Biathlon 2019/20: Arnd Peiffer mit repariertem Gewehr in Hochfilzen

Biathlon-Saison 2019/20 : Peiffer mit repariertem Gewehr in Hochfilzen

Insgesamt zehn Stationen beinhaltet der Terminkalender für die Weltcup-Saison 2019/20. Highlight ist die Biathlon-WM. In unserem Telegramm halten wir Sie über alles Wichtige auf dem Laufenden.

Biathlon-Olympiasieger Arnd Peiffer kann nach seinem Sturz in Östersund mit seinem Stammgewehr bei der nächsten Weltcup-Station in Hochfilzen starten. Die bei dem Rennen in Schweden beschädigte Waffe sei bereits wieder zusammengefügt und repariert, sagte der 32-Jährige am Dienstag. „Für Hochfilzen heißt es: Auf ein Neues“, sagte Peiffer.

Beim Auftakt hatte der Olympiasieger und Weltmeister keinen einzigen Weltcup-Punkt geholt. „Da ging für mich eigentlich alles schief, was schief gehen konnte“, sagte der Weltmeister. Einem Magen-Darm-Virus folgte in Östersund ein schwerer Sturz, bei dem sein Gewehr in zwei Teile brach, zum Abschluss gab es dann mit dem Ersatzgewehr auch im Staffelrennen nichts zu holen.

Bei den Weltcup-Rennen im österreichischen Hochfilzen gibt es im deutschen Team keine personellen Veränderungen. In Tirol stehen am Freitag die Sprint-Rennen, am Samstag und Sonntag die Verfolgung und die Staffeln auf dem Wettkampfprogramm

+++++10. Dezember 2019+++++

Frauenstaffel verpasst Podest um 5,3 Sekunden - Sieg für Norwegen

Die deutschen Biathletinnen sind zum Abschluss des Auftakt-Weltcups in Östersund mit der Staffel auf Platz vier gelaufen. Karolin Horchler, Denise Herrmann, Vanessa Hinz und Franziska Preuß leisteten sich am Sonntag eine Strafrunde durch Herrmann sowie insgesamt neun Nachlader und verpassten das Podium um 5,3 Sekunden. Den Sieg nach 4 x 6 Kilometern sicherte sich das norwegische Quartett, das die Schweiz mit 8,5 Sekunden Vorsprung auf Platz zwei verwies. Gastgeber Schweden lief auf Rang drei.

Weil die Männer tags zuvor nur Staffel-Achter geworden waren, holten die deutschen Skijäger beim Saisonauftakt mit Rang zwei in der Single-Mixed-Staffel lediglich einen Podestplatz.

Startläuferin Horchler übergab nach zwei Nachladern mit einem Rückstand von 33,4 Sekunden als Sechste auf Herrmann. Die Verfolgungs-Weltmeisterin Herrmann kassierte im ersten Schießen gleich eine Strafrunde. Weil sie aber schnell lief und dann stehend schnell alle Scheiben traf, brachte sie ihr Team auf Rang drei. Beim letzten Schießen riskierte Preuß im Kampf der führenden vier Teams alles, vergab aber mit einem Nachlader knapp den Podestplatz.

++++8. Dezember 2019+++++

Biathleten mit Fehlstart in den Weltcup-Winter — „Nicht konkurrenzfähig“

Arnd Peiffer war fassungslos. "Das ist ein Ergebnis, mit dem wir absolut nicht zufrieden sein können, wir waren nicht konkurrenzfähig", bekannte der Olympiasieger und Weltmeister und fügte frustriert an: "Für mich war das eine katastrophale Woche." Doch nicht nur Peiffer erlebte einen Weltcup-Auftakt zum Vergessen.

Anstatt der erhofften Podiumsplatzierungen gab es für die erfolgsverwöhnten deutschen Biathleten ohne ihre Vorzeigeläuferin Laura Dahlmeier im schwedischen Östersund reichlich Pleiten. Vor allem die Schießleistungen waren mangelhaft. Der indiskutable achte Platz der deutschen Männer-Staffel am Samstag passte ins Bild.

Der Druck vor der zweiten Station in Hochfilzen (13. bis 15. Dezember) steigt, Bundestrainer Mark Kirchner sieht die Lage aber (noch) gelassen. "Ich bin nicht aufgeregt. Wir sind sicherlich nicht zufrieden mit der Woche, aber wir hatten die letzten Jahre auch schon schwierige Einstiege", sagte er im ZDF. Der Saison-Fehlstart werde das Team "nicht aus der Bahn werfen. Ich bin davon überzeugt, dass wir uns steigern werden."

