im Sprint in der Verfolgung über 12,5 km das Podest klar verpasst. Der Olympiasieger musste sich nach fünf Schießfehlern mit Rang 18 begnügen. Als bester Athlet des Deutschen Skiverbandes (DSV) kam Benedikt Doll auf einen starken fünften Platz. Der 31-Jährige unterstrich damit seine aufsteigende Form.

Der Schwede Sebastian Samuelsson, nur 18. nach dem Sprint, feierte in 32:26,7 Minuten (1 Schießfehler) seinen ersten Weltcup-Erfolg vor dem Franzosen Fabien Claude (3/+15,8) und Johannes Thingnes Bö aus Norwegen (3/+19,5). Doll, der im Sprint Achter geworden war, lag nach zwei Schießfehlern 27,9 Sekunden zurück, Peiffer wies 1:18,8 Minuten Rückstand auf. Am Sonntag (12.45 Uhr/ARD) findet bei den Männern die erste Staffel der Saison über 4x7,5 km statt.

"Es kam ganz schöner Wind rein. So richtig wohl habe ich mich stehend nicht gefühlt, aber ich habe mich durchgemogelt. Ich bin richtig glücklich, dass es so geklappt hat. Es macht gleich viel mehr Spaß", sagte Doll, der mit den enttäuschenden Plätzen 29 und 32 in den Winter gestartet war, in der ARD.

Bei Peiffer war die Stimmungslage konträr, zumal er vor dem letzten Schießen noch in aussichtsreicher Position gelegen hatte. Doch mit drei Fehlern vergab der 33-Jährige alle Chancen. "So macht das keinen Spaß. Ich bin ziemlich sauer auf mich selbst, dass ich das nicht hinbekommen habe", sagte Peiffer.

Erik Lesser landete mit vier Fehlern (+1:26,4) auf dem 19. Platz. Johannes Kühn (5/1:50,2) wurde 25., Roman Rees (3/1:52,5) kam auf Rang 27 ins Ziel, Lukas Fratzscher (5/3:05,9) belegte den 41. Platz.

+++++4. Dezember 2020+++++

Biathleten nehmen Podestplätze mit den Staffeln ins Visier

„Es wird hart, aber es ist möglich“, sagte der 33-Jährige vor dem Rennen über 4x7,5 Kilometer am Sonntag (12.45 Uhr/ARD und Eurosport) im finnischen Kontiolahti. „Wir haben eine gute Form und unser Schießen verbessert“, sagte der Harzer, der in erster Linie Norwegen und Frankreich als härteste Konkurrenten sieht. „Aber es gibt auch noch mehr Teams“, ergänzte der fünfmalige Weltmeister.

Zuvor steht für Peiffer und Co. am Samstag (13.20 Uhr/ARD und Eurosport) das Verfolgungsrennen an. Auf den WM-Strecken von 2015 geht der Niedersachse mit 14 Sekunden Rückstand auf den norwegischen Sprintsieger Tarjei Bö auf die Strecke. Er hat durchaus Chancen auf den ersten deutschen Weltcupsieg in diesem Winter, ehe am Nachmittag die Frauenstaffel in die Loipe geht. Das Team, das in der Besetzung Vanessa Hinz, Franziska Preuß, Maren Hammerschmidt und Denise Herrmann antreten wird, formulierte schon vor dem Saisonstart den Anspruch, bei den Mannschaftswettbewerben möglichst immer auf dem Podium zu landen.

Am Freitag stand bei den Skijägern im Osten Finnlands zunächst ein Ruhetag auf dem Programm, zum Abschluss der zweiten Weltcupwoche kommt es in Nordkarelien am Sonntag noch zum ersten Jagdrennen bei den Frauen. Als beste Deutsche geht die Sächsin Herrmann als Fünfte 48 Sekunden hinter der Schwedin Hanna Öberg auf die Verfolgung.

+++++5. Dezember 2020+++++

Biathlon-Weltverband bestraft Bulgaren für Corona-Vergehen

Der Biathlon-Weltverband IBU hat die bulgarische Mannschaft nach Verstößen gegen die Corona-Regeln bestraft. Wie die IBU am Samstag mitteilte, gab es beim Weltcup im finnischen Kontiolahti „engen Kontakt“ zwischen zwei Sportlern, die sich in Quarantäne befinden, und einer weiteren Person aus dem Nationalteam. Das ist derzeit streng verboten. Die bulgarische Delegation wurde für dieses Vergehen mit einer Geldstrafe belegt. Zudem wurde das Teammitglied bis Ende Januar von allen IBU-Events ausgeschlossen. Die finnischen Gesundheitsbehörden empfahlen für diese Person zudem eine freiwillige Selbstquarantäne. Namen wurden nicht genannt.

