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Wimbledon 2022​: Djokovic schlägt Kyrgios und holt den nächsten Titel​

Wimbledon 2022 : Djokovic schlägt Kyrgios und verteidigt den Titel

Das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres hat am Montag, den 27. Juni begonnen. In Wimbledon kämpfen die Stars um den berühmten Pokal im All-England-Club. Wir haben alle wichtigen Meldungen zum Turnier.

Novak Djokovic hat die australische Rebellion in seinem Rasenreich Wimbledon erfolgreich zurückgeschlagen. Der serbische Seriensieger triumphierte im Finale über den „Tennis-Schurken“ Nick Kyrgios und damit zum vierten Mal in Folge im All England Club. Nach exakt drei Stunden verwandelte der überragende Djokovic seinen dritten Matchball zum 4:6, 6:3, 6:4, 7:6 (7:3) gegen den entnervten Kyrgios.

Mit insgesamt sieben Titeln in Wimbledon schloss er zu seinem Jugendidol Pete Sampras auf und liegt nur noch einen Erfolg hinter Rekordchampion Roger Federer - zudem nähert er sich im „ewigen“ Grand-Slam-Ranking dem Spitzenreiter: Nach Djokovics 21. Triumph im 32. Finale ist Rafael Nadal (22 Titel) wieder in Reichweite.

Djokovic, Federer, Nadal: Die Dominanz der Großen drei war oft erdrückend. In den letzten 20 Jahren gesellte sich in Wimbledon nur Andy Murray zu diesem Siegertrio. Kyrgios (27) brachte die Unberechenbarkeit zurück ins Finale: Genialität und Wahnsinn, Weltklasse und Wutanfälle liegen bei ihm eng beieinander. Djokovic befürchtete „ein Feuerwerk“.

Doch die bedeutende Bühne, die Königlichen Hoheiten William, Kate und Sohn George in der Royal Box und die einmalige Chance holten zunächst die seriöse Seite aus Kyrgios hervor. Verrückt spielte hier niemand, die Nervosität hatte der Außenseiter gut im Griff, der erste Aussetzer passierte Djokovic: Mit einem Doppelfehler gab er seinen Aufschlag ab.

Wenig später war der Satz weg, doch davon ließ sich Djokovic nicht beunruhigen. Im zweiten Durchgang gelang ihm der Durchbruch: Zum ersten Mal im dritten Duell nahm er Kyrgios dessen Aufschlag ab, die ersten zwei Matches hatte Djokovic 2017 verloren. Er war also gewarnt, zumal Kyrgios im Turnier eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht hatte.

Vom Super-Flegel, der auf den Heiligen Rasen rotzt, Schieds- und Linienrichter beschimpft und Gegner zur Weißglut treibt, bis hin zu einem ernstzunehmenden Titelkandidaten dauerte es nur wenige Tage. 14.000 Dollar Strafe sammelte Kyrgios auf diesem Weg - allerdings auch viel Erfahrung, selbst wenn das Halbfinale gegen den verletzten Nadal als Härtetest fehlte.

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Doch Kyrgios wandelt auf einem schmalen Grat, Djokovic zog das Tempo an, sein Gegner die Schultern hoch. Immer häufiger brüllte Kyrgios über den Centre Court, auf dem Djokovic seit 2013 (!) kein Match mehr verloren hat. Er schimpfte über eine Zuschauerin, die angeblich gestört hatte und aussehe, „als hätte sie 700 Drinks gehabt“. Es fielen Worte, die der kleine Prinz George noch nicht oft gehört haben dürfte.

Djokovic blieb gelassen, er hatte Kyrgios, wo er ihn wollte, er dominierte die Partie, breakte nach 0:40 zum 5:4 und ging mit 2:1 Sätzen in Führung. Kyrgios suchte die Schuldigen in seiner Box, Djokovic die Entscheidung, Kyrgios rettete sich mit seinem starken Aufschlag (insgesamt 30 Asse) in den Tiebreak, Djokovic behielt die Nerven.

Für ihn könnte es der letzte Grand-Slam-Titel für längere Zeit gewesen sein. Die US Open in New York (ab Ende August) wird er wohl verpassen, Djokovic verweigert die Impfung und darf somit nicht einreisen. Auch in Australien Anfang 2023 wird der 35-Jährige nach dem Gerichtstheater in diesem Jahr sicher nicht mit offenen Armen empfangen werden.

Kyrgios und Djokovic schließen Deal

Am Abend vor ihrem großen Wimbledon-Finale verabredeten sich Novak Djokovic und Nick Kyrgios bereits für die Party danach. „Sind wir jetzt Freunde?“, schrieb Kyrgios am Samstag öffentlich via Instagram an Djokovic, mit dem ihn lange Zeit eine herzliche Abneigung verbunden hatte. „Wenn du mich zu einem Drink oder Dinner einlädst, akzeptiere ich. P.S. Der Sieger von morgen zahlt“, antwortete Djokovic. Woraufhin wieder Kyrgios einschlug: „Deal, lass uns in einen Nachtclub gehen und durchdrehen.“

Seitdem der Australier Kyrgios den ungeimpften Serben Anfang des Jahres in der Debatte um dessen verweigerte Einreise zu den Australian Open unterstützte, herrscht entspannte Stimmung zwischen den beiden Tennisprofis. Am Sonntag (15.00 Uhr MESZ) geht der 35 Jahre alte Djokovic als Favorit in die Partie auf dem Centre Court und will seinen vierten Wimbledon-Triumph in Serie und den siebten insgesamt. Der acht Jahre jüngere Kyrgios war nach einer Bauchmuskelverletzung des Spaniers Rafael Nadal kampflos in das erste Grand-Slam-Finale seiner Karriere eingezogen. Das Wichtigste zum Finale:

Serie: Djokovic hat nicht nur die drei vergangenen Wimbledon-Auflagen gewonnen. Auf dem Centre Court ist er sogar seit 2013 ungeschlagen, als er gegen den Briten Andy Murray im Finale verlor.

Rekorde: Djokovic will seinen 21. Grand-Slam-Titel, damit würde er den Rückstand auf den Herren-Rekordhalter Nadal auf nur noch einen Triumph verkürzen. Die Bestmarke für Finals bei einem der großen vier Turniere hat sich Djokovic mit seiner 32. Endspiel-Teilnahme bereits gesichert und liegt nun vor Roger Federer (31) und Nadal (30). In Wimbledon könnte Djokovic mit dem siebten Titel zu Pete Sampras aufschließen, den Rekord für die Geschichte des Profi-Tennis hält der Schweizer Federer mit acht.

Bilanz: In bislang zwei Duellen setzte sich Kyrgios zweimal durch und gab dabei keinen Satz ab. Er ist dabei nur einer von drei Profis überhaupt, die mehrfach gegen Djokovic gespielt haben und eine positive Bilanz haben.

Das sagt Djokovic über Kyrgios: „Wir Spieler wussten immer, wie gefährlich er besonders auf Gras ist. Es ist ein sehr kompletter Spieler mit seiner selbstbewussten Einstellung auf dem Platz. Es sieht so aus, als wäre er mental in einem besseren Zustand als vor ein paar Jahren. Das sind die Gelegenheiten, die er liebt, auf der großen Bühne. Ehrlich, als Tennis-Fan bin ich froh, dass er im Finale ist, weil er so viel Talent hat.“

Das sagt Kyrgios über Djokovic: „Man wird wahrscheinlich nie wieder jemanden sehen, der einfach gewinnt und dabei so gut spielt wie Djokovic. Er kann auf diese Erfahrung bauen, er hat es so viele Male bewiesen, er kennt die Emotionen, die er fühlen wird. Ich kenne das nicht.“

Rybakina gewinnt bei den Frauen

Jelena Rybakina hat mit ihrem Wimbledontriumph Kasachstan auf die Tennis-Landkarte gesetzt. Die gebürtige Russin triumphierte nach einem nervösen Start im Finale des bedeutendsten Turniers der Welt über die Tunesierin Ons Jabeur und gewann damit den ersten Grand-Slam-Titel für die Nation, für die sie seit 2018 aufschlägt. Nach 1:47 Stunden verwandelte Rybakina ihren ersten Matchball zum 3:6, 6:2, 6:2.

Jabeur verpasste zwei Tage nach ihrem Halbfinalsieg über die deutsche Wimbledon-Überraschung Tatjana Maria die Krönung. Dabei hatte die Weltranglistenzweite stark begonnen, verlor aber zu Beginn des zweiten Satzes ihren Aufschlag und dann ihre Linie. Wie gegen Maria wirkte die 27-Jährige teilweise zu verspielt, Rybakina dagegen erstaunlich kühl.

Mit schnörkellosem Tennis reagierte sie auf die Variation ihrer Gegnerin, so schnörkellos, wie sie sich den Fragen nach ihrer Herkunft entgegengestellt hatte. Rybakina stammt aus Moskau, ihre Eltern leben dort. Der Bann der russischen und belarussischen Profis in Wimbledon wegen des Überfalls auf die Ukraine war eines der großen Themen des Turniers.

„Ich spiele schon lange für Kasachstan, ich bin glücklich, Kasachstan zu repräsentierten“, sagte Rybakina. Sie habe das schon bei Olympia und im Fed Cup getan. Und nun auch im Wimbledonfinale, das allerdings zunächst nicht nach ihren Vorstellungen verlief. Zweimal gab sie ihren Aufschlag im ersten Satz ab, laut Wimbledon-Rekordchampion Martina Navratilova „derzeit die größte Waffe im Frauentennis“.

Jabeur dagegen gelang viel, aber längst nicht alles. Die Last, die sie sich selbst auferlegt hatte, drückte von Minute zu Minute schwerer auf ihre Schultern. „Ich spiele ja nicht nur für mich“, hatte sie gesagt: „Ich spiele für mein Land, für die arabische Welt, für den afrikanischen Kontinent.“ Aus Jabeur brach es auf dem Centre Court immer wieder heraus, Rybakina zeigte keine Emotionen.

Die 23-Jährige, die erst zum zweiten Mal in ihrer Karriere in Wimbledon spielte, gilt im Tenniszirkus schon lange als großes Versprechen, doch die Pandemie hatte ihren Aufstieg etwas gebremst. 2021 erreichte sie in Wimbledon bereits das Achtelfinale und in Roland Garros erstmals das Viertelfinale bei einem Grand Slam. In diesem Jahr spielte sie an der Church Road im Londoner Südwesten das Turnier ihres Lebens.

Dabei hatte es ihre Auslosung in sich: Unter anderem schlug Rybakina die zweimalige Wimbledon-Viertelfinalistin Coco Vandeweghe, die frühere US-Open-Siegerin Bianca Andreescu und im Halbfinale Simona Halep - Wimbledonsiegerin von 2019. Zu den starken Aufschlägen und den mächtigen Grundschlägen kommt ein bemerkenswertes Nervenkostüm hinzu. Gegen Jabeur wehrte sie neun Breakbälle ab - drei davon Mitte des dritten Satzes, bevor ihr die Vorentscheidung zum 5:2 gelang.

Djokovic wieder im Finale

Der Weltranglistendritte Novak Djokovic hat zum achten Mal seit 2011 das Finale in Wimbledon erreicht und peilt im All England Club seinen vierten Turniersieg in Folge und den siebten insgesamt an. Der an Nummer eins gesetzte Serbe gewann im Halbfinale gegen den Briten Cameron Norrie mit 2:6, 6:3, 6:2, 6:4. Im 32. Grand-Slam-Endspiel seiner Karriere trifft Djokovic am Sonntag (15 Uhr/Sky) auf den Australier Nick Kyrgios, aktuell die Nummer 40 der Welt.

Kyrgios war im Halbfinale am Freitag spielfrei, er profitierte von der Absage des an Nummer zwei gesetzten Spaniers Rafael Nadal. Der Gewinner der beiden diesjährigen Grand-Slam-Turniere in Melbourne und Paris konnte wegen einer Bauchmuskelverletzung nicht zum Match gegen Kyrgios antreten.

Final-Aufregung bringt Kyrgios um den Schlaf

Der Rückzug von Rafael Nadal und damit der Einzug in sein erstes Grand-Slam-Finale haben Nick Kyrgios den Schlaf geraubt. „Ich habe wahrscheinlich nur eine Stunde geschlafen, auch wegen der Aufregung und allem“, sagte der Australier am Freitag in Wimbledon: „Ich hatte so große Angst, ich war schon so nervös, und normalerweise fühle ich nie Nervosität.“

Kyrgios (27) bestreitet am Sonntag im All England Club gegen Novak Djokovic (Serbien) oder Cameron Norrie (Großbritannien) das erste Majorfinale seiner Karriere. Das Halbfinale gegen Nadal am Freitag fiel aus, weil der Spanier nach einer Bauchmuskelverletzung nicht angetreten war. Für Kyrgios nicht unbedingt ein Vorteil, wie er erklärte.

„Natürlich will man bei einem Grand Slam diese Matches haben“, sagte er. Auf das Adrenalin müsse er nun vor dem Endspiel verzichten: „Aber das ist okay. Ich sehe das positiv. Ich kann meinen Körper ein wenig ausruhen. Es ist nicht schlecht, da frisch reinzugehen.“ In den Runden zuvor hatte Kyrgios unter Schulterproblemen gelitten.

