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French Open 2022: Finale, Preisgeld, Spielplan, TV-Übertragung, Live-Stream & Favoriten

Spielplan, TV, Favoriten : Das müssen Sie zu den French Open 2022 wissen

Die French Open 2022 sind der zweite von vier Grand Slams in der Tennis-Saison. Wir informieren rund um Spielplan, TV-Übertragungen und Teilnehmer – und machen den Favoriten-Check.

Das traditionsreiche Sandplatzturnier French Open findet vom 16. Mai bis 5. Juni 2022 in Paris statt. In den vergangenen beiden Jahren fand das Grand-Slam-Event aufgrund der Corona-Pandemie unter besonderen Bedingungen statt, 2020 wurde es sogar bis in den Herbst hinein verschoben. 2022 läuft wieder alles planmäßig ab, ohne große Einschränkungen für Zuschauer und Spieler. Wir beantworten alle wichtigen Fragen zum Grand-Slam-Turnier.

Wann und wo finden die French Open 2022 statt?

Die Hauptfeldspiele bei den French Open beginnen am Sonntag, 22. Mai 2022. Das Finale der Herren wird am 5. Juni ausgespielt, einen Tag zuvor sind die Frauen dran. Die Qualifikationsspiele laufen ab dem dem 16. Mai. Die Spiele finden im Stade Roland Garros in Paris statt. Der Center Court ist nach Philippe Chatrier, dem ehemaligen Kapitän der französischen Davis-Cup-Mannschaft, benannt.

Unter welchen Bedingungen finden die French Open 2022 angesichts der Corona-Pandemie statt?

Bei der derzeitigen Pandemie-Lage findet die French Open 2022 ohne besondere Corona-Einschränkungen statt. Das heißt, die Sportstätten dürfen voll ausgelastet werden, mehr als 15.000 Menschen können etwa die Spiele auf dem Center Court des Tenniskomplexes in Frankreichs Hauptstadt verfolgen. Sowohl Spieler als auch Zuschauer müssen nach jetzigem Stand keinen Impfnachweis erbringen. Maskenpflicht gibt es in Frankreich aktuell nur noch im Nah- und Fernverkehr.

Wo werden die French Open 2022 im TV und online im Live-Stream übertragen?

Eurosport ist Rechteinhaber der French Open 2022. Der TV-Sender zeigt die Spiele und Highlights der Grand-Slam-Partien aus Paris im Free-TV und im Stream. An den 15 Turniertagen von Roland Garros sollen bei Eurosport 1 mehr als 175 Stunden laufen. Dazu gehören die Partien der deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie der Topstars. Als Experten sind erneut Barbara Rittner und in diesem Jahr auch Mischa Zverev, der die Rolle von Boris Becker als Match-Analyst übernehmen wird, im Einsatz.

Wer alle Spiele einzeln und in voller Länge verfolgen möchte, der muss dafür bezahlen: Der digitale Streamingdienst Dazn überträgt die Partien ebenso online, wie der Eurosport Player. Im Pay-TV wird das Turnier auf Eurosport 2 und Eurosport 360 gezeigt.

Wie hoch ist das Preisgeld bei den French Open 2022?

2022 werden bei den French Open insgesamt 43,6 Millionen Euro Preisgelder ausgeschüttet. Aufgrund der Corona-Pandemie gab es in den vergangenen Jahren weniger Preisgeld als noch zuvor. 2019 war der bisherige Höchststand mit jeweils 2,3 Millionen Euro für den Sieger und die Siegerin. 2020 sank der Betrag auf 1,6 Millionen Euro, 2021 gab es gar nur 1,4 Millionen Euro. Dafür erhielten Spieler, die in der ersten Runde ausschieden sowie Qualifikanten mehr als in den Vorjahren – eine Reaktion auf die Pandemie, die schwächere Spieler am härtesten getroffen hat. Insgesamt wurden 2021 mit rund 34 Millionen Euro fast 10 Prozent weniger Preisgeld ausgeschüttet als noch 2020. 2022 stiegen die Preisgelder also wieder deutlich.