Als Reaktion auf den Vorfall wurde die gesamte bulgarische Mannschaft erneut getestet, weitere Corona-Tests sind am Wochenende angesetzt. Es solle unbedingt ausgeschlossen werden, dass es weitere Ansteckungen gegeben hat, teilte die IBU mit.

+++++3. Dezember 2020+++++

Herrmann in Finnland Fünfte im Sprint

Ex-Weltmeisterin Denise Herrmann hat zum Auftakt der zweiten Biathlon-Weltcupwoche im finnischen Kontiolahti den fünften Platz im Sprint belegt. Nach einem Schießfehler betrug der Rückstand der 31 Jahre alten Sächsin auf die schwedische Siegerin Hanna Öberg am Donnerstag 47,6 Sekunden. Die Gesamtweltcup-Führende Öberg setzte sich vor der ebenfalls fehlerfreien Französin Anais Chevalier-Bouchet und ihrer Schwester Elvira Öberg (1 Fehler) durch.

Im Rennen der Männer hatte es Olympiasieger Arnd Peiffer zuvor auf Rang zwei geschafft. Der 33-Jährige musste sich mit 13,9 Sekunden Rückstand nur dem Norweger Tarjei Bö geschlagen geben. Nach einem freien Tag finden am Wochenende in Finnland noch die ersten Verfolgungs- und Staffelrennen der Saison statt.

+++++3. Dezember 2020+++++

Olympiasieger Peiffer Zweiter im Biathlon-Sprint von Kontiolahti

Biathlon-Olympiasieger Arnd Peiffer hat sich beim Weltcup im finnischen Kontiolahti als Zweiter im Sprint erstmals in diesem Winter einen Podestplatz erkämpft. Der 33-Jährige musste sich am Donnerstag mit 13,9 Sekunden Rückstand einzig dem ebenfalls fehlerfreien Norweger Tarjei Bö geschlagen geben. Dritter über die zehn Kilometer wurde Gesamtweltcupsieger Johannes Thingnes Bö aus Norwegen, der einen Fehler schoss. Für die deutschen Männer war es nach Rang drei für Erik Lesser im Einzel am vergangenen Samstag schon die zweite Podiumsplatzierung im dritten Saisonrennen.

Peiffer, der bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang überraschend Sprint-Gold geholt hatte, steigerte sich nach den Plätzen 17 (Einzel) und sieben (Sprint) am Auftakt-Wochenende erneut. Sicher brachte der älteste Athlet in der deutschen Mannschaft alle zehn Schüsse ins Ziel und zeigte auf den WM-Strecken von 2015 im Osten Finnlands eine überzeugende Vorstellung.

Zweitbester Deutscher wurde Ex-Weltmeister Benedikt Doll (1 Fehler) als Achter, der damit die Norm für die WM im Februar im slowenischen Pokljuka erfüllte. Der Thüringer Lesser (2 Fehler) schaffte als 16. ebenfalls ein gutes Resultat. Roman Rees (1 Fehler) als 27. und Johannes Kühn (2 Fehler) als 28. holten zudem noch Weltcup-Punkte.

+++++30. November 2020+++++

Biathleten gehen mit unverändertem Kader in zweiten Finnland-Weltcup

Bei den Damen sind damit Denise Herrmann, die im Auftakteinzel Zweite geworden war, Maren Hammerschmidt, Franziska Preuß, Vanessa Hinz, Janina Hettich und Sophia Schneider bei den Rennen von Donnerstag bis Sonntag dabei.

Bei den Herren bleibt der Platz von Philipp Horn, der wegen eines indifferenten Corona-Testergebnisses vor den ersten Rennen nach Hause flog, unbesetzt. Damit kämpfen der Einzel-Dritte Erik Lesser, Arnd Peiffer, Benedikt Doll, Lucas Fratzscher, Johannes Kühn und Roman Rees um den zweiten Podestplatz für das Team von Bundestrainer Mark Kirchner.

Am Donnerstag stehen die beiden Sprints (ab 13.30 Uhr/ARD und Eurosport) und am Wochenende die Verfolgungsrennen und abschließenden Staffeln auf dem Programm.