Die Unruhe, die ihn um den Schlaf gebracht hat, gilt es bis zum Endspiel in den Griff zu bekommen. Er habe in der Nacht nur an das Match gedacht, sagte Kyrgios, „ich habe mir vorgestellt zu gewinnen und zu verlieren, einfach alles.“ Er fühle sich wie ein „unkontrollierter Energieball“ und verordnete sich für den Abend: „Kamillentee und mehr Ruhe“.

Jabeur und Rybakina im Wimbledon-Duell der Final-Debütantinnen

Tajana Marias Bezwingerin Ons Jabeur aus Tunesien trifft am Samstag im Finale von Wimbledon auf die Kasachin Jelena Rybakina. Die Weltranglisten-Zweite Jabeur geht als Favoritin in das Duell auf dem Centre Court. Für beide Tennis-Spielerinnen ist es das erste Grand-Slam-Endspiel ihrer Karriere. Jabeur könnte als erster arabischer Profi den Titel bei einem der vier größten Turniere der Welt gewinnen. Die 27-Jährige hatte im Halbfinale ihre gute Freundin Maria aus Deutschland bezwungen

Nadal gibt in Wimbledon verletzungsbedingt auf

Der 22-malige Grand-Slam-Turniersieger Rafael Nadal tritt wegen einer Verletzung nicht zu seinem Halbfinale gegen den Australier Nick Kyrgios am Freitag in Wimbledon an. Diese Entscheidung teilte der 36 Jahre alte Tennisprofi bei einer Pressekonferenz am Donnerstagabend mit. „Ich habe einen Riss im Bauchmuskel“, sagte der Spanier. „Ich habe den ganzen Tag über meine Entscheidung nachgedacht, aber es macht keinen Sinn, anzutreten.“ Er fühle sich „sehr traurig“. Er könne nicht zu viel riskieren und „zwei, drei Monate aussetzen“.

Durch den Rückzug Nadals steht der 27 Jahre alte Kyrgios kampflos im ersten Grand-Slam-Finale seiner Karriere, wie die Organisatoren bestätigten. Der Australier trifft damit am Sonntag auf den Sieger der Partie zwischen dem topgesetzten Titelverteidiger Novak Djokovic aus Serbien und Cameron Norrie aus Großbritannien.

Der 36 Jahre alte Nadal hatte sich bereits bei seinem Fünf-Satz-Sieg im Viertelfinale gegen den Amerikaner Taylor Fritz wegen der Verletzung behandeln lassen und entzündungshemmende Medikamente und Schmerzmittel erhalten. Mit dem Rückzug des Spaniers ist die Chance auf das Traum-Finale gegen Titelverteidiger Novak Djokovic und den ersten Grand Slam im Herren-Tennis seit 53 Jahren vorbei. Es fehlten nur noch zwei Siege in Wimbledon und ein Triumph bei den US Open, um wie zuletzt Rod Laver 1969 alle vier großen Titel des Jahres zu holen.

Rybakina folgt Jabeur ins Finale von Wimbledon

Tatjana Marias Bezwingerin Ons Jabeur trifft im Endspiel von Wimbledon auf die Kasachin Jelena Rybakina. Die 23-Jährige setzte sich im zweiten Halbfinale am Donnerstag etwas überraschend in 75 Minuten klar mit 6:3, 6:3 gegen die frühere Siegerin Simona Halep aus Rumänien durch. Für die an Nummer 17 gesetzte Rybakina ist es das erste Grand-Slam-Finale ihrer Karriere. Auch Jabeur gibt ihre Endspiel-Premiere bei einem der vier großen Turniere des Jahres. Die Weltranglisten-Zweite aus Tunesien hatte den überraschenden Lauf der deutschen Tennisspielerin Maria mit 6:2, 3:6, 6:1 beendet.

Tatjana Maria verpasst das Finale von Wimbledon

Der sensationelle Lauf von Tatjana Maria in Wimbledon ist vorbei. Die 34-Jährige verlor am Donnerstag das Halbfinale gegen die Weltranglisten-Zweite Ons Jabeur aus Tunesien mit 2:6, 6:3, 1:6 und verpasste damit ihren ersten Finaleinzug bei einem Grand-Slam-Turnier. Maria zeigte erneut einen starken Kampf, musste sich aber ihrer guten Freundin verdient geschlagen geben. Sie kassiert für den größten Erfolg ihrer Karriere umgerechnet 626.000 Euro. Die zweifache Mutter konnte damit nicht als sechste deutsche Tennisspielerin nach Cilly Aussem, Hilde Krahwinkel, Steffi Graf, Sabine Lisicki und Angelique Kerber das Wimbledon-Finale erreichen.

DFB-Frauen drücken Tatjana Maria die Daumen

Die deutschen Fußballerinnen haben kurz vor dem Wimbledon-Halbfinale zwischen Tatjana Maria (Bad Saulgau) und Ons Jabeur (Tunesien) am Donnerstag (14.30/Sky) eine Grußbotschaft an Maria übermittelt. „Wir drücken dir fest die Daumen“, sagte Außenverteidigerin Giulia Gwinn in einem Instagram-Reel auf skysportwomen: „Toi, toi, toi, wir glauben an dich und sind ganz nah bei dir.“

Laura Freigang wünschte stellvertretend für das ganze Frauen-Nationalteam „ganz viel Glück. Wir hoffen, dass du es schaffst, und sind stolz auf dich.“ Die DFB-Frauen bestreiten im Rahmen der EM ihr erstes Turnierspiel am Freitag gegen Dänemark (21.00 Uhr/ZDF und DAZN).

+++ 6. Juli +++

Nadal trotzt Schmerzen – Blockbuster-Halbfinale gegen Kyrgios perfekt

Rafael Nadal biss die Zähne zusammen, die Qualen beim Aufschlag verzerrten seine Gesichtszüge. Doch niemand kann Leid auf einem Tenniscourt so gut ertragen wie der Spanier. In einem Wimbledon-Drama über 4:21 Stunden gewann Nadal den Kampf gegen sich selbst und den US-Amerikaner Taylor Fritz. Nach dem 3:6, 7:5, 3:6, 7:5, 7:6 (10:4) darf er weiter von historischen Taten träumen.

Noch zwei Siege fehlen Nadal (36) zum dritten Majortitel der Saison, der historische Kalender-Grand-Slam rückte wieder ein Stück näher. Doch der nächste Gegner hat es in sich: Nick Kyrgios (27), der Nadal im All England Club schon einmal eine schmerzhafte Niederlage zugefügt hatte, erfüllt endlich das Versprechen seines einzigartigen Talents.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich es in ein Grand-Slam-Halbfinale schaffe, ich dachte, der Zug wäre abgefahren“, sagte Kyrgios nach dem 6:4, 6:3, 7:6 (7:5) über Cristian Garin (Chile). Der Wirbel um die juristische Auseinandersetzung in seiner Heimat Australien habe ihn dabei nicht belastet, sagte er. Mehr wollte er nicht dazu sagen - oder er durfte es auf Anraten seiner Anwälte nicht.

Wie am Dienstag bekannt geworden war, wird Kyrgios wegen des Verdachts eines tätlichen Angriffs in einer „privaten Beziehung“ vor Gericht geladen. Vorher spielt er in Wimbledon am Freitag um den Finaleinzug gegen Nadal. Wie 2014, als er sich sensationell im Achtelfinale durchsetzte. Oder wie 2019, als Nadal die Revanche schaffte.

In diesem Jahr scheint Kyrgios gerüstet zu sein für den Blockbuster, auf den die Fans in Wimbledon hingefiebert hatten und von dem Kyrgios behauptet, er würde „das am meisten gesehene Match aller Zeiten“ werden. Doch diesmal bereitet Nadal Sorgen, zwar sind es nicht seine chronischen Fußprobleme, die ihn vor dem Triumph bei den Australian Open und auf dem Weg zum Titel in Roland Garros begleitet hatten. Diesmal ist es Bauchmuskelverletzung.

Im ersten Satz krümmte sich Nadal vor Schmerzen, nahm im zweiten eine Behandlungspause - und glich aus. Dabei hatten seine Aufschläge 30 km/h Geschwindigkeit verloren. Das Drama setzte sich fort, Nadal quälte sich mit all seiner Erfahrung in den fünften Satz - und behielt die Nerven. In der Royal Box des Centre Courts beobachtete Rod Laver das Spektakel.

Der Australier hat bislang als einziger Tennisprofi die vier wichtigsten Turniere in einem Jahr gewonnen (1969). Nadal hat weiterhin die Chance dazu. Er revanchierte sich gegen Fritz für die Niederlage im Frühjahr in Indian Wells. Damals hatte er nach 20 Siegen in Serie im Finale verloren, geplagt von einem Rippenbruch, der ihn zu einer Pause von sechs Wochen zwang. Erst in der Sandplatzsaison kam Nadal zurück.

Kyrgios steht erstmals im Halbfinale

In der Heimat könnte es für Nick Kyrgios ungemütlich werden, in Wimbledon erlebt er einen sportlichen Höhenflug. Der wegen seiner Eskapaden auf dem Platz hochumstrittene Australier zog erstmals in seiner Karriere ins Halbfinale eines Grand Slams ein. Kyrgios ließ dem Chilenen Cristian Garin beim 6:4, 6:3, 7:6 (7:5) kaum eine Chance und trifft nun auf den Spanier Rafael Nadal oder Taylor Fritz (USA).

Am Dienstag war bekannt geworden, dass Kyrgios (27) in der australischen Hauptstadt Canberra juristischer Ärger droht. Der Tennisprofi ist wegen des Verdachts eines tätlichen Übergriffs vor Gericht geladen worden. Das bestätigten Kyrgios' Anwälte. Der Vorfall, der laut Anwalt Jason Moffet „in Zusammenhang mit einer privaten Beziehung“ steht, soll sich im Dezember 2021 ereignet haben.

Der Wirbel schien Kyrgios am Mittwoch nicht zu belasten. Anders als beim Skandalmatch gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas, nachdem beide Spieler Geldstrafen kassiert hatten, konzentrierte sich Kyrgios auf das Tennis. Mit dem Sieg übertraf er sein bislang bestes Grand-Slam-Resultat, das Viertelfinale in Wimbledon 2014.

Die hohen Erwartungen konnte Kyrgios daraufhin nie erfüllen, auch weil er unter Depressionen litt, wie er im Februar bekannt gab. Damals habe er getrunken und zu Drogen gegriffen. In dieser Saison spielt er stabiler und überzeugt vor allem auf Rasen. In Melbourne gewann er zu Beginn des Jahres im Doppel seinen ersten Grand-Slam-Titel.

Halep erreicht das Halbfinale

Die frühere Turniersiegerin Simona Halep hat ohne Satzverlust das Halbfinale in Wimbledon erreicht und schwingt sich neben der Tunesierin Ons Jabeur zur großen Favoritin auf den Titel auf. Die Rumänin ließ der US-Amerikanerin Amanda Anisimova beim 6:2, 6:4 kaum eine Chance und steht zum dritten Mal nach ihrem Triumph 2019 und 2014 in der Runde der besten Vier.

Dort trifft sie am Donnerstag auf Ajla Tomljanovic (Australien) oder Jelena Rybakina (Kasachstan). Das zweite Halbfinale bestreiten die Weltranglistenzweite Jabeur und die deutsche Turnierüberraschung Tatjana Maria.

Halep (30) hatte nach einer hartnäckigen Wadenverletzung lange nicht zu alter Form gefunden. In dieser Saison suchte sie Hilfe beim Franzosen Patrick Mouratoglou, früher Erfolgstrainer der 23-maligen Grand-Slam-Siegerin Serena Williams (USA). Die Zusammenarbeit funktioniert, auch wenn Halep beim ersten gemeinsamen Grand Slam Schrecksekunden erlebte.

Bei den French Open erlitt sie in ihrem Zweitrundenmatch eine Panikattacke. Die Gewinnerin in Roland Garros 2018 und von Wimbledon im Jahr darauf erklärte, die vergangenen 18 Monate seien „körperlich und mental sehr hart“ für sie gewesen, Halep stand nach eigener Aussage kurz vor dem Karriereende.

Kyrgios muss vor Gericht

Tennis-Wüterich Nick Kyrgios droht in seiner australischen Heimat wegen des Verdachts eines tätlichen Übergriffs Ärger mit der Justiz. Einen Tag vor dem Viertelfinalmatch des 27-Jährigen beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon am Mittwoch gegen den Chilenen Cristian Garin bestätigten seine Anwälte eine gerichtliche Vorladung für ihren prominenten Mandanten.

Zuvor hatte die Polizeibehörde der australischen Hauptstadt Canberra durch eine Mitteilung Ermittlungen gegen Kyrgios vermuten lassen. Demnach soll „ein 27-Jähriger nach einem Zwischenfall im Dezember 2021“ vor dem Magistratsgericht der Metropole erscheinen.

