Wintersport-Saison 2019/20: Bobpilot Francesco Friedrich nimmt Revanche und gewinnt vor Lochner

Wintersport-Telegramm 2019/20 : Bobpilot Friedrich nimmt Revanche und gewinnt vor Lochner

Die ersten Wintersportler sind in die Saison 2019/20 gestartet. In unserem Wintersport-Telegramm halten wir Sie über die Wintersport-Saison auf dem Laufenden.

Francesco Friedrich (Oberbärenburg) hat seine erste Niederlage im Zweierbob seit fast zwei Jahren schnell verdaut. Einen Tag nach dem zweiten Platz beim Weltcup-Auftakt in Lake Placid gewann der Olympiasieger und Weltmeister das zweite Saisonrennen in der US-Bahn und landete dieses Mal knapp vor seinem Teamrivalen Johannes Lochner. Der Pilot vom BC Stuttgart hatte Friedrich am Samstag überraschend um 0,08 Sekunden distanziert.

Am Sonntag gewannen Friedrich und sein Anschieber Alexander Schüller nun mit 0,23 Sekunden Vorsprung. Lochner präsentierte sich mit Christian Rasp aber erneut stark und verwies Olympiasieger Justin Kripps (Kanada) auf den dritten Rang. Christoph Hafer (Bad Feilnbach) wurde mit Christian Hammers Siebter.

Seine bis Samstag letzte Niederlage im Zweier hatte Friedrich im Januar 2018 kassiert: Der Sachse wurde damals Zweiter beim Weltcup in St. Moritz. In der vergangenen Saison entschied er als erster Pilot überhaupt jedes Rennen im kleinen Schlitten für sich. Zum Abschluss des ersten Weltcup-Wochenendes dieses Winters rückte er die Verhältnisse nun gleich wieder gerade.

Auch Lochner zeigte nach schwierigen Jahren allerdings vielversprechende Form. Der zweimalige Vize-Weltmeister hatte seinen bis Samstag letzten Sieg im Zweier-Weltcup vor fast drei Jahren gefeiert. Mit Blick auf die WM in Altenberg (17. Februar bis 1. März) macht seine Leistung nun Hoffnung, als Top-Favorit dürfte bei den Titelkämpfen dennoch Friedrich antreten: Auf seiner Heimbahn winkt der sechste Zweier-Titel in Serie, das schaffte in der Geschichte des Sports noch niemand.

+++++8. Dezember 2019+++++

Jungk gewinnt überraschend Weltcup-Auftakt im Skeleton

Skeletonpilot Axel Jungk hat nach vielen Verletzungsrückschlägen überraschend den Weltcup-Auftakt in Lake Placid gewonnen. Mit 0,12 Sekunden Vorsprung setzte sich der Sachse vom BSC Oberbärenburg am Sonntag gegen den sechsmaligen Weltmeister Martins Dukurs aus Lettland durch. Dritter wurde der Russe Alexander Tretjakow.

Junioren-Weltmeister Felix Keisinger aus WSV Königssee, der nach dem ersten von zwei Läufen mit Bahnrekord von 53,06 Sekunden in Führung gelegen hatte, fiel noch auf Rang fünf zurück. Alexander Gassner vom BSC Winterberg verbesserte sich hingegen im Finallauf von Rang elf noch auf Platz vier.

„Lake Placid ist eine schwere Bahn, ich habe beide Läufe gut getroffen und bin sehr glücklich über den Sieg. Ich hatte vorher keine Erwartungen, jetzt bin ich umso glücklicher“, sagte Jungk, der seinen bislang letzten Weltcupsieg im Januar 2018 in Königssee verbuchte. Dementsprechend fiel auch der Jubel im Ziel aus. Noch im Auslauf hämmerte er wie wild auf seinen Schlitten und schrie unter seinem Rennhelm die ganze Freude heraus.

Zuvor hatte am Samstag die Olympia-Zweite Jacqueline Lölling das erste Rennen bei den Frauen gewonnen. Die 24-Jährige von der RSG Hochsauerland siegte nach zwei Läufen mit 0,24 Sekunden Vorsprung vor der Österreicherin Janine Flock. Weltmeisterin Tina Hermann aus Königssee kam auf Rang drei, die Suhlerin Sophia Griebel landete auf Platz 14.

