Super Bowl LII: 7 Gründe Tom Brady von den New England Patriots nicht zu mögen

Quarterback der New England Patriots: 7 Gründe, Tom Brady nicht zu mögen

Er ist einer der größten Sportler aller Zeiten, keiner war in seiner Football-Karriere so erfolgreich wie Tom Brady. Auch seinetwegen bestreiten die New England Patriots am Sonntag ihren zehnten Super Bowl. Es polarisiert aber auch keiner so wie er.

Der 40-Jährige hält mit Star-Allüren nicht hinterm Berg und genießt es, anderen seinen Erfolg unter die Nase zu reiben. Wir nennen sieben Gründe, Tom Brady nicht zu mögen:

1. "Deflategate"

Die Patriots hatten im Halbfinalspiel 2015 gegen die Indianapolis Colts absichtlich zu schwach aufgeblasene Bälle verwendet. Beide Teams bringen jeweils 12 eigene Bälle für ihre Angriffs-Spielzüge mit. Eine Untersuchung ergab: 11 der 12 von den Patriots eingesetzten Spielbälle hatten weniger als die vorgeschriebene Mindestmenge Luft — ein Vorteil für Brady, denn plattere Bälle haben mehr Grip und lassen sich leichter werfen und fangen. Die Liga reagierte und bestrafte die Patriots und Brady. Der Quarterback wurde für vier Spiele gesperrt. Brady zog daraufhin beleidigt vor Gericht und wollte die Sperre revidieren lassen. Erst vor dem Gang zum Surpreme Court gab er auf und akzeptierte die Strafe.

2. Motzki-Image

Läuft es für Brady und seine Patriots, ist er "Everybody's darling". Aber wehe, es setzt Gegenwind auf dem Feld. Dann gibt es kaum eine Schiedsrichterentscheidung gegen sein Team, die er unkommentiert lässt. Und auch intern hat der 40-Jährige ein Problem damit, Autoritäten zu akzeptieren. Im regulären Saisonspiel gegen Buffalo im Dezember nahm sich Brady nach einem missratenen Spielzug sogar das Recht heraus, seinen Offensivkoordinator vor versammelter Mannschaft und laufenden TV-Kameras zusammenzustauchen. Normalerweise ein No-Go, für Brady wohl kein Problem.

3. Gnadenlosigkeit

Brady kennt kein Mitleid mit dem Gegner. Selbst bei mehr als 30 Punkten Vorsprung und einem am Boden liegenden Gegner treibt er sein Team dazu an, ja keinen Gang zurückzuschalten. Er gibt erst Ruhe, wenn der Gegner komplett der Lächerlichkeit preisgegeben wurde und Brady sich wieder von allen Seiten feiern lassen kann.

4. Arroganz

Brady ist erfolgreich und hat den Sport geprägt wie kein anderer. Anstatt dies aber mit einer gewissen Portion Demut hinzunehmen, lässt er die ganze Welt bei jeder sich bietenden Möglichkeit wissen, wer er ist und was er erreicht hat. Das fängt bei seinen Super-Bowl-Erfolgen an und hört bei privaten Anlässen auf, wo er mit seiner Ehefrau Gisele Bündchen prahlt.

5. Erfolgsfans

Brady wird von allen Seiten zurecht für seine Leistungen bewundert, eine allzu große Fan-Basis wird ihm aber nicht nachgesagt — zumindest im Fall einer Niederlage. Läuft es für ihn rund, kennt die Zahl seiner Anhänger allerdings schier keine Grenzen. Und auch bei einem Sieg der Patriots am Sonntag dürfte sich wieder ein großer "Bandwagon-Effekt" einstellen. Dieser Effekt beschreibt die Wirkung, die ein wahrgenommener Erfolg auf die Bereitschaft ausübt, sich den voraussichtlich erfolgreichen Handlungsweisen anzuschließen. Oder auf Deutsch: Die Mitläufer werden sich scharenweise auf Bradys Seite schlagen.

6. Ernährung

Für das Ehepaar Brady ist Ernährung eine Religion. Ihre Nahrung besteht zu 80 Prozent aus Gemüse. Zudem verzichtet der Quarterback auf weißen Zucker, weißes Mehl, Glutamat. Gekocht wird nur mit Kokosöl, gewürzt nur mit pinkem Himalaya-Salz. Zudem verteufelt der 40-Jährige Nachtschattengewächse wie Paprika, Pilze und Tomaten — denn diese wirken nicht entzündungshemmend. Um all diese Ausnahmen und Regeln auch irgendwie befolgen zu können, leistet sich Brady einen Privatkoch. Der Erfolg mag ihm Recht geben, aber ganz ehrlich: Man kann es auch übertreiben.

7. Nähe zu Trump

Schon in den vergangenen Jahren hatte Brady mehrfach seine Bewunderung für den US-Präsidenten betont. Beide gingen des Öfteren zusammen Golf spielen und schon im September 2015 dekorierte Brady seinen Spind bei den Patriots mit einer roten "Make America Great Again"-Kappe. "Donald ist ein guter Freund von mir", sagte er damals. Dann aber beschimpfte Trump die NFL-Profis im Zuge der Debatte um bei der US-Hymne knieende Profis als "Hurensöhne" und "Weicheier". Erst darauf hin verpasste sich Brady immerhin einen Maulkorb und verweigerte Trump zumindest öffentlich die Gefolgschaft; wohl auch auf Anraten seiner Frau Gisele Bündchen, die sich unter anderem für den Erhalt des Regenwalds und die Aids-Hilfe einsetzt — nicht unbedingt Dinge, für die sich Trump interessiert.