  • Statistik : Die Tennis-Weltrangliste der Herren
  • Statistik : Die Tennis-Weltrangliste der Damen
  • Fotos : Die Grand-Slam-Titel des Rafael Nadal

Was ist neu bei den French Open 2022?

Das Spielformat. Bei allen Grand-Slam-Turnieren soll ab sofort die gleiche Zählweise zur Ermittlung des Siegers im entscheidenden Satz zur Anwendung kommen. Künftig wird bei den French Open genauso wie in Wimbledon, bei den US Open und den Australian Open beim Stand von 6:6 im finalen Durchgang ein Match-Tiebreak bis zehn Punkte gespielt.

Wer sind die Favoriten bei den French Open 2022? Wie ist es um die Chancen der Deutschen bestellt?

Titelverteidiger Novak Djokovic zählt ganz klar zu den ersten Anwärtern auf den Titel. Nachdem er bei de Australian Open Anfang des Jahres als Ungeimpfter nicht antreten durfte, greift er in Paris nun ebenfalls nach seinem 21. Grand-Slam-Titel, mit dem er zu Australian-Open-Champion Rafael Nadal aufschließen würde.

Alle Infos zu den French Open 2022

Wie immer wird bei French Open gehört natürlich auch „Sandplatzkönig“ Rafael Nadal zu den ganz großen Favoriten. Kurz vor dem Turnier warf allerdings der Gesundheitszustand des 12-maligen Titelträgers bei den French Open Fragen auf. Schon seit langem hat der Spanier mit Problemen am Fuß zu kämpfen, das sogenannte Müller-Weiss-Syndrom macht ihm zu schaffen. Kann der Spanier trotz dieser Probleme seine Erfolgsgeschichte bei den French Open fortsetzen? Seit seinem Debüt 2005 verlor Nadal von 101 Partien nur drei. Alle Finals, die er in Paris erreichte, gewann er. Anfang des Jahres sicherte er sich mit seinem Sieg bei den Australian Open zudem als erster Spieler überhaupt den 21. Grand-Slam-Titel.

Spätestens nach seinem Olympia-Sieg 2021 zählt auch die deutsche Nummer eins Alexander Zverev bei jedem Grand Slam zum Favoritenkreis. Allerdings schwächelte er bei den ersten Turnieren in 2022. Bei den Buchmachern werden ihm deshalb schlechtere Chancen eingeräumt als etwa der Nummer zwei der Welt, Daniil Medwedew, oder dem auf Sand starken Griechen Stefanos Tsitsipas. Zu den Anwärtern auf den Titel dürfte auch Carlos Alcaraz gehören. Der 19-Jährige ist der Spieler der Stunde im Tennis.

Bei der Frauen-Konkurrenz fehlt eine große Favoritin: Ashleigh Barty. Die Weltranglistenerste verkündete nach ihrem Triumph bei den Australian Open im Januar überraschend ihr Karriereende. Gute Chancen auf den Sieg hat ihre Nachfolgerin als Nummer eins der Tenniswelt, Iga Swiatek. Die Polin gewann das Turnier schon 2020 - und spielt bislang eine fabelhafte Saison. Swiatek ist seit 28. Spielen ungeschlagen. Der Turniersieg in Rom Mitte Mai war der fünfte Titel in Serie für Swiatek. Zum erweiterten Favoritenkreis gehören zudem die Belarussin Aryna Sabalenka sowie die Spaniern Paula Badosa und die Griechin Maria Sakkari.

