Olympia offenbar nicht in Gefahr Entwarnung bei Alexander Zverev nach Knieverletzung

Update | London · Alexander Zverev hatte Glück im Unglück. Seine Knieverletzung ist nicht so schlimm wie befürchtet. Damit kann er wohl auch in Hamburg und bei Olympia an den Start gehen.

 Alexander Zverev kann aufatmen.

Alexander Zverev kann aufatmen.

Foto: AFP/HENRY NICHOLLS

Entwarnung bei Alexander Zverev. Der Tennis-Olympiasieger hat in Wimbledon keine schwere Knieverletzung erlitten und plant in der Vorbereitung auf die Sommerspiele sogar mit einer Teilnahme am ATP-Turnier in seiner Heimatstadt Hamburg in der kommenden Woche. Dies bestätigte sein Bruder und Manager Mischa Zverev dem SID.

Die am Dienstag geäußerten Befürchtungen einer schwereren Blessur bestätigten sich bei einer weiteren Untersuchung in Monte Carlo nicht. „Entwarnung, alles ist so, wie es Sascha gesagt hat“, meinte Mischa Zverev. Sein Bruder hatte nach dem Achtelfinalaus gegen Taylor Fritz von einem Knochenmarködem und einer Kapselzerrung gesprochen.

Dem Weltranglistenvierten gehe es schon besser, bestätigte Mischa Zverev. Alexander Zverev hatte nach zuvor starken Leistungen in der Runde der letzten 16 in fünf Sätzen gegen Fritz verloren. „Ich habe mit unfassbar vielen Schmerzmitteln gespielt“, sagte Zverev danach: „Mein Knie ist relativ geschwollen und hat viel Flüssigkeit.“

Er äußerte dennoch die Hoffnung, dass die Verletzungspause kurz bleibt. Dies scheint sich nun zu bestätigen. Das olympische Tennisturnier in Paris beginnt am 27. Juli..

Immer wieder Verletzungsprobleme

Die Stichworte Hamburg und Knochenödem erinnern an 2022. Nach seiner Bänderverletzung im Fuß vom Halbfinale bei den French Open wollte Zverev im Davis Cup sein Comeback geben. Es platzte, weil er zu viel belastet hatte und ihn ein Knochenödem ausbremste.

Immer wieder war Zverev in den vergangenen Jahren in sportliche Dramen verwickelt. Immer wieder endete seine Grand-Slam-Titel-Jagd vergeblich. In Paris vor zwei Jahren verabschiedete er sich nach einem anfangs glänzenden Auftritt gegen Rafael Nadal vom Publikum an Krücken. 2023 berichtete er in Paris von einer Zerrung im Oberschenkel, als er im Halbfinale gegen Casper Ruud chancenlos geblieben war.

Auf der ganz großen Tennis-Bühne mehren sich auch die verspielten Führungen bei den Grand Slams. Unvergessen ist das verlorene US-Open-Endspiel 2020 gegen Dominic Thiem nach zwei gewonnenen Sätzen. Auch in Melbourne zum Beginn dieser Saison sah er im Halbfinale gegen Daniil Medwedew wie der Sieger aus – und erzählte dann, er habe in der Nacht zuvor Fieber gehabt. In Paris vor einem Monat trennte ihn gegen Carlos Alcaraz ein Satz vom Triumph.

„Irgendwann fängt man wirklich an zu glauben, dass es vielleicht für einen nicht gedacht ist“, sagte Zverev: „2022 spiele ich das beste Sandplatztennis, das ich je gespielt habe, habe wirklich das Gefühl, dass ich mit Nadal mithalten kann, dass ich das Turnier gewinnen kann, verletze mich“, blickte er zurück: „Hier habe ich das Gefühl, dass ich mein bestes Rasentennis spiele, was ich je gespielt habe. Verletze mich. Vielleicht werde ich irgendwann ein bisschen mehr Glück haben.“

(stja/Jne mit dpa)