Super Bowl 2018: Tom Brady bringt Comeback nicht zu Ende

Super Bowl: Dieses Mal bringt Brady das Comeback nicht zu Ende

Star-Quarterback Tom Brady war auf dem besten Weg dahin, seinem Ruf als "Comeback Kid" neuen Nachdruck zu verleihen. Doch diesmal schaffte es der 40-Jährige mit seinen New England Patriots beim Super Bowl nicht über die Ziellinie.

Stattdessen musste er mit ansehen, wie die Philadelphia Eagles nach dem 41:33-Sieg im Endspiel der National Football League (NFL) ausgelassen ihren ersten Triumph feierten. Dabei hatte Brady eigentlich eine überragende Leistung gezeigt. Er erzielte einen Raumgewinn von 505 Yards, warf drei Touchdown-Pässe und leistete sich keine einzige Interception. Mit solchen Werten verliert man eigentlich nicht. Hatte bis zu diesem Sonntagabend auch noch kein Quarterback. Doch am Ende musste sich Brady dennoch geschlagen geben.

Brady erlebte im Stadion im eiskalten Minneapolis ein Auf und Ab. In der ersten Halbzeit stotterte der Motor der New-England-Offensive. Patriots-Coach Bill Belichick griff zwischenzeitlich tief in die Trickkiste und setzte seinen Star-Quarterback als Ballempfänger ein - vergeblich. Beim Versuch, den Pass von Danny Amendola zu fangen, war dem Routinier sein Alter deutlich anzusehen. Er ließ den Ball fallen und wurde im Netz dafür verspottet. Sein Gegenüber Nick Foles machte es besser, er fing sogar einen Pass zum Touchdown. Das hatte bislang noch kein Quarterback in der Geschichte des Super Bowls geschafft. Mit einem 12:22-Rückstand ging es für die Patriots in die Pause.

Doch Brady wäre nicht Brady, wenn er das so einfach auf sich sitzen lassen würde. Wie so oft in seiner Karriere drehte er nach der Halbzeit auf. Der Superstar der NFL ist dafür bekannt, sein Team auch nach großen Rückständen in der zweiten Halbzeit noch zurück ins Spiel zu bringen. In den Play-offs hat er es zehn Mal geschafft, eine Partie mit dem allerletzten Angriff noch zu drehen - Ligarekord. Im vergangenen Jahr beim Super Bowl holte er mit den Patriots sogar einen 25-Punkte-Rückstand auf.

Und auch diesmal sah es so aus, als könnten die Patriots das Spiel drehen und als Sieger vom Platz gehen. Das Offensivspiel um Brady kam ins Rollen, der Vorsprung der Eagles schmolz immer mehr dahin. Im Schlussabschnitt ging New England dann sogar erstmals in Führung, die allerdings nicht lange hielt.

Zwei Minuten vor dem Ende hatte Brady dann aber nochmal alle Trümphe in der Hand. Die Patriots waren im Ballbesitz, mit einem erfolgreichen Angriff hätten sie das Spiel für sich entscheiden können. Doch Eagles-Verteidiger Brandon Graham machte die Hoffnungen zunichte. Er schlug Brady den Ball aus der Hand und sorgte so für die Vorentscheidung. "Yeah, ich meine, das nervt, ganz offensichtlich - yup, es nervt", sagte Brady zu seinem sogenannten "Fumble", an dem Brady nur eine Teilschuld trug, der aber als eine der Szenen des Spiels hängen bleiben wird.

Durch die Schlappe gegen die Philadelphia Eagles verpasste es Brady, als erster Spieler sechs Super Bowls zu gewinnen. Zudem setzte er eine schwarze Serie fort. Als neunter Spieler in Serie, der zum wertvollsten Spieler der Saison (MVP) gewählt wurde, gewann er mit seinem Team nicht den Super Bowl. Als MVP des Super Bowls wurde sein Gegenüber Foles ausgezeichnet.

Danach zeigte sich der Star-Quarterback sehr enttäuscht. "Ich meine - Verlieren ist Mist. Du trittst an, Du versuchst zu gewinnen, und manchmal verlierst Du und so ist es halt", sagte Brady. "Alle sind total enttäuscht."

Von einem Rücktritt will er trotz der Enttäuschung aber nichts wissen. "Es ist jetzt kurz nach dem Spiel. Ich würde das jetzt gerne erstmal sacken lassen. Aber ich sehe keinen Grund, warum ich nicht weitermachen sollte", sagte der 40-Jährige.

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(areh)