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Wintersport-Saison 2019/20: Skilanglauf-Weltcup in den USA abgesagt - Bolschunow gewinnt Gesamtwertung

Wintersport-Telegramm 2019/20 : Skilanglauf-Weltcup in den USA abgesagt - Bolschunow gewinnt Gesamtwertung

Die Wintersport-Saison 2019/20 ist im vollem Gange. In unserem Wintersport-Telegramm halten wir Sie über die Wintersport-Saison auf dem Laufenden.

Der für Dienstag geplante Skilanglauf-Weltcup in Minneapolis (USA) ist aufgrund der Coronakrise abgesagt worden. Die "Gesundheit und das Wohlergehen" aller Beteiligten stünden im Vordergrund, teilte der internationale Skiverband FIS mit, zudem erschwerten die neuen Reisebeschränkungen die Situation. Ab Freitag dürfen Europäer nicht mehr in die USA einreisen.

Durch die Absage und den Verzicht des norwegischen Teams auf die Rennen in Übersee steht der Russe Alexander Bolschunow vorzeitig als Gewinner des Gesamtweltcups fest.

Die für das Wochenende geplanten Wettkämpfe im kanadischen Quebec, wo sich der Großteil der Athleten bereits aufhält, sollen dagegen stattfinden. Ob das Weltcup-Finale im kanadischen Canmore wie geplant am 20./21. März durchgeführt werden kann, ist noch offen.

+++++8. März 2020+++++

Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein hat ihre Weltcup-Saison mit einer versöhnlichen Leistung abgeschlossen. Auf ihrer Nebenstrecke 3000 m belegte die 48-jährige Berlinerin beim Weltcup-Finale in Heerenveen/Niederlande in 4:09,26 Minuten den elften Platz. Damit war sie auf dieser Strecke minimal schneller als vor Wochenfrist bei der Allround-WM im norwegischen Hamar. Den Sieg sicherte sich die Kanadierin Isabelle Weidemann in 3:59,759 Minuten.

+++++7. März 2020+++++

Snowboard-Crosser Berg in Sierra Nevada Weltcup-Dritter

Paul Berg hat mit Platz drei beim Weltcup der Snowboard-Crosser in Sierra Nevada sein bestes Saisonergebnis erzielt. Der 28-Jährige vom Skiclub Konstanz musste sich im Finale am Samstag in Spanien nur Lucas Eguibar bei dessen Heimrennen und dem Österreicher Alessandro Hämmerle geschlagen geben. Die übrigen deutschen Fahrer landeten nicht im Vorderfeld.

„Ich bin mega happy wie das Rennen gelaufen ist, auch wenn ich im Halbfinale etwas Glück hatte, als die Beiden vor mir sich gegenseitig weggeräumt haben. Ich konnte gerade noch ausweichen“, sagte Berg. „Der Podestplatz ist wichtig für das ganze Team. Wir waren diese Saison schon so oft knapp dran. Wir haben so viel investiert und jetzt ist es endlich mal aufgegangen.“

+++++3. März 2020+++++

DESG-Schatzmeister entschuldigt sich bei Pechstein für Brandbrief

Dieter Wallisch, der Schatzmeister der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft, hat sich bei Claudia Pechstein für den Brandbrief des Bundestrainers Erik Bouwman vor der WM in Hamar entschuldigt. Das bestätigte Wallisch am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur, nachdem sich Pechstein via Facebook-Eintrag bei ihm bedankt hatte. „Über ihre übertriebene Freundlichkeit könnten alle im deutschen Team kotzen. Sie trägt eine Maske mit einer boshaften doppelten Agenda“, hatte Bouwman in seinem Schreiben erklärt.

„Der Brief von Erik Bouwman war schon eine Überraschung für mich, und ich muss sagen: Mir langt es langsam“, erklärte Wallisch, der nach dem Rücktritt von Präsidentin Stefanie Teeuwen neben Vizepräsident Uwe Rietzke dem Rumpfpräsidium der DESG angehört. Zur Kritik des Bundestrainers an der Entwicklung des Verbandes, der moniert hatte, dass Deutschland im Eisschnelllauf nur noch ein „Entwicklungsland“ sei, sagte Wallisch: „Ich bin erst seit einem Jahr in der Verantwortung. Was davor passiert ist, kann ich nicht mehr beeinflussen.“

Pechstein teilte am Dienstag mit, manche Dinge seien „am besten mit Galgenhumor zu ertragen. Ich frage mich, was einen Mann, mit dem ich bislang so gut wie nichts zu tun hatte, antreibt, Lügen über mich in die Welt zu setzen?“. Zudem griff sie erneut Sportdirektor Matthias Kulik an und schrieb: „Herr Kulik, warum sanktionieren Sie dieses unsportliche Verhalten Bouwmans nicht?“

+++++2. März 2020+++++

Hofmeister krönt Saison mit Triumph im Gesamtweltcup

Snowboarderin Ramona Hofmeister hat als zweite Deutsche nach Amelie Kober den Triumph im Gesamtweltcup gefeiert. Im kanadischen Blue Mountain gewann die 23-Jährige aus Bischofswiesen am Sonntag wie am Vortag auch den letzten Parallel-Riesenslalom der Saison und ist mit 8260 Punkten zwei Rennen vor Schluss nicht mehr vom ersten Rang zu verdrängen.

