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Biathlon 2021: Franziska Preuß im Sturm von Östersund auf Rang drei - Eckhoff feiert Gesamtweltcupsieg

Biathlon-Weltcup-Finale : Doll verschießt das Podest – Preuß „stürmt“ in Wind-Lotterie auf Platz drei

In den letzten beiden Saisonrennen feiern die deutschen Frauen ein mannschaftlich hervorragendes Ergebnis, während die DSV-Männer eine Top-Platzierung bei stürmischen Verhältnissen vergeben. Der Norweger Johannes Thingnes Bö gewinnt den Gesamtweltcup.

Biathlet Benedikt Doll hat beim Weltcup-Finale in Östersund mit drei Fehlern im letzten Stehendschießen des Massenstarts seinen ersten Saisonsieg aus der Hand gegeben. Im letzten Rennen des Winters verpasste Doll als Fünfter damit auch sein erstes Podium in dieser Saison. Im norwegischen Showdown um den Gesamtweltcupsieg setzte sich Johannes Thingnes Bö in einem Krimi knapp vor Sturla Holm Lägreid durch.

Sprint-Vizeweltmeister Simon Desthieux aus Frankreich holte mit zwei Fehlern seinen zweiten Saisonsieg, knapp vor dem russischen Geburtstagskind Eduard Latipow (2/+8,9 Sekunden) und Bö (3/+17,5). Lägreid (4/+48,4) musste sich nach zwei Fehlern im letzten Schießen mit dem achten Platz zufriedengeben.

Erik Lesser beendete die Saison mit einem 13. Rang (4/1:01,1 Minuten), Roman Rees (2/+1:20,2) landete auf Platz 16. Den Massenstart-Weltcup sicherte sich Tarjei Bö als Sechster.

Bester Deutscher in der Gesamtwertung wurde Arnd Peiffer. Der 34-Jährige war in Schweden schon nicht mehr dabei, nachdem er am Dienstag seinen sofortigen Rücktritt bekanntgegeben hatte.

Preuß „stürmt“ in der Wind-Lotterie von Östersund aufs Podest

Biathletin Franziska Preuß ist beim letzten Massenstart des Weltcup-Winters als Dritte ein versöhnlicher Saisonabschluss gelungen. Die 27-Jährige lief trotz sechs Schießfehlern bei einer Wind-Lotterie im abschließenden Rennen im schwedischen Östersund zum vierten Mal in dieser Saison auf das Podium. Damit sicherte sich Preuß auch den dritten Platz im Gesamtweltcup.

Auf Siegerin Ingrid Landmark Tandrevold (5 Strafrunden) aus Norwegen fehlten Preuß nur 11,1 Sekunden, Zweite wurde Dsinara Alimbekawa (6/+6,9) aus Belarus. "Es war echt ein sehr verrücktes Rennen. Total verrückt, dass man mit sechs Fehlern noch auf das Podium laufen kann", sagte Preuß überglücklich in der ARD: "Ich bin froh, die Saison mit einem Podiumsplatz abzuschließen."

Tandrevold sicherte sich mit dem Sieg im Rennen über 12,5 km, das wegen zu starken Windes um einige Stunden verschoben werden musste, die kleine Kugel im Massenstart-Weltcup. Janina Hettich (+35,2) gelang mit nur vier Schießfehlern als Neunte ein weiterer Top-10-Platz, Denise Herrmann (6/+45,6) musste sich mit Rang elf zufriedengeben. Vanessa Hinz (6/+1:18,4 Minuten) beendete den WM-Winter auf Platz 16.

+++++20. März 2021+++++

Lesser holt 28 Plätze auf und wird Fünfter

Lesser verspielte im Rennen über 12,5 km beim Saisonfinale im schwedischen Östersund mit zwei Fehlern beim letzten Schießen einen Platz auf dem Stockerl. Lesser, im Sprint nur 33., fehlten 23,9 Sekunden auf das Podium.

"Keine Ahnung, wie das heute funktioniert hat. Dass es heute so gut klappt, ist schön und freut mich", sagte der 32-Jährige, der auch in der Loipe überzeugte.

Der Norweger Sturla Holm Lägreid (2 Strafrunden) feierte seinen siebten Saisonsieg vor seinem Landsmann Johannes Thingnes Bö (3/+22,6 Sekunden) und Sprint-Sieger Lukas Hofer (4/+32,4) aus Italien. Bö sicherte sich damit den Verfolgungs-Weltcup.

Roman Rees, der als Zehnter in die Loipe gegangen war, landete nach vier Schießfehlern (+2:18,8 Minuten) auf dem 20. Platz. Philipp Nawrath (4/+2:49,7) als 26., Justus Strelow (4/+3:03,1) auf Rang 30 und David Zobel (4/3:21,0) als 32. zeigten eine gute Vorstellung. Benedikt Doll erlebte mit sechs Strafrunden auf Platz 36 einen gebrauchten Tag.

