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Biathlon 2018/19 - das müssen Sie zum Biathlon-Weltcup wissen

Laura Dahlmeier, Arnd Peiffer, Franziska Hildebrand oder Philipp Horn - eingefleischten Biathlon-Fans sind die Namen dieser deutschen Biathleten ein Begriff. Welche Popularität der Sport genießt, zeigen nicht nur die hohen Einschaltquoten bei Live-Übertragungen im TV, sondern auch die Begeisterung der Fans am Streckenrand. Wann beginnt die Biathlon-Saison 2018? Welche Sender übertragen die beliebte Wintersportart? Wo findet an welchem Termin welcher Wettkampf statt? Wir geben einen Überblick.

Warum ist Biathlon so beliebt?

Egal ob Sprint, Massenstart oder Verfolgung: Immer, wenn die Biathlon-Stars zu ihren Rennen antreten, sitzen Millionen von Fans in Deutschland und weltweit gebannt vor den Bildschirmen und fiebern im Fernsehen oder online im Live-Stream oder Live-Ticker mit den Athleten mit. So sahen im Februar 2018 etwa 7,5 Millionen Zuschauer Arnd Peiffers Triumph bei den Olympischen Winterspielen im Sprint der Herren, Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier landete sogar einen noch höheren Marktanteil.

Aber was genau fasziniert die Menschen am Biathlon? Vermutlich ist es die Verbindung von Dynamik, Schnellkraft und Athletik, die sie an diesem Sport lieben. Zudem bringt der Deutsche Skiverband (DSV) immer wieder erfolgreiche Biathleten und Olympiasieger hervor.

Wann beginnt der Biathlon-Weltcup 2018/19?

Interessierte sollten sich den 2. Dezember 2018 als wichtigen Termin im Kalender markieren. Dann nämlich startet der Biathlon-Weltcup, der offiziell unter dem Namen "BMW IBU World Cup Biathlon" bekannt ist, in die neue Saison. Gleich zum Weltcup-Auftakt gibt es eine große Änderung: Die Athleten werden nicht im schwedischen Östersund in die Wintersport-Saison starten, sondern im slowenischen Pokljuka. Grund dafür ist, dass in Östersund im März 2019 die Biathlon-Weltmeisterschaft stattfindet. Somit geht für die Slowenen eine lange Pause von zwei Jahren zu Ende, denn im Vorjahr hatte der Biathlon-Weltverband IBU (Internationale Biathlon-Union) Pokljuka nicht für einen Weltcup ausgewählt. Auch nach Nové Město (Tscheschien) kehrt der Biathlon-Weltcup zurück.

Wie viele Biathlon-Weltcups finden in dieser Saison in Deutschland statt?

Vor allem im deutschsprachigen Raum erfreut sich der Biathlon-Sport großer Beliebtheit. Nach dem Auftakt in Pokljuka geht es im österreichischen Hochfilzen mit dem Weltcup weiter. Der erste Weltcup-Start in Deutschland findet dann im Januar 2019 statt, wenn sich die Biathleten in Oberhof treffen. Auch kurz darauf in Ruhpolding haben Maren Hammerschmidt, Simon Schempp und das restliche DSV-Team ein Heimspiel, ehe es in Antholz in Südtirol um Weltcup-Punkte geht.

Alle Termine: Wo findet der Biathlon-Weltcup 2018/19 statt?

Weil man bei der Vielzahl an Wettbewerben der IBU schnell mal den Überblick verlieren kann, haben wir die Biathlon-Termine zusammengetragen:

  • 2. bis 9. Dezember 2018: Biathlon-Weltcup in Pokljuka (Slowenien)
  • 13. bis 16. Dezember 2018: Biathlon-Weltcup in Hochfilzen (Österreich)
  • 20. bis 23. Dezember 2018: Biathlon-Weltcup in Nové Město (Tschechien)
  • 10. bis 13. Januar 2019: Biathlon-Weltcup in Oberhof (Thüringen, Deutschland)
  • 16. bis 20. Januar 2019: Biathlon-Weltcup in Ruhpolding (Bayern, Deutschland)
  • 24. bis 27. Januar 2019: Biathlon-Weltcup in Antholz (Italien)
  • 7. bis 10. Februar 2019: Biathlon-Weltcup in Canmore (Kanada)
  • 14. bis 17. Februar 2019: Biathlon-Weltcup in Soldier Hollow (Salt Lake City, USA)
  • 7. bis 17. März 2019: Biathlon-WM in Östersund (Schweden)
  • 21. bis 24. März 2019: Biathlon-Weltcup in Oslo (Norwegen)
  • Wann ist Biathlon auf Schalke?

