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Biathlon 2020/21: Janina Hettich verpasst Podium bei Weltcup in Antholz knapp - Franziska Preuß enttäuscht

Biathlon-Telegramm 20/21 : Hettich verpasst Podium bei Weltcup in Antholz knapp - Preuß enttäuscht

Licht und Schatten bei den Biathletinnen bei der WM-Generalprobe in Antholz. Janina Hettich belegte einen starken fünften Rang. Für Franziska Preuß und Denise Herrmann lief es am Schießstand überhaupt nicht. In unserem Telegramm 2020/21 verpassen Sie nichts.

Janina Hettich hat bei der WM-Generalprobe in Antholz im Einzel über 15 km eine Podiumsplatzierung mit dem letzten Schuss knapp verpasst. Mit einem Fehler belegte die 24-Jährige aber dennoch einen starken fünften Platz. Für Hettich war es beim Premierensieg der Österreicherin Lisa Theresa Hauser das beste Weltcup-Resultat ihrer Karriere, sie war damit auch stärkste Athletin des Deutschen Skiverbandes (DSV).

Vanessa Hinz erfüllte nach zwei Fehlern als Zwölfte immerhin die halbe WM-Norm. Beim Massenstart am Samstag (13.10 Uhr/ZDF und Eurosport) über 12,5 km hat die Vize-Weltmeisterin von 2020 nun die letzte Chance, sich für die Einzelrennen bei der WM in Pokljuka noch zu qualifizieren. Überraschend stark präsentierte sich Marion Deigentesch (1) bei ihrem ersten Weltcupstart des Winters mit dem elften Platz.

Dagegen erlebte Franziska Preuß nach ihrem Höhenflug von Oberhof einen leichten Absturz. Mit vier Schießfehlern landete die 28-Jährige, zuletzt Zweite im Massenstart, auf einem enttäuschenden 33. Rang. Denise Herrmann, beim bisher einzigen Einzelrennen des Winters in Kontiolahti noch Zweite, belegte nach vier Fehlschüssen trotz bester Laufleistung Platz 17.

Hauser, zuletzt in Oberhof schon dreimal Dritte, sicherte sich ihren ersten Weltcuperfolg nach einem Schießfehler in 42:29,3 Minuten vor Julija Dschyma aus der Ukraine (0/+43,7) und Anais Chevalier-Bouchet aus Frankreich (1/+1:04,0). Hettich hatte 1:23,9 Minuten Rückstand.

Am Freitag (13.15 Uhr/ZDF und Eurosport) steht das Einzelrennen der Männer über 20 km auf dem Programm. Am Samstag (15.05 Uhr) ist neben dem Massenstart der Frauen die Männer-Staffel über 4x7,5 km geplant. Am Sonntag (12.45 und 15.05) schließen die Frauen-Staffel über 4x6 km und der Massenstart der Männer über 15 km die WM-Generalprobe ab.

+++++20. Januar 2021+++++

Keine positiven Corona-Tests vor Antholz-Weltcup

Kurz vor dem Start des Biathlon-Weltcups an diesem Donnerstag im italienischen Antholz hat es keine positiven Corona-Tests gegeben. „Alle bisher durchgeführten 600 Tests waren negativ“, teilte der Weltverband IBU am Donnerstag mit. Insgesamt sollen in Antholz bis zum Sonntag gut 1300 PCR-Tests durchgeführt werden. Bis Sonntag finden im WM-Ort von 2020 neben den Einzelrennen der Frauen und Männer am Donnerstag und am Freitag noch Massenstart- und Staffel-Wettbewerbe statt.

Vor dem Antholz-Weltcup sind damit rund 8400 Test auf das Coronavirus durchgeführt worden. Vor der siebten Wettkampfwoche in diesem Winter hatte es 42 Befunde gegeben, die eine Quarantäne nötig machten. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie hatte die IBU vor dem Winter ihren Wettkampfkalender angepasst und mehrere Doppel-Veranstaltungen angesetzt, um zu viele Reisen zu vermeiden. Zudem wird ein strenges Hygienekonzept umgesetzt, um die Events mit hunderten Teilnehmern überhaupt möglich zu machen.

+++++19. Dezember 2021+++++

Schempp weiter außen vor – Deigentesch ersetzt Weidel

Der ehemalige Biathlon-Weltmeister Simon Schempp gehört erwartungsgemäß nicht zum deutschen Aufgebot für die WM-Generalprobe in Antholz. Wie der Deutsche Skiverband (DSV) mitteilte, bleibt das sechsköpfige Herrenteam um Arnd Peiffer, Erik Lesser und Benedikt Doll unverändert. Der einstige deutsche Vorzeigeathlet Schempp hat somit keine Chance mehr, um sich für die WM in Pokljuka (10. bis 21. Februar) zu qualifizieren.

