Termine, deutsche Spieler, TV-Übertragung Das müssen Sie über Wimbledon 2024 wissen

London · Zum 137. Mal spielen die Tennis-Profis ab dem 1. Juli auf dem berühmten Rasen von Wimbledon um den Titel. Wer sind die deutschen Teilnehmer? Wer die Favoriten und wie läuft das Turnier ab? Wir klären die wichtigsten Fragen.

Kann Alexander Zverev seinen ersten Grand Slam holen? Hier erfahren Sie alles über Wimbledon. (Archivbild)

Kann Alexander Zverev seinen ersten Grand Slam holen? Hier erfahren Sie alles über Wimbledon. (Archivbild)

Foto: AP/Mosa'ab Elshamy

Es ist der Tennis-Klassiker schlechthin im Jahr: Das Rasen-Turnier im All England Lawn Tennis and Croquet Club in London. Besser bekannt als Wimbledon. Der dritte von vier Grand Slams ist der wohl spektakulärste und wichtigste im Turnierkalender. In Deutschland ist das Turnier ganz eng mit dem Namen Boris Becker verbunden, der hier seine größten Turniersiege feierte. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu den Wimbledon Championships 2024.

Wann und wo findet Wimbledon statt?

Das Turnier beginnt am Montag, 1. Juli, auf den Plätzen des All England Clubs. Neben dem Damen- und Herreneinzel werden auf dem heiligen Rasen drei Doppelkonkurrenzen (Damendoppel, Herrendoppel, Mixed) ausgetragen. Zudem treten Sportlerinnen und Sportler gegeneinander an, die noch minderjährig sind – ein Turnier für Rollstuhlfahrer findet ebenfalls statt. Die Veranstaltung endet mit den Finalspielen am Sonntag, 14. Juli.

Wie hoch ist das Preisgeld in diesem Jahr

Die Veranstalter teilten mit, dass erneut ein Rekord-Preisgeld ausgeschüttet wird. Insgesamt können die Sportlerinnen und Sportler rund 59 Millionen Euro (50 Millionen Pfund) abräumen – und damit ungefähr sieben Millionen Euro mehr im Vergleich zum Vorjahr.

Die Siegerinnen und Sieger der Einzelwettbewerbe bei Frauen und Männern erhalten jeweils etwa 3,2 Millionen Euro. Die Zweitplatzierten dürfen sich über rund 1,65 Millionen Euro freuen. Allein für das Erreichen der ersten Runde werden die Spielerinnen und Spieler schon mit stattlichen 71.000 Euro entlohnt, mit jeder gewonnen Runde kommt mehr dazu.

Auch das Mitspielen im Doppelwettbewerb lohnt sich. Hier bekommen die siegreichen Duos bei Männern und Frauen 770.000 Euro ausgeschenkt, für das Überstehen der Qualifikation bekommen sie 18.000 Euro. Allerdings müssen sich die Doppelpaarungen das Preisgeld aufteilen. Im Mixed geht die Abstufung weiter: Das Siegerpaar erhält ca. 155.000 Euro, die Erstrundenteilnehmer haben 5.000 Euro sicher, die ebenfalls aufgeteilt werden müssen.

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Foto: dpa/Thibault Camus

Wer sind die Favoriten bei den Männern?

Der Top-Favorit auf den Titel ist die aktuelle Nummer eins der Weltrangliste: Jannik Sinner. Der Italiener bewies im Vorfeld mit dem Turniersieg in Halle, dass er den Wechsel von Sand auf Rasen bravourös meistern konnte. Sein schnelles und grades Spiel in Kombination mit einem fulminanten Aufschlag macht ihn zum perfekten Rasenspieler.

Dicht gefolgt muss Carlos Alcaraz genannt werden. Der Titelverteidiger schlägt mit dem Sieg bei den French Open im Rücken in Wimbledon auf. Allerdings musste er im Vorfeld des Klassikers einen Dämpfer hinnehmen. Beim Vorbereitungsturnier im Queen´s Club scheiterte er bereits überraschend im Achtelfinale. So könnte ihm die nötige Matchpraxis im Vergleich zu Sinner fehlen.

Der deutsche Alexander Zverev zählt ebenfalls zum Favoritenkreis, auch wenn er bei einem Grand Slam noch auf den großen Wurf wartet. Gerade in Wimbledon lief es für Zverev ernüchternd – erst zweimal schaffte er es ins Achtelfinale. Als Nummer vier der Welt und mit einer sehr guten Saison bisher muss man ihm aber auch auf dem ungeliebten Rasen einiges zutrauen.

Zum erweiterten Favoritenkreis zählt Daniil Medvedev. Sein Spiel passt ähnlich wie bei Sinner gut zum Bodenbelag. Außenseiterchancen könnte sich Queen´s-Sieger Tommy Paul ausrechnen, der in der Vergangenheit seine Stärke auf Rasen unter Beweis stellen konnte.