Bereits am Samstag hatte Hofmeister als erste Deutsche die kleine Kristallkugel in dieser Disziplin geholt. Mit ihrem insgesamt sechsten Weltcupsieg krönte sie nun vorzeitig ihre überragende Saison. Kober, Olympiazweite von Turin 2006, hatte den Gesamtweltcup 2008/09 gewonnen. Weltmeisterin Selina Jörg (Sonthofen) liegt nach den Plätzen zwei und drei am Ufer des Ontariosees in der Gesamtwertung auf dem dritten Rang.

Bei den Männern schaffte es Stefan Baumeister (Aising-Pang) nach Rang neun am Vortag am Sonntag ebenfalls aufs Podest. Erst im Finale musste sich der zweimalige WM-Dritte dem russischen Weltmeister Dmitri Loginow geschlagen geben und feierte nach zwei dritten Plätzen im Parallel-Slalom sein bestes Resultat der Saison.

+++++1. März 2020+++++

Bobfahrer Friedrich gewinnt in Altenberg und ist Rekordweltmeister

Francesco Friedrich hat in seiner Heimat endgültig den Thron des Bobsports erobert. Der Sachse gewann am Sonntag bei der WM auf seiner Hausbahn in Altenberg auch das extrem enge Vierer-Rennen, führte dabei einen deutschen Dreifachsieg an und darf sich nun Rekordweltmeister nennen - gleichauf mit dem legendären Italiener Eugenio Monti, der seine Erfolge vor rund 60 Jahren gefeiert hatte.

"Das ist Wahnsinn, mit so einem Herzschlagfinale. Wir haben das gerade so über die Klinge gebracht", sagte Friedrich in der ARD: "Es war schon sehr schwierig bei den Bedingungen. Am Ende stand die 1. Das zählt."

Der Entscheidung war eines der engsten Rennen der vergangenen Jahre vorausgegangen. Nur fünf Hundertstel lag Friedrich nach vier Läufen vor Johannes Lochner, weitere 18 Hundertstel dahinter landete Nico Walther auf dem Bronzerang.

Noch enger war es 2017 zugegangen, als Friedrich und Lochner am Königssee zeitgleich Weltmeister wurden. Damals sorgte Walther als Dritter für den ersten Dreifachsieg in der mehr als 90-jährigen WM-Geschichte, in Altenberg wiederholte das Trio nun dieses Kunststück.

Doch alles wurde am Sonntag überstrahlt von diesem historischen Sieg des Sachsen, mit dem gleich einige Bestmarken fielen. Mit insgesamt neun Titeln insgesamt im Vierer und Zweier liegt Friedrich nun gleichauf mit Monti, zudem holte er wie einst die deutsche Bob-Ikone Andre Lange dreimal in Folge Vierer-Gold. Das dritte Doppel aus Zweier- und Vierer-Titel schaffte Friedrich als Erster.

Das alles ist bemerkenswert, aber wohl längst nicht das Ende der Geschichte. Friedrich ist erst 29, für einen Bob-Piloten ist das noch kein Alter. Die einzige große Bestmarke, die ihm noch fehlt, sind die vier Olympischen Goldmedaillen von Andre Lange. Gut möglich, dass Friedrich noch die Winterspiele in Peking 2022 und in Mailand 2026 bleiben, um das zu erreichen.

Ausgerechnet auf seiner Heimbahn in Altenberg sprach allerdings lange Zeit einiges dafür, dass Friedrichs WM-Serie endet. Schon zuvor hatte Bundestrainer Rene Spies das Vierer-Rennen zum Kampf um Hundertstel erklärt und dabei ausdrücklich die internationalen Größen eingeplant: Justin Kripps aus Kanada und den Letten Oskars Kibermanis.

Und schon zur Wettkampf-Halbzeit deutete sich ein Krimi an. Die ersten fünf Starter lagen innerhalb von neun Hundertstelsekunden, die Reihenfolge: Walther, Kibermanis, Lochner, Friedrich und Kripps - der Kanadier war zeitgleich mit Friedrich, musste nach Lauf zwei aber wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel aussteigen.