Das wird auch dringend nötig sein, um die Kritik schnell verstummen zu lassen. Auch der Rücktritt von Aushängeschild Dahlmeier könnte bei weiteren Fehlleistungen noch mehr zur Hypothek werden - auch wenn das Team von diesem Thema längst genervt ist. "Das ist Vergangenheit", hatte Kirchner dem SID schon vor Saisonstart trotzig gesagt.

Und die Gegenwart? Abgesehen von einem zweiten Platz in der Single-Mixed-Staffel durch Franziska Preuß und Erik Lesser hatten die DSV-Athleten in Östersund nicht viel zu bieten. In den Einzelrennen der Männer steht ein sechster Platz von Johannes Kühn im Sprint als einziges Top-10-Resultat. Die Routiniers Benedikt Doll (24./16.), Simon Schempp (32./53.) und Lesser (33./72.) verpassten die Spitzenplätze teils deutlich, dazu kam ein kapitaler Sturz im Einzel von Peiffer. Die Gründe waren schnell gefunden. "Im Männerbereich hat uns eindeutig das Schießen einen Strich durch die Rechnung gemacht", klagte Kirchner.

Bei den Frauen sorgten nur Preuß und Denise Herrmann im Sprint als Vierte und Sechste für Lichtblicke. Doch die Anlaufschwierigkeiten waren gerade bei Herrmann, die die "neue Frontfrau" (Kirchner) werden soll, nicht zu übersehen. "Ein paar Fehlerchen zu viel und etwas zu langsam in der Loipe", fasste die Verfolgungs-Weltmeisterin in den Sozialen Medien ihre Leistungen treffend zusammen. Mit Blick auf Hochfilzen, wo am Freitag der Sprint auf dem Programm steht, ergänzte sie: "Weiter geht's. Da geht noch was."

Das hofft auch Kirchner, attestierte Herrmann und Preuß aber immerhin "ordentliche Leistungen". Beim Rest müsse man "schauen, dass wir schnell die Lücke schließen".

Bei der Männer-Staffel war diese Lücke riesig. Lesser, Philipp Horn, Peiffer und Doll lagen nach 4x7,5 km und vier Strafrunden gleich 3:23,1 Minuten hinter dem siegreichen Weltmeister Norwegen mit den Gebrüdern Tarjei und Johannes Thingnes Bö.

++++7. Dezember 2019+++++

Männerstaffel in Östersund nur Achter - Norwegen siegt

Die deutschen Biathleten haben eine weitere Enttäuschung erlebt. Beim ersten Staffel-Wettbewerb des Weltcup-Winters kam das Männer-Quartett im schwedischen Östersund nur auf Rang acht. Erik Lesser, Philipp Horn, Arnd Peiffer (alle Frankenhain) und Benedikt Doll (Breitnau) lagen nach 4x7,5 km und vier Strafrunden 3:23,1 Minuten hinter dem siegreichen Weltmeister Norwegen mit den Gebrüdern Tarjei und Johannes Thingnes Bö.

"Das ist ein Ergebnis, mit dem wir absolut nicht zufrieden sein können, wir waren nicht konkurrenzfähig", bekannte der frustrierte Peiffer, der sich von der Kritik selbst nicht ausnahm. "Für mich war das eine katastrophale Woche", sagte er im ZDF. Peiffer war im Einzel über 20 km sogar gestürzt, ein sechster Platz von Johannes Kühn im Sprint war vor der Frauen-Staffel am Sonntag das beste Männer-Resultat.

Bei der WM im vergangenen März an gleicher Stelle hatte die deutsche Staffel noch Silber hinter Norwegen gewonnen - knapp neun Monate später waren nach der schwachen Schießleistung des an zweiter Position laufenden Horn bereits alle Chancen auf eine Spitzenplatzierung dahin. Den letzten deutschen Sieg in einer Männer-Staffel hatte es am 21. Januar 2017 in Antholz in der Besetzung Lesser/Doll/Peiffer/Simon Schempp gegeben.

Lesser hatte dem deutschen Quartett zunächst eine gute Ausgangsposition verschafft. Nach seiner großen Enttäuschung im Einzel über 20 km mit dem indiskutablen Platz 72 leistete er sich keinen Schießfehler und übergab sogar als Führender des Rennens auf Horn - der musste angesichts der schwierigen Bedingungen am Schießstand aber insgesamt drei Strafrunden laufen und übergab auf Rang zwölf an Peiffer.

