Davis Cup: Patrik Kühnen sieht Spanien als Favorit

Davis Cup: Patrik Kühnen sieht Spanien als Favorit

Deutschland steht beim Davis-Cup-Duell gegen Spanien erstmals seit vier Jahren wieder im Viertelfinale des Wettbewerbs. Die Spiele in Valencia versprechen spannend zu werden, Chancen sieht der ehemalige Teamchef Patrik Kühnen (52) für beide.

Seit elf Jahren ist es den deutschen Tennis-Herren nicht mehr gelungen, in das Halbfinale des einst so beliebten Nationen-Wettbewerbs einzuziehen. In Valencia, beim Spitzenspiel gegen Spanien, soll sich das nun endlich ändern. Deutschlands Spitzenspieler Alexander Zverev (20) ist direkt vom ATP-Turnier in Miami, wo er sich bis ins Finale gespielt hatte, zum deutschen Davis-Cup-Team gereist. Er eröffnet gegen Lokalmatador David Ferrer das Viertelfinale. "Ich finde es fantastisch, dass Alex Zverev in Miami im Finale stand. Dort hat er Selbstvertrauen getankt", sagt Patrik Kühnen (52), ehemaliger Tennisspieler und dreifacher Sieger des Cups. Er glaubt an eine gute Chance für die deutsche Nummer vier der Weltrangliste.

Im Anschluss an das Match wird Philipp Kohlschreiber (Augsburg) aufschlagen. Und steht keinem geringeren als Superstar Rafael Nadal gegenüber. Auch wegen Nadal freut sich Kühnen auf ein spannendes Duell der Nationen. "Deutschland ist aufgrund der Teilnahme von Rafael Nadal in der Außenseiterrolle, favorisiert ist Spanien", sagt er. "Aber auch neben Rafael Nadal ist das spanische Team top besetzt. Deutschland hat aber auch ein starkes Team. Auch wenn es eine Floskel ist: Im Davis Cup ist immer alles möglich."

Für das Doppel am Samstag (14 Uhr) nominierte der derzeitige deutsche Kapitän Michael Kohlmann Jan-Lennard Struff (Warstein) und Tim Pütz (Frankfurt). Maximilian Marterer (Nürnberg) ist zunächst nur Reserve. Für Spanien sind Feliciano Lopez und der Doppel-Olympiasieger Marc Lopez vorgesehen. Am Sonntag (11 Uhr) dann kommt es zum Spitzeneinzel zwischen Zverev und Nadal.

Der Davis-Cup ist in der in der öffentlichen Wahrnehmung in den vergangenen Jahren immer mehr in den Hintergrund gerückt. Auch Spieler sagten immer öfter ihre Teilnahme ab, weil sie in den Einzelturnieren auf der Tour deutlich mehr Geld verdienen können, während der Nationen-Wettbewerb vor allem Ruhm und Ehre verspricht. Kühnen hat dazu eine klare Meinung, er sei nach wie vor ein Fan des Wettkampfes. "Der Davis Cup lebt von dem Charakter der Heim- und Auswärtsspiele. Mir sind so viele Davis-Cup-Heimspiele in Erinnerung geblieben. Zum Beispiel 2007 in Krefeld, da hatten wir ein fantastisches Publikum. Jedes Match wurde von den Zuschauern getragen. Auch auswärts herrschte beispielsweise in Belgien oder auch in der Stierkampf-Arena in Marbella eine tolle Atmosphäre."

Kühnen glaubt, dass Siege "schnell eine neue Euphorie entfachen können". Auch dafür werden die deutschen Herren in Valencia Vollgas geben.

(ball)