Eiskunstlauf-EM: Fehlstart für Nicole Schott und Johanna Dastich

Eiskunstlauf-EM : Schott und Dastich rumpeln über das Eis

Keine Liebesgrüße aus Moskau: Nicole Schott aus Essen und die Dresdnerin Lea Johanna Dastich haben im Kurzprogramm bei den Eiskunstlauf-Europameisterschaften einen unerwarteten Fehlstart hingelegt.

Das Duo der Deutschen Eislauf-Union (DEU) patzte in der Kurzkür, die erhofften Top-Ten-Platzierungen dürften in der Kür-Entscheidung am Samstag (16.30 Uhr) nicht leicht zu erreichen sein.

Während die erst 17 Jahre alte Dastich "nur" die geplante Sprungkombination verpatzte und mit Rang 16 ein zumindest ansatzweise solides EM-Debüt gab, enttäuschte die deutsche Meisterin Schott auf der ganzen Linie. 24 Stunden nach ihrer Olympianominierung kam die 21-Jährige gleich zweimal zu Fall und fuhr mit hängenden Schultern und einem desaströsen 18. Platz vom Eis.

Entsprechend konsterniert war Schott. "Ein solches Programm, im dem fast alles außer Kontrolle war, bin ich noch nie gelaufen. Ich war völlig durcheinander", sagte die in Oberstdorf trainierende Läuferin. Auch Dastich war naturgemäß mit ihrem Auftritt nicht zufrieden: "Als ich auf das Eis kam, habe ich doch gemerkt, dass eine EM ein Wettbewerb mit einer besonderen Atmosphäre ist."

Enger als erwartet ging es vor 12.000 Zuschauern an der Spitze zu. Weltmeisterin Jewgenija Medwedewa musste Punktabzüge wegen eines Stolperers beim Doppelaxel hinnehmen und liegt mit 78,57 Punkten knapp hinter Teamkollegin Alina Sagitowa (80,27). Rang drei nimmt Carolina Kostner aus Italien mit 78,30 Zählern ein.

In der Paarlauf-Konkurrenz setzten sich wie im Vorjahr Jewgenija Tarasowa und Wladimir Morosow durch. Mit Ex-Weltmeister Robin Szolkowy als Co-Trainer hinter der Bande siegten die beiden Russen vor ihren Landsleuten Xenia Stolbowa und Fedor Klimow sowie Natalja Sabijako und Alexander Enbert.

In Abwesenheit der Vize-Weltmeister Aljona Savchenko und Bruno Massot (Oberstdorf), die ihr Training für Olympia nicht unterbrechen wollten, durften sich die Berlinerin Annika Hocke und Ruben Blommaert aus Oberstdorf über eine gelungene Kür und Rang acht freuen. "Das war der Hammer", lobte Trainer Knut Schubert, als seine beiden Schützlinge mit strahlenden Gesichtern das Eis verließen.

Die niedrigen Noten der Preisrichter bestätigten im übrigen die schwache Tagesform der deutschen Eisladies. Dastich blieb mit 49,89 Zählern fast fünf Zähler hinter ihrer persönlichen Bestleistung zurück. Bei Schott (48,37) betrug die Differenz sogar mehr als neun Punkte.

Nach dem schwachen Auftakt der beiden deutschen Läuferinnen ist nun sogar das Minimalziel, das Verteidigen eines zweiten Startplatzes bei der EM 2019 in Minsk, im Megasport-Palast in Gefahr geraten. Dafür müssten Dastich und Schott zumindest die Plätze 13 und 15 im Schlussklassement belegen.

Die in Mannheim trainierende Dastich wird bei den Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang nicht dabei sein. Schott hatte sich im Herbst das einzige deutsche Olympiaticket gesichert.

Die europäischen Titelkämpfe werden am Freitag (10.15 Uhr) mit dem Kurztanz der Eistänzer fortgesetzt. Ab 15.45 Uhr (ONE und Eurosport 2) fällt die Entscheidung in der Herren-Konkurrenz.

(sid)
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