Wimbledon 2019: Ex-Manager Patricio Apey reagiert auf Kritik von Alexander Zverev

Schwere Vorwürfe nach Wimbledon-Debakel : Ex-Manager Apey reagiert auf Zverev-Kritik

Alexander Zverev macht nach der Erstrundenpleite in Wimbledon den schwelenden Rechtsstreit mit seinem Ex-Manager verantwortlich. Dieser hat nun auf die Aussagen des 22-Jährigen reagiert. Es ist ein Rosenkrieg mit verheerenden Auswirkungen.

Wie ein Häufchen Elend, mit leerem Blick und hängenden Schultern saß Alexander Zverev da und klagte in bitteren Worten sein Leid. Nach seiner überraschenden Erstrundenpleite in Wimbledon machte er den schwelenden Rechtsstreit mit Ex-Manager Patricio Apey für seine Form- und Sinnkrise verantwortlich. "Es ist ein Mensch, der viel mit meinem Leben zu tun hatte", sagte er: "Und der versucht gerade, mein Leben so schwer wie möglich zu machen."

Ohne dessen Namen ein einziges Mal in den Mund zu nehmen, erhob Zverev schwere Sabotage-Vorwürfe gegen den Chilenen. Unmittelbar vor seinem Turnierstart gegen den Tschechen Jiri Vesely habe ihm Apey in der rechtlichen Auseinandersetzung einen neuen Knüppel zwischen die Beine geworfen. "Abartig" sei dessen Verhalten. "Ihr könnt euch nicht vorstellen, was gerade los ist", meinte Zverev, nur um nachzuschieben: "Ich darf nichts Offizielles sagen."

Apey reagierte am Dienstagabend mit einem Statement auf die Aussagen: "Der einzige, der ihm das Leben schwer macht, ist Sascha selbst", teilte er auf SID-Anfrage mit: "Er hat einen teuren, unnötigen und absolut illegitimen Rechtsstreit gegen meine Firma vom Zaun gebrochen, als er bewusst und unrechtmäßigerweise seinen bis mindestens 2023 gültigen Vertrag gebrochen hat."

Zverev und Apey stecken seit mehreren Monaten in einem heftigen Rosenkrieg. Seitdem der 22-Jährige aus dem noch vier Jahre gültigen Vertrag mit dessen "ACE Group" aussteigen wollte, liefern sich beide eine juristische Schlammschlacht. Den Auftakt bildete Zverevs Sieg bei den ATP-Finals Ende letzten Jahres in London. Warum ausgerechnet ein solcher Triumph? "Weil nach dem Erfolg kommt seine Arbeit. Und da kommen viele Dinge dann raus", sagte Zverev.

Die genauen Hintergründe des Disputs bleiben überwiegend im Dunkeln. Die britische Zeitung Telegraph spekulierte zuletzt, dass ein fehlender Termin am zuständigen Londoner Gericht den Auftakt des Verfahrens bis weit ins Jahr 2020 verzögern könnte. Zverev wäre dann noch länger ohne Manager, sein angeblich angestrebter Wechsel ins "Team 8" von Roger Federer und dessen Manager Tony Godsick würde sich weiter verzögern.

Dabei sind die Auswirkungen, die diese Situation auf den Weltranglistenfünften hat, nicht zu übersehen. Zverev ist offenbar überfordert mit der Last der zusätzlichen Aufgaben, schafft es nicht, sich allein aufs Tennis zu konzentrieren. Hinzu kommt, dass ihn der Streit offenbar auch emotional schwer mitnimmt. "Es tut mir weh. Ich dachte, wir sind Freunde", sagte er: "Das ist gerade mein Leben."

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Es ist ein brutaler Reifeprozess, den der deutsche Hoffnungsträger da gerade durchlaufen muss. Auch die zumindest zwischenzeitliche Trennung von Freundin Olga und deutlich vernehmbare Dissonanzen in seinem Trainerteam, bestehend aus Vater Alexander Senior und Star-Coach Ivan Lendl, spielen dort mit hinein. Sein kometenhafter Aufstieg ist jedenfalls erst einmal gestoppt, Zverev muss jetzt Krisen-Management betreiben.

Wimbledon, den Ort seiner nächsten herben Grand-Slam-Enttäuschung, wollte er deshalb erstmal nur noch hinten sich lassen. "Ich werde mir ein paar Tage frei nehmen, werde irgendwo sein, wo mich keiner finden kann", kündigte er an. Die Sortierung der Angelegenheiten abseits des Tennisplatzes hat nun Priorität. "Ich muss das in Ordnung bringen", sagte er.

(lt/sid)
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