Wintersport-Saison 2019/20: Deutsche Team-Staffel siegt zum Abschluss der Rodel-WM

Wintersport-Telegramm 2019/20 : Deutsche Team-Staffel siegt zum Abschluss der Rodel-WM

Die Wintersport-Saison 2019/20 ist im vollem Gange. In unserem Wintersport-Telegramm halten wir Sie über die Wintersport-Saison auf dem Laufenden.

Die deutschen Rodler haben zum Abschluss der Weltmeisterschaft in Sotschi in der Team-Staffel den Titel gewonnen und somit für einen versöhnlichen Abschluss bei den Titelkämpfen in Russland gesorgt. Die Mannschaft um Julia Taubitz, Johannes Ludwig und die Doppelsitzer Toni Eggert/Sascha Benecken siegte vor Lettland und den USA. Sie profitierte davon, dass die favorisierten Russen disqualifiziert wurden.

+++++16. Februar 2020+++++

Loch ohne Podestplatz

Die deutschen Rodler um den erneut enttäuschenden Titelverteidiger Felix Loch haben bei der WM in Sotschi die erhoffte Medaille verpasst. Beim Triumph des russischen Favoriten Roman Repilow auf seiner Heimbahn fuhr Johannes Ludwig (Oberhof) als bester Deutscher auf den vierten Rang. Loch (Berchtesgaden) war indes chancenlos und kam nicht über Platz neun hinaus.

"Es ist sehr, sehr ärgerlich, es hat einfach nicht funktioniert", sagte Loch im ZDF: "Mein Start war nicht gut, aber wir müssen uns in einigen Dingen hinterfragen. Auch mit unserem Material stimmt etwas nicht, so können wir nicht weitermachen. Sonst fahren die anderen uns weiter um die Ohren."

Silber und Bronze ging an Österreich, Jonas Müller wurde Zweiter vor Ex-Weltmeister Wolfgang Kindl. Ludwig hatte einen starken ersten Lauf hingelegt und lag zunächst auf Bronzekurs. Ein Fehler am Start des zweiten Durchgangs warf ihn dann zurück. Loch war am Sonntag dagegen nie auf Augenhöhe mit der Weltspitze. Der zweimalige Olympiasieger ist in diesem Winter weiterhin ohne Sieg und hält nun keinen großen Titel mehr.

Am Samstag hatte sich Julia Taubitz (Oberwiesenthal) nur der Russin Jekaterina Katnikowa geschlagen geben müssen und ist damit erneut Vize-Weltmeisterin. Für die deutschen Rodler war dieses Wochenende dennoch ein Einschnitt: Erstmals seit 1993 in Calgary bleiben sie bei einer Weltmeisterschaft ohne Goldmedaille in den Einzeldisziplinen. Angesichts der neuen Stärke des russischen Teams und der Probleme bei Loch und Co. kam ein solches Ergebnis in Sotschi nicht mehr unerwartet.

Auf die Doppelsitzer war dagegen auch auf der Bahn der Winterspiele 2014 Verlass. Toni Eggert/Sascha Benecken (Ilsenburg/Suhl) verteidigten ihren Titel am Samstag erfolgreich, die Olympiasieger Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee) holten Bronze. In den nicht-olympischen Sprints am Freitag hatten Wendl/Arlt mit Bronze die einzige deutsche Medaille geholt.

Hafer verpasst EM-Bronze im Zweierbob - Friedrich holt Gesamtweltcup

In Abwesenheit des Bob-Dominators Francesco Friedrich ist Christoph Hafer bei der EM im lettischen Sigulda zu Bronze gefahren. Der 27-Jährige aus Bad Feilnbach belegte beim Sieg des Lokalmatadors Oskars Kibermanis als bester Deutscher den vierten Rang, kletterte in der EM-Wertung aufgrund des auf Rang drei platzierten Olympiasiegers Justin Kripps aus Kanada aber um eine Position nach oben.

Friedrich hatte nach seinem vorzeitigen Triumph im Gesamtweltcup am Samstag die Heimreise angetreten, um sich gezielter auf die anstehende Heim-WM in Altenberg vorzubereiten. Nico Walther (Oberbärenburg) und Johannes Lochner (Stuttgart) hatten sogar auf beide Rennen beim Weltcup-Finale, bei dem gleichzeitig die EM-Medaillen verteilt wurden, verzichtet.