+++++8. Dezember 2019+++++

Platz fünf für Langlauf-Staffel

Die deutsche Langlauf-Staffel der Männer hat beim Weltcup in Lillehammer über 4x7,5 Kilometer einen Achtungserfolg erzielt. Das Quartett von Trainer Peter Schlickenrieder belegte den fünften Platz mit gerade einmal 9,6 Sekunden Rückstand auf Sieger Russland II. Da Russland (Plätze eins und zwei) und Norwegen (Plätze drei und vier) jeweils mit zwei Teams vor Deutschland lagen, sah Schlickenrieder das Resultat als großen Erfolg. „Wir wissen, dass die Burschen etwas können. Das haben alle vier Burschen gut gemacht. Bei der WM hätten wir heute Bronze gemacht“, sagte der Coach im ZDF. Bei der Weltmeisterschaft darf jedes Land nur eine Mannschaft an den Start schicken.

Die deutschen Männer arbeiten derzeit auf die Heim-WM 2021 in Oberstdorf hin. Am Sonntag hatten bei schwierigen Bedingungen und starkem Schneefall Sebastian Eisenlauer, Janosch Brugger, Lucas Bögl und Jonas Dobler für das starke Abschneiden gesorgt. Schlickenrieder hatte die Lillehammer-Staffel vorher einen Gradmesser genannt. „Wer hier bestehen kann, kann auch bei der WM 2021 oder Olympia bestehen“, sagte er.

+++++8. Dezember 2019+++++

Ihle nach Platz fünf bei Eisschnelllauf-Weltcup: „Da geht noch mehr“

Mit dem bislang besten Weltcup-Ergebnis dieses Winters will sich Nico Ihle noch lange nicht zufriedengeben. Der Eisschnelllauf-Routinier aus Chemnitz überzeugte mit Rang fünf am Samstag über 1000 Meter in Nur-Sultan ebenso wie der Inzeller Joel Dufter als Siebter. Der Erfurter Patrick Beckert landete im einzigen 10 000-Meter-Rennen dieser Weltcup-Saison auf Platz acht, nachdem es Altmeisterin Claudia Pechstein bei der dritten Weltcup-Station in Kasachstan am Freitag als Neunte über ihre Spezialstrecke 5000 Meter ebenfalls unter die Top Ten geschafft hatte.

„Der Abstand zum Podium war sehr knapp. Das Rennen war gut, aber da geht noch mehr“, kommentierte Ihle seinen Lauf, bei dem er in der letzten Kurve auf der ungünstigen Außenbahn lief und seinen Gegner Mathias Vosté noch vorbeilassen musste. „Mit dem Belgier hätte ich nicht mehr gerechnet“, gab der 34-Jährige zu und kündigte an: „Die Revanche folgt schon nächste Woche.“ Ihle lief 1:09,08 Minuten, Dufter kam nach 1:09,26 Minuten ins Ziel. Der Niederländer Thomas Krol (1:08,42) siegte vor seinen Teamkollegen Kjeld Nuis (1:08,53) und Kai Verbij (1:08,81).

Beckert lag nach zehn Kilometern in 13:14,39 Minuten knapp zehn Sekunden hinter einem Podestplatz. Der neue niederländische Star Patrick Roest unterbot an seinem 24. Geburtstag in 12:59,44 Minuten als Einziger die 13-Minuten-Marke und feierte seinen ersten Weltcup-Erfolg über die längste Distanz.

Der nächste Weltcup findet vom kommenden Freitag bis Sonntag im japanischen Nagano statt, dem Olympia-Ort von 1998.

+++++8. Dezember 2019+++++

Eisschnellläuferin Roxanne Dufter Weltcup-18. über 1500 Meter

Eisschnellläuferin Roxanne Dufter aus Inzell hat am letzten Tag des Weltcups in Kasachstans Hauptstadt Nur-Sultan den 18. Rang über 1500 Meter belegt. Die deutsche Vizemeisterin lief 2:00,35 Minuten, den Sieg holte sich am Sonntag Ivanie Blondin Kanada in Bahnrekordzeit von 1:55,59 Minuten. Die Kanaderin war dabei überraschend auch schneller als der niederländische Star Ireen Wüst (1:55,88) und Brittany Bowe aus den USA (1:55,96). Blondin freute sich ausgelassen über ihre zweiten Erfolg des Wochenendes nach dem Sieg über die 5000 Meter am Freitag.

Für die besten deutschen Ergebnisse beim dreitägigen Weltcup hatten Nico Ihle und Joel Dufter am Samstag mit den Plätzen fünf und sieben über 1000 Meter gesorgt.

+++++8. Dezember 2019+++++

Langlauf-Staffel nach kurioser Über-Nacht-Anreise Achter

Die deutsche Langlauf-Staffel der Frauen hat beim Weltcup in Lillehammer den achten Platz belegt - ein Erfolg war nach starken personellen Problemen allerdings schon die Teilnahme an dem Wettbewerb. Katherine Sauerbrey, die sich am Samstagmittag noch zum Training in Seefeld in Tirol befand, wurde über Nacht und über die Stationen München und Oslo eingeflogen, um das Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) zu komplettieren.