Er wisse selbst "nicht so genau, warum ich nicht getroffen habe", sagte Horn erkennbar niedergeschlagen im ZDF: "Ich kann's jetzt nicht mehr ändern, sondern nur versuchen, es beim nächsten Mal besser zu machen." Seinen Rückstand konnten die Kollegen nur bedingt wettmachen. Peiffer musste ebenfalls einmal in die Strafrunde, Doll immerhin räumte mit Nachladern alle Scheiben ab.

Die Norweger übernahmen beim fünften Schießen die Führung von den Schweden und gaben sie nicht mehr ab. Frankreich mit dem Schlussläufer Martin Fourcade wurde Zweiter (+32,1 Sekunden) vor Italien (+1:27,1 Minuten). Am Sonntagnachmittag (15.30 Uhr/ZDF und Eurosport) gehen die Frauen über 4x6 km an den Start. Es ist der letzte Wettkampf in Östersund. Am 13. Dezember startet mit den Sprintrennen in Hochfilzen/Österreich der zweite Weltcup des Winters.

++++6. Dezember 2019+++++

Biathletinnen verpassen Podest in Östersund deutlich - Preuß als Zwölfte beste Deutsche

Das deutsche Biathlon-Team wartet in den Einzelrennen weiter auf die erste Podestplatzierung des Winters. Auch die erfolgsverwöhnten DSV-Frauen blieben im schwedischen Östersund über 15 km beim Sieg von Justine Braisaz (Frankreich) hinter den Erwartungen zurück und verfehlten nach durchwachsenen Schießleistungen die ersten drei Plätze deutlich.

Franziska Preuß (Haag) war auf Rang zwölf noch beste Skijägerin des Deutschen Skiverbandes (DSV). Verfolgungs-Weltmeisterin Denise Herrmann (Oberwiesenthal) musste sich bei schwierigen Windverhältnissen mit dem 18. Platz begnügen. Schon die Männer hatten im Einzel über 20 km am Mittwoch enttäuscht.

Braisaz holte sich den zweiten Weltcupsieg ihrer Karriere nach zwei Schießfehlern in 42:35,1 Minuten vor Julija Dschyma aus der Ukraine (0/11,1 Sekunden zurück) und ihrer Teamkollegin Julia Simon (2/17,7).

Preuß, die im Sprint als Vierte schon beste Deutsche gewesen war, hatte mit drei Schießfehlern 2:00,2 Minuten Rückstand. Herrmann leistete sich vier Fehler (2:30,4 zurück). Vanessa Hinz (Schliersee), Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld, Karolin Horchler (Clausthal-Zellerfeld) und Anna Weidel (Kiefersfelden) verpassten die Top-25.

Am Samstag (17.30 Uhr) geht es mit der Staffel der Männer über 4x7,5km weiter. Die Frauen schließen den Weltcup in Östersund am Sonntag (15.30 Uhr/jeweils ZDF und Eurosport) über 4x6km ab. Am 13. Dezember startet in Hochfilzen/Österreich der zweite Weltcup des Winters mit den Sprintrennen.

++++5. Dezember 2019+++++

Biathleten geloben Besserung nach schwachem Saisoneinstieg

Arnd Peiffer brummte noch immer der Schädel. "Zur Zeit habe ich wohl einen Lauf", schrieb der Olympiasieger und Weltmeister auf Facebook nach seinem unglücklichen Sturz - dem Tiefpunkt eines ohnehin schon wenig berauschenden Saisonstarts der erfolgsverwöhnten deutschen Biathlon-Männer im schwedischen Östersund.

Ein sechster Platz im Sprint von Johannes Kühn - ansonsten (zu) viele Schießfehler und reichlich Enttäuschungen. Vor allem die arrivierten Erik Lesser (Frankenhain) und Simon Schempp (Uhingen) sind meilenweit von ihren Ansprüchen entfernt.

Er sei "grottenschlecht" gewesen, gab Lesser nach einem indiskutablen 72. Platz im Einzel über 20 km offen zu. Er kämpfe momentan "gegen mich selbst". Schon nach der Single-Mixed-Staffel hatte er sich trotz Platz zwei an der Seite von Franziska Preuß als "Dilettanten" bezeichnet, nachdem er den Sieg im letzten Schießen aus der Hand gegeben hatte.

Auch Schempp hadert nach monatelanger Verletzungspause mit seiner Form. "Ich habe keine guten Beine. Es läuft nicht viel zusammen", sagte der 31-Jährige frustriert.

Dabei hatte es bei Schempp nach zwei deutschen Meistertiteln im Sommer so ausgesehen, als ob er den Anschluss schnell wieder finden könnte. Doch jetzt? Er habe gemerkt, "dass ich nicht mehr so spritzig bin, es ist auch im Training zäher. Das macht es schwierig." Deshalb bleibe nur die Hoffnung, "dass es besser wird". Er werde jetzt erst einmal "einfach weitermachen".

