1. Sport
  2. Tennis
  3. French Open

French Open 2022: Rafael Nadal holt nach Machtdemonstration seinen 14. Titel in Paris​

French Open : Nadal holt nach Machtdemonstration seinen 14. Titel in Paris

Die French Open sind das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres. Bis zum 22. Juni wird in Paris um den Titel gespielt. Wem gelingt der Triumph beim Sandplatz-Turnier? In unserem Telegramm verpassen Sie nichts.

Rafael Nadal hat zum 14. Mal die French Open gewonnen. Der 36 Jahre alte Grand-Slam-Rekordsieger aus Spanien setzte sich am Sonntag im Finale von Paris mit 6:3, 6:3, 6:0 gegen den Norweger Casper Ruud (23) durch und gewann damit seinen 22. Grand-Slam-Titel.

Nadal baute die Führung in der Liste der Majorsieger damit aus. Seine langjährigen Rivalen Novak Djokovic aus Serbien, der ihn im vergangenen Jahr im Halbfinale besiegte, und Roger Federer aus der Schweiz konnten bislang 20 Grand-Slam-Siege feiern.

Erstmals in seiner Karriere gelang es dem einstigen Weltranglistenersten Nadal auf den Titelgewinn bei den Australian Open auch den Triumph in der französischen Hauptstadt folgen zu lassen. Ruud trat als erster Norweger überhaupt im Finale eines Majorturniers an.

Gauff verliert auch Doppel-Finale

Einen Tag nach ihrer Niederlage im Einzel-Finale der French Open hat das 18 Jahre alte Ausnahmetalent Coco Gauff eine weitere Enttäuschung hinnehmen müssen. Die 18-Jährige unterlag an der Seite ihrer US-Landsfrau Jessica Pegula im Endspiel des Doppel-Wettbewerbs den Französinnen Caroline Garcia/Kristina Mladenovic mit 6:2, 3:6, 2:6.

Am Samstag war Gauff gegen die Weltranglistenerste Iga Swiatek chancenlos gewesen und verlor 1:6, 3:6. Im vergangenen Jahr war es der Tschechin Barbora Krejcikova gelungen, beide Wettbewerbe in Paris zu gewinnen.

Swiatek gewinnt die French Open

Iga Swiatek brüllte ihre Freude heraus und rannte dann in ihre Box und ließ sich feiern: Die große Favoritin ist im Eiltempo zum Finalsieg bei den French Open geprescht. Die 21 Jahre alte Polin setzte sich am Samstag in nur 68 Minuten mit 6:1, 6:3 gegen die drei Jahre jüngere US-Amerikanerin Coco Gauff durch, bei der bittere Tränen der Enttäuschung flossen.

„Ich bin sehr glücklich, dass alle Puzzleteile zusammengekommen sind. Es war ziemlich schwer für mich und eine Menge Druck“, sagte Swiatek, die auch die Hoffnung äußerte, dass die Ukraine stark bleibe.

Bereits 2020 hatte die Weltranglistenerste in Roland Garros den Titel gewonnen. Im vergangenen Jahr war die Tschechin Barbora Krejcikova erfolgreich.

Swiatek gelang der 35. Sieg in Folge - zuletzt hatte Venus Williams bis zum Turnier in Linz 2000 eine derartige Serie hingelegt. Die Warschauerin sicherte sich ein Preisgeld in Höhe von 2,2 Millionen Euro. Gauff, die auch noch das Endspiel im Doppel bestreitet, erhält 1,1 Millionen. Sie trat als jüngste Finalistin bei einem Grand Slam seit Maria Scharapowa 2004 in Wimbledon an.

  • Tennis : Die Grand-Slam-Bestenliste der Männer
  • Statistik : Die Tennis-Weltrangliste der Herren
  • Statistik : Die Tennis-Weltrangliste der Damen

„Hoffentlich sehen wir uns in vielen Finals wieder“, sagte Gauff. „Du wirst es auch schaffen“, meinte Swiatek zu der jungen Amerikanerin.

Vor dem Finale auf dem voll besetzten Court Philippe Chatrier waren die Rollen klar verteilt. Swiatek, die sich nach dem Rücktritt von Wimbledon- und US-Open-Siegerin Ashleigh Barty zur dominanten Spielerin der Tour entwickelt hat, ging als klare Favoritin in das Match.

Doch auch Gauff fühlte sich bereit, nach der Trophäe zu greifen. Bereits mit 15 Jahren hatte sie 2019 in Wimbledon für Aufsehen gesorgt und war schon damals zum „next big thing“ im Damentennis ernannt worden. Drei Jahre später schaffte sie auf der roten Asche von Roland Garros ihren ersten Finaleinzug bei einem Major - und das ohne Satzverlust.

Die Nervosität einer Endspiel-Debütantin konnte sie aber nicht ausblenden. Der so athletischen Teenagerin unterliefen einfache Fehler, die Swiatek zum sofortigen Break nutzte. Gauff erhielt Zuspruch ihres Papas aus der Box, die Zuschauer riefen „Coco, Coco“, doch es stand schnell 0:4. Nach 33 Minuten war der erste Satz entschieden.

Anfang des zweiten Satzes gelang es der Außenseiterin, besser dagegenzuhalten. Gauff nutzte ein kurzes Konzentrationsloch von Swiatek zum frühen Break. Doch Swiatek war schnell wieder auf der Höhe und sorgte vor den Augen von Landsmann und Fußball-Star Robert Lewandowski für ein rasches Ende.

Arevalo/Rojer gewinnen Doppelwettbewerb

Marcelo Arevalo und Jean-Julien Rojer haben den Doppelwettbewerb der French Open gewonnen. Der 31 Jahre Salvadorianer und der neun Jahre ältere Niederländer setzten sich im Finale am Samstag mit 6:7 (4:7), 7:6 (7:5), 6:3 gegen Ivan Dodig/Austin Krajicek (Kroatien/USA) durch.

Nach 3:03 Stunden nutzten Arevalo/Rojer ihren ersten Matchball und vollendeten damit ein beeindruckendes Comeback. Im zweiten Satz hatte das Duo drei Matchbälle abgewehrt.

Als letzter Deutscher war Tim Pütz im Achtelfinale an Arevalo/Rojer gescheitert. Die zweimaligen Paris-Sieger Kevin Krawietz/Andreas Mies (Coburg/Köln) waren bereits in der ersten Runde ausgeschieden.

+++ 3. Juni 2022 +++

Norweger Ruud folgt Nadal ins Paris-Finale

Rafael Nadal bekommt es im Kampf um seinen 14. Titel bei den French Open mit dem Norweger Casper Ruud zu tun. Der 23-Jährige gewann am Freitag in Paris im Halbfinale gegen den zehn Jahre älteren Kroaten Marin Cilic mit 3:6, 6:4, 6:2, 6:2 und steht damit erstmals in seiner Tennis-Karriere bei einem Grand-Slam-Turnier im Endspiel. Zuvor hatte Alexander Zverev gegen Nadal wegen einer Verletzung aufgeben müssen. Der Olympiasieger war beim Stand von 6:7 (8:10), 6:6 aus seiner Sicht nach mehr als drei Stunden Spielzeit mit dem rechten Fuß umgeknickt und konnte nicht mehr weiterspielen. Eine genaue Diagnose lag zunächst nicht vor.

Gauff mit Chance auf Double - 18-Jährige auch im Doppelfinale

Coco Gauff hat bei den French Open die Chance auf einen Double-Sieg. Einen Tag nach ihrem Einzug ins Einzelfinale erreichte die 18 Jahre alte US-Amerikanerin am Freitag auch das Endspiel im Doppel. Mit Jessica Pegula (USA) gewann sie ein Duell gegen ihre Landsfrauen Taylor Townsend/Madison Keys 6:4, 7:6 (7:4).

Gauff eifert damit der Tschechin Barbora Krejcikova nach, die im vergangenen Jahr beide Wettbewerbe gewann. Im Einzel trifft sie am Samstag (15.00 Uhr/Eurosport) als Außenseiterin auf die Weltranglistenerste Iga Swiatek aus Polen. Die Gegnerinnen im Doppelfinale am Sonntag (11.30 Uhr) stehen noch nicht fest.

Coco Gauff fordert Weltranglisten-Erste Swiatek im Finale von Paris

Die Amerikanerin Coco Gauff fordert im Finale der French Open die Weltranglisten-Erste Iga Swiatek heraus. Die 18-Jährige gewann am Donnerstag in Paris ihr Halbfinale gegen Martina Trevisan aus Italien mit 6:3, 6:1 und steht damit erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier im Endspiel. Gauff verwandelte gegen Trevisan nach 1:28 Stunden ihren ersten Matchball. Swiatek hatte zuvor im ersten Halbfinale die Russin Darja Kassatkina mit 6:2, 6:1 deklassiert. Für die 21 Jahre alte French-Open-Siegerin von 2020 war es der 34. Sieg in Serie. Damit stellte sie die Superserie von Serena Williams aus dem Jahr 2000 ein.