+++++29. November 2020+++++

Bö siegt im Sprint, Peiffer Siebter - Hammerschmidt Neunte, Herrmann patzt

Biathletin Denise Herrmann hat beim Weltcup in Kontiolahti beim Sprint über 7,5 km die erhoffte Spitzenplatzierung deutlich verpasst. Die 31-Jährige, die im Einzel am Samstag noch ganz knapp am Sieg vorbeigeschrammt war, musste sich nach drei Schießfehlern mit einem enttäuschenden Rang 38 zufriedengeben.

"Ich habe mich nicht schlecht gefühlt, aber nach Schuss sieben habe ich irgendwie die Kontrolle verloren", sagte Herrmann im ZDF über ihre schwache Schießleistung.

Die Vize-Weltmeisterin wies 1:51,0 Minuten Rückstand auf Siegerin Hanna Öberg auf. Die Schwedin gewann nach einer fehlerfreien Schießleistung in 21:01,4 Minuten souverän vor den beiden Norwegerinnen Marte Olsbu Röiseland (0/+23,9 Sekunden) und Karoline Offigstad Knotten (0/37,8).

Beste Athletin des Deutschen Skiverbandes (DSV) war Maren Hammerschmidt. Die 31-Jährige belegte mit null Fehlern (+58,7 Sekunden) den neunten Rang und schaffte damit nach dem 12. Platz im Einzel bereits die WM-Norm. Franziska Preuss (2/1:27,3) lief auf Rang 23, Vanessa Hinz (1/1:45,8) wurde nur 32.

Bö siegt im Sprint - Peiffer Siebter

Die deutschen Biathleten haben beim Weltcup in Kontiolahti im Sprint über 10 km das Podium verpasst, aber erneut für gute Platzierungen gesorgt. Beim klaren Erfolg von Überflieger Johannes Thingnes Bö (Norwegen) landete Arnd Peiffer auf Rang sieben. Erik Lesser, der am Samstag im Einzel über 20 km überraschend Dritter geworden war, bestätigte auf Rang neun seine gute Form.

"Das war für mich ein erfolgreiches Wochenende. Ich freue mich, dass es so ist. Ich habe ein gutes Gefühl. Ich weiß aber auch, dass es nächste Woche schon wieder ganz anders laufen kann", sagte Lesser (32) im ZDF. Peiffer sprach von einem "soliden Rennen. Ich bin einigermaßen zufrieden, aber es wäre mehr drin gewesen."

Bö, der im vergangenen Winter trotz Baby-Pause zehn Rennen gewonnen hatte, siegte mit einem fehlerfreien Schießen in 23:53 Minuten. Hinter dem Norweger belegten die Schweden Sebastian Samuelsson (1/+44,1 Sekunden) und Martin Ponsiluoma (1/+47,9) die Plätze zwei und drei.

Peiffer lag nach einem Schießfehler 1:03,1 Minuten zurück. Lesser (+1:09,4) verfehlte auch einmal das Ziel. Johannes Kühn (1/+1:28,5) als 19., Benedikt Doll (3/+2:15,2) auf Rang 32, Roman Rees als 35. (2/+2:19,9) und Lukas Fratzscher auf dem 47. Platz (2/2:40,3) verpassten die Top 10 deutlich.

+++++28. November 2020++++

Nur ein Wimpernschlag fehlt Herrmann zum Auftaktsieg

Die frühere Weltmeisterin Denise Herrmann hat den deutschen Biathletinnen gleich zum Saisonstart den ersten Podestplatz beschert. Die Vorzeigeathletin des Deutschen Skiverbandes (DSV) musste sich nach einem Schießfehler und einer bärenstarken Laufleistung im Einzel von Kontiolahti nur Gesamtweltcupsiegerin Dorothea Wierer geschlagen geben.

Auf der Schlussrunde der 15 km holte die Oberwiesenthalerin noch über eine halbe Minute auf die fehlerfreie Italienerin auf, letztlich fehlte ein Hauch von 0,8 Sekunden zum Auftaktsieg. Dritte wurde überraschend die Schwedin Johanna Skottheim (0 Schießfehler/24,1 Sekunden zurück). Im Vorjahr hatten die deutschen Frauen bis zum vierten Weltcup auf den ersten Podestplatz warten müssen.

Neben Herrmann wusste auch die oft von Verletzungen zurückgeworfene Maren Hammerschmidt (Winterberg/2:05,0) mit einem Schießfehler und Platz elf zu überzeugen, die restlichen Athletinnen des DSV kamen nicht unter die besten 15.