„Es steht in Zusammenhang mit einer privaten Beziehung“, erklärte Kyrgios' Anwalt Jason Moffett und ergänzte: „Die Art der Vorwürfe ist sehr ernst, und Herr Kyrgios nimmt die Vorwürfe sehr ernst.“

Kurz nach Moffetts Stellungnahme präzisierte sein ebenfalls mit der Wahrung von Kyrgios' Interessen betrauter Kollege Pierre Johannessen den rechtlichen Status seines Klienten. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt werden die Anschuldigungen vom Gericht nicht als Tatsachen angesehen, und Herr Kyrgios wird bis zum ersten Erscheinen nicht als einer Straftat angeklagt betrachtet“, erläuterte der Jurist die Lage.

In Wimbledon muss Kyrgios trotz der Entwicklungen in seiner Heimat keine Konsequenzen fürchten. Nach Auskunft eines Sprechers wurden die Organisatoren „über eine Gerichtsverfahren unter Beteiligung von Nick Kyrgios in Kenntnis gesetzt, aber weil es ein laufendes Verfahren ist, sind wir nicht in einer Position für einen Kommentar dazu“. Entsprechend sei eine Absetzung seines Matches gegen Garin kein Thema: „Wir stehen in Kontakt zu Nicks Team, und sein Spiel bleibt auf dem Spielplan.“

Kyrgios hatte seinem Temperament am vergangenen Samstag in der Partie gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas freien Lauf gelassen und dabei seinen Ruf als „Bad boy“ der Tennisszene nachhaltig bestätigt. Insgesamt hat er in Wimbledon bereits 14.000 Dollar Strafe angehäuft.

+++ 5. Juli +++

Titelverteidiger Djokovic dreht 0:2-Satzrückstand und erreicht Halbfinale

Titelverteidiger Novak Djokovic hat ein überraschendes Aus im Viertelfinale von Wimbledon in einem dramatischen Duell gerade noch abgewendet. Der sechsmalige Turniersieger aus Serbien bezwang am Dienstag den starken Südtiroler Jannik Sinner nach 0:2-Satzrückstand 5:7, 2:6, 6:3, 6:2, 6:2.

Der Topfavorit (35) verhinderte damit seine erste Niederlage in Wimbledon seit 2017, als er im Viertelfinale gegen den Tschechen Tomas Berdych verletzungsbedingt hatte aufgeben müssen. Wie er die Wende schaffte? Nach dem zweiten Satz habe er „auf der Toilette ein kleines Motivationsgespräch mit mir selbst im Spiegel“ gehabt„, berichtete Djokovic lächelnd: “Das ist manchmal notwendig, wenn es nicht läuft.„

Er zog nach seinen jüngsten drei Siegen auf dem “heiligen Rasen„ (2018, 2019, 2021) zum vierten Mal hintereinander und zum elften Mal insgesamt ins Halbfinale ein. 2020 war das Turnier wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden.

Am Freitag spielt Djokovic gegen Cameron Norrie um einen Platz im Endspiel. Norrie hielt die britischen Hoffnungen auf einen Heimsieg ebenfalls durch einen Fünfsatzsieg über David Goffin (Belgien) am Leben. Nach dem 3:6, 7:5, 2:6, 6:3, 7:5 in 3:28 Stunden steht der Weltranglistenzwölfte zum ersten Mal im Halbfinale eines Grand Slams.

“Die Erfahrung, so viele Spiele hier schon gewonnen zu haben, hat mir geholfen„, sagte Djokovic nach seinem 26. Sieg in Serie in Wimbledon und dem 84. im Einzel dort insgesamt. Damit liegt er gleichauf mit Jimmy Connors; nur Rekordsieger Roger Federer (105) hat noch mehr Erfolge gefeiert.

Der 20-jährige Sinner scheiterte wie bei den Australian Open (2022) und den French Open (2020) zum dritten Mal in der Runde der letzten Acht. “Es war ein Riesentag von Jannik, ich bin mir sicher, dass er noch viele Gelegenheiten bekommen wird. Er ist unglaublich reif für sein Alter", sagte Djokovic.

Sinner knickte im vierten Satz beim Stand von 2:5 um, hielt aber bis zum für ihn bitteren Ende durch. Im Achtelfinale hatte er im Duell der Jungstars mit dem Spanier Carlos Alcaraz noch ein Ausrufezeichen gesetzt (6:1, 6:4, 6:7, 6:3).

Krawietz/Mies im Viertelfinale ausgeschieden

Das deutsche Spitzendoppel Kevin Krawietz und Andreas Mies ist in Wimbledon im Viertelfinale ausgeschieden. Das Duo aus Coburg und Köln unterlag am Dienstag den an Position zwei gesetzten Titelverteidigern Nikola Mektic und Mate Pavic aus Kroatien nach 100 Minuten mit 4:6, 3:6, 3:6. Die zweimaligen French-Open-Sieger hatten im All England Club erstmals die Runde der besten Acht erreicht.

Krimi-Sieg gegen Niemeier - Maria erreicht Halbfinale

Tatjana Maria hat das deutsche Duell in Wimbledon gegen Jule Niemeier gewonnen und spielt am Donnerstag um den Einzug ins Endspiel. Die 34-Jährige setzte sich im Viertelfinale gegen die zwölf Jahre jüngere Dortmunderin mit 4:6, 6:2, 7:5 durch. In der nächsten Runde trifft Maria auf die an Position drei gesetzte Tunesierin Ons Jabeur oder Marie Bouzkova aus Tschechien.

Maria war bislang nie über die dritte Runde eines Grand Slams hinausgekommen, Niemeier spielte ihr zweites Majorturnier nach den French Open, in Paris verlor sie in ihrem Auftaktmatch. Beide spielten das erste deutsche Viertelfinale in Wimbledon nach Angelique Kerber und Sabine Lisicki 2012.

Mehr zum deutschen Duell gibt es hier.

+++ 4. Juli +++

Nadal gibt sich keine Blöße

Rafael Nadal hat sich auch im Achtelfinale von Wimbledon keine Blöße gegeben und darf weiter vom historischen Kalender-Grand-Slam träumen. Der 36 Jahre alte Spanier ließ dem Niederländer Botic van de Zandschulp beim 6:4, 6:2, 7:6 (8:6) kaum eine Chance, lediglich im dritten Satz zeigte er ein paar Wackler. Nadal gelang sein 18. Sieg bei einem der vier wichtigen Tennisturniere der Welt nacheinander.

„Es war ein positives Match gegen einen starken Gegner“, sagte Nadal: „Nach den letzten Monaten hier im Viertelfinale zu stehen, ist großartig. Ich bin sehr glücklich.“

In diesem Jahr hat er bereits die Australian und French Open gewonnen. Von den chronischen Fußproblemen, die ihn seit Jahren begleiten und in der Sandplatzsaison teilweise stark belasteten, ist in Wimbledon nichts zu merken. Am Mittwoch spielt Nadal gegen Taylor Fritz um den Einzug ins Halbfinale.

Auch der US-Amerikaner, der in diesem Jahr mit dem Titel beim Masters in Indian Wells seinen Durchbruch gefeiert hatte, präsentiert sich im All England Club in guter Form. Fritz deklassierte den australischen Qualifikanten Jason Kubler mit 6:3, 6:1, 6:4 und bleibt damit ohne Satzverlust.

Krawietz und Mies im Doppel-Viertelfinale

Das deutsche Spitzendoppel Kevin Krawietz und Andreas Mies hat in Wimbledon das Viertelfinale erreicht. Das Duo aus Coburg und Köln gewann am Montag gegen die Briten Jonny O'Mara und Ken Skupski 7:6 (8:6), 6:4, 6:4. So weit waren die zweimaligen French-Open-Sieger im All England Club noch nie gekommen.

Auf dem Weg ins Halbfinale wartet nun eine hohe Hürde. Die nächsten Gegner von Krawietz (30) und Mies (31) sind die an Position zwei gesetzten Titelverteidiger Nikola Mektic und Mate Pavic aus Kroatien.

Ex-Siegerin Halep weiter in Titelform

Die rumänische Tennisspielerin Simona Halep steht beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon erstmals seit ihrem Titelgewinn 2019 wieder im Viertelfinale. Die 30-Jährige setzte sich am Montag im Achtelfinal-Duell mit der Weltranglisten-Vierten Paula Badosa aus Spanien souverän mit 6:1, 6:2 durch. Mit dem vierten Zwei-Satz-Sieg im Turnier präsentierte sich Halep weiter in Titelform. Die frühere Weltranglisten-Erste hatte den Rasen-Klassiker im vergangenen Jahr verletzt verpasst.

Sie trifft nun auf die an Nummer 20 gesetzte Amerikanerin Amanda Anisimova, die mit 6:2, 6:3 gegen Harmony Tan aus Frankreich gewann und den Lauf der Bezwingerin von Serena Williams beendete.

Zudem erreichte Jelena Rybakina aus Kasachstan gegen Petra Martic aus Kroatien mit 7:5, 6:3 ihr erstes Wimbledon-Viertelfinale. Sie bekommt es mit Ajla Tomljanovic zu tun. Die Australierin kämpfte mit 4:6, 6:4, 6:3 in 2:34 Stunden die Französin Alizé Cornet nieder. Cornet hatte in der dritten Runde noch die imposante Siegesserie der Weltranglisten-Ersten Iga Swiatek aus Polen beendet.

Im Viertelfinale kommt es am Dienstag zwischen Jule Niemeier und Tatjana Maria zu einem deutschen Duell.

Kyrgios siegt in fünf Sätzen

Nick Kyrgios hat zwei Tage nach dem Skandalmatch gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas die nächste Hürde genommen und ist ins Viertelfinale von Wimbledon eingezogen. Der Australier gewann - diesmal ohne Eskapaden - gegen Brandon Nakashima (USA) 4:6, 6:4, 7:6 (7:2), 3:6, 6:2.

In der nächsten Runde trifft Kyrgios (27) am Mittwoch auf den Chilenen Cristian Garin, der sich gegen Alex de Minaur (Australien) nach einem Comeback und 4:34 Stunden 2:6, 5:7, 7:6 (7:3), 6:4, 7:6 (10:6) durchsetzte.

Kyrgios war nach mehreren unflätigen Ausrastern im Match gegen Tsitsipas zu 4000 Dollar Strafe verurteilt worden, sein frustrierter Gegner, der sich von Kyrgios provoziert fühlte, muss 10.000 Dollar zahlen, weil er den Ball auf die Tribüne gedroschen hatte. In den Pressekonferenzen nach dem Match war der Streit zwischen den Spielern weitergegangen.

Kyrgios, der sich im Match am Montag an der rechten Schulter behandeln ließ, steht zum zweiten Mal in seiner Karriere im Viertelfinale des bedeutendsten Tennisturniers der Welt. 2014 war ihm als Teenager der Durchbruch gelungen, als er im Wimbledon-Achtelfinale gegen Rafael Nadal (Spanien) gewann.

Die hohen Erwartungen konnte Kyrgios daraufhin nie erfüllen, auch weil er unter Depressionen litt, wie er im Februar bekannt gab. Damals habe er getrunken und zu Drogen gegriffen. In dieser Saison spielt er stabiler und überzeugt vor allem auf Rasen. Dort zählt sich die Nummer 40 im Ranking zu den Top 5 der Welt. Die Runde der letzten Acht hat er immerhin schon erreicht.

+++ 3. Juli +++

Djokovic in Wimbledon-Viertelfinale - Sinner gewinnt Jungstar-Duell

Titelverteidiger Novak Djokovic hat zum 13. Mal in seiner Karriere das Viertelfinale beim Rasen-Klassiker in Wimbledon erreicht. Der 35 Jahre alte Serbe verhinderte am Sonntagabend auf dem Centre Court durch das 6:2, 4:6, 6:1, 6:2 gegen Tim van Rijthoven eine Sensation. Sein niederländischer Gegner war nach seinem Turniersieg in 's-Hertogenbosch nur mit einer Wildcard ins Hauptfeld gekommen. Nach dem überraschenden Verlust des zweiten Satzes fand Djokovic schnell zu seiner Souveränität zurück.

Der 20-malige Grand-Slam-Turniersieger strebt weiter seinem siebten Wimbledon-Titel entgegen und trifft in der Runde der besten Acht nun auf den Südtiroler Jannik Sinner. Der 20-Jährige bezwang im Duell der Jungstars den an Nummer fünf gesetzten Spanier Carlos Alcaraz mit 6:1, 6:4, 6:7 (8:10), 6:3 und steht das erste Mal im Wimbledon-Viertelfinale. Der 19 Jahre alte Sandplatz-Spezialist Alcaraz hatte im Turnier unter anderen die beiden deutschen Tennisprofis Jan-Lennard Struff und Oscar Otte bezwungen.

Zudem erreichten der Brite Cameron Norrie und David Goffin aus Belgien das Viertelfinale. Der an Nummer neun gesetzte Norrie setzte sich gegen Tommy Paul aus den USA mit 6:4, 7:5, 6:4 durch. Als ungesetzter Spieler rang Goffin den Amerikaner Frances Tiafoe mit 7:6 (7:3), 5:7, 5:7, 6:4, 7:5 nieder.

Aus für Venus Williams bei Mixed-Comeback in Wimbledon

Altstar Venus Williams ist bei ihrem Tennis-Comeback im Mixed-Doppel von Wimbledon im Achtelfinale ausgeschieden. Die 42 Jahre alte Amerikanerin verlor am Sonntag an der Seite des Briten Jamie Murray gegen dessen Landsleute Jonny O'Mara und Alicia Barnett mit 6:3, 4:6, 6:7 (16:18). Williams hatte zuletzt Ende August des vorigen Jahres ein Einzel auf der WTA-Tour absolviert. Sie gewann in ihrer Karriere bei Grand-Slam-Turnieren sieben Einzeltitel, 14 Doppeltitel und zweimal im Mixed.

