French Open: Zverev nach Fünfsatz-Sieg im Achtelfinale

French Open : Zverev nach Fünfsatz-Sieg im Achtelfinale

Der beste deutsche Tennisspieler Alexander Zverev steht nach einen erneuten Fünfsatz-Match im Achtelfinale der French Open. Bereits in der ersten Runde musste die Nummer fünf der Welt über die volle Distanz gehen.

Mit einem weiteren Kraftakt über fünf Sätze ist Tennisprofi Alexander Zverev bei den French Open ins Achtelfinale eingezogen. Der 22 Jahre alte Hamburger gewann am Samstag gegen den an Nummer 30 gesetzten Serben Dusan Lajovic 6:4, 6:2, 4:6, 1:6, 6:2. Nach 3:03 Stunden nutzte der Weltranglisten-Fünfte seinen ersten Matchball. „Dusan ist ein unglaublicher Spieler. Es war ein sehr schweres Match, ich bin einfach froh, dass ich weiter bin“, sagte Zverev nach dem aufreibenden Match im TV-Sender Eurosport.

Bereits im vergangenen Jahr standen sich Zverev und Lajovic in Paris gegenüber. Damals setzte sich Zverev in Runde zwei in fünf Sätzen durch. In diesem Jahr brauchte er in der ersten Runde fünf Durchgänge gegen den Australier John Millman. Im Achtelfinale trifft Zverev auf den an Nummer neun gesetzten Italiener Fabio Fognini, der sich fast zeitgleich gegen den Spanier Roberto Bautista Agut behauptete.

Spielerisch überzeugend war Zverevs Auftritt nur selten. Beim eigenen Aufschlag hatte er ungewohnte Schwierigkeiten, insgesamt unterliefen ihm 14 Doppelfehler. Auch 55 leichte Fehler im Match dokumentierten eine zwischenzeitliche Fahrigkeit und gewisse Unkonzentriertheiten.

„Im vierten Satz habe ich sehr, sehr schlecht gespielt“, räumte Zverev ein. Bei Temperaturen von 27 Grad in dem neu errichteten Court Simonne Mathieu mit den gläsernen Wänden und den Gewächshäusern an allen vier Seiten startete Zverev mit einem Doppelfehler in die Partie. In den ersten drei Spielen gaben beide Kontrahenten ihren Aufschlag ab, zum 3:1 brachte Lajovic erstmals sein Service durch.

Als Zverev beim Stand von 2:4 und 30:30 einen leichten Volley ins Netz schlug, drosch er den Ball über das Stadiondach hinaus in den wolkenlosen Himmel und kassierte dafür eine Verwarnung. Wenig später diskutierte er kurz mit dem Stuhlschiedsrichter. Bei seinem ersten Aufschlag ins Netz war ein Teil des Netzpfostens zu Boden gefallen. Zverev wollte zwei neue Aufschläge, was ihm der Schiedsrichter verweigerte. Prompt leistete er sich den nächsten Doppelfehler.

Doch wie schon bei seinem Fünfsatz-Erstrunden-Sieg gegen den Australier Millman demonstrierte Zverev zumindest Kämpferqualitäten. Mit einem lauten „Let's go, come on“ quittierte er das Break zum 5:4 und sicherte sich nach 46 Minuten Satz eins.

„Er scheint sich freigespielt zu haben“, kommentierte Eurosport-Experte Boris Becker Mitte des zweiten Durchgangs, als Zverev seinem nun verzweifelten Gegenüber den Aufschlag abnahm und 3:1 in Führung ging. 40 Minuten dauerte der zweite Satz.

Doch der erhoffte Selbstläufer wurde es nicht - im Gegenteil: Zverev verlor zwischenzeitlich völlig die Kontrolle, schlug manchen Ball grotesk weit ins Aus oder ins Netz. Von Selbstvertrauen und Sicherheit nach einer 2:0-Satzführung war nichts mehr zu sehen. Zverev verlor Durchgang drei und vier - und musste wie schon in der ersten Runde gegen Millman in den fünften Satz.

„Ich habe gesehen, dass er ein bisschen müde wurde. Ich habe angefangen, wieder aggressiver zu spielen“, kommentierte Zverev, als er nach den schweißtreibenden drei Stunden den Platz verließ.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Alexander Zverev muss schon wieder über fünf Sätze

(eh/sid)
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