Peter Schlickenrieder sagte im ZDF zu dem Kuriosum: „Was gibt es eigentlich Schöneres? Katherine war sehr gut drauf, geschlafen hat sie tatsächlich wenig. Jeder kennt das, dann ist man aufgeregt, noch dazu an dieser Kultstätte des Weltcups.“ Gemeinsam mit Antonia Fräbel, der starken Katharina Hennig und Pia Fink fehlten am Ende 3:59 Minuten auf Sieger Norwegen. Sauerbrey war erst nach 2.00 Uhr in Lillehammer eingetroffen und wurde dann gleich zur Schlussläuferin. Die Plätze zwei und drei belegten die USA und Schweden.

+++++8. Dezember 2019+++++

Bob-Siegesserie von Olympiasieger Friedrich gerissen

Die eindrucksvolle Serie von Francesco Friedrich (Oberbärenburg) im Zweierbob ist gleich zum Start der neuen Saison gerissen. Der Olympiasieger und Weltmeister verpasste am Samstag beim Weltcup-Auftakt in Lake Placid den Sieg knapp. Mit seinem Anschieber Thorsten Margis musste sich Friedrich dem Ex-Weltmeister Johannes Lochner (Stuttgart) geschlagen geben und belegte letztlich den zweiten Platz.

Seine letzte "Niederlage" hatte der Sachse im Januar 2018 kassiert: Friedrich wurde damals Zweiter beim Weltcup in St. Moritz. In der vergangenen Saison entschied er als erster Pilot überhaupt jedes Rennen im kleinen Schlitten für sich. Am Samstag fehlten ihm 0,08 Sekunden auf Lochner und dessen Anschieber Florian Bauer. Christoph Hafer (Bad Feilnbach) und Tobias Schneider belegten Platz neun.

Unabhängig vom Saisonauftakt gilt Friedrich schon jetzt als Top-Favorit beim Saisonhöhepunkt: Bei seiner Heim-WM in Altenberg (17. Februar bis 1. März) winkt der sechste Zweier-Titel in Serie, das schaffte in der Geschichte des Sports noch niemand.

Ebenfalls am Samstag gewann die zweimalige Olympiasiegerin Kaillie Humphries gleich ihren ersten Weltcup in Diensten der USA und stellte die starken deutschen Frauen in den Schatten. Die 34-Jährige, die im September den kanadischen Verband im Streit verlassen hatte, verwies die Olympiavierte Stephanie Schneider (Oberbärenburg) mit Anschieberin Lisette Thöne auf den zweiten Platz.

Überraschend stark präsentierte sich Weltcup-Debütantin Kim Kalicki (Wiesbaden), die mit Vanessa Mark als Dritte aufs Podest fuhr. Etwas enttäuschend verlief der Auftakt für Mariama Jamanka (Oberhof). Die Olympiasiegerin und Weltmeisterin zahlte mit Kira Lipperheide für einen schwachen ersten Lauf und wurde Vierte, trug aber dennoch zum starken deutschen Mannschaftsergebnis bei.

+++++8. Dezember 2019+++++

Fünfter Weltcupsieg für Snowboarderin Hofmeister

Die deutsche Snowboarderin Ramona Hofmeister hat den ersten Parallel-Riesenslalom der neuen Saison gewinnen. Die 23 Jahre alte Sportlerin aus Oberbayern setzte sich am Sonntag im Finale gegen die Schweizerin Ladina Jenny durch und feierte ihren fünften Weltcupsieg. Einen Tag nach dem zweiten Platz von Weltmeisterin Selina Jörg im Parallel-Slalom von Bannoye sorgte Hofmeister damit für ein weiteres exzellentes Ergebnis des deutschen Snowboard-Teams.

Jörg (31) schied am Sonntag im Viertelfinale gegen Jenny aus, Melanie Hochreiter (23) hatte es in der K.o.-Phase schon eine Runde früher erwischt. Bei den Männern schaffte es nur Stefan Baumeister in die Finalrunde; dort unterlag er im Viertelfinale dem späteren Zweitplatzierten Mirko Felicetti aus Italien.

+++++7. Dezember 2019+++++

Lölling gewinnt Weltcup-Auftakt im Skeleton

Die Olympia-Zweite Jacqueline Lölling hat den Weltcup-Auftakt im Skeleton gewonnen. Die 24-Jährige von der RSG Hochsauerland gewann am Samstag in Lake Placid nach zwei Läufen mit 0,24 Sekunden Vorsprung. Zweite wurde die Österreicherin Janine Flock. Weltmeisterin Tina Hermann aus Königssee kam auf Rang drei, die Suhlerin Sophia Griebel landete auf Platz 14.