In Lauf drei spitzte sich das Geschehen weiter zu. Kibermanis fiel zurück, dafür rückten die drei Deutschen näher zusammen: Friedrich und Walther gleichauf an der Spitze, Lochner nur eine Hundertstelsekunde dahinter. Auffällig dabei, dass Friedrich tendenziell mehr Fahrfehler beging als seine beiden Gegner, dank seiner starken Startzeiten aber gleichauf lag.

"Das ist geil, was alle hier abliefern", sagte Lochner, "eine Hundertstel ist quasi nichts. Da darf man eigentlich nicht mehr drüber nachdenken, sonst geht es in die Hose. Kopf ausschalten und runter ins Ziel."

Das gelang dann wie so oft Friedrich am besten. Der letzte Lauf wurde zur Prüfung nicht nur im Kampf um Gold, zwei Schlitten aus dem hinteren Feld stürzten auf der schwierigen Bahn spektakulär, dazu setzte über dem Erzgebirge auch noch Regen ein, der sich wenig später in Schnee verwandelte. Pünktlich zum Finale kam Friedrich fehlerfrei durch die Eisrinne und war damit nicht zu schlagen.

Bob-Pilot Nico Walther hat nach dem Gewinn der Bronzemedaille im Viererbob bei den Weltmeisterschaften in Altenberg sein Karriereende bekanntgegeben. „Das war eine spezielle WM, nämlich meine letzte“, sagte der 29-Jährige nach der Siegerehrung am Sonntag. Walther hatte in einem spannenden Finale den dritten Platz hinter seinem Vereinskollegen aus Oberbärenburg, Francesco Friedrich, und dem Stuttgarter Johannes Lochner belegt.

Mit der Medaille, die er sich vor der WM erhofft hatte, glückte dem zweimaligen Vize-Weltmeister und Silbermedaillengewinner im Vierer bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang ein erfolgreicher Abschluss einer unglücklich begonnenen Saison. Noch vor dem Saisonstart war Walther mit seinem Bob beim Training in Altenberg gestürzt und hatte sich den Halswirbel angebrochen. „Mein Arzt hat mir gesagt, dass ich kurz vor der Querschnittslähmung stehe“, nannte Walther seine Beweggründe, „ich bin nicht mehr bereit, auf die letzte Hundertstel zu gehen. Es gibt wichtigeres als Sport.“

+++++1. März 2020+++++

Bob-Pilot Nico Walther erklärt Rücktritt

Bob-Pilot Nico Walther hat nach dem Gewinn der Bronzemedaille im Viererbob bei den Weltmeisterschaften in Altenberg sein Karriereende bekanntgegeben. „Das war eine spezielle WM, nämlich meine letzte“, sagte der 29-Jährige nach der Siegerehrung am Sonntag. Walther hatte in einem spannenden Finale den dritten Platz hinter seinem Vereinskollegen aus Oberbärenburg, Francesco Friedrich, und dem Stuttgarter Johannes Lochner belegt.

Mit der Medaille, die er sich vor der WM erhofft hatte, glückte dem zweimaligen Vize-Weltmeister und Silbermedaillengewinner im Vierer bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang ein erfolgreicher Abschluss einer unglücklich begonnenen Saison. Noch vor dem Saisonstart war Walther mit seinem Bob beim Training in Altenberg gestürzt und hatte sich den Halswirbel angebrochen. „Mein Arzt hat mir gesagt, dass ich kurz vor der Querschnittslähmung stehe“, nannte Walther seine Beweggründe, „ich bin nicht mehr bereit, auf die letzte Hundertstel zu gehen. Es gibt wichtigeres als Sport.“

+++++1. März 2020+++++

Eisschnellläuferin Claudia Pechstein verpasst WM-Finale

Unbeeindruckt von den heftigen Attacken des Bundestrainers hat Claudia Pechstein mit 48 Jahren ihre 24. Mehrkampf-WM über die Runden gebracht, ist aber wie schon in den Vorjahren deutlich an den Top 10 vorbeigelaufen. Für die Lichtblicke im deutschen Team sorgte bei der erstmals parallel ausgetragenen Sprint- und Mehrkampf-WM in Hamar der Inzeller Joel Dufter.

Mit Platz acht im Vierkampf-Klassement erzielte der 24-Jährige sein bislang bestes WM-Resultat und durfte nach dem ersten 1000 Metern als Zweiter zum ersten Mal in seiner Karriere das Podest besteigen. „Ich habe mich sehr gut motivieren können, nachdem ja die WM in Salt Lake City so bitter für mich verlief“, meinte Dufter, der vor 14 Tagen wegen eines Infekts nicht bei der Einzel-WM am Start stehen konnte.

