1. Sport
  2. Tennis
  3. Wimbledon

Wimbledon 2022: Spielplan, Ergebnisse, Live-Stream, Preisgeld, TV-Übertragung

Termine, deutsche Spieler, TV-Übertragung : Das müssen Sie über Wimbledon 2022 wissen

Zum 135. Mal spielen die Tennis-Profis ab dem 27. Juni auf dem berühmten Rasen von Wimbledon um den Titel. Wer sind die deutschen Teilnehmer? Wer die Favoriten und wie läuft das Turnier ab? Wir klären die wichtigsten Fragen.

Nach zwei Jahren Zwangspause durch die Corona-Pandemie kehrte in Wimbledon 2021 wieder ein wenig Normalität ein. 2022 steht das älteste und prestigeträchtigste Tennisturnier nun erneut unter besonderen Vorzeichen. Die Veranstalter haben sich entschieden, aufgrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine keine russischen und belarussischen Profis zuzulassen. Als Konsequenz daraus haben ATP und WTA wiederum beschlossen, bei dem Turnier keine Weltranglistenpunkte zu vergeben. Der aktuelle Weltranglistenerste der Männer, Daniil Medwedew, wird in Wimbledon daher nicht an den Start gehen. Die Nummer zwei fehlt mit Alexander Zverev verletzungsbedingt. Bei den Damen gibt Serena William mit 40 Jahren dagegen ein mit Spannung erwartetes Comeback.

Wann und wo findet Wimbledon 2022 statt?

Alle Infos zu Wimbledon 2022 mit den Favoriten Novak Djokovic, Rafael Nadal, Ons Jabeur und den Deutschen Jule Niemeyer und Tatjana Maria

Das Turnier beginnt am 27. Juni um 12 Uhr auf den Außenplätzen des All England Lawn Tennis and Croquet Club. Ab 14 Uhr finden dann auch die ersten Spiele auf dem „No. 1 Court“ und ab 14.30 Uhr auf dem Center Court statt. Es starten die Damen- und Herreneinzel.

Neben den Damen- und Herreneinzel werden auf den Rasenplätzen drei Doppelkonkurrenzen (Damendoppel, Herrendoppel, Mixed-Doppel) ausgetragen. Zudem treten Sportlerinnen und Sportler gegeneinander an, die noch minderjährig sind, und es gibt ein Turnier für Rollstuhlfahrer. Nach zwei Wochen, am Sonntag, 10. Juli, endet die prestigeträchtige Veranstaltung.

Wie hoch ist das Preisgeld bei Wimbledon 2022?

Weltranglistenpunkte sind diesmal nicht zu vergeben, dafür ist das Preisgeld so hoch wie noch nie. Insgesamt werden 40,35 Millionen Pfund (umgerechnet etwa 46 Millionen Euro) an die Profis ausgeschüttet. Im vergangenen Jahr waren es nur 40,8 Millionen Euro. Für den Titel im Einzel bekommen Siegerin und Sieger jeweils zwei Millionen Pfund (knapp 2,3 Millionen Euro). Bei der Siegerehrung wird entweder der „Challenge Cup“ (Trophäe des Herreneinzel) oder die „Rosewate-Dish“ (Trophäe der Dameneinzel) überreicht.

Wer sind die Favoriten?

Der Weltranglistenerste Daniil Medwedew ist als Russe in diesem Jahr vom Turnier ausgeschlossen worden, Alexander Zverev ist vor Wimbledon die Nummer zwei der Welt, fehlt aber nach seiner Verletzung bei den French Open ebenfalls. Damit geht Novak Djokovic als klarer Favorit ins Turnier, auch wenn er sich bei den French Open zuletzt dem Sandplatzkönig Rafael Nadal geschlagen geben musste. Nach dem Hickhack um seine schlussendlich verweigerte Einreise zu den Australian Open musst der noch immer nicht gegen das Coronavirus geimpfte Serbe befürchten, auch in London ausgeschlossen zu werden. Da derzeit aber die Corona-Beschränkungen weitgehend zurückgefahren wurden, darf Djokovic aufschlagen. Nadals anhaltende Fußprobleme setzen lange ein Fragezeichen hinter seine Teilnahme in Wimbledon. Zuletzt signalisierte der Spanier aber, dass er 2022 in Südlondon aufschlagen wird. Neben den beiden Ausnahmespielern wird auch die kommende Generation mit Spielern wie Stefanos Tsitsipas, Holger Rune, Casper Ruud, Carlos Alcaraz oder auch Vorjahresfinalist Mateo Berrettini Ansprüche anmelden.