Ursprünglich sollten zu den Auftaktrennen bis zu 4500 Zuschauer zugelassen werden. Aufgrund der jüngsten Coronarentwicklung im Norden Finnlands entschieden sich die lokalen Behörden kurzfristig doch für einen Geisterweltcup. Am Sonntag (13.40 Uhr/ZDF) steht für die Frauen an gleicher Stelle der Sprint über 7,5 km auf dem Programm.

Lesser glänzt bei Sensationssieg von Lägreid als Dritter

Routinier Erik Lesser (Frankenhain) hat zum Start in die Biathlon-Saison für das deutsche Glanzlicht gesorgt. Beim Sensationssieg des fehlerfreien Norwegers Sturla Holm Lägreid stürmte der 32-Jährige im Einzel über 20 km mit nur einem Schießfehler und einer überragenden Schlussrunde auf Platz drei und lief mit einem Rückstand von 1:03,6 Minuten nach knapp dreijähriger Durststrecke im Weltcup wieder aufs Podest.

"Es ist schon ein bisschen erleichternd", sagte Lesser im ZDF: "Irgendwie habe ich die letzten Wochen im Training das Richtige gemacht. Ich kann absolut zufrieden sein." Der Sachse hatte sich nach schwacher letzter Saison unter der Woche erst in internen Ausscheidungsrennen für die deutsche Weltcupmannschaft qualifiziert, mit seiner Galavorstellung im tiefen Schnee hakte er die Norm für die WM in Pokljuka gleich ab.

Der 23-jährige Lägreid siegte in seinem erst fünften Weltcuprennen vor Gesamtweltcupsieger Johannes Thingnes Bö (Norwegen/1 Schießfehler/19,6 Sekunden zurück). Ex-Weltmeister Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld/2/2:56,9) landete als zweitbester Deutscher auf Rang 17, die restlichen Athleten des Deutschen Skiverbandes schafften es nicht unter die ersten 25.

Der DSV hatte sein Startkontingent von sieben Athleten coronabedingt nicht komplett ausgeschöpft. Philipp Horn verzichtete nach einem "indifferenten Testergebnis" als Vorsichtsmaßnahme freiwillig auf einen Start. Das Teilnehmerfeld war wegen einiger positiver COVID-19-Tests generell arg dezimiert. Unter anderem wurden der russische Ex-Weltmeister Anton Babikow nach positivem Test sowie dessen Zimmernachbar Jewgeni Garanitschew als Kontaktperson von den finnischen Gesundheitsbehörden in Quarantäne geschickt.

Ursprünglich sollten zu den Auftaktrennen bis zu 4500 Zuschauer zugelassen werden. Aufgrund der jüngsten Coronaentwicklung im Norden Finnlands entschieden sich die lokalen Behörden kurzfristig doch für einen Geisterweltcup. Am Sonntag (10.30 Uhr) starten die Männer über die halbe Distanz in den ersten Sprint-Wettbewerb des Winters.

+++++26. November 2020+++++

Corona-Wirrwarr schon vor dem Weltcup-Auftakt

Ein russischer Ex-Weltmeister in Quarantäne, ganze Teams ausgeschlossen, ein deutscher Startverzicht - und unzählige weitere Fragezeichen: Der Biathlon-Zirkus muss der Coronakrise gleich zum Saisonstart Tribut zollen. Schon bei den ersten Rennen in Kontiolahti dezimiert das Virus den Weltcup-Tross immens, die Ausfallliste wächst nahezu stündlich. Bei zahlreichen Athleten entscheidet sich ein Start wohl erst Stunden oder sogar Minuten vor den Rennen.

Allein in sieben Mannschaften kam es vor Ort in Kontiolahti zu positiven Coronatests. Am Freitag ließ der Deutsche Skiverband (DSV) wissen, dass Philipp Horn (Frankenhain) wegen eines "indifferenten Testergebnisses" auf den Weltcup-Start verzichten wird - die Gesundheitsbehörden vor Ort hätten ihn starten lassen, der DSV ging lieber auf Nummer sicher. Der asymptomatische Horn wird nach Deutschland zurückfliegen.

Das slowakische Team hatte erst gar nicht einreisen dürfen. Wer am Samstag bei den Einzelrennen in die 44. Weltcup-Saison starten darf, liegt zumindest teilweise in den Händen der lokalen Gesundheitsbehörden. Und die haben über die ohnehin isolierten Coronafälle hinaus mit dem Aussieben begonnen.

Die Teams aus Rumänien und Moldau (mit Ausnahme einer Person) wurden komplett in Quarantäne geschickt. Im Fall der drei positiven Tests im russischen Team entschied das Gesundheitsamt, dass drei weitere Kontaktpersonen in Isolation müssen. Der Rest der Mannschaft darf vorbehaltlich zweier negativer Coronatests am Samstag in Kontiolahti starten.