16 Fehler hatten sich die DSV-Biathleten schon im Sprint bei nur zwei Schießeinlagen geleistet, im Einzel am Mittwochabend waren es dann gar 21 bei vier Schießen. Platzierungen unter ferner liefen waren die bittere Folge. Benedikt Doll (Breitnau) war im Einzel als 16. noch der beste Deutsche gewesen.

Nur Peiffer, der im Sprint noch wegen der Folgen eines Infekts gefehlt hatte, war bei seinem Saisoneinstand beim Schießen zunächst fehlerfrei geblieben - bis der Weltmeister nach rund der Hälfte des Rennens nach einem Sturz im Wald gelandet war. Es passte ins Bild eines Rennens zum Vergessen. Immerhin hatte Katharina Blume, Ärztin des Deutschen Skiverbandes (DSV), leichte Entwarnung geben können.

Der 32-Jährige habe zwar eine Platzwunde am Hinterkopf und Prellungen erlitten. Er sei aber "nicht bewusstlos" gewesen, aus medizinischer Sicht sei "alles im grünen Bereich", sagte Blume im ZDF. Ob der Olympiasieger am Samstag (17.30 Uhr/ZDF und Eurosport) in der 4x7,5km-Staffel starten kann, ist fraglich.

In der Staffel haben die deutschen Männer die Möglichkeit, den ersten Weltcup des Winters versöhnlich abzuschließen. Der letzte Sieg liegt allerdings schon knapp zwei Jahre zurück. Bei der Weltmeisterschaft im März dieses Jahres in Östersund war das deutsche Team immerhin auf Rang zwei gelandet.

+++++5. Dezember 2019+++++

Dahlmeier kann sich Biathlon bei Olympischen Sommerspielen vorstellen

Die Austragung von Biathlon-Wettkämpfen im Rahmen Olympischer Sommerspiele ist für Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier keinesfalls eine utopische Vorstellung. "Wer weiß, was die Zukunft bringt? Mein erster Biathlon war sogar im Sommer, Veranstaltungen gibt es nach wie vor", sagte die 25-Jährige dem Express.

Wie sie selbst zu ihrer aktiven Zeit würden Biathleten diese Veranstaltungen aber wegen der terminlichen Engpässe meiden. Zudem hofft Dahlmeier, die vor der gerade begonnenen Weltcup-Saison ihre Karriere beendet hatte, dass Wettkämpfe auf Skirollern "aufgrund von Schneemangel nicht zur Regel" werden.

+++++4. Dezember 2019+++++

Peiffer muss nach Sturz verletzt aufgeben - Fourcade siegt

Für Arnd Peiffer endete sein Saisoneinstand mit schmerzhaften Prellungen und einer blutenden Platzwunde. Abseits der Fernsehkameras war der Weltmeister beim Biathlon-Einzel von Östersund am Mittwoch in einer Abfahrt gestürzt. Neun Monate nach seinem Goldlauf überschlug er sich auf der Strecke seines WM-Triumphes mehrfach, dabei schlug ihm sein Gewehrschaft an den Hinterkopf und brach. „Ich habe gesehen, wie er aus dem Graben geklettert ist“, sagte Benedikt Doll, als 16. Bester in einer insgesamt enttäuschenden deutschen Mannschaft.

„Arnd war zum Glück nicht bewusstlos, aus medizinischer Sicht ist soweit alles im grünen Bereich“, sagte die deutsche Mannschaftsärztin dem ZDF und gab zumindest etwas Entwarnung. Es hätte auch schlimmer ausgehen können. Denn im Februar 2016 hatte Peiffer für einen großen Schreckmoment gesorgt, als er in der Verfolgung in Presque Isle/USA von der Strecke abkam und mit Kopf gegen einen Baum knallte. Damals hatte der Harzer eine schwere Gehirnerschütterung, Prellungen im Brustbereich und Schürfwunden im Gesicht erlitten. Diesmal ging es glimpflicher aus, wenngleich seine Waffe einen Totalschaden erlitt.

Damit setzte sich die Misere Peiffers beim Saisoneinstand fort. Denn der Sprint-Olympiasieger hatte das erste Weltcup-Wochenende mit Mixed-Staffel und Sprint wegen eines Magen-Darm-Infektes auslassen musste. In das schwerste aller Biathlon-Rennen ging er dennoch hoch motiviert und lag nach den ersten beiden fehlerfreien Schießeinlagen zwischenzeitlich auf Platz fünf. Danach aber das Malheur. So konnte der 32-Jährige das enttäuschende Teamergebnis nicht verhindern.