US Open 2019: Rafael Nadal denkt nach Sieg nicht an Rekord von Federer

Triumph bei den US Open : Rafael Nadal denkt nicht an den Federer-Rekord

Noch ein Grand-Slam-Titel, dann hat Rafael Nadal den Schweizer Roger Federer eingeholt. Ein großer Ansporn - eigentlich. Doch Nadal will davon nichts wissen. Tennis spielt er auch mit 33 Jahren noch aus einem ganz anderen Grund.

Rafael Nadal vergrub sein Gesicht in den Händen und weinte. Als auf dem großen Videowürfel im Arthur Ashe Stadium die Bilder von seinen bislang 19 Grand-Slam-Siegen gezeigt wurden, konnte der spanische Tennis-Star seine Tränen nicht mehr unterdrücken. Auf einem Stuhl auf dem abgedunkelten Centre Court sitzend verfolgte er bewegt die Szenen seiner Triumphe von 2005 bis heute. „Ich versuche eigentlich immer, meine Emotionen unter Kontrolle zu halten. Aber in diesem Moment war es unmöglich. Das war unvergesslich“, sagte Nadal.

Zuvor hatte er am Sonntag (Ortszeit) in einem hochklassigen und dramatischen Finale der US Open den Russen Daniil Medwedew in 4:51 Stunden mit 7:5, 6:3, 5:7, 4:6, 6:4 besiegt und damit seinen 19. Grand-Slam-Titel gefeiert. Nur der Schweizer Roger Federer hat bislang einmal mehr bei einem der vier wichtigsten Turniere der Welt gewonnen, Novak Djokovic lauert mit 16 Titeln knapp dahinter.

Doch von der Jagd nach Rekorden wollte Nadal nach diesem epischen Endspiel im drittlängsten Finale in der Geschichte des Klassikers von Flushing Meadows nichts wissen. „Daran denke ich überhaupt nicht. Ich stehe dafür nicht jeden Tag auf dem Trainingsplatz, spiele deswegen nicht Tennis. Ich spiele Tennis, weil ich es liebe“, sagte der 33 Jahre alte Mallorquiner.

Wie sehr, das bekamen die 23 771 Zuschauer im Stadion und die Millionen Fans vor den Bildschirmen in New York wieder zu sehen. Mit dem 23 Jahre jungen und nach einer beeindruckenden Siegesserie in diesem Sommer extrem selbstbewussten Medwedew stand Nadal im Finale einer der unbequemsten und gefährlichsten Gegner gegenüber. Der Russe gehört jener Gruppe von aufstrebenden Spielern an, die von der ATP so gerne als Next Generation vermarktet wird.

Medwedew, Alexander Zverev, Stefanos Tsitsipas - sie sollen bald die drei großen Superstars Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic ablösen. So sieht es zumindest der Plan der Bosse der Herren-Tour vor. Doch die großen Drei haben noch zu viel Spaß an dem, was sie tun, treiben sich gegenseitig immer wieder zu Höchstleistungen an. „Diese drei, das sind Legenden“, sagte Medwedew ehrfürchtig. „Es ist so verdammt schwer, sie zu schlagen, sogar einfach nur einen Satz, manchmal sogar einfach nur ein Spiel gegen sie zu gewinnen.“

Die letzten zwölf Grand-Slam-Turniere hieß der Sieger immer entweder Djokovic, Nadal oder Federer. Drei lange Jahre konnte niemand in diese Phalanx einbrechen. Der letzte Champion, der nicht aus dem Kreis der großen Drei kam, war der Schweizer Stan Wawrinka bei den US Open 2016.

Am Sonntag hätte er fast Medwedew geheißen. Denn nachdem Nadal zweineinhalb Sätze lang relativ unspektakulär auf seinen vierten Triumph bei den US Open zusteuerte, begann der Russe plötzlich Alles oder Nichts zu spielen. „Im dritten Satz habe ich mir schon Gedanken gemacht, was ich gleich bei der Siegerehrung als Verlierer so sage“, sagte Medwedew nach der Partie. „Aber die Fans haben mich so laut unterstützt, dass ich einfach weiter um jeden Punkt gekämpft habe.“

Wie aus dem Nichts holte sich Medwedew den dritten Durchgang und zwang Nadal dann sogar in den Entscheidungssatz. Die Fans tobten, Nadal wackelte. Mehrere Strafen wegen Zeitspiels musste der Spanier hinnehmen, doch genau daraus zog er wieder Energie für die Wende. Mit dem dritten Matchball machte er alles klar und ließ sich dann völlig erschöpft auf den Boden fallen.