Bei einer der positiv getesteten Personen im russischen Team handelt es sich nach Angaben des nationalen Verbandes RBU um den ehemaligen Staffelweltmeister Anton Babikow. Dessen Zimmernachbar Jewgeni Garanitschew, Olympiadritter im Einzel von 2014, muss nach einem Beschluss des lokalen Gesundheitsamts trotz negativer Testergebnisse sogar bis 5. Dezember und damit vier Tage länger als Babikow in Quarantäne bleiben.

Gut dass die Zahl der Streichergebnisse von zwei auf vier erhöht wurde, denn der zweite Weltcup an gleicher Stelle ist damit für ihn auch schon Geschichte - wie für die A-Mannschaft der Slowakei. Die steckt nach sieben positiven Tests nach ihrem Trainingslager in Stockholm fest. Als Ersatz wird ein reines Nachwuchsteam nur mit Weltcup-Debütanten im Norden Finnlands antreten. Zumindest diese Athleten haben ihr Go erhalten, während andere noch zittern.

Bei den Polen und Letten steht nach Coronafällen eine Entscheidung noch aus. Dass es eine Saison voller Ungewissheiten und neuer Herausforderungen wird, war aber ohnehin klar. Die Stars sind froh, dass es im hohen Norden überhaupt losgehen kann - wenn auch entgegen der ursprünglichen Planungen nicht mit Fans.

Am Donnerstagabend teilte die IBU mit, dass nach einer Empfehlung der lokalen Behörden keine Zuschauer zugelassen werden. Zunächst sollten bis zu 4500 Fans bei den Rennen dabei sein. Damit wird es wie danach in Hochfilzen und Oberhof Geister-Wettkämpfe geben - wie wohl auch bei der WM in Pokljuka/Slowenien (10. bis 21. Februar).

Das nehmen jedoch alle in Kauf, wie auch das von der IBU vorgegebene Hygienekonzept und die Zusammenlegung von Weltcups. "Es ist doch besser, als wenn wir alle zu Hause sitzen müssen", sagte Bundestrainer Mark Kirchner. Er sei aber gespannt, "was dieser verrückte Winter bieten wird", ergänzte der Coach: "Wir müssen flexibel reagieren."

Das versucht auch die IBU. Acht von zehn Weltcups werden an nur vier Orten ausgetragen, "um die Reisetätigkeiten zu minimieren. Das ist die effektivste Maßnahme", sagte Präsident Olle Dahlin: "Die höchste Priorität genießt die Sicherheit aller Beteiligten." Deshalb auch die Kontrolllabore an den Veranstaltungsorten, die nun schon mehrfach Alarm schlugen.

++++27. November 2020++++

Weitere Corona-Fälle vor Auftakt - zwei Teams in Quarantäne

Kurz vor dem Biathlon-Saisonstart am Samstag im finnischen Kontiolahti sorgen weitere positive Coronavirus-Fälle für Probleme. Wie der Weltverband IBU am Freitag mitteilte, wurden auch Teammitglieder aus Italien und Polen positiv getestet und müssen sich nun in Isolation begeben. Über weitere Schritte wird erst noch entschieden. Zudem ordneten die zuständigen finnischen Behörden nach Corona-Fällen Quarantäne für die gesamte rumänische Mannschaft und - mit nur einer Ausnahme - für das komplette Team aus Moldau an.

Damit gibt es bereits positive Befunde aus mindestens acht Nationen, zu denen auch noch Russland, Lettland, Frankreich und die Slowakei gehören. Während die Slowaken aufgrund der Quarantäne-Regelungen gar nicht erst nach Kontiolahti anreisen konnten, verpassen die russischen Skijäger Anton Babikow (29) und Jewgeni Garanitschew (32) ebenfalls den Start an diesem Wochenende. Wie der russische Verband RBU mitteilte, sind nur diese beiden Athleten betroffen. Zu einer Isolation der gesamten Mannschaft kommt es nicht.

+++++26. November 2020+++++

Weltcup-Auftakt in Finnland doch ohne Zuschauer

Der Auftakt des Biathlon-Weltcups ab Samstag im finnischen Kontiolahti findet nun doch ohne Zuschauern statt. Die Entscheidung trafen die lokalen Veranstalter und der finnische Biathlonverband am Donnerstag. Anfang der Woche wurde trotz der Coronavirus-Pandemie noch mit einem Publikum von bis zu 4500 Personen geplant. Ab Freitag sollen in der Region Nordkarelien derart große Veranstaltungen jedoch nicht mehr durchgeführt werden dürfen. Damit ist auch klar, dass die zweite Weltcup-Woche ab nächstem Donnerstag ebenfalls vor leeren Tribünen stattfindet.