    Es gehört zwar nicht zum offiziellen Weltcup-Programm, dennoch stellt es traditionell kurz vor dem Jahreswechsel ein Highlight dar: Das Biathlon-Rennen in der Arena auf Schalke. Im Oktober 2018 einigten sich der Gastgeber FC Schalke 04 und der DSV darauf, die traditionsreiche World-Team-Challenge mindestens bis 2022 fortzuführen. Am 28. Dezember 2018 rundet das Event in Gelsenkirchen das Biathlon-Jahr bereits zum 17. Mal ab. Für den DSV werden Vanessa Hinz und Erik Lesser eines der beiden Mixed-Teams bilden. Das Spektakel kann im Free-TV sowie im Live-Stream verfolgt werden.

    Was kosten Biathlon-Tickets?

    Die Preise für Biathlon-Tickets variieren je nach Platz an der Strecke und Veranstaltung. In Oberhof starten die regulären Preise bei 12 Euro, in der Chiemgau-Arena in Ruhpolding werden mindestens 24 Euro fällig. Zumindest in Oberhof erhalten Jugendliche zwischen dem 11. und 17. Lebensjahr, Schüler, Studenten sowie Schwerbehinderte Ermäßigungen auf den Ticket-Preis. Einsparpotenzial bergen sogenannte "3-Tages-Karten" (Mittwoch bis Freitag) sowie die Generalkarten für Hardcore-Biathlon-Fans.

    ARD oder ZDF - wo wird Biathlon übertragen?

    Weil die Einschaltquoten während der Wintersport-Saison in Deutschland extrem hoch sind, müssen die Fans wohl auch 2018/19 auf keinen Auftritt von Laura Dahlmeier oder Arnd Peiffer verzichten. Für gewöhnlich teilen sich die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF die Live-Berichterstattung, der Sport-Sender Eurosport übertragt alle Rennen - ob Sprint, Massenstart, Damen oder Herren.

    Biathlon im Live-Stream und im Live-Ticker

    Darüber hinaus bieten alle drei Sender ihren Zuschauern auch die Möglichkeit, das deutsche Biathlon-Aufgebot online anzufeuern. In den Mediatheken der ARD und des ZDF sowie auf der Internet-Seite von Eurosport sind Laura Dahlmeier und Co. live im Stream zu sehen. Die Sender bieten darüber hinaus auch einen Liveticker für die jeweiligen Rennen an.

    Biathlon – welche Rennen gibt es?

    Der Biathlonsport wird in verschiedenen Disziplinen ausgetragen. Zwar folgen sie alle dem gleichen Grundprinzip, jedoch unterscheiden sie sich durch unterschiedliche, von der IBU festgelegte Regeln. Im Biathlon-Weltcup werden insgesamt sieben Disziplinen ausgetragen: Einzel, Sprint, Verfolgung, Massenstart, Staffel und Mixed- sowie Single-Mixed-Staffel.

    Im Einzel-Wettkampf starten die Athleten im Abstand von 30 Sekunden einzeln nacheinander. Nach jeder der vier Runden folgt eine Schießeinlage, ein Fehlschuss gibt im Gegensatz zu den anderen Disziplinen keine Strafrunde, sondern eine Strafminute. Die Distanz bei den Herren beträgt 20 km, bei den Damen 15 km.

    Beim Sprint werden die Strecke sowie die Schießeinlagen halbiert. Die Biathleten starten ebenfalls in einem Intervall von einer halben Minute nacheinander, ein Fehler am Schießstand wird mit einer 150 m langen Strafrunde geahndet. Durch das Ergebnis im Sprint werden die Startabstände in der Verfolgung bestimmt.