Swiatek greift nach dem Titel bei den French Open

Iga Swiatek greift nach dem Titel in Paris. Die 21 Jahre alte Polin steht nach einem 6:2, 6:1-Erfolg in nur 64 Minuten gegen die Russin Darja Kassatkina zum zweiten Mal im Finale der French Open. Ihre Gegnerin für die Partie am Samstag ermitteln die ungesetzte Italienerin Martina Trevisan und die erst 18 Jahre alte US-Amerikanerin Coco Gauff.

Swiatek setzte ihre beeindruckende Erfolgsserie fort. Die Turniersiegerin von 2020 hat nun 34 Matches in Folge gewonnen. Einzig Venus Williams hat seit Beginn des 21. Jahrhunderts eine noch um ein Match längere Serie vorzuweisen, die im Jahr 2000 beim Turnier in Linz zu Ende ging.

Die Weltranglistenerste wird im Endspiel von Paris angesichts ihrer derzeitigen Verfassung Favoritin sein. Im vergangenen Jahr hatte die Tschechin Barbora Krejcikova die French Open gewonnen.

Ruud besiegt Rune auf dem Weg ins Halbfinale

Weit nach Mitternacht hat der Norweger Casper Ruud das Skandinavien-Duell mit dem Dänen Holger Rune gewonnen. Mit dem Ergebnis von 6:1, 4:6, 7:6 (7:2) und 6:3 steht der 23-Jährige erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier im Halbfinale. Ruud benötigte 3:15 Stunden für seinen Erfolg.

Cilic bezwingt Rublew auf dem Weg ins Halbfinale

Acht Jahre nach seinem Triumph in New York peilt der Kroate Marin Cilic immer stärker einen weiteren Coup bei einem Grand-Slam-Turnier an. Der 33-Jährige setzte sich in seinem Viertelfinale bei den French Open gegen den Russen Andrej Rublew 5:7, 6:3, 6:4, 3:6, 7:6 (10:2) durch.

Cilic, der 2017 in Wimbledon und 2018 in Melbourne zwei weitere Major-Finals spielte, steht erstmals im Halbfinale von Paris. Seinen Gegner in der Partie ums Finalticket ermitteln der erst 19 Jahre alte Däne Holger Rune und der Norweger Casper Ruud (23) am Abend. Für beide ist es die erste Viertelfinal-Teilnahme bei einem Grand Slam.

Seriensiegerin Swiatek komplettiert das Halbfinale der Damen

Iga Swiatek strebt wild entschlossen ihrem zweiten Titel in Paris entgegen: Die Weltranglistenerste und Turniersiegerin von 2020 hat mit ihrem 33. Sieg hintereinander das Halbfinale der French Open erreicht. Die 21-Jährige gewann ihr Viertelfinale gegen die US-Amerikanerin Jessica Pegula 6:3, 6:2.

Einzig Serena Williams (34 Erfolge bis Wimbledon 2013) und Venus Williams (35 Erfolge bis Linz 2000) haben in diesem Jahrhundert längere Siegesserien vorzuweisen als Swiatek, die nach dem Karriereende von Ashleigh Barty im März die Frauen-Tour dominiert.

Kassatkina erstmals im Halbfinale von Paris

Darja Kassatkina hat das Viertelfinal-Duell zweier Russinnen bei den French Open gegen Weronika Kudermetowa gewonnen und steht erstmals im Halbfinale von Paris. Die 25-Jährige setzte sich am Mittwoch mit 6:4, 7:6 (7:5) durch und kann weiter die erste Siegerin ihres Landes in Roland Garros seit Maria Scharapowa 2014 werden.

Kassatkina fordert nun die Weltranglistenerste und klare Turnierfavoritin Iga Swiatek aus Polen oder die US-Amerikanerin Jessica Pegula im Duell um ein Finalticket heraus. Das zweite Halbfinale bestreiten die ungesetzte Italienerin Martina Trevisan und die erst 18-jährige Coco Gauff aus den USA.

Djokovic und Nadal kritisieren späten Beginn der Abendspiele

In einem waren sich Rafael Nadal und Novak Djokovic nach ihrem spektakulären Viertelfinalkracher bei den French Open einig: Die mit großer Spannung erwartete Partie der Tennisstars hätte am Dienstag früher starten sollen. „Ich finde, sie fangen zu spät an“, sagte Djokovic am frühen Mittwochmorgen nach dem Aus gegen seinen großen Rivalen. Das Duell mit Nadal hatte am Dienstagabend erst gegen 21.00 Uhr begonnen und war um 1.15 Uhr am Mittwoch zu Ende. „Aber die Fernsehsender entscheiden, wann gespielt wird. Sie geben das Geld, sie bestimmen, wer in der Night Session spielt. Das ist die Welt, in der wir leben“, sagte der 35-jährige Serbe.

Nadal pflichtete ihm bei. Der Beginn gegen 21.00 Uhr sei „ohne Zweifel“ zu spät gewesen, sagte der 13-malige Paris-Champion. Er wolle sich nicht beschweren, weil er bis zu seinem Halbfinale gegen Alexander Zverev am Freitag nun zwei freie Tage habe. Und er verstehe auch die Bedürfnisse der TV-Sender. „Die Fernsehsender zahlen viel Geld, um diese späten Spiele zu haben. So macht das Turnier Geld und so machen auch die Spieler Geld“, sagte Nadal (35). Aber man müsse in Zukunft eine „vernünftige Balance“ zwischen allen Interessen finden, sagte der Mallorquiner. Für ein Best-of-Five-Match auf Sand sei ein Beginn um 21.00 Uhr einfach zu spät.

Turnierdirektorin Amelie Mauresmo kündigte am Mittwoch an, dass man das Thema nach dem diesjährigen Turnier genau analysieren werde. Allerdings stellte die frühere Weltklassespielerin trotz aller Kritik klar, dass es auch in Zukunft bei den French Open Abendspiele geben werde. „Die Night Sessions werden bleiben“, sagte Mauresmo (42) auf einer Pressekonferenz im Stade Roland Garros. Allerdings werde man sich genau anschauen, ob man den Start der Spiele in Zukunft nicht etwas vorziehen könne.

Zudem müsse eine Lösung für die Abreise der Besucher gefunden werden. Nach dem Match zwischen Nadal und Djokovic hatten zahlreiche Zuschauer und Journalisten Probleme gehabt, in ihre Unterkünfte zu kommen, weil zu der späten Stunde nur noch wenige öffentliche Verkehrsmittel unterwegs waren. „Es wird Priorität haben, dieses Kernproblem zu lösen“, sagte Mauresmo.

Krawietz verpasst Mixed-Finale

Der zweimalige Doppelsieger Kevin Krawietz hat seinen dritten Finaleinzug bei den French Open trotz einer deutlichen Führung verpasst. Im Mixed unterlag der 30-Jährige aus Coburg an der Seite der US-Amerikanerin Nicole Melichar-Martinez im Halbfinale Joran Vliegen/Ulrikke Eikeri (Belgien/Norwegen) 6:3, 6:7 (4:7) und 7:10 im Match-Tiebreak. Dabei hatte das Duo im zweiten Satz bereits mit 5:2 geführt und bei 5:4 einen Matchball.

Der Coburger Krawietz hatte 2019 und 2020 mit Andreas Mies (Köln) in Paris triumphiert, in diesem Jahr war das Doppel in der ersten Runde ausgeschieden. Damit bleibt es dabei: In der Geschichte von Roland Garros (seit 1902) hat es kein deutscher Spieler in ein Mixed-Finale geschafft. Als letzte deutsche Spielerin stand Anna-Lena Grönefeld 2017 im Endspiel, drei Jahre zuvor hatte sie den Mixed-Titel gewonnen.

+++ 31. Mai 2022 +++

Zverev entzaubert Alcaraz - Jetzt im Halbfinale gegen Nadal

Alexander Zverev steht nach einer herausragenden Leistung wie im Vorjahr im Halbfinale der French Open. Der enorm fokussierte Olympiasieger rang das spanische Ausnahmetalent Carlos Alcaraz am Dienstag mit 6:4, 6:4, 4:6, 7:6 (9:7) nieder und überzeugte dabei auf ganzer Linie. Zverev schlug erstmals im zwölften Versuch einen Top-Ten-Spieler in einem Major und steht zum fünften Mal auf höchster Ebene in der Runde der letzten Vier. Nach 3:18 Stunden verwandelte er seinen zweiten Matchball.

Der Weltranglistendritte trifft nun im Duell um ein Finalticket auf Grand-Slam-Rekordsieger Rafael Nadal. Der Spanier gewann am frühen Mittwochmorgen in einer brillanten Partie gegen den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic aus Serbien mit 6:2, 4:6, 6:2, 7:6 (7:4). Nadal verwandelte um 1:15 Uhr nach 4:12 Stunden Spielzeit seinen vierten Matchball. Zverev stand 2020 bereits im Finale der US Open, unterlag aber dem Österreicher Dominic Thiem knapp.

Der deutsche Topspieler, der in der zweiten Runde in Paris vor dem Aus stand, setzte den 19 Jahre alten Alcaraz von Beginn des Matches an mit starkem Service und fast fehlerfreiem Spiel von der Grundlinie unter Druck. Auch von Alcaraz' Satzgewinn ließ sich Zverev nicht beeindrucken und verdiente sich den Prestigeerfolg.

