1. Sport
  2. Tennis
  3. French Open

French Open: Rafael Nadal zum 14. Mal König von Paris – Finalsieg gegen Norweger Ruud​

22. Grand-Slam-Titel : Nadal zum 14. Mal König von Paris – Finalsieg gegen Norweger Ruud

Rafael Nadal hat es tatsächlich geschafft. Der 36 Jahre alte Spanier gewinnt zum 14. Mal die French Open. In Paris reicht ihm dieses Mal sogar eine durchschnittliche Leistung. Die Frage, die sich nun stellt: Kommt Nadal noch einmal zurück nach Paris?

Als Rafael Nadal den mächtigen Coupe des Mousquetaires um 17.46 Uhr in den sonnigen Pariser Himmel stemmte, fegte ein Jubelorkan über den Court Philippe Chatrier - und auch der spanische König Felipe VI. spendete begeistert und stehend Applaus.

Nadal, im Sandplatztennis auch ein König, hat in unnachahmlicher Manier seinen Thron in Paris zurückerobert und ist zum 14. Mal French-Open-Sieger. Der 36 Jahre alte Grand-Slam-Rekordchampion aus Spanien setzte sich am Sonntag mit einer Machtdemonstration im Finale mit 6:3, 6:3, 6:0 gegen den Norweger Casper Ruud durch.

„Es ist für mich kaum möglich, meine Gefühle zu beschreiben. Hier mit 36 Jahren noch einmal das Turnier zu gewinnen, das mir alles bedeutet, ist unglaublich“, sagte Nadal und kündigte trotz immer wieder aufkommender Rücktrittsgerüchte an, erstmal weiterzumachen: „Ich weiß nicht, was in der Zukunft passiert, aber ich werde weiter kämpfen.“

Nadal spielte gegen Ruud einmal mehr seine großen strategischen Fähigkeiten auf der roten Asche aus und ließ erstmals in seiner Karriere auf den Titelgewinn bei den Australian Open auch den Triumph in der französischen Hauptstadt folgen. Nach 2:19 Stunden verwandelte er den ersten Matchball und ist nun auch ältester Sieger des Turniers.

„Heute habe ich zu spüren bekommen, wie es ist, gegen dich hier in einem Finale zu spielen“, sagte Ruud: „Ich bin nicht das erste Opfer. Wir hoffen alle, dass du noch einige Zeit weitermachst.“

Nadal, der sich nach Alexander Zverevs Verletzung im Halbfinale so fair um den deutschen Spitzenspieler gekümmert hatte, baute seine Führung in der Liste der Grand-Slam-Sieger aus. Er liegt nun bei 22 Titeln. Seine langjährigen Rivalen Novak Djokovic (Serbien), der den Mallorquiner im vergangenen Jahr im Halbfinale ausschaltete, und Roger Federer (Schweiz) konnten bislang 20 Grand-Slam-Titel gewinnen.

Ruud trat mit 23 Jahren als erster Norweger überhaupt im Finale eines Majors an und war letztlich chancenlos gegen den klaren Favoriten, der jede Endspielteilnahme in Paris mit einem Sieg abgeschlossen hat.

Nadal und Ruud - es war ein Finale zweier guter Bekannter, obwohl sie sich noch nie zuvor bei einem Tourmatch gegenüber gestanden hatten. Ruud trainiert seit 2018 in der Rafael-Nadal-Academy und hat sich etliche Trainingsmatches mit dem Topstar geliefert. „Es ist die schwierigste Herausforderung im Tennis, hier im Finale gegen ihn zu spielen“, sagte er vor der Partie.

  • Porträt : Das ist Rafael Nadal
  • Casper Ruud.
    Norweger triumphiert : Ruud folgt Nadal ins Finale der French Open
  • Kein Karriere-Ende : Paris-Champion Nadal will trotz Fußproblemen weiter „kämpfen“

Während des Matches durfte sich der Athlet aus Oslo in seiner Einschätzung bestätigt fühlen - der spanische Favorit diktierte das Geschehen von Beginn an.

Nadal, der aufgrund seiner starken Fußprobleme das gesamte Turnier über von seinem persönlichen Arzt begleitet wurde, war darauf aus, die Ballwechsel relativ kurz zu halten und machte den ersten Satz nach 49 Minuten zu - die Blaskapelle im Stadion spielte „Eviva Espana“.

Im zweiten Durchgang bäumte sich Ruud auf. Doch Nadal kam nach einer kurzen Schaffenspause furios zurück, spielte plötzlich wieder sein bestes Tennis und Ruud leistete sich beim Satzball gegen sich einen teuren Doppelfehler. Nadal war dann bei seinem Sturm zurück zum Titel nicht mehr aufzuhalten.

(dör/dpa/SID)