    Im Normalfall gehen im Verfolgungsrennen die 60 besten Biathleten des Sprint-Wettbewerbs an den Start. Anders als im Einzel- und Sprint-Rennen wird aber kein Kampf gegen die Uhr, sondern Mann gegen Mann oder Frau gegen Frau ausgetragen. Die Schießeinlagen finden nicht abwechseln statt, es wird zunächst im Liegen und dann im Stehen geschossen. Wer nach 12,5 bzw. 10 km als Erster die Ziellinie überquert, gewinnt das Rennen.

    Für den Massenstart werden 30 Plätze nach einem bestimmten Schlüssel vergeben, der sich bei den Olympischen Spielen und der Weltmeisterschaft von dem beim Weltcup unterscheidet. Die Regeln entsprechen denen der Verfolgung, die Strecke ist aber jeweils 2,5 km länger und alle Biathleten starten zeitgleich.

    Ähnlich wie in der Leichtathletik werden im Biathlon auch Staffelwettkämpfe ausgetragen. Im Regelfall besteht eine Staffel aus vier Sportlern einer Nation und eines Geschlechts, die nacheinander eine Strecke von jeweils 7,5 bzw. 6 km zu absolvieren haben. Die Besonderheit liegt im Schießen: Jeder Athlet darf maximal dreimal nachladen, wenn er nicht im ersten Versuch alle fünf Scheiben getroffen hat. Kommt er mit acht Schüssen nicht aus, muss er für jede nicht getroffene Scheibe eine Strafrunde absolvieren.

    Die Mixed-Staffel besteht aus je zwei Frauen und zwei Männern, die 2015 in Nové Město erstmals ausgetragene Single-Mixed-Staffel besteht aus einer Frau und einem Mann.

    Wer hat die meisten Weltcup-Siege im Biathlon?

    Dieser Name wird wohl für immer in den Geschichtsbüchern des Biathlons zu finden sein: Ole Einar Björndalen. Die Biathlon-Legende aus Norwegen hat bisher die meisten Weltcup-Siege bei den Herren eingefahren (94) und führt diese Rangliste souverän an. Der aus Frankreich stammende und noch immer aktive Martin Fourcade hat auf Platz zwei liegend zwar 24 Siege weniger, dafür hält er aber den Rekord von sieben Erfolgen im Gesamt-Weltcup vor Björndalen (6). Weil er alle Gesamt-Weltcups seit 2011/12 gewann, ist er der einzige Biathlet, dem dies mehr als dreimal hintereinander gelang.

    Bei den Damen führt die Schwedin Magdalena Forsberg beide Wertungen (42, 6) an. Zweite ist jeweils die Deutsche Magdalena Neuner (34, 3), die sich in der Liste der Gesamtweltcup-Erfolge den Platz mit der Finnin Kaisa Mäkäräinen teilt.

    Biathlon – wer hat es erfunden?

    Die Geschichte des Biathlons reicht 5000 Jahre zurück. In Norwegen entdeckte Höhlenmalereien zeigen, dass der Mensch schon damals auf Skiern jagte. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich das Skifahren zum wichtigsten Militärsport in Nordeuropa, bis ins späte 19. Jahrhundert diente die Kombination aus Langlauf und Schießen aber ausschließlich der Jagd und militärischen Zwecken. 1861 wurde in Norwegen der erste Biathlon-Verein gegründet, 1915 entwickelte sich der Militärpatrouillenlauf, der Vorgänger des heutigen Biathlons. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Sportart entmilitarisiert, sodass auch zivile Athleten ihn ausüben konnten.

    Der Verband Union Internationale de Pentathlon Moderne (UIPM) nahm die Kombination aus Laufen und Schießen als Wettbewerb auf, den der Vorsitzende Sven Thofelt Biathlon nannte. Das Internationale Olympische Komitee erkannte Biathlon 1954 als eigenständige Sportart an, die Regeln wurden zwei Jahre später genehmigt. 1993 wurde der unabhängige Verband IBU gegründet, der sich 1998 von dem in UIPMB umbenannten Verband des Modernen Fünfkampfes trennte. Der IBU gehört der Biathlon bis heute an.