1. Sport
  2. Wintersport
  3. Biathlon

Biathlon 2020: Dorothea Wierer holt Gesamt-Weltcup - Franziska Preuß in Verfolgung Neunte

Biathlon-Telegramm : Wierer holt Gesamt-Weltcup - Preuß in Verfolgung Neunte

IM finnischen Kontiolahti ist mit der Verfolgung am Samstag die Biathlon-Saison zu Ende gegangen. Die deutschen Athletinnen haben nicht mehr im Kampf um das Podium eingreifen können. In unserem Telegramm halten wir Sie über alles Wichtige auf dem Laufenden.

Die deutschen Biathletinnen haben im letzten Rennen der Saison nicht in den Kampf um das Podium eingreifen können. In der Verfolgung im finnischen Kontiolahti lief die Sprint-Zweite Franziska Preuß nach fünf Fehlern als beste Deutsche auf Rang neun. Sprintsiegerin Denise Herrmann musste sich am Samstag nach acht Strafrunden mit Rang 16 zufrieden geben. Ihren ersten Weltcupsieg sicherte sich die Französin Julia Simon, die die Schweizerin Selina Gasparin und Lisa Vittozzi aus Italien auf die Plätze verwies. Finnlands Ikone Kaisa Mäkäräinen wurde in ihrem letzten Karriererennen Vierte.

Die vor dem letzten Schießen führende Norwegerin Tiril Eckhoff vergab durch insgesamt sechs Fehler und als Zehnte den erstmaligen Gewinn des Gesamtweltcups, den sich wie im Vorjahr die Italienerin Dorothea Wierer (11. Platz) sicherte. Vanessa Hinz (3 Fehler) wurde 23., Karolin Horchler (3 Fehler) kam als 26. ins Ziel.

Damit beenden die deutschen Skijägerinnen die Saison mit drei Einzel-Weltcupsiegen durch Herrmann sowie drei weiteren Podestplätzen. Nach dem Rennen in Kontiolahti, wo wegen der Coronavirus-Pandemie keine Fans zugelassen waren, endet die Saison vorzeitig. Die beiden Mixed-Staffeln am Sonntag wurden ebenso ersatzlos gestrichen wie das eigentliche Weltcup-Finale kommende Woche in Oslo.

+++++13. März 2020+++++

Deutscher Doppelsieg in Kontiolahti - Saison endet nach den Verfolgungsrennen

Denise Herrmann lief grinsend durch den Zielraum und scherzte ausgelassen mit Franziska Preuß, beide hatten nach dem Doppelsieg im "Geister-Sprint" von Kontiolahti gut lachen. "Es ist unglaublich, dass es gereicht hat. Es ist richtig schön, dass wir die Saison so beenden können", sagte Herrmann in der ARD.

Mit der besten Laufleistung im finnischen Schneeregen und nur einem Fehler im Stehendanschlag bei windigen Bedingungen war die Ex-Weltmeisterin erneut nicht zu schlagen. "Das nehmen wir gerne mit, eine richtig gute Teamleistung. Es hat sich abgezeichnet, dass wir richtig gut in Schuss sind", fügte eine überglückliche Herrmann hinzu.

Preuß (1 Strafrunde) hatte im Ziel 20,1 Sekunden Rückstand und lief zum zweiten Mal in Folge aufs Podium. "Es war nicht der schönste Wettkampf vom Ambiente. Ich habe vielleicht vom Schießtempo einen Ticken überdreht", analysierte Preuß.

Herrmann überflügelte nach ihrem Triumph vergangene Woche im tschechischen Nove Mesto noch die Gesamtweltcupführende Dorothea Wierer (Italien) und holte sich nach dem insgesamt dritten Saisonsieg die kleine Kristallkugel im Sprint. Für die Skijägerinnen des Deutschen Skiverbandes (DSV) war es der erste Doppelsieg seit mehr als einem Jahr. Karolin Horchler rundete mit einer fehlerfreien Schießleistung als Zwölfte ein gutes Teamergebnis ab, Vanessa Hinz (2) landete auf Platz 21.

Anders als am Donnerstag, als mehr als 500 Fans durch den Wald an die Strecke pilgerten, riegelte der Weltverband IBU einen Tag später die Loipe weitläufig ab. Die Ruhe kam Herrmann wie schon in Nove Mesto vor einer Woche entgegen.

