Wintersport-Saison 2019/20: Nicole Schott bei Eiskunstlauf-EM nur 14. im Kurzprogramm

Wintersport-Telegramm 2019/20 : Skeleton-Weltmeisterin Hermann gewinnt vor Lölling - Keisinger stark

Die Wintersport-Saison 2019/20 ist im vollem Gange. In unserem Wintersport-Telegramm halten wir Sie über die Wintersport-Saison auf dem Laufenden.

Die deutschen Skeletonpiloten haben beim Heimweltcup in Königssee die Plätze eins bis drei geholt. Weltmeisterin Tina Hermann siegte auf ihrer Hausbahn und verbesserte mit 51,24 Sekunden den Bahnrekord von Jacqueline Lölling um vier Hundertstelsekunden. Damit verwies sie am Freitag die Olympia-Zweite von der RSG Hochsauerland mit 0,18 Sekunden Vorsprung auf Rang zwei. Dritte wurde die Russin Elena Nikitina. Die Suhlerin Sophia Griebel kam auf Platz sieben.

„Ich hatte den inoffiziellen Bahnrekord schon, bin hier mal 51,19 Sekunden gefahren. Mir bedeutet der Rekord auf der Heimbahn viel. Aber Jacqueline fährt hier auch sehr stark, es macht Spaß, sich mit ihr zu battlen“, sagte Hermann, während Lölling meinte: „Das Eis war extrem hart, noch einmal einen Zacken knackiger.“

Bei den Männern fuhr der Königsseer Felix Keisinger nach einem Patzer im ersten Lauf ein Klasse-Finale. Mit Bestzeit im zweiten Durchgang verbesserte sich der 22-Jährige von Rang zwölf auf Platz drei. Nach zwei Läufen hatte der Junioren-Weltmeister 0,39 Sekunden Rückstand auf den siegreichen Russen Alexander Tretjakow. Zweiter wurde Olympiasieger Yun Sungbin aus Südkorea, der im ersten Lauf den drei Jahre alten Bahnrekord von Gassner um drei Hundertstelsekunden auf 49,98 Sekunden schraubte. Gassner wurde mit einer Hundertstel Rückstand Fünfter hinter Axel Jungk vom BSC Sachsen Oberbärenburg, der wiederum eine Hundertstel hinter Keisinger war.

„Es ist unglaublich, im ersten Lauf passiert mir hier ein Fehler. Ich fahre hier die Bahn runter, seit ich elf Jahre alt bin. Dieser Fehler ist mir in den letzten zehn Jahren vielleicht zweimal passiert. Da war ich fix und fertig“, sagte Keisinger und betonte: „Jetzt bin ich einfach nur glücklich.“.

+++++24. Januar 2020+++++

Schott bei Eiskunstlauf-EM nur 14. im Kurzprogramm

Ein gequältes Lächeln, ein scheues Winken und hängende Schultern: Eine enttäuschte Nicole Schott hat bei den Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Graz einen nicht eingeplanten Fehlstart hingelegt. Nach zwei Patzern im Kurzprogramm geht die Sportsoldatin aus Essen nur als 14. in die Kür-Entscheidung am Samstag (18.30 Uhr).

Wie erwartet machen an der Spitze drei russische Läuferinnen den Titel in der Steiermark-Halle unter sich aus. Rang eins eroberte Grand-Prix-Siegerin Alena Kostornaja vor Anna Scherbakowa und Alexandra Trusowa. Selbst in den Medaillenkampf dürfte keine andere Läuferin mehr eingreifen können.

"Ich bin natürlich nicht zufrieden. Aber ich werde in meiner Kür ganz sicher kämpfen. Die Läuferinnen um mich herum liegen alle eng beieinander, zu Platz sieben sind es gerade einmal etwas mehr als drei Punkte", sagte Schott mit einem Blick auf die Ergebnisliste.

Von dem hochüberlegenen Trio aus Russland indes war sie meilenweit entfernt. Leicht gehandicapt von einer Leistenverletzung landete die fünfmalige deutsche Meisterin ihre Kombination aus dreifachem Toe-Loop und dreifachem Toe-Loop unsauber. Der dreifache Rittberger war unterrotiert, auch dafür gab es Punktabzüge. Sie konnte somit nicht dem guten Beispiel des deutschen Meisters Paul Fentz aus Berlin folgen, der in der Herren-Konkurrenz als Achter positiv überrascht hatte.

Da half es der 23-Jährigen auch wenig, dass sich zur ansprechenden Choreographie ein sauberer Doppelaxel gesellte. Es wird für Schott nun nicht ganz leicht werden, sich in der Kür noch unter die Top Ten zu schieben. Nur in diesem Falle wäre bei den europäischen Titelkämpfen 2021 in Zagreb eine zweite deutsche Läuferin startberechtigt.