Novak Djokovic gab kurz vor Wimbledon seine Teilnahme nach überstandener Verletzung bekannt. Wie gut er nach der langen Pause ist, weiß niemand. Auf der Rechnung muss man ihn aber trotzdem immer haben.

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Foto: dpa/Loic Baratoux

Wer sind die Favoriten bei den Frauen?

Bei den Damen führt an Iga Swiatek kein Weg vorbei. Die Polin, die zuletzt souverän die French Open gewann, muss als Top-Favoritin auf den Sieg gehandelt werden. Die unangefochtene Nummer eins der Welt möchte endlich ihren ersten Wimbledon-Titel. Allerdings reist sie ohne ein einziges Spiel auf Rasen in dieser Saison an, in Berlin meldete sie zuletzt nicht.

Die Amerikanerin Coco Gauff möchte dies verhindern. Von Experten wird sie als größte Widersacherin Swiateks gehandelt. Beim WTA-Turnier in Berlin als Rasenvorbereitung spielte sie sich immerhin bis in das Halbfinale durch. Ihr druckvolles Spiel kommt ihr auf dem ungewohnten Untergrund zugute.

Ansonsten ist es schwer, weitere Favoritinnen für Wimbledon auszumachen. Jessica Peluga gewann zwar das Berlin-Turnier, ist aber eigentlich keine Expertin auf Rasen. Außerdem mussten zahlreiche Topspielerinnen in den Vorbereitungsturnieren verletzungsbedingt aufgeben oder zurückziehen. So traf es unter anderem Elena Rybakina und Ons Jabeur, bei denen der Fitnesszustand für den anstehenden Grand Slam ungewiss ist. Auch sonst spielt sich gerade im Frauentennis immer wieder eine Überraschung weit durch das Hauptfeld.

Wer fehlt in diesem Jahr?

Die prominenteste Absage kam von Rafael Nadal, der in seiner Heimat weiter auf Sand trainieren möchte, um bei Olympia in seinem „Wohnzimmer“ in Bestform zu sein. Auch eine weitere Allzeitgröße musste absagen. Andy Murray ist nach seiner Operation nicht rechtzeitig fit geworden und kann im Einzel nicht an den Start gehen. Weitere bekannte Namen, die durch mittlerweile schlechte Ranglistenplatzierungen auch keine Wildcard bekamen, sind Dominic Thiem und Milos Raonic.

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Foto: AP/Michel Euler

Bei den Frauen fehlt Aryna Sabalenka, die sich vor dem Turnier mit Schulterschmerzen herumplagte und schlussendlich zurückziehen musste. Außerdem prominent abwesend ist Simona Halep. Die Rumänin, 2019 Siegerin in Wimbledon, erhielt nach ihrer Dopingsperre keine Wildcard.

Wer sind die deutschen Hoffnungen?

Angeführt wird Team-Deutschland von Alexander Zverev, der der einzige gesetzte deutsche Spieler bei den Männern ist. Realistische Chancen, die ein oder andere Runde zu gewinnen, hat Jan-Lennard Struff, dessen Inkonstanz ihm jedoch oftmals für einen längeren Lauf im Turnier im Weg steht.

Bei den Frauen ist ein guter Run kaum zu erwarten. Im Vorjahr war spätestens in Runde zwei Schluss. Und auch in dieser Saison hat sich keine Frau so in den Vordergrund gespielt, dass es realistische Hoffnungen auf ein gutes Abschneiden gibt.

Wimbledon-Sieger - das sind die deutschen Gewinner in Wimbledon
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Wimbledon: Die deutschen Sieger

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Foto: AP/Ben Curtis

Die deutschen Teilnehmer in der Übersicht:

Herren:

  • Alexander Zverev
  • Jan-Lennard Struff
  • Dominik Koepfer (hat kurzfristig verletzt abgesagt)
  • Yannick Hanfmann
  • Daniel Altmeier
  • Maximilian Marterer

Damen:

  • Tatjana Maria
  • Tamara Korpatsch
  • Laura Siegemund
  • Angelique Kerber
  • Jule Niemeier
  • Eva Lys

Die Matches mit deutscher Beteiligung:

Männer

1. Runde
Alexander Zverev (Hamburg/Nr. 4) - Roberto Carballes Baena (Spanien) 6:2, 6:4, 6:2
Jan-Lennard Struff (Warstein) - Fabian Marozsan (Ungarn) 6:4, 6:7 (4:7), 6:2, 6:3
Yannik Hanfmann (Karlsruhe) - Jannik Sinner (Italien/Nr. 1) 3:6, 4:6, 6:3, 3:6
Daniel Altmaier (Kempen) - Arthur Fery (Großbritannien) 4:6, 7:6, 1:6, 6:3, 6:1
Maximilian Marterer (Nürnberg) - Roberto Bautista Agut (Spanien) 3:6, 1:6, 4:6