Nicht mehr zu den Favoritinnen gehört die beste deutsche Tennisspielerin, Angelique Kerber. Sie konnte zwar schon drei Grand Slams gewinnen, nie jedoch die French Open. Das wird sich aller Voraussicht nach auch 2022 nicht ändern. Sand ist der schwächste Belag der inzwischen auf Weltranglistenplatz 17 abgerutschten Kerber. Zudem ist Paris für sie kein gutes Pflaster. 2018 überstand Kerber zuletzt die erste Runde - dann ging es aber auch weiter bis ins Viertelfinale.

Die deutschen Spieler im Hauptfeld

  • Alexander Zverev
  • Oscar Otte
  • Daniel Altmaier
  • Peter Gojowczyk

Die deutschen Spielerinnen im Hauptfeld

  • Angelique Kerber
  • Andrea Petkovic
  • Tatjana Maria
  • Jule Niemeier (Die 22-Jährige hat erstmals in ihrer Karriere das Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers erreicht)

Hier finden Sie den Spielplan der French Open 2022 sowie alle Ergebnisse

Herren:

1. Runde:
Jaume Munar (Spanien) - Daniel Altmaier (Kempen) 6:1, 6:3, 4:6, 6:3
Alexander Zverev (Hamburg/Nr. 3) - Sebastian Ofner 6:2, 6:4, 6:4
Oscar Otte (Köln) - Roberto Carballés Baena (Spanien) 6:7 (5:7) 1:6, 6:3, 6:2, 3:6.
Peter Gojowczyk (München) - Lorenzo Sonego (Italien) 2:6, 2:6, 1:6.

2. Runde:
Alexander Zverev (Hamburg/Nr. 3) - Sebastian Baez (Argentinien) 2:6, 4:6, 6:1, 6:2, 7:5

3. Runde:
Alexander Zverev (Hamburg/Nr. 3) - Brandon Nakashima (USA) 7:6 (7:2), 6:3, 7:6 (7:5)

Achtelfinale:
Alexander Zverev (Hamburg/Nr. 3) - Bernabe Zapata Miralles (Spanien) 7:6 (13:11), 7:5, 6:3

Viertelfinale:

Alexander Zverev (Hamburg/Nr. 3) - Carlos Alcaraz (Spanien/Nr. 6) 6:4, 6:4, 4:6, 7:6 (9:7)
Rafael Nadal (Spanien/5) - Novak Djokovic (Serbien/1) 6:2, 4:6, 6:2, 7:6 (7:4)
Casper Ruud (Norwegen/8) - Holger Rune (Dänemark) 6:1, 4:6, 7:6 (7:2), 6:3
Marin Cilic (Kroatien/20) - Andrej Rublew (Verband Russland/7) 5:7, 6:3, 6:4, 3:6, 7:6 (10:2)

Halbfinale:

Alexander Zverev (Hamburg/3) - Rafael Nadal (Spanien/5) 6:7 (8:10), 6:6, Aufgabe Zverev
Casper Ruud (Norwegen/8) - Marin Cilic (Kroatien/20) 3:6, 6:4, 6:2, 6:2

Finale:

Rafael Nadal (Spanien/5) - Casper Ruud (Norwegen/8) 6:3, 6:3, 6:0

Damen:

1. Runde:
Sorana Cirstea (Rumänien/26) - Tatjana Maria (Bad Saulgau) 6:3, 6:3
Sloane Stephens (USA) - Jule Niemeier (Dortmund) 5:7, 6:4, 6:2
Andrea Petkovic (Darmstadt) - Oceane Dodin (Frankreich) 6:4, 6:2
Angelique Kerber (Kiel/Nr. 21) - Magdalena Frech (Polen) 2:6, 6:3, 7:5
Simona Halep (Rumänien/19) - Nastasja Schunk (Leimen) 6:4, 1:6, 6:1.

2. Runde:
Andrea Petkovic (Darmstadt) - Viktoria Asarenka (Belarus) 1:6, 6:7 (3:7)
Angelique Keber (Kiel/Nr. 21) – Elsa Jacquemot (Frankreich) 6:1, 7:6 (7:2).