Noch einmal hatte er den Ansturm eines der jungen Wilden abgewehrt. „Ich fühle mich geehrt, Teil dieser Schlacht gewesen zu sein“, sagte Nadal. Bei den Damen hatte am Samstag die 19 Jahre alte Kanadierin Bianca Andreescu gegen die 37 Jahre alte Serena Williams gewonnen. Andreescu ist die erste in diesem Jahrtausend geborene Spielerin, die ein Grand-Slam-Turnier gewinnen konnte. Bei den Männern muss die Wachablösung dagegen noch ein bisschen warten.

Was den Planern der Siegerehrung in New York sicher ganz recht war, wie auch Medwedew vermutete. „Als ich die Bilder von Rafas 19 Grand-Slam-Titeln auf dem großen Videowürfel gesehen habe, habe ich gedacht: Wenn ich gewonnen hätte, was hätten sie dann gezeigt?“, fragte der Russe. Spielt er so weiter, wird es in der Zukunft aber auch genügend Material für Highlight-Clips über ihn geben. „Ihm gehört die Zukunft. Ich bin mir sicher, dass er die Chance hat, einige Grand Slams zu gewinnen“, sagte Nadal.

Nadal holt vierten Titel bei US Open - dramatisches Finale gegen Medwedew

Als auf dem großen Videowürfel im Arthur Ashe Stadium die Bilder von seinen bislang 19 Grand-Slam-Siegen gezeigt wurden, konnte Rafael Nadal seine Tränen nicht mehr zurückhalten. Auf dem abgedunkelten Centre Court saß der Tennis-Superstar auf seinem Stuhl und begrub sein Gesicht in den Händen. „Ich versuche eigentlich immer, meine Emotionen unter Kontrolle zu halten. Aber in diesem Moment war es unmöglich“, sagte Nadal. Zuvor hatte der 33-jährige Spanier am Sonntagabend den Russen Daniil Medwedew in einem hochklassigen und dramatischen Finale in 4:50 Stunden mit 7:5, 6:3, 5:7, 4:6, 6:4 besiegt und damit seinen 19. Grand-Slam-Titel gefeiert.

Nur der Schweizer Roger Federer hat bislang einmal mehr bei einem der vier wichtigsten Turniere der Welt gewonnen. Für Nadal war es der zweiten Grand-Slam-Triumph in diesem Jahr. Zuvor hatte er im Juni bereits die French Open in Paris gewonnen. In New York triumphierte er zum vierten Mal und kassierte 3,85 Millionen Dollar für seinen Erfolg.

„Es war ein unglaubliches Finale. Daniil hat unglaublich gespielt und gezeigt, warum er schon die Nummer vier der Welt ist, obwohl er erst 23 Jahre alt ist“, sagte Nadal. „Er hat eine große Zukunft vor sich und wird sicher einige Grand-Slam-Turniere gewinnen.“ Medwedew zeigte sich nach der bitteren Niederlage in seinem ersten Grand-Slam-Finale als fairer Verlierer. „Was du für unseren Sport getan hast, ist unglaublich. 100 Millionen Kinder auf der Welt spielen wegen dir Tennis“, sagte der Russe an Nadal gerichtet.

Nadal hatte gegen Medwedew zweieinhalb Sätze lang alles im Griff. Doch dann drehte der Russe mit dem Rücken zur Wand stehend auf und zwang den Favoriten in den fünften Satz. Es war das erste Mal seit sieben Jahren, dass ein Endspiel in New York wieder über die volle Distanz ging und das drittlängste Endspiel in der Geschichte des Turniers. „Im dritten Satz habe ich mir schon Gedanken gemacht, was ich gleich bei der Siegerehrung als Verlierer so sage“, sagte Medwedew nach der Partie.

Bei den Damen hatte am Samstag die 19 Jahre alte Kanadierin Bianca Andreescu ihren ersten Grand-Slam-Titel gefeiert. Im Endspiel hatte sie die 37 Jahre alte Serena Williams mit 6:3, 7:5 besiegt und der Amerikanerin damit den 24. Grand-Slam-Sieg und die Einstellung des Rekordes der Australierin Margaret Court verwehrt. Andreescu ist die erste in diesem Jahrtausend geborene Spielerin, die bei einem Grand-Slam-Turnier gewinnen konnten.

Bei den Damen stößt die junge Generation die Etablierten also immer mehr vom Thron, bei den Männern muss die Wachablösung dagegen noch ein bisschen warten, auch wenn Medwedew ganz nah dran war. Die letzten zwölf Grand-Slam-Turniere hieß der Sieger immer entweder Novak Djokovic, Rafael Nadal oder Roger Federer. Der letzte Champion, der nicht aus dem Kreis der großen Drei kam, war der Schweizer Stan Wawrinka bei den US Open 2016. Fast hätte er nun Medwedew geheißen. „Diese drei sind Legenden. Sie spielen unfassbares Tennis“, sagte Medwedew. „Es ist schon schwer, einen Satz gegen sie zu gewinnen.“

Der Russe war als Geheimfavorit nach New York gekommen und hatte dort seine starke Form in diesem Sommer bestätigt. In Washington und Montreal hatte er zuvor jeweils das Finale erreicht, die Generalprobe für die US Open in Cincinnati sogar gewonnen. 50 Siege hatte Medwedew vor dem Endspiel in diesem Jahr bereits errungen.

