Wintersport - Rodeln 2019: Felix Loch ist im Schneetreiben am Königssee ohne Chance

Rodeln : Loch ist im Schneetreiben am Königssee ohne Chance

Auch beim Heimrennen am Königssee schaffte Felix Loch die Wende nicht. Der einstige Seriensieger wartet auf seinen ersten Saisonerfolg. Auf seiner Heimbahn spielte ihm dann auch noch der Schnee böse mit.

Felix Lochs Hoffnung auf den Befreiungsschlag in der Heimat schwand im dichten Schneetreiben am Königssee. Auch auf seiner Hausbahn konnte der einstige Dominator am Sonntag nicht gewinnen, bleibt drei Wochen vor der WM weiter ohne Saisonsieg - dieses Mal hatte sich sogar das Wetter gegen ihn gerichtet.

Platz zehn am Königssee ist der nächste herbe Rückschlag für den 29-Jährigen, auch wenn Loch dieses Mal nichts falsch machte. "Man nimmt es so hin, man kann ja nichts machen", sagte er achselzuckend. Der Weltcup musste wegen des starken Schneefalls auf einen Lauf verkürzt werden. Und in diesem hatte Loch auf einer verschneiten Bahn keine Chance gegen die Konkurrenten, die vor ihm noch durch eine einigermaßen befahrbare Eisrinne gerodelt waren.

So feierte der Österreicher Reinhard Egger seinen ersten Weltcupsieg vor Dominik Fischnaller aus Italien (Hier geht’s zu unserem Wintersportelegramm). Der deutsche Nachwuchsmann Sebastian Bley (Suhl) fuhr als Dritter erstmals in seiner Karriere auf ein Weltcup-Podest.

"Wir hatten schon gewusst, dass das Wetter chaotisch wird", sagte Loch: "Und eigentlich hätte man es heute ganz bleiben lassen müssen, weil bei solchen Bedingungen immer ein völlig durcheinandergewürfeltes Ergebnis droht."

Für den Olympia-Dritten Johannes Ludwig (Oberhof) reichte es sogar nur zum 20. Rang. Der 32-Jährige, mit seinem Erfolg zum Auftakt in Innsbruck weiterhin einziger deutscher Sieger dieses Winters, bleibt allerdings Führender der Gesamtwertung, da auch Weltmeister Wolfgang Kindl (Österreich) am Sonntag nicht über Rang elf hinauskam. "Das sind Extrembedingungen, die muss man nicht überbewerten", sagte Ludwig: "Auf nassem Schnee rodelt es sich eben nicht schnell."

Auch am Samstag hatte der Schnee für Überraschungen gesorgt. Bei den Frauen verpasste Natalie Geisenberger (Miesbach) als Achte erstmals seit sieben Jahren den Erfolg auf ihrer Heimbahn, sie stand erneut im Schatten ihrer siegreichen Teamrivalin Julia Taubitz (Oberwiesenthal). Diese liegt durch ihren zweiten Saisonsieg in der Gesamtwertung nur noch 17 Punkte hinter der führenden Geisenberger.

Überschattet wurde das Rennen vom schweren Sturz der Russin Viktoria Demtschenko, die Tochter des früheren Weltklasserodlers Albert Demtschenko schlug mit dem Helm auf dem Eis auf. Sie erlitt eine Gehirnerschütterung mit Bewusstlosigkeit, am Sonntag gaben die Ärzte aber Entwarnung: Es gebe keine ernsthaften Verletzungen.

Bei den Doppelsitzern wurden die Lokalmatadoren Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee) sogar erstmals seit neun Jahren am Königssee besiegt. Toni Eggert/Sascha Benecken (Ilsenburg/Suhl) holten ihren ersten Erfolg am Fuße des Watzmanns und bauten damit die Führung in der Gesamtwertung aus.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Felix Loch

(rent/sid)
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