Ohnehin waren bislang nicht einmal ein Viertel der verfügbaren Karten verkauft worden. Traditionell reisen normalerweise vor allem viele Besucher aus dem nahen Russland nach Kontiolahti. Allerdings ist eine Einreise nach Finnland für sie derzeit nicht ohne Weiteres möglich.

Damit steht fest, dass es vorerst keine Rennen der Skijäger mit Fans geben wird. Im österreichischen Hochfilzen sowie bei den Weltcups im thüringischen Oberhof und in Antholz/Italien sind bis Ende Januar 2021 keine Besucher zugelassen. Eine Entscheidung, wie es bei der WM in Pokljuka/Slowenien vom 9. bis 21. Februar 2021 laufen soll, wird für Anfang Dezember erwartet.

+++++25. November 2020+++++

Sechs Nationen mit Corona-Fällen vor Weltcupauftakt

Bereits vor dem Saisonstart hat den Biathlon-Weltcup eine erste Coronawelle erwischt. Wie der Weltverband IBU mitteilte, wurden bei den ersten Testreihen vor den Rennen in Kontiolahti Teammitglieder aus sechs Nationen positiv auf COVID-19 getestet. Demnach gibt es in den Mannschaften aus Frankreich, Russland, Rumänien, der Slowakei, Lettland und Moldau Coronafälle.

Die nicht näher benannten Sportler oder Betreuer befinden sich in Quarantäne, über weitere Maßnahmen entscheidet das finnische Gesundheitsamt. Lediglich im Fall der französischen Mannschaft legten sich die Behörden bereits fest, dass neben der erkrankten Person kein weiteres Teammitglied in Quarantäne muss.

Im Rahmen ihres umfassenden Hygienekonzepts hat die IBU in Kontiolahti ein eigenes Kontrolllabor eingerichtet. Der gesamte Tross muss sich bei Ankunft einem COVID-19-Test unterziehen, anschließend wird alle vier bis fünf Tage erneut getestet. Es wird grundsätzlich empfohlen, dass sich die Athleten innerhalb eines Teams nur in Vierergruppen bewegen, damit bei einem positiven Fall nicht die ganze Mannschaft in Quarantäne muss.

Die Saison startet im Norden Finnlands am Samstag mit zwei Einzelrennen, am Sonntag stehen die Sprints auf dem Programm.

+++++25. November 2020+++++

Erik Lesser für deutsches Weltcup-Team qualifiziert

Der ehemalige Weltmeister Erik Lesser hat sich für den Auftakt des Biathlon-Weltcups an diesem Wochenende im finnischen Kontiolahti qualifiziert. Der 32-Jährige setzte sich bei den internen Ausscheidungsrennen um die zwei noch freien Weltcup-Tickets mit einem Doppelsieg im Sprint und in der Verfolgung durch. Lesser überzeugte in Munio mit starken Schießeinlagen und guten Laufzeiten.

„Ja, es ist am Ende klarer ausgegangen, als ich es erwartet hätte“, sagte Lesser der Zeitung „Freies Wort“ (Mittwoch). Dem ersten Kräftemessen mit der Weltelite am Wochenende in Kontiolahti mit dem Einzel am Samstag und dem Sprint am Sonntag sieht er dennoch „nur vorsichtig optimistisch“ entgegen.

Bundestrainer Mark Kirchner lobte seinen langjährigen Oberhofer Schützling: „Besser hätte er es nicht machen können. Es zeichnet Erik eben aus, dass er da ist, wenn es um die Wurst geht.“ Lesser war in der Vorsaison nach eher schwachen Leistungen nur als Ersatzmann zur WM nach Antholz gereist, holte dann aber Single-Mixed-Silber und Staffel-Bronze.

Gesetzt für die Auftaktrennen sind Benedikt Doll, Arnd Peiffer, Johannes Kühn und Philipp Horn. Lucas Fratzscher als Gesamtsieger des IBU-Cups hat ein persönliches Startrecht. Roman Rees, der in den Rennen Dritter und Vierter wurde, ist auch beim Saisonauftakt dabei. Dagegen reichte es für Ex-Weltmeister Simon Schempp nicht.