Ihre Schwester Serena hatte am Dienstag nach einjähriger Verletzungspause ihr Einzel-Comeback gefeiert. Die 40-Jährige war aber in der ersten Runde in drei Sätzen gegen die Französin Harmony Tan ausgeschieden.

BVB-Fan Niemeier erhält Glückwünsche von Hummels und Schlotterbeck

Tennisspielerin Jule Niemeier darf sich nach ihren sensationellen Erfolgen in Wimbledon auch über Glückwünsche ihres Lieblings-Fußballclubs Borussia Dortmund freuen. „Ich habe vorhin geschickt bekommen, dass Mats Hummels mich in seiner Story erwähnt hat, und ich habe eine Nachricht von Nico Schlotterbeck bekommen“, erzählte die 22-jährige nach ihrem Viertelfinal-Einzug beim Klassiker auf Rasen. „Als großer Dortmund-Fan musste ich schon schmunzeln und habe mich natürlich gefreut. Ich hätte vor dem Turnier nicht damit gerechnet, dass ich hier sitze und so viele Leute meinen Namen kennen.“

Abseits von Social Media konsumiert die Dortmunderin in Wimbledon allerdings keine Medien in eigener Sache. „Ich versuche, das auszublenden, weil mich das wirklich nicht interessiert“, sagte Niemeier. „Ich habe mir noch keinen einzigen Artikel durchgelesen.“

Die Weltranglisten-97. hatte bei ihrem Wimbledon-Debüt den ersten Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier überhaupt gefeiert und steht nach dem 6:2, 6:4 gegen die Britin Heather Watson inzwischen unter den besten Acht. Dort trifft sie im deutschen Duell auf die zwölf Jahre ältere Tatjana Maria, die ebenfalls das erste Grand-Slam-Viertelfinale ihrer Karriere erreichte.

Maria und Niemeier beeindrucken und sorgen für deutsches Duell im Viertelfinale

Tatjana Maria genoss ihren nächsten Gänsehaut-Coup mit geschlossenen Augen, Jule Niemeier warf ungläubig ihren Schläger auf den Boden. Mit begeisternden Auftritten haben die beiden deutschen Tennis-Überraschungen ihre Sensationsläufe beim Rasen-Klassiker in Wimbledon fortgesetzt und treffen nun im Viertelfinale der Generationen aufeinander.

Durch eine große Energieleistung bezwang die zweifache Mutter Maria im Alter von 34 Jahren am Sonntag die an Nummer zwölf gesetzte Jelena Ostapenko mit 5:7, 7:5, 7:5. Keine 30 Minuten später bejubelte die 22 Jahre alte Niemeier ihr souveränes 6:2, 6:4 auf dem Centre Court gegen die britische Lokalmatadorin Heather Watson. Maria und Niemeier kassieren für den Erfolg umgerechnet jeweils 360.000 Euro.

In ihrer kompletten vorigen Karriere hatte Niemeier insgesamt noch nicht so viel verdient. „Es tut mir leid, dass ich heute eine Britin rauswerfen musste“, sagte Niemeier mit einem Wimbledon-Handtuch über den Schultern. „Ich bin super-stolz auf mich selbst.“

„Oh mein Gott. Ich habe keine Worte für dieses unfassbare Publikum“, sagte Maria überwältigt und bedankte sich für die Unterstützung. „Ich habe mir gesagt: Die glauben an mich, also glaube auch ich an mich.“ Im zweiten Satz wehrte Maria zwei Matchbälle ihrer Gegnerin ab und holte sich nach 2:07 Stunden den größten Erfolg ihrer Karriere.

Nur 15 Monate nach der Geburt ihrer zweiten Tochter Cecilia steht sie zum ersten Mal in ihrer Karriere bei einem Grand-Slam-Turnier unter den besten Acht. „Es macht mich so stolz, eine Mutter zu sein. Das ist das Beste auf der Welt“, sagte sie in ihrer Dankesrede. „Ich liebe meine zwei Kinder.“

Durch den Erfolg erhalten Maria und Niemeier auch Einzug in den elitären „Last 8 Club“ von Wimbledon. Darin sind alle Einzel-Viertelfinalisten und erhalten unter anderem lebenslang Tickets für das prestigeträchtigste Turnier der Welt.

Vor der Partie standen zahlreiche Ex-Champions wie Roger Federer, Stefan Edberg, Chris Evert und auch Angelique Kerber bei der 100-Jahres-Feier des Centre Court auf dem Rasen. „Ich wollte die Show nicht schauen, weil ich ziemlich nervös war“, gestand sie. Niemeier fehlen nun nur drei Siege zur absoluten Sensation.

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase gewann die Dortmunderin einen der spektakulärsten Punkte des gesamten Turniers. Nach einer gelungenen Rückhand aus dem Zurücklaufen nach einem Lob riss die Dortmunder beide Arme nach oben, der Punkt zum 2:2 begeisterte auch Legenden wie Billie Jean King und Björn Borg auf der Ehrentribüne.

Mit ihrem starken Aufschlag, der schnellen Vorhand und variablem Spiel dominierte die Weltranglisten-97. das Geschehen. Per feinem Vorhandstopp sicherte sie sich nach nur 27 Minuten den ersten Satz. Der zweite Durchgang geriet enger, doch abgeklärt behielt Niemeier stets die Nerven und nutzte den dritten Matchball.

Maria hatte deutlich mehr Mühe. Die frühere French-Open-Siegerin Ostapenko kam zu Beginn mit der unorthodoxen Spielweise von Maria nicht zurecht. Die Deutsche blieb mit hoher Laufintensität lange in den Punkten, spielte die Bälle mit unangenehmem Unterschnitt, häufig unterlief Ostapenko ein Fehler. Maria führte schnell mit 3:1, doch langsam dosierte die Lettin (25) ihre gewohnt aggressive Gangart besser und holte drei Spiele in Serie.

Beide Spielerinnen stabilisierten sich bei eigenem Aufschlag. Beim Stand von 5:6 und Einstand unterlief Maria ein folgenschwerer Doppelfehler, anschließend holte sich Ostapenko nach 39 Minuten mit einer peitschenden Vorhand in die Ecke den ersten Satz.

„Ich weiß, dass es eine toughe Gegnerin ist, sie spielt die Bälle sehr, sehr schnell“, hatte Maria ihre Kontrahentin vor der Partie analysiert. Schon bei ihrer Doppel-Niederlage in Wimbledon hatte die 34-Jährige dies aus der Nähe analysieren können, auf das Einzel wurde sie wie gewohnt von ihrem Ehemann und Trainer Charles-Edouard taktisch eingestellt.

Zu Beginn des zweiten Satzes war Ostapenko zunächst nicht mehr zu stoppen, führte mit 3:0. Doch wie bei ihrem kraftraubenden Zweitrunden-Sieg gegen die Rumänin Sorana Cirstea gab Maria nie auf, kämpfte sich wieder heran und nahm Ostapenko den Aufschlag zum 3:4 ab. Beim Stand von 4:5 wehrte Maria mit ihrer Vorhand und einem Returnfehler ihrer Gegnerin die ersten beiden Matchbälle ab.

Ostapenko, die häufig Probleme mit der Konstanz hat, kam aus dem Tritt. Mit einem lauten Schrei feierte Maria das Break zum 6:5, ihr Mann jubelte auf der Tribüne mit beiden Fäusten - wenig später machte sie zu Null den Gewinn des zweiten Satzes perfekt.

Der entscheidende Durchgang wurde zur Nervenprobe. Wieder startete Ostapenko besser, schwankte aber zwischen den Extremen. Wieder kam Maria zurück. Beim Stand von 5:4 und einem Break vor schlug sie zum Matchgewinn auf, Ostapenko glich aus und tippte sich an die Stirn. Maria schaffte erneut das Break - und durfte schließlich jubeln.

Tschechin Bouzkova im Viertelfinale

Trotz der Niederlagen der zweifachen Wimbledonsiegerin Petra Kvitova und der Vorjahresfinalistin Karolina Pliskova darf eine Tschechin im All England Club auf den Titel hoffen. Marie Bouzkova (23) zog durch das 7:5, 6:2 gegen die Französin Caroline Garcia erstmals in ein Grand-Slam-Viertelfinale ein.

Dort trifft sie am Dienstag auf die an Position drei gesetzte Tunesierin Ons Jabeur, Siegerin des Vorbereitungsturniers in Berlin, oder Elise Mertens. Die Belgierin hatte in der dritten Runde Deutschlands Nummer eins Angelique Kerber (Kiel) aus dem Turnier geworfen.

+++2. Juli+++

Tsitsipas verliert die Nerven in Streit-Duell mit Kyrgios

Nick Kyrgios und Stefanos Tsitsipas dehnten die Grenzen der Fairness bis zur Unkenntlichkeit aus, die Zuschauer tobten - und Schiedsrichter Damien Dumusois hatte Mühe, die Kontrolle zu behalten. In einem spektakulären Wimbledonmatch zweier in tiefer Abneigung verbundener Spieler setzte sich Kyrgios mit 6:7 (2:7), 6:4, 6:3, 7:6 (9:7) durch und zog am Samstagabend ins Achtelfinale ein.

„Das hat sich angefühlt wie im Zirkus“, sagte Tsitsipas: „Es gab noch kein Match, in dem er sich so verhalten hat. Er piesackt die Leute ununterbrochen. Wahrscheinlich wurde er als Kind auch gepiesackt.“ Kyrgios' Verhalten sei nicht zu akzeptieren, sagte Tsitsipas: „Irgendwer muss sich mit ihm hinsetzen und reden.“

Der 27 Jahre alte Australier war von Beginn an völlig außer sich, schimpfte über die Linienrichter und schrie über den Platz. Dann die Szene, die ihn explodieren ließ: Nach dem Verlust des zweiten Satzes drosch Tsitsipas (23) den Ball frustriert ins Publikum - und bekam dafür eine Verwarnung.

Kyrgios forderte mehr, er ließ den Oberschiedsrichter rufen, als der keine andere Entscheidung traf, beschwerte er sich ununterbrochen weiter. „Bist du dumm?“, fragte er Dumusois: „Du bist eine Schande, du änderst die Regeln, wie du willst.“

Tsitsipas reagierte wütend und drosch einige Bälle brutal hart auf Kyrgios' Körper, als der am Netz stand. Nicht die feine Tennis-Art im noblen All England Club. Doch der Turnieraccount fragte die Fans bei Twitter: „Fühlt ihr euch nicht unterhalten?“ Nachdem er erneut einen Ball weggeschlagen hatte, bekam Tsitsipas eine Punktstrafe.

Erst im vierten Durchgang beruhigten sich die Gemüter, es wurde wieder mehr gespielt als diskutiert. Nachdem das Dach bei 4:4 geschlossen wurde, gewann Kyrgios die Partie und wollte von den Vorkommnissen zuvor nichts mehr wissen. „Egal, was auf dem Platz passiert ist, ich liebe ihn. Ich bin mit seinem Bruder gut befreundet“, sagte Kyrgios.

Der „Bad-Boy“ der Tennisszene, der nach einem Ausraster von der ATP einst bestraft wurde und monatelang unter Bewährung spielte, hatte im Turnierverlauf zuvor schon für Aufsehen gesorgt. In seiner ersten Runde verlor er die Beherrschung und spuckte in die Richtung eines Zuschauers, der ihn angeblich beleidigt hatte.

Nadal zieht mühelos ins Achtelfinale ein

Rafael Nadal (36) kommt ins Rollen: Nach zwei Viersatzsiegen deklassierte der Grand-Slam-Rekordchampion den Italiener Lorenzo Sonego beim 6:1, 6:2, 6:4 und zog mühelos ins Wimbledon-Achtelfinale ein. Dort trifft der Spanier am Montag auf Botic van de Zandschulp aus den Niederlanden.

Für Nadal war es der 17. Sieg bei einem Major nacheinander. In diesem Jahr hat er bereits die Australian und French Open gewonnen und ist damit weiter im Rennen um den historischen Kalender-Grand-Slam, den Triumph bei den vier größten Tennisturnieren der Saison. Den hatte zuletzt der Australier Rod Laver 1969 erreicht.

Iga Swiateks Serie reißt nach 37 Jahren

Die Serie ist gerissen, die Nummer eins ausgeschieden: Nach 37 Siegen in Folge hat Iga Swiatek wieder ein Tennismatch verloren und damit das Achtelfinale in Wimbledon verpasst. Die 21 Jahre alte Polin unterlag in der dritten Runde überraschend der routinierten Französin Alize Cornet 4:6, 2:6.

Swiatek hatte auf der WTA-Tour seit Monaten nach Belieben dominiert, sechs Turniere inklusive der French Open gewonnen und sich an die Spitze der Weltrangliste gesetzt. Mit dem Rasen in Wimbledon fremdelte sie jedoch, schon in der zweiten Runde musste sie gegen die Außenseiterin Lesley Pattinama Kerkhove aus den Niederlanden über drei Sätze gehen.