Bei den Damen gibt es dagegen eine Veränderung. Die am vergangenen Wochenende im IBU-Cup starke Marion Deigentesch rückt für Anna Weidel in die Mannschaft. Angeführt wird das sechsköpfige Aufgebot von der Gesamtweltcupfünften Franziska Preuß und Denise Herrmann.

"Der Aufwärtstrend hat sich am vergangenen Wochenende in Oberhof fortgesetzt", sagte der sportliche Leiter Bernd Eisenbichler: "Die Wettkämpfe in Antholz sind nochmal sehr wichtig für die Aktiven." Denn nach den Rennen in Südtirol werde sich die sportliche Führung zusammensetzen und "entscheiden, mit welchem Team wir zur WM nach Pokljuka fahren."

Schempp hatte zu Jahresbeginn in Oberhof sein Saisondebüt im Weltcup gefeiert. Nach schwachen Leistungen wurde er vor Teil zwei des Heimweltcups aber schon wieder aus dem Team genommen.

+++++18. Januar 2021+++++

Preuß wird zur deutschen WM-Hoffnung - Schempp nur Zuschauer

Die Glückwünsche für seine Freundin konnte Simon Schempp nicht mal persönlich überbringen. Während sich Franziska Preuß in Oberhof zur großen WM-Medaillenhoffnung aufschwang, musste die einstige Nummer eins der deutschen Biathleten die Rennen im Fernsehen verfolgen. Der formschwache Ex-Weltmeister Schempp spielt gut drei Wochen vor den Titelkämpfen in Pokljuka (10. bis 21. Februar) keine Rolle im Team und wird ziemlich sicher schon wieder einen Saison-Höhepunkt verpassen. Preuß ist hingegen zur rechten Zeit endlich in der Verfassung, die sie sich lange vergeblich wünschte.

„So stabil habe ich mich noch nie gefühlt“, sagte Preuß. Und so führte sie in Thüringen erst die Staffel zum Heimsieg und wurde am Sonntag zum Abschluss auch noch Zweite im Massenstart. „Besser kann ich es kaum haben. Ich bin auf alle Fälle zuversichtlich und habe Selbstvertrauen tanken können“, sagte Preuß. Schempp nannte sie nach ihrem knapp verpassten zweiten Einzelsieg „Vizechef im Ring“ und applaudierte seiner langjährigen Partnerin bei Instagram. Ende Dezember waren sie in Ruhpolding bei einem Showrennen noch gemeinsam am Start und hatten 2016 schon WM-Silber in der Mixedstaffel geholt.

Bis vor einer Woche war der 32-Jährige Schempp selbst noch in Oberhof und startete beim ersten Teil des Weltcups am Rennsteig. Nach schwachen Ergebnissen mit den Rängen 58 (Sprint) und 45 (Verfolgung) verlor er seinen Platz im Team wieder und kämpft um den Anschluss.

Schon die vergangenen beiden Weltmeisterschaften verpasste der Schwabe, der jahrelang Schlussläufer der Staffel war. Verletzungen, Formschwäche - die Topleistungen sind in weiter Ferne. 2017 wurde er Weltmeister im Massenstart, ein Jahr später wäre er in Pyeongchang fast Olympiasieger geworden. Im Zielsprint setzte sich der Franzose Martin Fourcade hauchdünn durch - und Schempp gewann Silber.

„Wir hoffen, dass er da hinkommt, wo er mal war und uns im Team weiterhilft“, sagte Teamkollege Erik Lesser im vergangenen Jahr über Schempp. Eine Rückkehr ist dennoch offen, weitere Einsätze im Weltcup ungewiss. Dabei geht es nun ausgerechnet nach Antholz. Es ist der Ort, der ihm liegt wie kein anderer. Fünf seiner zwölf Weltcupsiege holte Schempp in der Höhe von Südtirol. Doch er wird nicht dabei sein und soll im zweitklassigen IBU-Cup am Arber in Bayern an seiner Form arbeiten. In der Loipe waren die Rückstände zuletzt riesig.

Die 26 Jahre alte Preuß geht die WM-Generalprobe in Italien derweil ganz positiv an. „Ich freue mich total auf Antholz. Ich schaue jetzt einfach, dass ich die Rennen so konzentriert weiterarbeite und dass ich gut regeneriere“, sagte die Bayerin vor dem Einzel am Donnerstag (14.15 Uhr/ZDF und Eurosport): „Dann bin ich auf alle Fälle angriffslustig.“ So gute Ergebnisse wie gerade lieferte Preuß zuletzt 2015, als sie bei der WM in Kontiolahti erst Gold mit der Staffel holte und dann im Massenstart mit nur 21 Jahren noch Silber gewann.

