Eiskunstlauf-WM 2018: Aljona Savchenko und Bruno Massot auf dem Weg zum nächsten Gold

Führung bei Eiskunstlauf-WM: Savchenko/Massot auf dem Weg zum nächsten Gold

Die Paarlauf-Olympiasieger Aljona Savchenko und Bruno Massot haben in Mailand Kurs auf ihren ersten gemeinsamen Weltmeistertitel genommen. Bei der WM erreichte das Duo aus Oberstdorf im Kurzprogramm eine neue Saisonbestleistung.

Sie lachten, scherzten und hatten Spaß: Fünf Wochen nach ihrem Olympiasieg in Pyeongchang haben Aljona Savchenko und Bruno Massot in Mailand Kurs auf ihren ersten gemeinsamen Weltmeistertitel genommen. Mit einer beeindruckenden Lockerheit kamen die beiden Oberstdorfer im Kurzprogramm mit 82,98 Punkten auf eine neue Saisonbestmarke und strahlten mit Trainer Alexander König um die Wette.

Nur die Europameister Jewgenija Tarasowa und Wladimir Morosow aus Russland (81,29) könnten den Wahl-Allgäuern im Kürfinale am Donnerstag (19.00 Uhr) noch in die Suppe spucken und sie von der Spitze verdrängen. Dritte sind mit 75,32 Zählern die Franzosen Vanessa James und Morgan Cipres.

Vor 6000 Zuschauern erwies sich besonders der gebürtige Franzose Massot als nervenstark. Anders als noch in Korea gelang ihm diesmal der dreifache Salchow problemlos. Nachdem diese Klippe gemeistert war, war der Rest des Lindy-Hops "That Man" kein Problem mehr.

Wie schon bei Olympia schafften der Berliner Annika Hocke und Ruben Blommaert aus Oberstdorf den Sprung in die Medaillenentscheidung. Als Sechzehnte legten sie eine Punktlandung hin. "Daher sind wir zufrieden, denn wir haben unsere beiden besten Ergebnisse bei den beiden wichtigsten Wettkämpfen erreicht", sagte der gebürtige Belgier Blommaert.

Bereits am Nachmittag war die deutsche Eiskunstlauf-Meisterin Nicole Schott exzellent in die Welttitelkämpfe gestartet. Dank eines nahezu fehlerfreien Kurzprogramms und trotz einer zweiwöchigen Krankheitspause nach Olympia platzierte sich die Essenerin auf Rang zwölf des Zwischenklassements und stellte dabei mit 61,84 Punkten einen neuen persönlichen Saisonrekord auf.

Zum Entzücken des Publikums setzte sich Lokalmatadorin Carolina Kostner nach einer zauberhaften Kurzkür an die Spitze und verdrängte mit 80,27 Punkten Olympiasiegerin Alina Sagitowa aus Russland (79,51) auf Rang zwei, Dritte ist die Japanerin Satoko Miyahara (74,36). Titelverteidigerin Jewgenija Medwedjewa (Russland) fehlt wegen einer Fußverletzung.

"Ich habe die ganze Saison mit diesem Kurzprogramm gekämpft. Umso glücklicher bin ich, dass es diesmal so gut gelaufen ist", sagte Schott, die sich mit einer guten WM-Leistung für eine Grand-Prix-Mominierung im nacholympischen Winter empfehlen möchte. Erleichtert fiel sie nach ihrer Kurzkür ihrem Coach Michael Huth, bei dem sie in Oberstdorf trainiert, in die Arme.

Zum Ohrwurm "Nella Fantasia" aus dem Spielfilm "Mission" spulte die Olympia-18. ihre Höchstschwierigkeiten sauber ab. Der dreifache Flip war ebenso sehenswert wie die Kombination aus zwei dreifachen Toe-Loops. Ganz in Blau gehüllt, konnte die Sportsoldatin auch choreographisch überzeugen.

Schott winkt damit in der Kürentscheidung am Freitag (18.30 Uhr/Eurosport 2) ihre bislang beste WM-Platzierung. Bislang steht Rang 19 von den letztjährigen Welttitelkämpfen in Helsinki zu Buche. Bei den Europameisterschaften im Januar in Moskau hatte sich die 21-Jährige Rang zehn erkämpft

Mit ihrer Führung bereitete die bereits 31 Jahre alte Kostner einen hochemotionalen Abschied von ihrer langen Laufbahn vor. Die über Jahre hinweg in Oberstdorf trainierende Südtirolerin wird ihre Karriere mit der WM in Mailand beenden.

Die WM wird am Donnerstag (10.00 Uhr) mit dem Kurzprogramm der Herren fortgesetzt. Für die Deutsche Eislauf-Union startet der deutsche Meister Paul Fentz aus Berlin.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Savchenko/Massot laufen fehlerfreies Kurzprogramm

(sid)