NHL: Alexander Owetschkin endlich am Ziel

Owetschkin endlich am Ziel: „Es bedeutet mir alles“

Alexander Owetschkin ist am Ziel. Vor 13 Jahren startete der russische Superstar seine NHL-Karriere bei den Washington Capitals, jetzt hat er endlich den Stanley Cup. Mit ihm gewann Torhüter Philipp Grubauer als vierter Deutscher die berühmte Trophäe.

Der Champagner lief in Strömen, auch Bier wurde selbstverständlich reichlich in der Kabine verspritzt - mittendrin im Gemisch aus Alkohol und Glückseligkeit der völlig entrückte Superstar Alexander Owetschkin mit dem Heiligen Gral des Eishockeys. Den Stanley Cup, sein größtes Karriereziel, hat der russische Kapitän der Washington Capitals endlich erreicht, beseelt grölte er mit seinen Teamkollegen um den deutschen Torhüter Philipp Grubauer den Evergreen "We are the champions" und läutete gleich eine ganze Feierwoche ein.

"Es bedeutet mir alles", sagte Owetschkin nach dem entscheidenden vierten Sieg in der NHL-Finalserie gegen den famosen Liganeuling Vegas Golden Knights. Ungläubig griff sich der 32-Jährige nach der mit einem 4:3 vollendeten Mission an den Kopf, bevor er immer wieder die Augen schloss und im jubelnden Pulk der Caps seine Freude hinausbrüllte. Via Twitter gratulierte der deutsche Basketball-Star Dirk Nowitzki. „Ich freue mich für Ovi8, er hat es verdient“, schrieb der Würzburger.

"Jeder hat gedacht, wir werden dieses Jahr versagen, aber wir haben es gepackt", sagte Owetschkin über sein Team, das diese Saison als Außenseiter gegolten hatte, nachdem es zuvor als Favorit zweimal an den nun entthronten Pittsburgh Penguins mit Tom Kühnhackl gescheitert war.

Aber nicht nur für Owetschkin, sondern auch für den Rosenheimer Grubauer ging mit dem Sprung auf den Eishockey-Thron der nordamerikanischen Profiliga NHL ein Traum in Erfüllung. "Unbeschreiblich. Dafür gibt es keine Worte", sagte der 26-Jährige dem SID.

Als viertem deutschen NHL-Profi nach Uwe Krupp (1996, 2002), Dennis Seidenberg (2011) und Tom Kühnhackl (2016, 2017) und erstem Torhüter gelang Grubauer der größtmögliche Erfolg, mit dem er sich wohl aus Washington verabschiedet. Im Moment gelten die Carolina Hurricanes und New York Islanders als mögliche neue Arbeitgeber, Grubauer dürfte in der kommenden Saison eine Chance als echte Nummer eins erhalten.

Der Rosenheimer war bei den Caps vor allem gegen Ende der Hauptrunde herausragend, als sein Konkurrent Braden Holtby schwächelte und seine Stammposition an den Deutschen abgeben musste. Nachdem Washington jedoch die ersten beiden Play-off-Spiele mit Grubauer im Tor verloren hatte, eroberte sich Holtby den Platz zurück. "Unglaublich, was diese Truppe hier geleistet hat, das ganze Jahr über", meinte Grubauer.

Im Mittelpunkt der Jubelnacht in der Glücksspielmetropole stand aber Owetschkin. Er erhielt als Erster den riesigen silbernen Pokal, den er auf seiner Ehrenrunde immer wieder küsste. Owetschkin wurde auch zum wertvollsten Spieler der Play-offs gekürt. "Wir werden uns das ganze Leben lang an diese Momente erinnern, die Videos immer und immer wieder anschauen", sagte Owetschkin. Sicher auch das seines 15. Treffers in dieser Endrunde zum 2:1 (31.) und das des siegbringenden 4:3 durch den Dänen Lars Eller (53.).

Vor allem Owetschkin hat nach 44 Jahren die große Sehnsucht der 1974 gegründeten Franchise erfüllt und zudem nach 9630 Tagen - seit 1992 - den ersten Titel in einer der vier großen US-Ligen nach D.C. geholt. Beim Public Viewing in der Hauptstadt hielt ein Fan ein vielsagendes Banner hoch, auf dem stand: "Now, I can die in peace" - "Jetzt kann ich in Frieden sterben." So weit ist Owetschkin nicht, ihm fehlt in seiner beeindruckenden Laufbahn noch der Olympiasieg.

(SID)
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