Obwohl die Welt des Sports schon kurz vor dem Stillstand steht, trotzen die Biathleten weiter der Corona-Pandemie. Am Samstag geht es in den Verfolgungs-Rennen (13.45/15.45 Uhr) für Benedikt Doll, Herrmann und Co. noch um Punkte für den Gesamtweltcup. Bei den Männern will Ex-Weltmeister Doll von Position sechs auf einen Spitzenplatz laufen, Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer von Rang neun aus eine Aufholjagd starten.

Der DSV-Tross plant, mit einem Charterflug am Montag abzureisen. "Die Botschaft, die wir nach außen senden - da bin ich nicht sicher, ob das die richtige ist", übte Frauen-Disziplintrainer Florian Steirer leise Kritik. Das österreichische Team wird am Wochenende genauso wie unter anderem die US-Mannschaft nicht mehr am Start stehen.

Die Saison endet am Sonntag mit einer Single-Mixed-Staffel (13.20 Uhr) sowie einer Mixed-Staffel (15.15), das Weltcup-Finale am legendären Holmenkollen in Oslo/Norwegen war am Donnerstag ersatzlos gestrichen worden.

+++++13. März 2020+++++

Martin Fourcade beendet Karriere

Der fünfmalige Olympia- und siebenmalige Gesamtweltcupsieger Martin Fourcade beendet zum Ende der Saison seine Biathlon-Karriere. Das gab der 31 Jahre alte Franzose am Freitag bekannt. "Danke für die Reise. Zeit, Abschied zu nehmen", twitterte Fourcade, der zu den erfolgreichsten Biathleten der Geschichte gehört.

Am Samstag will der 13-malige Weltmeister zum Abschluss seiner Laufbahn im Verfolgungs-Rennen am Samstag im finnischen Kontiolahti (13.45 Uhr) seine Führung im Gesamtweltcup verteidigen und die Kristallkugel zum achten Mal gewinnen.

Fourcade hatte am 14. März 2010 in Kontiolahti seinen ersten Weltcup-Sieg gefeiert. Auf den Tag genau zehn Jahre später wird er auf dieser Strecke seine fantastische sportliche Reise beenden. Mit 880 Punkten liegt Fourcade im Klassement zehn Zähler vor Verfolger Johannes Thingnes Boe aus Norwegen. Fourcade geht hinter Boe mit 21,1 Sekunden Rückstand als Zweiter auf die Strecke.

Die Single-Mixed-Staffel sowie Mixed-Staffel am Sonntag wurden vom Weltverband IBU indes abgesagt. Das geplante Weltcup-Finale am legendären Holmenkollen in Oslo/Norwegen war am Donnerstag bereits ersatzlos gestrichen worden.

+++++9. März 2020+++++

Bö gewinnt Sprint in Kontiolahti vor Fourcade

Biathlet Johannes Thingnes Bö hat den Weltcup-Sprint in Kontiolathi gewonnen und seinen zehnten Saisonsieg gefeiert. Der Norweger setzte sich am Donnerstag mit einem Vorsprung von 21,1 Sekunden vor seinem großen Rivalen Martin Fourcade aus Frankreich durch. Dritter wurde dessen Landsmann Emilien Jacquelin. Bester deutscher Biathlet bei dem unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragenen Rennen war Benedikt Doll als Sechster. Olympiasieger Arnd Peiffer kam auf Rang neun.

Im Kampf um den Gesamtweltcup hat Bö vor dem letzten Rennen im Massenstart am Samstag beste Chancen auf seinen zweiten Triumph und die Titelverteidigung. Er liegt nach Abzug der beiden Streichergebnisse 19 Punkte vor Fourcade. Die IBU teilte am Donnerstag mit, dass die Saison an diesem Sonntag nach den beiden Single-Mixed-Staffeln endet. Zuvor war am Donnerstag das Weltcup-Finale in Oslo kommende Woche abgesagt worden.

+++++8. März 2020+++++

Preuß und Peiffer glänzen in Nove Mesto

Franziska Preuß krönte ihre Aufholjagd, Arnd Peiffer seinen verbissenen Kampf: Mit zwei dritten Plätzen haben die beiden Ex-Weltmeister den deutschen Biathleten beim "Geister-Weltcup" in Nove Mesto einen umjubelten Abschluss verschafft. "Es freut mich total", sagte Preuß nach ihrer ersten Podestplatzierung in diesem Winter, und Peiffer meinte nach seinem zweiten Saisonstreich: "Ich bin überrascht, dass es so gut geklappt hat."