2. Runde
Daniel Altmaier (Kempen) - Denis Shapovalov (Kanada) 6:7 (3:7), 3:6, 6:1, 7:6 (7:3), 4:6
Jan-Lennard Struff (Warstein) - Zhizhen Zhang (China/Nr. 32) 5:7, 6:3, 7:6 (7:1), 7:6 (10:8)
Alexander Zverev (Hamburg/Nr. 4) - Marcos Giron (USA) 6:2, 6:1, 6:4

3. Runde
Jan-Lennard Struff (Warstein) - Daniil Medwedew (Nr. 5) 1:6, 3:6, 6:4, 6:7 (3:7)
Alexander Zverev (Hamburg/Nr. 4) - Cameron Norrie (Großbritannien) 6:4, 6:4, 7:6 (17:15)

Achtelfinale
Alexander Zverev (Hamburg/Nr. 4) - Taylor Fritz (USA/Nr. 13) 6:4, 7:6 (7:4), 4:6, 6:7 (3:7), 3:6

Frauen

1. Runde
Angelique Kerber (Kiel) - Julia Putinzewa (Kasachstan) 5:7, 3:6
Laura Siegemund (Metzingen) - Kateryna Baindl (Ukraine) 6:4, 6:1
Tatjana Maria (Bad Saulgau) - Katie Boulder (Großbritannien) 6:7 (6:8), 5:7
Tamara Korpatsch (Hamburg) - Yuriko Miyazaki (Japan) 2:6, 1:6
Eva Lys (Hamburg) - Clara Burel (Frankreich) 2:6, 4:6
Jule Niemeier (Dortmund) - Viktorija Golubic (Schweiz) 6:2, 6:1

2. Runde
Jelena Rybakina (Kasachstan/Nr. 4) - Laura Siegemund (Metzingen) 6:3, 3:6, 6:3
Jule Niemeier (Dortmund) - Elina Svitolina (Ukraine/Nr. 21) 3:6, 4:6

Wo läuft Wimbledon im TV und online im Live-Stream?

Das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres wird ausschließlich auf Amazon Prime Video übertragen. Der Streamingdienst löst in dieser Saison Sky ab, die in den Jahren zuvor vom Klassiker berichteten. Damit steht auch fest, dass das Turnier nur online zu sehen sein wird. Eine lineare Übertragung wird es zu diesem Turnier nicht geben.

Wer gehört zum Übertragungsteam?

Katharina Kleinfeldt und Alex Schlüter übernehmen die Moderation bei den Übertragungen. Die Berichterstattung beinhaltet laut Amazon tiefgründige Analysen von Experten und ehemaligen und aktuellen Tennisstars, wie Andrea Petković, Sabine Lisicki, Michael Stich, Mischa Zverev, Dustin Brown, Barbara Rittner, Daniela Hantuchova, Sascha Bajin, Barbara Schett, Benjamin Ebrahimzadeh und Markus Zöcke.

Kommentiert werden die Spiele von Jonas Friedrich, Markus Theil, Marcel Meinert, Wolfgang Nadvornik, Nicola Geuer, Hannes Herrmann, Lukas Schönmüller und Dennis Heinemann. Cayana Freeman und Moritz Lang sind als Reporter im Einsatz und fangen die Stimmen der Spieler ein.

Was Sie sonst noch über Wimbledon wissen sollten

Die Felder der Einzelkonkurrenzen bestehen aus je 128 Spielerinnen und Spielern, wobei acht Wildcards verteilt werden (und 16 Tickets noch in der Qualifikation ausgespielt werden). Bekanntlich gibt es beim Wimbledon-Turnier eine strenge Kleiderordnung. 90 Prozent der Kleidung der Spieler muss weiß sein. Wird das nicht eingehalten, gibt es eine Geldstrafe, wie unter anderem die kanadische Tennis-Spielerin Genie Bouchard schon am eigenen Leib erfahren musste.

Der Sonntag der ersten Wochen diente traditionell als Ruhetag, dies ist seit dem vergangenen Jahr aber nicht mehr der Fall. Traditionell diente der „Rest Day“ der Rasenpflege. Neue Technologien ermöglichen dem All England Lawn Tennis and Croquet Club aber, einen guten Rasen auch ohne Ruhetag zu gewährleisten, sodass auch in diesem Jahr durchgespielt werden kann.

Auch in Wimbledon greift die neue Regel für den fünften Satz. Sollte es im entscheidenden Durchgang 6:6 stehen, wird ein Match-Tie-Break bis zehn gespielt, um die Matchdauer kürzer zu halten. Dadurch sollen Marathon-Matches verhindert werden. 2018 zum Beispiel zog sich das zweite Halbfinale in der Herrenkonkurrenz über zwei Tage. Am Ende siegte Kevin Anderson mit 26:24 gegen John Isner nach sage und schreibe sechs Stunden und 31 Minuten.