+++++25.November 2020+++++

Startschuss in einen verrückten Biathlon-Winter

Den schwierigen Start in einen "verrückten Winter" nimmt Denise Herrmann mit viel Humor. "Ich hätte nicht gedacht, dass man beim Abstrich das Stäbchen überhaupt so weit in die Nase bekommt. Das war eine neue Körpererfahrung", sagte Deutschlands Vorzeigeläuferin nach ihrem ersten Corona-Test im SID-Gespräch - und lachte.

Wenn am Samstag (11.00 Uhr/ZDF) mit dem Einzelrennen der Herren über 20 km im finnischen Kontiolahti die 44. Weltcup-Saison im Biathlon beginnt, wird pandemiebedingt vieles anders sein. Es wird ein Auftakt mit einigen Fragezeichen und zahlreichen großen Herausforderungen. Doch letztendlich sind die Stars froh, dass es im hohen Norden überhaupt losgehen kann - und das sogar mit Fans.

Bis zu 4500 Zuschauer erlauben die finnischen Gesundheitsbehörden. In Hochfilzen und Oberhof wird es danach Geister-Wettkämpfe geben - wie wohl auch bei der WM in Pokljuka/Slowenien (10. bis 21.2.).

Das von der Internationalen Biathlon-Union (IBU) vorgegebene strenge Hygienekonzept und die Zusammenlegung von Weltcups nehmen jedoch alle gerne in Kauf. "Es ist doch besser, als wenn wir alle zu Hause sitzen müssen", sagte Bundestrainer Mark Kirchner.

Er sei aber gespannt, "was dieser verrückte Winter bieten wird", ergänzte der Coach: "Wir müssen flexibel reagieren." Wichtig für ihn sei vor allem, "dass die Mannschaft in einem intakten Zustand ist. Wir sind auf alle Fälle gerüstet."

Zwar fehlten in der Vorbereitung die Vergleiche mit anderen Nationen. "Aber ich habe wirklich ein gutes Gefühl und bin optimistisch", betonte Herrmann, die neben Dorothea Wierer, Tiril Eckhoff, Marte Olsbu Röiseland oder Hanna Öberg zu den aussichtsreichsten Kandidatinnen im Kampf um den Gesamtweltcup gehört.

Sie habe "alles, was ich mir vorgenommen habe, gut umsetzen können", ergänzte die 31 Jahre alte Vize-Weltmeisterin. Auch Franziska Preuß unterstreicht dies vor dem Einzelrennen am Samstag (14.20 Uhr) und dem Sprint am Sonntag (13.40 Uhr): "Wir konnten trotz der Corona-Pandemie ohne große Ausnahmen trainieren. Es gibt keinen Grund für Ausreden."

Oder vielleicht doch? Für Routinier Arnd Peiffer, neben Benedikt Doll bei den deutschen Männern erster Anwärter auf einen Podestplatz, ist durch die vielen Maßnahmen "nicht alles ganz so locker". Es fehle die "Leichtigkeit". Dennoch arrangiert sich der 33-Jährige, Olympiasieger und fünfmaliger Weltmeister, gerne mit den ungewohnten Umständen. Es bringe ja auch nichts, "sich wuschig zu machen. Man kann das Risiko ja minimieren."

Dies versucht die IBU mit Vehemenz. Acht von zehn Weltcups werden an nur vier Orten ausgetragen, "um die Reisetätigkeiten zu minimieren. Das ist die effektivste Maßnahme", unterstrich Präsident Olle Dahlin: "Wir haben wie alle anderen Sportarten mit nie gekannten Herausforderungen zu kämpfen. Die höchste Priorität genießt die Sicherheit aller Beteiligten." Deshalb richtet die IBU an den Veranstaltungsorten zur Durchführung von regelmäßigen PCR-Tests für den Weltcup-Tross (Sportler, Trainer, Funktionäre, Serviceleute usw.) ein eigenes Labor ein.

Der Verband plant angesichts der Maßnahmen und der finanziellen Unterstützung für Veranstalter und Nationalverbände sogar ein beachtliches Minus von drei bis vier Millionen Euro ein. Hauptsache, es wird gelaufen und geschossen. Ein Ausfall wäre für alle Wintersport-Verbände, so der ehemalige Ski-Rennläufer Felix Neureuther, "eine Katastrophe". Deswegen sei es "ein großer Vorteil, sich in einer Blase zu bewegen", fügte Simon Schempp an.

Für den 32-Jährigen ist Kontiolahti nach zwei verkorksten Wintern mit verletzungsbedingten Rückschlägen ein Neuanfang. Wie Erik Lesser (32) will und muss sich der Ex-Weltmeister neu beweisen. Gesetzt sind beide nicht mehr. Gute Leistungen seien "wichtig", verdeutlichte Schempp, "um weiterhin dabei zu sein".

