Basketball in der NBA: Millionenpoker in der Free Agency lassen Machtverhältnisse wanken

Irrer Millionenpoker : Leonard-Deal bringt die Machtverhältnisse der NBA ins Wanken

In der NBA liefern sich die Los Angeles Lakers und der Stadtrivale Clippers ein irres Wechselduell. Superstar LeBron James kämpft mit seinem aufgemotzten Team künftig gegen den frischgebackenen NBA-Champion Kawhi Leonard um die Vorherrschaft in Kalifornien.

Kawhi Leonard hatte das lila-goldene Trikot der Los Angeles Lakers bereits übergestreift - zumindest auf einem überdimensionalen Wandbild am Venice Beach. Das Management des 16-maligen Meisters machte sich große Hoffnungen auf den frischgebackenen Champion, auch Megastar LeBron James wünschte sich den Ausnahmekönner für sein neues Superteam. Doch Leonard erschütterte mit einem überraschenden Schachzug die Machtverhältnisse in der Westküsten-Metropole, in Kalifornien, in der ganzen NBA.

Der 28-Jährige entschied sich nach seiner Meisterschaft mit den Toronto Raptors gegen die Lakers - aber nicht gegen L.A.: In dem aufregendsten Millionenpoker seit Jahren gab Leonard seine Zusage ausgerechnet dem Stadtrivalen Los Angeles Clippers. Und er bringt mit Paul George (Oklahoma City Thunder) einen weiteren Topathleten mit. Los Angeles entwickelt sich nach dürftigen Jahren plötzlich wieder zum Nabel der Basketball-Welt. Vom "LA LA LAND", schrieb James bei Instagram. Seinen Humor hat er trotz des Korbs von Leonard nicht verloren.

Für seine Franchise ist der Coup des Nachbarn ein Rückschlag. "Die Lakers werden mit LeBron James und Anthony Davis ein großartiges Team haben", schrieben die Los Angeles Times: "Aber sie haben die Chance auf eine Meisterschafts-Dynastie verpasst." Statt die Herrschaft eines übermächtigen Superteams herzustellen, kämpfen in Los Angeles künftig zwei Starensembles Seite an Seite. Leonard erhält 142 Millionen Dollar (126 Millionen Euro) für die kommenden vier Jahre von den Clippers. Die offiziell Bestätigung steht noch aus.

Seit Samstag, seitdem in der NBA die vertragslosen Spieler verpflichtet werden dürfen, überschlagen sich die Ereignisse, immer wieder geht der Blick dabei an die Westküste. "L.A. ist der König des Basketball", twitterte Lakers-Ikone Magic Johnson. Die neue Dichte an Topspielern im Zentrum der amerikanischen Film- und Fernsehindustrie ist beeindruckend.

Am Sonntag setzte Star-Center Davis (26) wie erwartet seine Unterschrift unter ein Arbeitspapier der Lakers. "Anthony Davis ist der wohl dominanteste junge Allround-Spieler in der NBA", erklärte General Manager Rob Pelinka: "Dies ist ein historischer Moment für das Lakers-Franchise. Wir könnten nicht stolzer sein." Nach einer enttäuschenden ersten Saison mit James baut der 16-malige Meister seinen Kader komplett neu auf. Mit frischen Topkräften soll der erste Titel seit 2010 eingefahren werden.

Betroffen von dem Deal sind neben weiteren Profis auch Moritz Wagner (22) und Isaac Bonga (19), die ihm Zuge des Davis-Transfers zu den Washington Wizards getradet wurden. Dazu gaben die Lakers auch etliche Draft-Rechte ab. Dennoch stockt der Aufbau des neuen Superteams um James.

(lt/sid)
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