Zum Bericht

Erstes Frauen-Finale steht fest

Coco Gauff und Martina Trevisan stehen erstmals im Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers. Die 18 Jahre junge US-Amerikanerin Gauff setzte sich am Dienstag mit 7:5, 6:2 gegen ihre Landsfrau Sloane Stephens durch. Die zehn Jahre ältere, ungesetzte Italienerin Trevisan gewann das Match zweier Linkshänderinnen mit 6:2, 6:7 (3:7), 6:3 gegen die kanadische US-Open-Finalistin Leylah Fernandez.

„Ich habe beim ersten Matchball zu viel nachgedacht“, sagte Trevisan anschließend, die bereits im zweiten Satz zum Sieg aufschlug: „Das Wichtigste ist, dass ich danach die Situation akzeptiert und weitergemacht habe.“ Nach 2:21 Stunden war ihr Erfolg perfekt.

Trevisan, die zuletzt in Rabat erstmals einen WTA-Titel gewann, ist die erste italienische Halbfinalistin in Roland Garros seit Sara Errani 2013. Fernandez verpasste es, als zweite Kanadierin nach Eugenie Bouchard 2014 die Runde der letzten vier in Roland Garros zu erreichen.

Gauff überzeugte mit ihrem aggressiven Spielstil und bleibt im Turnierverlauf weiter ohne Satzverlust. Die letzte Teenagerin, die Roland Garros gewinnen konnte, war die polnische Weltranglistenerste Iga Swiatek 2020.

+++ 30. Mai 2022 +++

Cilic fertigt Medwedew in drei Sätzen ab - auch Tsitsipas ausgeschieden

Böses Erwachen für Daniil Medwedew und Stefanos Tsitsipas, skandinavische Feierstunden in Paris: Der erst 19 Jahre alte Däne Holger Rune hat bei den French Open für eine echte Überraschung gesorgt und die Titelhoffnungen des Vorjahresfinalisten Tsitsipas beendet. Stunden später scheiterte auch US-Open-Sieger Daniil Medwedew nach einem enttäuschenden Auftritt am Routinier Marin Cilic.

Ruud trifft nun im Viertelfinale auf den Norweger Casper Ruud, der mit einem Erfolg gegen Hubert Hurkacz ebenfalls den Sprung in die Runde der letzten Acht schaffte. Cilic bekommt es mit dem Russen Andrej Rublew zu tun, der von einer Aufgabe des Italieners Jannik Sinner profitierte. Iga Swiatek, Titelanwärterin Nummer eins im Frauen-Klassement, geriet erstmals so richtig ins Schwitzen.

„Es fühlt sich unglaublich an. Ich war so nervös am Ende“, sagte Rune, für den es die erste Turnierteilnahme in der französischen Hauptstadt und seine dritte Grand-Slam-Teilnahme überhaupt ist. „Weltklasse“, urteilte das Ekstra Bladet in seiner Heimat. „Ich habe es sehr schlecht gemacht“, sagte Tsitsipas frustriert. Auch Medwedew hatte sich viel mehr erhofft, war beim 2:6, 3:6, 2:6 klar unterlegen.

Rune und Ruud (23) sind die ersten Tennisspieler ihrer Länder in der Turniergeschichte (seit 1925), die so weit bei dem Sandplatz-Klassiker gekommen sind. Rune, der Anfang Mai das ATP-Turnier in München gewonnen hatte, begeisterte das Publikum auf dem Court Philippe Chatrier bei seinem 7:5, 3:6, 6:3, 6:4-Sieg einmal mehr mit seinem frechen Spiel mit vielen Stopps, das Tsitsipas letztlich nicht kontern konnte.

Ruud leistete sich deutlich weniger einfache Fehler als Hurkacz. Der Weltranglistenachte aus Oslo brauchte 2:31 Stunden, um sich mit 6:2, 6:3, 3:6, 6:3 gegen den Polen durchzusetzen. Er gewann in diesem Jahr schon in Genf und Buenos Aires Titel und sprach nun in Paris von einem „Meilenstein“.

Den peilt auch Swiatek mit ihrem zweiten Turniersieg in Roland Garros weiter an. Am Montag gab die 20-Jährige beim 6:7 (5:7), 6:0, 6:2 gegen die mutige Chinesin Zheng Qinwen, ihrem 32. Sieg in Serie, den ersten Satz seit Mitte April ab. Swiatek trifft nun auf die US-Amerikanerin Jessica Pegula. Zudem setzten sich die Russinnen Weronika Kudermetowa gegen Madison Keys aus den USA und Darja Kassatkina gegen die Italienerin Camila Giorgi durch.

Alexander Zverev kritisiert Ansetzungen vor Kracher gegen Carlos Alcaraz

Was auf ihn zukommen wird, konnte Alexander Zverev am späten Sonntagabend noch einmal im TV sehen. Mit einer Demonstration der Stärke unterstrich sein kommender Viertelfinal-Gegner Carlos Alcaraz seine Ambitionen auf den French-Open-Titel und lieferte den bislang spektakulärsten Schlag des Turniers gleich noch mit. Mit einem durch die eigenen Beine gespielten Lob verdutzte das 19 Jahre alte Tennis-Wunderkind aus Spanien nicht nur seinen russischen Gegner Karen Chatschanow, sondern auch die Zuschauer auf dem Court Philippe Chatrier und vor den Fernsehgeräten weltweit.

„Er ist im Moment der beste Tennisspieler der Welt“, hatte Zverev bereits zuvor über Alcaraz gesagt, der nun seit 14 Spielen ungeschlagen und der neue Superstar der Szene ist. Was nicht jedem in Paris gefällt, allen voran Zverev. Dem Olympiasieger ist es ein Dorn im Auge, dass der sechs Jahre jüngere Spanier sportlich drauf und dran ist, an ihm vorbeizuziehen - wenn er es nicht schon längst ist.

Denn zwischen den Auftritten von Alcaraz und Zverev liegen in der französischen Hauptstadt bislang Welten. Einzige Parallele ist, dass beide in der zweiten Runde über fünf Sätze gehen und einen Matchball abwehren mussten. Ansonsten tritt Alcaraz mit einer für sein Alter bemerkenswerten Reife und Dominanz auf, während Zverev sich irgendwie immer noch suchend auf dem roten Sand im Stade Roland Garros bewegt.

Gegen den spanischen Qualifikanten Bernabe Zapata Miralle leistete er sich im Achtelfinale haarsträubende 64 vermeidbare Fehler. Eine ähnliche Performance gegen Alcaraz und das Viertelfinale am Dienstag dürfte schnell vorbei sein. Wie das Finale von Madrid vor einem Monat, das Alcaraz in wenig mehr als einer Stunde klar gewann.

Rein tennisspezifisch geht Alcaraz als klarer Favorit in das Duell um den Halbfinal-Einzug. Was für Zverev sprechen könnte, ist sein Ärger über die vermeintliche Vorzugsbehandlung des jungen Spaniers durch die Organisatoren in Paris. „Alcaraz spielt gefühlt jedes Match auf dem Court Philippe Chatrier. Klar ist er der neue Superstar, er ist das neue Gesicht des Tennis und es ist ja auch schön, etwas Neues zu sehen“, sagte Zverev. „Aber es sollte schon ein bisschen mehr aufgeteilt sein, wer wann spielt.“ Im bisherigen Verlauf der French Open hat Alcaraz drei Mal im größten Stadion der Anlage gespielt, Zverev dagegen nur ein Mal.

„Es ist schon sehr offensichtlich, in welche Richtung es gehen soll und wen das Turnier weiter haben will“, sagte Zverev. Er habe das Gefühl, „dass die anderen Spieler ein bisschen links liegen gelassen werden.“ Schon vor dem zweiten Grand-Slam-Turnier der Saison war aus dem Zverev-Lager zu hören gewesen, dass ihn die Erfolge des neuen spanischen Superstars stören und ein Ansporn sind. Gelingt es Zverev, diesen Ärger am Dienstag in gutes Tennis umzuwandeln, kann ihm gegen Alcaraz vielleicht doch eine Überraschung gelingen.

Mit der Ansetzung dürfte er dieses Mal immerhin zufrieden sein. Die Partie gegen Alcaraz findet als drittes Spiel nach 12.00 Uhr (Eurosport) im größten Stadion der Anlage statt. Für die von Zverev ungeliebte Night Session setzten die Veranstalter das Top-Duell Novak Djokovic gegen Rafael Nadal an. Auf den Gewinner der Partie würde Zverev im Falle eines eigenen Sieges im Halbfinale treffen, ein Ausschalten von Alcaraz wäre also lediglich ein kleiner Schritt zum ersehnten ersten Grand-Slam-Titel.

Das 59. Duell zwischen Djokovic und Nadal stellt den Vergleich Zverev gegen Alcaraz noch einmal deutlich in den Schatten. Djokovic ist weiter davon angetrieben, als der Spieler mit den meisten Grand-Slam-Titeln in die Geschichte einzugehen. Seit den Australian Open Ende Januar liegt Nadal in diesem Ranking mit 21 Triumphen einen Titel vor Djokovic, der die Querelen rund um seine erzwungene Ausreise aus Australien wegen der fehlenden Coronavirus-Impfung aber abgeschüttelt zu haben scheint. In Paris beeindruckt er mit einer scheinbar unerschütterlichen Dominanz. Allerdings weiß auch Djokovic, was auf ihn zukommt. „Es ist die größte Herausforderung, die du hier in Roland Garros haben kannst“, sagte der Weltranglisten-Erste aus Serbien über das Duell mit Nadal.