Das verschaffte Hafer die Chance. Nach dem guten dritten Rang nach dem ersten Lauf fiel er mit Anschieber Christian Hammers noch auf den vierten Platz zurück. Max Illmann (Oberbärenburg) belegte mit Eric Strauss in der EM-Wertung den 14. Platz. "Mit dem ersten Lauf bin ich zufrieden, mit dem zweiten natürlich nicht. Nichtsdestotrotz bin ich mit Bronze bei der EM zufrieden. Wir hätten vorne aber gerne noch einmal angegriffen", sagte Hafer.

Am Vortag hatte Friedrich (Oberbärenburg) mit Anschieber Martin Grothkopp als Zweiter hinter Lokalmatador Kibermanis den Gewinn der Kristallkugel perfekt gemacht. Friedrich gewann vier der acht Zweier-Rennen des Winters, wie schon 2017 und 2019 war er über die Saison damit der konstanteste Fahrer im Weltcup.

Der Ausnahmeathlet ist Olympiasieger, Weltmeister und Gesamtweltcupsieger im Zweier und im Vierer, er dürfte auf seiner Hausbahn kaum zu schlagen sein. Im kleinen Schlitten winkt der sechste WM-Titel in Serie, das hat in der Geschichte des Bobsports noch niemand geschafft.

Friedrichs härteste Rivalen im Osterzgebirge dürften aus dem eigenen Lager kommen. Walther kennt die Bahn ebenfalls bestens, Lochner ist neben Kibermanis der einzige, der Friedrich in diesem Winter im Zweier geschlagen hat.

+++++16. Februar 2020+++++

Skeleton: Dämpfer für Hermann und Lölling vor Heim-WM

Die deutschen Skeleton-Frauen haben bei der Generalprobe für die WM in Altenberg (27. Februar bis 1. März) enttäuscht. Sophia Griebel (Suhl) fuhr im EM-Rennen im lettischen Sigulda beim Sieg der Russin Jelena Nikitina als beste deutsche Pilotin auf den siebten Rang. Am Tag zuvor hatte immerhin Junioren-Weltmeister Felix Keisinger (Königssee) für eine Überraschung gesorgt und die Bronzemedaille gewonnen.

Die Olympia-Zweite Jacqueline Lölling (Winterberg) blieb als Achte hinter den Erwartungen zurück. Weltmeisterin Tina Hermann (Königssee), die nach dem ersten Lauf als Dritte noch auf Podestkurs gelegen hatte, fiel nach einem Fahrfehler sogar auf den 15. Rang zurück. Die Frauen verpassten damit erstmals seit Dezember 2017 das Podest in einem Weltcup-Rennen.

Das Rennen auf der Bahn nahe der Hauptstadt Riga waren zugleich das Weltcup-Finale, in welchem Lölling ihre Führung in der Gesamtwertung erfolgreich verteidigte und zum dritten Mal die Kristallkugel gewann. Hermann schloss das Gesamtklassement auf dem vierten Platz ab, Griebel wurde Zehnte.

"Ich hätte mir ein besseres Ergebnis gewünscht. Das Rennen war eines meiner schlechtesten. Umso erleichterter bin ich, dass es auf den letzten Metern doch noch gereicht hat. Ich habe den Gesamtweltcup, das überstrahlt das schlechte Rennen", sagte Lölling.

Der 22-jährige Keisinger war am Samstag hinter den Brüdern Martins und Tomass Dukurs, die auf ihrer Heimbahn deutlich dominierten, auf dem dritten Platz gelandet. Für Martins Dukurs war es der elfte EM-Titel in Serie, er ist mit großem Abstand Rekord-Europameister. Alexander Gassner (Winterberg) wurde EM-Fünfter hinter Alexander Tretjakow aus Russland.

In der Weltcupwertung schob sich der südkoreanische Olympiasieger Yun Sung-bin auf den dritten Rang noch vor Keisinger. Martins Dukurs sicherte sich auch den Sieg im Gesamtweltcup vor Titelverteidiger Tretjakow, für den 35-Jährigen ist es die neunte Kristallkugel.

Axel Jungk, im vergangenen Jahr Vize-Europameister, hatte auf EM und Weltcup-Finale verzichtet, um sich intensiv auf die Heim-WM vorzubereiten. Keisinger feierte indes eine vielversprechende Generalprobe, auch die Weltcup-Gesamtwertung schließt er als Vierter als bester Deutscher ab.

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Norwegens Langläufer prägen Ski-Tour-Auftakt - Deutsche nicht dabei

Die norwegischen Langläufer haben den Auftakt der Ski-Tour im schwedischen Östersund dominiert. Nach zwei Siegen von Sjur Roethe und Therese Johaug am Samstag setzten sich am Sonntag in der 15-Kilometer-Verfolgung der Norweger Paal Golberg und erneut Johaug durch und sorgten damit für ein perfektes Wochenende der Langlauf-Nation. Der 29-Jährige bezwang im Schlussspurt seinen russischen Widersacher Alexander Bolschunow, Rang drei belegte der Norweger Martin Loewstroem Nyenget. Bei den Frauen siegte Johaug erneut, ihre beiden Teamkolleginnen Heidi Weng und Ingvild Flugstad Östberg komplettierten das Podest.