Gegen Cornet (32) war Endstation. Die Nummer 37 im Ranking spielt im All England Club ihr 62. Grand-Slam-Turnier nacheinander und stellt damit die Bestmarke der Japanerin Ai Sugiyama ein. Für sie war es der vierte Sieg über eine Weltranglistenerste, 2014 hatte sie ebenfalls in der dritten Runde die topgesetzte Serena Williams (USA) geschlagen. Das Achtelfinale damals war ihr bislang bestes Resultat in Wimbledon.

Niemeier und Petkovic verpassen Doppel-Achtelfinale

Der Erfolgslauf von Jule Niemeier beim Rasen-Klassiker in Wimbledon ist zumindest im Doppel gestoppt. Vor ihrem Einzel-Achtelfinale verlor die 22 Jahre alte Dortmunder Tennisspielerin an der Seite von Andrea Petkovic am Samstag im Doppel die Zweitrunden-Partie gegen das favorisierte chinesische Duo Xu Yifan und Yang Zhaoxuan mit 3:6, 6:0, 5:7. Dabei lagen Niemeier und Petkovic im entscheidenden Satz bereits mit 5:3 vorne, mussten sich aber nach 1:40 Stunden geschlagen geben.

Damit sind in der Doppel-Konkurrenz der Damen keine deutschen Spielerinnen mehr dabei. Niemeier bietet sich im Einzel im Duell mit der Britin Heather Watson die Chance auf den Einzug ins Viertelfinale. Auch für Tatjana Maria als zweite verbliebene Deutsche im Achtelfinale ist es bereits das beste Grand-Slam-Resultat ihrer Karriere. Die 34-Jährige trifft auf Jelena Ostapenko aus Lettland.

Im Doppel konnte Niemeier beim Stand von 5:3 im entscheidenden Satz ihren Aufschlag nicht halten. Im anschließenden eigenen Aufschlagspiel wehrten die an Nummer neun gesetzten Chinesinnen einen Matchball des deutschen Duos ab und machten mit insgesamt vier Spielgewinnen in Serie den Sieg perfekt.

Mitfavoritin Gauff verliert in der dritten Runde

French-Open-Finalistin Coco Gauff ist in Wimbledon bereits in der dritten Runde ausgeschieden. Die 18-Jährige aus den USA verlor auf dem Centre Court gegen ihre Landsfrau Amanda Anisimova (20) 7:6 (7:4), 2:6, 1:6. Gauff galt nach ihren Erfolgen in Paris als Mitfavoritin, im All England Club hatte sie schon zweimal (2019 und 2021) das Achtelfinale erreicht.

Dort steht nun Anisimova, so wie in diesem Jahr bereits bei den Australian Open und in Roland Garros. Für ihren ersten Einzug in ein Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers müsste sie Harmony Tan bezwingen. Die Weltranglisten-115. aus Frankreich setzte ihren Lauf bei ihrem Wimbledondebüt nach dem Sieg über Serena Williams (USA) fort.

Korpatsch mit Corona infiziert

Bitteres Erstrunden-Aus in Wimbledon, von der Doppelpartnerin versetzt, nun Covid: Für Profi-Tennisspielerin Tamara Korpatsch ist eine Woche zum Vergessen endgültig perfekt. Die Hamburgerin gab am Samstag bei Instagram bekannt, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben.

„Ich wurde positiv getestet. Leider mit Symptomen. Ich hatte sehr hohes Fieber, Halsschmerzen und die schlimmsten Kopfschmerzen, die ich je hatte. Ich werde die nächsten Tage in Quarantäne bleiben“, schrieb die 27-Jährige. Deswegen müsse sie ihren Start beim Turnier in Contrexeville/Frankreich (WTA 125) in der kommenden Woche absagen.

Am Dienstag war die Nummer 110 der Weltrangliste im Einzel in Runde eins an Lokalmatadorin Heather Watson in drei Sätzen gescheitert. Danach wurde Korpatsch von ihrer angedachten Doppelpartnerin Harmony Tan enttäuscht. Die Französin, die zum Auftakt Serena Williams geschlagen hatte, sagte nach dem Coup kurzfristig ihren Doppelstart wegen einer angeblichen Verletzung ab - im Einzel trat sie aber weiter an und steht mittlerweile im Achtelfinale.

Williams-Bezwingerin Tan im Achtelfinale

Der Siegeszug der Französin Harmony Tan, die in der ersten Runde in Wimbledon Serena Williams (USA) bezwungen hatte, geht weiter. Die Weltranglisten-115. ließ am Samstag der Britin Katie Boulter beim 6:1, 6:1 keine Chance und erreichte das Achtelfinale des ältesten Tennisturniers der Welt.

Tan spielt zum ersten Mal in Wimbledon, auf Grand-Slam-Ebene war die 24-Jährige bislang nie über die zweite Runde hinausgekommen. Am Dienstag hatte sie die 23-malige Majorsiegerin Williams bei deren Comeback nach einjähriger Pause in drei Sätzen bezwungen.

In der Runde der besten 16 stehen damit drei Spielerinnen, die im Ranking jenseits der Top 100 geführt werden: Neben Tan überraschten im All England Club auch Tatjana Maria (Bad Saulgau/Nr. 103) und Heather Watson (Nr. 121). Die Britin trifft am Sonntag auf Wimbledondebütantin Jule Niemeier (Dortmund/Nr. 97).

+++1. Juli+++

Otte chancenlos gegen Shootingstar Alcaraz

Der Shootingstar war eine Nummer zu groß: Oscar Otte hat in der dritten Runde in Wimbledon chancenlos gegen den spanischen Teenager Carlos Alcaraz verloren. Das 3:6, 1:6, 2:6 dauerte nur 98 Minuten, dabei hatte sich Otte auf Rasen „gute Chancen“ gegen die Tennis-Sensation dieser Saison ausgerechnet.

Immerhin war Otte in Abwesenheit des Olympiasiegers Alexander Zverev (Hamburg) die deutsche Nummer eins und erstmals bei einem Grand Slam gesetzt. Dazu fremdelte Alcaraz zumindest in der ersten Runde gegen Jan-Lennard Struff (Warstein) etwas mit dem Rasen und vermied nur knapp ein frühes Aus.

Doch gegen den Kölner Otte, immerhin zuletzt Halbfinalist bei den Rasenturnieren in Stuttgart und Halle/Westfalen, zeigte der 19-Jährige, wie schnell er lernt - und immer wieder, wie schnell er sprintet. Über Alcaraz' Athletik konnte Otte oftmals nur staunen.

Der 28-Jährige war als einziger Deutscher bei den Männern in die dritte Runde eingezogen. Sieben waren am Montag gestartet, neben Otte hatte im All England Club nur Qualifikant Maximilian Marterer (Nürnberg) die zweite Woche erreicht.

Kerber verpasst das Achtelfinale

Angelique Kerber ist beim Rasen-Klassiker in Wimbledon früh ausgeschieden und hat im Gegensatz zu Jule Niemeier und Tatjana Maria den Sprung ins Achtelfinale des Tennis-Turniers verpasst. Die Siegerin von 2018 verlor in 80 Minuten ihre Drittrunden-Partie am Freitag gegen die Belgierin Elise Mertens 4:6, 5:7 und konnte auch zweimal einen Break-Vorsprung im zweiten Satz nicht nutzen. Im vergangenen Jahr hatte Kerber noch das Halbfinale erreicht. Zuvor hatten Niemeier und Maria das jeweils erste Mal bei einem Grand-Slam-Turnier die Runde der besten 16 erreicht.

Starker Djokovic locker im Achtelfinale

Titelverteidiger Novak Djokovic (35) steht nach einer souveränen Vorstellung im Achtelfinale von Wimbledon. Beim 6:0, 6:3, 6:4 über Landsmann Miomir Kecmanovic hatte der serbische Topfavorit kaum Probleme.

In der Runde der besten 16 wartet nun der niederländische Überraschungsspieler Tim van Rijthoven (25). Der 104. der Weltrangliste hatte zuletzt mit einem Finalsieg über den Russen Daniil Medwedew beim ATP-Turnier in 's-Hertogenbosch für Aufsehen gesorgt. In Wimbledon ist er mit einer Wild Card am Start.

Gegen Kecmanovic zeigte Djokovic von Beginn an eine konzentrierte Leistung und ließ seinen Kontrahenten anfangs überhaupt nicht ins Match finden. Nach einem Aufbäumen im dritten Satz gelang Kecmanovic immerhin noch ein Break, doch Djokovic brachte die Partie zu Ende.

Der sechsmalige Champion gilt ohne den ausgeschlossenen Medwedew und den verletzten Alexander Zverev als Topfavorit auf den Titel im All England Club. Es wäre sein 21. Grand-Slam-Erfolg.

Auch Maria überrascht und steht erstmals im Achtelfinale

Nächster deutscher Überraschungssieg in Wimbledon: Nach Jule Niemeier ist auch Tatjana Maria unerwartet ins Achtelfinale eingezogen. Die zweifache Mutter gewann in der dritten Runde gegen die an Position fünf gesetzte Griechin Maria Sakkari mit 6:3, 7:5. Für Maria ist es der größte Erfolg ihrer Karriere - und das 15 Monate nach der Geburt ihrer zweiten Tochter.

Während Niemeier (WTA-Nr. 97) und Maria (Nr. 103) im All England Club durchstarten, sind etliche Top-Spielerinnen früh ausgeschieden. Sakkari war bereits die sechste Top-10-Spielerin, die es in einer der ersten drei Runden erwischte. Nach 1:31 Stunden verwandelte Maria ihren zweiten Matchball.

Jule Niemeier nimmt die nächste Hürde und steht im Achtelfinale

Wimbledondebütantin Jule Niemeier hat nach ihrem Überraschungserfolg am Mittwoch die nächste Hürde im All England Club gemeistert. Beim 6:4, 3:6, 6:3 gegen die zähe Lesia Zurenko aus der Ukraine lief längst nicht alles nach Plan, doch Niemeier kämpfte sich ins Match und nach 2:04 Stunden ins Achtelfinale.

Dort trifft sie auf die Britin Heather Watson oder Kaja Juvan aus Slowenien - beide wie Niemeier ungesetzt, beide zumindest auf dem Papier weit von der Weltspitze entfernt. Der Lauf der 22-jährigen Dortmunderin könnte weitergehen - zumal sie noch Luft ließ, sich zu steigern.

Zwei Tage nach dem sensationell souveränen Sieg über die Estin Anett Kontaveit, immerhin die Nummer zwei der Setzliste, brauchte Niemeier lange, um ins Spiel zu finden. Der bislang so starke Aufschlag ließ sie im Stich, insgesamt servierte sie elf Doppelfehler. Schon nach wenigen Minuten kassierte sie ihr erstes Break im Turnier - zu Null.

Erst nach dem zweiten Aufschlagverlust wachte Niemeier auf und zeigte die Qualitäten, die ihr den Ruf einer deutschen Tennishoffnung eingebracht haben: Ein gefühlvoller Stopp nur Zentimeter hinter das Netz und ein Passierball aus vollem Sprint - dann hatte sie Satzball und profitierte dabei von einem der seltenen Fehler Zurenkos.

Die spielt zwar nicht so spektakulär wie Niemeier, doch mit der Erfahrung von zehn Wimbledonstarts solide und druckvoll. Niemeier brauchte auch im zweiten Durchgang einen Weckruf, um zu ihrem Spiel zu finden. Wieder gab sie zweimal ihren Aufschlag ab, wieder lag sie 0:3 zurück und wieder arbeitete sie sich mühevoll zurück. Doch Zurenko hielt dagegen.

Wie schnell Niemeier lernt, bewies sie, im entscheidenden dritten Satz. „Wichtig ist, dass ich mich in allen Bereichen weiterentwickele, damit ich auch an Tagen, an denen nicht alles läuft, gewinnen kann“, hatte sie nach dem Sieg über Kontaveit gesagt. Gegen Zurenko lief lange wenig, und dennoch reichte es fürs Achtelfinale.

Die Wildcard, die der Deutsche Tennis-Bund für das kleine Turnier im westfälischen Versmold in der kommenden Woche bereithielt, kann der Verband nun anderweitig vergeben. Niemeier bleibt auf der bedeutendsten Tennisbühne der Welt.

+++ 30. Juni +++

Nadal zieht in die dritte Runde von Wimbledon ein

Rafael Nadal hat erneut einen Satz abgegeben, letztlich aber souverän die dritte Runde in Wimbledon erreicht. Der Grand-Slam-Rekordsieger aus Spanien gewann gegen den Litauer Ricardas Berankis 6:4, 6:4, 4:6, 6:3 und trifft nun auf Lorenzo Sonego aus Italien. Für Nadal war es der 16. Erfolg bei einem der vier größten Tennisturniere in Folge.

Der 36-Jährige, der schon in der ersten Runde über vier Sätze gehen musste, bleibt im Rennen um den Kalender-Grand-Slam, den Triumph bei den vier größten Tennisturnieren in einer Saison. Die Australian und French Open hat Nadal trotz seiner chronischen Fußprobleme bereits gewonnen. In Wimbledon hatte er zuletzt 2010 triumphiert.

