Tennis So reagiert Struff auf sein frühes Aus nach der Monaco-Sensation

München · Jan-Lennard Struff scheitert beim ATP-Turnier in München bereits in der ersten Runde. Oscar Otte gelingt dagegen nach schwierigen Wochen ein Sieg.

Jan-Lennard Struff ist in der ersten Runde ausgeschieden.

Jan-Lennard Struff ist in der ersten Runde ausgeschieden.

Foto: dpa/Sven Hoppe

Jan-Lennard Struff schlug eine Vorhand weit ins Aus, danach packte er erkennbar enttäuscht seine Tasche und winkte noch einmal zaghaft dem Publikum zu. Nur wenige Tage nach seinen starken Leistungen beim Masters in Monte Carlo war sein erstes Match beim ATP-Turnier in München zugleich das letzte für den 32 Jahre alten, Warsteiner: Er unterlag in genau zwei Stunden überraschend dem auf Rang 209 der Weltrangliste geführten Qualifikanten Alexander Ritschard aus der Schweiz 5:7, 5:7.

Besser machte es Oscar Otte. Der 29 alte Kölner ließ sich weder von den niedrigen Temperaturen, noch von seinem an Nummer fünf gesetzten Gegner beeindrucken. Beim 6:2, 7:5 gegen den Sandplatzspezialisten Sebastian Baez aus Argentinien zeigte er eine starke Leistung. „Das war ein sehr wichtiger Sieg“, sagte Otte nach seinem erst vierten Matchgewinn in diesem Jahr. Sein Gegner im Achtelfinale ist der Qualifikant Flavio Cobolli (Italien).

Vor Otte war bereits am Montag Yannick Hanfmann (Karlsruhe) ins Achtelfinale eingezogen, er trifft dort auf Holger Rune aus Dänemark, der im Vorjahr in München sein erstes Turnier gewonnen hatte und in der Weltrangliste seitdem auf aktuell Rang sieben geklettert ist. Rune hatte in der ersten Runde ebenso ein Freilos wie Alexander Zverev, der am Mittwoch ins Turnier eingreift. Gegner ist Christopher O'Connell (Australien).

Otte war nach seinem Sieg gegen den 30. der Weltrangliste erkennbar erleichtert. „Das war nach den vergangenen Wochen und Monaten wichtig fürs Selbstvertrauen“, sagte er. Nach dem Sommerhoch im Vorjahr und dem Aufstieg bis auf Rang 36 der Weltrangliste ist Otte nicht zuletzt wegen einer Operation am linken Knie mittlerweile auf Rang 94 zurückgefallen. Der Eingriff erfolgte im Juli, seitdem zwickt das Gelenk immer wieder. Die Rückkehr zur Hochform des Vorjahres zieht sich deshalb.

Struff hatte in der vergangenen Woche in Monte Carlo überraschend stark gespielt. Nach geglückter Qualifikation für das Hauptfeld besiegte er im Achtelfinale den Weltranglistenvierten Caspar Ruud aus Norwegen, ehe er danach am späteren Weltranglistensechsten und Turniersieger Andrej Rublew scheiterte. Angenehmer Nebeneffekt war der Sprung von Rang 100 auf 64 der Weltrangliste.

„Die letzte Woche war schön und gut, mein zweites Viertelfinale bei einem Masters, das ist schon etwas Besonderes. Aber ich wollte auch hier gut spielen“, sagte Struff, der im ersten Satz seine Chancen zum 4:1 nicht nutzen konnte und seinem soliden Gegner so erlaubte, wieder in das Match zurückzukommen. „Ich habe mein Spiel nicht durchgebracht. Ich habe wenig Winner gespielt. Er hat verdient gewonnen“, sagte Struff.

Max Hans Rehberg verpasste in seinem erst dritten Match auf der Tour eine große Überraschung. Der 19 Jahre alte Münchner, nur die Nummer 412 der Weltrangliste, unterlag dem auf Rang 75 geführten Ungarn Marton Fucsovics 6:4, 6:7 (6:8), 3:6. Rehberg vergab dabei eine 4:1-Führung im zweiten Satz und im Tiebreak zwei Matchbälle.

(sid/loy)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort