Weltcup in Bormio 2018: Josef Ferstl überzeugt als Elfter

Welctup in Bormio : Ferstl überzeugt als Abfahrts-Elfter - Zwei Südtiroler vorn

Abfahrer Josef Ferstl ist in der WM-Saison auf einem guten Weg. Als Elfter der extremen Schussfahrt von Bormio kann er selbstbewusst in die Klassikerwochen im Januar gehen. Überschattet wurde das Rennen von einem Sturz.

Josef Ferstl hat sich bei der knüppelharten Abfahrt von Bormio Selbstvertrauen für die wichtigste Phase der alpinen Ski-Saison geholt. Der Rennfahrer aus Oberbayern wurde am Freitag Elfter und bestätigte seinen Aufwärtstrend im WM-Winter. „Sehr gut, ich bin sehr zufrieden“, sagte der 29-Jährige. Ferstl hatte 1,63 Sekunden Rückstand auf Dominik Paris, der vor seinem Südtiroler Teamkollegen Christof Innerhofer (+0,36 Sekunden) einen Heimsieg feierte. Dritter wurde Weltmeister Beat Feuz aus der Schweiz (+0,52).

Neben Ferstl, der in den jüngsten beiden Abfahrten die Plätze 13 (Beaver Creek) und 12 (Gröden) eingefahren hatte, schafften es auch Dominik Schwaiger als 19. (+2,17) und Manuel Schmid als 21. (+2,20) in die Punkteränge. Schwaiger, der just in Bormio vor einem Jahr noch schwer gestürzt war, landete in einer Abfahrt noch nie so weit vorn. Schmid egalisierte seinen Karriere-Bestwert von Gröden vor knapp zwei Wochen. Andreas Sander enttäuschte dagegen auf Platz 35 (+3,08), Christof Brandner schied aus.

Die Schussfahrt auf der berüchtigten Stelvio-Piste mit extrem glatten Passagen erforderte viel Mut und eine starke Kondition. „Es ist so kräfteraubend“, sagte Paris, der schon zum dritten Mal in Bormio gewann. „Da muss man die Zähne zusammenbeißen und durch.“

„Man kann sich nie ausruhen“, berichtete Ferstl. „An der Spitze ist alles so eng, das sind alles so tolle Skifahrer. Ich bin stolz, da mitfahren zu können“, sagte er. „Ein kleiner Fehler kann gleich eine Verletzung oder das Aus sein. Man bewegt sich immer am Limit.“

Das bekam der Slowene Klemen Kosi zu spüren, der schwer stürzte und mit dem Rettungshubschrauber weggeflogen wurde. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie der 27-Jährige nach dem ersten Aufprall in den Fangzaun ohne Körperspannung war. Zunächst war unklar, ob Kosi das Bewusstsein verloren und welche Verletzungen er erlitten hatte. Erst in Gröden war Marc Gisin aus der Schweiz schwer gestürzt und hatte sich dabei mehrere Rippenverletzungen und eine Lungenverletzung zugezogen.

(lt/dpa)
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