Weltranglisten-Erste Swiatek setzt in Wimbledon Siegesserie fort

Die Weltranglisten-Erste Iga Swiatek hat beim Rasen-Klassiker in Wimbledon ihre imposante Siegesserie ausgebaut und die nächste historische Marke erreicht. Die Polin bezwang am Donnerstag mit unerwarteter Mühe Lesley Pattinama Kerkhove aus den Niederlanden 6:4, 4:6, 6:3 und zog mit ihrem 37. Erfolg nacheinander in die dritte Runde ein. So viele Siege in Serie auf der WTA-Tour hatte zuletzt die Schweizerin Martina Hingis im Jahr 1997 gefeiert. Den Rekord hat Legende Martina Navratilova mit 74 Erfolgen inne.

Zuvor schied die Vorjahresfinalistin Karolina Pliskova völlig überraschend bereits in der zweiten Runde aus. Die an Nummer sechs gesetzte Tschechin unterlag der Britin Katie Boulter 6:3, 6:7 (4:7), 4:6. Damit sind in der dritten Runde bereits fünf der zehn best gesetzten Spielerinnen nicht mehr dabei.

Topfavoritin Swiatek trifft in der Runde der besten 32 nun auf Alizé Cornet aus Frankreich. Dabei hielt Pattinama Kerkhove, die nur aufgrund der Absage einer anderen Spielerin ins Hauptfeld gerutscht war, überraschend gut mit. Nach einem 2:4-Rückstand gewann French-Open-Siegerin Swiatek im ersten Satz aber zum Ende des Durchgangs vier Spiele nacheinander. Nach dem Verlust des zweiten Satzes fand Swiatek ihre Souveränität aber wieder.

Kerber in der dritten Runde gegen Mertens

Die frühere Turniersiegerin Angelique Kerber bekommt es in der dritten Wimbledonrunde am Freitag mit Elise Mertens zu tun. Die Weltranglisten-31. aus Belgien gewann die Fortsetzung ihres am Abend zuvor unterbrochenen Matches gegen Panna Udvardy aus Ungarn 3:6, 7:6 (7:5), 7:5. Kerber (Kiel) hat das bislang einzige Duell mit Mertens 2019 in Doha verloren.

Das Match ist als zweites auf Court 1 angesetzt (Spielbeginn 14 Uhr MESZ), im Anschluss folgt Oscar Otte (Köln/Nr. 32) gegen Shootingstar Carlos Alcaraz (Spanien/Nr. 5). Ebenfalls am Freitag im Einsatz sind Jule Niemeier (Dortmund) gegen Lesia Zurenko (Ukraine) und Tatjana Maria (Bad Saulgau) gegen Maria Sakkari (Griechenland/Nr. 5).

Vorjahresfinalistin Pliskova in Wimbledon ausgeschieden

Vorjahresfinalistin Karolina Pliskova ist in Wimbledon bereits in der zweiten Runde ausgeschieden. Die Nummer 6 der Setzliste aus Tschechien unterlag überraschend der Britin Katie Boulter 6:3, 6:7 (4:7), 4:6. Damit ist bereits die Hälfte der Top 10 des Frauenfelds aus dem Rennen um den Titel im All England Club.

Vor Pliskova hatten die frühere Turniersiegerin Garbine Muguruza (Spanien/Nr. 9), Danielle Collins (USA/Nr. 7), Emma Raducanu (Großbritannien/Nr. 10) und Anett Kontaveit (Estland/Nr. 2) früh verloren; Kontaveit gegen die Dortmunderin Jule Niemeier.

Auch bei den Männern ist der Kreis der Top-Spieler ausgedünnt: Nach dem Rückzug des coronainfizierten Italieners Matteo Berrettini, der im Vorjahr das Finale erreicht hatte, flogen Casper Ruud (Norwegen/Nr. 3), Hubert Hurkacz (Polen/Nr. 7) und Felix Auger-Aliassime (Kanada/Nr. 6) bereits aus dem Turnier.

Williams-Bezwingerin Tan in der dritten Runde von Wimbledon

Wimbledondebütantin Harmony Tan hat ihrem viel beachteten Erfolg über Serena Williams (USA) den nächsten Sieg folgen lassen. Die 24 Jahre alte Französin setzte sich in der zweiten Runde gegen die an Position 32 gesetzte Spanierin Sara Sorribes Tormo 6:3, 6:4 durch. Am Samstag trifft Tan auf die Britin Katie Boulter.

Tan hatte nach dem dramatischen Dreisatzsieg über Williams für Aufsehen gesorgt, als sie angeblich verletzt ihren Doppelstart absagte. Ihre vorgesehene Partnerin Tamara Korpatsch aus Hamburg ließ ihrem Ärger über die kurzfristige Absage bei Instagram freien Lauf, mittlerweile haben sich beide aber ausgesprochen.

Niemeier auch im Doppel mit Petkovic erfolgreich

Nach ihrem Überraschungssieg über die Weltranglistendritte Anett Kontaveit ist Jule Niemeier auch erfolgreich ins Doppelturnier von Wimbledon gestartet. Gemeinsam mit Andrea Petkovic gewann die 22-Jährige gegen Miyu Kato und Aldila Sutjiadi aus Japan und Indonesien 7:6 (7:3), 5:7, 7:6 (14:12). Mehr als zweieinhalb Stunden dauerte das Match.

Für Niemeier (Dortmund) geht es im Einzel am Freitag in der dritten Runde gegen die Ukrainerin Lesia Zurenko weiter. Sie steht im All England Club erst zum zweiten Mal in ihrer Karriere im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers. Petkovic (Darmstadt) hatte in der ersten Runde verloren, für die 34-Jährige könnte es ihr letztes Turnier in Wimbledon sein.

Kerber in dritter Wimbledon-Runde gegen Belgierin Mertens

Angelique Kerber trifft am Freitag in der dritten Runde beim Rasen-Klassiker in Wimbledon auf Elise Mertens. Die an Nummer 24 gesetzte Belgierin bezwang am Donnerstag Panna Udvardy aus Ungarn mit 3:6, 7:6 (7:5), 7:5. Die Partie war am Mittwoch nach zwei Sätzen wegen Dunkelheit abgebrochen worden. Die Drittrunden-Partie von Kerber findet als zweites Spiel auf Court 1 statt. Das erste Spiel im zweitgrößten Stadion startet am Freitag um 14 Uhr (MESZ).

Direkt im Anschluss an Kerber bestreitet Oscar Otte das letzte Spiel des Tages gegen den spanischen Jungstar Carlos Alcaraz auf dem gleichen Platz. Von 13 gestarteten deutschen Tennisprofis stehen zudem noch Jule Niemeier gegen die Ukrainerin Lessia Zurenko und Tatjana Maria gegen die an Nummer fünf gesetzte Griechin Maria Sakkari in der dritten Runde.

Nächster Corona-Fall – Bautista Agut muss zurückziehen

Beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon gibt es den nächsten Corona-Fall. Der an Nummer 17 gesetzte Spanier Roberto Bautista Agut musste am Donnerstag vor seinem Zweitrunden-Match gegen Daniel Galan aus Kolumbien zurückziehen. Er sei positiv auf das Coronavirus getestet worden, twitterte der 34 Jahre alte Bautista Agut. „Glücklicherweise sind die Symptome nicht sehr schwerwiegend, aber ich denke, es ist die beste Entscheidung.“

Zuvor waren bereits die früheren Wimbledon-Finalisten Matteo Berrettini aus Italien und der Kroate Marin Cilic positiv getestet worden und konnten damit nicht in der ersten Runde antreten. Beim Rasen-Klassiker gibt es keine Corona-Einschränkungen und beispielsweise keine Pflicht zum Tragen einer Maske oder zu Selbsttests.

Nadal und Swiatek spielen zweite Wimbledon-Runde – Niemeier im Doppel

Tennisprofi Rafael Nadal trifft beim Rasen-Klassiker in Wimbledon auf der Jagd nach seinem dritten Grand-Slam-Titel dieses Jahres am Donnerstag auf den Litauer Ricardas Berankis. Der 36 Jahre alte Spanier absolviert die Zweitrunden-Partie als zweites Spiel des Tages auf dem Centre Court. In der zweiten Partie im zweitgrößten Stadion Court 1 bekommt es die polnische Topfavoritin Iga Swiatek mit Lesley Pattinama Kerkhove aus den Niederlanden zu tun. Die Weltranglisten-Erste Swiatek strebt ihren 37. Sieg in Serie an.

Nachdem in Angelique Kerber, Jule Niemeier, Tatjana Maria und Oscar Otte am Mittwoch vier deutsche Tennisprofis die dritte Runde erreicht hatten, sind am Donnerstag keine im Einzel dabei. Im Doppel sind acht deutsche Spielerinnen und Spieler im Einsatz. Nach ihrem Coup gegen die Weltranglisten-Dritte Anett Kontaveit tritt Niemeier mit Andrea Petkovic in der ersten Runde um 12 Uhr (MESZ) gegen Miyu Kato aus Japan und Aldila Sutjiadi aus Indonesien an.

+++ 29. Juni 2022 +++

Bitterer britischer Tag in Wimbledon: Murray und Raducanu raus

Die britischen Hoffnungsträger Andy Murray und Emma Raducanu sind bereits am dritten Turniertag in Wimbledon ausgeschieden. Der zweimalige Champion Murray, der trotz einer künstlichen Hüfte wieder den Anschluss an die Weltspitze geschafft hat und zuletzt im Finale von Stuttgart stand, unterlag John Isner (USA) 4:6, 6:7 (4:7), 7:6 (7:3), 4:6.

Für US-Open-Siegerin Raducanu kam das Aus gegen die Französin Caroline Garcia, die beim Vorbereitungsturnier in Bad Homburg triumphiert hatte. Die 19-Jährige verlor 3:6, 3:6. Seit dem sensationellen Triumph in New York ist der Werbestar mit chinesischen und rumänischen Wurzeln auf der Suche nach dem Erfolg. Zuletzt litt Raducanu unter einer Rippenverletzung.

Murray (35) ging im neunten Duell mit Aufschlagriese Isner (37), der 36 Asse servierte, zum ersten Mal als Verlierer vom Platz. Bei seinem 14. Wimbledon-Turnier verpasste der zweimalige Olympiasieger aus Schottland erstmals die dritte Runde. Häufiger als Murray überstanden bislang nur Boris Becker (14), Novak Djokovic (16), Jimmy Connors (17) und Roger Federer (18) ihr Zweitrundenmatch im All England Club.

Kerber zieht souverän in die dritte Runde ein

Angelique Kerber bleibt bei ihrem Lieblings-Grand-Slam auf Kurs. Die Wimbledonsiegerin von 2018 gewann auch ihr zweites Match im All England Club ohne Satzverlust und folgte nach dem 6:3, 6:3 über Magda Linette aus Polen Jule Niemeier (Dortmund) und Tatjana Maria (Bad Saulgau) in die Runde der besten 32 Spielerinnen.

Dort trifft Kerber auf Elise Mertens (Belgien/Nr. 24) oder Panna Udvardy (Ungarn). Auch in dieses Match geht die Kielerin, die im vergangenen Jahr das Halbfinale erreicht hatte, als Favoritin.

Gegen Linette knüpfte Kerber an ihren souveränen Auftaktsieg an. Anders als beim ersten Duell mit der 30-Jährigen, auf dem Weg zu ihrem bislang einzigen Saisontitel auf Sand in Straßburg, musste Kerber (34) diesmal nicht in den dritten Satz.

„Kann sich auf mich verlassen“: Djokovic unterstützt Beckers Familie

Wimbledonfavorit Novak Djokovic unterstützt die Familie der tief gefallenen Tennis-Ikone Boris Becker in ihrer schwierigen Zeit. „Ich war wirklich froh, seine Freundin und seinen Sohn Noah in meinen ersten beiden Runden zu Gast zu haben“, sagte der Serbe nach seinem klaren Zweitrundensieg über den Australier Thanasi Kokkinakis (6:1, 6:4, 6:2) am Mittwoch.

Djokovic verriet: „Noah und sein jüngerer Bruder Elias werden Boris in den kommenden Tagen zum ersten Mal besuchen, seitdem er ins Gefängnis musste.“ Beckers ältester Sohn Noah und seine Freundin Lily de Carvalho sahen Djokovics Siege am Montag und Mittwoch in dessen Box auf dem Centre Court. Er habe keinen direkten Kontakt zu seinem Ex-Coach, „aber ich kommuniziere mit ihm durch sie“, sagte Djokovic (35).

Er versuche, „die Menschen um ihn herum, seine engsten Leute, seine Familienmitglieder zu unterstützen, weil ich Boris selbst als Familienmitglied betrachte, den ich sehr schätze, den ich respektiere und um den ich mich sorge“, sagte Djokovic, der einst mit Becker als Trainer erfolgreiche Jahre auf der Tour mit insgesamt sechs Grand-Slam-Titeln erlebt hatte.

Becker (54) war von einem Londoner Gericht Ende April wegen Vergehen in seinem Insolvenzverfahren zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. „Er weiß und sie wissen, dass sie sich immer auf mich verlassen können, wenn es um Unterstützung oder Hilfe geht“, sagte Djokovic.