Der 13-malige Paris-Champion spielt mit dauerhaften Schmerzen am Fuß. „Vor zweieinhalb Wochen wusste ich noch gar nicht, ob ich hier überhaupt spielen kann“, sagte Nadal. „Ich gehe jedes Spiel so an, als könnte es das letzte in meiner Karriere in Paris sein“, sagte der 35 Jahre alte Mallorquiner.

+++ 29. Mai 2022 +++

Zverev mit Mühe – Djokovic im Viertelfinale gegen Nadal

Novak Djokovic gegen Rafael Nadal - das Duell der Dauerrivalen ist perfekt: Der Weltranglistenerste aus Serbien und der spanische Grand-Slam-Rekordchampion treffen im Viertelfinale der French Open aufeinander.

„Wir kennen uns sehr gut und haben viel gemeinsame Geschichte. Ab morgen werde ich mich auf das Match fokussieren und werde ganz sicher bis zum Ende kämpfen“, sagte Nadal. „Ich bin bereit“, sagte Djokovic: „Mir gefällt es, wie ich mich fühle und wie ich den Ball treffe.“

Djokovic besiegte im Achtelfinale Diego Schwartzman problemlos 6:1, 6:3, 6:3. Es war sein siebter Sieg im siebten Match gegen den Argentinier. Nadal folgte mit deutlich mehr Mühe. Er setzte sich gegen den Kanadier Felix Auger-Aliassime, der von seinem Onkel und langjährigen Trainer Toni Nadal betreut wird, mit 3:6, 6:3, 6:2, 3:6, 6:3 durch. Toni Nadal, für den es das erste Aufeinandertreffen seines Schützlings mit seinem Neffen war, verfolgte die Partie nicht aus der Box, er wählte einen neutralen Platz.

Sowohl für Djokovic als auch Nadal ist es der 16. Viertelfinal-Einzug in Roland Garros. Im vergangenen Jahr hatte Djokovic auf dem Weg zum Titel seinen langjährigen Kontrahenten und Paris-Rekordsieger Nadal (13 Titel) im Halbfinale besiegt und dessen fünften Triumph an der Seine in Serie verhindert.

Djokovic peilt in der französischen Hauptstadt seinen 21. Majortitel an, mit dem er zu Nadal aufschließen würde. Der Spanier hatte Djokovics Abwesenheit von den Australian Open genutzt und sich in Melbourne zum alleinigen Rekordhalter gekürt.

Zverev quält sich ins Viertelfinale

Alexander Zverev steht trotz einer stark durchwachsenen Leistung im Viertelfinale der French Open - und wartet nun auf Carlos Alcaraz. Der deutsche Topspieler gewann sein Achtelfinal-Match gegen den spanischen Qualifikanten Bernabe Zapata Miralles mit 7:6 (13:11), 7:5, 6:3. Setzt sich Alcaraz am Abend gegen Karen Chatschanow durch, kommt es zum Duell mit dem Senkrechtstarter der aktuellen Saison.

Zverev, der 2021 ins Halbfinale von Paris vorstieß, hatte gegen Zapata Miralles große Probleme und leistete sich viele einfache Fehler. Nachdem er in der zweiten Runde einen Matchball hatte abwehren müssen, war ihm danach gegen den US-Amerikaner Brandon Nakashima ein souveränerer Auftritt gelungen, an den er gegen die Nummer 131 der Welt aber nicht anschließen konnte.

Ebenfalls die Runde der letzten acht erreichte der Weltranglistenerste Novak Djokovic, der nach einem 6:1, 6:3, 6:3-Erfolg gegen den Argentinier Diego Schwartzman auf Grand-Slam-Rekordchampion Rafael Nadal (Spanien) oder Felix Auger-Aliassime (Kanada) trifft.

+++ 28. Mai 2022 +++

Medwedew ohne Satzverlust ins Achtelfinale

Mitfavorit Daniil Medwedew hat bei den French Open ohne Mühe das Achtelfinale erreicht. Der Weltranglisten-Zweite aus Russland gewann am Samstag in Paris gegen den Serben Miomir Kecmanovic klar mit 6:2, 6:4, 6:2. Medwedew benötigte lediglich 1:48 Stunden für seinen Erfolg. Der 26-Jährige ist damit im Stade Roland Garros in diesem Jahr weiter ohne Satzverlust.

31. Sieg in Serie - Topfavoritin Swiatek im Achtelfinale

Iga Swiatek ist bei den French Open souverän auf ihrer Titelmission unterwegs. Die 20 Jahre alte Weltranglistenerste aus Polen ist mit ihrem insgesamt 31. Sieg in Serie ins Achtelfinale eingezogen. Gegen Danka Kovinic aus Montenegro war Swiatek beim 6:3, 7:5-Erfolg in 1:30 Minuten aber erstmals wirklich gefordert.

Swiatek ist seit dem Rücktritt von Ashleigh Barty, die zuvor Wimbledon und die Australian Open gewonnen hatte, die dominante Spielerin auf der Tour und hat in dieser Saison fünf Titel nacheinander gewonnen.

+++ 27. Mai 2022 +++

Zverev kämpft sich ins Achtelfinale, Kerber scheitert früh

Als Alexander Zverev in der Abendsonne von Paris seinen ungefährdeten Achtelfinaleinzug bejubelte und noch einige Autogramme gab, hatte sich Angelique Kerber längst vom Sandplatz-Klassiker verabschiedet. Sie habe „definitiv Frieden geschlossen“ mit dem Turnier, sagte die dreimalige Grand-Slam-Siegerin mit viel Enttäuschung und auch ein wenig Trotz in ihrer Stimme, nachdem für sie in der dritten Runde das Aus gekommen war: „Ich wäre gern noch länger geblieben.“

Doch es bleibt dabei, dass Kerber in der französischen Hauptstadt nicht an ihre großen Erfolge bei den drei anderen Grand Slams anschließen kann. Nach einer 4:6, 6:7 (5:7)-Niederlage gegen Aljaxandra Sasnowitsch ist ihr Lauf nach sieben Siegen in Serie beendet. Für Zverev geht dagegen die Jagd nach seinem ersten Grand-Slam-Titel weiter. Beim 7:6 (7:2), 6:3, 7:6 (7:5)-Erfolg gegen den US-Amerikaner Brandon Nakashima in 2:48 Stunden zeigte der Weltranglistendritte die Geduld und Souveränität, die er bei seinem Fast-K.o. gegen Sebastian Baez in der zweiten Runde hatte vermissen lassen.

„Ich habe mein Level deutlich angehoben, es war ein sehr anderes Match als vorgestern“, sagte Zverev: „So war es mir viel lieber, und ich habe die Atmosphäre hier genossen.“ Der 25-Jährige bekommt es nun als klarer Favorit mit dem spanischen Qualifikanten Bernabe Zapata Miralles zu tun. Zverev ist gut drin im Turnier und will es den Experten zeigen, die vor dem Start viel mehr über den Weltranglistenersten Novak Djokovic, Turnier-Rekordsieger Rafael Nadal und auch Shootingstar Carlos Alcaraz gesprochen hatten. Er pirscht sich Stück für Stück näher an die ganz großen Duelle heran.

Das war auch Kerbers Plan, doch gegen die Belarussin Sasnowitsch fehlte ihr lange die Power und Entschlossenheit, um weiter die vielversprechende Auslosung für sich zu nutzen. Rund eine Woche zuvor, auf dem Weg zum Titelgewinn in Straßburg, hatte sie Sasnowitsch noch in Schach gehalten. Sie sei „nicht mehr bei 100 Prozent“ gewesen, sagte Kerber: „Ich habe aber trotzdem eine gute und solide Sandplatz-Saison hinter mir.“

Nun geht es auf Rasen weiter, auf ihrem absoluten Lieblingsbelag, der seinen Höhepunkt in Wimbledon (ab 27. Juni) hat. Zuvor schlägt sie in Bad Homburg (ab 18. Juni) auf, schließlich ist die Kielerin dort Mitorganisatorin und Titelverteidigerin. Um das stark besetzte WTA-Turnier in Berlin (ab 11. Juni) wird Kerber aber einen Bogen machen und sorgte mit ihrer Begründung für einigen Wirbel. „Ich werde in diesem Jahr dort nicht spielen, weil manchmal die Wertschätzung hier und da fehlt“, sagte sie klar. Und sorgte damit bei der Bundestrainerin und Berliner Turnierdirektorin Barbara Rittner für Verwunderung.

„Das Team Berlin bringt Angie Kerber die höchste Wertschätzung mit. Natürlich wollen wir eine Spielerin wie sie bei unserem Turnier haben“, sagte Rittner bei Eurosport. Sie sei persönlich bei den Gesprächen nicht dabei gewesen, ergänzte sie, kündigte aber an: „Ich werde sie anrufen und ihr bis zum letzten Tag eine Wildcard offenhalten.“

„Peinlich“ - Spielerin wirft Schläger ins Publikum

Die rumänische Tennisspielerin Irina-Camelia Begu ist bei den French Open nach einem Schlägerwurf nur knapp einer Disqualifikation entkommen. Die 31-Jährige warf bei ihrem Zweitrundensieg gegen die Russin Ekaterina Alexandrowa verärgert ihren Schläger auf den Boden, der abprallte und im Publikum landete. Ein Kind begann zu weinen, ob aufgrund des Schrecks, oder weil es leicht getroffen wurde, war zunächst unklar.