Denn zu den Favoriten hatten im Vorfeld weder Preuß noch Peiffer gezählt. Die 25-Jährige hat läuferische Defizite, für den sieben Jahre älteren Peiffer war der ziemlich tiefe Schnee in der Loipe eher ungünstig. Aber beide überzeugten am Sonntag ausgerechnet dort, wo man es nach den Erfahrungen der vergangenen Wochen am wenigsten erwartet hätte: am Schießstand.

Sicher standen beide auf den Matten, mit dem jeweils rechten Auge nahmen sie die winzigen Scheiben ins Visier - und feuerten bis auf eine Ausnahme alle Patronen ins Ziel. "Ich habe mich fokussiert und einfach nur auf die schwarzen Punkte konzentriert", erklärte Preuß erleichtert ihre geniale Maßnahme. Und auch Peiffer war "sehr erfreut, dass ich nur einen Fehler geschossen habe". Er hatte sich schließlich selbst unter Druck gesetzt.

Nach den schwachen Schießleistungen am Samstag in der Staffel, in der die deutschen Männer nur Rang fünf belegt hatten, äußerte sich der Routinier kritisch. "Wir haben am Schießstand zu viel hergeschenkt", sagte er im ZDF: "Da müssen wir mit uns hart ins Gericht gehen." Seine Worte brachten die erhoffte Verbesserung.

Gleiches galt für Preuß, die sich beim dritten Platz der deutschen Frauen-Staffel sogar eine Strafrunde eingehandelt hatte. Im Massenstart hielt sie sich nach einem Fehler im ersten Anschlag bei den restlichen Einlagen aber schadlos, überholte eine Konkurrentin nach der anderen - und freute sich über das Ende der Durststrecke.

"Ich bin sehr erleichtert, dass es endlich mal wieder für vorne gereicht hat", sagte Preuß. Fünfmal war die ehemalige Staffel-Weltmeisterin in ihrer Karriere zuvor schon unter die ersten Drei gelaufen, dreimal davon allein im Massenstart. So schwer wie in Nove Mesto tat sie sich dabei aber selten. "Es war echt hart, die Loipe war langsam", sagte Preuß - Peiffer untermauerte die Einschätzung: "Der Schnee war extrem stumpf. Ich habe mich zwischendurch gefragt, was wir hier eigentlich machen."

Anders als beim Weltcup im Herzen Tschechiens sollen nach jetzigem Stand die letzten beiden Weltcups der Saison trotz der Ausbreitung des Coronavirus vor Zuschauern ausgetragen werden. In der kommenden Woche stehen Wettkämpfe in Kontiolahti an, danach steigt das Saisonfinale in Oslo.

+++++8. März 2020+++++

Peiffer Dritter im Massenstart, Bö gewinnt

Beim erneuten Sieg des Norwegers Johannes Thingnes Bö (3 Strafrunden) leistete sich der Harzer einen Schießfehler und hatte im Ziel nach 15 Kilometern 25,0 Sekunden Rückstand auf den Überflieger des Winters. Der fehlerfreie Emilien Jacquelin aus Frankreich wurde Zweiter. Der 32 Jahre alte Peiffer hatte bis zum letzten Schießen sogar Chancen auf seinen ersten Saisonsieg, vergab diesen aber durch eine Strafrunde im letzten Stehendanschlag.

Johannes Kühn (4) belegte als zweitbester Deutscher den zwölften Rang, der frühere Weltmeister Benedikt Doll (5) musste sich mit Rang 17 begnügen. Nach einer schwachen Vorstellung am Schießstand reichte es für Philipp Horn (7) nur zu Platz 27.

Damit beenden die deutschen Männer den Geister-Weltcup zumindest mit einem Podestplatz. Mit der Staffel hatte es am Samstag nur zu Rang fünf gereicht. Beim ersten Weltcup unter Ausschluss der Zuschauer waren die Ränge in der WM-Arena von 2013 wegen der Sorge vor einer Ausbreitung des Coronavirus an allen vier Wettkampftagen leer geblieben.

+++++8. März 2020+++++

Preuß sichert sich ersten Einzel-Podestplatz seit einem Jahr

Franziska Preuß (Haag) hat zum Abschluss des Biathlon-Weltcups in Nove Mesto zum ersten Mal in diesem Winter das Podest erobert. Im Massenstart über 12,5 km lief die 25-Jährige auf den dritten Rang, Preuß musste nur eine Strafrunde drehen. Denise Herrmann (Oberwiesenthal/5) wurde Zwölfte, Vanessa Hinz (Schliersee/3) belegte Platz 21.