„Natürlich bricht es mir das Herz zu sehen, was mit ihm passiert. Ich kann mir nur vorstellen, wie schwer es für seine Familienmitglieder ist. Das ist natürlich eine kleine Geste der Freundschaft, sie einzuladen“, sagte er.

Venus Williams mit Mixed-Comeback in Wimbledon

Nach ihrer Schwester Serena gibt auch Venus Williams zumindest im Mixed-Doppel ihr Tennis-Comeback in Wimbledon. Die Amerikanerin tritt mit dem Briten Jamie Murray an und trifft in der ersten Runde auf den Neuseeländer Michael Venus und Alicja Rosolska aus Polen. Das teilten die Veranstalter am Mittwoch mit.

Die 42 Jahre alte Williams hatte zuletzt Ende August des vorigen Jahres ein Einzel auf der WTA-Tour absolviert. Sie gewann in ihrer Karriere bei Grand-Slam-Turnieren sieben Einzeltitel, 14 Doppeltitel und zweimal im Mixed.

Ihre Schwester Serena hatte am Dienstag nach einjähriger Verletzungspause ihr Einzel-Comeback gefeiert. Die 40-Jährige war aber in der ersten Runde in drei Sätzen gegen die Französin Harmony Tan ausgeschieden.

Djokovic zieht locker in dritte Wimbledon-Runde ein

Der 20-malige Grand-Slam-Turniersieger Novak Djokovic hat locker die dritte Runde beim Rasen-Klassiker in Wimbledon erreicht. Der an Nummer eins gesetzte Serbe gewann am Mittwoch in zwei Stunden 6:1, 6:4, 6:2 gegen den Australier Thanasi Kokkinakis und hatte dabei deutlich weniger Mühe als beim Vier-Satz-Erfolg über den Südkoreaner Kwon Soon Woo zum Auftakt. Djokovic trifft nun auf seinen Landsmann Miomir Kecmanovic.

Djokovic strebt seinen siebten Titel in Wimbledon an. Er ist als Weltranglisten-Dritter an eins gesetzt, weil Daniil Medwedew nach dem Ausschluss russischer Tennisprofis wegen des Angriffskriegs Russlands in der Ukraine ebenso fehlt wie der verletzte Hamburger Alexander Zverev.

Tennis-Routinier Maria in dritter Wimbledon-Runde

Tatjana Maria hat als dritter deutscher Tennisprofi die dritte Runde beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon erreicht. Die 34-Jährige aus Bad Saulgau gewann am Mittwoch mit 6:3, 1:6, 7:5 gegen die leicht favorisierte Rumänin Sorana Cirstea. Im entscheidenden Satz lag die zweifache Mutter bereits mit 0:3 hinten, kämpfte sich aber zurück und verwandelte nach mehr als zwei Stunden ihren ersten Matchball.

In der nächsten Runde geht es gegen die an Nummer fünf gesetzte Griechin Maria Sakkari oder Viktorija Tomowa aus Bulgarien. Für die Weltranglisten-103. Maria ist es bei ihrer zehnten Wimbledon-Teilnahme ihr zweiter Drittrunden-Einzug. Zuvor hatten es bereits Jule Niemeier und Oscar Otte in die Runde der besten 32 geschafft.

Gegner gibt auf – Tennisprofi Otte schnell in dritter Wimbledon-Runde

Tennisprofi Oscar Otte hat nach nur 15 Minuten Spieldauer die dritte Runde beim Rasen-Klassiker in Wimbledon erreicht. Sein Gegner Christian Harrison aus den USA gab am Mittwoch bereits beim Stand von 3:1 aus Sicht von Otte im ersten Satz auf. Ohne den verletzt fehlenden Olympiasieger Alexander Zverev ist der 28 Jahre alte Kölner die deutsche Nummer eins in Wimbledon und erstmals in seiner Karriere bei einem Grand-Slam-Turnier gesetzt. In der nächsten Runde bekommt es Otte mit dem spanischen Jungstar Carlos Alcaraz oder Tallon Griekspoor aus den Niederlanden zu tun.

Tennisprofi Marterer in zweiter Wimbledon-Runde raus

Qualifikant Maximilian Marterer hat seinen ersten Drittrunden-Einzug beim Rasen-Klassiker in Wimbledon deutlich verpasst. Der 27 Jahre alte Nürnberger unterlag am Mittwoch dem favorisierten Frances Tiafoe mit 2:6, 2:6, 6:7 (3:7).

Der an Position 23 gesetzte Amerikaner dominierte die Partie vor allem mit seinem Aufschlag und ließ Marterer zu Beginn kaum eine Chance. Nach nur 23 Minuten musste der Franke den ersten Satz abgeben und kassierte auch im zweiten Durchgang schnell ein Break. Im dritten Satz hielt Marterer besser mit, musste sich aber nach 1:36 Stunden geschlagen geben. Die Partie begann wegen Regens mit mehr als 90-minütiger Verspätung. Marterer hatte sich durch die Qualifikation gekämpft und zuvor noch nie die zweite Runde in Wimbledon erreicht.

Jule Niemeier sorgt für große Überraschung

Wimbledondebütantin Jule Niemeier hat nach dem bislang größten Sieg ihrer Tenniskarriere die dritte Runde beim Rasenklassiker im All England Club erreicht. Die 22-Jährige aus Dortmund besiegte überraschend die an Position zwei gesetzte Anett Kontaveit (Estland) 6:4, 6:0. Nach nur 59 Minuten verwandelte Niemeier, die erst ihr zweites Majorturnier spielt, ihren ersten Matchball.

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Serena Williams verliert bei Comeback packendes Duell in Runde eins

Tennis-Superstar Serena Williams hat bei der mit Spannung erwarteten Rückkehr nach einjähriger Pause eine dramatische Niederlage erlitten. Die 23-malige Grand-Slam-Turniersiegerin verlor am Dienstagabend in 3:10 Stunden mit 5:7, 6:1, 6:7 (7:10) gegen die Französin Harmony Tan. Die 40-Jährige war im ersten Einzel nach ihrer schweren Oberschenkelverletzung vor einem Jahr an gleicher Stelle weit von ihrer früheren Form entfernt. Mit großem Jubel wurde sie von den Zuschauern auf dem Centre Court verabschiedet.

„Es war ein sehr langer Kampf“, sagte Williams erschöpft und erinnerte an ihre Verletzung. „Es ist aber definitiv besser als letztes Jahr.“ Damit muss sie weiter auf den ersehnten 24. Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier warten, mit dem sie den Rekord der Australierin Margaret Court einstellen würde.

Trotz ihrer Routine konnte Williams gegen die Wimbledon-Debütantin nicht ihre erst dritte Niederlage in einer Auftaktpartie bei einem Grand Slam verhindern. „Es ist ein Traum für mich. Ich habe Serena im Fernsehen gesehen, als ich jung war“, schwärmte Tan. „Ich hatte Angst auf dem Platz, war am Ende aber ziemlich glücklich.“

Angefeuert von Schwester Venus und ihrer Mutter war der Amerikanerin zu Beginn die fehlende Matchpraxis und Spritzigkeit anzumerken. Nur im Doppel hatte Williams vorab Wettkampfspiele absolviert. Die siebenmalige Wimbledonsiegerin wollte die Ballwechsel kurz halten und bejubelte Punktgewinne mit lauten Schreien. Die Weltranglisten-115. Tan setzte auf Stopps, um Williams laufen zu lassen.

Mit einem Passierball holte sich Tan den ersten Satz, ratlos schaute Williams nach 64 Minuten ins Leere. Die Zeit, in der das Faltdach über der Arena geschlossen wurde, nutzte Williams für einen Gang in die Katakomben. Als sie zurückkehrte, erhielt sie aufmunternden Applaus. Die Fehlerquote sank, die Präzision wurde höher. Der zweite Satz war enger als das Ergebnis von 6:1. Im entscheidenden Durchgang wehrte Williams bei 5:6 und eigenem Aufschlag einen Matchball ab. Im Tiebreak lag sie bereits 4:0 vorne und verlor doch.

Ihre sportliche Zukunft ließ Williams nach dem Aus in Wimbledon offen. Mehr dazu gibt es hier.

+++ 28. Juni 2022 +++

Nur fünf von 13 Deutschen in zweiter Runde

Auf den erfolgreichen Auftakt folgte ein Tag voller Niederlagen: Von 13 deutschen Tennisprofis in Wimbledon sind nach der ersten Runde nur fünf übrig geblieben. Am Dienstag verloren drei Spieler und drei Spielerinnen, darunter Andrea Petkovic (Darmstadt) ihre Matches. Nur Tatjana Maria (Bad Saulgau) gewann die Fortsetzung ihrer am Abend zuvor abgebrochenen Partie.

Sie folgte durch das 4:6, 6:3, 6:4 gegen die Australierin Astra Sharma der früheren Turniersiegerin Angelique Kerber (Kiel/Nr. 15), Jule Niemeier (Dortmund), Oscar Otte (Köln/Nr. 32) und Maximilian Marterer (Nürnberg) in die zweite Runde. Alle fünf sind am Mittwoch wieder im Einsatz.

Ausgeschieden sind dagegen neben Petkovic (4:6, 3:6 gegen die Schweizerin Viktorija Golubic): Daniel Altmaier (Kempen), Nicola Kuhn (Ludwigshafen), Dominik Koepfer (Furtwangen), Tamara Korpatsch (Hamburg) und Nastasja Schunk (Ludwigshafen).

Nadal nach Schreckmoment weiter

Der 22-malige Grand-Slam-Turniergewinner Rafael Nadal hat beim Rasen-Klassiker in Wimbledon nach einigen Schwierigkeiten die zweite Runde erreicht. Der 36-Jährige bezwang den Argentinier Francisco Cerundolo am Dienstag 6:4, 6:3, 3:6, 6:4 und präsentierte sich beim ersten Auftritt mehr als drei Wochen nach seinem Triumph bei den French Open noch längst nicht in Topform. Nadal trifft nun auf den Litauer Ricardas Berankis. Vor dem Erfolg in Paris hatte der Spanier bereits bei den Australian Open gewonnen.

„Ich bin sehr froh, hier zurück zu sein“, sagte Nadal nach seinem ersten Spiel in Wimbledon seit 2019. „Es ist kein Untergrund, auf dem wir oft spielen. Die letzten drei Jahre habe ich keinen Fuß auf Rasen gesetzt, deshalb ist jeder Tag ein Test. Und heute war es ein sehr wichtiger.“

Anfang des dritten Satzes erlebten die Zuschauer auf dem gut gefüllten Centre Court einen Schreckmoment, als Nadal ausrutschte und hinfiel. Der Spanier blieb aber unverletzt. Vor allem mit einer peitschenden Vorhand setzte der Außenseiter Cerundolo, der noch nie bei einem Grand-Slam-Turnier die erste Runde überstanden hat, seinen Gegner unter Druck. Obwohl er schon mit einem Break vorne lag, gab Nadal den dritten Durchgang ab und lag auch im vierten Satz zurück. Nach harten 3:33 Stunden durfte er aber jubeln.

Vor der Partie hatte der Spanier berichtet, dass er sich die chronischen Schmerzen im linken Fuß durch eine spezielle Therapie gelindert habe. In Barcelona hatte Nadal sich einer pulsierten Radiofrequenztherapie unterzogen. Die betroffenen Fußnerven werden mit dieser Behandlung betäubt und können den Schmerzreiz nicht mehr zum Gehirn weiterleiten. Nadal leidet seit einigen Jahren am Müller-Weiss-Syndrom, einer seltenen und degenerativen Erkrankung.

Maria folgt Kerber in die zweite Runde

Tatjana Maria hat als dritte deutsche Spielerin in Wimbledon die zweite Runde erreicht. Die zweifache Mutter, die vor 15 Jahren ihr Debüt im All England Club gegeben hatte, setzte sich gegen die Australierin Astra Sharma 4:6, 6:3, 6:4 durch. Das Match war am Montagabend wegen Dunkelheit unterbrochen worden.

Am Mittwoch trifft Maria auf die an Position 26 gesetzte Rumänin Sorana Cirstea. Vor der 34-Jährigen, die aus Bad Saulgau stammt, aber schon lange mit ihrer Familie in Florida lebt, hatten sich am Montag Angelique Kerber (Kiel) und Jule Niemeier (Dortmund) in ihren Auftaktmatches durchgesetzt.

Petkovic scheitert in Runde eins

Die deutschen Tennisspielerinnen Andrea Petkovic und Nastasja Schunk sind in Wimbledon in der ersten Runde ausgeschieden. Die 34 Jahre alte Petkovic (Darmstadt) unterlag bei ihrem vielleicht letzten Einzel im All England Club der Schweizerin Viktorija Golubic mit 4:6, 3:6. Qualifikantin Schunk (Ludwigshafen), 2021 Finalist bei den Juniorinnen, verlor gegen Mihaela Buzarnescu aus Rumänien 4:6, 2:6.

Im letzten Aufschlagspiel verletzte sich Petkovic am Ellbogen, sie hofft, dass er „nur gequetscht“ ist und sie noch im Doppel mit Jule Niemeier (Dortmund) antreten kann. „Bis dahin war es schade“, sagte sie über das Aus, Golubic habe aber „einfach schlau gespielt und mich dazu gebracht, Fehler zu machen“.

