NBA-Draft 2019: Zion Williamson musste weinen

NBA-Draft : Das Basketball-Wunderkind musste weinen

Begleitet von großem Tamtam wurde College-Phänomen Zion Williamson bei den NBA-Drafts als Erster ausgewählt. Der 18-Jährige gilt längst als kommender Superstar und designierter Nachfolger der Basketball-Ikone LeBron James.

Der Koloss weinte hemmungslos, die Tränen liefen Zion Williamson über die Wangen und tropften auf den weißen Anzug. "Ich danke meiner Mama", sagte der kommende Basketball-Superstar mit brüchiger Stimme.

Williamson, 18 Jahre alt, 2,01 Meter groß, 130 Kilogramm schwer, wurde soeben als Nummer eins im NBA-Draft ausgewählt - als er dann auf der Bühne des Barclays Center in Brooklyn neben seiner Mutter Sharonda stand, brach es aus ihm heraus. "Ohne sie wäre ich nicht hier", sagte das Supertalent, das in der kommenden Saison für die New Orleans Pelicans auf Korbjagd gehen wird, vor einem Millionenpublikum bei ESPN: "Sie hat ihre Träume für meinen aufgegeben."

An diesem Traum nimmt längst ganz Amerika teil. Einen Hype wie um Williamson, der in der vergangenen, seiner Premierensaison am College für die Duke Blue Devils 22,6 Punkte im Schnitt erzielte, hatte es bei der stets von großem Tamtam begleiteten Talenteziehung seit dem NBA-Einstieg von LeBron James 2003 nicht mehr gegeben.

Als sich der hochbegabte Forward im Februar wegen eines gebrochenen Schuhs am Knie verletzte, fiel die Aktie des US-Sportausrüsters Nike zwischenzeitlich um über zwei Prozent. Und selbst Ex-Präsident Barack Obama, damals als Fan Augenzeuge in der Halle, sendete Genesungswünsche. Reichlich Vorschusslorbeer gab es zuletzt auch schon von LeBron James ("Ich liebe alles an ihm").

Kein Wunder also, dass in der Altstadt von New Orleans, wo der Draft in der Nacht zu Freitag auf Großbildleinwand übertragen wurde, eine Party-Stimmung wie beim legendären "Jazz and Heritage Festival" oder dem "Mardi Gras" an Karneval herrschte. Die Menschen tanzten auf den Dächern. Es gab jede Menge Lametta und Feuerwerk.

"Ich kann es kaum erwarten, in Big Easy loszulegen", sagte Williamson. Er sei "bereit zu helfen, etwas Besonderes zu schaffen". An Selbstbewusstsein mangelt es ihm nicht. Schon 2016, damals als 15-Jähriger, hatte er die Welt via Twitter wissen lassen: "Ich werde die Welt schocken."

Seit Williamson fünf Jahre alt war, träumt er von einer Karriere, wie sie einst Michael Jordan hinlegte. In einem Punkt hat er die Legende bereits übertrumpft: His Airness war bei seinem Karrierestart 1984 lediglich als Nummer drei beim Draft gecastet worden.

David Griffin, Top-Funktionär der Pelicans, freute sich jedenfalls diebisch über seinen Premium-Pick. "Er ist wie von der Hand Gottes berührt, wenn er Basketball spielt", sagte der Vize-Präsident. Das in der abgelaufenen Saison siebtschlechteste aller 30 NBA-Teams hofft dank Williamson auf eine goldene Zukunft.

Für den einzigen deutschen Profi im Draft, Joshua Obiesie, erfüllte sich der NBA-Traum dagegen vorerst nicht. Der 19-Jährige von Bundesligist s.Oliver Würzburg ging leer aus und gehörte nicht zu den insgesamt 60 Auserwählten. Im Vorjahr waren noch die Deutschen Moritz Wagner (Nr. 25) und Isaac Bonga (Nr. 39) von den Los Angeles Lakers ausgewählt worden.

(sef/sid)
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