US Open 2019: Alexander Zverev siegt in New York gegen Frances Tiafoe

Sieg gegen US-Amerikaner Tiafoe : Zverev zittert sich in Runde drei

Die nächste erfolgreich überstandene Achterbahnfahrt: Alexander Zverev hat seinen nächsten Zittersieg gefeiert und die dritte Runde der US Open erreicht.

Alexander Zverev hatte blendende Laune. "Ich kenne das ja schon. Das mache ich jedes Mal in den ersten Runden bei Grand Slams - vielleicht, um die Zuschauer zu unterhalten", scherzte Zverev, nachdem er durch einen weiteren Zittersieg die dritte Runde in New York erreicht hatte.

Nach dem Fünfsatz-Krimi zum Auftakt wurden die Nerven des Hamburgers auch gegen Frances Tiafoe hart auf die Probe gestellt, doch Zverev gewann gegen den US-Amerikaner im Arthur-Ashe-Stadium 6:3, 3:6, 6:2, 2:6, 6:3. Nach 3:09 Stunden verwandelte er in einem Spiel der irren Wendungen seinen ersten Matchball (hier erhalten Sie alle aktuellen News zu den US Open 2019).

"Ich bin einfach nur froh, dass ich irgendwie gewonnen habe. Manchmal würde ich aber gerne einfacher gewinnen als in fünf Sätzen", sagte Zverev nach seinem 19. Match über fünf Sätze, 13 davon gewann er.

Nun kämpft Zverev gegen Benoit Paire (Frankreich/Nr. 29) oder Aljaz Bedene (Slowenien) um den Einzug ins Achtelfinale und seinen größten Erfolg in Flushing Meadows. Gegen beide Spieler hat der 22-Jährige bislang noch kein Match verloren. Im Vorjahr war er in der dritten Runde an Philipp Kohlschreiber (Augsburg) gescheitert.

Zuvor hatte Andrea Petkovic im Louis-Armstrong-Stadium ihr typisches Siegestänzchen hingelegt. Die frühere Top-10-Spielerin aus Darmstadt zeigte eine starke Vorstellung und bezwang die zweimalige Wimbledonsiegerin Petra Kvitova glatt 6:4, 6:4. Ausgeschieden ist hingegen Laura Siegemund.

"Es fühlt sich wie ein großer Sieg an, weil ich in den vergangenen Wochen durch eine schwierige Phase gehen musste" sagte Petkovic: "Ich bin sehr zufrieden mit meiner mentalen Stärke."

Mentale Stärke lässt Zverev derzeit vermissen. "Ich muss lernen, dass ich auch in drei Sätzen gewinnen kann und nicht jedes Mal in fünf", hatte er nach seinem Fünfsatz-Krimi zum Auftakt gegen den Moldauer Radu Albot gesagt - gegen Tiafoe gelang ihm das trotz gutem Start aber wieder nicht.

Zunächst konnte er noch an "sein bestes Spiel des ganzen Jahres", anknüpfen, wie Tennis-Idol Boris Becker Zverevs Startsieg bezeichnet hatte. Gegen Tiafoe gewann der ATP-Champion die ersten zehn Punkte des Spiels allesamt und ging 3:0 in Führung, den ersten Satz brachte er ungefährdet nach Hause.

Konstanz ist aber derzeit nicht die Sache von Zverev. Und auch gegen Tiafoe ließ er nach dem dominanten ersten Satz stark nach, streute mehr Fehler ein und auch der Aufschlag wackelte. Der Amerikaner bedankte sich, angestachelt vom Heim-Publikum auf dem Center Court holte er sich Satz zwei.

Anders als noch bei vielen enttäuschenden Spielen in den vergangenen Wochen blieb Zverev nach dem Rückschlag ruhig. Während Tiafoe völlig den Faden verlor, spielte Zverev fokussierter und druckvoller, gewann wieder Sicherheit im Service, zuletzt noch seine Problemdisziplin.

Nach dem verlorenen dritten Satz verschwand Tiafoe rund zehn Minuten in der Kabine - und das Spiel nahm seine nächste Wendung. Nach einem Doppelfehler und dem Break zum 2:5 konnte Zverev den vierten Satz abhaken, im entscheidenden Durchgang schlug er aber direkt zurück und nahm Tiafoe den Aufschlag zum vorentscheidenden 2:0 ab.

(SID)
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