Auch sie machte danach viele Krisen und Verletzungsphasen durch. Die Selbstzweifel waren groß, doch Preuß kämpfte sich immer wieder zurück und löst nun Denise Herrmann zumindest zeitweise als deutsche Nummer eins ab. Als Fünfte im Gesamtweltcup gewöhnt sie sich langsam auch an die verantwortungsvolle Rolle der Staffel-Schlussläuferin. Dabei half ihr Schempp, der versicherte, dass sie sich das verdient habe. „Es hat mir brutal gut getan, das von ihm zu hören“, sagte Preuß.

+++++17. Januar 2021+++++

Preuß verpasst Sieg im Massenstart - Lesser wettert gegen „Bundestrainer auf der Couch“

Nach dem Sieg mit der Staffel hat Biathletin Franziska Preuß zum Abschluss des Heim-Weltcups in Oberhof auch im Massenstart über 12,5 km überzeugt und einen bärenstarken zweiten Rang belegt. Die 26-Jährige verpasste nach zwei Schießfehlern den zweiten Weltcupsieg ihrer Karriere nur um 3,9 Sekunden. Julia Simon aus Frankreich (3) gewann in 40:11,1 Minuten, Hanna Öberg aus Schweden (3/+11,7 Sekunden) wurde Dritte.

Lesser wird Achter und wettert gegen „Bundestrainer auf der Couch“

Biathlet Erik Lesser hat beim Heim-Weltcup in Oberhof im Massenstart über 15 km mit einem Fehler beim letzten Schießen einen Podestplatz vergeben. Der 32-Jährige belegte als bester Deutscher aber einen guten achten Platz (+31,4 Sekunden). Arnd Peiffer, der den ersten Massenstart des Winters in Hochfilzen gewonnen hatte, kam nach drei Schießfehlern (+37,3) auf Rang elf.

Lesser verteidigte im Anschluss seinen Teamkollegen Philipp Horn mit einer kurzen Wut-Ansprache gegen überzogene Kritik nach der Staffel-Pleite am Freitag beim Heim-Weltcup in Oberhof. „Das geht jetzt an alle Zuschauer, die sich da auslassen mussten über seine nicht ganz gute Leistung. Das ist absolut fehl am Platz. Das können sich die Bundestrainer auf der Couch daheim echt sparen“, sagte der Ex-Weltmeister aus Thüringen am Sonntag in der ARD. Der 32-Jährige konnte nicht verstehen, „was ich am Freitag und Samstag in den sozialen Netzwerken über Philipp Horn lesen musste“. Das habe Horn einfach „nicht verdient gehabt“.

Horn hatte sich im Staffelrennen in Thüringen in Führung liegend gleich drei Strafrunden geleistet und so einen möglichen Sieg noch aus der Hand gegeben. Dies sei jedoch kein Grund, den 26-Jährigen derart zu attackieren, befand Lesser. „Er hat letztes Jahr Martin Fourcade bei der WM zurechtgewiesen. Da war er unser gefeierter Held in der Staffel, und jetzt am Freitag hat er halt nicht die beste Leistung abgeliefert“, sagte Lesser.

Es gebe überhaupt keinen Grund, an der Leistungsfähigkeit des Schlussläufers zu zweifeln. „Er wird trotzdem von uns wieder auf die 4 gesetzt - weil er einfach ein geiler Typ ist“, sagte Lesser. In Oberhof hatte die Männer-Staffel am Ende noch Rang fünf belegt.

Tarje Bö aus Norwegen gewann im Massenstart am Sonntag nach einem Schießfehler in 37:41,9 Minuten knapp vor dem Österreicher Felix Leitner (0/+3,6) und dem Schweizer Benjamin Weger (0/+7,8). Benedikt Doll musste sich nach vier Schießfehlern (+1:00,5 Minuten) mit Rang 17 zufriedengeben. Im Sprint am Mittwoch hatten Peiffer und Lesser mit Platz drei und vier überzeugt.

Ab Donnerstag bis Sonntag findet in Antholz die Generalprobe für die WM in Pokljuka (10. bis 21. Februar) statt. Die Frauen starten mit dem Einzelrennen über 15 km. Für die Männer steht am Freitag der Einzel-Wettkampf über 20 km auf dem Programm.