Die Entscheidung im Kampf um den Gesamtweltcup zwischen Bö und Lägreid fällt im abschließenden Massenstart am Sonntag (15.30 Uhr/ARD).

Preuß in Verfolgung in Östersund Sechste - Röiseland siegt

Biathletin Franziska Preuß hat nach einer sehenswerten Aufholjagd wichtige Punkte im Kampf um Platz drei im Gesamtweltcup geholt. In der Verfolgung über 10 km beim Weltcup-Finale im schwedischen Östersund verbesserte sich die 27-Jährige trotz vier Schießfehlern auf Platz sechs. Die Norwegerin Marte Olsbu Röiseland feierte ihren dritten Saisonsieg, direkt vor Sprint-Siegerin Tiril Eckhoff (+29,3 Sekunden) mit ebenfalls vier Strafrunden.

Preuß machte bei extrem schwierigen Windverhältnissen einige Plätze gut und lag im Ziel 2:05,9 Minuten zurück. Janina Hettich, im Sprint als beste DSV-Athletin auf Rang 17, überzeugte erneut als Zwölfte (5/+2:27,6 Minuten), Vanessa Hinz (4/+2:48,0) landete auf Rang 19.

IBU-Gesamtweltcupsiegerin Vanessa Voigt (+2:58,2) holte 32 Plätze auf, landete mit nur drei Strafrunden auf Rang 25 und holte erstmals Weltcup-Punkte. Denise Herrmann (6/+3:13,8), die nach der zweiten Schießeinlage auf ihrer Lieblingsstrecke sogar auf Platz drei gelegen war, musste sich am Ende mit Rang 28 begnügen.

Am Sonntag wird der WM-Winter mit den Massenstarts der Frauen (13.00 Uhr) und Männer (15.30 Uhr/beide ARD) beendet.

+++++19. März 2021+++++

Auch deutsche Herren enttäuschen – Rees Zehnter im Sprint

Die deutschen Biathleten haben zum Auftakt des Saisonfinales im schwedischen Östersund enttäuscht. Im ersten Rennen nach dem Rücktritt von Olympiasieger Arnd Peiffer überzeugte am Freitag im Sprint nur Roman Rees als Zehnter. Der 28-Jährige blieb als einziger Deutscher fehlerfrei, hatte aber am Ende 57,6 Sekunden auf Lukas Hofer. Der Italiener verwies bei seinem ersten Saisonsieg mit vier Sekunden Vorsprung Lokalmatador Sebastian Samuelsson auf Rang zwei. Dritter wurde der Norweger Tarjei Bö (+ 14,4 Sekunden). Das Trio war auch ohne Fehlschuss geblieben und hat beste Aussichten für die Verfolgung am Samstag (15.15 Uhr/ARD und Eurosport).

Ex-Weltmeister Benedikt Doll (3/+ 1:29,4 Minuten) wurde nur 31., auch für Routinier Erik Lesser (2 Fehler/+ 1:30,5 Minuten) lief es als 33. nicht besser. Justus Strelow (1 Fehler/+ 1:46,5 Minuten) kam als 37. nach den zehn Kilometern ins Ziel, Philipp Nawrath (3/+ 1:52,6 Minuten) wurde 42. und David Zobel (2/+ 2:07,6 Minuten) 52. Einen erneuten Tiefschlag erlebte Johannes Kühn, der gleich acht seiner zehn Scheiben verfehlte und als 93. ebenso die Qualifikation für das Jagdrennen verpasste wie Philipp Horn (4) auf Rang 74.

Der Kampf um den Gesamtweltcup zwischen den beiden Norwegern Sturla Holm Laegreid und Johannes Thingnes Bö bleibt hoch spannend. Der 24-jährige Laegreid (0 Fehler), der seine erste komplette Weltcup-Saison läuft und bei der WM in Pokljuka viermal Gold holte, wurde Sechster. Bö (27), der die letzten beiden Jahren die Große Kristallkugel gewann, wurde trotz zwei Fehler noch Siebter.

Rückschlag für Preuß im Kampf um Platz drei in der Gesamtwertung - Eckhoff siegt erneut

Franziska Preuß konnte ihre Enttäuschung kaum verbergen. "Irgendwie war vom ersten Schuss an der Wurm drin. Das ist nicht zufriedenstellend", sagte die 27-Jährige mit finsterer Miene. Anstatt im Kampf um Rang drei im Gesamtweltcup ein Ausrufezeichen zu setzen, fabrizierte Preuß ein Streichergebnis und landete in ihrem zweitschlechtesten Rennen des Winters nur auf einem schwachen 23. Rang.