Lölling war nach der Zieleinfahrt sichtlich erleichtert und ballte beide Fäuste. Immerhin hatte sie mit der kurz vor der Saison eingeführten Regeländerung mit am meisten zu kämpfen. „Bei Süßigkeiten muss ich jetzt mehr aufpassen“, meinte sie. Denn das Gesamtgewicht bei den Männern inklusive Schlitten liegt jetzt bei 120 Kilogramm, bei den Frauen bei 102 Kilogramm.

„Bei uns trifft es Jacqueline, die einen etwas leichteren Schlitten fahren und ein wenig auf das Körpergewicht achten muss. Diese Regeländerungen haben auf die Zielstellung aber keine Auswirkung“, betonte Cheftrainer Dirk Matschenz.

+++++7. Dezember 2019+++++

Johaug siegt bei Langlauf-Weltcup in Lillehammer - Hennig holt Achtungserfolg

Die Norwegerin Therese Johaug und der Russe Alexander Bolschunow haben sich beim Langlauf-Weltcup in Lillehammer die Siege im Skiathlon gesichert. Langstrecken-Dominatorin Johaug nahm der kompletten Konkurrenz am Samstag über 2x7,5 Kilometer mehr als eine Minute ab und siegte vor der Amerikanerin Jessica Diggins und Heidi Weng aus Norwegen. Bei den Männern war Bolschunow über 2x15 Kilometer der Schnellste, er setzte sich vor gleich vier Norwegern durch. Hans Christer Holund und Emil Iversen komplettierten das Podest, Gelb-Träger Johannes Kläbo wurde Vierter.

Aus deutscher Sicht gelang Katharina Hennig ein Achtungserfolg. Die 23-Jährige hielt lange mit der Elite mit und belegte am Ende den 13. Rang. Bei den Männer war Lucas Bögl als 20. der beste Athlet des Deutschen Skiverbandes (DSV). Jonas Dobler (42.) und Andreas Katz (51.) verpassten die Punkte deutlich. Am Sonntag stehen in Norwegen die Staffel-Wettbewerbe auf dem Programm.

+++++7. Dezember 2019+++++

Gute Plätze für Ihle und Dufter bei Eisschnelllauf-Weltcup

Die deutschen Sprinter haben erstmals in dieser Saison im Eisschnelllauf-Weltcup überzeugt. Nico Ihle und Joel Dufter belegten am Samstag in Kasachstan über 1000 Meter die Plätze fünf und sieben. Routinier Ihle verlor zwar noch sein Rennen, nachdem er in der letzten Kurve in der ungünstigen Außenbahn laufen musste, der Chemnitzer musste in 1:09,80 Minuten aber nur vier Konkurrenten den Vortritt lassen. Zuvor lief der Inzeller Dufter 1:09,26 Minuten und rehabilitierte sich für seinen Sturz tags zuvor über die 500 Meter. Die Podestplätze gingen an drei Niederländer: Es siegte Thomas Krol in 1:08,42 Minuten vor Kjeld Nuis (1:08,53) und Kai Verbij (1:08,81).

Im einzigen 10 000-Meter-Rennen dieses Weltcup-Winters landete Patrick Beckert in Nur-Sultan auf dem achten Platz. Es siegte der neue niederländische Star Patrick Roest, der in 12:59,44 Minuten als Einziger unter 13 Minuten blieb. Zweiter wurde der Russe Danila Semerikow (13:02,43) vor dem Kanadier Graeme Fish (13:04,25). Langstrecken-Spezialist Beckert verlor sein direktes Duell mit dem kanadischen Olympiasieger Ted-Jan Bloemen und hatte am Ende in Kasachstans Hauptstadt zehn Sekunden Rückstand auf einen Podestplatz.

+++++6. Dezember 2019+++++

Durchwachsener Saisonstart für deutsche Skicrosser

Die deutschen Skicrosser haben einen durchwachsenen Start in die neue Weltcup-Saison gehabt. Einzig der 23 Jahre alte Florian Wilmsmann vom TSV Hartpenning schaffte am Freitag im französischen Val Thorens zum sechsten Mal in seiner Karriere den Einzug ins Halbfinale. Im kleinen Finale erarbeitete er sich Rang sieben. Ferdinand Dorsch war im Viertelfinale gestürzt, Daniel Bohnacker und Tobias Müller schieden bereits im Achtelfinale aus. Für die beiden einzigen deutschen Damen in der K.o.-Runde, Heidi Zacher und Daniela Maier, war ebenfalls bereits in der ersten Runde Schluss. Schon am Samstag steht der zweite Weltcup in Val Thorens an.

+++++3. Dezember 2019+++++

Dopingprozess gegen Johannes Dürr und Dominik Baldauf im Januar