Dennoch räumte Dufter ein, dass vier harte WM-Rennen an zwei Tagen für ihn „völlig ungewohnt“ waren und am Samstag ihren Tribut forderten. Daher war er als Zehnter im zweiten 1000-Meter-Rennen in 1:09,44 Minuten sogar 15 Hundertstel langsamer als Trainingsgefährte Nico Ihle, der Neunter wurde und im Vierkampf auf Platz zehn landete.

Claudia Pechstein, die für die formschwache Michelle Uhrig ohne Vorbereitung ins Feld gerutscht war, hatte mit dem WM-Ausgang nichts zu tun. Sie verpasste erwartungsgemäß das Finale über 5000 Meter und beendete ihre 24. Mehrkampf-WM - noch nie hatte eine Läuferin so viele WM-Teilnahmen verbuchen können - auf Platz 19.

„Andere wären nach den üblen Attacken des Bundestrainers vielleicht abgereist. Aber ich lasse mich nicht von Erik Bouwman beschmutzen“, erklärte Pechstein, warum sie der Bitte des Verbandes nachkam und den WM-Startplatz sicherte. Der Niederländer hatte Pechstein am Tag vor der WM heftig angegriffen, ihr „übertriebene Freundlichkeit“ vorgeworfen und der Berlinerin eine „boshafte doppelte Agenda“ und „nur Eigeninteressen“ unterstellt. Pechstein hatte sich sarkastisch für diesen „Motivationsschub“ bei Bouwman bedankt.

Beide Sprint-Titel gingen nach Japan: an Olympiasiegerin Miho Takagi und Tatsuya Shinhama, der damit eine 33 Jahre währende Durststrecke der Asiaten beendete. Zuletzt hatte Akira Kuroiwa 1987 für Japan die Sprint-WM gewonnen.

+++++1. März 2020+++++

Versöhnlicher Saisonabschluss für Rodler - Doppelsitzer und Julia Taubitz gewinnen Gesamtweltcup

Mit dem zufriedenstellenden Saisonende konnte Norbert Loch gut leben. „Ich freue mich über die Ergebnisse, weil es in der Saison doch Auf und Ab ging“, sagte der Rennrodel-Bundestrainer nach dem Weltcup-Finale am Königssee. Trotz des Umbruchs im Frauen-Team und der schwierigen Situation im starken und ausgeglichen Männer-Feld kann sich die Bilanz der deutschen Rodler durchaus sehen lassen. Zwei Weltcup-Gesamtsiege durch Julia Taubitz und den Doppelsitzern Toni Eggert/Sascha Benecken sowie der Sieg am Sonntag der Team-Staffel gingen am Ende an Deutschland. „Auch bei der WM konnten wir gut mithalten“, meinte der Bundestrainer. In Sotschi gab es zwei WM-Titel und insgesamt fünf Podestplätze.

Die Frauen und die Doppelsitzer bleiben die Sieggaranten im deutschen Rennrodelsport. Die Oberwiesenthalerin Julia Taubitz gewann am Samstag erstmals in ihrer Karriere den Gesamtweltcup und konnte damit die seit 22 Jahren andauernde Erfolgsserie der deutschen Frauen fortsetzen. Der 23-Jährigen genügte beim Finale am Königssee ein zweiter Platz hinter Teamkollegin und Überraschungssiegerin Anna Berreiter (Berchtesgaden). „Ich kann es noch gar nicht fassen. Das ist ein wundervolles Gefühl“, sagte Taubitz, die davon profitierte, dass die bislang Führende Russin Tatjana Iwanowa nur auf Rang sechs kam und im Gesamtklassement acht Punkte hinter Taubitz zurückfiel.

Bei den Doppelsitzern gab es den erwarteten deutschen Erfolg: Toni Eggert/Sascha Benecken (Ilsenburg/Suhl) gewannen nach dem WM-Titel in Sotschi auch das Gesamtklassement im Weltcup vor ihren Teamkollegen aus Berchtesgaden Tobias Wendl/Tobias Arlt. „Das war ein geiles Finale. Man ist in solchen Situationen auch schon ein bisschen unter Druck. Aber wir haben einen guten Job gemacht“, befand Eggert, der sich mit seinem Partner zum vierten Mal nacheinander den Sieg im Klassement sichern konnte.

Selbst Felix Loch, der in dieser Saison ohne Weltcupsieg blieb, war über seinen vierten Platz am Sonntag nicht unglücklich. „Damit kann ich in dieser Saison zufrieden sein“, sagte der sechsmalige Weltmeister, der sich zum Abschluss mit Berreiter und Eggert/Benecken den Sieg in der Staffel sicherte.

++++1. März 2020+++++