Läuferisch sei es zwar "ganz okay" gewesen, meinte Preuß nach dem Sprint über 7,5 km beim Weltcup-Finale im schwedischen Östersund in der ARD. Aber zwei Schießfehler seien eben doch "ärgerlich". Dennoch: Vor der Verfolgung über 10 km am Samstag (12.15 Uhr/ARD und Eurosport) war die Biathletin aus Haag um Zuversicht bemüht: "Es ist noch viel offen. Ich muss nach vorne schauen."

Mit ihrem Frust war Preuß, die immerhin 17-mal in dieser Saison in die Top 10 kam, nicht alleine. Auch Denise Herrmann, zuletzt zweimal in Nove Mesto auf dem Podest, enttäuschte beim siebten Sprint-Erfolg in Serie von Tiril Eckhoff (Norwegen) als 34. auf der ganzen Linie. Beste Athletin des Deutschen Skiverbandes (DSV) war somit Janina Hettich (0/+39,3 Sekunden) auf Rang 17. "Ich merke, dass die Saison langsam ein Ende nimmt. Mir ging es im Laufen nicht gut", sagte Herrmann und fügte erschöpft an: "Es muss jetzt eine längere Pause her."

Keine Anzeichen von Müdigkeit zeigte dagegen einmal mehr Überfliegerin Eckhoff. Die Gesamtweltcup-Siegerin holte sich ihren 13. Saisonerfolg mit einem Fehler hauchdünn vor Dorothea Wierer (0/+2,5 Sekunden) und ihrer Teamkollegin Ingrid Landmark Tandrevold (0/+6,7). Wierer sicherte sich damit im Gegensatz zu Preuß wichtige Zähler für die Gesamtwertung.

Die Italienerin liegt nun mit 811 Punkten auf Rang vier vor Preuß (795). Auch Lisa Hauser aus Österreich, die Fünfte wurde, darf mit 786 Zählern noch aufs Podium hoffen. Dritte hinter Eckhoff (1103) und Marte Olsbu Röiseland (Norwegen/924) bleibt erst einmal die Schwedin Hanna Öberg (824) trotz einer Nullrunde im Sprint mit einem indiskutablen 52. Rang.

Es bleibt spannend vor der Verfolgung und dem Massenstart am Sonntag zum Abschluss des Winters. "Da darf ich mir solche Fehler nicht mehr erlauben", blickte Preuß voraus.

+++++14. März 2021+++++

Nur Platz neun für schwaches DSV-Quartett - Norwegen siegt

Die deutsche Mixed-Staffel hat beim Biathlon-Weltcup in Nove Mesto eine herbe Enttäuschung erlebt. Vanessa Hinz, Denise Herrmann, Arnd Peiffer und Benedikt Doll landeten beim überlegenen Sieg von Weltmeister Norwegen über 4x6 km auf einem schwachen neunten Platz. Das DSV-Quartett konnte immerhin ein historisch schlechtes Mixed-Ergebnis (bisher Rang 13 bei der WM 2013 in Nove Mesto) im Endspurt noch abwenden.

Schon nach Startläuferin Hinz waren alle Chancen dahin. Die 28-Jährige übergab nach sechs Nachladern mit knapp zwei Minuten Rückstand auf Rang 21 an Herrmann. Doch auch die 32-Jährige, am Freitag noch Zweite im Sprint, erlebte einen Tag zum Vergessen. Nach einer Strafrunde lag Herrmann als 19. schon 3:27,5 Minuten hinter der Spitze.

"Ich bin ziemlich enttäuscht. Ich bin beim Laufen offensiv angegangen. Aber ich habe nach dem dritten Wettkampf gemerkt, dass mir die Substanz fehlt. Das war nix", räumte Herrmann im ZDF ein. Es drohte kurzzeitig gar eine Überrundung durch die überragenden Norweger. Darüber, so Peiffer, habe er sich "in einer Staffel noch nie Gedanken machen müssen". Der Routinier und Doll hielten den Schaden jedoch noch in Grenzen.

Tiril Eckhoff, Johannes Thingnes Bö und Co. (0+4) siegten deutlich vor Italien (0+10/+1:08,7 Minuten) und Schweden (0+10/+1:22,7). Das DSV-Quartett (1+14) lag 3:38,0 Minuten zurück.

Franziska Preuß, am Samstag in der Verfolgung Dritte, und Erik Lesser wurden von Bundestrainer Mark Kirchner geschont. Am Sonntag (13.45 Uhr) steht beim Weltcup in Nove Mesto zum Abschluss noch die Single-Mixed-Staffel an. Ab Freitag findet in Östersund/Schweden das Finale des Biathlon-Winters statt.