In Nadal fand er nun trotz einer bärenstarken Leistung aber seinen Meister. Kampflos wollte Medwedew die große Bühne jedoch nicht verlassen. Als er nach zwei verlorenen Sätzen auch im dritten Satz ein Break hinten lag und alle einschließlich ihm mit einem schnellen Ende rechneten, begann er plötzlich Alles oder Nichts zu spielen - und hatte damit Erfolg. Das Publikum tobte. Nadal wackelte, bekam mehrmals eine Bestrafung wegen Zeitspiels, aber er stürzte nicht.

Mertens und Sabalenka holen Damen-Doppel-Titel

Die Belgierin Elise Mertens und Aryna Sabalenka aus Weißrussland haben sich den Titel im Damendoppel bei den US Open gesichert. Das an Position vier gesetzte Duo bezwang im Finale am Sonntag Wiktoria Asarenka (Weißrussland) und Ashleigh Barty (Australien) mit 7:5, 7:5.

Mertens und Sabalenka triumphierten somit gleich in ihrem ersten gemeinsamen Grand-Slam-Finale und verhinderten den nächsten Titelgewinn von Barty. Die Australierin hatte im Vorjahr mit Coco Vandeweghe (USA) gewonnen. Mertens und Sabalenka kassieren für den Sieg 740.000 Dollar (664.000 Euro), ihre unterlegenen Kontrahentinnen erhalten die Hälfte (370.000 Dollar/332.000 Euro).

Final-Drama für Serena Williams - Bianca Andreescu triumphiert in New York

Nachdem sie die große Sensation gegen Serena Williams perfekt gemacht hatte, bekreuzigte sich Bianca Andreescu erst einmal und ließ sich dann ungläubig auf den hellblauen Centre Court im Arthur Ashe Stadium fallen. Durch ein 6:3, 7:5 im Finale der US Open von New York holte sich die erst 19 Jahre alte Kanadierin am Samstag in ihrem ersten Grand-Slam-Finale gleich den Titel und zerstörte damit den Traum der 18 Jahre älteren Amerikanerin von ihrem 24. Triumph bei einem Grand-Slam-Turnier.

Damit hätte Williams den Rekord der Australierin Margaret Court eingestellt. Nun geht das Warten weiter. Seit sie 2018 nach der Geburt ihrer Tochter Olympia auf die Tennis-Tour zurückgekehrt ist, hat sie alle vier Grand-Slam-Endspiele verloren, die sie erreicht hatte. 2018 in Wimbledon gegen Angelique Kerber, 2018 in New York gegen Naomi Osaka und in diesem Jahr in Wimbledon gegen Simona Halep.

„Ich wünschte, ich hätte besser gespielt. Aber Bianca war heute einfach unglaublich und hat sich den Titel verdient“, sagte Williams, für die es nach der Niederlage im unrühmlichen Endspiel des vergangenen Jahres die nächste große Enttäuschung in New York war. Damals hatte sie mit Beleidigungen gegen den Schiedsrichter für einen Eklat gesorgt. „Es war leider mein schlechtestes Spiel während des Turniers. Ich hätte mir gewünscht, dass ich etwas mehr Serena gewesen wäre.“

Andreescu verwandelte nach 1:40 Stunden ihren dritten Matchball. Die Senkrechtstarterin ist damit die erste Kanadierin überhaupt, die ein Grand-Slam-Turnier gewinnen konnte. Vor ihr hatte lediglich Eugenie Bouchard 2014 in Wimbledon im Endspiel gestanden, dort aber gegen die Tschechin Petra Kvitova verloren. Andreescu bleibt zudem in diesem Jahr gegen Spielerinnen aus den Top Ten ungeschlagen. Nach den US Open wird sie selbst erstmals zu den besten zehn Spielerinnen der Welt gehören.

Für Kanada war es der zweite große Sporterfolg in diesem Jahr. Zuvor hatten bereits die Basketballer der Toronto Raptors den Titel in der NBA gewonnen. „Glückwunsch @Bandreescu_! Du hast Geschichte geschrieben und ein ganzes Land sehr stolz gemacht“, schrieb der kanadische Premierminister Justin Trudeau bei Twitter.