Petkovic, die bei der Generalprobe in Bad Homburg ebenfalls im Auftaktspiel ausgeschieden war, ist in Wimbledon nie über die dritte Runde hinausgekommen, Rasen gehörte nie zu ihren Lieblingsbelägen. Ob die Nummer 57 der Welt ihre Karriere über diese Saison hinaus fortsetzen wird, ist offen. „Ich merke schon, es geht dem Ende entgegen“, sagte Petkovic.

Schunk (18) gehört dagegen zur Generation, die Petkovic und die frühere Wimbledonsiegerin Angelique Kerber (Kiel) ablösen soll. Sie stand zum zweiten Mal im Hauptfeld eines Grand Slams. Wie Petkovic konnte sie Kerber und der 22 Jahre alten Niemeier jedoch nicht in die zweite Runde folgen.

Auch Daniel Altmaier (Kempen) verlor sein Erstrundenmatch. Der 23-Jährige verlor die Fortsetzung gegen den Schweden Mikael Ymer 3:6, 5:7, 5:7, den letzten Satz gab Altmaier nach einer 5:2-Führung noch ab. Das Match war am Montagabend wegen Dunkelheit unterbrochen worden. Für den Weltranglisten-61. war es das Debüt im All England Club, im vergangenen Jahr war Altmaier in der Qualifikation ausgeschieden.

Vorjahresfinalist Berrettini positiv auf Corona getestet

Zweiter prominenter Corona-Fall in Wimbledon: Vorjahresfinalist Matteo Berrettini gab am Dienstag vor seinem Auftaktmatch den positiven Test via Instagram bekannt. Nach dem Kroaten Marin Cilic ist das prestigeträchtige Tennisturnier damit auch für den 26 Jahre alten Italiener vorbei, noch ehe es begonnen hat.

Sein Herz sei gebrochen, schrieb Berrettini, der nach den Titeln in Stuttgart und im Londoner Queen's Club als einer der Favoriten im All England Club galt. „Ich hatte Grippesymptome und war in den vergangenen Tagen isoliert“, sagte er: „Der Traum ist für dieses Jahr vorbei, aber ich werde stärker zurückkommen.“

Obwohl die Symptome „nicht schwer“ gewesen seien, testete sich Berrettini am Dienstagmorgen erneut, „um meine Kollegen und alle am Turnier Beteiligten zu schützen“. Er finde kaum Worte, sagte Berrettini, um seine Enttäuschung zu beschreiben.

Nach dem Ausfall des Turniers 2020 und der Pandemie-Ausgabe im vergangenen Jahr waren die Organisatoren zurück zur Normalität gekehrt. Mit 42.000 Besuchern am Tag ist die Anlage im Londoner Südwesten wieder voll ausgelastet. Kaum jemand trägt Masken, Tests sind nicht mehr erforderlich.

Cilic, Wimbledonfinalist von 2017 und US-Open-Sieger von 2014, hatte seine Erkrankung und die Absage für das Turnier am Montag bekannt gegeben. Der 33-Jährige galt nach seinem überraschenden Halbfinaleinzug bei den French Open in Paris als Geheimtipp beim Rasenklassiker.

+++ 27. Juni 2022 +++

Otte gewinnt deutsches Duell

Der Kölner Tennisprofi Oscar Otte hat das deutsche Auftaktduell in Wimbledon gegen seinen Kumpel Peter Gojowczyk (München) klar gewonnen. Der einzige gesetzte Deutsche im Männerfeld siegte nach nur 1:18 Stunden und noch rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit im Londoner Südwesten mit 6:1, 6:2, 6:1. Nach zwei starken Regengüssen hatte das Match spät begonnen.

Otte (28) trifft am Mittwoch auf Jay Clarke (USA) oder Christian Harrison (USA), mittlerweile sind bei ihm die Ansprüche aber gestiegen. Im vergangenen Jahr hatte sich Otte noch durch die Qualifikation kämpfen müssen, in Abwesenheit des verletzten Alexander Zverev (Hamburg) ist er nun die deutsche Nummer eins.

Und durchaus selbstbewusst: Nachdem er durch die Absage des Franzosen Gael Monfils noch kurzfristig in die Setzliste gerückt war, sagte er: „Es kann schon sein, dass sich der eine oder andere vielleicht gefreut hat, dass ich jetzt gesetzt bin.“ Nach den Halbfinals in Stuttgart und Halle/Westfalen gilt er auf Rasen als Geheimtipp.

Otte ist nach Maximilian Marterer (Nürnberg) der zweite Deutsche in der zweiten Runde. Insgesamt haben sich sieben Spieler des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) für das Hauptfeld der Männer im All England Club qualifiziert. Zverev musste seinen Start nach dem Bänderriss in Paris absagen.

Kerber siegt souverän

Die frühere Turniersiegerin Angelique Kerber hat souverän die zweite Runde in Wimbledon erreicht. Die 34 Jahre alte Kielerin gewann am Montagabend ihr Auftaktmatch im All England Club gegen die Französin Kristina Mladenovic 6:0, 7:5. Der erste Satz dauerte nur 17 Minuten. In der zweiten Runde trifft Kerber am Mittwoch auf die Polin Magda Linette.

Bei ihrer 14. Wimbledon-Teilnahme gewann Kerber ihr 83. Match auf Rasen, unter den aktiven Spielerinnen haben nur die beiden Williams-Schwestern Serena und Venus häufiger gesiegt. Kerber hofft in diesem Jahr auf einen ähnlichen Lauf wie 2021, als sie erst im Halbfinale von der späteren Siegerin Ashleigh Barty gestoppt wurde.

In Wimbledon ist Kerber erfolgreicher als bei allen anderen Grand-Slam-Turnieren. Zweimal stand sie im Finale, holte 2018 den Titel und erreichte zwei weitere Male das Halbfinale. Ihre Generalprobe beim Vorbereitungsturnier in Bad Homburg endete zwar früh, doch „die Grand Slams haben ihre eigenen Regeln“, sagte Kerber vor Turnierbeginn selbstbewusst.

Struff verpasst große Überraschung

Jan-Lennard Struff bot dem Jungstar ein Match auf Augenhöhe, zum Sieg über den Spanier Carlos Alcaraz reichte es in Wimbledon jedoch nicht. Der langjährige Davis-Cup-Spieler aus Warstein unterlag dem 19 Jahre alten Newcomer nach 4:10 Stunden 6:4, 5:7, 6:4, 6:7 (3:7), 4:6.

Während es draußen mitunter in Strömen goss, zeigte Struff unter dem geschlossenen Dach auf Court 1 eine seiner besten Leistungen in diesem Jahr. Im März hatte er sich einen Zeh gebrochen und war erst zur Rasensaison wieder auf die Tour zurückgekehrt.

Alcaraz, der nach vier Titeln in diesem Jahr bei den French Open als Favorit gehandelt worden war und erst im Viertelfinale von Olympiasieger Alexander Zverev gestoppt wurde, tat sich schwer. Ihm fehlt die Erfahrung, der Auftritt gegen Struff war erst sein drittes Match auf Rasen.

Der 32 Jahre alte Deutsche spielte dagegen bereits ein neuntes Wimbledon, den Sieg verpasste er jedoch knapp. Seit mehr als einem Jahr wartet Struff, der in der Weltrangliste nur noch auf Platz 155 liegt, auf einen Grand-Slam-Erfolg. Sein letzter Sieg bei den vier wichtigsten Tennisturnieren der Welt gelang ihm 2021 bei den French Open in Paris: gegen Carlos Alcaraz.

Niemeier feierten ersten Grand-Slam-Sieg

Jule Niemeier hat in Wimbledon das erste Grand-Slam-Match ihrer Tenniskarriere gewonnen. Die 22-Jährige aus Dortmund setzte sich gegen die Chinesin Wang Xiyu 6:1, 6:4 durch und zog in die zweite Runde ein. Dort trifft Niemeier am Mittwoch entweder auf die an Position zwei gesetzte Anett Kontaveit aus Estland oder Bernarda Pera aus den USA.

Niemeier ist eine von sechs deutschen Spielerinnen im Wimbledonfeld. Bei den French Open hatte sie sich zuletzt erstmals für das Hauptfeld eines Grand Slams qualifiziert. Die Weltranglisten-97. ist neben Nastasja Schunk (Ludwigshafen), die am Dienstag spielt, die Hoffnungsträgerin für die Zeit nach der Generation um die dreimalige Majorsiegerin Angelique Kerber.

„Sie brauchen Erfahrung, müssen durch das Auf und Ab, sie müssen Rückschläge mental meistern“, hatte Kerber vor Turnierbeginn über die beiden Talente gesagt: „Wenn sie das schaffen, traue ich ihnen viel zu.“

Marterer als erster Deutscher weiter

Maximilian Marterer hat als erster der 13 deutschen Tennisprofis in Wimbledon die zweite Runde erreicht. Das 4:6, 7:5, 6:4, 7:5 gegen den Slowenen Aljaz Bedene war sein erster Sieg überhaupt im All England Club. Marterer, in der Weltrangliste die Nummer 172, hatte sich durch die Qualifikation ins Hauptfeld gespielt.

Das Match war zweimal wegen Regens unterbrochen worden, bei 4:4 im ersten Satz und bei 4:4 im dritten Durchgang. Zunächst kam Bedene besser aus der Kabine, dann Marterer, der in der zweiten Runde auf den an 23 gesetzten Frances Tiafoe (USA) trifft.

Djokovic mit Problemen zum Auftakt

Der 20-malige Grand-Slam-Turniersieger Novak Djokovic hat seine Pflichtaufgabe zum Auftakt des Rasen-Klassikers in Wimbledon nur mit einiger Mühe gelöst. Der an Nummer eins gesetzte Serbe bezwang in der ersten Runde am Montag den Südkoreaner Kwon Soon Woo nach 2:27 Stunden mit 6:3, 3:6, 6:3, 6:4. Dabei war der Titelverteidiger besonders in den ersten beiden Sätzen gegen die Nummer 81 der Welt noch deutlich von der Top-Form entfernt.

Djokovic ist der erste Profi, der jeweils mindestens 80 Siege bei allen vier Grand-Slam-Turnieren geholt hat. „Jetzt, wo ich 80 habe - lasst uns auf 100 kommen“, sagte er unter dem Jubel der Fans. „Dieser Sport hat mir alles gegeben, ich liebe ihn mit meinem ganzen Herzen.“

Djokovic strebt seinen siebten Titel in Wimbledon an. Er ist als Weltranglisten-Dritter an eins gesetzt, weil Daniil Medwedew nach dem Ausschluss russischer Profis wegen des Angriffskriegs Russlands in der Ukraine ebenso wie der verletzte Alexander Zverev fehlt.

Das Turnier ist nach derzeitigem Stand Djokovic' letzte Chance auf einen Grand-Slam-Titel in diesem Jahr. Der 35-Jährige will sich auch im Falle eines weiter bestehenden Einreiseverbots in die USA nicht gegen das Coronavirus impfen lassen und würde damit auch auf die US Open verzichten. Djokovic hatte am Samstag bestätigt, dass er eine Impfung für sich ausgeschlossen hat.

Die Impfung gegen das Coronavirus ist in den USA bis auf wenige Ausnahmen aber weiter Voraussetzung, um ins Land zu kommen. Djokovic war wegen der fehlenden Impfung bereits Anfang des Jahres kurz vor Beginn der Australian Open des Landes verwiesen worden und hatte daher seinen Titel in Melbourne nicht verteidigen können.

Ansturm auf Wimbledon-Tickets

Durch den Wegfall der Corona-Beschränkungen beim Rasen-Klassiker in Wimbledon ist auch die berühmteste Warteschlange im Tennis zurück. In der sogenannten „Queue“ reihten sich am Montag hunderte Fans für Tickets für den ersten Tag des Grand-Slam-Turniers ein.

Viele Besucher hatten die Nacht über vor dem All England Lawn Tennis Club campiert, die ersten von ihnen bereits seit mehr als zwei Tagen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur PA war ein Mann aus Kalifornien am Freitagabend gegen 23.00 Uhr (Ortszeit) der erste in der Schlange. Rund 42 000 Zuschauer werden jeden Tag auf der Anlage erwartet.

Dabei gehen die Veranstalter dieses Jahr von einer Rekord-Kulisse in der Geschichte des Turniers aus. Das sagte Sally Bolton, Geschäftsführerin des All England Lawn Tennis Clubs (AELTC), am Montag. Erstmals wird an der Church Road am so genannten „Middle Sunday“, dem Sonntag der ersten Turnierwoche, regulär gespielt. Bislang blieb dieser Tag frei und wurde nur genutzt, falls es zuvor wegen Regenunterbrechungen zu Verzögerungen gekommen war.

2020 war das Turnier wegen der Coronavirus-Pandemie ausgefallen. Vor einem Jahr waren nur 50 Prozent der Zuschauer-Kapazitäten erlaubt, dazu mussten Besucher entweder geimpft oder negativ getestet sein und es gab keine „Queue“. Diese habe „eine hohe Bedeutung“, betonte Bolton. Sie existiere, damit Menschen noch Tickets für den gleichen Tag bekommen können. Der so genannte Ground Pass ohne Zugang zu den vier Stadien kostet in der ersten Woche 27 Pfund (31 Euro).

(red/dpa/SID)