"Es freut mich total, dass es endlich mal wieder für vorne gereicht hat. Ich bin sehr erleichtert", sagte Preuß, die vier ihrer insgesamt sechs Podestplätze im Massenstart verbucht hat, im ZDF.

Die Norwegerin Tiril Eckhoff kam wie die Schwedin Hanna Öberg ebenfalls mit einem Schießfehler durch, das Duo belegte dank seiner Laufstärke die Plätze eins und zwei. Für Eckhoff, die im Ziel 25,3 Sekunden vor Öberg und 32,4 Sekunden vor Preuß lag, war es bereits der siebte Saisonerfolg.

Der Massenstart der Männer (13.45 Uhr) beendet den Weltcup im Herzen Tschechiens, der wegen der Ausbreitung des Coronavirus ohne Zuschauer ausgetragen wurde. Sofern das Virus zu keiner Absage führt, finden in den kommenden zwei Wochen in Kontiolahti und Oslo die letzten Weltcups der Saison statt.

+++++7. März 2020+++++

Deutsche Biathletinnen laufen in der Staffel auf Rang drei - Männer Fünfte

Die deutschen Biathletinnen haben sich im letzten Staffelrennen ihren zweiten Podestplatz der Saison gesichert. Beim Weltcup im tschechischen Nove Mesto liefen die WM-Zweiten Karolin Horchler, Vanessa Hinz, Franziska Preuß und Denise Herrmann am Samstag auf Rang drei. Die deutschen Männer verpassten das Podest klar. Die zuvor noch nie erprobte Formation mit Rückkehrer Simon Schempp (Uhingen), Philipp Horn (Frankenhain), Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) und Benedikt Doll (Breitnau) lief nach 4x7,5 km und einer Strafrunde auf den fünften Rang.

Den Podestplatz sicherte Schlussläuferin Herrmann dank einer überragenden Schlussrunde, als sie wie bei der WM die Ukrainerin Olena Pidruschna auf der Zielgeraden noch abfing und mit 1,5 Sekunden Vorsprung auf Rang vier verwies. Das deutsche Quartett hatte am Ende 14 Nachlader und eine Strafrunde von Preuß zu Buche stehen. Den sechsten Sieg im sechsten Rennen sicherte sich Weltmeister Norwegen mit 28,7 Sekunden Vorsprung vor Frankreich.

Auch bei den Männern setzte sich das Quartett aus Norwegen souverän durch. Der Vorsprung des Teams um die starken Bö-Brüder auf die zweitplatzierten Ukrainer betrug 38,2 Sekunden. Rang drei ging an Schweden (+43,3). Deutschland lag 57,2 Sekunden hinter den Norwegern.

"Insgesamt sind wir nicht zufrieden, wir haben am Schießstand zu viel hergeschenkt. Da müssen wir mit uns hart ins Gericht gehen", sagte Sprint-Olympiasieger Peiffer im ZDF.

Der lange Jahre etatmäßige Schlussläufer Schempp zeigte eine starke Vorstellung, obwohl "mir etwas die Routine fehlte. Das war wie vor zehn Jahren", sagte er. Danach handelte sich Horn die Strafrunde ein, trotz ordentlicher Leistungen konnten Peiffer und Doll das Podest nicht mehr erobern.

Bei den Frauen Horchler vermied bei schwierigen Windbedingungen und Schneeregen mit drei Nachladern beim zweiten Schießen die Strafrunde. Ihr Rückstand beim Wechsel als Neunte betrug 42,9 Sekunden. Hinz (27), WM-Zweite im Einzel, brachte mit einer starken Leistung ihr Team nach vorne auf Rang vier. Preuß schien nach einer überragenden Liegendeinlage wie schon beim Gewinn von WM-Silber zur Matchwinnerin im deutschen Team zu avancieren. Aber stehend kassierte die 25-Jährige eine Strafrunde. Auch Sprintsiegerin Herrmann brauchte fünf Nachlader, spielte dann aber ihre Laufstärke aus und sicherte den Podestplatz.

Der Weltcup, der aus Angst vor der Verbreitung des Coronavirus ohne Zuschauer stattfindet, endet am Sonntag mit den beiden Massenstartrennen (ab 11.45 Uhr/ZDF und Eurosport.

+++++6. März 2020+++++

Deutsche Biathletinnen laufen in der Staffel auf Rang drei