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NFL: Malcom Jenkins hält bei Presserunde nur Schilder hoch

Stummer Protest : NFL-Champion Jenkins hält bei Presserunde nur Schilder hoch

Super-Bowl-Gewinner Malcom Jenkins kämpft in der Regel lautstark für soziale Gerechtigkeit. Doch nach der Absage des traditionellen Empfangs im Weißen Haus durch US-Präsident Donald Trump entschloss sich der Football-Profi der Philadelphia Eagles zu einem stummen Protest.

Anstatt bei einer Presserunde zu sprechen, hielt der 30-Jährige Schilder in die Höhe. Jenkins begann mit der Botschaft "Ihr hört nicht zu", gefolgt von "Mehr als 60 Prozent der Menschen im Gefängnis sind farbig".

Der Safety zitierte weitere Fakten zum sozialen Ungleichgewicht in den USA, nannte Gründe für eine Reform des Justizsystems und brachte Beispiele für das Engagement vieler NFL-Profis in Initiativen für soziale Gerechtigkeit.

Zwischendurch hielt er immer wieder das Schild "Ihr hört nicht zu" hoch, auch, als ihn am Ende einer der Reporter fragte, wer denn nun nicht zuhöre. Jenkins kritisierte damit auch die Hymnen-Debatte, die seiner Meinung nach zu viel Raum in den US-amerikanischen Medien einnehme und wenig Platz für die Gründe der Proteste lasse.

Trump hatte die Einladung für den Meister der US-Profiliga NFL am Montag zurückgezogen - wohl nachdem er erfahren hatte, dass nur wenige Spieler gekommen wären. "Sie streiten mit ihrem Präsidenten, nur weil er darauf besteht, dass sie während der Hymne mit der Hand auf dem Herzen stehen, um die großartigen Männer und Frauen unseres Militärs und die Menschen unseres Landes zu ehren", lautete Trumps Begründung für die Absage.

Allerdings war kein Spieler der Philadelphia Eagles in der vergangenen Saison während der Nationalhymne auf die Knie gegangen, um gegen Rassismus, soziale Ungerechtigkeit und Polizeigewalt zu protestieren.

(SID)