Auch für sie persönlich könnte ein schwaches Abschneiden bei der EM in Österreich unangenehme Folgen haben. Bei einer Platzierung jenseits von Rang zwölf wäre Schott nicht automatisch für die Weltmeisterschaften im März im Montreal qualifiziert, sondern müsste sich einer internen Ausscheidung stellen.

+++++24. Januar 2020+++++

Deutsche Shorttracker wahren Chance auf EM-Medaillen

Die deutschen Shorttracker haben im ungarischen Debrecen einen guten Start in die Europameisterschaft hingelegt. Hoffnungsträgerin Anna Seidel qualifizierte sich am Freitag in der Fönix Hall über 500 Meter für das Viertelfinale und steht über 1500 Meter im Halbfinale, lediglich über 1000 Meter schied die 21-Jährige in der ersten Runde nach einem unglücklichen Sturz aus. Damit wahrte die zweimalige Olympiateilnehmerin die Chance auf Einzelmedaillen.

Ihre Dresdner Vereinsgefährtin Gina Jacobs schaffte mit einem beherzten Lauf über 1500 Meter ebenfalls den Einzug ins Semifinale. Bei den Herren erreichte der Rostocker Adrian Lüdtke über 500 Meter die nächste Runde. Zum Abschluss des ersten Tages kämpften sich beide deutsche Staffeln ins Halbfinale.

+++++23. Januar 2020+++++

Deutsches Eistanzpaar Müller/Dieck verpatzt EM-Auftakt

Das deutsche Eistanzpaar Katharina Müller/Tim Dieck hat einen enttäuschenden Einstand bei den Europameisterschaften in Graz erlebt. Im Rhythmischen Tanz am Mittwoch kam das Duo aus Dortmund mit 61,42 Punkten nicht über den 18. Platz hinaus, erreichte immerhin aber noch das Kür-Finale am Samstag (13.25 Uhr).

Grund für die geringe Wertung ihres Vortrags war ein Sturz des 23-jährigen Dieck bei einer Schrittkombination. „Ich weiß nicht, was passiert ist. So etwas ist mir noch nie passiert“, sagte er nach dem Patzer. „Wir laufen nun die Kür für das Publikum und für uns“, meinte Partnerin Müller.

Die Hoffnung, einen Platz unter den besten zwölf Paaren zu erreichen und sich damit das Ticket für die WM im März in Montreal zu sichern, ist nicht mehr möglich. Müller/Dieck müssen nun aller Voraussicht nach in einer internen Qualifikation nach der EM mit Jennifer Janse van Rendsburg/Benjamin Steffan (Oberstdorf/Chemnitz) um den WM-Start kämpfen.

Auf Titelkurs liegen die Franzosen Gabriella Papadakis und Guillaume Cizeron, die mit 88,78 Punkten führen. Die vierfachen Weltmeister und Olympia-Zweiten können ihren sechsten EM-Titel gewinnen. Auf Platz zwei liegen die Russen Victoria Sinitsina/Nikita Katsalapow (88,73) vor Charlene Guignard/Marco Fabri aus Italien (84,66).

+++++22. Januar 2020+++++

Paul Fentz überrascht bei Eiskunstlauf-EM als Sechster

Starker Start und strahlende Gesichter: Weit erfolgreicher als erwartet haben für die deutschen Eiskunstläufer die Europameisterschaften in Graz begonnen. Die deutschen Paarlauf-Meister Minerva-Fabienne Hase und Nolan Seegert dürfen nach Rang fünf im Kurzprogramm sogar zart von einem Medaillengewinn träumen.

Das Duo aus Berlin sammelte mit einem starken Vortrag 70,43 Punkte und geht aus einer glänzenden Position heraus in die Kürentscheidung am Freitag (19.00 Uhr). Im Schatten der letztjährigen EM-Sechsten lieferten die deutschen Vize-Meister Annika Hocke und Robert Kunkel (Berlin) als Siebte ein beeindruckendes gemeinsames EM-Debüt ab.

"Wir sind überglücklich, dass wir zum ersten Mal die 70 Punkte geknackt haben", sagte Hase. Hocke/Kunkel trainieren erst seit neun Monaten gemeinsam und hatten schon im Dezember mit einem sechsten Platz beim Finale des Junioren-Grand-Prix für Aufsehen gesorgt. Die mit Abstand stärkste Kurzkür präsentierten Alexandra Boikowa und Dimitri Koslowski aus Russland.

Mit dem besten Kurzprogramm seiner Karriere war Fentz am Nachmittag nahezu optimal gestartet. Der 27 Jahre alte Berliner geht mit einer persönlichen Bestleistung von 80,41 Punkten als überraschender Sechster in den Kür-Wettbewerb am Donnerstag (18.30 Uhr) und ließ bei seinem gelungenen Auftritt mehrere höher eingeschätzte Konkurrenten hinter sich.

