Rundumschlag von Kanter „Die NBA ist ein Haufen von Feiglingen“

Der vereinslose Basketballer Enes Kanter Freedom hat scharfe Kritik an der nordamerikanischen Profiliga NBA geübt. Auch dem US-Sportartikelhersteller Nike der 30-Jährige schwere Vorwürfe.

Kanter Freedom.

Kanter Freedom.

Foto: dpa/Charles Krupa

Der vereinslose Basketballer Enes Kanter Freedom geht mit der nordamerikanischen Profiliga NBA hart ins Gericht. „Die NBA ist ein Haufen von Feiglingen“, sagte der 30-Jährige der Welt am Sonntag und holte zum Rundumschlag aus: „Ich halte NBA-Chef Adam Silver für einen Feigling. Ich halte die Besitzer der Teams für Feiglinge. Ich halte viele der Spieler für Feiglinge.“

Der Center, dessen Vertrag bei den Houston Rockets im Februar aufgelöst wurde, gilt in der NBA als Störenfried. Seit langem prangert der in Ankara geborene Kanter, der seit dem vergangenen Jahr die US-Staatsbürgerschaft besitzt, das Milliardengeschäft der Liga mit China an und kritisiert die Unterdrückung und Ausbeutung der Uiguren im Land. Die muslimische Minderheit ist in der chinesischen Region Xinjiang laut einem Bericht der Vereinten Nationen starken Repressalien ausgesetzt. Vorwürfe von Folter und Misshandlung seien glaubhaft, heißt es in dem knapp zwei Monate alten UN-Bericht. China weist die Anschuldigungen zurück.

Auch gegen US-Sportartikelriese Nike teilt Kanter aus. Das Unternehmen sei „die größte Heuchlerfirma der Welt“, die „über Gerechtigkeit“ spreche und sich „gleichzeitig Sklavenarbeit in China“ bediene. Ebenso seien die von Nike gesponserten Sportler „Feiglinge und Heuchler“.

Dass er China und Ausrüster Nike öffentlich kritisiert, sieht Kanter als Grund für seine Entlassung im Frühjahr. „Ein Mitspieler kam in der Kabine zu mir und sagte: Du weißt, dass das dein letztes Jahr in der NBA wird, oder?“, berichtet der 30-Jährige. Dennoch fühle er die Rückendeckung vieler früherer Teamkollegen. Zwar hätten ihn viele „nicht offen“ unterstützt, doch privat hätten sich Mitspieler bei ihm gemeldet und ihn zum Weitermachen motiviert.

Kanter, der als Erdogan-Kritiker in seinem Heimatland als Staatsfeind gilt und laut eigener Aussage „Hunderte Morddrohungen pro Tag“ erhält, hat Pläne: „Jetzt werde ich wahrscheinlich erst einmal die NBA verklagen, weil sie mich ausgeschlossen haben, nur weil ich meine Meinung gesagt habe. Und dann schaue ich mir Optionen in Europa an.“

(sid/dpa)
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