„Es ist mir sehr unangenehm, deshalb möchte ich nicht zu viel darüber reden. Ich möchte mich nur entschuldigen“, sagte Begu nach der Partie: „In meiner ganzen Karriere habe ich so etwas nicht getan. Ich fühle mich wirklich schlecht, und es tut mir leid.“

Der Schiedsrichter rief den Supervisor, letztlich kam Begu bei dem Vorkommnis Anfang des dritten Satzes mit einer Verwarnung davon und gewann die Partie 6:7 (3:7), 6:3, 6:4.

+++ 26. Mai 2022 +++

Medwedew ohne Mühe weiter

Daniil Medwedew hat bei den French Open ohne Mühe die dritte Runde erreicht. Der 26 Jahre alte Russe gewann am Donnerstag in Paris gegen den Serben Laslo Djere mit 6:3, 6:4, 6:3. Der Weltranglisten-Zweite benötigte 2:35 Stunden für seinen Erfolg. Bei den Damen schaffte die Spanierin Paula Badosa den Sprung in die dritte Runde. Die Weltranglisten-Vierte rang Kaja Juvan aus Slowenien mit 7:5, 3:6, 6:2 nieder.

Swiatek im Eiltempo in Runde drei

Die Weltranglisten-Erste Iga Swiatek ist bei den French Open im Eiltempo in die dritte Runde eingezogen. Die 20 Jahre alte Polin gewann am Donnerstag in Paris gegen Alison Riske aus den USA mit 6:0, 6:2 und zeigte dabei erneut eine beeindruckende Leistung. Für Swiatek war es bereits der 30. Sieg in Serie, sie benötigte lediglich 61 Minuten für ihren Erfolg. Die Polin ist beim zweiten Grand-Slam-Turnier der Saison die große Favoritin auf den Titel.

+++ 25. Mai +++

Zverev dreht 0:2-Satzrückstand

Olympiasieger Alexander Zverev hat den drohenden Zweitrunden-K.o. bei den French Open nur mit größter Mühe abgewendet. Der Weltranglistendritte aus Hamburg kämpfte den teilweise furios aufspielenden Argentinier Sebastian Baez am Mittwoch dank einer klaren Leistungssteigerung ab dem dritten Satz mit 2:6, 4:6, 6:1, 6:2, 7:5 nieder.

„Es war ein unglaubliches Match“, sagte Zverev: „Man spielt nicht immer großartig. Aber ich habe einfach gekämpft, meinen Rhythmus gefunden und bin froh, noch im Turnier zu sein.“

Zverev blieb damit ein weiterer Rückschlag in einer bisher sehr durchwachsenen Saison erspart, in der er noch keinen Titel gewinnen konnte. Er kann die Jagd nach seiner ersten Grand-Slam-Trophäe fortsetzen, sein nächster Gegner wird im Duell zwischen dem US-Amerikaner Brandon Nakashima und dem Niederländer Tallon Griekspoor ermittelt.

In den ersten beiden Sätzen dominierte Baez das Geschehen zeitweise fast nach Belieben, doch Zverev steigerte sich dann erheblich und spielte viel aggressiver. Der fünfte Satz war stark umkämpft. Zverev wehrte einen Matchball ab und setzte sich doch noch durch.

So lief der Tag für Zverev, Kerber und Petkovic.

Djokovic ohne große Mühe weiter - Alcaraz kämpft sich durch

Mitfavorit Carlos Alcaraz hat bei den French Open mit großem Kampf ein frühes Aus verhindert. Der 19 Jahre alte Shootingstar der Szene gewann ein spanisches Duell der Generationen gegen seinen 15 Jahre älteren Landsmann Albert Ramos-Vinolas in 4:34 Spielzeit mit 6:1, 6:7 (7:9), 5:7, 7:6 (7:2), 6:4 und darf weiter vom ersten Grand-Slam-Triumph träumen.

Mit vier Turniersiegen in diesem Jahr, darunter die Masters in Miami und Madrid, und dem Sprung auf Rang sechs der Weltrangliste hatte sich der Athlet aus Murcia in den Kreis der Titelanwärter für das wichtigste Sandplatzturnier gespielt. Nach seinem souveränen Erstrundensieg gegen den argentinischen Qualifikanten Juan Ignacio biss er sich an Ramos-Vinolas lange die Zähne aus und schlug nach dem verwandelten Matchball erleichtert die Hände über dem Kopf zusammen.

„Ich bin ziemlich müde“, sagte Alcaraz, der im vierten Satz einen Matchball abwehren musste: „Ich bin so glücklich mit meiner Leistung.“

Novak Djokovic löste seine Aufgabe deutlich souveräner. Der Weltranglistenerste und Titelverteidiger entschied sein Zweitrundenduell mit 6:2, 6:3, 7:6 (7:4) gegen den Slowaken Alex Molcan für sich und bleibt ohne Satzverlust. Der Serbe beendete das Match nach 2:16 Stunden. „Alles läuft in die richtige Richtung“, sagte er anschließend.

Djokovic, der im vergangenen Jahr erst Sandplatz-König Rafael Nadal im Halbfinale entthronte und dann im Endspiel einen Zweisatz-Rückstand gegen Stefanos Tsitsipas aufholte, zählt in diesem Jahr zum engsten Kreis der Topfavoriten neben Turnier-Rekordsieger Rafael Nadal und Alcaraz.

Die bisherige Saison des Athleten aus Belgrad lief alles andere als geräuschlos ab. Durch die Ausweisung aus dem Land verpasste Djokovic die Australian Open und durfte aufgrund seiner Impfverweigerung auch bei den Masters in Indian Wells und Miami nicht antreten.

Sein Comeback im April in Monte Carlo missglückte, aber dann fand der 35-Jährige mehr und mehr in die Spur zurück und meldete mit dem Triumph beim Masters in Rom eindrucksvoll seine Ansprüche an.

Nun will Djokovic auch in Paris wieder die Trophäe gewinnen und nach Grand-Slam-Titeln zu Rekordchampion Nadal (21 Titel) aufschließen.

Krejcikova mit positivem Corona-Test

Die Tschechin Barbora Krejcikova ist am Rande der French Open positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies gab die Vorjahressiegerin im Einzel und Doppel bei Instagram bekannt. „Letzte Nacht habe ich mich nicht wohl gefühlt und habe Fieber bekommen“, schrieb die 26-Jährige. Ein Test habe ihr dann die Diagnose gebracht.

Damit kann Krejcikova ihren Doppel-Titel mit ihrer Landsfrau Katerina Siniakova nicht verteidigen. Im Einzel war sie bereits in der ersten Runde an der Französin Diane Parry gescheitert.

Krawietz/Mies scheitern schon in der ersten Runde

Die zweimaligen French-Open-Sieger Kevin Krawietz und Andreas Mies sind in Roland Garros schon in der ersten Runde gescheitert. Das an Nummer neun gesetzte deutsche Tennis-Spitzendoppel unterlag in seinem Auftaktmatch dem finnisch-britischen Duo Harri Heliövaara/Lloyd Glasspool mit 4:6, 2:6. „KraMies“ hatten 2019 und 2020 den Doppel-Wettbewerb in Paris gewonnen, im vergangenen Jahr musste Mies nach einer Knie-Operation passen.

„Wir haben heute nicht gut gespielt, und unsere Gegner haben ihre Sachen solide gemacht“, sagte Krawietz: „Natürlich tut es im ersten Moment sehr weh.“ Mies berichtete, dass sich das Team bei den Triumphen im Turnierverlauf steigern konnte: „Dann sind wir in einen Flow gekommen.“

Heliövaara/Glasspool gehörten dagegen zu den stärksten ungesetzten Gegnern, sagte Mies: „Wir wussten, dass wir in der ersten Runde schon voll da sein mussten. Das haben wir nicht geschafft.“

Mit ihrem Premierenerfolg 2019 hatten beide eine große Aufmerksamkeit auf die Doppel-Wettbewerbe gelenkt. In der Geschichte des Profi-Tennis seit 1968 hatte zuvor noch kein Duo aus zwei deutschen Spielern bei einem Grand-Slam-Turnier den Titel gewonnen.

Kerber kämpft sich in Runde drei

Angelique Kerber ist ihrer Favoritenrolle in der zweiten Runde der French Open gerecht geworden. Die deutsche Nummer eins setzte sich nach Schwierigkeiten mit 6:1, 7:6 (7:2) gegen die erst 19 Jahre alte Französin Elsa Jacquemot durch und spielt erstmals seit 2018 wieder um den Achtelfinaleinzug in Paris.

„Ich bin froh, dass ich weitergekommen bin. Es bedeutet mir viel, in der nächsten Runde zu stehen“, sagte Kerber: „Ich hoffe, dass ich hier noch ein paar Matches spiele.“ Sie „liebe die Atmosphäre“ in Paris.