  • Das macht Wimbledon so besonders
  • Statistik : Die Tennis-Weltrangliste der Herren
  • Statistik : Die Tennis-Weltrangliste der Damen

Bei den Damen führt an Iga Swiatek kein Weg vorbei. Die Polin, die zuletzt auch souverän die French Open gewann, wird als Top-Favoritin auf den Sieg gehandelt. Auch weil Vorjahresgewinnerin Ashleigh Bartey in der Zwischenzeit ihre Karriere beendet hat. Das trägt zusätzlich dazu bei, dass Prognosen im Damenfeld schwer sind. Neben Swiatek dürfen sich auch Coco Gauff, Karolina Pliskova oder Aryna Sabalenka Hoffnungen machen. Eine Größe vergangener Tage darf sich zwar nicht mehr dem engeren Favoritenkreis zurechnen lassen, die Aufmerksamkeit des Publikums wird Serena Williams aber gewiss sein. Die 40-Jährige geht in Wimbledon überraschend mit einer Wildcard an den Start und jagt dabei den Rekord der Australierin Margaret Court, die 24 Majortriumphe einheimsen konnte. Williams fehlt mit 23 Grand-Slam-Siegen also nur noch ein Titel. Was von ihr sportlich zu erwarten ist, nachdem sie im vergangenen Jahr nach ihrer Aufgabe nicht mehr auf dem Tennisplatz zu sehen war.

Wer sind die deutschen Hoffnungen?

Die Ambitionen der deutschen Tennis-Profis in Wimbledon haben durch die Absage von Alexander Zverev einen herben Dämpfer erhalten. Der Hamburger hat sich bei den French Open mehrere Bänder gerissen und wird nicht rechtzeitig fit. Oscar Otte, Daniel Altmaier, Peter Gojowczyk oder Jan-Lennard Struff können natürlich darauf hoffen, für die ein oder andere positive Überraschung zu sorgen, spielen aber nicht um den Titel mit.

Als ranghöchste deutsche Starterin ist in diesem Jahr erneut Angelique Kerber mit dabei. Die 34-Jährige hat gute Erinnerungen an Wimbledon. 2018 konnte sie das Turnier gewinnen, 2021 scheiterte sie erst im Halbfinale an der späteren Siegerin Ashleigh Barty. Andrea Petkovic und Julie Niemeier hoffen ebenfalls auf positive Überraschungen aus deutscher Sicht.

Diese Favoriten fehlen:

Allen voran natürlich Daniil Medwedew und Alexander Zverev, die aktuelle Nummer eins und zwei der Welt. Auch Roger Federer wird wohl nicht rechtzeitig genug fit, um an den Start gehen zu können. Auch Dominic Thiem verzichtet in diesem Jahr auf eine Teilnahme an den Lawn England Championships. Während Serena Williams bei den Damen überraschend an den Start geht, wird Schwester Venus in diesem Jahr nicht dabei sein.

Die deutschen Teilnehmer in der Übersicht:

Herren:

  • Oscar Otte
  • Daniel Altmaier
  • Peter Gojowczyk
  • Jan-Lennard Struff
  • Maximilian Marterer
  • Nicola Kuhn
  • Dominik Koepfer

Damen:

  • Angelique Kerber
  • Andrea Petkovic
  • Jule Niemeier
  • Nastasja Schunk
  • Tatjana Maria
  • Tamara Korpatsch

Die Erstrundenmatches mit deutscher Beteiligung:

Männer

1. Runde:
Oscar Otte (Köln/Nr. 32) - Peter Gojowczyk (München) 6:1, 6:2, 6:1
Jan-Lennard Struff (Warstein) - Carlos Alcaraz (Spanien/Nr. 5) 4:6, 7:5, 4:6, 7:6, 6:4
Maximilian Marterer (Nürnberg) - Aljaz Bedene (Slowenien) 4:6, 7:5, 6:4, 7:5
Mikael Ymer (Schweden) - Daniel Altmaier (Kempen) 6:3, 7:5, 7:5
Dominik Koepfer (Furtwangen) - Daniel Elahi Galan (Kolumbien) 4:6, 5:7, 6:7 (1:6)
Nicola Kuhn (Ludwigshafen) - Brandon Nakashima (USA) 3:6, 6:7 (1:7), 3:6, 2:6

2. Runde:
Oscar Otte (Köln/Nr. 32) - Christian Harrison (USA) 3:1 Aufgabe Harrison
Maximilian Marterer (Nürnberg) - Frances Tiafoe (USA/Nr. 23) 2:6, 2:6, 6:7

3. Runde:

Oscar Otte (Köln/Nr. 32) - Carlos Alcaraz (Spanien/5) 3:6, 1:6, 2:6

Viertelfinale:

Rafael Nadal (Spanien) - Taylor Fritz (USA)
Nick Kyrgios (Australien) - Cristian Garin (Chile)
Novak Djokovic (Serbien/1) - Jannik Sinner (Italien/10) 5:7, 2:6, 6:3, 6:2, 6:2
Cameron Norrie (Großbritannien/9) - David Goffin (Belgien) 3:6, 7:5, 2:6, 6:3, 7:5