Bei der Ski-Tour werden an neun Tagen sechs Wettkämpfe an vier verschiedenen Austragungsorten veranstaltet. Die deutschen Langläufer von Bundestrainer Peter Schlickenrieder haben auf eine Teilnahme bei dem neu eingeführten Event verzichtet und absolvieren stattdessen ein Training in der Heimat.

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+++++15. Februar 2020+++++

Francesco Friedrich gewinnt Gesamtweltcup im Zweierbob

Zweierbob-Olympiasieger Francesco Friedrich (Oberbärenburg) hat auf dem Weg zu seiner Heim-WM den vorzeitigen Triumph im Gesamtweltcup perfekt gemacht. Dem 29-Jährigen mit Anschieber Martin Grothkopp reichte am Samstag im lettischen Sigulda dazu ein zweiter Rang hinter Lokalmatador Oskars Kibermanis. Dritter wurde der kanadische Co-Olympiasieger Justin Kripps. Friedrich gewann vier der bislang sieben Zweier-Rennen des Winters, wie schon 2017 und 2019 gewinnt er damit die Kristallkugel des Saisonbesten.

Am Sonntag steht in Sigulda noch das Weltcup-Finale an, in dem zugleich der Europameister ermittelt wird. Anschließend geht es in Friedrichs sächsischer Heimat weiter, wo ab dem kommenden Wochenende in Altenberg die Bob-Weltmeisterschaften steigen. Friedrich ist Olympiasieger, Weltmeister und Gesamtweltcupsieger im Zweier und im Vierer, er dürfte auf seiner Hausbahn kaum zu schlagen sein. Im kleinen Schlitten winkt der sechste WM-Titel in Serie, das hat in der Geschichte des Bobsports noch niemand geschafft.

Friedrichs härteste Rivalen im Osterzgebirge dürften aus dem eigenen Lager kommen. Nico Walther (Oberbärenburg) kennt die Bahn ebenfalls bestens, Johannes Lochner (Stuttgart) ist neben Kibermanis der einzige, der Friedrich in diesem Winter im Zweier geschlagen hat. Walther und Lochner lassen das Wochenende in Sigulda aus, um sich gezielter auf die WM vorzubereiten.

Stattdessen waren Christoph Hafer (Bad Feilnbach) und Max Illmann (Oberbärenburg) am Start. Hafer holte mit Anschieber Christian Hammers Rang zwölf, Illmann wurde mit Eric Strauss nach einem Sturz im ersten Lauf nur 18. und damit Drittletzter.

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Pechstein WM-Achte über 5000 Meter - Woronina läuft Weltrekord

Claudia Pechstein hat bei den Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften in Salt Lake City mit Platz acht auf ihrer Spezialstrecke über 5000 Meter überzeugt. In ihrem 53. Rennen bei Einzelstrecken-Weltmeisterschaften unterbot die fünfmalige Olympiasiegerin in 6:55,01 Minuten am Samstag zum ersten Mal in dieser Saison die 7-Minuten-Marke und kämpfte auf der Schlussgeraden ihre Laufgegnerin Sofie Haugen aus Norwegen nieder.

Für eine Überraschung sorgte die Russin Natalja Woronina, die in Weltrekordzeit von 6:39,02 Minuten Martina Sablikova entthronte. Die Tschechin hatte zuvor in 6:41,18 ihren alten Weltrekord schon um 0,83 Sekunden gedrückt. Sablikova hatte zwei Tage zuvor auch die 3000 Meter für sich entschieden und ihren 16. WM-Titel erkämpft. Bronze ging an Olympiasiegerin Esmee Visser aus den Niederlanden.

Pechstein, die älteste Athletin in der WM-Geschichte, erfüllte sich ihr WM-Ziel mit neun aufeinanderfolgenden Rundenzeiten unter 33 Sekunden, lag dann zweimal knapp über dieser Marke und steigerte sich erneut im Schlussspurt, was vielen jüngeren Läuferinnen im Utah Olympic Oval nicht gelang.

Zwei Tage zuvor war Pechstein über 3000 Meter Elfte gewesen. Am Sonntag ist die Hauptstädterin auch für den WM-Massenstart qualifiziert.