+++++16. Januar 2021+++++

Deutsche Frauen-Staffel siegt in Oberhof

Nach der Siegerehrung tanzten und sangen Franziska Preuß, Denise Herrmann, Vanessa Hinz und Janina Hettich im Zielraum ausgelassen. Knapp zwei Jahre hatten die deutschen Biathletinnen auf diesen Glücksmoment, auf diese Explosion der Gefühle warten müssen - nun gelang ausgerechnet beim Heim-Weltcup in Oberhof der lange ersehnte Erfolg in der Staffel über 4x6 km.

"Es ist mega geil. Es tut für die ganze Mannschaft so gut. Das saugt jeder auf. Ich fühle mich mega erleichtert, ich bin einfach nur froh", sagte Preuß überglücklich, nachdem sie mit ihren Kolleginnen ausgelassen unzählige Siegerfotos geschossen hatte. "Wir waren voll motiviert. Das war eine extrem gute Teamleistung", ergänzte Herrmann strahlend.

Das DSV-Quartett (0 Strafrunden + 5 Nachlader) lag in 1:14:31,5 Stunden 17,4 Sekunden vor dem überraschend starken Team aus Belarus (0+9) und 35,7 Sekunden vor Schweden (0+5). Der erste Saisonerfolg der DSV-Frauen war Genugtuung nach den oft enttäuschenden Ergebnissen der letzten Wochen.

"Da fällt heute schon Einiges ab", betonte DSV-Trainer Florian Steirer erleichtert. "Das war heute enorm wichtig. Jetzt weiß ich zu schätzen, was für eine Ehre es ist, eine Staffel zu gewinnen. Über Jahre hat es sich fast wie eine Selbstverständlichkeit angefühlt", sagte Hinz.

Den letzten deutschen Staffel-Erfolg bei den Frauen hatte es am 8. Februar 2019 in Canmore in der Besetzung Hinz, Herrmann, Franziska Hildebrand und Laura Dahlmeier gegeben. Seitdem wurden die DSV-Frauen zwar Vize-Weltmeister in Antholz 2020 und in dieser Saison in Kontiolahti auch schon Dritte - aber für ganz oben reichte es eben nicht. Bis zum Samstag.

Es habe "alles gepasst", sagte Hinz, die auf Position drei an Hettich übergeben hatte. Die leistete sich stehend drei Nachlader. "Ich wollte es nicht ganz so spannend machen. Es hat zum Glück funktioniert", sagte Hettich. Herrmann lief schließlich von Platz fünf auf zwei vor, ehe Preuß mit einer tadellosen Schießleistung den ersten Staffelsieg in Oberhof seit 2008 perfekt machte.

Am Sonntag peilen die deutschen Athleten bei den Massenstarts einen erneuten Coup an. Bei den Männern (12.30 Uhr) sind Arnd Peiffer, Benedikt Doll und Erik Lesser ("Das wird richtig hart") für die 15 km qualifiziert. Für das deutsche Frauenteam gehen Preuß, Herrmann, Hettich und Maren Hammerschmidt (15 Uhr/jeweils ARD und Eurosport) über 12,5 km an den Start.

+++++15. Januar 2021+++++

Horn patzt beim Schießen - DSV-Staffel in Oberhof nur auf Platz fünf

Philipp Horn war nach seinem Schießdebakel in Oberhof völlig ratlos. „Während des Schießens habe ich absolut keine Ahnung gehabt, was ich falsch mache. Ich habe versucht, in die Mitte zu schießen, das hat nicht geklappt“, sagte der Thüringer Biathlet, nachdem die Geschosse einfach nicht den Weg ins Ziel finden wollten.

In Führung liegend vergab der Schlussläufer ausgerechnet beim Weltcup-Heimspiel am Freitag den möglichen ersten deutschen Staffelsieg seit vier Jahren. Der 26-Jährige musste nach dem Liegendschießen gleich dreimal in die Strafrunde und vergab so alle Podestchancen. Zusammen mit Erik Lesser, Benedikt Doll und Arnd Peiffer landete Horn auf seiner Heimstrecke nach 4x7,5 Kilometern auf Platz fünf. „Ich bin einfach nur enttäuscht“, sagte Horn. Den Sieg sicherte sich Weltmeister Frankreich vor Norwegen und Italien.

„Das ist sehr hart“, kommentierte Olympiasieger Peiffer die Patzer. Horns Trefferbild hatte sich nach links unten verlagert, alle Schüssen trafen in kleinem Radius auf, nur eben nicht auf die Scheiben. „Ich hatte den gleichen Wind wie beim Anschießen und habe keine schlechten Schüsse abgegeben“, versicherte Horn. Peiffer sagte: „Das ist blöd gelaufen. Das tut mir leid, aber das ist Teil des Geschäfts.“ Fast regungslos lief Horn dann über die Ziellinie und schien immer noch nicht zu fassen, was er kurz zuvor erleben musste.