3. Runde:
Angelique Keber (Kiel/Nr. 21) – Alexandra Sasnowitsch (Belarus) 4:6, 6:7 (5:7)

Viertelfinale:

Martina Trevisan (Italien) - Leylah Fernandez (Kanada/17) 6:2, 6:7 (3:7), 6:3
Cori Gauff (USA) - Sloane Stephens (USA) 7:5, 6:2
Iga Swiatek (Polen/1) - Jessica Pegula (USA/11) 6:3, 6:2
Darja Kassatkina (Verband Russland/20) - Veronika Kudermetowa (Verband Russland/29) 6:4, 7:6 (7:5)

Halbfinale:

Martina Trevisan (Italien) - Cori Gauff (USA) 3:6, 1:6

Iga Swiatek (Polen/1) - Darja Kassatkina (Verband Russland/20) 6:2, 6:1

Finale:

Iga Swiatek (Polen/1) - Cori Gauff (USA/18) 6:1, 6:3

Die Sieger der vergangenen fünf Jahre

2021 Novak Djokovic
2020 Rafael Nadal
2019 Rafael Nadal
2018 Rafael Nadal
2017 Rafael Nadal

Die Siegerinnen der vergangenen fünf Jahre

2021 Barbora Krejcikova
2020 Iga Swiatek
2019 Ashleigh Barty
2018 Simona Halep
2017 Jelena Ostapenko

Warum ist der Wechsel auf Sand so schwierig?

Das Spiel auf Sand ist wesentlich langsamer als auf Hartplatz bzw. Rasen, weil die Fluggeschwindigkeit deutlich geringer ist und der Ballabsprung wesentlich niedriger und nicht konstant ist.

Aufschlagstarke Spieler können von ihren schnellen Aufschlägen auf Sand weniger profitieren als auf anderen Belägen. Das Serve-and-Volley-Spiel ist auf dem roten Belang also ungünstig.

Aber die Umstellung von Hartplatz auf Sand beziehungsweise von Sand auf Rasen (wie es normalerweise in der Saison ist) fällt heute nicht mehr so schwer, wie es das in den Neunziger Jahren noch war, weil die Platzgeschwindigkeiten nivelliert wurden. Spezielle Grassorten haben das eigentlich sehr schnelle Spiel auf dem Rasen verlangsamt.

Gibt es noch die „Sandplatz-Spezialisten“?

Ganz krasse Sandplatz-Spezialisten, die gar die Rasen-Saison auslassen, weil sie keine Chance gegen die Rasen-Experten wittern, gibt es heute kaum mehr. Gerade die Top-Spieler sind variable Allrounder geworden und feiern mittlerweile auf allen Belägen Erfolge.

Heutige „Sandplatz-Spezialisten“ zeichnen sich dadurch aus, lange Grundschläge zu verwenden, die einen starken Topspin erzeugen. Weil Spieler bei langen Rallyes auf Sand häufig weit hinter die Grundlinie geschoben werden, sind Drop-Shots, also Bälle kurz hinter das Netz sehr effektiv. Dies hat zur Folge, dass die Matches im Durchschnitt länger dauern als Spiele bei anderen Grand-Slam-Turnieren. Die langen Rallyes erfordern also ein hohes Maß an geistiger Konzentration und körperlicher Ausdauer.

Wenn er auch „Sandplatzkönig“ genannt wird, ist Rafael Nadal mittlerweile auf allen Belägen zu Hause. Zu Beginn seiner Karriere gewann er erst viermal die French Open, bevor er auf einem anderen Belag triumphierte. Insgesamt hat der Spanier die French Open bereits 13. Mal gewonnen. Er hält zudem den Rekord der längsten Siegesserie in der Open Era (seit 1968) eines männlichen Spielers auf einem Belag: Von April 2005 bis Mai 2007 gewann er alle 81 Spiele auf Sand.

(kron)