Vor vier Jahren erreichte die 34-jährige Kerber beim einzigen Grand-Slam-Turnier, das sie in ihrer Karriere noch nicht gewinnen konnte, sogar die Runde der besten acht. Kerber trifft nun auf Alijaksandra Sasnowitsch aus Belarus, die US-Open-Siegerin Emma Raducanu ausschaltete. Gegen Sasnowitsch gewann Kerber zuletzt in drei Sätzen auf ihrem Weg zum Titelgewinn in Straßburg.

In Paris musste Kerber in ihrem Auftaktmatch am Montag gegen die Polin Magdalena Frech noch zwei Matchbälle abwehren und war nach dem Match völlig ausgelaugt. Gegen Jacquemot präsentierte sich die dreimalige Grand-Slam-Siegerin gut erholt und spielte zunächst ihre Klasse und Routine gegen die insgesamt zu fehlerhaft agierenden Französin aus. Im zweiten Satz hatte Kerber dann ihre Probleme, brachte den Sieg aber im Tiebreak nach Hause.

So lief der Tag für Zverev, Kerber und Petkovic

Petkovic verpasst dritte Runde von Paris

Andrea Petkovic hat ihren ersten Drittrundeneinzug bei einem Grand-Slam-Turnier seit 2019 verpasst: Die deutsche Nummer zwei aus Darmstadt scheiterte bei den French Open mit einer 1:6, 6:7 (3:7)-Niederlage an der einstigen Weltranglistenersten Wiktoria Asarenka aus Belarus.

Gegen die zweimalige Grand-Slam-Siegerin stand Petkovic im ersten Durchgang auf verlorenem Posten. Die 34-Jährige geriet bei eigenem Service auf dem gut gefüllten Außenplatz 14 immer wieder unter Druck, auch die Anfeuerungsrufe der deutschen Fans brachten zunächst keine Besserung.

Im zweiten Satz gelangen der einstigen French-Open-Halbfinalistin zwei Breaks und sie bot Asarenka nun die Stirn. Doch ihre Gegnerin kam immer wieder zurück und hatte das bessere Ende für sich.

Sie fühle sich sehr gut, hatte die 34-jährige Petkovic noch nach dem erfolgreichen und selbstbewussten Auftakt bei ihrem Lieblings-Major gegen die Französin Oceane Dodin gesagt: „Hoffentlich bleibt es so.“ Doch gegen Asarenka reichte es nicht.

+++ 24. Mai 2022 +++

Tsitsipas wendet frühes Aus in Paris ab

Vorjahresfinalist Stefanos Tsitsipas hat in Paris nur mit viel Mühe ein jähes Aus abgewendet: Der griechische Weltranglistenvierte brauchte beim 5:7, 4:6, 6:2, 6:3, 6:2-Erfolg über 3:34 Stunden Spielzeit gegen den Italiener Lorenzo Musetti einen echten Kraftakt, um seine Titelhoffnungen aufrecht zu erhalten. Damit sind weiter alle Profis aus dem erweiterten Kreis der Anwärter im Rennen.

Im vergangenen Jahr stand Tsitsipas kurz vorm ganz großen Triumph und führte im Finale mit 2:0-Sätzen gegen Novak Djokovic. Doch der Serbe entriss ihm mit einer spektakulären Aufholjagd noch die Trophäe. Jetzt nimmt der 24-Jährige den nächsten Anlauf auf seinen ersten Grand-Slam-Sieg.

Emotionaler Abschied von Tsonga – Schunk verpasst Überraschung

Nastasja Schunk hat bei ihrem French-Open-Debüt eine Überraschung verpasst. Das 19 Jahre alte Tennis-Talent hielt in Paris lange gegen die frühere Turniersiegerin und Weltranglistenerste Simona Halep mit, musste sich dann aber doch geschlagen geben. Die Athletin aus Ludwigshafen unterlag auf dem Court Simonne Mathieu mit 4:6, 6:1, 1:6.

Schunk war als sogenannte „Lucky Loserin“ noch ins Turnier gerutscht. Die Junioren-Finalistin von Wimbledon 2021 profitierte von der Verletzung der Kroatin Ana Konjuh und hatte den größten Erfolg ihrer Karriere phasenweise dank ihres kraftvollen Spiels im Blick. Halep legte im dritten Satz aber entscheidend zu und Schunk musste noch Lehrgeld zahlen.

Auch die Hoffnungen des Kölners Oscar Otte erfüllten sich nicht. Der 28 Jahre alte Otte unterlag dem Spanier Roberto Carballes Baena 6:7 (5:7), 1:6, 6:3, 6:2, 3:6. Am Ende der 3:44 langen Partie hatte der Achtelfinalist von New York mit Krämpfen zu kämpfen.

Tsonga beendet nach Niederlage die Karriere

Jo-Wilfried Tsonga donnerte seine knallharten Aufschläge auf die rote Asche und sorgte mit seiner peitschenden Vorhand immer wieder für Jubelstürme auf dem vollgepackten Court Philippe Chatrier. Noch einmal begeisterte der 37-Jährige aus Le Mans seine heißblütigen Fans bei den French Open – dann war seine lange und erfolgreiche Karriere beendet. Schon vor dem Matchball stiegen ihm Tränen in die Augen.

Die 7:6 (8:6), 6:7 (4:7), 2:6, 6:7 (0:7)-Erstrundenniederlage gegen den Norweger Casper Ruud markierte für Tsonga den Schlusspunkt. „Sowohl mein Kopf als auch mein Körper haben mir gesagt, dass es Zeit ist, aufzuhören“, sagte der einstige Weltranglistenfünfte vor seinem 13. Start bei seinem Heim-Grand-Slam.

Er hat 18 Turniersiege in seiner Vita vorzuweisen. Tsonga gewann 2012 im Doppel Silber bei den Olympischen Spiele und ist zudem der Franzose mit den meisten Siegen auf Major-Ebene (121) vor Gael Monfils (118), 2017 verhalf er seinem Land zum Davis-Cup-Sieg.

Auf Grand-Slam-Level erreichte Tsonga fünf Halbfinals und 2008 bei den Australian Open sogar das Endspiel. Die Krönung blieb ihm verwehrt. Womöglich auch, weil den kraftvollen Athleten immer wieder Verletzungen zurückwarfen.

Gojowczyk verliert in drei Sätzen

Tennisprofi Peter Gojowczyk ist auch bei seiner vierten Hauptfeld-Teilnahme der Einzug in die zweite Runde der French Open verwehrt geblieben. Der 32 Jahre alte Münchner scheiterte am Dienstag in seinem Auftaktmatch in Paris mit 2:6, 2:6, 1:6 am Italiener Lorenzo Sonego.

Während Gojowczyk in Wimbledon, bei den Australian Open und den US Open schon Siege erringen konnte, tat er sich nach gutem Start und einem schnellen Break gegen Sonego erneut schwer beim Sandplatz-Klassiker in der französischen Hauptstadt und blieb letztlich chancenlos.

Auch Oscar Otte (Köln) und Nastasja Schunk (Ludwigshafen) sind am Dienstag noch gefordert. Alexander Zverev, Angelique Kerber sowie Andrea Petkovic haben bereits den Sprung in die zweite Runde bereits geschafft.

Medwedew setzt sich im Eiltempo durch

Erfolgreicher Start für Daniil Medwedew: Der russische Weltranglistenzweite, der sich in seiner Karriere bislang nicht als großer Sandplatzspezialist entpuppt hat, hat sein Auftaktduell bei den French Open souverän für sich entschieden. Der 26-Jährige schlug den Argentinier Facundo Bagnis in nur 1:38 Stunden Spielzeit 6:2, 6:2, 6:2.

Medwedew überstand im vergangenen Jahr erstmals die erste Runde in Paris und schaffte dann immerhin den Viertelfinaleinzug. „Ich liebe Roland Garros, insbesondere seit dem letzten Jahr“, sagte er nun: „Und ich hoffe, dass ich in diesem Jahr noch weiter kommen kann.“

Seine Vorbereitung in diesem Jahr fiel kurz aus. Der Profi, der in diesem Jahr aufgrund der Sanktionen wegen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine nicht in Wimbledon aufschlagen darf, hatte sich Anfang April einer Leistenoperationen unterziehen müssen und pausierte einige Wochen. Erst vergangene Woche gab er in Genf sein Comeback, unterlag dort aber in seinem ersten Match dem Franzosen Richard Gasquet.

Für ein Ausrufezeichen sorgte in Paris zudem der Däne Holger Rune, der zuletzt das ATP-Turnier in München gewann. Der 19-Jährige schaltete den Wimbledon-Halbfinalisten Denis Shapovalov aus Kanada mit einer abgezockten Vorstellung 6:3, 6:1, 7:6 (7:4) aus.

+++ 23. Mai 2022 +++

Kerber müht sich in Runde zwei – auch Petkovic weiter

Angelique Kerber hat nach einem harten Stück Arbeit erstmals seit 2018 wieder den Sprung in die zweite Runde der French Open geschafft. Zwei Tage nach dem Gewinn ihres insgesamt 14. Tour-Titels in Straßburg setzte sich die einstige Nummer eins der Welt in ihrem Auftaktduell mit viel Mühe gegen die Polin Magdalena Frech mit 2:6, 6:3, 7:5 durch. Zuvor hatte die Kielerin zwei Matchbälle abgewehrt.