„Ich kann es gar nicht in Worte fassen, was es für mich bedeutet, hier zu stehen und gegen Serena, einen der größten Champions in unserem Sport, gewonnen zu haben“, sagte Andreescu, die für den größten Erfolg ihrer bisherigen Karriere 3,85 Millionen Dollar Preisgeld kassierte. „An das Gefühl kann ich mich definitiv gewöhnen.“

Williams wirkte an diesem Abend ungewöhnlich nervös und kassierte nach zwei Doppelfehlern gleich das erste Break. Andreescu spielte dagegen unbekümmert auf. Schon beim Interview kurz vor ihrem ersten großen Endspiel hatte die Kanadierin gelöst gewirkt und gesagt, sie habe sich vorbereitet wie vor jedem anderen Spiel auch.

Und in der Tat schien Andreescu, die im vergangenen Jahr in New York noch in der Qualifikation gescheitert war, die Partie im mit 23 771 Zuschauern ausverkauften Arthur Ashe Stadium eher zu genießen denn als Belastung zu empfinden. Nach 42 Minuten holte sie sich den ersten Satz, auch weil Williams für sie ungewöhnliche 14 leichte Fehler unterliefen.

Williams schien die Aussicht auf ihren 24. Grand-Slam-Titel eher zu lähmen als zu motivieren. Sie fand auch im zweiten Satz nie ihren Rhythmus. Zwar machte sie aus einem 1:5 noch einmal ein 5:5. Doch Andreescu behielt die Nerven und machte den überraschenden Sieg doch in zwei Sätzen perfekt.

Mattek-Sands und Murray triumphieren erneut im Mixed

Bethanie Mattek-Sands aus den USA und der Brite Jamie Murray haben ihren Titel im Mixed bei den US Open erfolgreich verteidigt. Im Finale setzte sich das Duo gegen die an Position eins gesetzten Chan Hao Ching (Taiwan) und Michael Venus (Neuseeland) mit 6:2, 6:3 durch.

Für Jamie Murray, den älteren Bruder des ehemaligen Weltranglistenersten Andy Murray, war es sogar schon der dritte Mixed-Titel bei den US Open in Serie. 2017 hatte er an der Seite von Martina Hingis (Schweiz) triumphiert. Eine solche Serie hatte zuletzt der Australier Neale Fraser hingelegt, der in den Jahren 1958 bis 1960 mit Margaret Osborne duPont aus den USA gewonnen hatte.

Nadal greift nach viertem Titel bei US Open

Tennis-Altmeister Rafael Nadal und Shootingstar Daniil Medwedew stehen bei den US Open im Endspiel. Der dreimalige New-York-Champions Nadal gewann am Freitagabend (Ortszeit) sein Halbfinale gegen den Italiener Matteo Berrettini mit 7:6 (8:6), 6:4, 6:1 und steht damit zum fünften Mal in Flushing Meadows im Finale. Der Russe Medwedew setzte sich zuvor gegen den Bulgaren Grigor Dimitrow mit 7:6 (7:5), 6:4, 6:3 durch und spielt erstmals bei einem der vier Grand-Slam-Turniere in einem Endspiel.

„Der erste Satz war ein bisschen frustrierend, weil ich so viele Breakchancen nicht genutzt habe. Aber ich habe den Tiebreak überlebt und nach dem Break im zweiten Satz wurde es dann einfacher“, sagte Nadal.

Im Damen-Finale treffen an diesem Samstag (22.00 Uhr MESZ/Eurosport) die 37 Jahre alte Topfavoritin Serena Williams aus den USA und die 19 Jahre alte Senkrechtstarterin Bianca Andreescu aus Kanada aufeinander. Dabei strebt Williams ihren 24 Grand-Slam-Titel an, womit sie mit der Australierin Margaret Court gleichziehen würde.

Nadal ist der letzte der großen Drei, der in New York noch dabei ist. Roger Federer war zuvor im Viertelfinale, Novak Djokovic sogar schon im Achtelfinale ausgeschieden. Die Gelegenheit, seinen insgesamt 19. Grand-Slam-Titel zu gewinnen, ist für den Mallorquiner damit groß.

Doch gegen Berrettini musste auch Nadal anfangs hart kämpfen und im Tiebreak des ersten Satzes sogar zwei Satzbälle abwehren. Der Italiener spielte mutig auf und brachte Nadal damit gehörig in Verlegenheit. Doch der 33-Jährige blieb in den entscheidenden Phasen ruhig und holte sich nach 73 Minuten doch noch den ersten Satz.

Auch im zweiten Abschnitt hielt Berrettini bei seiner Premiere in einem Grand-Slam-Halbfinale weiter gut mit. Zum 4:3 schaffte Nadal aber das Break, wenig später holte er sich den zweiten Satz. Damit war der Widerstand von Berrettini gebrochen. Nach 2:35 Stunden nutzte Nadal seinen ersten Matchball.