Derartige Sorgen muss sich Überflieger Johannes Thingnes Bö nicht machen. Nach dem Rücktritt von Martin Fourcade dürfte der Norweger den Weltcup noch stärker dominieren. Bö könne sich, so Österreichs Trainer Ricco Groß, "im Prinzip nur selbst schlagen".

+++++23. November 2020+++++

4500 Zuschauer bei Weltcup-Auftakt in Kontiolahti möglich

Der Auftakt des Biathlon-Weltcups am Samstag im finnischen Kontiolahti soll trotz der anhaltenden Corona-Pandemie vor Zuschauern stattfinden. Bis zu 4500 Fans sind derzeit noch pro Wettkampftag bei den ersten Saisonrennen der Skijäger erlaubt. Dass wirklich so viele Menschen zu den Rennen kommen, gilt aber als recht unwahrscheinlich. Traditionell reisen normalerweise vor allem viele Besucher aus dem nahen Russland nach Kontiolahti. Allerdings ist eine Einreise nach Finnland für sie derzeit nicht ohne Weiteres möglich.

Laut einer Anfrage der österreichischen Nachrichtenagentur APA wurden für die beiden Einzelrennen am Samstag bislang 1000 Tickets verkauft, für die Sprints am Sonntag wurden rund 800 Karten abgesetzt. Die Fans sollen auf vier Tribünen verteilt werden, um den nötigen Abstand zu gewährleisten. Es gibt lediglich eine Empfehlung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, aber keine Pflicht. Bis zu 10 000 Zuschauer passen normalerweise auf die großzügige Anlage des WM-Gastgebers von 2015. Ob auch beim zweiten Kontiolahti-Weltcup vom 3. bis 6. Dezember Fans dabei sein dürfen, wurde noch nicht entschieden.

Beschlossen ist dagegen, dass die Skijäger anschließend lange auf die Unterstützung von Fans verzichten müssen. Sowohl im österreichischen Hochfilzen als auch bei den Weltcups im thüringischen Oberhof und in Antholz/Italien sind bis Ende Januar 2021 keine Besucher zugelassen. Eine Entscheidung, wie es bei der WM in Pokljuka/Slowenien vom 9. bis 21. Februar 2021 laufen soll, wird für Anfang Dezember erwartet.

Doppelweltcup in Oberhof ohne Zuschauer

Die Biathlon-Hochburg Oberhof muss in der kommenden Saison zwei Geisterweltcups austragen. Wie die Veranstalter mitteilten, finden die Rennen vom 7. bis 10. und vom 13. bis 17. Januar 2021 gänzlich ohne Zuschauer statt. Darauf verständigte sich das Präsidium des Wintersportfördervereins WSRO mit den lokalen Gesundheitsbehörden und dem Bundesland Thüringen.

"Dies ist eine Entscheidung der Vernunft und nicht des Herzens", hieß es in einer Pressemitteilung des Präsidiums der WSRO: "Die Entwicklung des Infektionsgeschehens zwingt uns zu diesem Schritt." Mit Blick auf die Gesundheit der Zuschauer und der Helfer sei die Durchführung der Wettkämpfe ohne Publikum der "einzig gangbare Weg", so die WSRO.

Mitte Oktober hatten die Organisatoren noch auf bis zu 9000 Zuschauer täglich in der bis zu 25.000 Plätze umfassenden Arena am Rennsteig gehofft. Selbst damit hätten die Veranstalter laut Thüringer Allgemeinen ein Minus von einer Million Euro gemacht, nun dürfte dies noch weiter ansteigen. Nach Angaben des Blattes will der Freistaat Thüringen für die Verluste aufkommen.

"Gut zwei Jahre vor den Weltmeisterschaften 2023 und trotz laufender Umbaumaßnahmen haben wir die Chance, der Sportwelt zu zeigen, dass wir in der Lage sind, auch unter schwierigen Rahmenbedingungen internationale Spitzensportevents zu organisieren", begründet das Präsidium das Festhalten an den beiden Veranstaltungen. Oberhof springt neben seinem ohnehin geplanten Weltcup noch für Ruhpolding ein, um die Reisen der Athleten während der Corona-Pandemie zu verringern.

Das Biathlon-Mekka Oberhof soll vor dem anstehenden Doppelweltcup weitgehend abgeriegelt werden.

(RP/dpa/sid)