Der Beginn des Duell der dreimaligen Grand-Slam-Siegerin verzögerte sich wegen Regenunterbrechungen, dann legte Kerber einen schwachen Start hin und leistete sich 13 unerzwungene Fehler im ersten Satz. Kerber steigerte sich und verdiente sich mit einem deutlich fokussierteren Auftritt den Entscheidungssatz, in dem sie nach einem Break Rückstand und mit einer beachtlichen Willenskraft zurückkam. Nächste Gegnerin ist die Französin Elsa Jacquemot.

So lief der Tag für Kerber und Petkovic

Nadal souverän in der zweiten Runde

Rafael Nadal ist standesgemäß in die French Open gestartet. Der Grand-Slam-Rekordchampion aus Spanien setzte sich in seinem Erstrundenduell in Paris mit 6:2, 6:2, 6:2 gegen den unermüdlich kämpfenden Australier Jordan Thompson durch. Nadal hat das wichtigste Sandplatz-Turnier schon 13-mal gewonnen und zählt auch in diesem Jahr wieder zum Favoritenkreis mit dem Weltranglistenersten Novak Djokovic (Serbien) und Shootingstar Carlos Alcaraz (Spanien).

Nadals Vorbereitung für Paris war allerdings nicht ideal. Beim Masters in Rom scheiterte der 35-Jährige körperlich angeschlagen im Achtelfinale am Kanadier Denis Shapovalov. Vor dem Start in Roland Garros zeigte er sich aber unbeeindruckt. Die Schmerzen im Fuß seien ständig da, „sie werden nicht mehr verschwinden“, sagte Nadal, der im April auch noch wegen einer Stressfraktur einer Rippe pausiert hatte: „Es geht darum, ob die Schmerzen so stark sind, dass ich chancenlos bin.“

Bei den Australian Open im Januar war es dem Mallorquiner gelungen, seine Probleme auszublenden. Er holte seinen insgesamt 21. Majortitel und setzte sich damit von Roger Federer und Djokovic (beide 20 Titel) ab. Nun will er in Paris zurück auf den Thron: Im vergangenen Jahr scheiterte Nadal im Halbfinale an Djokovic.

Die Titelverteidigerin ist schon raus

Titelverteidigerin Barbora Krejcikova ist bei den French Open überraschend bereits in der ersten Runde ausgeschieden. Die 26 Jahre alte Tschechin verlor am Montag in Paris gegen die 19 Jahre alte Französin Diane Parry mit 6:1, 2:6, 3:6. Krejcikova hatte vor den French Open lange Zeit wegen einer Verletzung pausieren müssen, war aber rechtzeitig zum Sandplatz-Klassiker im Stade Roland Garros fit geworden. Im vergangenen Jahr hatte die Tschechin in Paris überraschend ihren ersten Grand-Slam-Titel gefeiert.

Petkovic souverän in zweiter Runde

Andrea Petkovic steht in der zweiten Runde der French Open. Die 34-Jährige aus Darmstadt, die 2014 in Paris das Halbfinale erreicht hat, setzte sich in ihrem Auftaktmatch mit 6:4, 6:2 gegen Oceane Dodin aus Frankreich durch. Nächste Gegnerin der Weltranglisten-65. ist die frühere Nummer eins Wiktoria Asarenka aus Belarus oder Ana Bogdan aus Rumänien.

„Ich war sehr konzentriert von Beginn an und habe gut gespielt“, sagte Petkovic: „Und ich hatte eine kleine Spionin in Angelique Kerber, die in Straßburg gegen sie gespielt hat. Dies ist mein liebster Grand Slam und ich bin dankbar, in meinem Alter noch immer hier zu spielen.“

Ein großes Lob gab es von Bundestrainerin Barbara Rittner am Eurosport-Mikrofon: „Das war ein Meisterstück. Ich habe sie selten in der ersten Runde eines Grand Slams so gut Tennis spielen sehen.“

Petkovic, die in den vergangenen beiden Jahren bereits in ihrem Auftaktmatch ausschied, bleibt eine Expertin für französische Gegnerinnen. Sie hat nun acht ihrer letzten neun Partien gegen Spielerinnen aus dem Nachbarland gewonnen. Dodin, die im Halbfinale von Straßburg in Rückstand gegen die spätere Turniersiegerin Kerber aufgeben musste, fand letztlich kein Rezept.

Auch Kerber ist am Montag noch gefordert. Am Sonntag waren in Jule Niemeier (Dortmund) und Tatjana Maria (Bad Saulgau) bereits zwei deutsche Spielerinnen ausgeschieden.

Erstrunden-Aus für Naomi Osaka

Die ehemalige Tennis-Weltranglisten-Erste Naomi Osaka ist bei den French Open bereits in der ersten Runde ausgeschieden. Die 24 Jahre alte Japanerin verlor am Montag in Paris gegen Amanda Anisimova aus den USA mit 5:7, 4:6. Osaka hatte im vergangenen Jahr bei den French Open für Aufsehen gesorgt, weil sie sich wegen mentaler Probleme vor ihrem Zweitrunden-Spiel zurückgezogen hatte. Zuvor hatte sie Depressionen öffentlich gemacht und sich geweigert, mit den Medien zu sprechen. Zuletzt war Osaka immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen worden und hatte im Vorfeld der French Open mit Schmerzen an der Achillessehne zu kämpfen.

+++ 22. Mai 2022 +++

Zverev locker in der zweiten Runde von Paris

Alexander Zverev hat seine Auftakthürde bei den French Open locker genommen. Der beste deutsche Tennisprofi setzte sich am Sonntag in Paris mit 6:2, 6:4, 6:4 gegen den österreichischen Qualifikanten Sebastian Ofner durch. Nun erwartet den Weltranglistendritten ein Duell mit dem Serben Dusan Lajovic oder dem Argentinier Sebastian Baez.

Zverev überzeugte mit einem kraftvollen und konsequenten Auftritt. Die großen Prüfungen warten aber noch auf den 25 Jahre alten Hamburger, der zuletzt nach schwierigen Monaten wieder besser zurechtkam. Mit den Halbfinals in Monte Carlo und Rom sowie dem Endspiel in Madrid zeigte Zverev, dass er der Spitze näher kommt.

Zuvor war in Daniel Altmaier die aktuelle deutsche Nummer zwei gescheitert. Der 23-Jährige aus Kempen unterlag in seinem Auftaktmatch dem Spanier Jaume Munar mit 1:6, 3:6, 6:4, 3:6.

Die Bilanz des ersten Tages aus deutscher Sicht

Altmaier stark – aber raus

Daniel Altmaier ist bei den French Open als erster deutscher Tennisprofi in der Herren-Konkurrenz ausgeschieden. Die deutsche Nummer zwei verlor am Sonntag in Paris gegen den Spanier Jaume Munar mit 1:6, 3:6, 6:4, 3:6. Nach 2:55 Stunden musste sich Altmaier, der 2020 im Stade Roland Garros überraschend das Achtelfinale erreicht hatte, geschlagen geben. Zuvor waren bei den Damen bereits Tatjana Maria und Jule Niemeier gleich zum Auftakt gescheitert. Alexander Zverev trifft in seinem Erstrunden-Spiel am Sonntag noch auf den Österreicher Sebastian Ofner.

Niemeier verpasst in Paris erstes Ausrufezeichen

Jule Niemeier hat bei ihrem Grand-Slam-Debüt ein erstes Ausrufezeichen verpasst. Die 22 Jahre alte Dortmunderin scheiterte in der ersten Runde der French Open am Sonntag am Ende angeschlagen an der einstigen US-Open-Siegerin und Paris-Finalistin Sloane Stephens. Die Weltranglisten-102. unterlag der US-Amerikanerin nach einer lange mutigen Vorstellung 7:5, 4:6, 2:6.

Niemeier, die sich dominant durch die Qualifikation gespielt hatte, überzeugte auf dem Court Suzanne Lenglen lange mit ihrem kraftvollen Spiel. Nach dem zweiten Satz musste sie sich dann behandeln lassen und kämpfte mit bandagiertem Oberschenkel letztlich vergebens.

Zverev hofft im Schatten der Favoriten auf sein „echtes Tennis“

Alexander Zverev weiß genau, wovon er spricht, wenn er sagt: „Es braucht viel mehr, um ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen, als nur gut Tennis zu spielen.“ Jahr für Jahr hat er Anlauf genommen in Melbourne, Paris, London und New York - bisher immer vergeblich. Warum also sollte es in Roland Garros ausgerechnet ein Emporkömmling wie der Spanier Carlos Alcaraz schaffen?

Dass der sensationelle Teenager plötzlich zum Top-Favoriten für den Höhepunkt der Sandplatzsaison erklärt wird, stört Zverev. Das berichtete auch sein Bruder Mischa. Die Altmeister Rafael Nadal und Novak Djokovic ganz oben auf den Zetteln der Buchmacher - das lässt sich der extrem ehrgeizige Zverev noch gefallen. Aber Alcaraz? „Nein!“ Nicht der auch noch.

