Dallas Mavericks: Maxi Kleber spricht im Interview über den deutschen Basketball

NBA-Profi Maxi Kleber im Interview : „Wir haben die Chance, den deutschen Basketball ins Rampenlicht zu stellen“

Maxi Kleber spielt bei den Dallas Mavericks an der Seite von Basketball-Legende Dirk Nowitzki seine bislang stärkste Spielzeit in der NBA. Im Interview spricht der Würzburger über seine Ziele mit der Nationalmannschaft und die Zukunft mit den Mavericks.

Herr Kleber, die Nationalmannschaft trifft bei der WM 2019 auf Frankreich, Jordanien und die Dominikanische Republik. Ist die zweite Runde bei diesen Gegnern Pflicht?

Maxi Kleber Die Gruppe kommt uns entgegen, keine Frage. Erster oder Zweiter zu werden, sollte definitiv drin sein. Aber wir müssen uns dieses Jahr nicht auf andere konzentrieren, sondern mehr auf uns. Wir haben eine richtig gute Mannschaft.

Die deutschen Spiele werden in Shenzhen ganz im Süden ausgetragen, in der zweiten Runde ginge es dann rund 1400 Kilometer nördlich, in Nanjing, weiter. Sie kennen solche Reisen aus der NBA. Welchen Einfluss hat das auf eine Mannschaft?

Kleber Es ist auf jeden Fall eine andere Herausforderung, als wenn man die ganze Zeit am selben Ort spielen würde. Reisen belasten uns Spieler, denn eigentlich braucht man die Zeit zur Regeneration. Aber da müssen eben alle Mannschaften durch.

Werden Sie in China dabei sein?

Kleber Das ist das Ziel. Wenn ich fit bin, will ich für Deutschland spielen.

Und was ist das Ziel für die deutsche Mannschaft?

Kleber Das ist schwer zu sagen. Wir müssen uns auf keinen Fall verstecken, denn wir haben so viel Talent wie lange nicht mehr in der Mannschaft. Dennis Schröder ist einer der besten Spielmacher der Welt, der macht es mir aber auch jedem anderen Spieler einfacher. Dann kommen Paul Zipser und Daniel Theis zurück, die haben in der Qualifikation noch gefehlt und bringen nochmal eine andere Qualität rein. Wir haben echt eine gute Mannschaft und haben die Chance, den deutschen Basketball ins Rampenlicht zu stellen. Aber über den Erfolg am Ende entscheiden halt viele Faktoren: Losglück, Tagesform, Verletzungen. Mal schauen.

Stichwort Rampenlicht. Im Sommer könnte Dirk Nowitzki seine Karriere beenden. Welche Auswirkungen hätte das für den deutschen Basketball?

Kleber Das ist auf jeden Fall das Ende einer Ära. Dirk hat den Basketball geprägt wie nur wenige andere. Deshalb wird das auf jeden Fall eine Umstellung für uns deutsche Basketballer. Aber es ist gleichzeitig auch eine Chance. Der deutsche Basketball ist in den vergangenen Jahren wirklich extrem gut gewachsen. Wir haben überall in Europa gute Spieler und so viele NBA-Profis wie noch nie. Ein Grund dafür ist halt Dirk Nowitzki, der 21 Jahre lang das Aushängeschild war und den Boden bereitet hat.

Für Sie persönlich läuft ihre zweite NBA-Saison in Dallas gut. Sie legen sportlich gute Werte auf, aber im Sommer endet der Vertrag. Wie geht es dann weiter?

Kleber Ich fühle mich hier sehr wohl, aber die NBA ist letztlich ein Geschäft. Die Organisation wird schauen, wer im Sommer auf dem Markt verfügbar ist, wer kommt und wer geht. Ich würde mich freuen, wenn ich hier bleiben kann. Zumal die Mavericks mit Luka Doncic und Kristaps Porzingis für nächste Saison zwei wirklich tolle Spieler im Kader haben, da wäre ich natürlich gerne dabei.

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