An die Spitze setzte sich Routinier Michal Brezina aus Tschechien (89,77), dem 29-Jährigen am nächsten kamen die beiden Russen Dimitri Alijew (88,45) und Artur Danieljan (84,63). Titelverteidiger Javier Fernandez aus Spanien hatte seine Wettkampfkarriere im vergangenen Jahr beendet.

Der dreimalige deutsche Meister Fentz begann seine Kurzkür mit einem sauberen vierfachen Toe-Loop, auch an seinem dreifachen Axel hatten die Preisrichter wenig auszusetzen. Nicht am Optimum hingegen war der dreifache Lutz, dem er nur einen doppelten Toe-Loop folgen lassen konnte. Dennoch klopfte ihm seine Trainerin Romy Oesterreich anschließend anerkennend auf den Rücken.

"Mein Ziel ist ganz klar ein Top-Ten-Platz, um einen zweiten deutschen Startplatz für die EM 2021 zu sichern", sagte Fentz, der sich in der Steiermarkhalle auch von einem Problem an seinem rechten Schlittschuh nicht stoppen ließ: Beim Training war eine Öse gebrochen und musste neu fixiert werden.

Die europäischen Titelkämpfe werden am Donnerstag (12.00 Uhr/ONE) mit dem Rhythmustanz der Eistänzer fortgesetzt. Für die Deutsche Eislauf-Union (DEU) starten die deutschen Meister Katharina Müller und Tim Dieck aus Dortmund.

+++++23. Januar 2020+++++

Snowboarder Noah Vicktor bei Weltcup-Finalpremiere auf Rang 13

Der deutsche Snowboarder Noah Vicktor ist im ersten Finale seiner Weltcup-Karriere 13. des Slopestyle-Events auf der Seiseralm geworden. Der Sportler aus Bischofswiesen in Oberbayern war am Donnerstag als Zweitbester der Qualifikation in den entscheidenden Wettkampf in Südtirol gegangen, konnte da seine überragende Leistung aber nicht wiederholen. Am Mittwoch hatte er noch 91,75 Punkte geholt - mit diesem Ergebnis hätte er im Finale souverän gewonnen. Der 18-Jährige bestreitet seine erste komplette Saison im Weltcup.

++++++22. Januar 2020+++++

Zu wenig Schnee – Snowboard-Weltcup am Feldberg abgesagt

Der milde Winter auch in den deutschen Höhenlagen fordert seinen Tribut: Der Internationale Skiverband FIS hat den Weltcup der Snowboardcrosser am Feldberg (31. Januar bis 2. Februar) abgesagt. Das teilten die Veranstalter am Mittwoch mit. Die Schneehöhe reiche für eine Durchführung der Wettbewerbe nicht aus. Der Skibetrieb im Liftverbund Feldberg laufe jedoch weiter.

+++++19. Januar 2020+++++

Friedrich gewinnt auch Viererbob-Weltcup in Innsbruck

Francesco Friedrich ist derzeit nicht zu schlagen: Der Doppel-Olympiasieger und -Weltmeister hat im Bob-Weltcup erneut das Double geschafft. Eine Woche nach seinem Doppelsieg in La Plagne gewann der 29-jährige Pilot vom BSC Sachsen Oberbärenburg auch in Innsbruck-Igls beide Rennen. Mit seiner Crew Candy Bauer, Martin Grothkopp und Alexander Schüller setzte er sich im Vierer am Sonntag mit 0,33 Sekunden Vorsprung vor Europameister Johannes Lochner durch, der für den BS Solitude Stuttgart fährt.

„Schade, dass die Konkurrenz so einen kleinen Hänger in dieser Woche hatte. Ich hoffe, spätestens in Königssee und dann eine Woche später in St. Moritz kommen die anderen Teams mit den besten Startzeiten wieder zurück“, kritisierte Friedrich die fehlende Gegenwehr der anderen Nationen.

Den deutschen Dreifacherfolg verhinderte US-Pilot Hunter Church als Überraschungsdritter vor Nico Walther. Der Olympia-Zweite aus Oberbärenburg stürzte in der Zielkurve und kam auf der Seite liegend erst auf dem Beton am Ende der Bahn zum Stehen. Stocksauer und anklagend zeigte er den Verantwortlichen des Weltverbandes IBSF einen Vogel. „Ich bin enttäuscht, dass hier einfach nichts unternommen wird, das Problem besteht hier seit Jahren. Hier muss erst etwas Schlimmes passieren, ehe gehandelt wird“, meinte Walther angesichts der schwierigen Zielpassage. Allerdings stürzte er da als Einziger.

