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Becky Hammon: "Großer Tag für die NBA und uns Frauen"

San Antonio holt erste Frau als Co-Trainer : Hammon: "Großer Tag für die NBA und uns Frauen"

Becky Hammon ist die erste Assistenztrainerin in der nordamerikanischen Profiliga NBA. Die 37-Jährige arbeitet künftig bei Meister San Antonio Spurs.

Ihr Engagement als erste weibliche Assistenztrainerin in der Macho-Welt der NBA feierte Becky Hammon ganz entspannt bei einem Konzert von Justin Timberlake. "Danke für all die Liebe und Unterstützung heute. Ich fühle mich unglaublich gesegnet", twitterte die 37-Jährige am Ende eines turbulenten Tages.

Thanks for all the love & support today!! I feel incredibly blessed, grateful, surreal & excited all at the same time!

Hammon wird künftig als Co-Trainerin in Vollzeit bei Meister San Antonio Spurs arbeiten — in der nordamerikanischen Profiliga ist dieser Schritt ein Meilenstein. "Ihr Basketball-IQ, ihre Arbeits-Einstellung und ihre zwischenmenschlichen Fähigkeiten werden den Spurs sicherlich weiterhelfen. Ich freue mich sehr auf sie", sagte Cheftrainer Gregg Popovich.

Noch spielt Hammon bei den San Antonio Stars in der Frauen-Profiliga WNBA. Anschließend wird sie in Texas helfen, die Superstars Tim Duncan, Tony Parker und Manu Ginobili auf die Mission Titelverteidigung vorzubereiten. "Ich bin so dankbar für die Chance, diese unglaublichen Athleten trainieren zu dürfen", sagte Hammon: "Das ist ein großer Tag für die NBA und für uns Frauen."

Und es ist nicht verwunderlich, dass dieser Schritt in San Antonio vollzogen wird, denn der kauzige Popovich ist immer wieder für eine Überraschung gut. Fünfmal führte er die Spurs seit seinem Amtsantritt 1996 zum Titel, nur zwei NBA-Trainer haben überhaupt mehr Meisterschaften gewonnen. Dabei setzte der 65 Jahre alte "Coach Pop" auf so viele ausländische Profis wie niemand zuvor, erst vor wenigen Wochen holte er in dem italienischen Top-Coach Ettore Messina zudem einen Europäer als weiteren Assistenten an seine Seite.

Hammon spielt für Russland

Und nun also Hammon. Als Aufbauspielerin wurde sie sechsmal WNBA-Allstar und zudem 2011 in den Kreis der 15 Besten in der Historie der Liga gewählt. Nachdem sie wiederholt nicht für das US-Nationalteam berücksichtigt worden war, bemühte sich die 1,68 m kleine Rebecca Lynn Hammon vor sechs Jahren um die russische Staatsbürgerschaft — und gewann mit dem Team 2008 bei ihrer ersten Olympia-Teilnahme in Peking Bronze.

Ihr Schritt, für Russland zu spielen, wurde kontrovers diskutiert. Die frühere US-Trainerin Anne Donovan warf ihr fehlenden Patriotismus vor, doch Hammon blockte ab. "Ich liebe mein Land", sagte Hammon, die 1999 nicht mal im Draft berücksichtigt worden war und sich trotzdem ihren Weg an die Spitze freikämpfte.

Am 23. Juli gab Hammon nach 16 Jahren ihren Rücktritt noch in diesem Monat bekannt, Gespräche mit den Spurs hat es aber schon lange vorher gegeben. Bei einer Art Praktikum sammelte sie Erfahrungen. "Sie wollte trainieren, wenn sie fertig ist mit spielen", sagte Popovich: "Sie ist nicht nur eine sehr gute Spielerin, sondern auch sehr intelligent und ein großartiger Mensch in unserer Gemeinschaft. Wir respektieren sie alle."

Die Spurs wurden für ihre Entscheidung in den sozialen Medien gefeiert. "Ich liebe Pop dafür, dass er Beckys Talent erkannt hat", twitterte Hollywood-Schauspielerin Eva Longoria, die lange mit Spurs-Aufbauspieler Tony Parker verheiratet war.

Die erste Frau in einem NBA-Trainerstab ist Hammon jedoch nicht. Pionierin war Lisa Boyer, die 2001 und 2002 zwischenzeitlich für die Cleveland Cavaliers arbeitete. Während Boyer, die ohne Bezahlung nur in Teilzeit dabei war, schnell wieder verschwand, will sich Hammon etablieren: "Es ist eine große Herausforderung, aber ich bin sehr zuversichtlich."

(sid)