+++++15. Februar 2020+++++

WM-Silber für Taubitz – Russin Katnikowa erstmals Weltmeisterin

Die beste deutsche Rennrodlerin Julia Taubitz hat ihren ersten WM-Titel verpasst. Bei den Weltmeisterschaften in Sotschi kam die 23-Jährige nach ihrem vierten Platz im Sprint wie im Vorjahr auf Rang zwei und sicherte dem deutschen Rodel-Team damit eine weitere Medaille. Titelträgerin wurde die Russin Jekatarina Katnikowa, die am Tag zuvor schon Sprint-Weltmeisterin wurde. Viktoria Demtschenko aus Russland wurde Dritte.

Damit wurde die Erfolgsserie der deutschen Rodlerinnen gestoppt: Erstmals seit 2009 stellt der deutsche Bob- und Schlittenverband nicht die WM-Siegerin. Das russische Team hingegen nutzte seinen Heimvorteil fast optimal und gewann bislang vier WM-Titel in fünf Wettbewerben. Die WM-Debütantinnen Anna Berreiter und Cheyenne Rosenthal aus Winterberg kamen auf die Plätze sechs und acht.

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Johaug und Roethe feiern Siege

Die Norwegerin Therese Johaug und ihr Landsmann Sjur Roethe haben den Auftakt der neuen Ski-Tour der Langläufer in Skandinavien für sich entschieden. Johaug düpierte die Konkurrenz am Samstag in Östersund regelrecht und nahm ihren Landsfrauen Heidi Weng (45,6 Sekunden) und Ingvild Flugstad Östberg (47,3 Sekunden) auf den 10 Kilometern in der freien Technik viel Zeit ab. Bei den Männern siegte Roethe über 15 Kilometer vor seinem norwegischen Landsmann Simen Hegstad Krüger und Finn Haagen Krogh, der Norwegens zweiten Dreifach-Erfolg innerhalb weniger Stunden komplettierte.

Bei der Ski-Tour werden an neun Tagen sechs Wettkämpfe an vier verschiedenen Austragungsorten veranstaltet. Die deutschen Langläufer von Bundestrainer Peter Schlickenrieder sind nicht dabei und absolvieren stattdessen ein Training in der Heimat.

+++++15. Februar 2020+++++

WM-Gold für deutschen Rodel-Doppelsitzer Eggert/Benecken

Die Rodel-Doppelsitzer Toni Eggert und Sascha Benecken (Ilsenburg/Suhl) haben ihren dritten WM-Titel in Serie gefeiert. Bei den Weltmeisterschaften in Sotschi setzten sich die Thüringer am Samstag vor den Russen Alexander Denisew/Wladislaw Antonow durch, die auf ihrer Heimbahn gut eine Zehntelsekunde Rückstand hatten. Die Olympiasieger Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee) landeten nach zwei Läufen auf dem dritten Rang (+0,142).

Das dritte deutsche Duo Robin Geueke/David Gamm (beide Winterberg/+0,754) belegte den neunten Platz. Mit der Fortsetzung ihrer Siegesserie auf WM-Niveau zeigten Eggert/Benecken erneut, dass sie in den vergangenen Jahren tendenziell stärker sind als die ewigen Rivalen Wendl/Arlt. Der Gesamtweltcup ging zuletzt ebenfalls dreimal nach Thüringen, auch in dieser Saison führen die beiden das Klassement auf der Zielgeraden an. Auf der größten Bühne hatten aber Wendl/Arlt zweimal die Nase vorn: Olympia-Gold ging 2014 und 2018 an die Bayern.

+++++15. Februar 2020+++++

Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft wählt Ende März neuen Präsidenten

Auf einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft wird am 28. März das neue Führungsgremium des Verbandes gewählt. Das geht aus der offiziellen Einladung des Verbandes an die Vereine und Landesverbände hervor. Danach wird die Mitgliederversammlung ab 12.30 Uhr in der Erfurter Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle stattfinden.

Bisher hat sich nur Claudia Pechsteins Lebensgefährte Matthias Große um das Präsidentenamt beworben. Der Berliner Immobilien-Unternehmer hat als Devise ausgegeben, den finanziell angeschlagenen Verband retten zu wollen. Er stellt dafür über Sponsoren eine hohe sechsstellige Summe in Aussicht.

Zum Rumpfpräsidium gehören nach den überraschenden Rücktritten von Präsidentin Stefanie Teeuwen und Vizepräsident Hubert Graf vor Saisonbeginn nur noch Vizepräsident Uwe Rietzke und Schatzmeister Dieter Wallisch.

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Skeletoni Felix Keisinger gewinnt EM-Bronze - Martins Dukurs siegt