Am Vortag hatte Friedrich mit Stammanschieber Thorsten Margis auch im Zweier-Bob gewonnen. Vereinskollege Richard Oelsner kam mit Tobias Schneider auf Rang drei und unterstrich mit dem ersten Weltcup-Podiumsplatz seiner Karriere seine Ambitionen im Kampf um das Zweierbob-Ticket für die Heim-WM ab 20. Februar in Altenberg.

„Im zweiten Lauf haben wir mal gezeigt, was wir können. Es war hier der sechste Sieg in Folge mit Thorsten, egal ob Weltcup oder WM, daher ist es auch hier fast wie eine Hausbahn“, sagte Friedrich, der seinen dritten Saisonsieg hintereinander einfuhr.

Im fünften Rennen holte Olympiasiegerin und Weltmeisterin Mariama Jamanka ihren ersten Weltcupsieg. Mit Annika Drazek gewann sie dank Startbestzeiten und guten Fahrten mit 0,19 Sekunden Vorsprung vor den Winterbergerinnen Laura Nolte und Erline Nolte. „Klar bin ich erleichtert, ich hatte mir in dieser Saison etwas mehr erhofft und bisher lief es ja nicht so gut“, sagte Jamanka.

+++++19. Januar 2020++++

Deutsches Debakel bei Rodel-EM

Die deutschen Rodler um den einstigen Dominator Felix Loch haben vier Wochen vor der WM ein Debakel bei der Europameisterschaft erlebt. Johannes Ludwig (Oberhof) war am Sonntag in Lillehammer als Achter noch bester Deutscher, Rekordweltmeister Loch (Berchtesgaden) landete nach einem völlig verpatzten ersten Lauf nur auf dem indiskutablen 14. Rang. Der Italiener Dominik Fischnaller sicherte sich seinen ersten EM-Titel vor den beiden Russen Semen Pawlitschenko und Roman Repilow.

"Ich hatte einen Riesenfahrfehler drin, und mit so einem hat man keine Chance mehr", sagte Loch im ZDF: "Vielleicht habe ich auch beim Schlitten-Setup nicht alles richtig gemacht." Der zweite Durchgang hatte für den zweimaligen Olympiasieger damit nur noch den Charakter eines "Trainingslaufs" mit Blick auf die WM, so Loch.

Die EM war zugleich fünfte Weltcup-Station des Winters, in diesem sind die deutschen Männer damit weiterhin ohne Sieg. Repilow führt die Gesamtwertung souverän an. Der Mannschaft von Bundestrainer Norbert Loch dürfen auch für die WM in Sotschi (14. bis 16. Februar) nur Außenseiterchancen eingeräumt werden, weil die ohnehin formstarken Russen dort den Heimvorteil genießen.

Bei den Frauen schultert Vize-Weltmeisterin Julia Taubitz (Oberwiesenthal) die Last der Alleinunterhalterin weiter recht eindrucksvoll. Die 23-Jährige sicherte sich am Samstag EM-Silber hinter Tatjana Iwanowa und liegt auch in der Weltcup-Gesamtwertung in Schlagdistanz zur Russin. Taubitz trägt in diesem Jahr die Hoffnungen, da Natalie Geisenberger und Dajana Eitberger (beide Babypause) fehlen. Tatjana Hüfner hat ihre Karriere beendet.

Die sonst schier unschlagbaren Doppelsitzer leisten sich kurz vor der WM bedenkliche Ausrutscher. Die Olympiasieger Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee) wurden am Samstag nur Siebte, für die Weltmeister Toni Eggert/Sascha Benecken (Ilsenburg/Suhl) reichte es nur zu Platz acht. Das russische Duo Alexander Denisew/Wladislaw Antonow holte sich den EM-Titel. In der abschließenden Teamstaffel verpasste Deutschland als Vierter gar das Podest.

+++++19. Januar 2020+++++

Keine Top-10-Plätze für Langläufer

Die deutschen Langläufer haben eine Woche vor der WM-Generalprobe in Oberstdorf absolute Top-Platzierungen verpasst. Bei den Verfolgungsrennen im tschechischen Nove Mesto schaffte es am Sonntag kein Athlet des Deutschen Skiverbandes (DSV) unter die besten Zehn. Katharina Hennig zeigte aber eine gute Leistung und lief als beste Deutsche von Platz 22 auf Rang elf. Bei den Männern war Florian Notz als 16. bester DSV-Starter.

Die Siege über 10 beziehungsweise 15 Kilometer in der klassischen Technik sicherten sich die in einer eigenen Liga laufende Norwegerin Therese Johaug sowie der Russe Alexander Bolschunow. Die beiden Weltcup-Gesamtführenden hatten bereits die Rennen am Samstag in der freien Technik für sich entschieden.