Hettich und Rees Elfte in Single-Mixed-Staffel - Schweden siegt

Janina Hettich und Roman Rees sind im letzten Rennen des Biathlon-Weltcups in Nove Mesto in der Single-Mixed-Staffel auf Platz elf gelaufen. Das Duo leistete sich am Sonntag zwölf Nachlader und hatte 1:39,5 Minuten Rückstand auf die siegreichen Schweden Linn Persson und Sebastian Samuelsson. Sie verwiesen die Norweger Ingrid Landmark Tandrevold und Sturla Holm Laegreid um 1,5 Sekunden auf Rang zwei. Dritte würden sensationell die US-Amerikaner Susan Dunklee und Sean Doherty (+ 26,1 Sekunden).

„Eine plausible Erklärung habe ich nicht dafür. Es gibt leider Tage, da läuft es nicht so gut“, sagte Hettich (24), die für die einzige fehlerfreie deutsche Schießserie sorgte, im ZDF. Auch Rees war nicht zufrieden. „Unser Ziel waren die Top sechs. Aber gerade bei mir war es hinten raus auf der Runde schon ein sehr harter Kampf und dann konnte ich es am Schießstand nicht so umsetzten, wie ich es mir vorgenommen hatte“, sagte der 28-Jährige.

Zuvor waren Vanessa Hinz, Denise Herrmann, Arnd Peiffer und Benedikt Doll in der Mixed-Staffel bei schwierigen Bedingungen mit ständig wechselndem Wind und Böen auf Platz neun gelaufen, das Quartett brauchte 14 Nachlader und Herrmann musste eine Strafrunde laufen. Damit beendeten die Deutschen den Weltcup mit zwei Podestplätzen durch Herrmann als Sprint-Zweite und die diesmal geschonte Franziska Preuß als Dritte der Verfolgung. Ab kommenden Freitag steht dann das Saisonfinale im schwedischen Östersund an.

+++++13. März 2021+++++

Eckhoff gewinnt Verfolgung und Gesamtweltcup – Preuß Dritte

Franziska Preuß hat beim Biathlon-Weltcup im tschechischen Nove Mesto für den nächsten deutschen Podestplatz gesorgt. Die auf Rang vier gestartete 27-Jährige setzte sich in der Verfolgung über 10 km in einem packenden Dreikampf auf der letzten Runde durch und wurde mit zwei Schießfehlern Dritte. Für die Bayerin (+40,2 Sekunden) ist es der dritte Podestplatz des Winters.

"Es war echt ein cooles Rennen", sagte Preuß im ZDF: "Ich bin wahnsinnig erleichtert, dass diese Hürde mit diesem blöden Podest endlich überwunden ist." Die Norwegerin Eckhoff (1 Strafrunde) gewann durch ihren vierten Sieg in Serie und den fünften Erfolg nacheinander in der Verfolgung vorzeitig den Gesamtweltcup. Ihre einzig verbliebene Kontrahentin Marte Olsbu Röiseland (1/+41,6) kann sie nach Platz vier in der kommenden Woche beim Weltcupfinale nicht mehr einholen.

Denise Herrmann (+1:22,3) fiel mit drei Schießfehlern und durchwachsener Laufleistung von Platz zwei auf zehn zurück. Zweite wurde Dsinara Alimbekawa (0/+34,6) aus Belarus. "Top Ten ist immer ein gutes Resultat, aber ich habe mir natürlich etwas mehr vorgenommen", sagte Herrmann.

Die weiteren Deutschen blieben erneut weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Janina Hettich (3/+3:35,1) sammelte als 40. zumindest noch einen Weltcuppunkt. Maren Hammerschmidt (3/+4:16,1) wurde 48., Anna Weidel lief auf Platz 53 (4/+4:37,1).

Zum Abschluss des vorletzten Weltcups des Winters stehen am Sonntag noch die Mixed Staffel (10.25 Uhr) und das Single Mixed (13.45 Uhr/jeweils ZDF und Eurosport) auf dem Programm.

Deutsche Biathleten leisten sich zu viele Schießfehler

Die deutschen Biathleten haben beim Weltcup im tschechischen Nove Mesto eine Spitzenplatzierung erneut klar verpasst. Nach dem durchwachsenen Ergebnis im Sprint lief Erik Lesser in der Verfolgung über 12,5 km als bester Skijäger des Deutschen Skiverbandes (DSV) von Rang 19 auf 14 nach vorne. Drei Schießfehler waren beim Sieg des Franzosen Quentin Fillon Maillet zu viel für eine Top-Ten-Platzierung.