Basketball: Blitztransfer bei den Telekom Baskets: Van Crombruggen wirft in Braunschweig das Handtuch

Basketball: Blitztransfer bei den Telekom Baskets: Van Crombruggen wirft in Braunschweig das Handtuch

Braunschweig (sid). Der erste Trainerwechsel in der Basketball- Bundesliga ist nach zwei Spieltagen perfekt. John van Crombruggen legte sein Amt bei Metabox Braunschweig nieder. Der 56 Jahre alte Belgier begründete seinen Schritt aber nicht mit der desolaten Leistung der Mannschaft beim 55:97-Heimdebakel am Sonntag gegen Avitos Gießen oder mit dem Organisationschaos rund um das Spiel in der neuen, 7 000 Zuschauer fassenden Volkswagen-Arena. Mehrere anonyme Anrufer hatten ihn in den vergangenen Tagen am Telefon belästigt und beschimpft. "Es waren auch rassistische Beleidigungen dabei", sagte van Crombruggen, der Braunschweig am Mittwoch verließ.

"Ich habe mir diesen Entschluss nicht einfach gemacht, eine ganze Nacht lang mit meiner Frau das Thema diskutiert. Aber ich bin zu alt geworden, um mir von dummen Menschen alles bieten zu lassen", begründete van Crombruggen in der "Braunschweiger Zeitung" seinen Schritt. Nach eigenen Angaben hat der Belgier einen Anrufer aus dem Umfeld des Vereins an der Stimme erkannt. Er wollte den Namen aber nicht nennen. Seine Frau, die im belgischen Leuwen wohnt und die ihren Mann am vergangenen Wochenende in Braunschweig besucht hatte, musste einige der Schmähanrufe entgegen nehmen.

Die Verantwortlichen des Vereins reagierten tief betroffen auf den Vorfall. "Wir haben aber volles Verständnis für den Schritt des Trainers, weil auch wir die Dinge, die sich abgespielt haben, für ungeheuerlich erachten", sagte Klaus-Peter Klewe, Geschäftsführer der Metabox Basketball GmbH. Team-Manager Thomas Stille wollte die Angelegenheit aber nicht als eine ausländerfeindliche Aktion bewerten. "Die Anrufe waren ein Grund. Die Summe verschiedener Aspekte haben John zu dem Entschluss bewogen. Er wollte nicht mehr", sagte Stille der dpa.

Für John van Crombruggen, der seit Anfang 1999 in Braunschweig als Coach arbeitete und bei den Niedersachsen einen Vertrag bis 2002 besaß, übernahm zunächst Verbandstrainer Liviu Calin vom Niedersächsischen Basketball-Verband als Interimslösung das Training. "Er wird die Mannschaft so lange betreuen, bis wir einen neuen Coach gefunden haben", erklärte Stille.

Telekom Bonn verpflichtet Perica

Basketball-Bundesligigst Telekom Baskets Bonn hat in einem Blitztransfer Igor Perica für drei Monate verpflichtet. Anfang der Woche gab die medizinische Abteilung bekannt, dass Leistungsträger Ivo Josipovic nach seinem am 30. September erlitten Bänderriss frühestens in sechs Wochen wieder ins Training einsteigen und in diesem Jahr vielleicht gar nicht mehr spielen kann. Der Vizemeister von 1997 und 1999 reagierte darauf mit der Verpflichtung des Kroatens.

Igor Perica spielte von 1996 bis 1999 beim kroatischen Erstligisten KK Benston Zagreb und in der letzten Saison bei Spor Kulubu Ankara. Der Center, zuletzt beim Europaligisten Cibona Zagreb nur im Training, zählt wie Josipovic und Bonns Star Sinisa Kelecevic zum Bosman-B-Kontingent. Da für jeden Verein nur zwei dieser Spieler spielen dürfen, wurde der zeitlich eingeschränkte Vertrag abgeschlossen.

Ob Bonns neuer Korbjäger bereits am Samstag (15.00 Uhr) bei der Spitzenpartie gegen Pokalsieger Frankfurt Skyliners schon spielberechtigt ist, hängt von der noch fehlenden Freigabe von Ankara ab.

(RPO Archiv)
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