„Das war so nach dem Motto: 'Das lasse ich mir nicht gefallen. Jetzt ist meine Zeit gekommen, jetzt möchte ich gewinnen, und ich möchte der Favorit werden und es allen beweisen“, erzählte Mischa bei Eurosport. Nur mit Trotz wird es Sascha Zverev allerdings kaum zum Grand-Slam-Sieger bringen. Er muss sich in Paris steigern, denn bisher verläuft seine Saison enttäuschend.

Zwar zeigt die Formkurve nach oben, mit den Halbfinals in Monte Carlo und Rom sowie dem Endspiel in Madrid kann Zverev leben, doch ein Titel sprang bisher im Jahr 2022 noch nicht heraus - und das sei doch „ein bisschen enttäuschend“, wie er zwei Tage vor dem Beginn der French Open zugab. Sein „echtes Tennis“, das hofft Zverev, werde er endlich in Paris zeigen, wo er in der ersten Runde am Sonntag auf den österreichischen Qualifikanten Sebastian Ofner trifft.

Sein „echtes“ Tennis wird Zverev spätestens in einem möglichen Viertelfinale gegen Jungstar Alcaraz zeigen müssen, gegen den er im Endspiel von Madrid entkräftet untergegangen war. Damit wäre der Titel aber noch immer weit entfernt: Ebenfalls in seiner Hälfte des Tableaus - und damit mögliche Hürden im Halbfinale - sind Nadal und Djokovic, für Zverev ohnehin noch immer die heißesten Anwärter auf den Sieg.

„Es ist schon lustig“, sagte Zverev, nachdem er den zuletzt angeschlagenen Nadal beim Training beobachtet hatte. In seinem Sandplatzreich Roland Garros, wo Nadal einzigartige 13-mal triumphiert hat, werde dessen Vorhand „plötzlich 20 Meilen schneller, und er bewegt sich leichtfüßiger. Da gibt es etwas auf diesem Platz, das ihn um 30 Prozent besser macht.“

Djokovic wiederum finde zurück zu seiner Form, sagte Zverev über den Serben. „Er wird von Tag zu Tag auf Sand besser, und er hat fantastisch in Rom gespielt.“ Und dann lauert in der anderen Hälfte des Tableaus auch noch der Grieche Stefanos Tsitsipas, der auf Sand nicht zu Zverevs Lieblingsgegnern gehört. Kurzum: Der Olympiasieger ist nur Außenseiter im Kampf um den Coupe de Mousquetaires.

Doch genau darin sieht er eine Chance. Die eigene Erwartungshaltung habe ihn bei Majors manchmal daran gehindert, seine beste Leistung abzurufen. Der Triumph bei einem Grand-Slam-Turnier sei „das ultimative Ziel“, der Druck dementsprechend groß, sagte Zverev und gab diesen direkt einmal weiter an die nächste Generation. Es sei „interessant zu beobachten“, wie Carlos Alcaraz „damit umgehen wird“.

Nastasja Schunk doch noch im Hauptfeld von Paris

Nastasja Schunk hat bei den French Open doch noch den Sprung ins Hauptfeld geschafft. Die 18-Jährige aus dem Talent Team des Deutschen Tennis Bundes, die eigentlich in der letzten Qualifikationsrunde gescheitert war, profitiert von der Absage der Kroatin Ana Konjuh. In der ersten Runde bekommt es Schunk in Paris mit der ehemaligen Weltranglisten-Ersten Simona Halep aus Rumänien zu tun. Insgesamt sind nun fünf deutsche Damen und vier deutsche Herren beim zweiten Grand-Slam-Turnier der Saison dabei.

„Ungeheuer“ Alcaraz enteilt der Tennis-Konkurrenz um Zverev

Mit 19 Jahren gilt Carlos Alcaraz als die nächste große Nummer im Tennis. Für Alexander Zverev bedeutet das womöglich, künftig einen weiteren Ausnahmespieler vor sich zu haben. Ob ihm der Spanier bereits enteilt ist, dürften die French Open zeigen.

Mehr dazu hier

Deutsches Tennis-Trio verpasst das Hauptfeld

Am letzten Tag der Qualifikation haben sich keine weiteren deutschen Tennisprofis für das Hauptfeld der French Open qualifizieren können. Nastasja Schunk bei den Damen sowie Daniel Masur und Cedrik-Marcel Stebe bei den Herren kassierten am Freitag in der letzten Runde der Qualifikation jeweils Niederlagen. Somit schaffte nur Jule Niemeier beim zweiten Grand-Slam-Turnier der Saison über die Qualifikation den Sprung ins Hauptfeld. Insgesamt sind in Paris nun aus deutscher Sicht vier Herren und vier Damen dabei. Die French Open beginnen am Sonntag.

Zverev zum Auftakt gegen Qualifikanten – Kerber gegen Polin Frech

Olympiasieger Alexander Zverev bekommt es zum Auftakt der French Open mit einem Qualifikanten zu tun. Das ergab die Auslosung für das zweite Grand-Slam-Turnier der Tennis-Saison am Donnerstagabend in Paris. Insgesamt wurde Zverev in die deutlich schwerere Turnierhälfte gelost. Im Viertelfinale könnte es zu einem Duell mit dem spanischen Wunderkind Carlos Alcaraz kommen, im Halbfinale könnten dann der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic oder Rekord-Grand-Slam-Turniersieger Rafael Nadal warten.

Bei den Damen trifft Angelique Kerber zunächst auf die Polin Magdalena Frech. Bei der dreimaligen Grand-Slam-Turnier-Siegerin zeigt die Formkurve rechtzeitig vor den French Open wieder nach oben. Am Donnerstag erreichte Kerber bei der Generalprobe in Straßburg das Halbfinale.

Insgesamt ist der Deutsche Tennis Bund bislang mit vier Damen und vier Herren im Stade Roland Garros vertreten. Am Freitag hat zudem noch ein deutsches Trio die Chance, über die Qualifikation den Sprung ins Hauptfeld zu schaffen.

Bruder Mischa glaubt: Alcaraz hat Zverevs Ehrgeiz geweckt

Alexander Zverev will sich von der jüngeren Konkurrenz in Roland Garros nicht den Rang ablaufen lassen. Dass der 19-jährige Spanier Carlos Alcaraz von den Wettanbietern als Favorit auf den Titel in Paris geführt wird, habe den Ehrgeiz des Olympiasiegers geweckt, erzählte sein Bruder Mischa im Eurosport-Podcast „Das Gelbe vom Ball“. Zverev (25) ist in diesem Jahr noch ohne Turniersieg.

Als Rafael Nadal (Spanien) oder Novak Djokovic (Serbien) die Top-Favoriten waren, sei das für Sascha „okay“ gewesen, „jetzt Alcaraz ... Nein“, habe er beim Abendessen gesagt. „Das war so nach dem Motto: 'Das lasse ich mir nicht gefallen. Jetzt ist meine Zeit gekommen, jetzt möchte ich gewinnen, und ich möchte der Favorit werden und es allen beweisen“, sagte Mischa Zverev.

Der Teilzeitprofi und Manager seines jüngeren Bruders geht in Paris als Insider für Eurosport auf Sendung. Er ist zuversichtlich, dass Alexander seinen Formanstieg in der Sandplatzsaison bestätigen kann. „Er spielt jetzt wieder besser, und seine Einstellung ist wirklich sehr, sehr gut“, sagte Mischa Zverev (34). Sein Bruder habe einen „gesunden Ehrgeiz“ entwickelt.

Teenager Alcaraz gilt nach den Turniersiegen in Barcelona und beim Masters in Madrid als heißester Anwärter auf den zweiten Grand-Slam-Titel des Jahres. In der spanischen Hauptstadt hatte er den entkräfteten Zverev im Finale in zwei Sätzen deklassiert. Alcaraz fühlt sich bereit für den ersten Majortitel seiner Karriere, auf den Zverev noch immer wartet.

Niemeier schafft Sprung ins Hauptfeld - Siegemund gescheitert

Jule Niemeier hat erstmals in ihrer Karriere das Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers erreicht. Die 22-Jährige aus Dortmund gewann ihr entscheidendes Qualifikations-Match zu den French Open in Paris 6:0, 6:1 gegen die Japanerin Moyuka Uchijima und steht damit in der ersten Runde des am Sonntag beginnenden Sandplatz-Highlights.

Die Weltranglisten-103. Niemeier, die 2021 in Wimbledon und 2022 jeweils in der letzten Qualifikationsrunde verloren hatte, gab in drei Ausscheidungsduellen insgesamt nur sieben Spiele ab.

Gescheitert ist hingegen Laura Siegemund (Metzingen). Die 34 Jahre alte frühere Nummer 27 der Welt unterlag der Spanierin Cristina Bucsa 6:4, 3:6, 1:6. Siegemund hatte 2020 in Paris das Viertelfinale und damit ihr bestes Grand-Slam-Ergebnis erreicht. Seitdem hat sie aber kein Match bei einem Major-Turnier gewonnen.

In der entscheidenden Qualifikationsrunde sind zudem noch Nastasja Schunk (Ludwigshafen), Cedric-Marcel Stebe (Vaihingen) und Daniel Masur (Bückeburg) im Einsatz.

(RP/dpa/SID)