Gerry Weber Open 2018: Roger Federer verliert Finale und die Nummer 1

Gerry Weber Open 2018 : Federer verliert Finale und die Nummer 1

Roger Federer hat beim Rasenturnier in Halle/Westfalen das Finale und damit auch die Spitzenposition in der Weltrangliste verloren. Der 36-Jährige unterlag dem 15 Jahre jüngeren Kroaten Borna Coric mit 6:7 (6:8), 6:3, 2:6.

Für Federer war es die erste Niederlage nach zuvor 20 Siegen in Serie auf Rasen. Er verpasste seinen 99. Titel auf der ATP-Tour, den zehnten bei den Gerry Weber Open in Halle. "Er hat es gut zu Ende gespielt. In den wichtigen Momenten war er immer besser. Er war extrem konstant. Das braucht es auf Rasen. Er hat absolut verdient gewonnen", sagte Federer: "In der nächsten Woche werde ich ein bisschen Freizeit genießen. Das Jahr war bisher perfekt. Ich hoffe, dass es in Wimbledon genauso weiter geht."

Zudem muss Federer die Spitzenposition in der Weltrangliste an French-Open-Sieger Rafael Nadal (Spanien) abgeben, den er erst in der Vorwoche mit seinem ersten Erfolg in Stuttgart abgelöst hatte. Halle-Rekordsieger Federer hätte erstmals in seiner Karriere ein Turnier zehnmal gewinnen können. Dies könnte ihm nun in Wimbledon (ab 2. Juli) gelingen.

Für den 21 Jahre alten Borna Coric war der erste Sieg im dritten Duell mit Federer der größte Erfolg seiner Karriere. Nach 2:06 Stunden verwandelte eines der größten Talente auf der Tour seinen zweiten Matchball zu seinem zweiten Turniersieg. 2017 hatte Coric in Marrakesch/Marokko auf Sand triumphiert. Im Halbfinale von Halle war er in Runde eins auch Endstation für die deutsche Nummer eins Alexander Zverev.

Am Samstag nach dem Halbfinale hatte sich Coric gegen Federer "keine großen Chancen" ausgerechnet, am Sonntag stürzte er den Rasenkönig. Federer hatte zuletzt im Achtelfinale in Stuttgart 2017 gegen seinen Freund Tommy Haas auf seinem favorisierten Belag verloren.

Vor den 11.500 Zuschauern im Gerry Weber Stadion, die Federer mehr lieben als jeden deutschen Spieler, gaben sich beide Akteure unter dem geschlossenen Dach im ersten Satz bei eigenem Aufschlag keine Blöße - Federer gab bei eigenem Service bis zum Tiebreak lediglich drei Punkte ab. Coric, der teils mit über 220 km/h servierte, hielt auch in den längeren Ballwechseln sehr gut mit. Im Tiebreak vergab Federer zwei Satzbälle und verlor daraufhin den zweiten seiner letzten 18 Tiebreaks in Halle.

Schon in der gesamten Woche tat sich Federer schwerer als gewohnt, schwebte nicht mit der spielenden Leichtigkeit durch das Turnier. Er hatte viele enge Matches, war in den entscheidenden Momenten, wie bei den beiden abgewehrten Matchbällen im Achtelfinale gegen den Franzosen Benoit Paire, aber hellwach - bis Coric kam.

In Stuttgart hatte Federer zu Beginn der Rasensaison nach einer zweieinhalb Monate langen freiwilligen Sandplatzpause erstmals den Titel gewonnen. Bereits mit dem Finaleinzug am Weissenhof verdrängte er seinen alten Rivalen Nadal zum dritten Mal in diesem Jahr von der Spitze der Weltrangliste.

Nun gibt Federer nach nur einer Woche wieder die Spitzenposition an den derzeit pausierenden Sandplatzkönig ab. Insgesamt ist es die sechste Wachablösung zwischen den beiden Tennis-Ikonen alleine in diesem Jahr.

Zverev-Brüder verlieren Doppel-Finale

Deutschlands Spitzenspieler Alexander Zverev hat in Halle das Doppel an der Seite seines Bruders Mischa verloren. Die beiden Hamburger unterlagen in der Neuauflage des Vorjahresfinals erneut den Wimbledonsiegern Lukasz Kubot/Marcelo Melo (Polen/Brasilien) mit 6:7 (1:7), 4:6.

Alexander Zverev spielte nach seinem bei den French Open erlittenen Muskelriss im Oberschenkel erneut mit einer Bandage. Nach ihren jeweiligen Erstrunden-Niederlagen im Einzel bei den Gerry Weber Open sammelten die beiden Brüder vor dem anstehenden Wimbledon-Turnier (ab 2. Juli) zumindest noch im Doppel Spielpraxis auf Rasen.

Im Viertelfinale hatten die Zverev-Brüder das deutsche Davis-Cup-Doppel Tim Pütz (Frankfurt) und Jan-Lennard Struff (Warstein) geschlagen.

Bisher haben die Zverev-Brüder einen gemeinsamen Doppeltitel auf der ATP-Tour gewonnen, im Februar 2017 in Montpellier.

(old/sid)
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