Bis zu 6 Monate Reha nach OP: Schock für Anni Friesinger

Bis zu 6 Monate Reha nach OP: Schock für Anni Friesinger

München (RPO). Schock für Anni Friesinger-Postma: Die Eisschnelllauf-Olympiasiegerin muss nach einer schweren Knieoperation bis zu sechs Monate in die Rehabilitation, ihre Karriere hängt anscheinend am seidenen Faden.

Dass die 33-Jährige wie angestrebt im kommenden Winter noch ihre Abschiedssaison in Angriff nehmen kann, ist nach Angaben ihres Arztes Dr. Volker Smasal nicht gesichert. "Wir gehen die Sache nach der OP so an, dass sie noch eine Saison läuft. Wir werden aber erst in ein paar Monaten feststellen können, ob das auch wirklich funktioniert", sagte der ehemalige Verbandsarzt der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) dem SID: "Wir haben alle die Zielsetzung, dass sie auch nach dem Leistungssport noch ein funktionstüchtiges Gelenk hat."

Orthopäde Smasal und dessen Partner Ralph Linke, der am Donnerstag die Operation in München durchführte, hatten in Friesinger-Postmas rechtem Knie einen schweren Knorpelschaden an zwei Stellen festgestellt. Smasal sprach von einer "ernsthaften Verletzung". Das Kernspintomogramm habe zuvor nur eine der beiden beschädigten Stellen angezeigt. "Das war nicht angenehm zu sehen, aber wir haben ohnehin nicht mit einer Bagatelle gerechnet", sagte Smasal.

Friesinger-Postma muss nun zwei bis drei Monate an Gehhilfen laufen, die Gesamt-Rehabilitation werde laut Smasal "drei bis sechs Monate" dauern. Die Team-Olympiasiegerin von Vancouver war von Smasal bereits im Sommer 2008 am Knie operiert worden. Seitdem klagte Friesinger-Postma immer wieder über Probleme. In der abgelaufenen Saison landete sie nur bei ihrem Olympiasieg mit der Mannschaft auf dem Siegertreppchen. In den olympischen Einzelrennen hatte sie eine Medaille klar verpasst. Im Weltcup blieb sie erstmals seit 1998/99 ohne eine Podest-Platzierung.

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Zwei Wochen nach ihrem Triumph in Vancouver war sie am vergangenen Wochenende beim Weltcup-Finale in Heerenveen noch über 1500 m (Platz neun) und auch kurzfristig im Teamrennen für Daniela Anschütz-Thoms eingesprungen, die sich für die Mehrkampf-WM schonte. Die anstehende Operation hatte sie locker beschrieben: "Da werden die Stellen geglättet, die Reibung verursachen. Dieser Eingriff hätte eigentlich schon im Dezember erfolgen müssen - aber da hatte ich keine Zeit."

In ihrem letzten Einzelrennen in dieser Saison waren ihre Schwierigkeiten mit dem Knie erneut offen zu Tage getreten. "Ich kam nicht in die tiefe Rennposition. Das war in der kompletten Saison mein Problem", sagte Friesinger-Postma. Ihr Ziel war es vor der OP, die Karriere bei der Einzelstrecken-WM in ihrer alten Heimat Inzell zu beenden.

(SID/chk)