Halbfinale:

Novak Djokovic (Serbien/1) - Cameron Norrie (Großbritannien/9)

Frauen

1. Runde:
Angelique Kerber (Kiel/Nr. 15) - Kristina Mladenovic (Frankreich) 6:0, 7:5
Jule Niemeier (Dortmund) - Wang Xiyu (China) 6:1, 6:4
Andrea Petkovic (Darmstadt) - Viktorija Golubic (Schweiz) 4:6, 3:6
Tatjana Maria (Bad Saulgau) - Astra Sharma (Australien) 4:6, 6:3, 6:4
Tamara Korpatsch (Hamburg) - Heather Watson (Großbritannien) 7:6, 5:7, 2:6
Nastasja Schunk (Ludwigshafen) - Mihaela Buzarnescu (Rumänien) 4:6, 2:6

2. Runde:
Angelique Kerber (Kiel/Nr. 15) - Magda Linette (Polen) 6:3, 6:3
Jule Niemeier (Dortmund) - Anett Kontaveit (Estland/Nr. 2) 6:4, 6:0
Tatjana Maria (Bad Saulgau) - Sorana Cirstea (Rumänien) 6:3, 1:6, 7:5

3. Runde:
Angelique Kerber (Kiel/Nr. 15) - Elise Mertens (Belgien/Nr. 24) 4:6, 5:7
Jule Niemeier (Dortmund) - Lesia Zurenko (beide Ukraine) 6:4, 3:6, 6:3
Tatjana Maria (Bad Saulgau) - Maria Sakkari (Griechenland/Nr. 5) 6:3, 7:5

Achtelfinale:

Jule Niemeier (Dortmund) - Heather Watson (Großbritannien) 6:2, 6:4
Tatjana Maria (Bad Saulgau) - Jelena Ostapenko (Lettland/Nr. 12) 5:7, 7:5, 7:5

Viertelfinale:

Tatjana Maria (Bad Saulgau) - Jule Niemeier (Dortmund) 4:6, 6:2, 7:5
Marie Bouzkova (Tschechien) - Ons Jabeur (Tunesien/3) 6:3, 1:6, 1:6
Ajla Tomljanovic (AUS) - Jelena Rybakina (KAZ)
Simona Halep (ROU) - Amanda Anisimova (USA)

Halbfinale:

Tatjana Maria (Bad Saulgau) - Ons Jabeur (Tunesien/3)

Wimbledon 2022 im TV und online im Live-Stream

Das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres wird ausschließlich vom Pay-TV-Sender Sky übertragen. Auf fünf Kanälen werden alle Top-Spiele sowie alle Spiele mit deutscher Beteiligung übertragen. Ab dem Viertelfinale sollen die einzelnen Matches dann in voller Länger zu sehen sein. Zudem können Sky-Kunden alle Übertragungen des Tennis-Turniers auch online im Live-Stream auf Sky Go verfolgen.

Was Sie sonst noch über Wimbledon 2022 wissen sollten

Die Felder der Einzelkonkurrenzen bestehen aus je 128 Spielerinnen und Spielern, wobei acht Wildcards verteilt werden (und 16 Tickets noch in der Qualifikation ausgespielt werden). Bekanntlich gibt es beim Wimbledon-Turnier eine strenge Kleiderordnung. 90 Prozent der Kleidung der Spieler muss weiß sein. Wird das nicht eingehalten, gibt es eine Geldstrafe, wie die kanadische Tennisschönheit Genie Bouchard schon am eigenen Leib erfahren musste.

Der Sonntag der ersten Wochen diente traditionell als Ruhetag, dies ist in diesem Jahr erstmals anders. Traditionell diente der „Rest Day“ der Rasenpflege. Neue Technologien ermöglichen dem All England Lawn Tennis and Croquet Club aber, den Rasen auch ohne Ruhetag zu gewährleisten, sodass in diesem Jahr erstmals durchgespielt werden kann.

Neben dem Davis Cup sind die Wimbledon Championships das einzige Turnier bei dem in der Doppelkonkurrenz bei den Herren, genauso wie in der Einzelkonkurrenz, drei Gewinnsätze gespielt werden. Seit dem vergangenen Jahr wird im Herreneinzel im entscheidenden fünften Satz beim Stand von 12:12 ein Tiebreak bis sieben gespielt. Dadurch sollen Marathon-Matches verhindert werden. 2018 zum Beispiel zog sich das zweite Halbfinale in der Herrenkonkurrenz über zwei Tage. Am Ende siegte Kevin Anderson mit 26:24 gegen John Isner nach sage und schreibe sechs Stunden und 31 Minuten.

(RP)