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Björn Werner will mehr deutsche Talente in die NFL vermitteln

American Football : Werner will deutsche Talente in die NFL vermitteln

Der ehemalige NFL-Profi Björn Werner hilft europäischen Football-Talenten beim Sprung in die USA. Der 28-Jährige rechnet in sehr naher Zukunft mit einer neuen Welle an deutschen NFL-Spielern.

Mehr deutsche Footballer in der NFL? Björn Werner ist zuversichtlich. "In drei, vier, fünf Jahren haben wir eine ganze Welle, wo zwei bis drei Deutsche gedraftet werden", prognostiziert der Berliner. Werner (28), dessen Karriere in der US-Profiliga durch eine Knieverletzung jäh gestoppt wurde, will seinen Teil dazu beitragen.

Noch während Werner als Quarterback-Jäger der Indianapolis Colts (2013-15) tätig war, wusste er schon, was er nach seiner aktiven Laufbahn machen will - jungen Talenten aus Europa beim Sprung über den großen Teich helfen. Werner möchte "eine Brücke kreieren", deswegen rief er im September 2016 Gridiron Imports ins Leben.

Der Weg in die NFL, sagt er, sei für einen Deutschen nicht nur weit, sondern auch sehr hart. "Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 0,000 Prozent", sagte Werner im Gespräch mit dem sid. In den Highschools gebe es etwa eine Million Schüler, die ein Football-Stipendium an einer Universität anstreben: "Davon schafft es nur ein Prozent, und von diesen wieder nur ein Prozent in die NFL."

Aber: "Es ist möglich", sagt Werner, er will die Chancen erhöhen. Das Motto seiner Firma lautet: "Wir schaffen Möglichkeiten." Denn viele Deutsche wüssten überhaupt nicht, wie man an Chancen kommt, zudem erschweren finanzielle Aspekte oder Probleme mit dem Visum die Erfüllung des großen Traums.

Werner bietet Talenten eine Plattform und vermittelt sie an Highschools oder Universitäten. Seine Firma sichtet Anwärter, kümmert sich um organisatorische Probleme und stellt den Kontakt in die USA her.

Ziel ist es, dass sie "in den USA und vielleicht in der NFL Fuß fassen". Insgesamt 70 Europäer - davon 80 Prozent Deutsche, aber auch Österreicher, Dänen, Polen und Franzosen - haben bereits den Sprung in die USA geschafft, davon zehn zu Universitäten. Aber: "Du musst dich am College durchsetzen und gesund bleiben - das ist eine harte Nuss", sagte Werner.

Gridiron Imports sei auch "eine Art Mentoring-Programm". Sobald die Spieler im College sind, "kann ich nur noch für sie da sein, wenn sie schlechte Zeiten oder Fragen haben", sagte Werner. Er hatte selbst von einem ähnlichen Programm profitiert, das aber mittlerweile eingestellt wurde: "Ich war der Junge aus Berlin-Wedding, der nicht viel Geld hatte. Mit 16 bin ich rübergegangen, der Rest ist Geschichte." Werner war 2013 der erste Deutsche, der in der ersten Runde gedraftet wurde.

Die Erfolgsgeschichten deutscher NFL-Profis wie die von Sebastian Vollmer, Markus Kuhn oder eben Werner hätten "viele Jungs inspiriert und motiviert". Man merke den Antrieb deutscher Spieler, auch der in Deutschland entstandene Hype sei "megacool für alle, die involviert sind".

Im Super Bowl in der Nacht zu Montag (0.30 Uhr/ProSieben und DAZN) ist zwar kein Deutscher dabei. Die Chancen stehen aber nicht schlecht, dass sich dieser Umstand in naher Zukunft wieder ändert - auch dank Björn Werner.

(sid/old)